Allgemeines über die Engel

Himmel
Himmel der Michaeliten in Roma Aeterna

Die Engelsorden haben ihre Hauptsitze in den sogenannten 'Himmeln'; gigantische Gebäude, die sich eineinhalb Kilometer über die Erde erheben. Wen die Ausmaße der erhabenen Bauwerke noch nicht von der Existenz einer höheren Macht überzeugen konnten wird spätestens beim Anblick der Wesen überzeugt, für welche die Himmel eigentlich geschaffen wurden: die Engel des Herrn.

Insgesamt gab es einst acht Engelsorden die je einem Erzengel unterstellt waren:

Zwei dieser Orden sind inzwischen untergegangen: die Ragueliten in Skandinavien und die Samaeliten auf Korsika. Der Himmel der Ragueliten wurde von einem Fegefeuer zerstört. (Fegefeuer = gigantische Flammensäulen von mehreren Kilometern Durchmesser, die sich bis weit in die Luft erstrecken, sich sehr langsam bewegen und dabei das sogenanntes Brandland hinterlassen. Mehr Information gibt es unter dem Menüpunkt LinkFegefeuer.) Korsika, Standpunkt des Himmels der Samaeliten, ist seit über 100 Jahren komplett vom Brandland eingeschlossen und nicht mehr zu erreichen, weswegen das genaue Schicksal des Ordens ungewiss ist, er jedoch als gefallen deklariert wurde.

Die Sarieliten sind die Engel des lobpreisenden Erzengels, und gehörten bis vor kurzem nicht zu den kämpfenden Orden. Ihre Ordensburg - sie verfügen als einziger Orden nicht über einen Himmel - der Campus Sarielitorum befindet sich, wie auch der Himmel der Michaeliten, im Herz der angelitischen Kirche; in Roma Aeterna. Da die Sarieliten allerdings über keine Flügel verfügen, wurden sie vom Pontifex Maximus mit anderen Aufgaben betraut.

Die übrigen Orden sind nach wie vor aktiv und mühen sich nach Kräften, Gottes vorgegebene Ordnung gegen die destruktiven Anstrengungen autarker Stadtfürsten, Ketzer und natürlich den Heerscharen der Traumsaat durchzusetzen.

Das Aussehen der Engel

Briefing
Instruktionen (Ausschnitt) - von Ly

Die fleischlichen Hüllen, in welche die Engel für ihren Aufenthalt auf Erden schlüpfen, sind von kindlicher Gestalt. Kinder nämlich nehmen im angelitischen Glauben einen besonderen Platz ein: Sie sind absolut rein und frei von Sünde. Dank ihrer ordenstypischen Tracht wirken die Sendboten darum außerordentlich androgyn und weisen so gut wie keine Merkmale auf, an denen sich das Geschlecht ihrer irdischen Hülle festmachen ließe. Erst mit zunehmender Aufenthaltsdauer auf Erden ändert sich das.
Doch selbst die ältesten Engel werden kaum größer als 1,70m, trotz ihrer beeindruckenden Flügelspannweite von bis zu zwölf Metern. Die Farbe des Gefieders reicht von strahlendem weiß bis hin zu hellen brauntönen. Sie kleiden sich in weiße Röcke die ihnen bis Hüfte, Bauch oder Brust reichen und von zahlreichen Gurten und Riemen gehalten werden. Meistens sind die Arme ebenfalls mit Stulpen bedeckt, welche mit Stoffbahnen am herunterrutschen gehindert werden.

Körperliche Kontakte unter Engeln sind auf ein platonisches Mindestmaß reduziert, lediglich bei jungen Engeln wird hie und da ein Auge zugedrückt. Bei wachsender Vertrautheit zwischen den Scharmitgliedern sind Schulterklapse, Knuffe oder Umarmungen o.Ä häufiger zu beobachten und auch geduldet.
Allerdings führt ein zu vertrauter Umgang der Engel untereinander nicht selten zur Auflösung der Schar. Nicht zuletzt durch dieses Wissen gehen die Gottesboten freundschafltich, jedoch diszipliniert miteinander um.
Intime Kontakte mit Engeln stehen außerhalb jeder Diskussion. Sollte ein solcher Fall der Kirchenleitung bekannt werden kann man sicher sein, dass betreffende Scharmitlieder augenblicklich eine unehrenhafte Rückkehr ins himmlische Reich auf das Geheiß ihres Erzengels antreten. Kaum eines der geflügelten Wesen wird zögern, ein vom Weg abgekommenes Scharmitglied zu melden, weiß er doch um die Gefahren, welche für die unsterbliche Seele eines Engels besteht.

Je erfahrener ein Engel ist, desto mehr Votivbänder finden sich an seiner sterblichen Hülle. Diese, mit lateinischen Segensformeln beschriebenen Stoffbänder werden von der Kirche als eine Art Medaille für erfolgreich erfüllte Missionen vergeben und mehren das Ansehen eines Engels, doch sind keinerlei Rangprivilegien mit ihnen verbunden. Sie schmücken Arme, Beine, Taille oder Waffen und sind teils sogar um die Stirn geschlungen.

Das auffälligste Merkmal der Engel neben ihren Schwingen sind jedoch die Gotteslinien: schwarzblaue Linien ziehen sich unter der Haut der Engel über den gesamten Körper. Diese Zeichen sind vom Finger Gottes in die Körper gesenkt worden, um das unsterbliche Wesen des Engels in den irdischen Gefäßen zu halten und verleihen ihnen darüber hinaus die Möglichkeit, gottgegebene Mächte anzuwenden. Mit der Zeit müssen diese Zeichnungen verstärkt werden, um die Essenz des Engels weiter auf Erden halten zu können.

Engel die noch nicht sehr lange auf Erden wandeln tragen das Signum. Wenn sie älter und erfahrener werden erhalten sie weitere Zeichnungen, erst das Sigil und später die Scriptura. Diese Tätowierungen unterscheiden sich von Orden zu Orden. Engel oder erfahrenere Menschen erkennen anhand der Linien sowohl Orden als auch Zeichnungsstufe der himmlischen Boten. Um eine neue Stufe zu erhalten kehrt der Engel einem inneren Drang folgend in seinen Heimathimmel zurück und empfängt dort während einer geheimen Zeremonie die neue Zeichnung. Die Erweiterungen der Gotteslinien sind sehr wichtige Ereignise im irdischen Dasein eines Engels und werden mit der gesamten Schar gefeiert, auch wenn der Empfang der Zeichnung selbst eine sehr private Zeremonie ist.

Doch kann man die Orden nicht nur anhand ihrer Zeichnungsstufe unterscheiden: Auch was Rüstung, Haartracht und Bewaffnung angeht sind die Unterschiede schnell ersichtlich. Mehr dazu findet sich in den jeweiligen Ordensbeschreibungen.

Je länger die überirdischen Wesen allerdings auf Erden weilen, desto mehr saugt ihr Fleisch die Sünden der sie umgebenden Welt in sich auf. Das zeigt sich darin, dass ihr kindliches Äußeres verblasst und sie langsam zu altern beginnen. Es ist daher notwendig sie in ihre paradiesische Heimstätte an der Seite des Herrn zurückzuschicken, bevor die Unreinheit auch auf ihr Wesen überschlägt. Dieser Vorgang ist als Läuterung bekannt und stellt das letzte der drei heiligen Sakramente dar, die nur Engel empfangen können. (Mehr Informationen hierzu finden sich unter dem Menüpunkt LinkKirche.)

Die Mächte der Engel

Die Engel verfügen über spezielle, von Gott gegebenen Fähigkeiten. Einige können durch Hand auflegen heilen, andere in völliger Dunkelheit deutlich sehen, untereinander ohne Worte kommunizieren oder sogar Blitze schleudern; die Fähigkeiten variieren von Orden zu Orden. Der Einsatz dieser Mächte kostet die Engel allerdings Kraft und laugt ihre fleischlichen Körper aus, sie können sie also nicht unentwegt einsetzen. Darüber hinaus wird ein Sendbote des Herrn die Gewalten, welche seinem Körper innewohnen, niemals gegen einen seiner Geschwister richten; genau so wenig wie er niemals die Hand gegen einen der Seinen erheben wird.

Auch sind die Mächte von den Tätowierstufen abhängig. Ein Signumsengel hat Zugriff auf deutlich weniger Mächte als ein mit Sigil oder gar ein mit der Scriptura gezeichneter Engel.

Körperliche Beschaffenheit

Engel benötigen keinen Schlaf - sie meditieren. Vier bis sechs Stunden Meditation ersetzen etwa acht Stunden Schlaf. Dazu gibt es kleine Podeste, Schemel oder Hocker, auf welchen die Engel sich zur Ruhe setzen. Wegen der Flügel können sie sich nicht auf den Rücken legen, das wäre sehr unbequem. Außerdem bleibt ein meditierender Engel stets wachsam und ist sich der Vorgänge um sich herum teilweise bewusst, so dass man ihn nicht im Schlaf überraschen kann. Wenn sie es wollen können sie aber natürlich auch richtig schlafen - nur eben im Sitzen. Wenige Cellae (Einzahl: Cella), so die Bezeichnung der 'Engelszimmer', enthalten echte Betten oder von der Decke hängende Tragegestelle. (Etwa die Cellae eines Hospitzes in welches er gebracht wird, wenn der Engel zu erschöpft oder seine weltliche Hülle zu schwer verletzt ist.)

Engel benötigen auch weniger Nahrung als Menschen. Einmal eine Mahlzeit alle ein bis drei Tage reicht ihnen völlig aus. Halten sie sich zudem in Himmeln oder einem Kloster auf, nehmen sie meist nahrhaftes Manna (Hinweis: diese Bezeichnung beschreibt sowohl die Nahrung der Engel als auch Geld in der Engelwelt) zu sich.

Die Mächte der Engel, ihre göttlichen Zeichungen und die harte Ausbildung, die jedem Engel während seiner Postulantenzeit widerfährt, machen sie trotz ihrer kindlichen Gestalt, schneller und stärker als es Menschen je sein könnten.

Während der Postulantenzeit im Himmel lernen die Engel alles notwendige um als Repräsentant ihres Erzengels in die Welt hinaus zu fliegen: Schulungen in Taktik und Führung für Michaeliten, eine umfassende Kampfausbildung für die Gabrieliten, Orientierung und Bogenschießen für Uriels Engel, medizinische Kenntnisse für die Engel Raphaels, das Wissen um das Geheimnis von Lesen und Schreiben für die Ramieliten und Infiltrations- und Einzelkämpfertaktiken für die Sarieliten. Mehr dazu findet sich in den einzelnen Ordensbeschreibungen.
Allen gemein ist jedoch, dass das Wissen um die himmlische Sprache Latein, sowie grundlegende Kenntnisse wieder aufgefrischt werden, da ihre Gedächtnisse auf dem Weg zur Erde sehr gelitten haben und sie meist keine konkrete Erinnerung mehr an das himmlische Reich besitzen, welchem sie entsprangen.

Die Scharen

Die Engel sind in sogenannten Scharen organisiert. Das sind Zusammenschlüsse von meist fünf Engeln, einer aus jedem der kämpfenden Orden ( = allen außer den Sarieliten). So erfüllen sie Missionen im Auftrag der angelitischen Kirche, sei es die gezielte Jagd auf Ketzer, Schutz für eine wichtige Karawane oder ihre Hauptaufgabe, den Kampf gegen die Traumsaat. Die Engel stellen sich schützend zwischen die Menschheit und jedes nur mögliche Übel.

Angeführt werden diese Scharen von den Michaeliten, denn jeder der Orden erfüllt eine bestimmte, ihm zugewiesene Aufgabe. Durch die enge Zusammenarbeit entsteht aus den Schargemeinschaften mehr als die Summe ihrer Teile und oft sind die Scharmitglieder eng miteinander befreundet.

In seltenen Fällen sind Scharen größer, wenn ihnen beispielsweise ein zweiter, erfahrener Michaelit als Lehrer zur Seite gestellt wird. Öfter kommt es vor - gerade wenn der Auftrag von vornherein als gefährlich gilt - dass ein zweiter Gabrielit oder Raphaelit mitfliegt. Die Todesengel aus Nürnberg bilden in Zeiten höchster Gefahr sogar Scharen die nur aus Gabrieliten bestehen; die berüchtigten Todesscharen.

Der Tod von Engeln

Natürlich können Engel nicht im eigentlichen Sinn des Wortes sterben, doch wenn ihre körperliche Hülle zu stark beschädigt wird kann die vollkommene Seele des Engels nicht in ihr verweilen. Der Körper stirbt und die Seele kehrt ins Paradies zurück. Die Rückkehr in den Schoß Gottes ist somit mit der Aufgabe des irdischen Daseins verbunden. Trotzdem ist die Entkörperung eines Engels in keinster Weise mit dem Ableben eines Menschens zu vergleichen; beendet doch der Tod eines seelenlosen Sterblichen dessen Existenz endgültig.
Da die Schargeschwister ihren restlichen Dienst auf Erden jedoch ohne den Heimkehrer beenden müssen und es manchmal noch jahrelang dauern kann bis es ihnen vergönnt ist selbst ins Paradies aufzufahren, geht dieser Vorgang selten ohne Trauer von sich. Eine Kommunikation zwischen Engeln, die auf Erden dienen, und solchen, die sich wieder im Paradies befinden, ist nicht möglich. Auch sind viele Engel beim Verlust eines Scharmitgliedes geschockt, wird ihnen doch eingebläut, sie seien unsterblich. Dass dies nur für ihre Seele gilt wird oftmals unterschlagen oder von den jungen Gottesboten noch nicht in aller Konsequenz verstanden.

Begegnung mit Menschen

Obwohl Menschen in den Städten, die groß genug sind um eigene Scharen zu erhalten, den Anblick der Engel mehr oder weniger gewohnt sind, bekommt die Landbevölkerung nur sehr selten einen der geflügelten Sendboten zu Gesicht. Die Reaktionen reichen dann von überschwenglicher Freude bis hin zu panischem Entsetzen, werden sie mit den himmlischen Überwesen konfrontiert.
Doch selbst ein Erzbischof der täglich mit Engeln zu tun hat wird ihnen immer mit Respekt und Höflichkeit begegnen. Engeln wird auch nichts befohlen, sie werden stets um Hilfe gebeten oder es werden Vorschläge unterbreitet. Da sie auf Erden sind um den Menschen beizustehen, werden sie nur in den seltensten Fällen ablehnen oder zögern, ist es doch ihre heilige Pflicht.
Die einzig Weisungsbefugten sind die Äbte der Himmel und deren Bevollmächtigte, welche als Vertreter der Erzengel die höchste Instanz neben dem Pontifex Maximus darstellen.

Es ist Menschen nur in Ausnahmefällen gestattet Engel zu berühren und Zuwiderhandlung wird meist augenblicklich durch die involvierten Engel bestraft. Kinder bilden eine Ausnahme, da sie durch ihren Sonderstatus in der Glaubensgemeinschaft in besonderem Maße mit Privilegien bedacht werden und sich Engel ihnen auch gerne direkt zuwenden.
Aus diesem Grund ist es der Kirche natürlich nicht möglich, versagende Engel körperlich zu bestrafen. Die Schande und das Wissen, Gottes Willen nicht gerecht geworden zu sein, wiegen meist jedoch viel schwerer auf den Schultern der himmlischen Streiter als die schwersten Hiebe.

Engelsnamen

Engelsnamen enden allesamt auf die Silbe -el. Menschen einen Engelsnamen zu geben gilt als Ketzerei und ist strengstens verboten. Die Namen der Erzengel sind für gewöhnliche Engel natürlich ebenso tabu.

"Laliel? Lalieeel!" hallte der Ruf über die Lichtung. Ein großer Todesengel sprang über mehrere Felsbrocken zu einer am Boden liegenden, schreienden Gestalt und fiel vor ihr auf die Knie. "Tu mir das nicht an. Oh bitte, tu mir das nicht an..." stammelte er.
Laliels schmerzverzerrtes Gesicht suchte seinen Blick. Beide Gestalten starrten vor Blut, Dreck und Schweiß. So viel Blut!
"Jarel?" drang die Stimme der am Boden liegenden wimmernd herauf.
"Ich bin hier kleine Schwester." antwortete der Gabrielit und bettete den Kopf der Raphaelitin sanft auf seinen Schoss. Der weißgelockte Engel presste die zitternden Hände stärker auf ihren Bauch. Der zerfetzte Rock war getränkt von klebrigem Rot. "Es wird alles gut, alles wird wieder gut." redete der Schwarzberockte auf sie ein und streichelte sachte die weißen Locken aus ihrem verklebten, schmutzigen Gesicht. Die Raphaelitin schüttelte leicht den Kopf. "Doch. Sieh mir in die Augen, sieh mir in die Augen! Es ist nicht schlimm, ist mir ganz egal. Es ist unwichtig... sieh mir in die Augen!" beschwor der Todesengel sie. Er hielt ihr Gesicht mit beiden Händen umschlossen, zwang sie ihn anzusehen.
Die Stimme der heilenden Hände Raphaels brachte den Todesengel mit einem panischen Aufschrei zum verstummen: "Ich sterbe Jarel. Ich sterbe!" Ungläubiges Entsetzen troff aus ihrer Stimme. "Nein! Du solltest deinen Hintern aus der Schusslinie halten, ich... Ich werde dich später für deine Unfähigkeit tadeln, aber jetzt hälst du gefälligst die Klappe." "..ch sterbe. Oh, es tut so weh." Es klang jetzt viel leiser.

Der Ramielit und die Urielitin der Schar hatten sich inzwischen ebenfalls eingefunden. Hagdiel, der Michaelit, war noch bewusstlos, aber es schien nicht lebensbedrohlich. In fassungslosem Schweigen erstarrt standen sie um die am Boden Liegenden, unfähig sich zu bewegen. So hatten sie ihren dunklen Bruder noch nie erlebt. Was mit ihrer Schwester geschah, die stets für sie da war wenn sie Verletzungen davongetragen hatten, schienen sie einfach noch nicht fassen zu können. Es gab niemanden der ihr jetzt helfen konnte und sie kamen sich unendlich hilflos vor.

Als die Raphaelitin verkrampfte und in Tränen ausbrach konnte auch der schwarzgewandete Streiter nicht mehr an sich halten. Immer wieder stammelte die Heilerin die drei Worte. Jarel drückte ihre Hände und wischte sich über die Nase. Ein dicker roter Strich blieb in seinem, von Brandsalbe und Schweiß glänzenden, Gesicht zurück.
Etwas sagen, er musste irgendetwas sagen, ablenken. "Du... Laliel, wir müssen am Freitag in Aeterna sein. So kannst du da nicht hin." Er schluchzte, musste es wiederholen weil seine Schwester ihn nicht gehört hatte. Seine Stimme war heiser und er konnte kaum schlucken, so zugeschnürt war seine Kehle. Aber er hatte Erfolg, hatte sie irritiert und Laliel hörte auf zu stammeln.
Sie schniefte: "Wir werden glänzen in der ewigen Stadt..." Ihre Augen wurden glasig. Jarel nickte heftig: "Ja, das werden wir. Und jeder der was anderes behauptet, den werden wir... werden wir..." Sein leises Murmeln ging in unkoordinierten Lippenbewegungen unter, Speichel rann ihm aus den Mundwinkeln.
"Du hast so ein schlimmes Mundwerk Jarel. Ein ganz schlimmes Mundwerk." Warum klang es so leise? "Tut mir leid." entgegnete er.
Der Gabrielit erschrak als sie ihn mit beiden Händen am Hals festhielt. Sie waren so kalt, trotz des vielen Blutes das eigentlich hätte warm sein müssen. "Sei nicht traurig wenn ich gehe. Ich muss nach Hause, hörst du nicht...?"
Jetzt beugte er sich zu ihr herunter, brachte seine Stirn ganz nah an ihre. "Ich bleibe, ich bleibe bei dir." versicherte er seiner kleinen Freundin. Er hatte doch immer auf sie aufgepasst, wie konnte das nur geschehen. Was sollte er nur tun wenn sie weg war, mit wem reden? Seine Tränen tropften auf ihre heißen Wangen, ihre roten Hände verkrallten sich in seinem flammenden Haar. Sie holte schwer Luft. "Oh sieh nur..." Mit einem mal klang sie ganz entsprannt. Dann wurde die Raphaelitin schlaff und Panik erfasste den Todesengel.
"Laliel? Laliel? LALIEL? Oh Herr, nein, bitte..."

Verlust