Der Himmel der Gabrieliten [Nürnberg] - Intime

Die Ordensburg der Gabrieliten in Nürnberg
Manuel
The_Waffalo
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Beitrag von Manuel » 05.10.2004 - 13:38

Hastig hatte er sich seiner Gewänder entledigt, die Votivbänder sauber aufgewickelt und in seinen Schulterpanzer gelegt und war so wie Gott ihn geschaffen hatte unter warme Wasser getreten. Mit heißem Wasser, das fast seine Haut verbrühte, und Seifenschaum spülte er das schmutzige Gefühl von seinem makellosen Körper. Nun ja, nicht ganz makellos. Es waren nicht immer Raphaeliten zur Stelle wenn man sie brauchte, aber die wenigen Narben welche seine Gestalt verunzierten, wurden stets von seinen Gewändern verdeckt.

Es schmerzte als er seinen Kopf in den Wasserstrahl hob und den Mund öffnete - das Wasser war zu heiß. Die Haut des Michaeliten war schon gerötet, aber er stellte nicht kälter.
Energisch rubbelte er sich den Nacken wo er angefasst wurde und erschauerte allein bei dem Gedanken. Normalerweise konnte er besser damit umgehen, aber es war zu überraschend gekommen. Ein Glück dass der Gabrielitin nicht mehr passiert war. Natürlich war es nicht ihr Fehler, sie hatte alles richtig gemacht. Sein eigenes Versagen war es, was ihn störte.
Viele Engel sehnten sich nach Berührung, genau so wie Menschen es taten. Es rührte etwas in ihrem Geist an, etwas ansprechendes. Es war nichts schlechtes, im Gegenteil. Engeln wurde es natürlich - mir einigen Ausnahmen, welche hauptsächlich Raphaeliten oder Muskelentspannungen betrafen - verboten, sie waren himmlische Wesen und ihre Aufgabe auf Erden war, den Willen des Herrn durchzusetzen. Aber genau das, was ihn an der ganzen Sache am meisten irritierte. Sein Körper reagierte auf Berührung mit spontaner Übelkeit und er bekam überall Gänsehaut, ein Teil von ihm würde am liebsten sofort weglaufen wollen - und der andere Teil? Ja, der eben nicht...
Hoffentlich würde ihn die Läuterung bald von diesen Verwirrungen befreien.

Kentariel, Jussiel, Timikael und Varcanel.
Vier Gabrieliten, Individuen, völlig unterschiedlich und alt genug um nicht mehr in blinden Gehorsam zu verfallen. Und er sollte sie zu einer funktionierenden Einheit schmieden.
Ob er dieser Aufgabe gewachsen war? Früher hätten ihn solche Gedanken nicht beschlichen, er wäre sich sicher gewesen. Aber jetzt war nicht früher und ein Teil in ihm sagte ihm, dass das gut so war.

Die Augenlieder fest aufeinander gepresst, mochte er fast meinen, das grüne Licht zu sehen. Kaltes grünes Licht. Es hatte sein Bewusstsein im Moment seines Beinahe-Todes erweitert. Ja, damals war ein Gabrielit Schuld daran gewesen.
Flammenschwerter. Er selbst hatte eines gespürt. Die Erinnerung drohte ihn zu überwältigen. Das Licht hatte von Baptiriel, seinem damaligen Gabrieliten Besitz ergriffen und sie hatten gegeneinander gekämpft. Die brennende Seele des Todesengels war in seine linke Brust gefahren und hatte ihn völlig durchdrungen bevor sie in ihm erlosch. Doch Manuels Herz saß nicht auf der linken Seite, sondern auf der Rechten. Das Herz am falschen Fleck...
Unwillkürlich wanderte seine Hand zu der Stelle, an der die brennende Waffe ihn damals verwundete. Natürlich war nichts mehr zu sehen, Scariel, der schweigsame Raphaelit, hatte ihn geheilt. Ja, es war eine gute Schar gewesen, damals. Baptiriel, Scariel, Simiel und Diatáriel. Diese vier stachen aus der langen, langen Reihe der Engel, welche Manuel als Michaelit geführt hatte, hervor.
Diese Erinnerung hatte ihn während der ganzen Jahre nicht mehr losgelassen. Er war der Schwelle zum Tode schon wesentlich näher gestanden, ja, hatte sie überschritten und war wieder zurückgeholt worden, doch kein Erlebnis hing ihm so nach wie dieses.

Hastig stellte er das Wasser ab und öffnete die Augen. Nein, er musste seinen Blick in die Gegenwart wenden. Es fiel Manuel immer noch schwer, mit seinen wogenden Gefühlen und Stimmungen umzugehen. Es war so irritierend, besonders, weil es manchmal half ihnen nachzugeben. Aber dafür war jetzt kein Platz. Eine schwierige Aufgabe wartete auf den alten Michaeliten.
Gründlich trocknete er sich ab, frottierte seine widerspenstigen Haare und legte sich ein neues Gewand an. Routinierte Handbewegungen wickelten die Votivbänder um seine Arme und vor allem Unterarme und legte sich anschließend seinen wuchtigen Schulterpanzer an.

<<< Ich habe die Verbindung zwischen uns hergestellt - ab jetzt können wir auf geistigen Wege miteinander in Kontakt treten. >>> erklang kurze eine kühle, abweisende Stimme kollektiv im Geiste seiner Scharmitglieder. Die Stimme erinnerte entfernt an das Geräusch welches entsteht, wenn man ganz im hohen Norden Ramielslandes den weißen Schnee unter seinen Füßen knirschen hörte. Die kurze Zeit schien ihm dazu ausgereicht zu haben, sich auf die anderen einzustellen. Dann verstummte der, der war wie Gott wieder.

Timikael
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Beitrag von Timikael » 05.10.2004 - 16:12

"Wusstest du dass es unter den Menschen als Krankheit gilt eine Stimme im Kopf zu hören?" stöhnte sie während sie - ungefragt - neben Varcanel herlieft und plötzlich die Stimme des Michaeliten wie in ihre Köpfe fuhr und sie dazu veranlasste das Gesicht zu verziehen.

Mikael rieb sich mit Zeige- und Mittelfinger an ihrer Stirnnarbe entlang und murmelte etwas während sie mental antwortete:
<<<Schön dich bei uns zu wissen, Manuel, aber könntest du die Lautstärke etwas runterschrauben? Ich bin mir fast sicher dass ich dich dann auch noch wahrnehmen kann - und das sogar ohne dass mein Hirn zu platzen droht. Danke.>>>

Dieses 'Seele der Schar'-Getue war für sie eigentlich immer mehr eine Krücke als eine Hilfe gewesen, kein Wunder, denn wenn Michaeliten meinten einem mitten im Kampf wichtige Dinge in den Kopf pumpen zu müßen, der in einer solchen Situation eigentlich eindeutig schon genug zu tun hatte, dann konnte man eine gewisse Abneigung gegen diese Macht entwickeln.
Davon abgesehen bekam Mikael davon Kopfschmerzen.
Und die konnte sie nicht ausstehen.

Nicht dass das in irgendeiner Hinsicht etwas besonderes gewesen wäre, eigentlich bekam sie regelmäßig von allem Möglichem Kopfschmerzen.

Mit einer hastigen Handbewegung vertrieb sie diverse Gedanken und zog das Kopftuch tiefer in ihre Stirn, wo es schon fast ihre Augenbrauen berührte.

"Also auch zur Mensa?" bemerkte sie als Varcanel in die selbe Richtung abbog in die auch sie wollte.

Kentariel
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Beitrag von Kentariel » 06.10.2004 - 20:23

Kentariel hatte sich ganz an Jussiel gehalten, auch in der Schlange und einen Vorteil hatte es, so auszusehen, wie er aussah. Niemand wagte es, ihnen in die Queere zu kommen. Sie hatte so relativ schnell ihr Essen. Nur fühlte es sich einfach nicht richtig an.
Aus Angst Platz zu machen war irgendwie das verkehrte. Aus Respekt war gut, aber er wusste nie so recht was von Beidem ihm entgegenschlug.

Um so lieber war ihm da die Gesellschaft der jungen Gabrielitin.
Sie schien sich vor gar nichts zu fürchten. Bewundernswert nach der harten Ausbildung.
"na dann geh mal voran und zeig uns deinen Platz... " ermunterte er sie. So ein quirliges Ding! Hoffentlich würde der Kampf gegen die Traumsaat sie nicht so zermürben, wie die vielen Anderen...

Cassiel
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Beitrag von Cassiel » 07.10.2004 - 09:50

Gut gelaunt stürmte Cassiel den beiden älteren Engeln durch die Irrungen dieses riesigen Bauwerkes voraus. Sie kannte den Weg schon fast im Schlaf, denn sie ging oft zu dieser Flugplattform, um einfach nur da zu sitzen, nachzudenken und vom allgegenwärtigen Trubel im Nürnberger Himmel etwas abzuschalten.
An ihrem Ziel angekommen, ließ die sie Jussiel und Kentariel den Vortritt. Der Stolz und die Freude, einen ihrer Lieblingsplätze jemandem zeigen zu können stand der Gabrielitin regelrecht ins Gesicht geschrieben.
Sie liebte es hier am Rand der Plattform zu sitzen und die Füße über den Rand baumeln zu lassen. Bei dem Sturm und dem Regen war das allerdings nicht unbedingt empfehlenswert, darum deutete Cassiel auf ein geschützes Fleckchen „Da können wir es uns einigermaßen gemütlich machen.“

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Beitrag von Cutter » 07.10.2004 - 15:46

Ruhig war Jussiel Cassiel durch den Himmel gefolgt.
Sie führte ihn und Kentariel in einen ruhigen Teil des Himmels, an dem er sich ab und zu mit anderen Eisernernen getroffen hatte.
Die junge Gabrielitin, hatte genau wie die Eisernen erkannt, dass man hier unter sich bleiben konnte ohne behelligt zu werden.

Als sie auf die Flugplattform hinaustraten, setzte sich Jussiel prompt auf eine Brüstung an der Seite und holte sein Mannariegel, der in einem weißen und süß schmeckenden blattartigen Umhüllung verpackt war, heraus.
Stumm blickte der Gabrielit ins Leere und fing langsam an auf dem Riegel zu kauen und schien zu versuchen aus jedem Bissen die größtmögliche Kraft zu schöpfen, die er bis jetzt verbraucht hatte und sich darüber hinaus noch Kraftreserven anzueignen.

Varcanel
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Beitrag von Varcanel » 07.10.2004 - 23:56

Ohne es zu wissen folgte Varcanel dem Weg, den zuvor schon die anderen drei Engel genommen hatten - Mikael wiederum folgte ihm, zumindest hätte er selbst das so beschrieben.

"Ja, ein wenig Manna kann nicht schaden nach dem letzten Auftrag."
Damit war die Konversation für ihn wohl bereits wieder abgeschlossen und er hatte auch immer noch keine große Lust sich längere Zeit mir der Gabrielitin zu unterhalten - er würde noch früh genug mehr mit ihr zu tun haben.

Glücklicherweise erreichten sie in diesem Moment auch den Speisesaal, wo Varcanel sogleich die Essensausgabe ansteuert. Ebenso wie den anderen kurz zuvor wurde auch jetzt den beiden Neuankömmlingen mehr oder weniger bereitwillig von den jungen Gabrieliten Platz gemacht und auch sie wurden mit neugierigen Blicken bedacht - kaum verwunderlich, fielen sie beide doch schon allein durch ihre Körper selbst unter älteren Todesengeln auf.
Dennoch hatte Mikael mehr als einmal das Gefühl als würden die leise und hinter vorgehaltener Hand geraunten Worte sich um mehr drehen als die schiere Größe ihres Begleiters. Ja, ein Jungengel wurde gar ein wenig bleich und wich einige Schritte zurück, als Varcanel sich ihm näherte...

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Beitrag von Kentariel » 08.10.2004 - 05:05

Kentariel aß eine Zeitlang schweigend, bis er die Stille nicht mehr aushielt.
Jussiel mochte ja die Ruhe genießen, aber er fand es ein wenig eintönig.
"Cassiel, sag warum hast du überhaupt soviel Zeit uns herumzuführen?" fragte er statt dessen um ein Gespräch in Gang zu bringen.
Noch während er zu Ende gesprochen hatte, wurde ihm klar, dass die Frage eigentlich dumm und aufdringlich war. Dennoch wusste er nicht, was er hätte sonst fragen sollen.
Er warf Cassiel einen entschuldigenden Blick zu und sah dann wieder auf sein Essen.

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Beitrag von Varcanel » 09.10.2004 - 18:31

Der Michaelit hatte gerade seine Nachricht an die anderen Engel der Schar gesandt, als sich hinter ihm jemand vernehmlich räusperte. Die geschulten Sinne des Engels sagten ihm sofort, dass dieses Räuspern keineswegs unbedacht verursacht worden war - man wollte seine Aufmerksamkeit erregen. An einem anderen Ort wäre er jetzt vorsichtig gewesen, doch er befand sich hier mitten im Himmel, hier würde ihm nichts schlimmes widerfahren.
Und tatsächlich - als er sich umdrehte stand vor ihm ein Monach des gabrielitischen Ordens. Der ältere Mann mit den ergrauten Haaren blickte ernst in die Augen des Engels, ehe er ihn mit einem rauhen Bariton ansprach:

"Du bist Manuel, nicht wahr?" Die Frage war rhetorisch, selbstverständlich wusste der Monach, wen er vor sich hatte. "Ich soll dir die Nachricht übermitteln, dass du dich unverzüglich bei Priorin Magdalen vorzustellen hast. Diese Sache duldet keinerlei Aufschub - keinerlei!"
Das entsprach durchaus der Wahrheit, die ansonsten recht freundliche Stellvertreterin der eisigen Em Susat hatte ihm direkt aufgetragen diesen Michaeliten so schnell wie möglich zu ihr zu bringen - und dieses Mal wirkte sie keineswegs freundlich. Er hoffte inständig, dass der Engel keine Schwierigkeiten machen würde, manchmal waren die älteren Engel etwas widerspenstig...
Abwartend blickte der Monach ins Gesicht des goldenen Engels.
Zuletzt geändert von Varcanel am 10.10.2004 - 16:49, insgesamt 1-mal geändert.

Manuel
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Beitrag von Manuel » 10.10.2004 - 01:49

Er zog die Nase kraus als er sich zu dem Monachen umwandte. Irgendwie wirkte der Mann überheblich auf Manuel. Vielleicht hatte er den Auftrag persönlich von der Priorin erhalten und war von der ... Ehre noch beflügelt. Umgangsprachlich könnte man auch sagen: er hielt sich für etwas besseres.
Die Züge des Michaeliten glätteten sich wieder und der übliche, steinern-nichtssagende Gesichtsausdruck trat zutage.
Die Antwort ließ etwas auf sich warten und der Kirchendiener wurde merklich kleiner unter dem scharfen Blick des Michaeliten. Manuel wartete noch einige Sekunden nachdem der Monach das Gesicht beschämt abgewandt hatte - sicher würde er jetzt gerne davonlaufen - und antwortete dann, ganz leise nur: "Du darfst mich jetzt zu ihr bringen."

Der ergraute Mann nickte nur eifrig, warf sich fast herum und rannte fast los - besann sich dann aber darauf, dass er ihn ja führen musste und sich Gerenne im Himmel nicht ziemte. Hastig den Schweiß von der Stirn abwischend, brachte er den Michaeliten also zur Priorin Magdalen von Weimar.

Ja, das konnte Manuel gut, andere einschüchtern.

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Beitrag von Varcanel » 11.10.2004 - 21:46

Schließlich kam das ungleiche Paar in der Spitze des Himmels an. Der Monach war heilfroh, als er seinen Begleiter an der Tür zu Magdalens Arbeitszimmer verlassen konnte. Genau das war der Grund aus dem er ungern mit älteren Engeln zu tun hatte - und dieser hier war ein ausgesprochen gutes Beispiel für solch einen älteren Engel.
"Die Priorin wird gleich Zeit haben, sie sagte, dass sie auf dich warten würde", meinte er noch an Manuel gewandt, ehe er an die schwere Eichentür klopfte.
Gleich darauf erklang aus dem Inneren des Raumes eine warme Stimme, die zum Eintreten aufforderte. Der Monach steckte nur kurz den Kopf durch die Tür und kündigte Manuel mit den Worten "Der Michaelit, den ihr zu sehen wünschtet" an.

Nachdem Manuel selbst eingetreten war - ohne den davon eilenden Monachen noch eines Blickes zu würdigen - und die Priorin begrüßt hatte, setzte die ansonsten als so freundlich bekannte Frau einen strengen Blick auf.
"Auch ich grüße dich, Manuel vom Orden der Michaeliten. Auch wenn der Grund für deine Anwesenheit hier keineswegs ein erfreulicher ist. Hast du eine Ahnung weswegen ich dich hierher zitiert habe?"
Nach einem kurzen Moment der Stille, der nicht so lange währte als würde die Priorin überhaupt davon ausgehen, dass er antwortete, fuhr sie fort:
"Es geht um einen Engel aus deiner Schar. Varcanel." Sie sprach den Namen aus, als wäre er eine giftige Pille, die auf ihrer Zunge zergehen könnte. "Es gibt nicht viele Engel, die sich der Anweisung widersetzen hier zu erscheinen. Ich erwarte, nein, ich verlange von dir, dass deine Schar in Zukunft nicht mehr solcherlei Spielchen treibt. Habe ich mich klar ausgedrückt , Manuel?"
Der Tonfall machte dabei klar, dass das Gespräch damit beendet war. Tatsächlich schien es so, als hätte Magdalen ihn nur hierher gerufen, um ihm darzulegen, dass er eine Schar der widerspenstigsten Engel führen sollte, die Gott je auf die Erde gesandt hatte - keine Neuigkeit für den Michaeliten.

Manuel
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Beitrag von Manuel » 12.10.2004 - 00:43

Da die Priorin zu verstehen gab, dass sie fertig war und er nur die Rüge entgegennehmen sollte, legte er einfach den Kopf schief. Mit etwas wohlwollen konnte man das als eine Geste der Zustimmung auslegen. "Ich höre und ich gehorche." war alles was er entgegnete bevor er sich herumdrehte und die Arbeitsräume der hohen Würdenträgerin auch schon wieder verließ.
Seine Miene war düster als er die Treppen wieder hinabstieg um zur Scharcellae zu gelangen.

<<< Varcanel, ich erfuhr gerade von der Priorin, dass du dich ihrem Befehl, bei ihr zu erscheinen, widersetzt hast. Sie schien recht aufgebracht. Ich würde gerne wissen aus welchem Grund du bei ihr vorstellig werden solltest, warum du es nicht getan hast und weswegen sie auf dich nicht gut zu sprechen sein scheint. Nun? >>>

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Beitrag von Cassiel » 12.10.2004 - 08:47

Cassiel, die bisher während des Essens verträumt in den Regen hinausgestarrt hatte, wurde etwas verlegen auf Kentariels Frage hin. War sie etwa zu aufdringlich? Schließlich hatten die beiden sie ja nicht unbedingt gebeten, sich ihnen anzuschließen. Vielleicht waren sie lieber unter sich? Ach was, die zwei würden schon sagen, wenn es ihnen nicht passte, dass sie hier war. Kentariel war jedenfalls nicht auf den Mund gefallen und auch Jussiel würde sicher nicht hinter dem Berg halten, wenn ihm etwas gegen den Strich ging, auch wenn er sonst nicht viele Worte machte.
Die kleine Gabrielitin sah den entschuldigenden Blick Kentariels und überging mit einem Lächeln seine Frage. Scheinbar suchte er nur nach einem Ansatzpunkt für ein Gespräch. Sie sah kurz zu Jussiel, doch der saß auf seiner Brüstung, den Blick in unbestimmte Ferne gerichtet und schien sich nicht für sie zu interessieren.
„Ihr seid gerade von einem Auftrag zurückgekehrt, stimmts? War sicher aufregend...“ versuchte Cassiel einerseits ein Gespräch zu beginnen und andererseits auch gleich ihre Neugier zu befriedigen.

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Beitrag von Varcanel » 13.10.2004 - 15:21

Varcanel hatte sich gerade an einen Tisch in der Mensa und Mikael sich ihm gegenüber gesetzt, als ihn der Ruf seines Michaeliten erreichte.
<<< Ich habe dem Boten, den sie geschickt hatte, nur gesagt, dass ich Bericht über die Mission erstatte sobald meine Pflichten es erlauben. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch bei den Raphaeliten. Und ich wollte ohnehin gleich zur Priorin. War es falsch, dass ich erst den Anweisungen meines Michaeliten Folge leistete? Ich denke doch nicht. >>>

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