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Genesis Secunda
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BeitragVerfasst: 19.05.2004 - 17:53 
Verena
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Danke, Samiel, sagte Akibel zu dem Urieliten. Seine Erläuterungen waren für alle hörbar gewesen.

"Also gut. Es geht los.

"Samiel, ich möchte, dass du mit deinen Pfeilen die beiden Armbrustschützen erschießt, die direkt auf der Lichtung stehen. Das sollte schnell gehen, aber geh lieber auf Genauigkeit als auf Geschwindigkeit. Es ist wichtig, dass die beiden wirklich tot sind.

"Kuriel, töte bitte den Schützen, der auf dem Weg steht. Wappne dich angemessen.

"Rakariel und Lokeshiel, bitte stürzt auf das Haupthaus nieder. Werft eure Brandbomben; eine sollte die Tür in Brand setzen, die beiden anderen sollten bestenfalls durch die Fenster gehen. Tut das, sobald ihr den Armbrustschützen am Haus sterben seht.

"Osariel, bitte kreise über dem Platz und sage mir, wenn du die Schwachstelle des Hauses gefunden hast.

"Ich selbst werde das Gebäude auf der linken Seite mit meiner Bombe zerlegen."

"Los!"


Akibel beschleunigte.


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BeitragVerfasst: 20.05.2004 - 20:38 
Tarbas
Tarbas
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Der Befehl war eindeutig und auch genau das, was Kuriel erhofft hatte. Noch einmal schlugen die grau schimmernden Flügel des durchtrainierten Todesengels und dann stürzte er wie ein Habicht auf sein Opfer zu. Noch im Flug veränderte sich Kuriels Hautfarbe. Der blasse Teint wurde immer gräulicher. Gottgegebene Mächte waren am Werk.

Der Schütze hatte ihn nicht gesehen und schien ein leichtes Opfer zu sein. Wenige Meter hinter seinem Opfer wechselte Kuriel vom Sinkflug in ein schnelles Laufen und stürmte mit gezogenem Flammschwert auf den Schützen zu. Mit einem mächtigen Zischen entflammte er das Schwert und zog es seinem ahnungslosen Gegner aus vollem Lauf einmal über den gesamten Körper. Der Mann hatte nicht einmal die Chance zu schreien.

Kuriel wirbelte herum und hieb noch einmal mit dem mächtigen Flammschwert in den Körper, der nun vor ihm auf dem Boden lag. Von diesem Gegner ging keine Gefahr mehr aus.

Der Todesengel blickte in Richtung der Häuser um seine nächsten Gegner zu finden. Er war nun auf den Geschmack gekommen und hatte keine Lust abzuwarten. Langsam wich die graue Hautfärbung zurück. Kuriel begann sich auf eine seiner anderen Mächte zu konzentrieren und einen beträchtlichen Anteil seiner Energie dafür aufzuwenden.

Plötzlich jedoch traf ihn etwas. Verdutzt blickte Kuriel an sich herunter und entdeckte wie ein Bolzen in seiner Brust steckte, genau auf der Höhe seines Herzens. Der Todesengel taumelte zwei Schritte zurück und blickte ungläubig in die Richtung aus der der Bolzen gekommen sein musste. Tatsächlich konnte er zwischen den Bäumen einen weiteren Armbrustschützen entdecken. Samiel musste ihn übersehen haben. Der Schütze grinste Siegesgewiss und machte einen Schritt aus dem Dickicht, so dass Kuriel ihn nun in voller Montur sehen konnte. Der Mann begann in einem arroganten, wütenden Tonfall Kuriel zu verspotten: „Hallo Engel, mein Name ist Goras. Ich bin, wie Du merkst, der beste Schütze in unserer Gruppe. Ich verfehle nie mein Ziel und aufgrund meiner guten Reflexe erledige ich jeden Gegner früh genug, so dass er zumindest mir nichts antun kann. Die gerechte Strafe dafür, dass Du...“ Goras stockte. Irgendetwas stimmte nicht. Zu spät bemerkte der Schütze, dass der Todesengel scheinbar doch nicht tödlich getroffen war. Ohne große Anstrengungen zog Kuriel den Bolzen aus seiner Haut. „Zu früh...“ knurrte der hochgewachsene Gabrielit in Richtung seines nächsten Opfers und erwiderte das hämische Grinsen. Seine Haut war noch stabil genug gewesen um den Bolzen zu fangen.

Hektisch versuchte Goras seine Armbrust nachzuladen, doch Kuriel war bereits bei ihm und durchbohrte die Magengegend mit seinem Schwert, dass sich schmatzend und brutzelnd den Weg durch den Körper des Gegners bahnte.


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BeitragVerfasst: 25.05.2004 - 11:02 
Nathaniel
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Samiel sah, wie Kuriel in den Sinkflug ging um den Ketzer am Waldrand auszuschalten. Samiel würde nicht viel Zeit haben um sich um seine Ziele zu kümmern. Er zog einen Pfeil aus seinem Köcher, legte ihn auf die Sehne und begann zu Zielen.

Es sah so aus, als ob der Urielit fast reglos in der Luft hing. Das Schlagen seiner Flügel war die einzige Bewegung, die noch zu vernehmen war. Er verharrte einige Momente so in dieser Position, mit Pfeil und Bogen Richtung Boden zielend. Dann schoss der Pfeil los.

Die Hand des Urieliten glitt gleich danach wieder zum Köcher um einen weiteren Pfeil zu ziehen und anzulegen. Diesmal liess er sicht nicht mehr so viel Zeit. Er wusste, dass er treffen würde. Er konnte den Ketzer mit den Gaben Gottes so gut sehen, als wären er fast unmittelbar vor ihm.

Nun müssten sie in der Luft halbwegs sicher sein, wenn Kuriel sich noch um den anderen kümmert. Samiel zog einen neuen Pfeil, legte ihn auf die Sehne und leitete den Sinkflug ein. Er würden aufpassen, dass sich nicht jemand in den Wald verdrückte.

-----

Die beiden Schützen brachen kurz hintereinander von Pfeilen getroffen zusammen. Einige der Umstehenden liessen die Sachen fallen, die sie gerade noch mit sich rumgetragen hatten, und zogen ihre Schwerter.


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BeitragVerfasst: 25.05.2004 - 13:13 
Sadanoel
Sadanoel
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Er hatte schon im Herflug eine der Brandbomben aus seiner Tasche gezogen, fast gemächlich die Polsterung entfernt und wieder in den Beutel gestopft.

Daher war es ihm möglich, gleich, nachdem der zweite Pfeil Samiels getroffen hatte, sich regelrecht fallen zu lassen, die Schwingen eng an den Körper zu legen und der Luft kaum noch Widerstand zu leisten, die nun rauschend über den jungen Körper streifte und die Enden seiner Votivbänder flattern ließ. Einmal hatte ihm jemand gesagt, er wäre dem Rausch der Geschwindigkeit verfallen, dem Kribbeln des Windes um sich und der drohenden Gefahr, einfach auf dem Boden aufzuschlagen...

'Gabriel, sei mit mir in diesem Moment, lass mich dieses Werk vollbringen und gerechte Strafe säen - den Tod.'

Er genoss es tatsächlich, ließ seine ganze Konzentration an diesem Punkt dort unten zusammenlaufen, auf den er zustürzte, angestachelt durch die Gewissheit, Schwingen zu haben, um sich abbremsen zu können, doch diese erst im allerletzten Moment nutzen zu wollen - und durch den Hass auf diese Menschen, die aufgescheucht wie Ameisen, in deren Behaussung man herumgestochert hatte, entweder rannten oder sich kampfbereit machten. Die Zeit blieb für einen Moment stehen, fokusierte sich und schien einen Tunnel vor ihm zu bilden.

Und nur wenige Sekunden, nachdem der zweite Ketzer vollends zu Boden gefallen war, fand das kleine Wunder Gottes mit den läuternden Flammen Gabriels in sich wohnend ihr Ziel - die Eingangstür des Hauses, denn auch bei von Traumsaat verseuchten Höhlen verschloss man die Zugänge, wenn man nicht hinein wollte. Nahezu im selben Moment riss Lokeshiel mit einem Knall seine Schwingen auf und schoss nur knapp über dem Dachfirst mit lautem Rauschen wieder nach oben.


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BeitragVerfasst: 27.05.2004 - 17:02 
Oni
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Osariel in der Zwischenzeit richtete seine Augen fest auf das Gebäude und begann leise zu beten:

Herr ich bitte dich,
du weißt dass ich diese Macht nur so selten benutzt habe;
Bitte, gib mir die Kraft meine Aufgabe zu meistern;
Lass mich dir ein würdiger Sendbote sein und verleih meinen Augen das Können zu sehen was sie sehen müssen,
meinem Geist die Gabe zu verstehen was meine Augen sehen und meinem Verstand das Wissen all dies zu verstehen und gegen deine Widersacher anzuwenden!
Ich bitte dich Gott gib mir deine Kraft, Amen


Noch während er diese Worte zu Gott schickte, konnte er fühlen wie ein warmes leicht kribbelndes Gefühl in ihn eindrang und seinen Kopf vollkommen ausfüllte.
Er spürte wie Gottes Gabe in ihm erwachte und Samsons Haar sich wie ein leichter, durchsichtiger Schleier über seinen Blick legte, der unter ihm über das Haus schweifte.
Gerade als er nochmals über das Gebäude blickte wurde der Schleier von der göttlichen Macht zerrissen und er konnte das Haus klarer wahrnehmen als alles was seine Augen für gewöhnlich sahen:
Er konnte genau sehen wie simpel es gebaut war, denn das Holz und das Stroh schienen ihm förmlich bis in jede noch so kleine brennbare Faser bewusst, die einzigen beiden Ausgänge schienen wie die schreienden Münder derer die so leicht hinter ihnen gefangen werden konnten und selbst das Fundament das nur aus hölzernen Stelzen bestand auf denen das Haus stand, schien jeder Sicherheit die vielleicht ein Keller geboten hätte zu entbehren.

Kaum hatte er all dies auf solch eindrückliche Art erfahren schien sein Blick auch schon getrübt - nein halt, er schien wieder vollkommen normal wenn er hinunterblickte, nur dass er noch immer wusste wo dort unten die Schwachstellen waren. Noch immer kribbelte Gottes Kraft leicht an seinen Schläfen, doch die angenehme wärme hatte bereits seinen Kopf verlassen und lies nun Platz um seiner Michaelitin Bescheid zu geben.

"Akibel, das Haus hat nur die beiden Ausgänge, sie müßen also jetzt den Hinterausgang benutzen. Wenn wir es anzünden wird es unglaublich leicht Feuer fangen und sie haben keinen andere Möglichkeit als nach draußen zu flüchten,"
Leiser fügte er noch ein "soweit ich es sehen konnte." hinzu.

Hoffentlich hatte er alles richtig verstanden was Gott ihm gezeigt hatte.


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BeitragVerfasst: 28.05.2004 - 18:59 
Screw
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Wohnort: Schwabmünchen
Rakariel indes, flog von einer anderen Seite, als Loksichel, an und sah diesen nur hinter der Siluette des Hauses abtauchen und wieder auftauchen. Sicher hörte er dass dumpfe zischen mit dem die Flammen sich in unglaublicher geschwindigkeit ausgebreitet hatten, doch viel ihm die Türe auf der Rückseite auf, von der Osariel eben Akibel erzählt hatte. Akibel teilte solche dinge ja der Schar umgehend mit, wie sie es in Rockenbach angekündigt hatte.

Rakariel wählte sein neues Ziel und stürtzte auf die Türe zu, die sich gerade öffnete.

die Brandbombe presste er mit seinen Fingern in seinen Schoß, und betete, dass die Sünde die er abgenommen hatte, Gott nicht dazu bewegen würde ihn bei dieser Gelgenheti wieder nach Hause zu rufen, auch wenn es dass war was er immer wollte, so wollte er stolz und in Ehre durch die Leuterung heimkehren

Kurz bevor der Aufprall auf dass Haus unausweichlich schien, schleuderte er die Wurfwaffe in die Tür, in der gerade eine vermeintliche Ketzerin erschien, die mit panik in den Augen das weite suchen wollte. Doch als sie von der Waffe der Angelieten getroffen wurde, erklärte das Schicksal ihre Flucht für gescheitert. in wilden, hohen beinahe unmenschlichen Schreien wand sie sich in der brennden Flüssigkeit, die sie und den Boden vor und innerhalb der Tür benetzte und mit Flammen verzehrte.

Der Alte Engel hatte es gerade noch so geschafft abzudreh, bevor er aufgeschlagen währe. mit aller kraft trieb er seine Mächtigen schwingen an, ihn wieder in eine sichere Höhe zu tragen, in der er um ihr Ziel kreisen könnte, bis er die Jagd auf einen Ketzer eröffnen könnte.


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BeitragVerfasst: 02.06.2004 - 13:38 
Snickers
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Wie vom Donner gerührt standen die Ketzer da. Ihre erste reaktion war genau die Richtige.
Nur weg!
Die zwei, die beim Haus und bei der kleinen Scheune gewesen waren, nahmen die Beine in die Hand und hetzten auf den Wald zu.

Der andere Mann, der eben aus der Hütte im Westen des Gehöfts gekommen war, kehrte um und rannte zurück nach drinnen.

Vom Haus her konnte man Schreie hören, und einer verstummte sehr aprupt. Der Ketzer der in der Nähe der Tür gestanden hatte, war von Lokeshiels Brandbombe überrascht worden und lag nun brüllend am Boden, der bereits selbst brannte.
Sicher würde der Mann nicht mehr lange leiden.

Die anderen zwei Männer im Haus, versuchten noch zum Hinterausgang zu kommen, doch dort loderten bereits die Flammen auf, als sie dort ankamen. Die Ketzerin, die hinten das Haus hatte verlassen wollen, war bereits draußen vor der Tür, lichterloh brennend in den Dreck gefallen.

Die Tiere auf der Weide schrieen verängstigt.
Und Samiel bemerkte, dass eines der Fenster auf der Nordseite des Hauses geöffnet wurde. Offenbar versuchten die zwei Männer dort hinaus ins Freie zu gelangen.


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BeitragVerfasst: 05.06.2004 - 11:15 
Sadanoel
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Kräftige, laut rauschende Flügelschläge zogen Lokeshiel gerade noch so wieder in den Himmel hinauf. Beinahe hätte er das Dach gestreift. Der beißende Geruch von verkohltem Fleisch stieg bereits über dem Hof auf und ätzte sich in seine Nasenschleimhäute. Er konnte die brennenden Ketzer regelrecht schmecken. Lokeshiel kannte diesen Geruch, er war ihm vertraut - nicht umsonst tötete er mit diesem läuternden Element, das Wärme und Geborgenheit spenden ebenso wie Tod und Vernichtung säen konnte.

Der junge Engel schraubte sich in Spiralen wieder etwas in die Höhe, um einen besseren Überblick zu bekommen. Unter ihm war das Chaos losgebrochen. Ihr Angriff schien die Ketzter absolut eiskalt erwischt zu haben, denn von geordnetem Rückzug oder zumindest halbwegs sinnvoller Flucht war nicht viel zu sehen. Während die dunklen Augen funkelnd und beinahe selbst im Rausch der göttlichen Strafe, die er bringen durfte, lodernd die Situation erfassten, waren seine Hände bereits damit beschäftigt, die zweite Brandbombe zu entsichern...


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BeitragVerfasst: 08.06.2004 - 09:06 
Nathaniel
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"Akibel! Ich kümmer mich um die zwei, die in den Wald fliehen wollen. Jemand anders versucht aus dem Haus durch das Fenster an der Nordseite zu fliehen."

"Ihr werdet mir nicht entkommen", dachte sich Samiel als er einen weiteren Pfeil auflegte und zielsicher anlegte. Nach etwa zwei Sekunden schnellte der Pfeil von der Sehne und traf sein Ziel.

Der zweite flüchtende Ketzer bemerkte den Tod seines Kammeraden und verdoppelte seine Anstrenungen um in den rettenden Wald zu gelangen.

Doch er hatte seine Rechnung nicht mit dem Urieliten gemacht, denn dieser legte schon fast gemütlich einen neuen Pfeil auf die Sehne und begann zu Zielen.

Als der Ketzer fast die Sicherheit des Waldes erreicht hatte, durchschlug ein Pfeil von hinten seinen Oberkörper. Er stolperte noch einige Schritte weiter. Ungläubigen sah er die Spitze des Pfeiles an, die aus seinem Brustkorb ragte. Dann brach er zusammen.


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BeitragVerfasst: 08.06.2004 - 10:07 
Verena
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"Danke Samiel! Ich werde Lokeshiel zum Nordfenster schicken. Verfolge du dein nächstes Ziel!"

Während diesen Worten jagte Akibel mit rauschenden Schwingen zwischen dem Waldrand und dem ersten kleinen Häuschen vorbei. Als sie die Lücke zwischen der großen Scheune und dem anderen Häuschen erreicht hatte, lehnte sie sich kurz nach rechts. Ein heftiger Ruck riss an ihrer Schultermuskulatur, als sie sich senkrecht stellte und einen allein von Kraft, nicht von Kunstfertigkeit geprägten Flügelschwung nach unten machte. Nur etwa eineinhalb Meter nach oben, in die Nähe des kleinen Fensters, brachte ihr der für eine Nicht-Urielitin schwer mögliche Akt.

Akibel biss angestrengt die Zähne zusammen und konnte nicht umhin, für einen Moment die Augen zu schließen, als die Hitze der Anstrengung durch ihren Körper wallte und sie keuchen ließ. So viele Meldungen gingen an sie, die Seele der Schar. Positionsmeldungen, Zustandsberichte. Die Ketzer starben, aber viele versuchten, sich zu retten. Nur wenn Rakariel, Kuriel, Lokeshiel, Samiel, Osariel und sie selbst als eine Einheit zusammenhielten, würden sie eine Chance haben, alle zu erwischen. Zusammenarbeit ... Akibel hatte lange nicht angewendet, was sie jetzt tun wollte, aber sie fühlte sich verpflichtet, es zumindest zu versuchen. Akibel bediente sich Ross und Reiter.

Am Rande des Gesichtsfeldes flackerten bei allen Engeln ihrer Schar nun Bilder auf. Man erkannte den Hof von oben, die Gebäude waren deutlich zu sehen - genauso wie sechs kleine Punkte, die sich darauf bewegten. Akibel war zu beschäftigt und zu angestrengt, um die Bewegungen der Ketzer in die Karte einzuarbeiten, aber sie spürte über die Seele der Schar, wo sich ihre Geschwister befanden. Vielleicht würde es helfen, zu sehen, wo die anderen waren und wo kaum jemand achtgab. Es gab trotz aller Anstrengung noch etwas, was Akibel nicht vermitteln konnte, und den erfahreneren Engeln, die schon andere Michaeliten gehabt hatten, fiel es vielleicht sogar auf. Das leicht euphorische Gefühl, das beim Anblick dieser übernatürlich erzeugten Bilder normalerweise auf subtile Weise Ruhe und Sicherheit verströmte, blieb bei Akibel aus. Die Michaelitin war einfach nicht gut genug in dieser Macht.

Akibel öffnete die Augen und schleuderte die Bombe durch das Fenster in die Scheune. Im gleichen Moment sah die Michaelitin eine Bewegung zu ihrer Rechten. Jemand floh aus der Scheune und drehte sich gerade um, um wieder hineinzulau ....

Ein Donnerschlag erschütterte das Gebäude, als die Bombe explodierte. Akibel ließ einen überraschten Schrei los, als die Druckwelle sie zu erfassen drohte, doch irgendwie schaffte sie es, sich nach rechts zu lehnen und ihre Flügel in die Druckwelle zu breiten. Von der Kraft der Explosion wurde sie zwischen den Häusern herausgetragen und etwas nach Süden abgetrieben.

Die Michaelitin sah, wie der Flüchtende von der Explosion, deren Kraft ihm aus der offenstehenden Tür der Scheune entgegengekommen war, von den Füßen gerissen wurde und der Länge nach hinschlug. Hoffentlich genügend Zeit, um ihn noch zu erreichen. Akibel versuchte sich zu fangen und flog auf den Ketzer zu. Ihr war schwindelig, und sie hatte Schwierigkeiten zu atmen. Aber das durfte kein Hindernis sein.

"Lokeshiel, schnell zum Nordfenster des brennenden Hauses! Es wird gerade geöffnet! Versuch die Ketzer direkt mit der Brandbombe zu treffen, die dort hinauswollen!", sendete Akibel mit konzentrierter Stimme an den Gabrieliten. Sie klang angestrengt; es war keine Zeit für ein bitte.

Akibel landete neben dem gestürzten Ketzer. Erst jetzt sah Akibel das Kurzschwert, das er bei sich trug. Noch im Aufstehen stürzte der Mann nach vorn. Mit einem wütenden Schrei versuchte er, der Michaelitin die Klinge in den Unterleib zu treiben. Mit schlagenden Flügeln warf Akibel sich zur Seite, und das Schwert schoss um Haaresbreite an ihr vorbei. Wie eine zuschlagende Schlange zog die Klinge sich zurück, und der Ketzer stand auf. Den Geist benebelnder Hass, der für wenig anderes Platz ließ, stand in den Augen des mordlustigen Mannes. Akibel hatte keine Zeit gehabt, ihr Schwert zu ziehen. Die Michaelitin nahm einen breiten Stand an und führte ihre linke Handkante nach vorn, die rechte Faust hingegen an ihre rechte Hüfte, bereit zum Schlag. Rauschend breitete sie ihre Schwingen aus. Man hatte es ihr so beigebracht. Jemand, der eine Klinge gebrauchte, würde vielleicht nach den Flügeln schlagen, und diese konnte man schnell aus dem Weg ziehen und selbst zuschlagen. Und falls der Gegner traf - nun ja, die Flügel waren weniger lebenswichtig als Rumpf, Hals oder die Arme. Angestrengt funkelten Akibels Augen dem Ketzer entgegen. Unter angestrengten Atemzügen hob und senkte sich ihre Brust. Der Kampf begann ... Akibel ahnte, dass es noch mehr Ketzer auf dem Platz geben würde, die sie sehen konnten. Vielleicht überwog auch deren Hass, und sie würden sich umwenden, um ihre sündige Wut an dem Engel auszulassen, der gelandet war. Vielleicht waren sie dumm genug dazu, denn das würde sie direkt in das Visier von Akibels Geschwistern treiben.

"Ich bin auf dem Platz gelandet. Vielleicht kommen noch einige Ketzer aus ihren Verstecken und greifen mich an. Achtet darauf, Osariel und Rakariel, denn dann laufen sie euch direkt in die Arme. Helft mir noch nicht; seht erst, ob sich jemand anlocken lässt."

"Seht ihr noch mehr Fliehende oder Armbrustschützen?",
fragte sie noch. Die Michaelitin war auf die Berichte ihrer Geschwister angewiesen, um den Überblick zu behalten. Je mehr Meldungen über Flüchtende, umso besser konnte sie alles koordinieren. Zumindest konnte sie es versuchen - sie war in einen gefährlichen Kampf verwickelt.


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BeitragVerfasst: 09.06.2004 - 02:11 
Sadanoel
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"Gut, bin schon dabei, Akibel... Der Ketzer vor dem Haus ist bereits den rächenden Flammen zum Opfer gefallen. Ich kann sonst keinen entdecken, der dir im Moment gefährlich werden könnte.", berichtete Lokeshiel wahrheitsgemäß, während er bereits den höchsten Punkt der geplanten Flugbahn erreicht hatte, um nun - da er keine weitere Gefahr erkennen konnte - erneut hinab zu stürzen und diesem Abschaum zu zeigen, was es hieß, gestraft zu werden.

Der Luftzug erzeugte ein bedrohliches Rauschen in den Federn der eng an den Körper gezogenen Schwingen, zerrte an ihnen wie an dem schwarzen Kriegsrock und den von den Votivbändern zurück gehaltenen Haaren. Doch diesmal schrumpfte seine Welt nicht wieder auf einen schmalen Tunnel zusammen, diesmal sah er alles klar und stechend genau, nahm jede Bewegung wahr und ließ sich auch nicht von dem Plan irritieren, den Akibel ihnen zusandte.

Und nur wenige Augenblicke später bohrten sich seine tiefdunklen Augen funkelnder Schwärze in den entsetzten Blick eines Mannes, der sich in diesem Moment bewusst wurde, dass er bereits tot war, dass dieser Todesengel ihm gleich im nächsten Sekundenbruchteil sein Leben nehmen würde. Für Reue blieb keine Zeit mehr, nur für die Erkenntnis, verloren zu haben, als die Brandbombe in einem steilen Winkel nur wenige Zentimeter neben seinem Fuß in den Holzboden des Hauses einschlug...

Lediglich eine nüchterne Meldung erreichte die Michaelitin. "Durch dieses Fenster entkommt niemand mehr."


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BeitragVerfasst: 11.06.2004 - 14:34 
Verena
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"Sehr gut, Lokeshiel", schickte Akibel in Gedanken an den Todesengel.

"Brüder und Schwestern, seht ihr noch einen Ketzer? Alle, die von Samiel gesichtet wurden, sind ausgeschaltet."

Der Ketzer wagte einen weiteren Vorstoß. Akibel sprang zur Seite und riss ihren rechten Flügel nach oben. Teile von weißen Federn stoben auf den schlammigen Platz. Auf einigen war Blut. Die Michaelitin keuchte. Reflexartig fand ihre rechte Faust ihr Ziel. Krachend brach die Nase des Ketzers, und sein wütender Schrei erhob sich über das Prasseln des Feuers. Er wandte sich kurz ab und riss seine Linke vor sein Gesicht, das Schwert jedoch immer noch in Akibels Richtung gestreckt. Grimmig und mit angestrengt glitzernden Augen starrte die Michaelitin ihm entgegen, holte jedoch nicht zum entscheidenden Streich aus. Statt dessen nutzte sie die Zeit, um ihren Stoßdolch von ihrer Gürtung zu reißen.

Eine Weile blieb es still in ihren Gedanken.

"Gut. Wenn dort niemand mehr ist, dann kommt hier herunter und helft mir, den letzten Ketzer zu vernichten."


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BeitragVerfasst: 13.06.2004 - 17:49 
Screw
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Rakariel Kreiste über dem Haus, dessen Thermik ihn Mühelos höher Trug, als ihn Akibels Weisung Erreichte. Nun setzte er zu einem Steilen Sinkflug an, dessen Ziel der Ketzer war. glücklicherweise hatten sich beide so Gedreht dass der Ketzer mit dem Rücken zu ihm stand und Vollkommen auf Akibel fixiert war, so dass er nur Kurs zuhalten brauchte um den kampf zu beenden.

Der Große alte Engel Prallte mit Beträchtlicher Geschwindigkeit auf den Rücken des Ketzers, den es von den Beinen Riss. Rakariel versuchte zu Erreichen, dass sein Opfer nicht wieder aufstehn würde. sollte er es doch schaffen ihn von seinem Rücken Zu schütteln würde er ihn noch mit der Macht der Asche vernichten.


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