Gabrieliten - Die Streiter des Herrn

Ordenssitz: Nürnberg
Ordensoberhaupt: Em Susat
Ordensfarbe: Schwarz
Ordenssymbol: Flammenschwert

Der Orden der Gabrieliten ist der kämpferischste aller Orden der Mater Ecclesia. Nahezu die gesamte Ausbildung der Engel ist auf Auseinandersetzungen militärischer Art ausgelegt. Selbst Monachen und Beginen sind nicht selten mit mehreren Waffengattungen vertraut und Templer genießen ein weitaus höheres Ansehen als in den anderen Orden.
Die schwarze Ordensfeste gleicht ebenso einer Trutzburg wie fast alle anderen Klöster und Außenposten des schwarzen Ordens.

In dem molochartigen Nürnberg, einer der größten Städte Europas, fühlen sich die Menschen durch die Anwesenheit der Streiter des Herrn sicher. Zu sicher, so meinen einige. Viele Flüchtlinge zog es hinter die wehrhaften Mauern Nürnbergs, wo sie vor Traumsaatübergriffen sicher sein konnten, die gigantische Stadt aber an den Rand der Hungersnot brachten. Die Erträge der gabrielitischen Ländereien reichen für eine Versorgung so vieler Menschen einfach nicht aus, so dass es in der Vergangenheit des Ordens einige unschöne Kapitel über Landbesetzungen der Nachbarorden gab. Mit der Eroberung Britanniens und der Unterstellung der neu eingegliederten Gebiete unter gabrielitische Kontrolle hofft die Kirche nun zukünftigen Übergriffen entgegen zu wirken. Die dortigen Felder sollen gute Erträge bringen und ein Großteil des Flüchtlingsstroms wird einfach umgeleitet um schnell neue Siedler für die dortigen Ländereien zu bekommen. Gleichzeitig sieht sich der Orden mit dem Problem konfrontiert, ein ganzes Land zum wahren Glauben bekehren zu müssen.
Somit dürfte der Eroberungspolitik Em Susats, der streitbaren und unnachgiebigen Anführerin des schwarzen Ordens, vorerst genüge getan sein.

Letechiel
Letechiel - von Pierre

Als einziger Orden tragen die gabrielitischen Engel schwarze Gewänder um ihre Stellung als Todesboten zu unterstreichen. Rot gefärbte Haare werden mit breiten Stirnbändern zurück gehalten. Die Schulterpanzer sind wuchtiger als die anderer Orden und ihre Arme sind nahezu komplett in schwarze Tücher eingewickelt. Ein silberner Schimmer überzieht ihre gesamte Kleidung und lässt sie im Sonnenlicht glänzen, da sie mit einer Tinktur getränkt ist die sie nahezu feuerfest macht. Auch ihre Haut hat einen leicht marmornen Teint, welcher von der Salbe herrührt die verhindert, dass die nackte Haut der Engel von Flammen versengt wird.
Das ist in sofern notwendig, da Gabrieliten stets ein Flammenschwert bei sich tragen, ihre furchterregendste Waffe. Sie kann bei Bedarf vom Gabrieliten entzündet werden um noch größeren Schaden anrichten zu können als es jede andere Waffe in den Händen eines schwarzen Engels ohnehin vermag. Den Gabrieliten verbindet mit seinem Schwert ein inniges Band, welches Angehörige anderer Orden nur schwer begreifen können.
Schon beim ersten Erwachen auf Erden liegt die schwere Waffe auf der Brust des Engels, denn das Schwert beinhaltet die Hälfte seiner wild lodernden Seele und stellt mehr dar als nur eine simple Waffe. Allein deshalb gibt es keine größere Schande für einen Todesengel als sein Schwert zu verlieren. Das Flammenschwert ist gleichzeitig das Symbol des Ordens.

Gabrieliten gelten als pflichtbewusst, loyal, mutig und zäh. Sie sind ihrer Feinde furchterregendster Gegner und tragen des öfteren Meinungsverschiedenheiten mit den Michaeliten aus, da sie sich ihrer eigenen, ihrer Meinung nach herausragenden Stellung innerhalb der Scharen durchaus bewusst sind und die Führung der goldenen Engel nicht immer leichtweg akzeptieren.

Die Mächte der Gabrieliten

Mächte des Signum

Mächte des Sigil

Mächte der Scriptura

Verborgene Mächte

Kaum ein Gabrielit kennt die hier aufgeführten Mächte, welche einige der größten Geheimnisse Gabriels darstellen. Auch war es keinem Todesengel bisher möglich - selbst nach monatelanger Meditation - alle drei der hohen Mächte in sich zu entdecken.
(Die Mächte heißen nicht verborgene Mächte weil jeder sie kennt, ich hoffe das ist soweit ersichtlich. Sie sind mehr der Vollständigkeit halber aufgeführt und sollten nur sehr spärlich eingesetzt werden da sie absolut nicht alltäglich sind!)

Mit weit geöffneten Augen starrte Gael in die absolute Dunkelheit- verhielt sich völlig ruhig. Er spürte den geriffelten Griff seines Schwertes - der Hälfte seiner Seele - in seinen Händen und er wusste, dass er der Aufgabe die vor ihm lag gewachsen war.
Seine Augen begannen ihm Streiche zu spielen, ihm vorzugaukeln da sei Licht in der völligen Finsternis, Schatten, Kreaturen die ihn anblickten, doch er bewegte sich nicht bis er das Geräusch hörte: Das leises Knarzen rostiger Scharniere. Er wusste dass es jetzt da war. Der kleine Streiter schloss die Augen und lauschte in die Stille. Klackendes Chitin auf kühlen, glatten Untergrund, ein schabendes Geräusch, ein zarter Luftzug streifte seinen Arm... Luft? Das Schwert des jungen Postulanten flammte auf und erleuchtete das drei Meter große, dämonische Zerrbild einer Blattschneiderameise.
"Für Gott und Gabriel!"

"Ist er schon soweit?"
Die schlanke Begine in ihrer Trainingstracht sah den Ausbilder fragend von der Seite an, als ein unmenschliches Kreischen hinter der dicken Eisentür die bis dato vorherrschende, unheimliche Stille zerschnitt.
"Jetzt ist er soweit."
Der Ausbilder lauschte noch kurz, schob dann den mächtigen Eisenriegel zur Seite und öffnete das Stahltor. Mit fragendem Blick, dabei über und über mit schwarzem Traumsaatblut beschmiert, lehnte der Postulant am Kadaver des riesigen Dämons.
"War's das schon?" fragte er lässig und verbarg seine vor Aufregung zitternden Hände vor den Blicken der Sterblichen.

Discipulum Summum

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Vollkommen ungerührt stand der Gabrielit da, schien den Herbeieilenden in aller Ruhe zu beobachten als dieser seine Feuerwaffe mit aufgepflanztem Bajonett anhob um es in seine fleischliche Hülle zu rammen. Erst als er den Stoß vollführen wollte kam Bewegung in den Todesengel.
Schneller als dass ein Auge hätte folgen können griff er nach oben und packte die auf ihn gerichtete Waffe an der Schneide. Doch das Metall schnitt nicht in seine, in der Zwischenzeit zu Stein erstarrte Haut. Ungläubig weiteten sich die Augen des Britonen.
Die Klinge noch immer festhaltend, brach der Engel das Metall mit einem kurzen, hellen Ton scheinbar mühelos ab.
Endlich geriet wieder Bewegung in den Mann und er versuchte zurückzuweichen. Zu spät. Viel zu spät.
Ein zorniges Brüllen wälzte sich aus der Kehle des schwarzgewandeten Engels als er ihm die Waffe aus den Händen riss und sie nach einer flinken Drehung mit aller Wucht in den Torso seines Gegenübers stieß. So gewaltig, dass der Lauf der ketzerischen Waffe durch die Brust ein, und an dessen Rücken fast zur Hälfte wieder herausragte.
Ungläubiges Röcheln und ersticktes Gurgeln war alles was der hilflos herumtastende Mann noch von sich gab.

Doch darauf achtete der Streiter des Herrn schon nicht mehr. Mit einer Hand zog er die geschwärzte Klinge aus ihrem schützenden Futteral und sofort fraßen sich leise zischend die gierigen Flammen über das Metall von unten bis zur Spitze empor.
Jetzt würden auch die Kameraden des erfolglosen Angreifers ihren Tod finden. Ihre Augen verrieten, dass sie ihre bevorstehendes Ende ahnten.
Ein eisiger Schauer der Erregung lief über den Rücken des himmlischen Streiters.

Gabriels Zorn erreicht Britannien