Michaeliten - Die sind wie Gott
Ordenssitz: Roma Aeterna
Ordensoberhaupt: Ab Vermonte Brindisi
Ordensfarbe: Gold
Ordenssymbol: Schlüssel und Korona
Der strahlende Erzengel Michael, der reinste und
höchste unter den
Engeln ist laut der Dogmatik der angelitischen Kirche die rechte Hand
Gottes und der Führer aller anderen Engel. Auch der
prachtvolle Himmel
der Michaeliten steht im Zentrum der kirchlichen Macht, in der ewigen
Stadt Roma Aeterna.
Der Orden der Michaeliten sieht sich somit als der spirituelle
und
taktische Führer aller anderer Orden. Der jetzige Ab der Michaeliten, Vermonte Brindisi,
gilt als Vorbild für all diejenigen, die sich unter Michaels
lenkendem Einfluss finden.
Die geflügelten Diener des goldenen Erzengels sind
strategisch gebildet, kampfstark und charismatisch. Ihre Mächte
ergänzen diese Eigenschaften noch. Sie sind die
Anführer der Engelsscharen.
Arukael - von Steffi
Die Engel des Ordens tragen ihr blondes Haar auf
Höhe der Ohren geschnitten und im Nacken rasiert oder gezupft.
Ihre Farbe ist das wärmende Gold der Sonne, ihre Symbole sind
die Strahlenkrone und der Schlüssel. Wie alle Engel sind auch
die Michaeliten in weiße Waffenröcke gekleidet und
investieren viel Arbeit darin, ihre Schulterpanzer zu verzieren. Aufwendige
Muster, Symbole oder gar Gemälde; ihre Schulterpanzer sind
grundsätzlich kleine, einzigartige Kunstwerke.
Die bevorzugte Waffe der Michaeliten ist das Langschwert,
doch was sie wesentlich gefährlicher macht ist ihre
strategische Ausbildung. Vom ersten Tag als Postulant zu heroischen
Anführern erzogen, sind die Michaeliten meist gefürchtete
Taktiker.
Doch sind sie auch die Stimme des Herrn und sie lieben die
Menschen wie Gott es tut; Kommunikation mit dem einfachen Volk gehört somit
auch zu ihren Stärken.
Das Los eines Michaeliten, jeden Tag über Leben und
Tod seiner Schar entscheiden zu müssen, drück oft
schwer auf die Gemüter der goldenen Engel. Doch als
Anführer ihrer Scharen sind sie gleichermaßen
geübt selbst schwere Entscheidungen allein zu treffen, oder aber
den Rat ihrer Scharmitglieder einzuholen und deren Erfahrung zu
nutzen.
Die Mächte der Michaeliten
Mächte des Signum:
- Die Seele der Schar: Dieses innige Band verbindet die
Scharmitglieder untereinander und ermöglicht eine Kommunikation ohne Worte.
Befehle können so still erteilt und Informationen im Geheimen eingeholt werden,
ohne dass Sterbliche etwas davon mitbekommen. Die in die Seele der Schar
eingebundenen Engel können antworten oder selbst das Wort an jeden in
ihrer Schar richten - wobei der Michaelit immer die Möglichkeit hat,
dies zu unterbunden.
Die Anwendung dieser Macht schwächt den Michaeliten nicht nennenswert.
Weiter als einen Kilometer im Radius vom Scharführer entfernt reicht diese Macht
jedoch kaum.
- Die Stimme: Mit Hilfe dieser Macht kann der Michaelit die
Tonlage seine Stimme derart verändern, dass sie wahlweise einen
betörenden, gebieterischen oder unangenehmen Klang annimmt.
Diese Macht wirkt auf Menschen äußerst hypnotisch
und läßt sie gefügig werden, sollte der Michaelit
es darauf anlegen .
- Innere Ruhe: Mit dieser Macht ist der
Charakter in der Lage in Kampf- und Stresssituationen sämtliche Zweifel
beiseite zu wischen und einen klaren Kopf zu bewahren. Alle störenden Emotionen
(und auch die weniger störenden) werden ausgeblendet.
- Ross und Reiter: Mit dem Zugriff
auf ein kollektives Bewusstsein von Strategien verschiedenster
Situationen wie Kampfszenatien, Taktiken oder
außergewöhnliche Kriegslisten. Dieses Wissen kann er
seiner Schar über die Seele der Schar zugänglich machen. Diese spüren daraufhin,
welches Verhalten das beste wäre und können danach handeln - oder sich
anders entscheiden.
Auf eine subtile Art entsteht außerdem ein noch viel stärkeres
Gemeinschaftsgefühl als ohnehin durch die Seele der Schar.
Mächte des Sigil
Achaiel - von Pierre
- Die Hand Gottes:
Der Michaelit kann durch Berührung einer anderen Person seinen
zuvor aufgeladenen Körper blitzartig in Form eines elektrischen
Schocks abgeben und einer Person entweder einen leichten Schlag
versetzen oder ihr beträchtlichen Schaden zufügen.
- Herr über den Leib: Der
Engel ist in der Lage in Extremsituationen kurzzeitig seine
Stärke oder seine Geschicklichkeit über sein normales
Maximum zu erhöhen.
- Korona: Indem er die ihn umgebende Luft zum leuchten bringt, schafft
der Michaelit eine Sphäre aus Licht um sich herum.
Diese Macht ist jedoch mitnichten als bessere Fackel zu missdeuten,
denn sie strengt den Michaeliten ziemlich an. Kaum einer kann sie länger als
fünf Minuten aufrecht erhalten - und wenn er das tut, ist die Konsequenz
entsprechende Erschöpfung. Der Hauptaspekt dieser Macht ist
vielmehr die psychologische Wirkung eines, in überirdisches
Licht getauchten Engels auf Freund wie Feind - gerade auch in Verbindung
anderer Mächte, wie 'Tohu wa bohu', 'Die Stimme' oder
'Vollmacht'.
- Tohu wa bohu:
Durch seine betörende Stimme und seine hypnotisch blau
leuchtenden Augen, sowie sein ganzes restliches Auftreten vermag der Charakter eine
ganze Gruppe von Menschen in heillose Panik zu versetzen.
Mächte der Scriptura
- Bannstrahl: Indem der Charakter die Luft als Leiter für die ihm
innehwohnenden Energien benutzt ist er in der Lage regelrechte Blitzstrahlen auf seine Gegner zu
schleudern. Ein geübter Michaelit schafft es, sogar noch den überspringenden
Blitz auf weitere Ziele zu lenken und eine wahrlich verheerende Wirkung hervorzurufen.
Ein Mensch bricht, vom Bannstrahl getroffen, meist augenblicklich tot zusammen.
- Der Schrei: Mit einem vernichtenden Schrei vermag vermag der Engel einzig über
die Kraft seiner Stimme ein einzelnes Wesen zu töten.
- Vollmacht: Dies ist die erweiterte und
vervollkommnete Version der 'Stimme'. Der Michaelit kann einem anderen Wesen seinen Willen
aufzwingen und es sogar zu Taten zwingen, die seinem
Selbsterhaltungstrieb widersprechen.
Es ist sehr viel schwieriger sich der 'Vollmacht' zu widersetzen als
der 'Stimme', jedoch strengt diese Macht auch deutlich mehr an. Darum
können nur sehr geübte und erfahrene Michaeliten
diese Macht dazu einsetzen mehr als einen Befehl gleichzeitig auszusprechen.
Erweiterte Mächte
Zwar wird jedem Michaeliten nach seiner Firmo, der
Scripturaweihe, von den sagenumwobenen Mächten erzählt, welche verborgen in seinem
Körper schlummern, doch nur wenige vermögen auch nur eine dieser
wohlgehüteten Ordensgeheimnisse zu bändigen.
- Abrahams Schoß: Um
den Engel herum entsteht eine Zone absoluter Friedfertigkeit. Jedes
Bestreben zu einem aggressiven Vorgehen wird noch im Kopf der
jeweiligen Person ausgelöscht.
- Dornbusch:
Der Michaelit kann Trugbilder in den Köpfen einer oder
mehrerer
Personen entstehen lassen. Das Trugbild kann alle Formen annehmen, die
sich der Anwender der Macht vorstellen kann.
- Jericho:
Indem der Michaelit seine Stimme zu einem ohrenbetäubenden
Schrei erhebt lässt er Menschen durch die Luft zu wirbeln,
Hütten hinfortwehen und Mauern bersten. Allerdings muss er
darauf achten, alle Verbündeten und Scharmitglieder aus dem
Wirkungsbereich der Macht entfernt zu haben, da er sonst riskiert diese ebenfalls zu
töten.
- Machtwort: Manchmal bleibt einem
Michaeliten keine andere Wahl als gegen einen außer Kontrolle
geratenen
Engel vorzugehen. Da kein Engel die Hand gegen einen anderen erheben
soll, ist der Scharführer in der Lage einen geheimen, wortlosen Befehl
in den Kopf eines anderen Engels zu pflanzen und diesen augenblicklich außer Gefecht
zu setzen.
Der betroffene Engel wird in einen todesähnlichen Zustand
versetzt und
kann nur von den Täufern seines Heimathimmels wieder ins Leben
zurückgebracht werden. Der Michaelit muss sich für
sein Handeln allerdings auf jeden Fall rechtfertigen.
- Seele der Welt:
In einer großen Schlacht ist es notwendig, einzelnen
Scharen gezielt
zu koordinieren. Mit Hilfe der Seele der Welt kann ein Engel -
ähnlich wie mit der Seele der Schar - eine geistige Verbindung
zu den anderen Michaeliten aller am Einsatz beteiliter Scharen
über Distanzen von bis zu zehn Kilometern herstellen.
Javiel streckte die Finger soweit er nur konnte bis er das
Körbchen mit
der Seife und dem Schwamm auf dem obersten Regalbrett zum Kippen
bringen konnte. Zufrieden nickte er, als ihm die Pflegeutensilien vor
die Füße purzelten und er wickelte sie zu dem Kamm
und der Dose
wohlduftender Creme in sein Handtuch ein. Der Rest seiner Schar
meditierte bereits. Sie waren lang geflogen und die Erholung war
dringend nötig, aber er hatte eine repräsentative
Funktion die es
ernstzunehmen galt und deren optischen Ansprüchen er unbedingt
nachzukommen hatte; selbst wenn das bedeutete, dass er weniger Ruhe
haben würde als seine Geschwister.
Mit einem strahlenden Lächeln auf den kindlichen
Zügen schlüpfte der
junge Michaelit leise aus der Cella hinaus und schlich auf nackten
Sohlen zu den Waschräumen... nicht einmal Vel - die besonnene
Urielitin
seiner Schar - würde in der Lage sein auch nur ein
Körnchen Schmutz auf
seinem reinen Körper zu finden wenn er zurückkehrte.
Zumindest nahm er
sich das vor.
von
himmlischem Glanz
♦ ♦ ♦
Tage waren länger wenn es regnete...
Mühsam löste Jost die vor Kälte fast
steifgefrorenen Finger vom
Haltegriff seines Pfluges um die zunehmend störrischer
werdenden Ochsen
vor seinem kleinen Gespann mit einer Weidenrute anzutreiben. Die Tiere
wurden auch nicht jünger und das grau in grau ein und
desselben, sich
ständig wiederholenden Tages machte sie müde, so wie
es ihn müde
machte. Das Volk in diesem Teil des Landes hungerte und insgeheim
machte jeder Menschen wie ihn dafür verantwortlich. Er selbst
wusste
nicht warum die Ernte Jahr um Jahr dünner ausfiel, warum das
Korn nicht
anging, die Pflanzen nicht gediehen... Er machte nichts falsch, doch
scheinbar hegte der Herr einen Groll gegen ihn. Jost hustete, spuckte
rötlichen Schleim und fuhr sich mit dem Unterarm über
die Stirn als er
das Rauschen weißer Flügel vernahm.
Die Stimme drang unter seine Haut, bewegte
die zahllosen grauen Härchen an seinen Armen dazu sich einzeln
aufzustellen. Er hob den Blick, den Mund vor Staunen weit aufgerissen
und zu dem Regen der von der Krempe seines Strohhutes auf sein nach
oben gerichtetes Gesicht herabtriefte, gesellte sich salziges Wasser.
Es sammelte sich in den Falten seines alten Gesichtes und rann ihm
über
die sprachlos gewordene, zu einem dicken Kloß angeschwollene
Kehle
hinab, in die durchweichte Kleidung hinein. Goldenes Licht brach sich
auf seinem Antlitz, erleuchtete ihn selbst. Der Bauer öffnete
den Mund,
wollte der strahlenden Präsenz Antwort geben, doch der Moment
schien
ewig in welchem er von Angesicht zu Angesicht stand mit ihm, der war
wie Gott.
Als sie den alten Bauern fanden war er
schon durch und durch kalt und steif. Die weit geöffneten
Augen
starrten in den grauen Himmel und auf seinen Zügen lag ein
Ausdruck der
Glückseligkeit, den selbst seine engsten Freunde schon lang
nicht mehr
bei ihm gesehen hatten...