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Genesis Secunda
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BeitragVerfasst: 28.11.2004 - 13:38 
Zed
Zed
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Dem Michaeliten waren die Ermüdungserscheinungen einiger Scharmitglieder nicht entgangen und er war auch selbst froh darum, nach dem vielen Wasser unter sich endlich wieder festen Boden zu sehen und unter seinen Füßen spüren zu können.

So setzte die Schar wenig später zur Landung an, wobei sie nicht alle auf einmal landeten, sondern - wie Tauriel es noch kurz zuvor anwies - nacheinander, um jedem möglichst viel Platz auf dem Plateau geben zu können. Denn eine Kollision während der letzten Momente des Fluges war das Letzte, was sie jetzt gebrauchen konnten.

Tauriel selbst landete als Letzter, auch wenn ihm selbst bereits eine Rast mehr als recht war. Er hatte dafür zu sorgen, dass jeder sicher auf dem Erdboden ankam, ehe er selbst an Ruhe dachte. Und als er selbst auf dem weichen Gras gelandet war, sandte seine angenehme Gedankenstimme an die Schar:

*Dashiel, Iliniel, bitte kontrolliert die Umgebung auf mögliche Bedrohungen, aber bringt euch nicht selbst dabei in Gefahr. Wir haben nun ein gutes Wegstück zurück gelegt. Also lasst uns hier solange rasten, wie möglich, wenn die Gegend sicher ist. Wir sollten ausgeruht durch dieses Landstück reisen.*


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BeitragVerfasst: 01.12.2004 - 19:27 
Jenny
Jenny
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Iliniel nickte ... obwohl sie die Pause auch gut brauchen könnte. Was sollte sie sich auch gegen die Anweisungen machen? Nichts - Richtig. Das Plateau hatte sie eigentlich nicht so groß in Erinnerung. Trotzdem machte sie sich auf den Weg (fliegend), um die Gegend nach möglichen Gefahren abzusuchen.


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BeitragVerfasst: 01.12.2004 - 19:39 
Oni
Oni
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Nachdem Dashiel gesehen hatte in welche Richtung Iliniel sich erhob, wählte er für sich die Andere um die Gegend optimal überwachen zu können.
Sein waches Auge war natürlich nicht mit dem eines Urieliten zu vergleichen, dennoch gab er sich trotz etwaiger Erschöpfung größte Mühe sich keine Bewegung unter sich entgehen zu lassen.

Mit ruhigen Flugelschlägen und die Winde nach bester Möglichkeit ausnutzend, hielt er sich so in der Luft ohne zumindest seine Flügelmuskulatur extrem belasten zu müßen. Er war nicht zuletzt in solchen Situationen froh sich die ein oder andere Methode bei den Urieliten abgeschaut zu haben.


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BeitragVerfasst: 01.12.2004 - 19:57 
SL Kenjiels & Anuels Schar
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Das Platau war gut gewählt, man konnte gut in alle Richtung sehen. Saftiges, grünes Gras lag unter den Füssen der Engel und bildete eine Kontrast zu der doch recht trostlosen Landschaft des Hochgebirges.

Die beiden Engel warfen einen Blick in die benachbarten Täler, keinerlei Gefahr war zu erkennen, außer das weit in Nordosten brennende Fegefeuer. Auch Iliniels erleuchtete Augen brachten nichts zum Vorschein, so kehrten die Beiden schließlich zurück zum Platau.


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BeitragVerfasst: 01.12.2004 - 23:53 
Yezariael
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Ohne sich weiter um seine Schar zu kümmern - wenn die etwas wollten würden sie es wohl sagen - hatte Taímel sich nach der Landung ein halbwegs bequemes Plätzchen gesucht und sich hingekniet.
Kurz dankte er dem Herrn für ihren sicheren Flug, während Iliniel und Dashiel nochmals aufbrachen - wahrscheinlich würden sie die Gegend untersuchen.

Dann jedoch schloß der Ramielit seine Augen und nutzte die Zeit zur Meditation, da er nicht wusste, wann das nächste Mal dazu Gelegenheit sein würde, oder ob sie heute überhaupt noch weiter fliegen würden.
Ausserdem würde das seine Gedanken hoffentlich von seiner Schar und von dieser Mission ablenken.

Und obwohl der Bewahrer des Wissens doch alles was rund um ihn geschah wahr nahm kehrte doch langsam Ruhe in seinem aufgewühlten Geist ein...


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BeitragVerfasst: 02.12.2004 - 11:13 
Zed
Zed
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Während Iliniel und Dashiel unterwegs waren, sah sich Tauriel ausgiebig auf dem Plateau um, hielt auch nach körperlich kleinen gefahren Ausschau, denn wenn dies hier einen der wenigen, grünen Orte so hoch oben war, dann würde dieses Fleckchen Grün sicher nicht nur eine Engelschar anlocken. Aber er war sehr zufrieden mit der Wahl der Urielitin und ließ ihr das auch auf dem Gedankenwege zukommen, ehe er zu Navarael zurück kehrte und einen Blick auf Taímel warf, der etwas abseits kniete und zu meditieren schien.

Ob er dem Ramieliten mit diesem Flug zuviel zugemutet hatte? Andererseits: Er hatte alle gebeten, dass sie früh genug etws sagen sollten, wenn sie erschöpft waren oder gar Schmerzen hatten. Dummerweise würde der Engel mit den langen, seidig fließenden Haaren so nicht nur sich, sondern auch der ganzen Schar ins Fleisch schneiden, wenn er sich aufgrund falschen Ehrgeizes schon bei einem normalen Reiseflug verausgabte, nur weil er nicht um eine Pause bat.
Ein leises Seufzen hob und senkte Tauriels schmale Brust, ehe er sich an den Raphaeliten wandte, mit dem er schon so viele Jahre geflogen war.

"Vielleicht solltest du auch ruhen, Navarael. Immerhin hängt das körperliche Wohl der Schar von dir ab. Bitte versuche, deine Kräfte zu schonen und bei jeder sich bietenden Gelegenheit aufzufrischen... Aber ich denke, du kennst meine Ansichten in Bezug darauf noch zur Genüge."

Der Michaelit grinste leicht und zwinkerte dem Heiler zu, ehe er sich nach den beiden verbliebenen Scharmitgliedern umsah.

*Iliniel, Dashiel, wenn ihr die Umgebung untersucht habt, kommt bitte wieder her und gönnt euch ebenfalls eure wohlverdiente Ruhe. Wir werden hier solange bleiben, wie es nötig ist, um unsere Kräfte wieder vollends zu regenerieren.*

Der letzte Satz ging an alle und die blau-grünen Augen huschten einen Moment zu Taímel in der stillen Hoffnung, ihn dadurch jetzt nicht zu sehr gestört zu haben.


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BeitragVerfasst: 02.12.2004 - 21:35 
Jenny
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Ruhe? ... Das Wort klang sehr schön ... nachdem sie wieder zurück war setzte sie sich auf den Boden. Sie hielt ihre Hände im Schoß und schloss die Augen. Sie brannten etwas ... aber das kam wohl vom Flugwind. Die Urielitin versuchte sich zu konzentrieren ... ruhig zu werden und vor allem auch die Ruhe zu finden ...

Angst kam in ihr hoch, als sie so ohne Beschäftigung dasaß. Eine Angst, die sie eigentlich nicht oft spürte, weil sie sonst immer vorgesorgt hatte. Die Schar flog in ein Gebiet, wo sie die Vegetation nicht kannte ... Sie hatte sich kaum einen Vorrat an ihren Kräutern mitgenommen ... auch wenn sie die Gelegenheit dazu gehabt hätte ... Warum war sie nur so dämlich ... warum hatte sie nicht mitgedacht? Unwillkürlich und ohne, dass es ihr selber auffiehl fingen ihre Hände zu zittern an.


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BeitragVerfasst: 08.12.2004 - 20:35 
Zed
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Wohnort: Fränkische Schweiz
Navarael hatte den Rock um sich ausgebreitet. Der Flug hatte ihn zumindest äußerlich nicht angestrengt und nur die vereinzelten Strähnen, die ihm aus seinem Dutt in die Stirn und die Schläfen fielen, zeigten, dass er sich körperlich betätigt hatte. Sein Blick war Tauriels gleich über das Plateu gewandert, dann hatte er auf die Bemerkung des Michaeliten hin leicht genickt. "Danke, aber du hast recht. Ich bedarf deiner Belehrungen nicht."
Seine Stimme war leise und nur für Tauriel zu hören gewesen. Andere hätten diese Worte vielleicht als Zurechtweisung betrachtet, aber die Stimme des Raphaeliten war ruhig geblieben und sein Blick ernst. Es war eine Feststellung, kein Angriff. *Ist diese Schar mit der Unseren vergleichbar?* Immer noch wahrte er den ruhigen Schein.

Der blau-grüne Blick des Michaeliten musterte den alten Freund - das war er doch, oder? - und ein feines Lächeln huschte über sein Gesicht, ehe er seine Schwingen noch einmal lockerte und sich dann ähnlich des Heilers eineinhalb Meter weiter ebenfalls auf die Knie sinken ließ. *Noch kann ich darüber nicht viel sagen, mein Bruder. Sie sind noch kein Team und ob es jemals annähernd an unseren damaligen Zusammenhalt heranreichen kann, dessen bin ich mir nicht sicher.* Er schwieg kurz und fixierte das Grad vor seinen weiß umhüllten Knien. *Wie ist es dir die letzten Monate ergangen?* Seine eine Hand schloss sich fester um das Schwert an seiner Seite.

Der Raphaelit schloss die Augen und schmunzelte leicht. *Ich habe Aufnahme in einer guten Schar gefunden. Meine Michaelitin ist sehr fähig... irgendwie vermisse ich sie fast. Wir haben viel geredet... über alles und nichts.* Er seufzte und senkte das Kinn zur Brust herab. *Also habe ich keinen Anlass, mich zu beklagen. Wie geht es dir?*

*Also bist du tatsächlich nur vorübergehend wieder in meiner Schar...* Tauriel nickte unmerklich, ließ seine Augen aber offen. Er hatte schon vor einiger Zeit gelernt, auch mit offenen Augen in die Ruhe der Meditation zu fallen, auch wenn er so sehr viel leichter wieder daraus aufschreckte. *Ich werde nun mit Aufträgen betraut, die diskret und ohne viele Mitwisser erledigt werden sollen.* Er überlegte. Konnte er ... durfte er Navarael etwas von dem Dokument in seinem Lederbeutel erzählen? *Ich habe dabei im Prinzip freie Hand, aber keine feste Schar mehr.* Sogar seine Gedankenstimme klang mehr als bedauernd.

*Das heißt, keine Vertrautheiten mehr, du musst dein Wissen alleine tragen und darfst deinen Brüdern und Schwestern nur sagen, was sie wirklich wissen müssen. Ich... denke, ich bin froh, von Gott nicht zum Michaeliten erwählt worden zu sein.* gab er zu und öffnete die Augen. Er musterte Tauriel...

Der goldene Engel schluckte beinahe unmerklich und es war auch nur zu bemerken, dass ihm dieses Gespräch in eher negativer Weise sehr nahe ging, wenn man ihn gut kannte - seine Augen tendierten immer mehr in helles Blau. Doch sie fixierten weiterhin das frische Grün, auf dem die beiden Boten Gottes knieten. *Die Wege des Herren sind unergründlich. Und ich habe nicht das Recht, sie zu kritisieren...*

Er schmunzelte freudlos. Ja, er kannte ihn und er erkannte die Gefühle die sich in Tauriels Augen wiederspiegelten. *Ich würde dir gerne sagen, dass du jetzt nicht mehr alleine bist und dass du mir alles sagen kannst, was du auf dem Herzen hast, ohne eine Verurteilung fürchten zu müssen, aber... es ist viel passiert in den letzten Monaten. Außerdem... weiß ich nicht mal, ob wir im Guten oder im Schlechten auseinander gegangen sind. Aber... aber Gott wollte, dass ich länger hier auf Erden weile. Warum auch immer. Vielleicht, um dir ein letztes Mal beizustehen. Ich will gar nicht, dass du mir mehr erzählst, aber so ganz alleine... bist du nicht. Ich kenne dich und ich respektiere dich. Du weißt, wie selten ich das vorbehaltlos getan habe...*

Nun wanderte Tauriels Blick doch nach oben, ruhte tief in den grauen Augen seines Gegenübers, ehe er in vorsichtiger Freude lächelte. *Danke, ich weiß deine Worte und deine Ehrlichkeit sehr zu schätzen. Und wenn es nach mir geht...* Er legte eine kurze Pause ein und ergründete noch einmal inständig den Blick des Raphaeliten. *... bin ich dir nie in irgendeiner Weise böse gewesen. Von meiner Seite aus haben wir uns ganz sicher im Guten getrennt. Und vielleicht sollte ich das nicht sagen, aber... ich habe dich vermisst und ich bin froh, dass wir uns noch einmal sehen und miteinander fliegen dürfen.*

Navarael zuckte leicht zusammen und wendete seinen Blick ab. *Dass du mich vermisst hast, war doch natürlich. Wie kann eine Signum tragende Raphaelitin mich auch nur im Ansatz adäquat ersetzen...* Er musste selbst leicht lächeln, aber dieser Zug verebbte langsam wieder und machte einem nachdenklichen Ausdruck Platz. *Ich habe mich seitdem immer gefragt, was eigentlich passiert ist.*

Nur kurz weiteten sich die Pupillen des Michaeliten, ehe auch er wieder das Gras anstarrte, einen Halm ausrupfte und langsam in kleine Stückchen riss. *Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich das wissen will.* meinte er trocken und etwas kurz angebunden. Dieses Thema behagte ihm nicht sonderlich. *Warum willst du es wissen?*

*Ich kann es nicht ertragen, zu wissen, dass da etwas... weg ist, was Mein sein sollte. Diese Erinnerungen... Ich möchte wissen, was ich getan habe. Du weißt, dass ich mir allem immer genau bewusst sein wollte, und ja, ich gebe zu, dass ich ungerne die Kontrolle über etwas verliere.* Er schnaubte. *Aber es ist einfach mein Anrecht, zu wissen, ob ich... an seinem Tod schuld bin. Das ist wohl im Grunde das Wichtigste.* Er sah wieder zu Boden.

Tauriel schluckte hart und seine Hände ballten sich auf seinem Schoß zu Fäusten, bis die Fingerknöchel weiß hervor traten. *Wenn... daran überhaupt jemand Schuld hat, dann... dann bin ich das und keinesfalls du!*

Navarael knirschte mit den Zähnen und funkelte Tauriel wütend an. Es kostete ihn Mühe, den Michaeliten nicht laut anzuschreien, aber auch seine Gedankenstimme wirkte giftig. *Wenn du nicht sofort mit diesem Blödsinn aufhörst, stehe ich auf und fliege zurück nach Gratianopel. Ich habe wirklich keine Lust, mir dein Selbstmitleid anzutun! Er war Gabrielit, bei Gott, dieser Orden lebt mit der Gewissheit, bald wieder zu Gott zu gehen!*

Das Funkeln wurde zornig erwidert ... und erwuchs doch eigentlich nur aus Hilflosigkeit. *Ja, genauso wie mein Orden mit dem Bestreben lebt, die eigene Schar sicher und vorraussehend um Gefahren und mögliche Misserfolge herum zu leiten. Ein Michaelit ist für alles, was die Mitglieder seiner Schar tun, mitverantwortlich!* Schnell presste er die schmalen Lippen zusammen, als könne er damit weitere harsche Worte aufhalten. Fast hätte er ausgerechnet Navarael daran erinnert, dass er unter seinem Kommando flog, dass es nicht einfach ein schnelles Zurück mehr gab... dass sie vielleicht nie wieder zurück kehren würden und er diese ganze Schar wissentlich mit in dieses Risiko fliegen ließ.

*Das ist deine Aufgabe, verdammt! Du wurdest darauf vorbereitet, andere zu führen und vielleicht auch in den Tod zu schicken, wenn es denn nicht anders geht! Aber ich heile, ich sorge dafür, dass sie noch eine Weile hier auf Erden weilen und du ihre Kraft einsetzen kannst! Und genau da könnte ich versagt haben!* Er schlug mit der flachen Hand auf den Boden. *Wissen wir es? Nein! Aber du bist gut... du bist vernünftig, du weißt deine Autorität richtig einzusetzen. Nur will ich nie wieder hören, dass du dir die Schuld an etwas gibst, was zu deinen Aufgaben gehört. Irgendwann kehren wir alle zurück. Die Frage ist nur, wann und ob wir dem Herren solange von Nutzen waren. Habe ich verhindert, dass er seine Aufgabe zu Ende führen konnte? Nur das quält mich...* Er sah schnell weg und begann, an seiner Unterlippe zu nagen. Sein Blick hing finster im Nichts...

Tauriel seufzte leise und aus seinem Blick wich die Härte, wandelte sich in offenes, aber nicht übertriebenes Mitgefühl. *Navarael...* Geschmeidig schob sich der goldene Engel etwas näher, bis sich seine Finger warm und sanft auf die Hand des Raphaeliten legten. *Du hast ebenso dein Bestes gegeben, wie es der Rest der Schar auch getan hat. Valandariels Zeit auf Erden war vorüber und Gott hat ihn wieder in seine schützenden Arme geholt. Du hast nicht versagt, du hast es ihm nur einfacher gemacht, diesen Weg in Frieden zu gehen.*

Er wollte die Hand wegziehen, zögerte aber und sah Tauriel stirnrunzelnd an. *Das sagst du mir und machst dir doch selbst Vorwürfe. Dummkopf.* Aber er lächelte leicht und drückte die Hand des Michaeliten, ehe er sie doch wegzog.

Das Lächeln wurde ehrlich erwidert. Tauriel hatte es trotz der Ereignisse nicht verlernt - und auch nicht um dessen aufmunternde Wirkung vergessen. *Wenigstens weiß ich bei dir doch sehr genau, wie du das meinst... sturer Hornochse.* Leicht grinsend senkte er den Kopf und ging erneut in eine meditative Haltung über.

*Stur nur, wenn es keine bessere Lösung gibt. Ansonsten äußerst flexibel und wohlwollend.* Er unterdrückte ein Grinsen. Seine Flügel zuckten kurz, berührten Tauriels Schwingen für den Bruchteil eines Augenzwinkerns. Er seufzte und senkte ebenfalls wieder den Blick. Es tat gut, ihn wieder um sich zu haben...


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BeitragVerfasst: 16.12.2004 - 02:11 
Zed
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Tauriel ließ die ganze Schar zur Ruhe kommen, wollte, dass sie die Zeit fanden, sich auszuruhen und zu erfrischen. Hier, fern von Menschen und dem Zwang, vor ihnen zu strahlen und absolut immer den Ruf der Kirche vertreten zu müssen.
Es war auch ein wichtiger Schritt, die anderen Engel besser kennen zu lernen und kleine Eigenheiten ausmachen zu können, die ihm bei späteren Entscheidungen sicher zugute kommen würden.

So ließ er sie die ganze Nacht hier Rast machen, in Ruhe essen und Gespräche über den Auftrag führen, den er nun allen ganz grob geschildert hatte. Im Grunde hatten sie ja nicht mehr, als die wenigen Zeilen, die Taímel auf dem Umschlag des Buches gefunden hatte:

In den Bergen jenseits der Straße von Gibraltar liegt das Kloster Sharasim. Von da aus wende dich gen Sonnenaufgang und folge den Tälern, bis Regentropfen deine Haut berühren. Suche den Ursprung und dort wirst du Frieden ...

Auch Iliniel - oder gerade ihr - hatte er die Ortsangaben noch einmal gesondert mitgeteilt. Sie würde am besten wissen, wie damit zu verfahren war. Dennoch bat er jeden der Schar, ihm jeden Gedanken zu diesen doch etwas rätselhaften Worten mitzuteilen, egal wie abstrus er klingen mochte.


So streckte Tauriel am nächsten Morgen seine noch etwas klammen Schwingen, als die ersten Lichtstrahlen über seine reinweißen Federn strichen, und erhob sich lautlos, um ein paar Schritte von der Gruppe meditierender Engel weg zu gehen und sich am Rand des Plateaus noch einmal niederzulassen, das leicht gebräunte Gesicht wie den ganzen Körper dem Sonnenaufgang zugewendet, dessen Herrlichkeit die blau-grünen Augen in jeder Einzelheit wahr nahmen.


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BeitragVerfasst: 16.12.2004 - 03:43 
Esra
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Navarael bemerkte die Bewegung und öffnete die Augen, um Tauriel nachzublicken. Der Raphaelit runzelte die Stirn und erhob sich fast lautlos. Langsam ging er auf ihn zu und sah wie er in Richtung des Sonnenaufgangs. *Es ist ein beruhigender Anblick.*

Nur das kurze Anspannen der Schulter- und Nackenmuskulatur verriet, dass sich der Michaelit erschreckt hatte - ebenso, wie die gleich darauf folgende Entspannung ein Zeichen dafür war, dass er nichts gegen die Störung oder den Störenden an sich hatte. *Ja, das ist es... Und dieser ruhige Moment ganz zu Beginn eines Tages hilft mir immer wieder, meine Gedanken zu sortieren.* Er lächelte leicht und seufzte dann leise.

* Hm... ja, es ist hilfreich. Aber sei ehrlich, soweit du es kannst.... was bedrückt dich?* wollte er mit sanfter Gedankenstimme wissen und sah auf Tauriel herab...

Noch immer hingen die großen Augen an dem Himmelsschauspiel, als könne er dort alle Antworten finden, die er suchte. Ein schiefes Grinsen fand auf Tauriels Gesicht. *Dir kann ich einfach nichts mehr vormachen... Es ist wegen... * Wieder ein leises Seufzen, ehe er schluckte und kurz hinunter in das Tal sah, ohne den dort aufsteigenden Nebel wirklich war zu nehmen. Konnte er Navarael wirklich alles sagen? Durfte er das? Es war sicher unverantwortlich und... plötzlich merkte er, dass ihn sein Blick verriet. Sofort waren seine Augen wieder von den Sonnenstrahlen gefangen, die nun langsam über seinen Körper krochen und begannen, die Nachtsteife aus den Gliedern zu vertreiben. *Ich denke über... die einzelnen Scharmitglieder nach, über ihre Fähigkeiten und... was sie bewegt.* Er biss sich leicht auf die Unterlippe.

Der Raphaelit schnaubte. Er hatte dieses Gesicht lange Zeit studiert, er kannte die Regungen und die Impulse die diese auslösten. Aber er verstand auch die Pflicht, die der Michaelit wahrnahm... *Ist in Ordnung. Tu mir nur einen Gefallen. Schweig lieber bevor du mich anlügst. Damit beleidigst du mich und meine Intelligenz...*

"Ich habe nicht gelogen...", flüsterte Tauriel nahezu tonlos, fast abwesend, ehe er sich ebenso leise räuperte. *Gut, ich denke nicht über alle nach, aber...* Er schluckte wieder und riss sich dann ein weiteres Mal von der Sonne los, um den Heiler von unten her mit diesen großen, in solchen Momenten oft nur allzu kindlich wirkenden Augen anzusehen. *Du zum Beispiel... was bewegt dich? Was denkst du? Bist du der Überzeugung, dass alles so läuft, wie es soll...* Er stockte und für einen winzigen Augenblick lag Entsetzen in dem Grün, ehe er schnell wieder zum Horizont sah. Verdammt! Er ging zu weit...oder? Das durfte er nicht! Schlimm genug, dass schon Taímel unter seiner momentanen Schwäche hatte leiden müssen. Was war nur los mit ihm? Er senkte den Kopf etwas, so dass seine Locken den bohrenden Zweifel in seinen Augen verdeckten.

Navarael kniff die Augen zusammen und betrachtete Tauriel nachdenklich. Wie schön er war... wahrhaft einer von denen, die so waren wie Gott. Beinahe hätte er geseufzt, aber er beeilte sich den Blick wieder zum Horizont zu heben. * Wenn ich zulassen würde, das ich etwas anderes denke, könnte ich nicht mehr weitermachen. Ich bin zu alt für Zweifel. Bald wird es für mich nur noch Gottes ewige Liebe geben. Und für dich auch, egal wie diese Mission ausgehen mag. Er sah Tauriel wieder an.

Der schluckte hart und nickte stumm. Ja, er sollte vielleicht einfach darauf hinarbeiten, nur auf dieses eine Ziel ... Erlösung von der Last auf Erden, von aller Sündigkeit, von... Seine Schwingen zuckten leicht. Warum war es so verdammt schwer? Warum wollte er all das hier nicht verlassen? Hatte ihn die Sünde schon so sehr verschlungen, dass die Existenz an Gottes Seite ihre Verheißung verloren hatte? Oder war da etwas, das er noch zuende bringen wollte, musste? Seine Hände krallten sich tiefer in das saftige Grün, auf dem er saß. *Ja, du hast recht...verzeih, ich... meine Gedanken werden wohl langsam wirr und... ich denke und fühle Dinge, die... nicht rechtens sind.*

Er zuckte wie unter einem Schlag zusammen. * Du wirst das richtige tun, Tauriel. Ich lasse dich am besten wieder in Ruhe, bis die anderen ihre Ruhe beenden...* Seine Gedankenstimme klang beinahe furchtsam, und ohne ein weiteres Wort drehte er sich um und ging zu dem Platz, wo die anderen waren zurück... Dinge, Gefühle die nicht rechtens waren. Er wollte nicht denken, er wollte nicht fühlen, er wollte nur Frieden.
Und egal wie sie auseinander gegangen waren, Frieden - das ahnte er - würde er bei Tauriel nicht finden.

Navaraels Abwenden war für Tauriel wie ein Dolchstoß und er zwang sich, nicht keuchend die Luft in die Lungen zu ziehen und sich so noch weiter bloß zu stellen. Sein ganzer Brustkorb schmerzte vor Anstrengung...oder war es der innere Schmerz, der ihn nur mühsam atmen ließ? Das heller werdende Licht der Sonne brannte auf der Netzhaut und trieb heiße Tränen in seine Augen - zumindest redete er sich ein, dass es das warme Licht war. An dem er sich festklammerte, wie seine Hände am Erdreich nahe des schroffen Abgrundes, an dem er saß. Ruhe... innere Ruhe... Nur ganz langsam kroch das erhabene, beruhigende Gefühl der absoluten Ausgeglichenheit durch ihn, entspannte endlich die schon protestierenden Muskeln. Und als die Sonne schließlich ihren Weg für den heutigen Tag vollends angetreten hatte, stand auch er auf, strich seinen Kriegsrock glatt und ging zurück zu seiner Schar, die er zu führen hatte, für die er Vorbild sein würde, geistige Stütze, Ansprechpartner.


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BeitragVerfasst: 19.12.2004 - 14:05 
Yezariael
Yezariael
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Die ersten Sonnenstrahlen erreichten das Plateau noch ein paar Minuten bevor die Ebene unter ihnen beleuchtet wurde. Und kaum merkte Taímel, dass ein neuer Tag begonnen hatte öffnete auch er die Augen und ließ einen Blick über die Gegend wandern.

Tauriel und der Raphaelit unterhielten sich am Rande der Hochebene. Die anderen schienen noch nicht wach zu sein. Doch was kümmerte es ihn? Es war doch immer der Michaelit der bestimmte, wann sie auf zu wachen hatten - und wenn sie bis dahin nicht genug Ruhe bekommen hatten... Nun - der Ramielit hätte seine schlechte Meinung über seine Schargeschwister nur bestätigt gefunden.

Kurz stand der hochgewachsene Engel auf um seine Gliedmaßen zu bewegen, das Blut durch seine Adern zirkulieren zu lassen und nach einer ausgedehnten Pause wieder wacher zu werden. Dann jedoch kniete er sich wieder auf den Boden und suchte aus einem seiner Beutel einen Kamm, mit dem er langsam begann, die langen Haare zu säubern und zu ordnen.
Während dieser langwierigen Prozedur dachte er jedoch weiter über ihre Mission nach. Und vorallem über die eher unzureichende Wegbeschreibung.

Das Kloster Sharasim war wohl nicht weiter schwierig zu finden. Doch dann... "bis die Regentropfen deine Haut berühren..." Was konnte wohl damit gemeint sein? Sicher nicht der auch hier regelmäßig fallenden Regen oder? Und dann: "Suche den Ursprung..." Wessen Ursprung? Den der Regentropfen?
Der Herr schickte den Regen zur Erde. Ging es hier eher um Symbolik als um tatsächliche Wegangaben?

Taímel war verwirrt, auch wenn er es sich äusserlich nicht anmerken ließ. Nun - er war neugierig, wie sie nun weiter vorgehen wollten. Wahrscheinlich zuerst das Kloster Sharasim aufsuchen...
Der Ramielit zumindest wäre sicher nicht dagegen gewesen. Vorallem die Aussicht, eine Nacht nicht unter freiem Himmel verbringen zu müssen war durchaus verlockend...


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BeitragVerfasst: 24.12.2004 - 23:23 
SL Kenjiels & Anuels Schar
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Registriert: 23.04.2004 - 11:26
Beiträge: 397
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Der neue Tag brachte Sonnenschein und trockenen Wind, der aus Süden herantrieb. Irgendwo in dieser Richtung lag die Wüste, das wußte Illiniel. Und irgendwo da sollte auch das Paradies liegen, für den Weg dahin baute man die Brücke über die Straße von Gibraltar.


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BeitragVerfasst: 04.01.2005 - 09:08 
Esra
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Registriert: 16.10.2004 - 19:30
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Als der Tag anbrach, hatte der Raphaelit die Augen aufgeschlagen und hatte sich zu einem Entschluß durchgerungen. Natürlich hatte er die Urielitin im Auge behalten... der Instinkt, der ihn beim ersten Treffen hatte aufmerken lassen, hatte anderes garnicht zugelassen. Aber er hatte gewartet. Vielleicht, so hatte er sich gedacht, wäre sie klug genug von selbst zu ihm zu kommen, aber nach der nun vergangenen Zeit schien es sicher das sie das nicht tun würde. Also erhob er sich langsam, vermied es aber zu Tauriel zu sehen. Ihr letztes Gespräch saß ihm noch in den Knochen. Stattdessen lächelte er den anderen Engel der Schar zu und fühlte bei Taímels Anblick eine gewisse Zufriedenheit, seine eigene Mähne wohlbehalten in einem festen Dutt zu wissen. Das erforderte weitaus weniger Pflege...

Er setzte sich langsam zu Illiniel, darauf achtend das er seinen Rücken mitsamt den locker gespreizten Schwingen zwischen sie und den anderen Engeln brachte und betrachtete sie nachdenklich. "Schwester, erlaubst du das ich dich kurz untersuche? Etwas abseits der anderen, wenn dir das lieber ist." Seine Stimme war leise und nur für sie hörbar gewesen... Abwartend ruhte sein Blick auf ihr.


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