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Genesis Secunda
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 Betreff des Beitrags: Das Achte Gebot - Quinto - Ultimum
BeitragVerfasst: 12.07.2005 - 11:00 
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'Chhh-Te-e-estin-BLIP'.


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BeitragVerfasst: 12.07.2005 - 13:10 
Snickers
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"Veroxiel?!" Iyashiel dotzte fast gegen Nomad, der gerade vor ihm stand.
"Was ist denn-... was hast du?" Nomad und die anderen drehten sich erschrocken zu dem Urieliten um.
"Ich äh.. ich weiß nicht. Das war .. das war die Seele der Schar, ich hab gerade was gehört..." stotterte Iyashiel zusammen. Die Anderen hatten sich schon daran gewöhnt. Iyashiel hatte die letzte Zeit schon einige Male etwas ähnliches gesagt.

Trotzdem blieben Alle stehen und das Licht einer Lampe leuchtete dem Urieliten auf die tätowierte Brust.
Iyashiel nestelte nervös an seiner Hose, die er trug, seitdem sein Kriegsrock nur noch ein besserer Lappen gewesen war.
"Das kann nicht der Michaelit sein..." meinte Nomad leise.
"Nur weil wir den nicht gesehen haben die ganze Zeit, muss das nicht heißen..." fiel jemand ein, aber Iyashiel knurrte ihn an "Jetz sei doch mal still, ich versuche was zu verstehen!"
Doch nichts tat sich mehr.

Gespannte Stille, nur durchbrochen von einem leisen Hüsteln oder Schniefen ab und an, trat ein, während die Gruppe angespannt wartete.
Keiner von ihnen war dumm genug nicht auf den Urieliten zu hören, immerhin waren seine Sinne weit besser, als die der Anderen.

Der eher bunt zusammengewürfelte Haufen aus meist jungen Leuten wartete noch fünf Minuten, ehe Iyashiel die Schultern zuckte.
"Irgendwas rauschte und.. ich hör immer noch nichts." Iyashiels Finger zitterten und hastig versteckte er sie wieder hinter seinem Rücken.
Sie zitterten oft in letzter Zeit.

Nomad hatte gesagt, das käme von dem Zeug, was ihm Atlas ins Essen getan hatte.
Seit Nomad heimlich das Essen ausgetauscht hatte, war Iyashiel zwar langsam wieder klar im Kopf geworden, aber das Zittern war immer noch da.
Vielleicht kam es auch davon, dass er seit - ewig ? - nicht mehr oben gewesen war.
Fliegen... das schien Monate her zu sein.. Jahre, dass er Wind unter den Flügel gehabt hatte.

Seit Nomad ihn da rausgeholt hatte, sehnte er sich wieder danach, davor war ihm alles so egal gewesen... die Zeit davor war sowieso seltsam und verschwommen.

"gehen wir weiter." drängte er. Sie mussten die Anderen finden. Matariel, Januel und Tanjarel waren immer noch in der Hand dieser Irren.
'Nur weil DU sie dahin gebracht hast!' erinnerte er sich selber und schluckte dann.
Sie würden ihn ewig dafür hassen.


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BeitragVerfasst: 12.07.2005 - 14:27 
Jenny
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Tanjariel wachte auf und fühlte sich, als habe sie ihr ganzes Dasein auf der Erde damit verbracht, jede Sekunde zu kämpfen. Sogar das Blut konnte sie von diesen Kämpfen riechen. Sie stand auf und ihr erster Griff ging zu ihrer Seite, wo ihr Schwert hängen musste. Dabei fühlte sie ein Stechen in ihrem Arm ... alles war so verschwommen ...

Sie ging torkelnd einen Schritt und es platschte unter ihren nackten Füßen. Es war glitschig und von dort kam auch der Blutgeruch. Sie stand im Blut und um sie herum lagen Leichen. Das rote, blinkende Licht, dass den dunklen Gang gespenstisch beleuchtete, war die einzige Lichtquelle.

Die Gabrielitin wusste noch, dass Veroxiel gesagt hatte, sie solle diesen Gang halten ... und sie hatte gekämpft ... nur gekämpft. Sie konnte ihre Geschwister nicht erkennen ... wo waren sie?

Gerade als sie geistig nach ihnen rufen wollte, ertönte ein Rauschen ... ein verzerrtes Wort in ihrem Kopf. Sie schloss die Augen, was war das?

"Veroxiel? ... Matariel? ... Januel?" Sie rief diese Namen in den Gang hinein ... irgendwo mussten sie doch bestimmt sein ...


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BeitragVerfasst: 12.07.2005 - 22:08 
Maruel
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Januel quiekte, fiel auf die Knie und versuchte unter den Stuhl zu krabbeln auf dem sie zuvor aus ihrer Kathedrale aufgewacht war. Sie war alleine im selben Raum mit Technik . Zumindest glaubte sie, dass der merkwürdige Kasten mit den Buchstaben das war... denn Technik... das hatte man ihr beigebracht... Technik blinkte. Und der Kasten blinkte auch. Mit weit aufgerissenen Augen starrte sie unter dem Stuhl hervor in den spärlich beleuchteten Raum... sollte sie fliehen? Sie warf der hässlichen orangenen Tür einen feindseeligen Blick zu. Vielleicht waren ja Ketzer dahinter... dann lief sie ihnen direkt in die Arme.
<* V..vveroxiel? H..hhallo. *>
wimmerte sie im Geiste. Die Falle war zugeschnappt. Und sie war alleine. Ganz alleine. Keine Tanjariel mit Schwert, Kein Veroxiel der den Ketzern Einhalt gebot... nicht einmal Matariel war da, dessen heilende Hände in ihrer Nähe zu wissen sie doch stehts beruhigt hatte, wenn sie ehrlich war.
<* Veroxiel ich hab komische Dinge gesehen... und ich glaube meine Kathedrale ist kaputt. *>
weinte die Ramielitin und dicke Tränen kullerten über die von schwarzen Balken gezeichneten Wangen des kleinen Engels. Jetzt war es passiert: Sie war völlig nutzlos!
Vorsichtig spähte sie in Richtung der Wand... nicht nutzlos sein! Nicht dilletantisch herumweinen! Handeln... Wenn da Ketzer waren, würde sie sie zur Not auch alle selbst töten! Alle!
Entschlossen krabbelte sie wieder unter dem Stuhl hervor, der ohnedies nur wie ein Schneckenhaus auf ihren gigantischen Schwingen gesessen hatte und zückte entschlossen ihren Dolch. Mit Schritten, die etwas fester waren als notwendig, stapfte sie durch den Raum und blieb neben der Tür stehen... eine Strähne ihres langen Haares hing ihr in die Stirn und für einen kurzen Augenblick fühlte sich irgendetwas daran komisch an.
"Für Gott und Jeremiel." wisperte sie und drückte die Klinke der Tür herunter.


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BeitragVerfasst: 13.07.2005 - 00:11 
Spell
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Eigentlich, so fand Matariel, waren Streiche eine verteufelt gute Erfindung.
Sie zu planen zum Beispiel vertrieb auf wundersame Weise jede noch so lästige Langeweile, außerdem liebte der Heiler das aufgeregte Kribbeln im Magen wenn man in seinem Versteck harrend darauf wartete, dass die Schabernackfalle zuschnappte, fast so sehr wie das anschließende Kichern über das Gelingen des Planes und die entgleisten Gesichtszüge desjenigen, der als Opfer hatte herhalten müssen.

Ob er diesen Streich aber witzig finden sollte, darüber musste der Raphaelit erst einmal nachdenken.

Matariel fror, und das kalte, blaue Licht, das surreale, gespenstische Schatten auf seinem nackten Körper warf, tat sein Übriges dazu, die feine Schicht aus Gänsehaut zwischen den Flügeln des Engels zu vervollständigen.
Vom kalten Beton aus, auf dem die blanken Füße auf und abtrippelten, fand die eisige Kälte ihren Weg durch die Venen des Engels in seinen gesamten, kindlichen Körper, vor den bläulichen Lippen verwandelte sich warmer Atem in Dampf, schlotternd zog der Heiler die wärmenden Federpakete so eng an den Körper, dass ein unangenehmes Ziehen Flügelarme und Schultermuskeln für einen Herzschlag lang verkrampfen ließ. Ein kalter Schauer, der mit unaufhaltsamer Grausamkeit über jeden Wirbel seines knochigen Rückens kroch, ließ den Raphaeliten zusammenzucken, als er zu dem Gestell aus Kranhaken und verwobenen Netzen emporblickte, dessen Ursprung sich irgendwo in der Dunkelheit verlor.
Vor wenigen Augenblicken hatte er noch in diesem Netz gehangen, mit herabbaumelten Beinen, die Hände durch Bandagen auf der leblosen Brust einer einbalsamierten Leiche gehalten, die auf dem sterilen Operationstisch gerade unterhalb der Seilwinden positioniert worden war.

An das, was der Heiler im Inneren des Toten gesehen hatte, wollte er lieber gar nicht denken.

Matariel stemmte die Fäuste in die Seiten und blickte sich um. Für einen Operationssaal war der Raum ganz schön groß, aber wer wusste schon, welche Ausmaße die Räumlichkeiten in dem Teil des Gratianopler Himmels hatten, die Matariel noch nicht kannte. Dass er sich in der Engelszitadelle der heilenden Hände befand, daran bestand für den Heiler kein Zweifel. Zum ersten lag da allerhand Operationsbesteck auf der Werkbank vor der Wand, die der Raphaelit aus seiner Heimat kannte, und mit denen gewiss auch niemand umgehen konnte, der nicht mindestens Novize im weißen Himmel war. Zum zweiten fiel Matariel niemand ein außer den Dienern des Sanftmütigen, die in der Lage waren einen menschlichen Leichnam, der seit wenigstens zwei Monaten mausetot war, vom Verwesen und Stinken abzuhalten.
Nach einigem genaueren Nachdenken kam der Heiler zu dem Schluss, dass abgesehen von einigen raphaelitischen Postulanten auch ganz gewiss niemand im Stande wäre, einen derart makkabren Streich zu spielen.
Matariels fröstelnde Lippen verzogen sich zu einem kleinen Lächeln mit Potential, irgendwann ein Kichern zu werden. Langsam aber sicher verwandelte sich der Ekel und der Schrecken über die ungewohnte Situation in die Vorfreude, herauszufinden, welcher Engel für all das hier verantwortlich war und sich in Form eines noch viel ausgetüftelteren Streiches zu revanchieren, den der andere für die gesamte Dauer seines Dienstes auf Erden nicht vergessen würde.

Vorher aber galt es, soviel war klar, herauszufinden, wie Matariel überhaupt hergekommen war, und wer in Raphaels Namen für all das verantwortlich war. Amatiel vielleicht? Nein, die mochte gar keine Streiche. Oder Januel? Ausgeschlossen, die hätte beim Anblick der Leiche gewiss spucken müssen.
Apropos Januel - wo war die überhaupt? Und wo steckten Veroxiel, Tanjariel und Iyashiel?
Denen konnte er doch jetzt alles zeigen im Himmel.

<*Matariel an Veroxiel, Matariel an Veroxiel. Melde gehörgangst, aufgewacht zu sein. Wo seid ihr denn?*>

Matariel kicherte, und der helle Laut wurde von den hohen Wänden zurückgeworfen.
Wie die Januel wohl gucken würde, wenn er sie durch den Himmel führte und vieeeel mehr wusste über die wunderbare Heimat des heilenden Erzengels als sie?


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BeitragVerfasst: 13.07.2005 - 13:43 
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Veroxiel antwortete keinem von ihnen.

Nomad nickte, und sah auf seinen Plan.
"Wir sind in der Halle ALICE." Er richtete den Strahl seiner Taschenlampe auf ein verrostetes Schild, das schief an einer der Betonwände hing und das die Worte "ALICE Cavern 2" schwer zu entziffern zeigte.
Vor ihnen ragte ein riesiger Betonsockel auf, auf dem ein noch monströseres Gebilde stand: Grob zylinderförmig, sicher so hoch wie vier ausgewachsene Männer, funkelte es bedrohlich, wenn der Lichstrahl darüber strich. im Zentrum, vorne und hinten an dem Liegenden Zylinder drang ein dünneres, aber immer noch sicher manndickes Metallrohr in das Gebilde ein, das war eines dieser Rohre, die Nomad "LHC" genannt hatte.
Sie duckten sich unter diesem Rohr hinweg und Nomad setzte sich am Rand der Halle an einen Schreibtisch.
"Ich muss überprüfen, wie es mit der Atemluft in der ATLAS-Halle aussieht."
Diese Halle war, laut Nomad ähnlich eingerichtet wie diese hier, nur dass Atlas, der nach diesem Ort benannt war, die schweren Stahlschotten geschlossen hatte, mit denen man die Hallen versiegeln konnte.
"Hier..." Ein rechteckiges Lichtfeld flammte an dem Gerät auf, das auf dem Tisch stand - und welches dem, das Januel bereits kannte nicht ganz unähnlich sah.
Kurze Zeit später rauschten Textzeilen und Zahlenkolumnen über die Bildfläche und Nomad nickte zufrieden.
"Es gibt dort genug Atemluft. Sehr gut. Ich hatte die Befürchtung, dass die Energieknappheit..."
Ein Blick Iyashiels ließ ihn innehalten.
"Ja, du hast recht, lass uns aufbrechen."
Mit diesen Worten klappte er das Gerät zusammen und stecke es in seine Tasche - ein leises Raunen ging durch die Männer und Frauen- das er aber mit einem kurzen Wink unterband.
Er hatte etwas gehört! War das eine Stimme gewesen die hier durch den Gang gehallt war? Aber sie war weg. Wenn Nomad sich nur nicht so gern reden hören würde!

Sie verließen die riesige Halle durch den LHC-Gang. Nomad hatte sich aus einer Schublade einen Plan mitgenommen, den er Iyashiel kurz zeigte.
"Wir sind hier" - er deutete auf die ALICE-Halle - "und wollen nach dort" der Finger strich zur ATLAS-Halle. "Wir werden sehen, was wir an den Türen erreichen. Anonsten versuchen wir es über den SPS-Ring von oben einzudringen."

Als sie weitergingen, bemerkte Iyashiel als erster den seltsamen Geruch, der hier in dem gespenstischen Gang hing. Der Geruch nach Blut. Irgendjemand hier hatte die Notbeleuchtung angeschalten, die den Gang in düsteres rötliches Licht tauchte.

Tanjariels spannte sich an. Sie hatte eben Geräusche gehört! Schritte, die durch den endlosen Gang hallten. Kamen sie auf sie zu? Schwer zu sagen.

*Wenn sie hier sind, lass keinen entkommen!* - erinnerte sie sich an Veroxiels Worte. Sie hatte keinen entkommen lassen! Sie hatte ihn nicht enttäuscht!


~~~

Januel stellte zu ihrem erstaunen fest, dass die Tür unverschlossen war. sie führte auf in eine größere Halle, in die der Raum in dem sie war, offenbar nur hineingestellt war. Ein riesiges Metallgerippe, grob zylinderförmig, und bestimmt zwölf Meter hoch baute sich vor ihr auf - aber es war zu dunkel um mehr zu sehen, die einzige Lichtquelle war immer noch das Ketzerding auf dem Tisch.


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BeitragVerfasst: 13.07.2005 - 17:39 
Snickers
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Iyashiel hatte sich an die Spitze gesetzt einfach weil er immer noch glaubte, dass er vorne hin gehörte, so wie es immer gewesen war.
Und der Rest wiedersprach nicht. Obwohl die Anderen oft genug gesagt hatten, dass er hier nicht DER Urielit sein musste, der immer vornewegsprang um die Dreckarbeit zu machen.
Iyashiel hatte Aleph angeschissen, dass er selber wusste wann er vorne sein wollte und sich fast mit dem Mann gestritten.

"Du brauchst dich nicht die ganze Zeit beweisen, Junge.." so hatte Aleph angefangen und war damit gleich ins nächste Fettnäpfchen getreten.
Iyashiel konnte sich irgendwie nur schwer an den kumpelhaften Umgang gewöhnen, den die Leute ihm statt der üblichen Verehrung entgegenbrachten.
Aber dass ihn jemand "Junge" nannte, passte ihm überhaupt nicht.

Immerhin bezogen sie ihn in alle Besprechungen ein.
Iyashiel blinzelte in die Dunkelheit, und erkannte eine Tür, weiter vorne,... im gleichen Augenblick in dem auch mehrere dieser Lampen nach vorne zeigten und das Schott beleuchteten.

Iyashiel beobachtete es, während sie vorsichtig darauf zugingen und lauschte sogar daran.
"Da ist jemand... glaube ich... aber nur einer... " raunte er. Die Tür ließ sich allerdings nicht vernünftig öffnen, trotz eines Hebels, den sie drücken konnten, und sie mussten zu viert versuchen sie aufzuschieben, ehe das Ding sich auch nur einen Zentimeter bewegte.

Ihr erster Blick ging hindurch, als sie nur einen Spalt offen war.
"Da ist... TANJARIEL?" Iyashiel konnte sich einfach nicht zurückhalten. Das Allsehende Auge hatte ihm in dem dunklen langen Gang eine Gestalt gezeigt. Und Wärme, dort wo Menschen keine Körperteile hatten - Flügel - und ein heißes Schwert.
Iyashiel zwängte sich durch die halboffene Tür und war schon auf halben Weg zu der Gabrielitin, als er fast in einer Lache ausrutschte.
Blut!

"TanjarIel?" japste der Urielit und stürmte einfach weiter... die Leichen am Boden bemerkte er zwar, aber er war so froh, dass Tanjariel noch lebte, dass er kaum nachdachte.


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BeitragVerfasst: 13.07.2005 - 18:03 
Jenny
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Tanjariel hatte Geräusche gehört und sich erneut in Position gestellt. Sie konnte sich an Veroxiels Worte erinnern ... und sie würde diesen Gang erneut verteidigen ... egal was da kommt.

Sie sah grimmig in die Dunkelheit. Das rote Leuchten ab und an stellte sie noch düsterer dar, als sie sowieso schon war. Die Gabrielitin hatte mit vielem gerechnet! Wirklich mit allem möglichem ... aber mit ... Iyashiel? Das war doch seine Stimme ... oder? Was machte er denn hier unten? Sie war verwirrt.

Ihre Stimme klang etwas rauh und düster. "Iyashiel? ... Was ... wieso bist du denn hier?" Aber es war gut, dass der Urielit hier war, er würde bestimmt helfen, diesen Gang zu verteidigen ... und sie brauchte eine Pause.

"Das ist gut, dass du da bist. Veroxiel hat dich bestimmt gerufen. Dann kannst du mir ja helfen ... ich bin ... ähm ... etwas erschöpft. Gut dass du mir hierbei hilfst."


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BeitragVerfasst: 13.07.2005 - 22:47 
Maruel
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Januel keuchte und wich wieder in den Raum zurück. Bei Jeremiel. Es musste doch eine Möglichkeit geben, wie sie von hier weg kam. Und warum überhaupt antwortete Veroxiel nicht? Ihr argwöhnischer Blick glitt zu der Ketzerei hinüber und das Herz schlug ihr vor Angst und nur mühevoll unterdrückter Panik bis zum Hals.
Sie musste es zerstören... Wenn sie dann gar nichts mehr sah, war es ihr immer noch lieber als wenn sie diese Teufelei sah. Und wenn sie starb... dann war der Herr stolz auf sie, dass sie die Werkzeuge des Bösen mit sich gerissen hatte.
Hektischer und flacher ging der Atem der kleinen Ramielitin als sie sich ängstlich über das blinkende Ding beugte und die merkwürdig angeordneten Buchstaben beäugte. Unwirklich und geisterhaft wirkte ihre Haut im fahlen Licht der Technik als sie entschlossen ihren Dolch hob, die zitternden Hände einen kurzen Moment in der Luft über ihrem Kopf verharren ließ. Einen winzigen Moment zögerte sie noch... sie hatte Angst alleine, Angst im Dunkeln... sie wollte nicht alleine sein... sie wollte noch nicht zurückkehren... doch wollte sie erst recht nicht der Sünde anheim fallen von blasphemischer Technik zu profitieren... selbst wenn das für sie im Moment ein wenig Sicherheit zu bedeuten schien... . Sehen...
Januel schluckte und machte sich auf jede nur denkbare Grausamkeit gefasst.
Dann rammte sie die Waffe so fest sie nur konnte in die Mitte der Buchstaben...


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BeitragVerfasst: 13.07.2005 - 23:34 
Spell
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"Ihr könnt jetzt rauskommen und mir meinen Rock geben." rief Matariel und blickte sich mit halb offenstehendem Mund und erwartungsvollen Augen nach beiden Richtungen um.

Niemand antwortete, ebensowenig wie auf die geistige Nachricht, die er Veroxiel hatte zukommen lassen.

Der Heiler kratzte sich am Ohr und rieb seine taube Fußsohle am Schienbein des anderen Beines. Veroxiel war bestimmt auf einem Ausflug mit den anderen, vielleicht mussten sie wieder lernen, wie man Diamantenflugformulierungen flog. Egal - er würde seiner Schar einfach später zeigen, was es im Himmel alles zu sehen gab, und die Zeit nutzen, um seinen kleinen Rachefeldzug gegen denjenigen zu planen, der für all das hier verantwortlich war.
Apropos - Wollte der nicht langsam mal sein Gesicht zeigen?

"Kommt schon raus. Ich brauch meinen Rooohock!"
Matariel blickte mit hochgezogenen Augenbrauen zu der grellen, orangefarbenen Türe. Wenn eine Soror oder ein Frater ihn nur mit einem Lendenschurz bekleidet durch den Himmel flitzen sähe würden die frommen Leute gewiss einen Herzinfarkt erleiden, und ob er in seinem jetzigen Zustand sowas behandeln konnte wusste der Raphaelit beim besten Willen nicht.

"Mann."

Fröstelnd rieb der Engel seine Hände aneinander und stakte auf den Fußballen über den kalten Beton zu dem improvisierten Tisch, nicht, ohne sich noch einmal über die Daunenfedern umzusehen, ob der Urheber des Streiches nicht doch aus seinem Versteck herauskommen würde.
Bei der Werkbank angekommen, auf die eine Glasplatte gelegt worden war, die wiederum mit allerhand einladend und interessant aussehendem Besteck vollgestellt war, stießen die Zehen des Raphaeliten gegen einen Korb, der knisternd nachgab als der kleine Fuß dagegentrat.

Unentschlossen, was er nun zuerst obduzieren sollte, blickte der Heiler zwischen einigen höchst interessanten Karaffen und Glaskolben mit schillernden Flüssigkeiten und seinen Füßen hin und her, entschied sich dann aber, zuerst den Korb unter die Lupe zu nehmen.

Von der Kälte waren die Muskeln und Knochen des kindlichen Sendboten etwas träge geworden, und so ächzte der Raphaelit auf, als er in die Hocke ging und seinen Kopf neugierig unter die massive Holzplatte der Werkbank streckte. Seidig fiel das schneeweiße Haar in die Sicht des Engels und verdeckte die verschiedenfarbigen Augen genau solange, wie das Hirn des Heilers brauchte, um die Veränderung wahrzunehmen.
"Was zum..."
Ein lautes "Tock" wurde von den hohen Wänden wiedergeworfen, als Matariels Kopf vor lauter Schrecken gegen die Werkbank dotzte, klappernd bewegten sich Skalpelle, Klammern und Gläser auf dem vibrierenden Glas.

Matariel ließ sich auf seinen Hintern zurückplumpsen.
Die Kälte des Betons war ihm egal geworden, da sein Magen, der sich drehte wie die Welt eines betrunkenen Matrosen, ohnehin von Hitzewallungen heimgesucht wurde.
In zitternden, blauschwarz tätowierten Fingern hielt der Engel eine weiche Strähne seines Haares dicht vor das Gesicht, die er mit blankem Entsetzen in den schreckgeweiteten Augen anstierte.

"Schnee-weiß" kam es leise über die bebenden Lippen des Heilers.

"Wieso habt ihr das gemacht?"

Die erregte Kinderstimme wurde hoch über den weißen Schopf des Engels getragen, hallte laut in seinen Ohren wieder, blieb aber wieder ohne Antwort.


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BeitragVerfasst: 14.07.2005 - 01:11 
Technischer Admin
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Es knackte und die Bildfläche erlosch.
Dann plötzlich hörte sie eine Stimme. War das Matariel?
"...ich brauch meinen Rooohock!"
Angstrengt lauschte sie in die Dunkelheit.
"Wieso habt ihr das gemacht?" quiekte es hinterher. Das war definitv Matariel. Aber von wo? Die Stimme echote unwirklich drei, vier mal durch die gespenstischen Halle.


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BeitragVerfasst: 14.07.2005 - 09:50 
Maruel
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Wohnort: Dieburg (Hessen)
"Matariel?"
Januel drehte in der Dunkelheit den Kopf, starrte mit weit aufgerissenen Augen in die Schwärze.
"Matariel?"
Wiederholte sie nochmals leise und zog langsam den Dolch aus der Ketzerei. Ihr Pulsschlag raste in ihren Ohren. Sie hatte Technik getötet! Ganz alleine...!
In einem einzigen Schwall überkam sie ein Gefühl des Stolzes und der Erleichterung.
Der Heiler lebte und offenbar schien er keine größeren Sorgen als seinen .... seinen Rock zu haben?
Blind tastete sich die Ramielitin- den Dolch noch immer im Anschlag wieder zur Tür zurück und drückte sie auf.
"Matariel?"
rief sie etwas lauter.
"Matariel wo bist du?... Ich kann nichts sehn... hast du eine Kerze?"
was für eine bescheuerte Frage war das denn eigentlich? Wo sollte denn der Heiler bitteschön eine Kerze herhaben? Mit unsicheren Schritten und weit nach vorne ausgestreckten Armen tastete sie sich ein wenig nach vorne während sie im Halbbewusstsein in ihrer Kathedrale nach Informationen über blinde Menschen suchte... Blinde hatten einen Stock... na klasse... wo sollte sie denn jetzt bitte einen Stock herbekommen? Der Stuhl... immerhin etwas. Sie tastete sich wieder in den Raum zurück, packte das Möbel an der Lehne und schob es auf den beiden Hinterbeinen ziemlich geräuschvoll vor sich her. So fiel sie wenigstens in kein Loch, das plötzlich vor ihr am Boden war... und so traute sie sich auch weiter in den Raum hinein: im Geiste ihre Schritte zählend und nach Matariels Antwort lauschend.


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BeitragVerfasst: 15.07.2005 - 11:32 
Snickers
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Beiträge: 515
Iyashiel schloss Tanjarel in die Arme wie eine lang vermisste Freundin - in seinem Fall war das auch so.
"Tanjarel... oh Gott.. warst du das alles? Oh.. GOTT!" mit den Worten ließ er sie wieder los.
Die Gabrielitin hatte ein wahres Blutbad angerichtet. Die Leute hatten keine Chanche gehabt, gegen sie. Nicht hier, wo Platz war um das Flammenschwert zu benutzen.
Nomad würde ziemlich sicher entsetzt sein.

"Tanjarel, ich.. ich hab Leute gefunden die uns helfen. Die sind gleich da... ich, ich weiß nicht wo Veroxiel ist. Und.. und hast du die Anderen gesehen?" haspelte er aufgeregt herunter.


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