Rosmarin

Die Ordensburg der Gabrieliten in Nürnberg
Benutzeravatar
Kasima
Beiträge: 3055
Registriert: 08.05.2011 - 21:13

Re: Rosmarin

Beitrag von Kasima » 12.03.2012 - 14:27

Sorael durfte rausgehen und endlich sich wieder etwas bewegen, dass war ein Segen. Sie lächelte. Einen weiteren Tag ohne fliegen würde sie aushalten, aber ohne sich bewegen zu dürfen.
Von oben hörte sie ein Rascheln und sofort wusste sie, dass auch der Streiter erwacht war. Als er die Leiter herunter stieg, lächelte sie ihn gut gelaunt an und musste bei seinem Anblick schmunzeln. In Samuels Haaren hing noch Heu und seine Augen wirkten noch total verschlafen.

"Guten Morgen", sagte sie freundlich, "Mir geht es auch wieder ganz gut"
Lächelnd wandte sich ihr Blick wieder der Raphaelitin zu.

Benutzeravatar
Alessiel
Beiträge: 5459
Registriert: 17.06.2010 - 00:25
Wohnort: nahe Hannover

Re: Rosmarin

Beitrag von Alessiel » 15.03.2012 - 11:23

Samuel sah das leichte Lächeln in Sajaels Gesicht, es machte ihn glücklich und gab ihm neue Kraft das hier alles durzustehen.
Sein Lächeln wurde sanfter und mit einer Hand fuhr er sich durch das Haar, zog sich ein paar Heuhalme heraus.
Dann wandten sich seine verschieden farbigen Augen der Urielitin zu und erst jetzt bemerkte er das sie wieder auf war.
"Oh...du sitzt." Sagte er überrascht.

Marikiel
Beiträge: 101
Registriert: 22.03.2010 - 19:26
Wohnort: Ein Kloster in Gabrielsland

Re: Rosmarin

Beitrag von Marikiel » 16.03.2012 - 19:20

In seinem Kopf toste es ununterbrochen, endlos schienen die Qualen zu sein die ihn peinigten während er nichts tun konnte außer so gut es in seinem geschwächten Zustand ging dagegen anzukämpfen.

Der Schmerz zusammen mit seiner kalten Wut auf Gott, seine Hülle und die vielen Fragen deren Antworten ihm verwehrt blieben ließen ihn vor Zorn – aber auch um irgendetwas zu tun – auf den Tisch einschlagen bis dieser schließlich mit einem lauten Krachen – das seine Kopfschmerzen weiter zu steigern schien – zu Bruch ging. Mit einem wütend-schmerzhaften Aufschrei packte er die eine Hälfte des Tisches und warf sie gegen die Wand, mit zitternden Beinen fiel er auf die Knie, sich mit einem Arm an der verbliebenen Tischhälfte festklammernd.

Mit schwerem Atem verharrte er so, sich mühsam davon abhaltend ohnmächtig zu werden. Schließlich jedoch verlangte sein gebeutelter Körper und mehr noch seine zermürbte Seele nach einer Pause von all der Grübelei und den Schmerzen und so glitt er vom Tisch herab und in einen unruhigen Schlaf herein.

.........

Erst als die Sonne zaghaft durch einige Stellen der Wolkendecke brach und - wie viele Menschen und auch Engel glaubten - Gott durch sie einen Blick auf die Erde warf erwachte Noroniel aus seinem tiefen, erholungslosen Schlaf. Nach einem moment der Desorientierung setzte er sich blinzelnd auf. In seinem Kopf herrschte eine - im Gegensatz zum Chaos vor seinem Schlaf - geradezu wunderbar anmutende Ruhe. Erleichtert nahm er das fehlen der mörderischen Kopfschmerzen zur Kenntnis und gönnte sich einen moment in dem er einfach nur dastand ohne das seine Beine unter ihm nachgaben oder Schmerzen seinen Verstand trübten.

Mit sichereren Schritten als noch am Vortag ging er hinaus aus der Hausruine und zur Kirche, er glaubte nun zu wissen was Gott von ihm wollte. Als er durch die Tür hinein trat ging er zielstrebig zum Altar, kniete sich davor nieder und zog den Dolch aus seiner Scheide. Kurz bedachte er die - für ihn eigentlich inzwischen viel zu kleine - Waffe mit einem Lächeln und dachte an all die Gelegenheiten zurück bei denen er ihn in seinen Händen gehalten und an seine ehemalige Besitzerin gedacht hatte. Als der moment verging began er mit ruhigen, entschlossenen Schnitten sämtliche Votivbänder aus seiner Zeit mit ihr von seinem Kriegsrock zu entfernen, als er damit fertig war entfernte er einen Flicken den sie ihm mal auf seinen Rock nähte als eine Traumsaat ihn punktiert hatte. Noroniel fuhr damit fort bis das einzige Stückchen Erinnerung an sie das in seinem Herzen und seiner Erinnerung war und auch diese würden verschwimmen und schlußendlich verschwinden wenn er wieder in Gottes Reich wäre.

Zuletzt legte er auch den Dolch - den abzugeben er sich bisher stets beharrlich geweigert hatte - hinzu und betrachtete einen Moment lang all die kleinen Dinge die er mit sich herumgetragen hatte und die ihn an sie erinnerten. Mit einem leisen Seufzer dem etwas entgültiges anhaftete erhob er sich und wandte sich zum gehen, dabei wurde er sich zum ersten mal wirklich bewusst wie viele Menschen noch immer in der Kirche ausharrten anstatt in ihre Häuser zurück zu kehren. Er bewahrte eine stoische Miene und ging ohne ein Wort des Grußes oder des Trostes hinaus, nur einigen Kindern schenkte er ein sparsames Lächeln ehe er hinaus auf den Dorfplatz trat und in die stellenweise durch die Sonne durchbrochene Wolkendecke blickte.

Er überlegte einen moment lang ob er Sorael über seinen Plan informieren sollte aber sie befand sich in der Scheune zusammen mit der ängstlichen Raphaelitin und dem fremden Gabrieliten, zwar hatte dieser Samuel ihm seine Hilfe angeboten aber woher sollte er schon wissen was in ihm vorging? Außerdem konnte er diesen Samuel nicht recht einschätzen, noch dazu schätzte er Sorael nicht so ein das sie Verständnis für seine Entscheidung zeigen würde sich nicht im Himmel einzufinden um einer neuen Schar zugeteilt zu werden.

Also spreizte er seine Schwingen und erhob sich ohne ein Wort des Abschieds in den Himmel über dem Dorf und verschwand.
Zuletzt geändert von Marikiel am 18.03.2012 - 00:55, insgesamt 4-mal geändert.

Benutzeravatar
Kasima
Beiträge: 3055
Registriert: 08.05.2011 - 21:13

Re: Rosmarin

Beitrag von Kasima » 17.03.2012 - 14:04

"Ja ich sitze", sie lächelte Samuel an, " und wenn du mir aufhilfst steh ich auch"
Dankbar schaute sie nochmal zu Sajael. "Mir gehts wieder viel besser, aber ich will mir mal endlich den Dreck wegwaschen und vielleicht hab ich mehr Glück bei der Suche"
Sie klang zuversichtlich. Wenn er noch im Dorf war würde sie ihn sicherlich finden.
"Wie geht es dir?", fragte sie während sie ihre Hände nach Hilfe austreckte.

Benutzeravatar
Alessiel
Beiträge: 5459
Registriert: 17.06.2010 - 00:25
Wohnort: nahe Hannover

Re: Rosmarin

Beitrag von Alessiel » 20.03.2012 - 00:33

Samuel streckte ihr sofort eine Hand hin und half ihr auf.
"Wie es mir geht? Ausgeruhter würde ich sagen. Wenn auch immer noch etwas müde."
Er zuckte mit den Schultern und lächelte leicht.

Dann wurde seine Miene wieder ernster.
"Suchen...Ja das solltest du tun." Nickte der Gabrielit und blickte dann zu Sajael, kam auf sie zu und sah ihr für einen Moment nur ins Gesicht.
Ein langer sanfter Blick.
"Zu deinen Patienten? Gucken wie es ihnen geht?" Fragte er freundlich und strich sich durch sein Haar.

Benutzeravatar
Magnetklaue
Beiträge: 4344
Registriert: 09.03.2005 - 21:07
Wohnort: Biberach a. d. Riss
Kontaktdaten:

Re: Rosmarin

Beitrag von Magnetklaue » 20.03.2012 - 13:23

Sajael sah ihren Bruder an und lächelte ein wenig. Sobald er da war fühlte sie sich sicherer. Dann nickte sie und stand langsam auf, klopfte Stroh und Heu von ihrem Kriegsrock und ordnete auch ihr Haar.
"Ja", gab sie leise, aber inbrünstig zurück.
Jetzt nach ihren Patienten zu sehen würde sie beruhigen und ihr das Gefühl geben etwas Gutes zu tun. Etwas das sie konnte.

Benutzeravatar
Kasima
Beiträge: 3055
Registriert: 08.05.2011 - 21:13

Re: Rosmarin

Beitrag von Kasima » 21.03.2012 - 07:56

Es dauerte ein Moment bis Sorael richtig stand. Sie seufzte glücklich.
'Endlich wieder stehen'
Dann blickte sie wieder die anderen beiden Engel an.
"Dann machen wir es doch so. Ich schau nach dem Gabrieliten und putz mich ein wenig und ihr schaut nach den Patienten."
Sorael lächelte, nahm ihre Tasche und ging langsam zur Tür.
Wieder lauschte sie den Geräuschen von draußen, doch konnte sie Noroniel noch nicht hören.

Benutzeravatar
Alessiel
Beiträge: 5459
Registriert: 17.06.2010 - 00:25
Wohnort: nahe Hannover

Re: Rosmarin

Beitrag von Alessiel » 21.03.2012 - 12:17

Samuel ging zu seiner Tasche und holte seine Bürste heraus, er kämmte sich das Heu aus den Haaren und sah dabei zu wie Sorael aus der Scheune verschwand.
Sofort kehrte sein Blick zu Sajael zurück, er schenkte ihr ein verliebtes Lächeln. Jetzt wo die Urielitin weg war fühlte sich auch der Gabrielit etwas entspannter.
Er konnte seiner Raphaelitin wieder offen seine Gefühle zeigen.
Die Bürste packte er wieder weg und kam auf Sajael zu.
"Darf...darf..ich dich in den Arm nehmen?"
Samuels Wangen erröteten bei der Frage, er wusste nicht ob sie das wirklich wollte. Da die Heilerin Angst vor Berührungen hatte, aber sie sagte mal er dürfe sie berühren. Trotzdem Vorsicht war die Mutter der Porzellankiste, lieber erst fragen.

Benutzeravatar
Magnetklaue
Beiträge: 4344
Registriert: 09.03.2005 - 21:07
Wohnort: Biberach a. d. Riss
Kontaktdaten:

Re: Rosmarin

Beitrag von Magnetklaue » 21.03.2012 - 14:06

Sajael entspannte sich ebenfalls wieder etwas mehr, als die Urielitin ging um sich zu waschen und den Gabrieliten zu suchen. Sie seufzte ein wenig und schloss kurz die Augen. Dann trat ihr Bruder auf sie zu und Sajael sah mit ihren braunen Augen zu ihm auf, auch wenn es nicht viel war.
Sie überlegte kurz, ob sie das wirklich wollte und entschied sich dafür. Mit einem langsamen Nicken und dem Hauch eines Lächelns bestätigte sie, das Samuel das durfte.

Benutzeravatar
Alessiel
Beiträge: 5459
Registriert: 17.06.2010 - 00:25
Wohnort: nahe Hannover

Re: Rosmarin

Beitrag von Alessiel » 21.03.2012 - 17:14

Der Gabrielit streckte vorsichtig seine Arme aus, jede Bewegung mit bedacht gewählt und schloss sie sachte um den Körper der Heilerin.
Ganz behutsam drückte er sie gegen seinen Körper und berührte zärtlich ihre Stirn mit seiner.
"Es wird alles gut werden, das Wetter ist besser, bald können wir fort von hier mein Stern. Niemand der uns folgt, niemand der uns begleitet nur wir allein. Ich bin bei dir und beschütze dich."
Seine Stimme war tief, ruhig und sanft.
Natürlich schwierte in seinem Kopf immer noch das Verschwinden seines Ordensbruders herum, aber wenn er nicht gefunden werden wollte...

Benutzeravatar
Kasima
Beiträge: 3055
Registriert: 08.05.2011 - 21:13

Re: Rosmarin

Beitrag von Kasima » 21.03.2012 - 22:58

Sorael ging ins freie und zuerst streckte sie ihre Flügel komplett aus. Es tat gut sich wieder bewegen zu können. Dann suchte sie nach einem Ort, wo sie sich waschen konnte.
Immer noch war es ziemlich ruhig draußen und die Menschen hielten sich in den Häusern auf.
Bald fand sie einen Brunnen und begann sich zu waschen, doch den verdreckten Kriegsrock würde sie später wechseln, wenn sie wieder in der Scheune war.
Während sie sich so waschte, hatte sie immer ein Ohr auf die Geräusche um sich herum, doch hörte sie kein Flügelrauschen und auch nichts was nach Noroniels Stimme klang, oder seiner Art zu gehen. Er wollte offensichtlich wirklich nicht gefunden werden.
Die Urielitin seufzte.

Benutzeravatar
Magnetklaue
Beiträge: 4344
Registriert: 09.03.2005 - 21:07
Wohnort: Biberach a. d. Riss
Kontaktdaten:

Re: Rosmarin

Beitrag von Magnetklaue » 21.03.2012 - 23:44

"Alles gut", wiederholte Sajael in der ihr eigenen leisen Lautstärke und lächelte gleich darauf etwas mehr. Solange Samuel bei ihr blieb würde natürlich alles gut werden. Daran hatte die Raphaelitin keine Zweifel und wenn er eines Tages von ihr getrennt werden würde, würde sie zu Gott beten sie heimzuholen, denn nichts würde sie dann noch halten.
Vielleicht würde sie auch einfach an dem Schmerz sterben und wieder in das Himmelreich zurückkehren, wer wusste das schon.

Sie hielt sich behutsam fest, doch ließ nach einiger Zeit wieder los um die Tasche aufzunehmen und dann hinauszutreten und den Weg zu den Patienten anzuführen.

Benutzeravatar
Alessiel
Beiträge: 5459
Registriert: 17.06.2010 - 00:25
Wohnort: nahe Hannover

Re: Rosmarin

Beitrag von Alessiel » 24.03.2012 - 15:12

Die Umarmung gab ihm etwas Kraft, er sog alles ins sich auf.
Ihre Nähe war wunderbar und ließ ihn weiter sanft Lächeln.
Samuel dachte für einen Moment weiter zurück an eine Zeit wo so etwas völlig unvorstellbar war.
Aber der Gabrielit hatte Sajael nicht aufgegeben und je mehr er sich um sie bemüht hatte um so größer wurden seine Gefühle für dieses zarte Wesen.
"Ich liebe dich."
Hauchte er noch leise in Ohr bevor die Heilerin ihn losließ.
Er schnappte sich ebenfalls seine Tasche und begleitete Sajael nach draußen, selbstverständlich hielt der Streiter ihr vorher die Tür auf.

Gesperrt

Zurück zu „Der Himmel der Gabrieliten“