Der Himmel der Gabrieliten [Nürnberg] - Intime

Die Ordensburg der Gabrieliten in Nürnberg
Gabriel
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Beitrag von Gabriel » 20.04.2006 - 16:32

Finnyael folgte Beruliel und pfiff leise vor sich ein Lied dahin. Die Arme hatte sie über ihren Kopf gelegt und sah nachdenklich in den Himmel und dann zum See. Es war ja auch schon komisch, einfach einem Traum zu folgen.
Aber war nicht das Bauchgefühl immer ein Indiz für die Wahrheit?
Finnyael rieb sich ihre Nase und klaubte ein langes Gras auf, dass sie sich in den Mund steckte und anfing darauf rumzuckauen. Als sie dazu keine Lust mehr hatte zupfte sie ein Blatt von einem Strauch und faltete es, ehe sie es zum Mund führte und es als Flöte gebrauchte und sogar ein paar hohe Töne darauf spielen konnte. Dabei konnte man nämlich viel besser nachdenken wie Finnyael befand.

Beruliel
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Beitrag von Beruliel » 25.04.2006 - 16:04

Der alte Gabrielit liess sich nach einiger Zeit auf die Bank plumpsen und beobachtete Finnyael fasziniert.
Mit fragenden braunen Augen deutete er auf das Blatt.
"Wie machst du das? Hab ich noch nie gesehen," sagte er und beugte sich unter viel Federgeraschel vor.

Gabriel
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Beitrag von Gabriel » 30.04.2006 - 21:53

Finnyael schaute erstaunt zu Beruliel auf und ließ ihre Hände wieder sinken. "Hum?" machte sie und ließ das Blatt einfach fallen. "Das hab ich früher immer gerne gmacht. man kann mit fast allem Musim machen. Ausserdem macht´s Spaß." fing Finnyael dann an und grinste Beruliel schief an, ehe ihre Hand erneut zum Strauch wanderte und ein weiteres Blatt von ihm abzupfte. "Aaaaalso." begann Finnyael dann in einem dozierenden Ton. "Du nimmst nen Blatt, und dann faltest du es so in der Mitte." Finnyael faltete das Blatt demonstrativ und achtete darauf, dass Beruliel dies sehr gut sehen konnte. "Dann nimmst du die Hände genau so. Die Daumen brauchste um das Blatt zu halten. Dazwischen bläst man nachher rein. Ist beinahe wie bei ner Flöte und dann tust dus einfach und den Rest muss man einfach üben und das gefühl sorgt schon dafür, dass man´s nachher kann." Finnyael bließ in das Blatt und dieses Mal erklang ein heller angenehmer Ton.

Beruliel
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Beitrag von Beruliel » 04.05.2006 - 16:51

Beruliel blickte erst kritisch, dann sah er sich prüfend um und kurz darauf war er mit Feuereifer dabei zu lernen wie man einem Blatt Töne entlocken konnte.
Im Gegensatz zu Finnyael gelang es ihm aber eher schlecht als recht und als schließlich ein leises Kichern hinter ihm von der Rückkehr der beiden anderen Engel zeugte, liess er sein Versuchobjekt sinken.

"Naja, muss noch üben," brummte er, als er die kleine Raphaelitin sah, die immer noch grinste. Sein Blick erfasste Nezurael und stellte eine stumme Frage.

Nezurael
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Beitrag von Nezurael » 04.05.2006 - 16:53

Nezurael winkte ab und fragte, "Würdet ihr mit zur Messe wollen? Dann müssen wir uns aber beeilen." Er würde später genug Zeit haben um alles zu erzählen.

Beruliel
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Beitrag von Beruliel » 04.05.2006 - 17:01

Der alte Gabrielit nickte und erhob sich.
"Klar, gern. Immer voran."
Er folgte der kleinen Samariel, die sofort die Führung übernahm und zurück zu dem Dorf lief, aus dem sie gerade gekommen waren. Scheinbar freute sich der junge Engel sehr darauf.

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Beitrag von Beruliel » 15.05.2006 - 17:15

Die Engel waren natürlich gern gesehene Gäste und die junge Mater wies ihren göttlichen Besuchern schöne Plätze recht weit vorne und etwas abseits der Menschen. Denn schließlich sollten die Boten Gottest sich nicht belästigt fühlen von der Neugier der übrigen Dorfbewohner. Kurz darauf begann sie ihren Gottesdienst.

Die Mater beendete ihre Messe nach einer guten Stunde, aber bevor alle Menschen die Kirche verlassen konnten stand Samariel auf und trippelte nach vorne. Sie wandte sich den Gesichtern der Menge zu und hob die Hände, gleichzeitig breitete sie die Flügel aus und sprach mit glockenheller und klarer Stimme, im schönsten Latein einen Segensspruch. Diesen wiederholte sie ebenfalls auf Common und lächelte dann.
Die Menschen, die sowieso ergriffen waren von der Anwesenheit der Engel, schienen fast das Atmen zu vergessen und Samariel konnte die alte Frau sehen, die sie am Morgen besucht hatten. Sie schien sich Tränen aus den Augenwinkeln zu wischen und erst langsam begannen die Menschen nun die Kirche zu verlassen.

Samariel kehrte zu ihren himmlischen Geschwistern zurück und sah sie an.
Beruliel nickte den Anderen zu, dann noch einmal in Richtung der Mater und verliess die Kirche und das Dorf. Draussen wandte sich Samariel an die Gabrieliten.
"Ich finde meinen Weg von hier aus schon alleine. Ihr solltet euch dann wohl auf den Rückweg machen."
Die Kleine sah von einem zum anderen. Dann umarmte sie Nezurael kurz und schüchtern und winkte den größeren Engeln.
"Kommt gut zurück. Vielleicht sehen wir uns eines Tages wieder," sagte sie, wandte sich um und erhob sich eilends in die Lüfte.

Beruliel nickte und deutete ohne ein Wort nach oben. Alles was Nezurael ihnen vielleicht erzählen wollte, konnte er auch noch im Himmel tun. Damit erhob sich auch der alte Gabrielit in die Lüfte und schlug zielsicher den Heimweg ein.

Nezurael
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Beitrag von Nezurael » 15.05.2006 - 17:55

Nezurael war etwas verwirrt, als er aus der Kirche trat. Er hatte während der Messe eine weitere Vision gehabt.
Als Samariel ihn umarmte flüsterte er ihr ein leises "Danke" ins Ohr.
Schweigend folgte der junge Gabrielit seinem Mentor.

Gabriel
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Beitrag von Gabriel » 15.05.2006 - 19:19

Finnyael wusste nicht so ganz, warum das ganze jetzt schon zuende war, jedoch hatte Nezurael vielleicht schon seine Antwort gefunden. Das war ja auch möglich. So schaute sich Finnyael unbeschwert den Gottesdienst an und war beinahe traurig, dass das ganze jetzt schon vorbei war.
Als der gottesdienst zuende war, verabschiedete sich Finnyael mit einem freundlichen Händedruck von Samariel, ehe die Gabrielitin sich neben Beruliel in die Lüfte erhob und mit ihren Geschwistern ungefähr 2 Stunden später, die Spitze der Zitadelle des Todesengels aufragen sahen und unbeschwert über der Händlerstraße, die am heutigen tag wieder sehr voll war flogen, sodass Finnyael einmal mehr froh darum war, dass sie als Engel keine Kontrollen am Tor über sich ergehen zu lassen hatten und die Gabrielitin den Torwachen, zwei gestandene Templer, die Finnyael gut kannte zuwinkte.
Endlich waren sie in Nürnberg und Finnyael war froh wieder zuhause zu sein. Zuhause war es doch am besten, sagte immerhin ein altes Sprichwort und irgendwie konnte sich die Gabrielitin nicht so recht vorstellen, wie es war, wenn man längere zeit von Nürnberg weg war.

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