
Ordenssitz: Gratianopel
Ordensoberhaupt: Ab Doron
Ordensfarbe: Weiß
Ordenssymbol: geöffnete Hand
Ohne den Orden des heilenden Erzengels wäre die
angelitische Kirche sicher nicht in ihrer heutigen Position.
Die Mitglieder des Ordens Raphaels haben in aller erster Linie ein
Ziel: Heilung und Hilfe für alle Bedürftigen.
Sie verstehen sich vorzüglich auf jedwede medizinischen Belange wie zum Beispiel Chirurgie und Kräuterkunde, aber auch Tierpflege und die Bestellung der Felder gehört zu ihren Wissensgebieten. Die Monachen und Beginen aus Raphaelsland sind überall im gesamten Einflussgebiet der Kirche zu finden - und darüberhinaus. Sie dienen demütig in Klöstern anderer Orden, helfen den Menschen mit allerlei Fragen über Landwirtschaft und Viehzucht und kümmern sich nicht zuletzt um die körperlichen und seelischen Leiden ihrer Patienten.
Viele sterbliche Ordensdiener aus den Reihen der Raphaeliten sind ebensogute Seelsorger wie neugierige Wissenschaftler. Sie schrecken auch nicht davor zurück Traumsaat zu erforschen und es heißt, dass sie sogar mit anderen Orden gemeinsam an Mitteln gegen die Brandlanddämonen arbeiten.
Die Templer des Ordens hingegen sind weder
sanft noch verweichlicht. Auch ein friedliebender Orden, dessen
abgelegener Himmel sich in der Nähe von Grenoble in den
französischen
Alpen befindet, hat seinen Grenzen gegen Traumsaat und andere Unbill zu
schützen. Raphaelistempler sind durchaus kampfstark und
tüchtig und
werden ebenso hart und vielfältig an der Waffe ausgebildet wie
die Templer aller anderen Orden. Aus ihren Reihen gehen die besten
Leibwächter hervor.
Trotzdem versuchen die Raphaeliten ihre Konflikte mit Nachbarorden und
Diadochen lieber auf indirekte Art zu lösen. Tatsächlich
ist es so, dass
niemand - nicht einmal die Diadochenfürsten, welche von den
Raphaeliten
in ihrem Land lediglich geduldet werden - auf die Medizin der Heiler verzichten
könnte. Im Laufe der Zeit sind sie von den
fürsorglichen Händen Raphaels
abhängig geworden.
Die Heilslehre der Raphaeliten ist in drei Aufgabengebiete spezialisiert:

Nun ist es allerdings so, dass der angelitische Glaube besagt,
alles was im Himmel und auf Erden geschieht sei Teil des göttlichen
Plans. Folglich müssen auch Krankheit und Verwundung Teil dieses
Plans sein. Indem nun Kranke geheilt werden, widersetzt
man sich folglich dem Willen des Herrn. Somit gehen die Sünden auf
den Heilsbringer über und man muss Buße dafür tun (außer er heilt
Kinder, diese sind bekanntlich frei von jeder Sünde).
Meistens züchtigen sich die Raphaeliten auf traditionelle Weise,
doch verlangen verschieden schwere Sünden auch verschieden
schwere Bußen, weswegen die Zahl der Rituale wahrscheinlich
so groß wie die Zahl der Heiler des Ordens selbst. Wann man sich wie
für was zu bestrafen hat ist, wenn überhaupt, nur den
Ordensangehörigen selbst klar.
Natürlich müssen sich Engel als höhere Wesen keinen
solchen Riten unterziehen. Sie sind selbst Teil des göttlichen Plans.
Seit einigen Jahren hat der Orden außerdem ein anderes Problem:
Eine radikale
Gruppe, welche sich selbst als Prüfer
bezeichnet, sieht sich weniger als Heiler denn als Richter und Krieger
an. Ihre Anhänger bekämpfen den Herrn der Fliegen mit der Waffe in der
Hand oder,
noch verheerender, indem sie ihr Wissen und ihre Fähigkeiten zum Schaden
anderer nutzen oder ihnen jegliche Hilfe schlichtweg verweigern.
Sie nehmen es sich heraus, selbst darüber
zu entscheiden ob ein Kranker oder Verwunderter einer Heilung
würdig
und es rechtens ist, die Sünden von ihm zu nehmen
für die der Herr sein Leiden gesandt hat - oder ob es besser wäre, dieses mal
den Plan des Allmächtigen nicht zu stören.
Noch ist
der größte Teil des Ordens darauf erpicht den Krieg
gegen die
Widersacher nach alter Tradition fortzuführen und sich auf die Minderung allen
Leids zu konzentrieren, doch erfahren
die Prüfer in letzter Zeit besorgniserregenden Zulauf.
Die Engel Rapahels sind in der Lage durch
bloßes Handauflegen zu heilen, Kraftreserven zu erneuern und
sogar Tote
wiederauferstehen zu lassen. Kehren sie ihre Mächte ins
Gegenteil, so
können sie mit einer einfachen Berührung Tod und
Verderben bringen. Die
meisten Raphaeliten verabscheuen diese Nutzung ihrer Mächte
jedoch, da sie ihnen nicht von Gott gewollt scheint.
Wenn man jedoch erst einmal erlebt hat welche Zerstörung ein
wütender
Raphaelit anrichten kann, so sieht man die sonst stets sanften Heiler
in einem ganz anderem Licht. Auch wenn man es ihnen kaum ansieht, in ihren
zarten Engelskörpern hausen unglaubliche Gewalten.
Das Haar der Engel wird kurz nach ihrer
Ankunft auf Erden schlohweiß und sie tragen es meistens zu
einem Dutt
zurückgebunden. Die Farbe des Ordens ist weiß, ihr
Symbol die heilende
Hand.
Der Großteil versteht sich nicht auf den Umgang mit Waffen, dementsprechend selten
führen sie welche mit sich. Statt dessen sieht man sie oft mit wuchtigen
Ausrüstungstaschen, denn
obwohl der Raphaelit an sich keine Ausrüstung braucht, lassen
sich viele Wehwehchen auch mit einer einfachen Salbe, Nadel und Faden oder gar
einem Trank kurieren.
Doch auch unter den Gottesboten gibt es einige, die sich den Reihen
der Prüfer angeschlossen haben und nicht länger bereit sind nur
zuzusehen, wenn die Feinde gegen ihre Schargeschwister vorgehen. Sie möchten
mehr tun als nur die Wunden nach dem Kampf zu versorgen - nämlich verhindern, dass
sie überhaupt erst geschlagen werden.
...entsendet der Erzengel selbstlos seine besten Diener auf die Erde.
Engel, denen die "Heilende Hand" mit spielende Leichtigkeit gelingt
und deren Fleisch sich dabei in viel geringerem Maße erschöpft als
normal üblich wird nachgesagt, aus Raphaels
persönlicher Leibschar gesandt worden zu sein.
Sie sind mit dem silbernen Daumen gesegnet.
Auch verleiht der Herr manchen auserwählten Raphaeliten besonders groß Kraftreserven, aus welchen sie die energiezehrende Anwendung ihrer heilsamen Mächte befriedigen können. Sie stehen in der Gunst des Herrn und übersteigen mit ihrer Ausdauer andere Raphaeliten gleicher Zeichnungsstufe deutlich.
"Du wirst weiterbeten, und ich sag dir wieso. Du hast verdammt viel Blut verloren und einen Speer in der Brust. Wenn ich den jetzt rausziehe, dann geht noch mehr verloren. Ich krieg nicht mit, ob du noch lebst oder ich meine Kraft für eine verfluchte Leiche aufwende. Deswegen musst du beten! Wenn ich dich nicht mehr höre lass ich dich hier verrecken, ich schwör's bei Raphael!"
so
gehört während der Schlacht um den Brunnen Beerscheba
in der Wüste Negev
a.D. 2614
Jinael beugte sich über die Traumsaat. War sie
wirklich tot? Sie wirkte so lebendig. Und war es recht, sein sehendes
Auge auf das zu richten, was dem Schöpfer und damit
dem Ursprung seiner Kraft zuwider war wie nichts anders?
Der Heiler fasste sich ein Herz: Es musste sein. Es war ihm etwas
mulmig zumute, als er die vom Sigil schwarzen Fingerkuppen an das
weiche, noch warme Fleisch der Creatura legte...
Die
Chroniken der Engel
tert.dec. Februari a.D. 2654
Heftige Zuckungen schüttelten den Körper des
Mädchens. Hilflos rang sie
nach Atem, weißer Geifer lief ihr unkontrolliert aus dem zu
einer
qualvollen Grimasse verzogenen Mund, während panisch rollende
Augäpfel
versuchten zu begreifen was um sie herum vorging. "Sie ist
plötzlich
umgefallen und hatte diese Zuckungen, Herr."
So behutsam es die Eile zuließ legte der Templer die
Fünfjährige auf
dem Boden ab und neigte das Haupt vor dem Raphaeliten. Sofort ging der
Engel in die Hocke, legte seine schwarz tätowierten Finger auf
die von
kaltem Schweiß überzogene Stirn.
"Sie ist vergiftet - ich brauche Ruhe."
Die kleine Traube welche sich um das Spektakel gebildet hatte, trat
augenblicklich einen Schritt zurück und der Templer hielt
seine Hasta
gleich einer Schranke in der Waagerechten. Nichts geschah; schweigend
saß der Engel vor dem Kind, hielt seine Hand auf die eilig
freigelegte
Brust des Mädchens gepresst und schien zu beten.
Allmählich ließen die Zuckungen nach bis das Kind
schließlich erschöpft
ausatmete und die Augen schloss. Das leise Aufschluchzen einer Frau
durchbrach die Stille und bald stimmten die Spielgefährten des
Mädchens
in das Weinen ein.
"Sie ist nicht tot." Langsam stand der große Engel auf und
schob sich eine Strähne aus dem Gesicht.
"Mir stirbt niemand unter den Fingern weg, wo bleibt dein Glaube?" Die
Menge wich zurück als der Engel einen Schritt auf die
völlig
überforderte Frau zutrat und ein kleines rundes Gebilde in die
Höhe
hielt. "Brechnuss... Strychnos nux-vomica, hochgiftig... davon hat sie
gegessen."
Er drückte der Frau die Nuss in die Hand. "Sorge
dafür dass sie das nicht wieder tut."
Bittere
Galle
undatiert