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Genesis Secunda
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BeitragVerfasst: 03.07.2003 - 19:31 
Isael
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Osariels Finger klammerten sich wie Klauen um den Sockel auf dem er saß, als Rakariel sprach. Seine Augen verengten sich zu Schlitzen, aus denen nur noch ein blasses Blau dem Raphaeliten entgegenfunkelte.

Nach einem tiefen Atemzug begann Osariel zu sprechen.
"Werter Bruder, wie dir vielleicht entgangen ist, war ich im Gespräch mit Akibel. Ich wäre dir sehr ergeben, wenn ich dieses auch mit ihr zu Ende führen könnte."
Ohne weiteres Zutun richtete er seinen Blick wieder zu Akibel, woraufhin sich seine Gesichtszüge sichtlich entspannten.


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BeitragVerfasst: 03.07.2003 - 20:07 
Minx
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Leicht verwundert bemerkte Samiel den Wutausbruch des Ramieliten doch er merkte langsam, dass Osariel es einfach nicht ausstehen konnte, wenn jemand unhöflich war.

Doch er persönlich wollte keine Rüstung, da sie ihn nur beim Fliegen behindern würde, so sagte er einfach nichts was für ihn ein eindeutiges "nein" war.

Immer mehr jedoch störte ihn diese Diskussion, so blickte er kurz auf und sagte mit leiser Stimme "Entschuldigung..aber ich hätte gerne Ruhe wenn es nicht stört" und sah dabei mit strengem Blick genau auf Rakariel.

Dabei war es ihm egal was für Konsequenzen es vielleicht haben würde, so mit einem älteren Engel zu sprechen.

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BeitragVerfasst: 03.07.2003 - 20:47 
Tarbas
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Als Akibel auf ihre Rüstung hingewiesen hatte, hätte Kuriel gern etwas gesagt, aber der Rest der Schar war scheinbar einfach zu mitteilungsbedürftig. So beobachtet der Todesengel einfach nur, wie die ihm noch fremden Engel versuchten einen Streit mit Rakariel anzufangen. Er war gespannt auf die Reaktion des Raphaeliten, da er wusste, wozu dieser fähig war.

Eigentlich hatte die Szene etwas Amüsantes. Ein Engel, der sich wie ein kleines Mädchen betont die Haare kämmte und dann auch noch eine dieser extra für Engel hergestellten Rüstungen trug. Neben ihr Osariel. Der redete genau so unverständliches Zeug wie jeder andere Ramieliet den er kannte. Nun ja, fasst jeder….
Im Gegensatz dazu der der andere Gabrielit, der seinen Mund gar nicht erst auf bekam. Ob das nun in der Redseligkeit der Schar begründet lag oder an seiner Schüchternheit konnte und wollte Kuriel nicht beurteilen. Dann noch der Urielit, den die Frage von Rakariel sichtlich verunsichert hatte und der seine Flucht in der Meditation zu suchen schien.

Doch der Todesengel war gewiss nicht den weiten Weg geflogen um sich zu amüsieren.

„Ich werde keine Rüstung tragen und ich rate auch keinem anderen dies zu tun. Traumsaat ist stärker als jede Rüstung.“ sagte der hochgewachsene Gabrielit, dessen linke Schulter eine schwer zu übersehende Narbe zierte, in Richtung der Michaelitin. „Du scheinst noch nicht sonderlich viele Kämpfe gegen Traumsaat bestritten zu haben, sonst wüsstest Du, dass für einen Nicht-Gabrieliten die größte Chance in der Wendigkeit liegt.“ Die kalten Augen des Todesengels richteten sich in die Runde. „Aber zumindest scheint Ihr das Verstanden zu haben.“ Die Stimme Kuriels war bar jeglicher Emotion und so hörte es sich an, als ob er von einer Tatsache berichtete, die jedem bekannt sein müsste. „Wann brechen wir auf?“


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BeitragVerfasst: 03.07.2003 - 21:39 
Snickers
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Wie um Kuriels Worte zu untermalen klopfte es in dem Augenblick energisch an die Tür.

Die Frau, eine jüngere Begine, die davorstand, wartete allerdings, bis man sie hereinbat, denn sie wollte das Gespräch, das dort offensichtlich stattfand nicht hereinplatzend stören indem sie einfach die Tür öffnete.
Klang das wie Streit, oder führten die Engel nur eine Diskussion?


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BeitragVerfasst: 03.07.2003 - 22:01 
Verena
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Akibel nahm den Kamm herunter und hörte die Diskussion ihrer Geschwister mit an. Es war ein kleiner Streit. Was war gut an einem Streit? Sie verloren die Scheu voreinander. Sie lernten sich kennen. Sie scheuten sich nicht mehr, voneinander und miteinander zu sprechen. Das war ein Anfang. Wahrlich nicht der beste. Aber ein Anfang. Sie beschloss, zuerst auf die zuletzt gestellte Frage zu antworten. Auf Kuriels.

"Was du sagst, ist wahr." Begann Akibel. Sie sah Kuriel ohne Furcht oder Scham entgegen.

"Ich habe gewiss noch nicht so viele Kämpfe gegen die Traumsaat bestritten wie du. Wahrscheinlich auch nicht so viele wie Rakariel. Und es ist auch wahr, dass für einen Engel, der nicht dem Schwarzen Orden angehört, die größte Chance in seiner Wendigkeit liegt. Aber vielleicht weiß eines meiner neuen Geschwister - denn ich weiß es noch nicht, ich habe sie noch in keine einzige Schlacht geführt - selbst, dass es eben nicht wendig ist. Und ich will es nicht deswegen zum Tode verurteilen. Es soll die Gelegenheit haben, sich für eine Rüstung zu entscheiden. Wie ich mich für eine Rüstung entschieden habe.

"Ich weiß nur, dass ich einmal von einem Traumsaatwesen angegriffen wurde, das mich niederwarf und versuchte, mir das Herz aus dem Leib zu fressen. Mit einem Maul voller scharfer, schabender Zähne. Riwasel - das war der Name des Raphaeliten, der mir damals beistand - schaffte es, mich zu retten. Aber vielleicht... vielleicht hätte mir eine Rüstung die drei Stunden voller Schmerz und das Entsetzen, das ich empfand, als ich die Spuren der Traumsaat tief in meinem Körper sah, erspart. Vielleicht.

"Ich habe euch allen diese Möglichkeit vorgeschlagen, weil ich persönlich der Meinung bin, dass mir selbst eine Rüstung in Zukunft Leid ersparen wird. Dasselbe wünsche ich mir für euch. Vor allem für diejenigen unter euch, die nicht flink sind. Ihr sollt nicht in der ersten Schlacht, die ihr mit mir führt, dafür leiden müssen. Ich werde zusammen mit euch an eurer Flinkheit arbeiten, während ihr mit mir zusammen in Gottes Schöpfung unterwegs seid. Aber das braucht Zeit. Und diese Zeit hatten wir vielleicht noch nicht, wenn wir in unsere allererste Schlacht fliegen."

Sie wandte sich wieder ausschließlich an Kuriel. "Ich weiß nicht, wann wir aufbrechen werden. Ich weiß auch nicht, wozu. Ich ahne nur, dass uns jemand irgendwann hier, in dieser Cella, abholen wird. Falls du diese Frage gestellt hast, weil du etwas in deinem Heimathimmel tun möchtest, dann fühle dich nicht daran gehindert. Nur ich muss hierbleiben, wenn nötig auch alleine, um euch zu rufen, wenn ein Bote hier auftaucht. Das einzige, worum ich dann bitte, ist, dass ihr nach meinem Ruf umgehend hier erscheint. Damit wir gemeinsam gehen können."

Nun wandte sie sich an Osariel. Einen der drei anderen Streithähne.

"Osariel. Ich muss zugeben, dass ich nicht wusste, dass Gott die Ramieliten bekleidet mit einem Engelsgewand auf die Reise zur Erde schickt. Genauso wenig weißt wohl du, dass Gott uns Michaeliten..." sie senkte kurz beschämt, aber lächelnd den Blick "...völlig nackt auf die Erde schickt. Nackt und ohne Haare. Er spricht zu uns und sagt, dass wir genau so, nackt und ohne Haare, im Himmel an seiner Seite gesungen und gedient haben. Und dass er uns Haare und Kleidung geben wird, um unsere Schönheit vor den Sterblichen zu verringern, damit wir sie nicht zu sehr verwirren und blenden mit der Herrlichkeit des Himmels.

"Vielleicht liegt es daran, dass ich wenig Scheu dabei empfinde, meinen Körper auch mit einer Rüstung zu bedecken. Denn es macht für mich wenig Unterschied, mit was ich mich bekleide. Ob es nur kleidet oder auch schützt. Ich weiß nicht, was Gott nach deiner Ankunft auf Erden zu dir gesagt hat. Deswegen befehle ich dir auch nicht - keinem von euch - , eine Rüstung zu tragen. Ich sage noch einmal: Ich wünsche mir nur, dass dir, und euch allen, so wenig Leid wie möglich geschieht.

"Und genau das hat sich auch Rakariel gewünscht. Weil er weiß, wie sehr wir deine Weisheit brauchen. Zwar hat er seinen Wunsch auf eine Art vorgebracht, die dir - was ich auch verstehen kann - missfallen hat. Auch weil er mir ins Wort gefallen ist. Was ich persönlich auch nicht allzusehr schätze."

Akibel sah Rakariel fest an, schmunzelte dann aber und zuckte die Schultern. Ein Zeichen dafür, dass der Raphaelit weder Strafe noch späteren Tadel von ihr zu erwarten hatte. Immerhin war es ja auch das allererste Mal. Dann sah sie wieder zu Osariel.

"Ich kann einen Ramieliten nicht von Dingen entbinden, die Gott zu ihm gesagt hat. Die Engel Jeremiels hören Gott in ihren Gedanken. In ihrem Geist. Ich nicht. Gott spricht nicht zu den Michaeliten. Unsere Gabe ist es, Gott in allen Dingen der Schöpfung zu sehen. Gott zu fühlen. Seine Gerechtigkeit zu spüren. Seine Wünsche zu spüren. Was Gott, der Herr zu Osariel gesagt hat, werde ich nicht in Frage stellen. Die Abmachungen, die er mit ihm getroffen hat, sind unantastbar. Ich respektiere deinen Wunsch, Osariel. Ich spüre nur, dass Gott, unser Herr, deine Sicherheit und dein Heil wünscht."

Letztendlich wandte sie sich an Samiel.

"Samiel, ich muss sagen, dass ich deiner Bitte nicht nachkommen möchte, Stille in dieser Cella einkehren zu lassen. Selbstverständlich kann ich verstehen, dass du dir nach einem langen Flug Ruhe wünschst. Aber die Worte, die ich jetzt, in diesem Moment mit euch wechsle, und die Worte, die ihr miteinander wechselt, sind wichtig. Wenn die ersten Minuten einer Schar, die sich gerade zusammenfindet, von Schweigen geprägt sind, ist das kein gutes Zeichen.

"Aber eben weil ich deinen Wunsch respektiere, mache ich dir denselben Vorschlag wie Kuriel. Es steht dir frei, zu gehen, wohin du beliebst. Wir haben gerade keinen Auftrag. Wir warten nur. Geh und fliege, wenn du dort, in der Luft, im Gesang des Windes, die Ruhe findest die du suchst. Oder in der herrlichen Basilica dieses Himmels.

"Ich warne dich nur vor. Ich werde jetzt nicht ruhig sein. Ich möchte sehr gerne reden. Reden und Tee trinken."

Akibel lächelte, legte den Kamm weg - immerhin war sie inzwischen fertig - und nahm ihre Teeschale auf.

"Denn der Klang sanfter, vertrauter Stimmen ist die schönste Ruhe, die ich empfinden kann. Vielleicht meinst auch du diese Ruhe - Ruhe ohne grobe Worte. Aber wenn nicht, dann fliege, wenn du möchtest. Ich bin kein Urielit. Ich verstehe den Gesang des Windes nicht."

Akibel verengte für einen kurzen Moment ihre Augen. Sie fühlte sich in Samiels Geist. Ihre Stimme erklang in seinem Geist, weich und irgendwie vertraut:

"Ich bin die letzte, die dich wegen meiner Unwissenheit hier festhalten würde."

Dann klopfte es plötzlich an der Tür. Akibel stellte die Teeschale wieder ab.

"Ich glaube, das ist für uns. Es ist soweit", summte es im Geist der Schar.

"Komm herein", rief Akibel in Richtung Tür. Gleichzeitig stand sie auf und strich ihren Kriegsrock glatt. Sie bot ein perfektes Bild michaelitischer Schönheit. Nun auch, was ihre Haare anging.


Zuletzt geändert von Akibel am 04.07.2003 - 11:12, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 04.07.2003 - 09:00 
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Die Tür öffnete sich vorsichtig und die junge Frau, fast noch ein Mädchen, sah schüchtern herein.
Ihr war nicht entgangen, dass die Engel offenbar wichtige Gespräche führten und sie zu stören war ihr unangenehm. Vor allem dass der Urielit seine Ruhe haben wollte, wumrte sie sehr. Sie sah mit klaren, aber leicht niedergeschlagenen Augen in die Cella.

"Es... tut mir sehr leid, euch zu stören, auch weil ihr zum Teil bereits weite Reisen hinter euch habt. Es sei Euch überlassen, ob ihr alle gemeinsam, oder nur eure Michaelitin den Auftrag entgegen nimmt, doch bitte ich, darum, dass ihr, oder nur du Akibel mich begleitet. Es wird nicht lange dauern."


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BeitragVerfasst: 04.07.2003 - 11:08 
Verena
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Akibel lächelte mild.

"Das geht schon in Ordnung. Wir werden alle mitkommen."

Die Engel hatten sich gerade untereinander gestritten. Sie wollte nicht riskieren, dass diese Gespräche in ihrer Abwesenheit weitergeführt wurden, ohne dass sie schlichtend und kontrollierend eingreifen konnte.

Gemeinsam mit den anderen trat sie auf den Gang hinaus und überließ dem Mädchen die Führung.

"Samiel", klang es in den Gedanken des Urieliten. "Falls du tatsächlich erschöpft sein solltest, sage es mir bitte. Ich werde dann versuchen, einen kleinen Aufschub zu bekommen, falls derjenige, mit dem wir jetzt sprechen werden, uns umgehend losschicken möchte. Dann könntest du noch eine Weile meditieren."


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BeitragVerfasst: 04.07.2003 - 12:04 
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Die Begine ging recht flotten Schrittes vorneweg und wirkte ganz froh, die Engel nicht erzürnt zu haben. Die Michaelitin war wirklich nett gewesen.
Hoffentlich waren die anderen Boten Gottes nicht allzuser verstimmt!

Die Begine wählte den schnellstmöglichen Weg durch einige düster wirkende Gänge zum Zimmer der Em.
Diese machte einen recht überarbeiteten Eindruck, straffte sich aber sofort, als sie die Engel erblickte und stand auch auf.
Obwohl sie nicht viel Zeit verlieren wollte, grüßte sie die Engel mit aller gebotenen Höflichkeit und hieß sie nähertreten.
Es gab keine Sitzgelegenheiten.

Sobald alle sechs Engel vorgetreten waren, begann sie zu sprechen.
"Ihr werdet umgehend zur Klause von Rockenbach aufbrechen. Diese liegt noch innerhalb der Mauern", womit sie wohl die Stadtmauern meinte ".., so dass ihr ohne Probleme noch heute dort sein könnt. Ab Theodor von Rockenbach wird Euch Euren weiteren Auftrag näher erläutern. In Rockenbach habt Ihr die Gelegenheit Euch auszuruhen, falls dies nötig sein sollte. Die Wichtigkeit der Mission möchte ich hiermit noch einmal betonen, auch wenn Ihr Eure Instruktionen von Ihm erhalten werdet.", sprach die Frau. Es klang ganz so, als würde sie keinen Widerspruch dulden.


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BeitragVerfasst: 04.07.2003 - 12:45 
Verena
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"Wir sind die Engel des Herrn. Wir hören und gehorchen, Em Susat, Stimme des Erzengels Gabriel."

Das war alles, was die Michaelitin in den Gemächern Susats von sich gegeben hatte.

Akibel war ernsthaft verblüfft. Zwar war ihre Miene vor Em Susat ernst und konzentriert gewesen, doch schon auf dem Hinweg hatte man Verwunderung in ihrem Gesicht aufsteigen sehen. Je näher sie den Gemächern der Stimme Gabriels kamen, desto größer war die Verwunderung geworden.

Nun, auf dem Rückweg, wurden sie nicht mehr von dem Mädchen begleitet. Immerhin wurde von ihnen erwartet, dass sie sofort nach Rockenbach aufbrachen. Und die Wege zu den Flugplattformen waren allgemein bekannt.

Akibel hatte die Stirn in Falten gelegt, während sie ihre Schar durch die Gänge des Himmels führte, weiter von Susats Gemächern fort und die Treppen hinauf. Sie waren so nah an der Spitze des Himmels, dass sie die Hauptplattform benutzen würden.

Hm. Ein Auftrag direkt von Susat. Wir haben tatsächlich einen Auftrag aus IHREM Munde empfangen! Es muss unglaublich wichtig sein...

Und genau das gefiel Akibel überhaupt nicht. Wenn sie den Auftrag erfolgreich zuende brachten - denn nichts anderes hatte Akibel vor - würden die Optimi davon erfahren. Und sie würden nicht ruhen, bis sie sie gefunden hatten. Es würde noch schlimmer sein als jetzt schon. Aber vielleicht... vielleicht handelte es sich um einen geheimen Auftrag. Darauf hoffte Akibel. Geheime Aufträge wurden nicht aufgebauscht. Und die Namen der Engel, die ihn ausgeführt hatten, wurden nicht bekannt.

Akibels Blick war nachdenklich und gesenkt, als sie wieder zu ihrer Schar sprach.

"Ich glaube ihr wisst alle, was das gerade zu bedeuten hatte. Das, was uns in Rockenbach aufgetragen werden wird, ist von hoher Wichtigkeit. Es ist so wichtig, dass die Stimme eines Erzengels zu uns gesprochen hat."

Sie schwieg eine Weile. Dann hob sie den Kopf und drehte sich zu ihren Geschwistern um. Ein nachdenkliches Lächeln lag auf ihren Zügen.

"Ihr dürft sehr, sehr stolz auf euch sein. Es gibt jemanden, der eure Fähigkeiten kennt und sie sehr schätzt. Gabriel. Oder vielleicht sogar Gott selbst.

"Ich freue mich, mit Engeln zusammenarbeiten zu dürfen, die der Aufmerksamkeit Em Susats würdig sind."

Sie traten auf die größte Flugplattform des geschwärzten Himmels von Nürnberg hinaus. Der Wind erfasste Akibels Haare und Schwingen und trug ihre Stimme deutlich zu den hinter ihr laufenden Engeln.

"Lasst uns fliegen."

Sie blieb stehen und ließ Samiel an sich vorbei.

"Samiel, ich habe nicht damit gerechnet, dass Em Susat höchstpersönlich empfängt. Ich hätte fürchten müssen, einen Erzengel zu erzürnen, wenn ich um Aufschub gebeten hätte. Doch bis Rockenbach dürfte es nur ein Katzensprung sein. Bitte führe uns." Es gab eine kleine Pause. Akibel lächelte verschmitzt. "Noch innerhalb der Stadtmauern... hey, wahrscheinlich werden wir kein einziges Mal mit den Flügeln schlagen müssen!"

Akibel nahm hinter Samiel Aufstellung. Die Reiseformation hatte jeder der Engel in seiner Ausbildung gelernt. Sie musste überhaupt nichts sagen.


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BeitragVerfasst: 04.07.2003 - 20:18 
Minx
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Als Akibels sanfte Stimme in Samiels Kopf erklang, fühlte er sich seltsam aber dennoch war es nicht unangenehm eher das Gegenteil...

Doch er antwortete nicht da er sich in seiner Privatsphäre verletzt fühlte durch den "Einbruch" von Akibel in seinen Geist und sah sie in der Cella etwas verwirrt und entgeistert an.

Er wusste nicht wie er reagieren sollte, obwohl er das schon von seiner letzten Schar kannte, doch damals hatte er es fast als verletzend empfunden, als Iriel sein früherer Michaelit in seinen Geist eingedrungen war.

Doch jetzt merkte Samiel, daß es ihm bei Akibel fast nichts ausmachte und fühlte wie ihn Schuldgefühle plagten wegen seiner Unhöflichkeit, aber als Akibel wieder Kontakt zu ihm aufnahm nachdem sie ihren Auftrag erhalten hatten freute er sich fast als Akibel zu ihm sprach, was er mit leichten Entsetzen feststellte.

"Akibel...es tut mir leid, daß ich vorher nicht..geantwortet hatte...doch es ist für mich noch recht seltsam, tut mir leid. Danke trotzdem für deine Bemühungen obwohl ich in der Cella nur meinte, daß sie sich bitte nicht streiten sollten." Bei diesen Gedanken sah er Akibel mit einem entschuldigenden Gesicht an, welches sich aber sofort wieder härtete.

"Ich weiss jetzt was ich zu tun habe!" und mit diesen Worten erhob er sich mit zwei mächtigen Flügelschlägen gen Himmel.

Die kühle Luft glitt seinen schlanken Körper entlang, sein Engelsgewand wehte unter ihm und zum ersten Mal war Samiel wirklich glücklich. Das hier war seine Bestimmung, er war das Auge Gottes, er führte die Schar an den Platz ihrer Bestimmung und diese Aufgabe erfüllte ihn mit Stolz unf Freude.

Er spürte die Muskeln seiner Flügel arbeiten, hier in der Luft war er tatsächlich ein Engel, fliegend, strahlend und, wie er mit Erstaunen bemerkte, lachend.
Tränen rannten seine Wangen herab, als er, immer schneller, Schlag für Schlag dem bewölkten Himmel entgegen stieg.

Er würde seine Schar nicht enttäuschen. Niemals...

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BeitragVerfasst: 04.07.2003 - 22:59 
Verena
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"Alles ist gut, Samiel. Zeige uns, was du kannst." Diese Worte hatte Akibel dem startenden Urieliten hinterhergeschickt, bevor auch sie Anlauf genommen hatte und ihm in den Himmel über Nürnberg gefolgt war.

Es war doch weiter, als Akibel gedacht hatte. Rockenbach lag am anderen Ende Nürnbergs. Und Nürnberg war gewaltiger als alles, was die Michaelitin bisher gesehen hatte.

Sie flogen eine ganze Stunde lang. Und das Meer aus ärmlichen Häusern, Hütten und Straßen unter ihnen nahm kein Ende. Es war schier unglaublich.

Samiel hielt die Schar so lang wie möglich oberhalb der dunkelgrauen Wolkendecke. Doch als sie letztendlich doch herabsinken mussten, traf sie wieder der strömende Regen.

Es dauerte jedoch nicht lange, bis ein Kloster innerhalb des Häusermeers Nürnbergs in Sicht kam. Und tatsächlich hatte Nürnberg doch ein Ende - von hier aus konnte man sogar schon die Stadtmauer sehen.

Als Samiel darauf zuhielt und langsamer wurde, um die Michaelitin wieder vor zu lassen, wie er es in seiner Ausbildung gelernt hatte, wusste Akibel, dass sie ihr Ziel erreicht hatten. Kuriel und Niriel - vielleicht auch Samiel - wussten, dass sie in der Altstadt landeten.

Es gab keine Flugplattform in Rockenbach. Sie mussten die vor dem Kloster liegende und wohl auf Kosten einiger Hütten extra verbreiterte Straße zur Landung nutzen. Akibel setzte auf und rannte noch einige Schritte aus, bevor sie ihre Schwingen halb zusammenfaltete und nach oben streckte. Sie schützte sich ein wenig vor dem prasselnden Regen, indem sie ihre Flügel leicht geöffnet um sich legte.

Sie sah dem Eingang des Klosters entgegen. Im Inneren brannten einige Lampen. Die Zeichen am Tor verrieten Akibel, dass es sich um ein Ramielis-Kloster handelte. Sie horchte hinter sich und wartete, bis sie all ihre Geschwister auf der Straße aufkommen hörte. Dann ging sie gemessenen Schrittes auf die schmale, aber dennoch hohe Tür des Klosters Rockenbach zu.

Akibel klopfte zwei Mal fest an das schwere Holz und trat dann wieder zwei Schritte zurück. Ihre Schar hinter sich wissend, wartete sie auf Einlass.


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BeitragVerfasst: 05.07.2003 - 01:29 
Screw
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Der Templer der auf der auf der Treppe gegenüber des Portals seine Wachposition hatte, bewegte sich mit weiten und groben Schritten zur Tür. Ein zweites Anklopfen war an diesem Kloster vollkommen unmöglich. Das doppelt geflügelte Portal öffnete sich. Langsam verbreitete sich der Lichtspalt der Holzplatte, bis die Augen eines jungen Templers erschienen, die die Schar schnell musterten.
Beinahe synchron Schwang der zweite Flügel mit dem Ersten auf, um den Engeln angemessen Platz zum Betreten des Klosters zu ermöglichen. Der Templer blieb in der Mitte des Portals stehen, schlug seine rechte Faust auf seine linke ungepanzerte Brust, denn Templer trugen in sicherem Gebiet, vor allem nicht in ihren Klöstern, Rüstung.
Der Templer verbeugte sich höflich. Dadurch konnte man sein Hasta sehen, die aussergewöhnlicher Weise eine Parierstange aufwies und Alter ausstrahlte. Der Templer drehte schnell auf dem Absatz und brüllte eine lauten und deutlichen Befehl, der wohl in dem gesamten Kloster Gehör gefunden haben musste. Dann drehte er sich erneut herum und sprach zur Schar:

"Boten des Herrn! folgt mir bitte zum Ab, er erwartet euch schon!"

Wie die meisten Templer die schon gegen die Traumsaat gekämpft hatten, hatte dieser Templer trotz seiner Jugend, die man auf etwa 18 Sommer schätzen konnte, viel gesehen, was sich die Engel vorstellen konnte, wenn sie ihre Erlebnisse als Vergleich heran zogen. Doch handelte es sich bei Templern um Menschen die für den Herrn starben und unerschütterlich daran glaubten nach ihrem Tod als Engel zurück auf die Erde gesandt zu werden. Der Templer drehte ihnen wieder den Rücken zu, und durchquerte die kleine Halle, von der eine breite Holztreppe in die oberen Stockwerke führten.

Von unten her, wahrscheinlich aus der Küche, schall plötzlich das fröhliche Klimpern und Klappern von zerbrechlichen Porzellan.

Oben, auf einem anderen Saal, der auf der Einganshalle war, vernahm man das Trippeln von flinken Füßen, die an bestimmte Stellen zukommen versuchten. An das Ende der Treppe, stellten sich zwei junge Begienen. Eine in der Trachte des gabrielitischen Ordens, und eine andere im Ordensgewand einer Ramielitin. Verwunderlich war jedoch eigentlich nur dass sie das vollkommen gleiche Gesicht hatten. Gegenüber der Treppe befand sich ein weiteres Flügelportal. Baugleich mit dem am Eingang.

Dieses wurde gerade geöffnet. Dahinter erschien eine Frau, eine Gabrielis Templerin mit flammendem, rotem Haar, die schnellen Schrittes auf die Treppe zugehen wollte, jedoch aber als sie die Engel herannahen sah, sofort stehen blieb, genau dem anderen Templer gleich grüßte und dann allein neben dass Portal aus dem Weg trat. Hinter der geöffneten Türe befand sich wohl eine Art Empfangssaal, aus dem die ältere Stimme eine Mannes schallte der im Common wohl eine Art Predigt hielt. Der Templer ging schnurgerade an den Begienen und an der Templerin vorbei, die eigentlich eine weitaus höheren Rang bekleidete als dieser. Direkt nachdem der Templer im Raum war, schwenkte er nach links herum und verschwand auf der linken Seite des Portals.

Der Raum den die Engel nun betraten war größer als man erwartet hätte, wenn man diesen mit den Außenmaßen des Klosters in Relation setzte. Der Empfangssaal des Ab enthielt mehrere Tische, die in einer Art U angerichtet waren, wobei hinter dem Mittelstück die Fahne des Ramielitenordens prangte. Davor saß ein Mann mit ergrautem Haar, der auf ein Pergamnet hinab blickte. Seine Tracht wies auf eine Ramileitan Ab hin. Gerade flitzte aus einem Nebenzimmer ein Knabe heran, der dem Ab ein weiteres Pergament übergab. Der Knabe verließ auch gleich darauf den Raum.. Der Ab schien etwas zu lesen, was auf dem Pergamnt stand.

"Nun Bauer, wir haben nun auch das Verzeichniss von Bruder Rupert aus dem Archiv. Deine Lieferungen an uns sind in den letzten Monaten kotunuierlich gesunken." Der Ab sah auf, und starrte einen Reisbauern an, der vor dem Tisch des Abs stand, den der Blick eines gbrieliten Magisters nervös machte, der zur rechten des Ramieliten saß. Der Bauer gab ängstlich zurück:
"Ich kann euch nur abliefern was auf meinen Feldern wächst, die Not der Nürnberger ist schon wieder gewachsen, es sind kleine Kinder, die sich Wohl etwas zu essen ergaunern.
Ab, ich möchte keine Kinder anzeigen müssen!" Die Blicke des Ab und des Armatura schienen nicht besonders überzeugt, dennoch schwiegen sie, als sie sich der Engel bewusst wurden.

Der Bauer, hatte gespürt dass sich jemand hinter ihm befand. Vorsichtig drehte er sich herum und sah nur ein paar wenige Federn, und zuckte erschrocken zusammen.

Er schreckte herum und verkroch sich fast im Boden, als er den Platz für die Engel räumnte. Der Templer erhob sich, grüßte förmlich und wollte den Raum verlassen. Auf dem Weg nahm er den Reisbauern am Arm und führte ihn etwas barsch heraus. Der Ramieliten Templer schloss hinter sich und dem Gabrieiten Magister die Flügeltür und ihre Schritte entfernten sich.

Der Ab nickte Akibel freundlich zu, jedoch bleib er einfach sitzen.

"Engel des Herren, ich grüße euch! Verzeiht, dass ich nicht aufstehe, aber das Alter..." er lächelte freundlich.


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BeitragVerfasst: 05.07.2003 - 11:00 
Verena
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Akibel folgte dem Templer und dem Reisbauer mit ihren Augen, bis sie aus dem Zimmer verschwunden waren. Dann wandte sie ihre Aufmerksamkeit wieder dem Ab zu. Sie hob leicht die Arme, die Handflächen in Richtung des Abs abgewinkelt.

"Der Herr sei mit euch, Ab. Sitzt nur. Es macht uns nichts aus.

"Ich bin Akibel, Engel des Ordens der Michaeliten. Meine Schar und ich kommen aus dem Himmel von Nürnberg zu euch, um einen Auftrag zu empfangen."

Akibel selbst fand es nicht schlimm, dass der alte Ab sich nicht vorgestellt hatte. Vergesslichkeit - sie wusste, dass sie zu den Gebrechen alter Menschen gehörte. Sie hoffte nur, dass sie nicht Einzelheiten ihres Auftrags im Kopf des Abs von Rockenbach verschlungen hatte.


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