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Genesis Secunda
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BeitragVerfasst: 08.10.2004 - 20:18 
Yezariael
Yezariael
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Taímel war mit leicht freudiger Erregung in die Messe gegangen. Das gestrige Erlebnis hier in der Kirche hatte er so gut als möglich verdrängt und so war es ihm wie üblich gelungen, die Ruhe zu finden, die für ihn Notwendig war um sich an Gott zu wenden. Trotz der Menschen die den Raum füllten und die Boten des Herrn anstarrten. Es waren doch nur Sterbliche - warum sollte er sich um sie kümmern.

Unterbrochen wurde seine Andacht nur dadurch dass ein fremder Ramielit in in Gedanken ansprach. Und dadurch, dass er nun mit diesem und Tauriel den Richtigen Augenblick für das Eintreten der neuen Schar in die Kirche organisieren musste.
Äusserlich war seinem Gesicht wenig an zu merken doch die Wut und der Hass in ihm stiegen immer höher.

Die Pupillen des Ramieliten verengten sich und seine Augen wurden schmaler während ein Glanz, der für jemanden der ihn gut kannte, den steigenden Hass auf alle jene die in seinen Kopf eindrangen verriet, in sie trat.
Doch mit aller Macht versuchte er sich zu beherrschen und so schaffte er es, die Messe ohne Aufsehen zu Erregen zu beenden. Es wäre auch unwürdig gewesen, hier in der Kirche und vor den vielen Menschen der Wut freien Lauf zu lassen.

Erst als die Engel wieder in ihrer Cella waren um ihr weniges Eigentum zusammen zu packen und dann Tauriel ihn nach seinem Wissen fragte war es beinah um seine Beherrschung geschehen. Kurz, so dass jeder Andere glauben konnte, sich dsa nur eingebildet zu haben, traten die Wut und der Hass offen im Gesicht des Bewahrers der Worte zutage.
Mit aller Kraft versuchte er jedoch, auch wenn er nicht verstand, warum gerade bei diesem Michaeliten, sich zurück zu halten und so kurz angebunden wie möglich meinte er mit leiser, betonungsloser Stimme: "Wüste und Sand."


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BeitragVerfasst: 10.10.2004 - 00:25 
Zed
Zed
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Tauriel schluckte merklich, als er Taímels Blick sah. Es war nicht einmal das Gefühl an sich, nicht der Hass. Der hatte ihm schon aus vielen Gesichtern entgegen gefunkelt - Engel wie Menschen. Nein, es war mehr die Tatsache, dass es ausgerechnet dieser eine Engel war, der ihn so ansah. Es war das Gefühl, das dadurch ausgelöst wurde, was ihn etwas aus dem Konzept brachte.

Bis er sich wieder fing und die großen, blaugrünen Augen, die eben für den selben Sekundenbruchteil geflackert hatten, wieder einen festen Blick bekamen.

Ja, er wusste, dass Taímel es nicht mochte, wenn man ihn im Geiste ansprach, hatte auch versucht, die Vereinbarungen so knapp und schnell wie möglich abzuhandeln...
Verdammt! Warum rechtfertigte er sich eigentlich vor sich selbst? Das hier war ein Ramielit und dieses Scharmitglied war nun einmal für die Kommunikation über weite Strecken mit anderen Ramieliten zuständig, um Gottes Werk, das sie auf Erden vollbrachten, zu koordinieren!
Trotzdem hätte er sich gerne irgendwie entschuldigt...

Sand und Wüste. Seine Hand ballte sich minimalst zur Faust, als er diese kalte Antwort bekam.

Er sollte seine Gedanken diesem Engel einfach an den Kopf werfen... hübschen Kopf... mit wundervoll braunen Augen und... Mist!

Schnell wandte er sich von der Schönheit ab, die sich längst in seinen Geist gebrannt hatte, wie ein Mahnmal, eine Warnung... oder? Seine Hände zogen mit einem groben Ruck den letzten Riemen an seinem Gürtel fest, ehe er tief einatmete und hoffte, dass Taímel diese Gedanken nicht in seinem Blick gelesen hatte. Wie oft waren es doch die Augen, die Regungen und Wahrheiten wie die himmlischen Chöre aus dem Gefängnis der Seele hinaustrugen.

"Ich werde dann noch einmal kurz mit Rastariel reden, um ihm die gesamte Lage und alle Fakten genau zu nennen. Wenn ihr mitkommen möchtet, könnt ihr das tun - oder ihr bleibt hier und kühlt euren Geist noch etwas, bevor wir aufbrechen..." Fast schien es, als würde Tauriel das auf den schwarzhaarigen Ramieliten münzen, doch dann führte er den Satz vollkommen ruhig fort. "...denn ich möchte nicht, dass die Gedanken an diese Kreatur euch auf unserem weiteren Flug zu sehr belasten."

Wieder strichen schlanke Finger diese widerspenstige Strähne hinter das Ohr, wieder lächelte er leicht und strahlte eine fast schon unheimliche Ruhe und Zuversicht aus - wären da nicht die fast etwas traurigen Augen gewesen, die scheinbar abwesend über die Schar glitten...


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BeitragVerfasst: 12.10.2004 - 17:00 
Oni
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Den Gabrieliten hatte das plötzliche Auftreten der anderen Schar etwas aus dem Konzept gebracht, er hatte es nicht für möglich gehalten, dass in dieser geringen Zeit hier eine Schar auftauchen würde, jedoch begrüßte er es natürlich nicht weiter hier aufgehalten zu sein und dem eigentlichen Auftrag weiter nachgehen zu können.
So brachte er die Messe mit dem üblichen wohligem Gefühl zuende, dass er auf Gott vertrauen konnte, denn alles was geschah, passierte aus seinem Willen herraus.
Gott leitete die Geschehnisse ein und teilte den Engeln ihre Aufgaben dabei zu, für sie galt es nur noch Gottes Erwartungen zu erfüllen und das Wissen darum, dass er diesen Erwartungen bisher immer gerecht geworden war, gab ihm die Kraft, auch diese Aufgabe in Angriff zu nehmen.

Doch zuerst wollte er noch für ein paar Momente hier bleiben und im stillen dem Gottesdienst um seine eigenen Gebete ergänzen und sich auf die weitere Reise vorzubereiten.

"Ich werde ein wenig hierbleiben, wenn es dich und euch nicht stört."


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BeitragVerfasst: 14.10.2004 - 10:59 
Yezariael
Yezariael
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Taímel holte tief Luft während er sich wieder auf ihren Auftrag konzentrierte. Kurz streifte er im Geiste seine Kathedrale der Gedanken um etwas von der Ruhe, die dort herrschte in sich auf zu nehmen. Emotionen schadeten immer der Mission. Wut und Hass sollten nicht vorherrschen.

Kurz hatte der Ramielit die Augen geschloßen während er alle Gefühle, die ihn beherrschten zurück drängte. Dann erst öffnete er wieder die Augen und ein aufmerksamer Beobachter konnte sehen, dass der Bewahrer des Wissens jetzt um vieles ruhiger wirkte.

"Ich werde dich begleiten Tauriel." Er fragte nciht um Erlaubnis, Taímel ging ausserdem davon aus, dass er sich nicht weiter beruhigen musste. Mehr Zeit würde am Ergebnis nichts ändern. Und im zweifelsfall wollten sich vielleicht die Ramieliten der neu angekommenen Schar von ihm anhören, was es über dieses Wurmwesen zu wissen gab. Hoffentlich nicht. Trotzdem wäre es dann seine Aufgabe, ihre Fragen zu beantworten.

Der Bewahrer der Worte war vielleicht nicht zufrieden oder gar glücklich mit seinem Dasein auf Erden und vorallem mit seiner aktuellen Aufgabe. Aber nichts desto trotz würde er sie so gut es eben ging hinter sich bringen. Und dass er von der Hoffnung beseelt war, danach wieder nach Prag zurück kehren zu dürfen und vielleicht die letzte Weihe zu empfangen ging schließlich niemanden etwas an.


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BeitragVerfasst: 16.10.2004 - 10:04 
Jenny
Jenny
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Iliniel sah zum Michaeliten und überlegte kurz. Es war besser, wenn sie hier bleiben würde. Sie war noch nicht völlig fit und wollte die Zeit nutzen, um einfach noch etwas zur Ruhe zu kommen. "Ich bleibe hier." meinte sie leise.


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BeitragVerfasst: 18.10.2004 - 12:47 
Zed
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Wohnort: Fränkische Schweiz
Auch Niniel wollte in der Cella noch etwas Ruhe finden und so nickte Tauriel den drei zurückbleibenden Engeln zu, ehe er sich zum Gehen wandte und die schwere Holztür öffnete, um Taímel und sich hinaus zu lassen.
Für den Moment verbannte er alle Gefühle tief in sein Innerstes - wie so oft... oder?
Der Michaelit unterdrückte das leise Seufzen, das sich aus seiner Brust stehlen wollte, und ging voran, dem langen Säulengang folgend und bis zur Tür der anderen Scharcella, um dort nicht stürmisch, aber bestimmt gegen das Holz zu klopfen.


Zuletzt geändert von Tauriel am 18.10.2004 - 18:31, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 18.10.2004 - 13:18 
SL Kenjiels & Anuels Schar
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Drinnen war Rastariel gerade mit seiner Schar dabei sich "einzurichten", als es klopfte. Um den Raum nicht noch mehr zu füllen, ging er an seinen Schargeschwistern vorbei und öffnete die Tür. "Willkommen, Tauriel.", sagte er freundlich und nickte seinem Ordensbruder zu, "Gehen wir ins Konvent, dort sollte genug Platz für alle sein. Ich möchte das jeder meiner Schar alles weiß, um bestmöglich vorbereitet zu sein." Mit diesen Worten, gab er einen kurzen Befehl in die Cella und das Rasscheln verstummte kurz, dann erhob es sich wieder und ein Engel nach dem anderen verließ die Cella Rastariel folgend.

Als sich alle im Konvent befanden, richteten sich die Augen erwartungvoll auf Tauriel und seinen Ramieliten.


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BeitragVerfasst: 18.10.2004 - 16:36 
Esra
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Es war früh gewesen. Der Himmel war gerade erst in ein silbriges Dämmerlicht getaucht als Navarael mit dem Brief in der Tasche und den Kopf voller wirrer Gedanken auf die Plattform getreten war. Nicht über den Strand fliegen, aber dem Küstenverlauf folgen. Er schloss die Augen. Deine Schwester ablösen, da ihr die Erfahrung für diesen Auftrag fehlt... Eine Hand ballte sich zur Faust. Der Name deines neuen Michaeliten lautet Tauriel. Mit zwei Schritten Anlauf schwang er sich in die Lüfte. Fra Sanchez ahnte nicht einmal was hinter dem bleichen Gesicht des Raphaeliten vorgegangen war. Tauriel... Er hatte geglaubt diesen Namen nie wieder zu hören. Um ehrlich zu sein hatte er vor einiger Zeit noch geglaubt, nie wieder einer neuen Schar zugeordnet zu werden. Seine vorletzte Schar... sie waren alle fort. Bis auf einen. Und er hatte fest damit gerechnet ebenfalls zur Läuterung geführt zu werden. Aber da hatte er sich geirrt. Die Erinnerungen an diese letzten Tage unter Tauriel waren nur bruchstückhaft. Dafür dankte er Gott. Aber das Gefühl das ihn plagte und die Träume die ihn heimsuchten, wenn er es nicht schaffte die Nacht zu meditieren zeugten davon, das er große Schuld auf sich geladen haben musste. Schuld die er niemals mehr würde büßen können. Egal wie sehr ihn die Wochen in Janaels Nähe geholfen hatte zu akzeptieren, das seine Zeit noch nicht gekommen war.

Der Flug dauerte nicht lange. Eine gute halbe Stunde und er sah das Kloster unter sich. Niniel. Nicht erfahren genug für die Mission. Er hatte nachgefragt. Doch niemand konnte ihm sagen um welche Mission es sich handelte. Im Grunde war es ihm auch egal. Das Nachfragen hatte er als seine Pflicht empfunden. Man sollte auf alles vorbereitet sein, hatte man ihm einst gesagt. Und diese Weisheit hatte er verinnerlicht. Seine Hand fuhr wie von selbst zu dem Kurzschwert an seiner Seite und die Schleuder. Beides hatte er sicher an seinem Gürtel verstaut, genauso wie die Kugeln aus Blei und aus Stein, die als Munition für die Schleuder dienten. Valandariel hatte damals gelacht, als er sich an die Erlernung dieser Kunst gemacht hatte. Pfeil und Bogen waren den Urieliten vorbehalten und für sich selbst hatte er nach einer leichten Fernkampfwaffe gesucht. Er konnte es an Stärke nun einmal nicht mit den Gabrieliten aufnehmen. Der Gedanke an seinen Bruder trübte kurz seinen Blick und er bemerkte die Träne erst, als er den Salzgeschmack auf seiner Lippe fühlte. Schnell wischte er fort was nicht schon vom Flugwind verweht worden war. Tauriel... Fast hatte er gehofft, endlich von ihm erlöst worden zu sein. Von dem Gespenst seiner Vergangenheit. Aber Gott hatte einen seltsamen Humor...

Navarael schob die trüben Gedanken beiseite. Egal wie kurz er sich vor der Läuterung geglaubt hatte, sehr lange brauchte er nicht mehr zu warten. Diese letzte Prüfung würde er bestehen wie er bisher alles bestanden hatte. Mit einem kurzen Flügelschlagen ließ er sich nieder und sah sich nach einem Menschen um, der ihm sagen könnte wo er seine Schar fände... Ja, wurde ihm gesagt, er solle zum Konvent gehen. Dort seien die Engel, die in diesem Augenblick im Kloster weilten. „Habt Dank,“ sagte er mit seiner tiefen Stimme und folgte dem Wink. Zum ersten Mal fragte er sich, wie Tauriel wohl reagieren würde wenn er ihn sähe... Wusste der Michaelit, das er noch auf Erden weilte? Nun, er würde es wohl bald herausfinden. Schon stand der hochgewachsene, schlanke Engel nämlich vor der Tür zum Konvent und klopfte dreimal laut gegen das Holz.


Zuletzt geändert von Navarael am 20.10.2004 - 22:31, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 18.10.2004 - 19:38 
Zed
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Mit einem Nicken bestätigte Tauriel den Vorschlag und ging voraus, um den Weg zu weisen.

Mit etwas gemischten Gefühlen begann er die Besprechung. Irgendetwas schien seltsam, anders... und doch vertraut. Doch der Michaelit riss sich zusammen und konzentrierte sich wieder auf die bevorstehende Aufgabe, diesen Engeln alles zu sagen, was sie wussten, um ihnen möglichst ihre weitere Arbeit zu erleichtern.
Nüchtern und sachlich schilderte er das erste Zusammentreffen mit dieser Spezies, wie Valandariel sich in den Schlund des Monstrums fallen hatte lassen, als sie gemerkt hatten, dass es von außen im Prinzip nicht anzugreifen war... Und doch diese Anstrengung nicht den gewünschten Erfolg erbracht hatte, bis Tauriel selbst zu einer seiner Mächte gegriffen hatte, um den Gabrieliten zu befreien. Mit dem mächtigen Schrei eines Gottgleichen war dem sich windenden Wurm endlich der Garaus gemacht worden.

Tauriel lächelte sanft, auch wenn sich in ihm alles zusammenzog, wenn er an dieses Ereignis zurück dachte... an seine alte Schar, von der damals bereits um ein Haar der Erste gegangen wäre. Doch das Schicksal, im Kampf zu sterben, war dem tapferen, schwarzen Engel dennoch nicht erspart geblieben. Und manchmal in den letzten Monaten hätte er sich sicher über einen blauen Fleck vom Training mit dem kräftigen Engel gefreut...

Die Stimme des anderen Michaeliten riss ihn aus seinen Gedanken. Er fragte gerade nach den Erfahrungen der nun erfolgten Sichtung, als es an der Tür klopfte - und Tauriel wie gebannt dorthin starrte. Da war es wieder, dieses Gefühl, dass etwas Vertrautes ganz in der Nähe war, als wäre das nicht das Jetzt, sondern ein Damals von irgendwann, das er nicht genau bestimmen konnte.

"Ja, bitte?", meinte er doch noch im letzten Moment, bevor sein Stocken wirklich aufgefallen wäre. Wobei seine Stimme fast etwas leise klang, eher zögerlich fragend als bestimmt.


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BeitragVerfasst: 18.10.2004 - 21:52 
Esra
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Er schloss die Augen bis er die Antwort vernahm. Ja, es war seine Stimme... aber so zögerlich hatte er sie nicht in Erinnerung. Inwieweit konnte er seinen Erinnerungen eigentlich trauen? Wahrscheinlich nicht sehr weit. Wahrscheinlich hatte er schon immer so geklungen, sein alter und neuer Michaelit. Nur die Erinnerungen hatten ihn idealisiert und die Momente, die diesen Blick auf Tauriel trüben könnten aus seinem Gedächtnis einfach herausgebrannt.
Aber bevor er noch weiter in Gedanken versinken konnte öffnete er einfach die Tür und trat in den Raum. Er nickte kurz und schenkte Tauriel ein kurzes Lächeln. Zuckten seine Mundwinkel oder bildete er sich das nur ein? Er ließ sein Gesicht zu einer emotionslosen Maske erstarren und griff in seine Tasche. Mit einer eleganten Handbewegung zog er den Brief heraus und reichte ihm Tauriel...

„Navarael.“ stellte er sich mit einem Blick zu den Anwesenden vor.

Auch wenn der Michaelit ihn kannte, war er den anderen doch fremd. Nur seinen Orden nannte er nicht… der war augenscheinlich klar. Das lange weiße Haar in dem strengen Dutt zurückgesteckt und von zwei ebenhölzernen Stäben festgehalten, die dunklen Linien seiner Scriptura aus dem Bleich seiner Haut hervorstechend. Der Gewandrock korrekt bis knapp unter die flache Brust geschnürt und die Unterarme frei. Er trug keine Votivbänder offen an seinem Körper... die hatte er in seinem Gepäck und zum Teil unter den Rock gewickelt, wo niemand sie zu sehen bekam.
„Ich bin her beordert worden, um eure Raphaelitin zu ersetzen, Tauriel.“ stellte er mit ruhiger Stimme fest und musterte den Michaeliten. Wie sehr hatte er sich verändert? Sah er immer noch den selben Raphaeliten vor sich, den er damals befehligt hatte?


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BeitragVerfasst: 18.10.2004 - 23:21 
Zed
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Ein tonloses Keuchen war alles, was Tauriel beim ersten Blick auf den eintretenden Engel herausbrachte - und dabei hatte er noch ein fassungsloses "Was?!" unterdrückt.

Das konnte doch nicht sein! Navarael hätte doch eigentlich schon gehen sollen... 'tot' sein müssen...oder? In ihm stürzten Tausende rasender Gedanken auf Tauriel ein, Gefühle und... Nebel. Ja, er freute sich, eigentlich über alle Maßen! Und daher fand auch ein hauchfeines, ehrliches Lächeln auf sein Gesicht - sichtbar zumindest für diesen Engel, der ihn schon so lange kannte.
Irgendwie hatte er für einen Moment den Wunsch, den Raphaeliten einfach zu umarmen, doch im nächsten Augenblick rief er sich zur Vernunft. Das war ein Engel... er selbst war einer! Und für einen winzigen Moment konnte man die kurze Unsicherheit in den blaugrünen Augen sehen, ehe er auf den Brief in seiner Hand sah, wieder in das Hier und Jetzt zurückkehrte und sich die goldene Locke aus dem Gesicht strich.

"Es freut mich, dass mir noch einmal die Ehre zuteil wird, dich an meiner Seite zu haben, Navarael.", meinte er schließlich mit dem für ihn so typischen, sanften Lächeln. "Das ist Taímel von den Bewahrern des Wissens. Und die anderen anwesenden Boten des Lichts gehören zu Rastariel."

Schließlich reichte er das Schriftstück seinem Ramieliten. "Bitte bewahre es auf, bis wir mit der Informationsweitergabe geendet haben, Taímel."

Er fühlte sich mit einem Mal seltsam unwohl, nervös und unruhig - und konnte nicht einmal sicher sagen, warum. Er wollte wenigstens erstmal diesen offiziellen Kram mit der fremden Schar hinter sich bringen, ehe er sich der eigentlichen Begrüßung und Klärung des Sachverhaltes widmete.

"Entschuldige bitte, Navarael. Lass uns noch diese Besprechung zuende führen, dann hat deine Ankunft Priorität.", meinte er in fast bedauerndem Tonfall zu dem Raphaeliten und zwinkerte ihm dann - von den anderen ungesehen - zu.


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BeitragVerfasst: 19.10.2004 - 12:23 
Yezariael
Yezariael
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Taímel war schweigend neben seinem Scharführer erst zur Cella der anderen Schar, dann zum Konvent mitgegangen. Nur weil das hier seine Aufgabe war hieß es ja schließlich nicht, dass er sehr glücklich darüber sein musste.

Gerade, dass er den anderen Engeln ein kurzes Nicken seines Kopfes gönnte. Ja - der RAmielit wusste, dass man ihn für hochnäsig erachtete aber sogar das war ihm egal. Er tat was er tun musste und das so gut er konnte.

Trotzdem war es interessant das Gesicht seines Michaeliten zu beobachten. Irgendetwas stimmte hier nicht - das spürte sogar ein Engel dem sonst egal war, was die anderen fühlten oder dachten. Wenn Tauriel weiterhin so abwesend war - wie würde sich das dann wohl auf die Mission auswirken?

Da klopfte es an der Tür und ein Raphaelit trat ein. Wenigstens würde Taímel nun die äusserst schwächliche Niniel los werden, die schon beim gestrigen Einsatz versagt hatte. Und hoffentlich würde dieser neue Heiler etwas mehr leisten.
Seltsam war nur die Reaktion Tauriels. Kannte der diesen Heiler schon? Doch auch darüber machte der Ramielit sich keine Gedanken. Schließlich sollten Gefühle keine Rolle spielen. Durften nicht. Wortlos nahm der Bewahrer des Wissens den Brief entgegen und verstaute ihn in einer seiner Taschen bevor er sich wieder den anderen Engeln zuwandte und darauf wartete, dass diese die Besprechung fort führten. Oder dass Tauriel ihm den Befehl zum sprechen erteilte über das, was gestern geschehen war.


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BeitragVerfasst: 20.10.2004 - 18:13 
Esra
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Er konnte es nicht verhindern. Seine Maske verrutschte und machte einem kleinen Lächeln Platz. Ja, er hatte ihn vermisst. Das musste er sich eingestehen. Aber das Lächeln verschwand sofort wieder. Er war sich der Anwesenheit der anderen zu bewusst. Hm, irgendwie... störte sie ihn sogar. Wie gern wäre er jetzt mit Tauriel allein gewesen und hätte mit ihm Erinnerungen ausgetauscht. Vielleicht würden sie zusammen die Wahrheit von der Täuschung trennen können, die sich in seinem Bewusstsein angesammelt hatte.
Ah, diese Bilder. Zuerst die lachenden Gesichter seiner Schargeschwister, das warme Funkeln in Tauriels Augen. Dann... Blut, Verzweiflung.
Er fühlte wie er die Hände fest ineinander faltete und zu den Worten des Michaeliten nickte. Er hatte sie wie durch einen dichten Nebel heraus gehört. „Alles was du befiehlst, Tauriel.“ antwortete er mechanisch. Seine Ankunft wurde von wichtigeren Dingen überschattet... ja, das hatte er sich schon gedacht. „Aber vielleicht solltest du diesen Brief dennoch vorher öffnen.“ Er sah den Ramieliten an, dem Tauriel das Schriftstück gegeben hatte. Tetaiels Ersatz also. Nein, kein Ersatz, verbesserte er sich schnell. Ein neuer Bruder... oder eine Schwester? Er war sich nicht ganz sicher. Aber wenn Tauriel erlaubte das er die regelmäßigen Untersuchungen auch in dieser Schar anwandte, würde er es bald herausfinden. Auch wenn es nicht wichtig war...
Eine neue Schar. Dieser Gedanke erschreckte ihn und ließ ihn noch einmal die Anwesenden genauer betrachten. Welcher von diesen Engeln würde in Zukunft zu ihm gehören? Ein zweiter Michaelit war da... Gut, also würde er das Geheimnis wer zu welcher Schar gehörte wohl später erst ergründen. Einstweilen konnte er wohl nicht mehr machen als abzuwarten und andere die Entscheidungen treffen lassen. Was seinen Blick abermals zu Tauriel lenkte...


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