Der Himmel der Gabrieliten [Nürnberg] - Intime

Die Ordensburg der Gabrieliten in Nürnberg
Ta-mil
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Beitrag von Ta-mil » 12.10.2005 - 21:46

Zinael lächelte und seine Hände wanderten zu seinen Waffengurt, mit geschickten Bewegungen löste er die Doppelscheide und legte sie vorsichtig neben das Tuch auf den Tisch. Für einen Moment schloss er die Augen und dann erst wagte sich seine Hand nach vorn, verhaart für weitere Moment über den Griff, bevor er ihn schon fast zärtlich umfaßte. Dann schlossen sich die kraftvollen Hände des Todesengels endgültig. Vorsichtig trat er ein paar Schritte zurück - immer noch die Augen geschlossen. "Leicht wie eine Feder, tödlich wie eine Raubkatze.", sagt er leise und führte wie Waffe in ein paar einfachen Bewegungen. Es sah aus wie ein Tanz und obwohl er nichts sah, berührten weder er selber, noch seine Schwingen oder die Klinge etwas in diesem Raum. Sein Körper sah die Waffe, seine Augen würden den Blick nur verwirren. So wie Zinael fast jede Stelle des Griffes berührte, so glitten seine Finger doch immer über der Klinge entlang.

In einer ruhigen Bewegung legte er die Waffe wieder exakt an ihren Platz zurück. "Kraftvoll und voller Erinnerung. Ich hätte gern mit unseren Geschwistern gekämpft.", sagte er leise und neigte sein Haupt gegen die Waffe. Seine Hände glitten zurück zu der Doppelscheide und verharrten darüber.

Cassiel
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Beitrag von Cassiel » 18.10.2005 - 15:28

Cassiel sah noch immer Ashvariel nach, der sich kraftvoll vom Fensterbrett abgestoßen hatte und sich jetzt in sanften Kreisen auf seinen Schwingen nach unten tragen ließ. So überhörte sie Finnyael’s Frage, ob jemand Kekse wollte, und das war ein Wunder. Die kleine Gabrielitin liebte diese leckeren Schokoladenkekse, doch war sie gerade wie gebannt, von der Aussicht und dem lautlos dahingleitenden Ordensbruder.

Erst als er außer Sichtweite für sie war, wandte sie sich wieder den anderen zu und tappte prompt mit der Hand in die Schale mit den Schoko-Keksen.
"Ups." machte Cassiel verlegen und kicherte hinter vorgehaltener Hand, aber da ihre Hand nun schon in der Keks-Schale verweilte, nahm sie sich auch gleich einen davon und schob ihn in den Mund.
Anschließend rutschte sie vom Fensterbrett und trat hinter Zinael und Finnyael, die ihr den Rücken zuwandten und ehrfurchtsvoll auf etwas schauten. Neugierig linste sie zwischen den beiden hindurch. Ihr Blick fiel auf eine glänzende Sichel, die auf einem Tuch aus rotem Samt lag.
Fast zärtlich berührte Zinael die Waffe und trat dann einige Schritte zurück, um ein paar Bewegungen auszuführen. Sirrend durchschnitt die Klinge die Luft und die Stille im Raum. Mit leuchtenden Augen beobachtete die kleine Gabrielitin sein Tun.
Als er die Waffe an ihren Platz zurücklegte, folgte ihr Blick dieser Bewegung. Zaghaft streckte sie die zierliche Hand aus, um das glänzende Metall zu berühren. Sie fühlte sich fast magisch davon angezogen. Im letzten Moment verharrte sie allerdings eine Sekunde darüber und zog sich dann zurück.

Gabriel
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Beitrag von Gabriel » 19.10.2005 - 09:57

Finnyael zog eine Augenbraue hoch, als sie sah, wie Cassiel inne hielt. Ein sanftes Lächeln zierten die Züge der Gabrielitin, die ihrer Schwester aufmunternd zunickten.
"Du darfst sie berühren." flüsterte sie ihrer Schwester ins Ohr und nickte ihr nochmal zu.
Finnyael erninnerte dieser Moment, doch so sehr, an den Momet, wo sie das erste mal, solch eine Sichel berührt hatte.
Es war ein geradezu heiliger Moment, die Seele unserer brüder berühren zu dürfen.

Ta-mil
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Beitrag von Ta-mil » 19.10.2005 - 12:24

Ohne ein weiteres Wort legte sich Zinael wieder die Schwertscheide an und musterte seine Geschwister, bei ihrem weiteren tun. Trat ein wenig beiseite um Cassiel zu ermöglich direkt an den Tisch heranzutreten.

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Beitrag von Cassiel » 26.10.2005 - 14:12

Mit leuchtenden Augen sah Cassiel zu Finnyael auf. Als diese ihr zunickte, streckte die kleine Gabrielitin die Hand wieder über den Tisch. Etwa eine Handbreit über der Sichel schwebend fuhr sie mit dem Zeigefinger die Formen der Waffe nach bevor sie sie vorsichtig aufnahm. Das Licht, das durch das Fenster herein und auf die Klinge fiel, spiegelte sich und hinterließ tanzende Lichtflecken im immer noch ehrfürchtig angespannten Gesicht der jungen Streiterin Gottes. Nachdem sie sie mehrmals gedreht und gewendet und die Waffe von allen Seiten betrachtet hatte, trat Cassiel einen Schritt zurück, um ähnlich wie Zinael einige Schwünge auszuführen. Natürlich nicht so perfekt und anmutig wie ihr älterer Bruder, aber doch gekonnt, vollführte sie fast einen kleinen Tanz.
Nachdem sie wieder zur Ruhe gekommen war, legte sie die Sichel vorsichtig an ihren Platz zurück, und als ob sie die ganze Zeit über die Luft angehalten hätte, entwich ihrer Kehle ein tiefes Seufzen. "Sie ist wunderbar." flüsterte Cassiel als sie wieder zu ihrer Schwester aufsah "Wo hast du sie her?"

Gabriel
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Beitrag von Gabriel » 26.10.2005 - 16:32

Finnyael trat einen Schritt wieder vor, als Cassiel ihren Schatz auf das tuch legte. Sachte schlug die Gabrieliten das rote Tuch um die Sichel und streichelte liebevoll darüber, als sie darin eingeschlagen war, ehe sie die Sichel an sich nahm und in einer art Köcher an ihrem Rücken wieder verschwinden ließ.
"Das kann ich dir nicht sagen." antwortete Finnyael recht knapp auf die Frage ihrer kleinen Schwester und meinte dies auch ernst.
Wenn sie sich eines Tages vielleicht zu den Wächtern bekehren ließ, dann würde sie es erfahren, aber nur dann.

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Beitrag von Ta-mil » 28.10.2005 - 11:47

Es klopfte und eine Begine steckte ihren Kopf herein. "Zinael, man wünscht eure Anwesenheit in der Trainingshalle dieser Ebene. Volle Ausrüstung." Der Todesengel nickte und erhob sich, ohne ein Wort von seinem Platz. "Ich danke für die Gastfreundschaft. Finnyael, Cassil, bis sich unser Wege kreuzen, möge ER über euch wachen." Zinael verließ hinter der Begine und machte sich auf den Weg zu seiner Cella, wo seine Ausrüstung verstaut war.

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Beitrag von Cassandra » 28.10.2005 - 16:01

Kaum war Zinael mit der Begine aus der Cella verschwunden, steckte eine andere junge Frau nach einem zögerlichen Klopfen den Kopf zur Tür herein.
Cassiel, die gerade noch etwas wehmütig darüber nachdachte, zu welchen Abenteuern ihr älterer Bruder wohl gerade aufbrechen mochte, schaute verwundert zu der Begine hinüber.
Noch erstaunter wurde ihr Blick, als diese sich an sie wandte: "Cassiel von den Gabrieliten? Ihr werdet in voller Ausrüstung in den Trainingshallen erwartet."
Verblüfft sah Cassiel zu Finnyael auf. Sie würde doch nicht etwa.. nein.. das konnte doch nicht sein… würde sie Zinael etwa schneller wieder sehen als gedacht? Die kleine Gabrielitin wagte gar nicht zu hoffen.
Als sie sich wieder etwas gefasst hatte, nickte sie der Begine freundlich zu und sagte "Ich komme sofort."
"Nun ja, dann werde ich mal meine Sachen holen." meinte sie mit einem breiten glücklichen Grinsen im Gesicht zu ihrer Schwester, während sie von den Zehen auf die Fersen und zurück wippte, die Hände schelmisch hinter dem Rücken verschränkt.
Bevor sie nun nach draußen flitzte, stibitzte sich Cassiel noch einen von den leckeren Schokokeksen und verschwand mit einem Zwinkern zu Finnyael und einem "Bis bald, Schwester." zur Tür hinaus.

Gabriel
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Beitrag von Gabriel » 30.10.2005 - 12:56

"Bis bald!" verabschiedete sich Finnyael von ihrer Schwester, als auch schon die Tür ins Schloss viel und Finnyael wehmütig zum Fenster sah.
"Schade eigentlich." seufzte sie und nahm ihren Becher auf, sowie einen Schokokeks, an den sie sogleich anfing zu knuspern. Mit dem Keks in der hand und ihrem Getränk, fläzte sich Finnyael auf ihren Meditationshocker und begann Löcher in in die Luft zu starren und einfach die Ruhe zu genießen.
Doch dann klopfte es und auch Finnyael wurde in die große Übungshalle in mitsamt ihrer Ausrüstung berufen.
Schwer seufzte Finnyael und ließ die Plätzchenschale sinken. Langsma raffte sie sich auf und packte die Plätzchen in einen Beutel ein. Schließlich wollte sie nicht verhungern und fing an sich fertig zu machen. Bis schluss endllich auch sie die tür ins Schloss fallen ließ.

Beruliel
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Beitrag von Beruliel » 20.03.2006 - 19:10

[Szene 4: Die Vision]

Es war Morgen, genauer gesagt noch recht früh am Morgen und draußen, auf der großen Flugplattform des Nürnberger Himmels, war noch nicht wirklich viel los.
Ein stämmiger Gabrielit war soeben gelandet und schüttelte das braune Gefieder sorgfältig aus, bevor er die riesigen Schwingen wieder auf dem Rücken faltete. Beruliel mochte es, morgens erst einmal einen schönen Rundflug um die Spitze des Himmels zu machen um fit und wach zu werden.

Im moment war die Flugplattform noch von Hochnebel eingehüllt und dieser liess kleine Wassertröpfchen im braunen Haar des Engels und seinen Federn hängen. Beruliel hatte heute keine Unterrichtsstunden, er hatte den Tag sozusagen für sich und seinen eigenen Unterricht.
Aber vorher erst einmal etwas essen… dachte sich der Gabrielit und steuerte nach einem ebenfalls kräftigen Kopfschütteln, zielstrebig in Richtung Innere des Himmels und seine Refectorien.

Nezurael
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Beitrag von Nezurael » 20.03.2006 - 19:18

Nezurael saß in seine Cella und hatte eben seine Meditation beendet. Jetzt betrachtete er die Erinnerungsstücke, die er sein Eigen nannte und dachte an die Personen, von denen er sie erhalten hatte. Ich werde mein Ziel erreichen und euch Ehre machen, dachte er, als er sie wieder in den kleine Lederbeutel steckte und sich um den Hals hing.

Nach einer kurzen Besinnungspause richtete er sich und trat mit gewohnt freundlichem Lächeln aus seiner Cella, um sich ein Frühstück zu organisieren.

Beruliel
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Beitrag von Beruliel » 20.03.2006 - 19:35

Beruliel betrat den großen Speisesaal mit einem Strecken und liess seinen Blick dann durch den noch fast ganz leeren Raum schweifen.
Ihm gefiel es früh unterwegs zu sein…es war dann immer schön ruhig und man konnte sich etwas Zeit lassen.

Mit einer Hand strich er über den Griff seiner Samaelissichel, die er in einer Halterung an der Hüfte trug und lächelte. Später etwas Training würde nicht schaden…
Mit großen Schritten ging der stämmige Engel zur Essensausgabe und orderte dort erst einmal sein Frühstück, um dann mit dem Essen vorsichtig zu einem der Tische zu balancieren und schwungvoll Platz zu nehmen.

Gemütlich futterte Beruliel erst einmal den Apfel, den er mit auf sein Tablett bekommen hatte und betrachtete dabei aufmerksam seine Umgebung. Immerhin, auch wenn er nicht richtig wartete, würde es ihn wundern wenn sich nicht irgendwann sein junger Bruder blicken lassen würde, schließlich war Nezurael seit er hier in Nürnberg war immer wieder aufgetaucht. Die Frage war nur wann…
Beruliel freute es jedenfalls, welches Interesse der junge Engel für den Bruderorden der Gabrieliten, die Samaeliten, aufbrachte und auch welche Hingabe er an den Tag legte.

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Beitrag von Nezurael » 20.03.2006 - 19:42

Mit sicherem Schritt trat Nezurael in den Speisesaal und erspähte sofort seinen Mentor, der bereits seinen Hunger stillte. Auch Nezurael holte sich sein Frühstück und trat dann an Beruliels Tisch und setzte sich ihm gegenüber. "Guten Morgen, wie geht es dir?", begrüßte er ihn und lächelte freundlich, ehe er sich dem Essen widmete.

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