Der Himmel der Gabrieliten [Nürnberg] - Intime

Die Ordensburg der Gabrieliten in Nürnberg
Timikael
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Beitrag von Timikael » 27.09.2004 - 20:32

"Wenn du willst dass ich im Kampf mehr mit verrutschenden Röcken und Bändern zu kämpfen habe als mit meinem Gegner können wir das gerne so handhaben. Der Gürtel reicht." Damit rückte sie demonstrativ den breiten, nietenverzierten Ledergürtel zurecht, der Rock und Busen recht fest an Ort und Stelle hielt.

Natürlich war klar gewesen dass diese Diskussion wieder anfangen würde, wenn sie einen neuen Michaeliten bekam und es nervte sie.
Immerhin hatte sie sich das ja so nicht ausgesucht und wenn es ein effektiveres Mittel geben würde als diese dummen Bänder, dann - dass war sicher - hätte sie es benutzt. Blöderweise war dem nicht so.

"Falls es dich stört empfehle ich nicht hinzuschauen."

Mikael legte die Hände locker auf den Knauf ihres Schwertes.

Manuel
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Beitrag von Manuel » 27.09.2004 - 20:43

"Es stört mich nicht, aber ich habe gesehen, dass sich der Brustumfang so verkleinern lässt. Allerdings habe ich keine Erfahrung damit, weswegen du selbst entscheiden musst, wie du am effektivsten kämpfst."

Manuel stand noch immer mit verschränkten Armen in der Halle - das Holzschwert in der geschlossenen Faust nahe am Körper - drehte sich wieder etwas weg von Timikiel und starrte zur Tür. Er wartete auf Varcanel und nebenbei sponn er sein gedankliches Netz zwischen sich und den Mitgliedern der Schar. Noch bemerkten die anderen nichts davon - erst, wenn er das erste mal zu ihnen sprach.
In dem Raum gab es nichts interessantes für ihn. Er war schon oft in Nürnberg gewesen, wusste wie die Gabrieliten trainierten und es war niemand anwesend, der ihm noch etwas beibringen konnte - jedenfalls seiner Meinung nach.

Kentariel
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Beitrag von Kentariel » 28.09.2004 - 05:28

Zu dritt erreichten die drei Gabrieliten bald die Hallen der Raphaeliten.
Kentariel hatte tatsächlich darauf bestanden zu fliegen, da fliegen 'verdammt nochmal nicht so weh tat wie laufen'.
Beim Landen legte er sich zwar wieder beinahe auf die Nase, aber wenigstens hatte es Keiner gesehen, außer Jussiel und Cassiel.
Und was sollte es... sie hatten ihn eh schon liegen sehen?!

Nur als sie zu den Raphaeliten hinein zu den Cellae und den Laboratorien schritten, versuchte er so aufrecht wie möglich zu gehen.
Wie immer, wenn er in die Nähe eines Raphaeliten kam, wurde er mit dem üblichen Abscheu und der ebenso üblichen Verachtung angesehen.
Er hatte sich so daran gewöhnt, dass er es einfach ignorierte.

Die Raphaeliten kapierten so oder so nicht, dass er gar nichts persönlich gegen sie hatte. Er mochte sie und bewunderte sie. Sie brachten angenehme Linderung und heilten Wunden effektiv und schnell.
Sie halfen den Menschen, genau wie sie es auch taten, nur vielleicht oft unmittelbarer.
Er wollte nur nicht abhängig sein von ihren heilenden Händen. Und vor allem: er hasste Mitleid.
Wenn er verletzt ankam, dann brauchte er kein Mitleid, schließlich hatte er den Feind besiegt und lebte noch.

Als sich schließlich ein Monache an sie herantraute und wissen wollte, was er denn tun konnte - obwohl man ihm das schließlich deutlich ansah - meinte Kentariel so höflich er konnte.
"Such einen Engel Raphaels und sag ihm, dass ich ihn um seine Hilfe bitte. Mein Michaelit hat es eilig und will mich unversehrt möglichst bald wieder einsatzfähig." erklärte er.

Abel
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Beitrag von Abel » 28.09.2004 - 11:26

Der Monache, vom rüden Tonfall etwas aufgeschreckt, verschwand so schnell es die Höflichkeit gestattete hinter einer Tür.

Die Luft hier roch nach Salben, Kräutern und Blut und ungewohnte Geräusche erklangen. In dem Vorraum, in welchem sich die Gabrieliten befanden, stand eine Bank und mehrere gepolsterte Schemel.
Die Wände waren hier weiß getüncht und ohne Gemälde oder Fresken wirkte alles ein wenig kahl. Vielleicht musste das ja so sein.

Es dauerte keine Minute, da trat auch schon der angeforderte Heiler durch den Vorhang am breiten Torbogen, hinter dem sich ein längerer Gang anschloss. hindurch.
Ein absolut typischer Raphaelit, nur seine Stimme klang etwas tief als er anfing zu sprechen: "Mein Name lautet Abel. Oh..." er zog die Augenbrauen nach oben als er Kentariel erblickte, aber das sanfte Lächeln verschwand deshalb nicht aus seinem Gesicht.
"Ich werde helfen. Was kann ich tun?" Er hatte sich überschwänglichen Humor abgewöhnt, da er die Erfahrung gemacht hatte, im Himmel der Gabrieliten besser nicht in scherzhaftem Ton 'Wo brennts?' zu fragen. Die Todesengel hatten nicht gerade viel Humor...

Mit fachmännischem Blick musterte er Kentariel - schließlich erkannte er sein Klientel wenn er es sah.
"Ich denke, wir sollten das nicht zwischen Tür und Angel erledigen. Wollt ihr mir in ein Behandlungszimmer folgen?" fragte er und hob mit einem Arm einladend den Vorhang.

Timikael
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Beitrag von Timikael » 28.09.2004 - 15:55

Die Gabrielitin nickte nur ein wenig als Manuel sich von ihr abwandte.

"Worauf wartest du denn?" meinte sie dann, nachdem sie ihm ihrer Meinung nach genug Zeit für was auch immer gerade in seinem Kopf umherging gelassen hatte. "Ich meine, wir stehen hier ein einem Traininsraum, wortlos in der Gegend rumstieren können wir auch in einer Cella und davon abgesehen kann ich mir interessanteres vorstellen..."

Mikael war gesagt worden dass Manuel mit dem Rest seiner Schar hier sein würde und hatte eigentlich gerade darum den direkten Weg genommen anstelle sich noch weiter in den Hallen herum zu treiben.
Na gut, sie hatte ja gesehen warum die Anderen nun nicht mehr trainierten, aber warum sollte sie ihm deswegen hier nun däumchendrehend beim Holzschwertposieren zusehen?
Da langweilte sie sich lieber bei dem Versuch Himmelstreppenstufen zu zählen!

Sie zog das Kopftuch tiefer in die von der Narbe zerteilte Stirn und sah erwartungsvoll auf den blonden Hinterkopf.

Manuel
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Beitrag von Manuel » 28.09.2004 - 16:28

"Ich warte auf Varcanel weil hier unser Treffpunkt ist. Das Holzschwert ist zu seiner Bestrafung. Es zwingt dich des weiteren niemand hier zu bleiben, also kannst du deine interessanten Vorstellungen bis zum Sonnenuntergang in die Tat umsetzen."
Der Michaelit bewegte sich kein Stück.

Kentariel
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Beitrag von Kentariel » 28.09.2004 - 18:01

Kentariel nickte ergeben. Natürlich hatte er nicht zu hoffeng ewagt, dass das eben schnell ging und mittlerweile tat ihm seine Schulter und auch die Wunde an der Hüfte weg genug, dass er wirklich froh war hergekommen zu sein.

Er war es leid sich mit ständigen Schmerzen abzuplagen.
Also folgte er dem Raphaeliten schnell und überließ es den anderen Beiden hier zu warten.

Der Raphaelit hatte einen kleinen, kargen Raum gebracht in dem es nicht viel mehr gab, als eine Liege.
Kentariel blieb stehen und sprach kein Wort. Und er würde es auch nicht, zumindest nicht wenn er musste.
Der Andere wusste ja was zu tun war.

Abel
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Beitrag von Abel » 28.09.2004 - 19:14

Abel zog den Vorhang hinter sich zu und wandte sich dem Gabrieliten zu.
"Bitte, setz dich. Du gestattest...?" fragte er und streckte seine Hand nach der Stirn des Gabrieliten aus. "Mein Hintern tut weh, ich bleib lieber stehn." Das als Einverständnis auffassend, berührte er ihn sacht mit kalten Fingerspitzen. Die Kälte war allerdings gleich verflogen, machte einem warmen Kribbeln Platz.
Ein entrückter Blick in den glasigen Augen, mehr war dem Heiler nicht anzusehen.
Die Schmerzen verebbten einen Liedschlag später und blieben auch noch weg, als der Raphaelit seine Finger fortnahm.
"Ist nichts schlimmes, aber die Menge der Verwundungen... ich werde mich darum kümmern. Äh ... soll ich vielleicht was mit deinen Haaren machen?" Die Glatze in Kombination mit den Narben ergab einen furchtbaren Anblick. Wegen der Narben wagte er erst gar nicht zu fragen, denn es gab Gabrieliten die das sehr eigen reagierten. Sie trugen sie als eine Art Auszeichnung.
"Die brennen zu gut, lass mal!" entgegnete Kentariel. "Oh - gut. Die Wunde an deiner Hüfte - es wird keine Narbe geben, ich hoffe das ist in Ordnung, aber so geht das eben nicht..." Kentariel nickte wieder nur, wahrscheinlich wollte er es schnell hinter sich bringen.
"Gut, dann zieh bitte deinen Rock aus, sonst komme ich nicht dran." Abels Lächeln geriet etwas aus den Fugen, als er den überrascht-erbosten Blick auffing. Er zuckte mit den Schultern, zum Zeichen, dass er daran auch nichts ändern könnte.

Erst als der Todesegel sich seines Gewands entledigt hatte, begann er mit flinken, wohlig kribbelnden Fingern Rippen zu richten, Quetschungen zu mildern, Wunden zu schließen und gerissene Muskeln und Sehnen neu zusammenzufügen. Abel kannte den Körper des anderen dank des Allsehenden Auges der Raphaeliten nun besser als er selbst und heilte Verwundungen, die der Todesengel längst vergessen hatte.
Als er geendet hatte stand ihm nur etwas Schweiß auf der Stirn und mit einem kurzen Nicken meinte er schlicht: "Fertig."

Timikael
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Beitrag von Timikael » 28.09.2004 - 19:26

Mikael kannte Michaeliten und ihre abgedrehte Denkweise:
Sie behaupteten es währe nicht gut für das Vertrauen der Schar sie als Unterlegenen zu sehen, nur um sich nicht auf Kämpfe einlassen zu müßen, bei denen ihre Chancen schlecht waren.
Andererseits war es dann überhaupt nicht vertrauensschädigend, wenn die Schar gemeinsam ihre Gabrielitin zu Boden beförderte...

Mikael knirschte mit den Zähnen.

"Ich muß schon sagen, schön dass du soviel Interesse an deinen Scharmitgliedern hast dass du dich derart auf die Bestrafung konzentrierst, dass dir sonst offenbar nix mehr möglich ist.
Ich würde trotzdem gern mit dir Trainieren - außer natürlich du hast etwas gegen den psychologischen Aspekt dich als Gegner oder sonstwas zu präsentieren, aber ich glaube dass dürfte eher weniger dein Problem sein wenn, ich mir so ansehe wie die anderen vorhin abgedampft sind.."

Manuel
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Beitrag von Manuel » 28.09.2004 - 21:30

Manuel drehte sich wieder zu Mikael herum. "Ich konzentriere mich auf alles was ich tue. Wenn mich dein Gerede provozieren soll - das ist zwecklos." Er zeigte mit der Hand auf den Ständer mit den Übungswaffen. "Wenn du dir eine taugliche Waffe besorgt hast, kannst du mit mir trainieren." fügte er hinzu und ließ seine Arme locker an seinen Seiten baumeln.

Die Gabrielitin nahm ebenfalls eines der glatten Holzschwerter an sich während sie erwiderte: "Keine Sorge, wenn dich etwas provozieren soll werd ich dir vorher bescheid geben." Sie stellte ihr Flammenschwert sachte in einen der dafür vorgesehenen Ständer, wo es nicht im Weg umging.

Ihr Gegenüber spreizte kurz die Flügel etwas ab, nur um sie anschließend noch enger an den Rücken zu pressen. Er ging ein paar Schritte auf sie zu, blieb gegenüber stehen und erklärte die Spielregeln: "Keine Mächte. Die Schläge werden vor Kontakt möglichst abgebremst. Wer zuerst drei Treffer kassiert unterliegt."
Sie war kleiner und damit ihre Reichweite geringer - was bei den langen Schwertern allerdings keine allzu große Rolle spielte. Er schätze, dass sie ihm ebenfalls in Kraft und Geschick nachstand. Wie es mit der Schnelligkeit aussah, das wusste er nicht, fühlte sich aber ebenfalls in diesem Punkt im Vorteil. Von der Technik her war ein Zweikampf etwas ganz anderes als ein effizientes Kämpfen mit dem Schwert um möglichst schnell möglichst viele Leute abzuschlachten, wie es den Gabrieliten beigebracht wurde. Von daher würde sie auch in dieser Hinsicht wenig Vorteile erringen. Sein einziger 'Nachteil' war, dass er sein Langes Messer nicht führte, an das er sich in letzter Zeit so gewöhnt hatte. Trotzdem, für ihn war der Ausgang des Kampfes eigentlich schon klar. Er bewegte sich in Ausgangsstellung, einen sicheren Stand und das Schwert quer zu seiner rechten Backe, wobei die Parierstange ungefähr auf Ohrhöhe lag. "Fertig?"

"Wenn du es so willst..." Mikael schien nicht sonderlich vom abbremsen der Schläge begeistert zu sein, doch das änderte nichts an dem Grinsen das sich gerade in ihrem Gesicht breit machte, während sie das Schwert etwas fester griff und sich in eine Angriffspose begab, die man einfach nur als schlampig bezeichnen konnte. Das einzige an ihr das wirklich als Wach zu titulieren war, waren ihre dunklen Augen die ihn fixierten.

Der Michaelit gab ihr fünf Sekunden um anzugreifen, die sie nicht nutzte. Das war Klug, denn um Angreifen zu können, musste man immer seine Deckung öffnen. Dann ging er selbst zum Angriff über. Da er keine Ahnung hatte wie sie reagierte, führte er einen direkten Stoß auf ihren Brustkorb durch. Seine Miene veränderte sich dabei kaum, nur ein leises Zischen, welches das korrekte Ausatmen garantierte, kam über seine Lippen.

Im krassen Gegensatz dazu stand das simple Ausweichmanöver, das die Gabrielitin wohl eher aus einer Laune heraus auszuführen schien.

Kein Konterangriff? Schwach. Er führte seinen Stoß zu Ende um nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen, drehte sich in der Auffangbewegung zu ihr um und wirbelte währenddessen das Holzstück in ihre Richtung. Seine Deckung war jetzt offen, aber wenn sie den Schlag nicht anging, dann würde seiner zuerst treffen...

Die Gabrielitin führte einen schnellen Schlag aus - und er war wirklich schnell - der Manuels Bein sogar noch traf, bevor sein wesentlich weicherer Schlag auf ihr Gesicht traf. Ihr Kopf ging trotzdem etwas zur Seite, während der Michaelit gerade noch ihren zweiten Hieb bemerken konnte, für den sie scheinbar kaum Zeit gebraucht hatte.
Zwei zu eins. zählte Manuel in Gedanken mit, nicht schlecht. Mal sehen... Bei einem Rückzug würde sie ihn erwischen, also blieb nur der Angriff. Manuel machte einen Schritt nach vorn - so nah konnte keiner der beiden mehr einen Treffer landen - beugte sich etwas vor und rammte ihr seine rechte Schulter mit ziemlicher Wucht in den Oberkörper.
Mikael taumelte, da sie mit diesem Manöver offenbar überhaupt nicht gerechnet hatte zurück, und es war ihm nun ein Leichtes ihr ein Bein zu stellen. Während sie vor ihm zu Boden ging, wollte er sie einmal leicht in der Flanke treffen - jedenfalls bevor er merkte, dass sie ihn ausgetrickst hatte.
Ihre Linke vergrub sich in seinen wirren Haare, riss ihn mit nach vorn und wollte ihn mit zu Boden reißen - er konnte den Schlag nicht anbringen, da er sonst auf die Gabrielitin gefallen wäre. Leider nutzte sie ihre Chance und der Michaelit spürte die ‚Berührung’ - ein blauer Fleck würde mindestens bleiben - ihres Schwertes zwischen seinen Flügeln. Zwei zu drei. Überraschend. Einen Gegner anzuspringen, der einen gerade umgestoßen hatte... Das hatte er nicht vorausgesehen.

Ein kalter Klumpen breitete sich in seinem Magen aus und ein leichter Brechreiz stieg ihm in die Kehle. Das hatte er in all der Zeit nie beseitigen können. Schnell ließ er sein Holzschwert los und versuchte taumelnd das bisschen Stand zu stabilisieren, über das er noch verfügte. Er benutzte seine Flügel dabei als Gegengewicht und unterdrückte den beinahe übermächtigen Drang, die Hand Gottes zu aktivieren um die mehr als unangenehme Berührung loszuwerden.
Dass ein unangenehmes Kribbeln in Timikaels Haut fuhr, dort wo sie die Manuels berührte konnte er jedoch angesichts der Situation nicht verhindern. Das brachte sie wiederum zum stolpern und da sie sich noch immer an ihm festhielt...
Schnell und recht grob befreiten sich seine Hände aus ihrer unfreiwilligen Umklammerung.
Er musste schlucken bevor er seinen Blick wieder erhob.

Die Gabrielitin war ganz schön aus der Puste. Nicht gut, nach so wenig Anstrengung.
"Du hast gewonnen." stellte er schlicht fest und hob seine Übungswaffe auf.

Er würde sein Resümee später ziehen, wenn er wieder klar denken konnte.

Kentariel
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Beitrag von Kentariel » 29.09.2004 - 07:49

"Fertig" war das Einzige, was der Raphaelit sagte.
Einfach nur "Fertig". Als wäre es ein Klacks gewesen. Kentraile wagte wieder zu atmen, als das Kribbeln nachließ. Er war beinahe euphorisch, weil plötzlich nichts mehr weh tat. Im Gegenteil, alles fühlte sich an, als hätte ihm der Andere eine neue Haut verpasst.

Sie hatten keine Ahnung, wie abhängig die Scharen von ihnen waren.
Sie wussten nicht, welch unermessliches Geschenk sie bekommen hatten.

"Danke!" Kentariel meinte es ehrlich und Abel konnte das auch heraushören.
Trotzdem verzog der Gabrielit vor Missbilligung das Gesicht, als er ein paar Schritte ging und sich rasch dabei den Rock wieder hochzog. Er fühlte sich zugleich so müde wie lange nicht mehr.
Jetzt war es so weit, dass er herkam und dankbar war, dass ihm jemand alle Wehwehchen nahm.
Warum hatte er so stur gekämpft, obwohl er gewusst hatte, dass Jussiel so oder so erwischte?
Dummheit!
Falscher Stolz!

Er hasste den Michaelit dafür um so mehr, dass er ihn soweit getrieben hatte.
Und der würde es wieder tun.

Ohne ein weiteres Wort ließ er den Raphaeliten stehen und stapfte mit missmutigem Blick hinaus.

Timikael
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Beitrag von Timikael » 29.09.2004 - 15:04

Mikael hielt sich keuchend die Brust, die eine Michaelitenschulter abbekommen hatte, kaum dass sie wieder ordentlich stand.

Es war eines ihrer liebsten Hassgefühle: ähnlich durchdringend wie sich den Ellenbogen an diesem gewissen Punkt anzuschlagen, aber doch auf seine ganz eigene Weise wesentlich dauer- und schmerzhafter.

"Und was den größeren blauen Fleck angeht hab ich sicher auch nicht den Kürzeren gezogen," meinte sie und rieb sich die Brust.
"Aber was bei allen Erzengeln sollte dieses komische Gefühl vorhin?"

Offenbar war Manuel kein wirklich guter Verlierer, aber welcher Michaelit war das schon?
Michaeliten, Engel wurden ja schließlich dazu erzogen gegen Traumsaat und Ketzer zu gewinnen und nicht um sich mit Niederlagen abzufinden.

Sie beäugte ihn mit kritischen Augen.

"Ich dachte du wolltest keine Mächte benutzen?"

Manuel
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Beitrag von Manuel » 29.09.2004 - 16:37

Er hatte den fast unüberwindbaren Drang, sofort loszustürmen sich zu waschen. Mit heißem Wasser. Dann fing Manuel ihren Blick auf. Die Antwort lies ein wenig auf sich warten, wie als ob er mit sich selbst ringen würde. Schlussendlich entschied er sich dafür, es ihr zu sagen. Er musste die Schwächen seiner Schar kennen und die Schar die Schwächen ihres Michaeliten. Außerdem hatte er einen Fehler gemacht und musste dazu stehen.

"Ich habe keine Mächte benutzt - nicht während des Kampfes. Zu dem Zeitpunkt hattest du schon gewonnen. Es tut mir leid, das war ein Reflex. Ich... kann Berührungen nicht ausstehen und habe mir darum angewöhnt, jeden mit der Hand Gottes dazu zu bringen, das zu unterlassen. Wenn man mich berührt, dann verursacht das unwillkürlich diese antrainierte Abwehrreaktion. Das konntest du nicht wissen, weil ich es dir nicht gesagt habe. Ich entschuldige mich dafür." Er war noch nie gut darin, seine eigenen Schwächen einzugestehen. Etwas, das ihn an sich selbst störte.

"Training beendet. Ich warte nicht länger, sondern rufe ihn später zu mir. Ich werde die Hygieneräume aufsuchen... "mit diesen Worten stellte er das Holzschwert zurück in den Ständer und wandte sich zur Tür um.

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