Der Himmel der Gabrieliten [Nürnberg] - Intime

Die Ordensburg der Gabrieliten in Nürnberg
Beruliel
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Beitrag von Beruliel » 13.04.2006 - 14:53

Die beiden anderen Gabrieliten folgten und schon bald war ein recht geschützer Platz, an einer kleinen "Bucht" gefunden, der von Bäumen und kleinen Büschen gesäumt war.
Der Boden war trocken und recht sandig. Einige kleine Felsen lagen herum und Beruliel ließ sich sofort auf einem nieder und begann seine Flügel mit den Händen zu durchkämmen und zu inspizieren.

Als er damit fertig war, nickte er den anderen Beiden noch einmal zu und begann zu meditieren.

Nezurael
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Beitrag von Nezurael » 13.04.2006 - 15:08

Nezurael legte seine Tasche ab, nachdem sie den Lagerplatz gefunden hatten und überprüfte ebenfalls sein Gefieder. Als er fertig war auch seine Waffen und die restliche Ausrüstung zu kontrollieren, kam auch er zur Ruhe und begann zu meditieren.

Beruliel
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Beitrag von Beruliel » 13.04.2006 - 15:26

Die Nacht verlief wirklich ruhig und friedlich. Das einzige was sich in der Dunkelheit blicken ließ, waren zwei Kaninchen am gegenüberliegenden Ende der Bucht die Wasser tranken, aber nachdem sie die Engel witterten schnell wieder in den Büschen verschwanden.

Als die erste Morgendämmerung hereinbrach, war Beruliel schon auf den Beinen und dehnte etwas abseits Körper und Flügel, um beweglich zu bleiben.

Nezurael
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Beitrag von Nezurael » 13.04.2006 - 15:31

Nezurael erhob sich bald, nachdem Beruliel sich geregt hatte. Er tat es dem Älteren gleich und streckte sich erst einmal ordentlich.

Als sie fertig waren, stieg Nezurael auf um zum Kloster zurückzufliegen und Samariel zu holen.

Beruliel
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Beitrag von Beruliel » 13.04.2006 - 15:40

Samariel war schon früh wach gewesen, vor allem deshalb weil sie schlichtweg aufgeregt war. Zu aufgeregt um noch die Ruhe zu finden, die sie zur Meditation brauchte.

Die Em des Klosters hatte ihr gestattet den Gabrieliten zu helfen, als der kleine zarte Engel schüchtern darum gebeten hatte. Auch die alte Frau war immer früh wach, allerdings mehr wegen der Gewohnheit eines langen Lebens.
Dem scheuen Engel Raphaels etwas abzuschlagen war Em Susanna schlichtweg unmöglich. Sie mochte den jungen Engel...

So also stand Samariel schon auf dem Klosterhof und lief im Kreis, als Nezurael kam um sie abzuholen.

Nezurael
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Beitrag von Nezurael » 13.04.2006 - 16:03

Nezurael begrüßte Samariel fröhlich und freute sich, sie mitzunehmen.

Er erinnerte sich noch an die ungefähre Lage, der Stelle seines Traumes und führte die anderen dorthin. Nezurael landete bei der kleinen Bank am See, die er bei seinem ersten Ausflug hier gefunden hatte und erklärte es den Anderen. Dann führte er sie den Weg entlang in das Dorf, wo er den schwarzen Reiter gesehen hatte.
Der junge Engel war sehr erfreut, dem Dorfältesten erneut zu begegnen, mit dem sie bei ihrem Auftrag Kontakt hatten.

Gabriel
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Beitrag von Gabriel » 13.04.2006 - 16:49

Finnyael hatte ihrerseits Morgens in aller Frühe ihre Sachen gepackt und war mit den Worten. "Ich lauf mal um den See." verschwunden. Tatsächlich sah Beruliel die Gabrielin wenig später am anderen ufer des Sees, wo sie am Ufer entlang lief und schließlich nachdem wieder etwas zeit vergangen war wieder an ihrem Ausgangspunkt angekommen.
Freudig unterhielt sie sich noch etwas mit Beruliel. Schließlich machten die wenigsten Engel sowas wie Dauerläufe um ihre Beinmuskulatur zu stärken. Warum auch wenn man Flügel hatte? Finnyael sah vieles nun einmal etwas anders und so war es auch mit dem Laufen.
Als Nezurael und Samarieldann endlich kamen, ging Finnyael still hinter den beiden her und musterte mehr aus Freude an der Natur die Umgebung.

Beruliel
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Beitrag von Beruliel » 18.04.2006 - 14:49

Beruliel stand am Dorfrand und schüttelte dann kurz den Kopf. Er sah zu Nezurael.
"Hör mal, ich denke es wäre nicht sehr geschickt gleich mit so vielen Engeln auf einmal...vor allem mit so großen Gabrieliten, " er lachte verschmitzt auf, "hier einzumaschieren. Vielleicht solltest du erstmal alleine gehen und vielleicht Samariel zum übersetzten mitnehmen oder so. Ich schau mir lieber nochmal die Umgebung an, vielleicht fällt mir ja noch irgendwas auf."

Damit verschränkte der große Engel die Arme vor der Brust.
Er wollte die Dorfbewohner keineswegs ängstigen und außerdem war es Beruliels Meinung nach besser, Nezurael vielleicht erstmal alleine nach Antworten suchen zu lassen. Es war nunmal sein Traum gewesen.

Gabriel
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Beitrag von Gabriel » 18.04.2006 - 15:09

"Und was soll ich machen?" fragte Finnyael dann frei heraus und schaute Beruliel dann fragend an.

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Beitrag von Beruliel » 18.04.2006 - 15:19

Beruliel lachte Finn an.
"Komm halt mit mir, ich wollte mir die Gegend um diese Stelle am See noch etwas anschauen. Irgendetwas muss es ja zu bedeuten haben, außerdem, wer weiß, was wir noch finden." sagte der alte Gabrielit mit leuchtenden Augen.

Nezurael
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Beitrag von Nezurael » 18.04.2006 - 15:45

Nezurael war mit dem Vorschlag einverstanden und warf ein, "Vielleicht ist das wirklich keine Schlechte Idee... wir holen euch dann, wenn wir weitergekommen sind." Er nickte Samariel lächelnd zu und drehte sich wieder in Richtung des Dorfes um mit der Raphaelitin nach dem Dorfältesten zu suchen.

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Beitrag von Beruliel » 20.04.2006 - 16:21

Das kleine Dorf, oder vielmehr, die kleine Ansammlung von Häusern und zwei größeren Höfen, die sich um eine Kirche scharten, wirkte sehr leer und ruhig.
Samariel hatte den Berichten ihres älteren himmlischen Bruders aufmerksam, aber schweigend zugehört. Sie machte sich Gedanken, aber im moment wusste sie nichts zu sagen. Sie begleitete Nezurael um ihm bei der Verständigung zu helfen, aber sie wusste nicht ob sie wirklich etwas beitragen konnte.
Mutig stapfte der kleine, plüschige Engel in Richtung der Kirche und übernahm damit die Führung. Sie wand den Kopf hin und her, doch das einzige Wesen das sie zu Gesicht bekam, war ein Kind von vielleicht 4 Jahren, das mit hellem Aufschrei in dem Haus verschwand, in dessen Eingangstür es gerade noch gesessen hatte.
Samariel räusperte sich und sah dann wieder zu der Kirche hin. Irgendwo musste doch die Mater sein. Die kleine Raphaelitin war sich sicher, das die Frau irgendwo sein musste...nur wo?

Auch Nezurael hielt Ausschau nach dem Dorfältesten und betrachtete das Dorf, was sich seit seinem letzten Besuch, oder viel mehr seit seiner Vision verändert hatte

Die Häuser schienen etwas ausgebaut worden zu sein und wirkten älter. Aber ansonsten konnte Nezurael keine großen Veränderungen feststellen. Allerdings war das Dorf in seinem Traum auch wie in leichten Nebel gehüllt gewesen, so wie es in Träumen immer zu sein scheint. Das was am Rande der Aufmerksamkeit lag, wurde meist nur wie durch einen Schleier wahrgenommen.
Gerade als Samariel sich an Nezurael wenden wollte, um ihre Gedanken mitzuteilen, erreichte ein Ruf das Ohr der beiden Engel. Eine relativ junge Frau eilte auf die Beiden zu, gekleidet in zweckmäßige Gewänder mit einem schwarzen Überwurf, die Mater des Dorfes.
"Salve Engel des Herrn," sagte sie und verneigte sich leicht. Ihr Blick zeigte zwar Respekt, doch schien sie schon mit Engeln zu tun gehabt zu haben und wirkte leicht verwirrt.
"Wie kann ich euch helfen?"

Nezurael trat mit seinem gewohnten Lächeln vor sie und begrüßte sie: "ich grüße euch Mater, ich würde gerne mit euch sprechen. Doch sagt, als ich vor kurzer Zeit bereits einmal hier war, wart ihr noch nicht Vorstand dieses Dorfes, wenn ich mich erinnere, oder?" Er musterte sie und versuchte sich zu erinnern, ob sie ihm damals aufgefallen war.

Die Mater wand sich Nezurael zu und verneigte sich noch einmal leicht.
"Das ist durchaus richtig. Die Obhut über diese Gemeinde obliegt mir erst seid ein paar Wochen, vorher lebte ich im Kloster...Pater Sebastian ist vor 4 Wochen gestorben."
Sie neigte einmal kurz den Kopf.
"Ihr wollt mit mir sprechen? Dann begleitet mich doch zur Kirche, dort ist es geschützter."
Die Kirche war, wie oft in Gabrielsland, eher ein trutziger Bau, der den Eindruck machte das man sie gut auch in eine kleine Festung umfunktionieren konnte. Sie war aus dunklen Steinen gebaut und wirkte ziemlich klobig.
Die Mater führte die beiden Engel in das große Gebäude. Augenscheinlich war sie gerade mit dem Vorbereiten der Messer beschäftigt gewesen und Samariel musste leise lachen. Natürlich, schließlich stand die Frühmesse an, darum war wohl niemand unterwegs, alles bereitete sich vor.
Die junge Frau drehte sich um und bot den beiden Engeln Sitzplätze an, dann sah sie fragend zu Nezurael.

"Nun, eigentlich hätte ich gerne mit Pater Sebastian gesprochen, doch dies ist wohl leider nicht mehr möglich", sprach Nezurael und zeigte sein Bedauern. "Es geht um Vorkommnisse, die schon länger zurück liegen, von denen ihr wohl nicht wisst. Aber wisst ihr, ob unter den Dorfbewohnern jemand ist, der uns dabei vielleicht weiterhelfen könnte?

"Jemand älteres also? Nun, die einzige wirklich eingesessene Bewohnerin ist Maria. Sie ist inzwischen bestimmt schon über 70 Jahre alt und seid ihrer Geburt hier, wenn jemand euch etwas erzählen kann, dann sie. Sie wohnt gleich neben der Kirche, in dem kleinen Haus rechts von hier."
Die Mater nickte und schaute dann abwartend, als wollte sie ergründen ob die Engel noch etwas von ihr wollten.
Samariel lächelte einmal freundlich.
"Vielen Dank Jana...oh, Mater Jana." sagte sie und machte Anstalten zu gehen. Die junge Mater lachte leise auf und winkte dem heilenden Engel noch einmal freundlich.

Nezurael folgte Samariel und als sie wieder hinaustraten fragte er, "ihr kennt euch wohl schon länger, oder?"

Samariel sah Nezurael an.
"Sie war im Kloster und hat dort gelernt, schon als ich dort angekommen bin. Man hat sich halt gesehen."
Damit übernahm der kleine Engel wieder die Führung und tappte zielstrebig zu besagtem Häuschen. Es war wirklich klein, sah aber gepflegt aus. Samariel sah Nezurael an und klopfte dann zaghaft an.
"Ich glaub du gehst lieber alleine, es ist deine Sache," flüsterte sie dem Todesengel zu und trat zurück.

"Weißt du zufällig, ob sie Latein kann? Mein Common ist nich so ausgereift...", entgegnete Nezurael, scheute aber nicht davor zurück einzutreten und wie gewohnt zu lächeln.

"Oh, " machte Samariel und lachte leise.
"Ganz vergessen, ok, dann komm ich doch mit."
Als die beiden Engel eintraten, kamen sie direkt in einen großen Wohnraum. Maria, die besagte Frau, saß an einem Tisch und blickte aufmerksam zur Tür, stand jedoch sofort auf als sie sah wer da eintrat.
"Du meine Güte," entfuhr es ihr leise und sie legte die faltigen Hände zusammen. Mehr schien sie nicht sagen zu können und Samariel stupfte Nezurael in die Seite, um ihn dazu zu bringen etwas zu sagen.

Wie gewohnt lächelnd und mit sanfter Stimme begrüßte Nezurael die alte Frau: "Seid gegrüßt, Tochter des Herrn, verzeiht die Störung, doch hättet ihr Zeit, uns zu helfen?"

Samariel übersetzte.
Die alte Frau lächelte ergriffen und liess sich auf einen Stuhl sinken.
"Ich...wenn ich euch helfen kann, wäre das eine große Ehre," sagte sie leise. Maria war eine kleine Frau, mit komplett ergrautem Haar, das sie in einem Knoten trug und sehr dünnem Körper. Dunkle Kleider hüllten sie ein und um den Hals trug sie ein kleines Schwingenkreuz.

"Ich danke euch", sprach Nezurael und nach kurzem überlegen, "Ich hatte eine Vision... von diesem Ort... es muss vor längerer Zeit gewesen sein, denn das Kloster in der Nähe war noch nicht errichtet... könnt ihr euch an diese Zeit erinnern?"

"Natürlich, das Kloster besteht erst seit 3 Jahren. Es ist noch sehr neu und seit es da ist, ist es hier wesentlich sicherer geworden."
Die alte Frau sah immernoch ergriffen, aber auch interessiert aus.

"Nun, ich befand mich in meiner Vision an diesem Ort... an der Bank am See, von der ein Weg in dieses Dorf führt... ein kleiner Junge rief nach mir und ich folgte ihm hierher... im Dorf erblickte ich eine Menschenmenge und einen großen schwarzen Reiter", erzählte Nezurael und hoffte, dass Maria ihm weiterhelfen konnte.

"Einen Beutereiter? Ja, die kommen natürlich auch hierher...wie überallhin, schon so lange ich denken kann. Damals, als das Kloster gerade erst im Bau war, da haben sie auch meinen Enkel mitgenommen. Seine Eltern konnten dann nicht mehr hierbleiben, zuviele Erinnerungen. Mein Sohn ist mit seiner Frau fortgegangen, aber ich wollte hier bleiben, was ich auch bin...manchmal fragt man sich wie es den Kleinen geht. Nunja, aber, wieso seht ihr das Engel?"
Samariel übersetzte weiter und sah Nezurael dann an.
"Ich denke, sie wird nicht viel mehr wissen," fügte sie dann noch traurig an.

Nezurael war ein wenig verwirrt. Dann trat er ganz nah an Maria heran, so dass sie sein Gesicht sehen konnte und sprach mit sanfter aber sicherer Stimme: "Erinnert ihr euch an mein Gesicht?"

Die alte Frau fuhr ein wenig zurück, betrachtete Nezurael dann aber fest. Kurz zog sie die Stirn kraus.
"Ich...nun, nein, nein ich habe noch nie einen Engel aus dieser Nähe gesehen," sagte sie schließlich zögerlich.

Nezurael zweifelte etwas. Er blickte der guten Frau tief in die Augen und versuchte sich zu konzentrieren, auf ihr Gesicht, auf seine Vision. "Seht mich nicht als Engel sondern als Kind", sprach er, eindringlich und einfühlsam zugleich. Er war in der Vision kein Engel gewesen sondern ein Kind. Er war hier gewesen, als reines Kind.

Maria schauderte und schluckte.
"Ich bin schon immer hier gewesen Herr. Ich kann mich an vieles erinnern, an meine Familie, meinen Sohn, meinen Enkel, meinen Mann. Freunde und Verwandte. Ihr ähnelt jemandem, aber ich vermag nicht zu sagen wer das war. Es gab viele Kinder hier..."
Samariel übersetzte weiter und sah besorgt zwischen den Beiden hin und her. Worauf wollte Nezurael hinaus?

Nezurael hatte eine Idee. Die Visionen waren ihm bei der Meditaion gekommen. Er setzte sich vor Maria auf den Boden, nahm ihre Hand und blickte zu ihr auf, wie ein kleines Kind. Er blickte tief in ihre Augen, bevor er seine schloss und begann zu meditieren.

Die Alte schien nichts sehnlicher zu wollen, als ihre Hand wegzuziehen. Einen Engel zu berühren war Sünde! Andererseits hatte Nezurael ihre Hand genommen und Maria wusste nichts zu tun außer dazusitzen und zu warten.
Samariel sah ebenfalls ängstlich drein und zuckte die Schultern.
Eine Weile schwiegen alle und Samariel begann unruhig zu werden. Maria hingegen wagte nicht irgendetwas zu bewegen, doch plötzlich zuckte sie zusammen und saß kerzengerade da.
"Ihr ähnelt dem besten Freund meines Enkels, ja, er war älter als er, aber ein guter Junge. Ich weiß seinen Namen nicht mehr, seine Familie zog ebenfalls fort, kurz nachdem Marko mitgenommen wurde. Sie wollten einen eigenen Hof..."

Nezurael hörte das alles sehr am Rande seines Bewusstseins durch die Meditation, doch es erfüllte ihn mit Wärme. Er hatte recht gehabt, er war hier gewesen... Nezurael hielt Marias Hand und versuchte so viel Vertrauen wie möglich auszustrahlen. Vielleicht würde er eine weitere Vision haben. Er konzentrierte sich weiter auf die neuen Erkenntnisse... auf Marko...

Doch im moment schien keine weitere Vision darauf zu warten von Nezurael entdeckt zu werden.
Samariel und Maria schienen auf irgendein Lebenszeichen des Engels zu warten und beide wurden zunehmend unruhiger, vor allem Maria.

Nezurael wartete noch einen Moment, bevor er wieder die Augen öffnete. "Danke", hauchte er Maria in dem geringen Common entgegen, welches er sich bereits angelernt hatte. Er hatte viel erfahren, doch über die Bedeutung würde er noch einige Zeit nachdenken müssen. Nezurael ließ Marias Hand langsam los und erhob sich. Er wollte sich bereits zur Tür wenden, besann sich jedoch eines besseren. Nezurael öffnete seine Schwingen, soweit es in dem Raum möglich war und suchte nach einer schönen Feder. Als er eine gefunden hatte, biss er die Zähne zusammen, zog sie aus dem Gefieder und überreichte sie Maria.
Als Nezurael schon fast an der Tür war, drehte er sich jedoch noch einmal um. "Könnt ihr euch vielleicht erinnern, wohin Markos Eltern oder die seines Freundes gezogen sind?", fragte er leicht verlegen, weil er nicht sofort auf diese Idee gekommen war.

Maria lächelte, als ihre alten Finger sich sanft und zitternd um die Feder schlossen. Als Samariel ihr die letzte Frage des Gabrieliten übersetzt hatte sah sie nachdenklich drein.
"Nein, ich habe schon seit langem nichts mehr von meinem Sohn gehört. Und wohin die Anderen gezogen sind weiß ich nicht, ich weiß nur noch das sie fort waren. Vielleicht hätte es mein Sohn oder seine Frau gewusst..."
Sie schüttelte entschuldigend den Kopf und verneigte sich dann leicht im Sitzen. Maria wusste das sie nicht aufstehen konnte, dazu zitterten ihre Beine viel zu sehr. Als die beiden Engel gingen, glitzerten Tränen in ihren Augen. Sie konnte es einfach nicht fassen, das zwei dieser wundervollen Geschöpfe zu ihr gekommen waren, einfach so. Zart streichelte sie die dunkle Feder in ihren Händen...
Vor der Tür sah Samariel ihren gabrielitischen Bruder fragend an.

Auch Nezurael wusste nicht so recht, was er mit diesen neu gewonnenen Informationen anfangen sollte. Noch nicht. "Was nun? Sollen wir noch einmal zu Mater Jana, in die Frühmesse oder zurück zu den Anderen?", erkundigte er sich bei der jungen Raphaelitin.

"Ich denke die Mater würde es sehr ehren, wenn wir der Messe beiwohnen. Aber dann würde ich noch die anderen Beiden holen," sagte Samariel schlicht und faltete die zarten Hände vor dem Bauch.
"Danach können wir uns ja noch etwas umschauen, in der Gegend ob irgendwas dir noch etwas sagt oder zur Lösung des Ganzen beiträgt."

Nezurael lächelte. "Du hast recht. Also beeilen wir uns, damit wir nicht zu spät kommen", erwiderte er.

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Beitrag von Beruliel » 20.04.2006 - 16:25

Beruliel hatte sich unterdessen wieder der Bank am See zugewand und stromerte ein wenig durch die umliegenden Büsche.
Er überließ es natürlich Finn ob sie mit ihm gehen würde oder vielleicht andere Pläne hatte, aber die Gesellschaft des irgendwie...nachdenklichen jüngeren Engels empfand er als angenehm. Es war nett sich mit Finnyael zu unterhalten.

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