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Belladonna

Verfasst: 08.07.2013 - 21:04
von Alessiel
Dunkle schwarze Regenwolken zogen über das kleine Dorf und hüllten es in einen Vorhang aus Regen ein.
Prasselnd fielen winzig kleine Wassertropfen auf die Erde und benetzen den Boden, wurden zu kleinen Wassermengen die die Wege des kleinen Dorfes umspülten.

In mitten diesem Wetter lief ein Gabrielit eilig durch den Regen. Nur ein Ziel die leerstehende Scheune mit dem kleinen kuscheligen Heuboden zu erreichen.
Samuel strich sich immer wieder das nasse rot gefärbte Haar aus der Stirn das ihm aus seinen schwarzen Stirnbändern gerutscht war.
Die verschieden farbigen Augen sahen sich aufmerksam um, immer noch hatte der Streiter des Herrn im Kopf das ihn seine Geschwister verfolgen könnten. Zusammen mit Sajael war er ins nächste Dorf aufgebrochen und hoffte das die schlanke ängstliche Raphaelitin hier ein wenig Ruhe finden würde.
Gleich zurück zum Himmel hatte er nicht gewollt denn eigentlich wollten sie doch nach den Dörfern hier in der nähe sehen.
Samuel erinnerte sich, denn es war sein Einfall gewesen, zusammen mit Sajael einen Ausflug zu unternehmen der ein paar Tage andauern würde.
Eigentlich hatte er ihr nur ein wenig Freude bereiten wollen doch war alles anderes gekommen als er es sich erhofft hatte.

Mit einem bitteren Beigeschmack erinnerte sich der drahtige Gabrielit an die Traumsaat die in dem vorherigen Dorf aufgetaucht war. Es hatte verletzte gegeben unter anderem seinen Ordensbruder der dort aufgetaucht war zusammen mit einer guten Freundin von ihm, Sorael.
Bei dem fremden Gabrielit hatte er von vornherein kein gutes Gefühl gehabt, viel zu fanatisch war sein Blick gewesen.
Er hätte Sajael niemals so einer Gefahr aussetzen dürfen. Niemals.
Samuel hoffte das sie beide nun wieder etwas Ruhe finden würden. Hier im Dorf gab es nicht so viel zu tun außer vielleicht die ein oder andere kleine Grippe, was im Herbst wohl recht verbreitet war.

Der Gabrielit war noch einmal eine Runde durchs Dorf gegangen um nach wohl möglichen Verfolgern Ausschau zu halten, sowohl Traumsaat als auch Engel.
Doch es war alles ruhig und die wenigen Menschen die draußen im Dorf waren stellten keine Gefahr da.
Tatsächlich hatte er auch wieder einen Menschen gefunden dem er behilflich sein konnte, natürlich war der Mann erst überrascht und geschockt gewesen das ein Sendbote Gottes ihm helfen wollte. Doch nach ein paar sanften freundlichen Worten hatte sich der Mensch etwas entspannen können und akzeptiert das ein Engel des Herrn ihm bei einer Reparatur half.
Doch nun wollte der sanftmütige Gabrielit nur noch in die warme Scheune zu seiner Sajael. Samuel hatte ein schlechtes Gewissen sie nachdem was alles passiert war allein zu lassen, aber er hatte auch sicher gehen wollen das ihnen auch wirklich niemand gefolgt war.
Nass aber mit einem sehr sanftmütigen Lächeln auf dem Gesicht betrat der Gabrielit die Scheune.
Natürlich waren seine Bewegungen vorsichtig und leise. Er schloss die Scheunentür wieder und sah sich nach seinem Stern um, so wie er die ängstliche Raphaelitin immer nannte.
„Es ist ziemlich nass draußen.“ Seine Stimme war tief, sanft und sehr angenehm.
„Aber niemand ist zusehen, wir sind sicher. Entschuldige mein Stern das ich dich allein gelassen habe.“

Re: Belladonna

Verfasst: 08.07.2013 - 21:15
von Magnetklaue
Sajael saß im Schneidersitz in weichem Heu und kontrollierte ihre Tasche. Seit sie von dem anderen Dorg weg waren und die beiden fremden Engel hinter sich zurückgelassen hatten war die Raphaelitin wieder wesentlich ruhiger. Es fiel ihr wesentlich leichter sich auf professionelle Art und Weise mit den Menschen hier zu beschäftigen und sich ihrer Leiden anzunehmen, anstatt sich mit anderen Engeln herumzuschlagen.
Menschen wie diese Dörfler taten ihr nichts, sie wollten nur ihre Hilfe. Doch fremde Engel bedeuteten das sie keinen Schutz bei Samuel finden konnte, sie beobachteten sie und erwarteten, das sie sich wie eine brave Schwester mit ihnen beschäftigte. Nur Sajael wollte das nicht. Sie wollte nur ihre Ruhe haben und Gutes tun. Etwas das ihrem Leben wieder Sinn verlieh.

Als der Gabrielit zurückkehrte sah sie auf und lächelte zaghaft.
"Nicht schlimm", gab sie leise zurück und errötete ein wenig. Sie sah wieder auf ihre Tasche hinab und schob ein paar Verbandsrollen wieder fest in die dafür vorgesehenen Halterungen.
"Und es ist oft nass", ergänzte sie dann noch etwas gedankenverloren und hielt ein Fläschchen prüfend ins Licht.

Re: Belladonna

Verfasst: 08.07.2013 - 21:46
von Alessiel
Ihre Blicke trafen sich und sofort wurde Samuels Lächeln um eine Nuance sanfter.
Er musterte sie für einen kleinen Moment einfach nur ehe ein leichtes nicken bei ihm zusehen war.
„Ja da hast du recht.“
Ruhig schritt der rothaarige Engel zum Tisch der dort in der Scheune stand. Auch hier hatten es die Menschen wieder sehr gut mit ihnen gemeint.
Er griff nach einem Tuch das dort auf dem Tisch fein säuberlich zusammen gefaltet lag und trocknete sich das Gesicht ab.
„Aber der Regen beruhigt, das ständig monotone Geräusch meine ich. Irgendwie tut es gut, fand es schon in Skandinavien sehr beruhigend.“
Sinnierte der sanfte Gabrielit mit einem Lächeln nach, dabei legten sich seine Augen auf eine Schale voll mit Äpfeln.
Eine Erinnerung tauchte vor seinem geistigen Auge auf. Damals als sie beide sich kennengelernt hatten, hatte Samuel seiner Raphaelitin immer wieder einen Apfel mitgebracht.

Der Gabrielit band sich sein Flammenschwert ab und legte es ins Heu. Er wollte so wenig Waffen wie möglich in der Nähe der Heilerin tragen, wollte so ungefährlich wie möglich erscheinen.
Er griff nach einem Apfel und gesellte sich dann zu Sajael. Behutsam ließ sich Samuel im Schneidersitz nieder, der Heilerin genau gegenüber und bot ihr den Apfel an.
„Erinnerst du dich noch mein Stern? Am Anfang habe ich dir fast jeden Tag einen Apfel vorbeigebracht.“
Lächelnd sah er sie an und wurde ein klein wenig rot dabei. Er hatte sich damals so ungeschickt benommen.

Re: Belladonna

Verfasst: 09.07.2013 - 09:42
von Magnetklaue
Sajael schob inzwischen die Tasche wieder vom Schoß, augenscheinlich zufrieden mit ihrer Arbeit. Sie beobachtete Samuel dabei, wie er sich samt Apfel setzte und schaute einen Moment einfach nur auf die Frucht hinab, bevor sie sie annahm.
"Ja, ich erinnere mich", gab sie zurück und lächelte wieder. Der Gabrielit der blutend in ihr Behandlungszimmer gestolpert war und ihr einen Heidenschreck eignejagt hatte, nur um danach immer wieder aufzutauchen und aus irgendwelchen Gründen ihre Gesellschaft mochte. Sie errötete ebenfalls ein wenig und zupfte am Stiel des Apfels.
"Das war immer sehr nett von dir", ergänzte sie noch und betrachtete ihre Hände. Wirklichen Hunger hatte sie nicht, aber es war nett das Samuel ihr etwas Gutes tun wollte.

Re: Belladonna

Verfasst: 09.07.2013 - 13:54
von Alessiel
Er wartete ruhig bis sie den Apfel annahm, betrachtete Sajael dabei ein wenig und lauschte dabei dem leisen Regen der auf das Scheunendach prasselte.

Vorsichtig hob der Gabrielit seine Hände und befreite seine Haare von den nassen Stirnbändern.
Er fuhr sich durch das rote Haar, dabei sahen seine sanften Augen wieder weg, Samuel wollte die Heilerin nicht bedrängen indem er sie die ganze Zeit anstarrte.

Doch dann kehrte sein Blick wieder zur schlanken Raphaelitin zurück.
„Geht es dir gut? Benötigst du etwas? Sag mir einfach wenn ich etwas für dich tun kann.“
Ruhig und sehr sanft war seine tiefe Stimme. Sajael sollte sich nachdem was passiert war entspannen, keine Angst haben denn er würde sie beschützen.
Seine Hände legte er behutsam in seinen Schoß, da wo sie sie sehen konnte. Samuel wusste das die ängstliche Heilerin ihm vertraute, doch wollte er ihr auch so mit diesen kleinen Gesten zeigen das er sie verstand, ihre Angst verstand.
Innerlich aber keimte wieder ein Gedanke in ihm auf der ihn wohl sein Leben lang verfolgen würde.
Er war ein Mörder, hatte ihr Blut an seinen Hände gehabt und nun wollte er dieses zarte Wesen ihm gegenüber beschützen? Konnte ein Mörder so etwas tun? Und was war wenn Sajael herausfand was er getan hatte?
Ein bitterer Kloß setzte sich in seinem Hals fest. Seine Augen wirkten nachdenklich.

Re: Belladonna

Verfasst: 09.07.2013 - 21:22
von Magnetklaue
Sajael betrachtete den Apfel in ihren Händen wie sie es einst im Herbescum getan hatte und drehte ihn ein wenig hin und her. Dann sah sie kurz zu Samuel und schüttelte den Kopf.
"Mir geht es gut, wirklich", versicherte sie und senkte den Blick wieder, das kurze Lächeln auf ihrem Gesicht verflüchtigte sich schon wieder, "aber ich verspreche zu sagen, wenn dich das ändert und ich etwas brauche."

Die Raphaelitin spürte die Veränderung im Schweigen des Gabrieliten, das es nachdenklicher und schwerer geworden war. Aber sie wusste nicht was sie dagegen tun konnte oder ob sie überhaupt etwas tun sollte. Stattdessen knabberte sie ein wenig an dem Apfel herum, um Samuel ein gutes Gefühl zu vermitteln. Das war sicher besser als unbehaglich zu schweigen oder gar noch das falsche zu sagen.

Re: Belladonna

Verfasst: 11.07.2013 - 01:14
von Alessiel
Samuel schluckte den bitteren Kloß herunter der sich in seinem Hals festsetzen wollte und nickte dann ganz langsam, als Verständnis das er ihre Worte vernommen hatte.
Doch beschäftigen sich seine Gedanken mit der einen Frage, die ihm schon die ganze Zeit im Kopf herumschwirrte.
Die sanften Augen die wieder weggesehen hatten kehrten nun zur Heilerin zurück.
Weich waren Samuels Gesichtszüge, weich und sehr sanftmütig.
„Ich würde dich gern etwas fragen mein Stern. Du musst aber darauf nicht antworten, ich würde es auch verstehen wenn du es nicht tun würdest.“
Ein sanftes Lächeln zeichnete sich auf seinem Gesicht ab, ruhig ruhten seine Augen auf Sajaels Gestalt.
„Vertraust du mir, Sajael?“

Re: Belladonna

Verfasst: 11.07.2013 - 11:17
von Magnetklaue
Sajael sah überrascht auf und runzelte dann die Stirn. Das war eine seltsame Frage an dieser Stelle. Sie sah ihre Hände an und dachte nach. Die Raphaelitin nahm nie etwas auf die leichte Schulter, also ging sie auch hier wieder in sich und bedachte gut was sie antwortete, damit es wahr und richtig war.
"Ja, das tue ich", sagte sie schließlich und das stimmte auch. Sie wäre niemals mit Samuel mitgekommen, hätte sie ihm nicht vertraut, geschweige denn der anderen Dinge, die sie ihrem Bruder gestattete. Sie nickte noch einmal bekräftigend und fuhr sich dann mit einem Finger über die Nasenspitze.
"Wieso fragst du das?"

Re: Belladonna

Verfasst: 12.07.2013 - 12:45
von Alessiel
Samuel blieb weiterhin ruhig, das ehrliche sanfte Lächeln blieb.
Für einen kleinen Moment tauchte ein glücklicher Schimmer in den unterschiedlichen Augenfarben auf.
Sie vertraute ihm, das löste ein langes totgeglaubtes Gefühl in dem rothaarigen Streiter aus.
Aber wenn er ehrlich war, wurden diese Gefühle immer lebendiger je länger er mit Sajael zusammen war.

Doch bei ihrer Frage zog sich etwas in seinem inneren schmerzhaft zusammen.
Samuel hatte gefragt weil er ein Mörder war, doch das konnte er der ängstlichen Heilerin nicht sagen. Aber anlügen wollte er sie auch nicht.
„Weil...du nicht alles von mir weißt. In Skandinavien ist viel passiert....“
Der Gabrielit seufzte leise und versuchte nach den richtigen Worten zu suchen, er wollte ihr keine Angst einjagen.
„Ich werde es dir erzählen, aber nicht heute, es ist der falsche Ort dafür und die falsche Zeit. Aber ich verspreche dir das ich dir alles über mich erzählen werde.“
Sprach der Gabrielit seine Worte sanft und ruhig aus.
Vorsichtig streckte er eine Hand aus, ließ sie jedoch auf halber Strecke liegen und wartete auf Sajaels Reaktion.
„Ich werde dir niemals etwas tun das habe ich dir versprochen, ich werde dich vor allem und jeden beschützen egal was da kommen sollte. Das schwöre ich dir.“
Seine Augen, seine Stimme alles war aufrichtig an ihm.

Re: Belladonna

Verfasst: 14.07.2013 - 13:54
von Magnetklaue
Sajael musterte ihren Bruder aufmerksam und vorsichtig. Sie hatte das Gefühl das eine seltsame Stimmung in der Luft lag, die sie nicht einordnen konnte. Die Raphaelitin war so damit beschäftigt Samuels Gesicht zu dtufieren und zu versuchen einzuordnen was den Gabrieliten beschäftigte das sie seine Hand gar nicht bemerkte. Beide Hände umklammerten den Apfel und sie beugte sich etwas vor.
"Ich muss nicht alles wissen. Es reicht wenn ich die wichtigen Dinge weiß, denke ich", sagte sie langsam und bedächtig, versuchte jedes Wort genau abzuwiegen.
"Und das was du gerade gesagt hast sind die wichtigsten, denke ich", schloss sie zufrieden und richtete sich etwas gerader auf, eindeutig stolz darauf die für sie richtigen Worte gefunden zu haben.

Re: Belladonna

Verfasst: 17.07.2013 - 10:50
von Alessiel
Samuel sah seiner Sajael erstaunt in die Augen.
Da war plötzlich so viel Stärke in diesem scheuen Engel, ihre Worte wirkten aufrichtig und fest.
Ein sanftes Lächeln zeichnete sich auf dem Gesicht des Gabrieliten ab und in seinen Augen war tatsächlich stolz zusehen. Stolz und Dankbarkeit das sie diese Worte gesagt hatte.
„Ich danke dir mein Stern, das bedeutet mir sehr viel.“

Die verschieden farbigen Augen musterten sie noch eine Weile warm und freundlich, dann legte sich der Blick auf ihre Tasche.
„Musst du heute noch einmal zu deinen Patienten?“

Re: Belladonna

Verfasst: 27.07.2013 - 13:36
von Magnetklaue
Sajael errötete ein wenig und lächelte auf ihre Hände hinab.
"Gern geschehen", sagte sie, weil ihr nichts besseres einfiel und spielte mit den eigenen Fingern etwas herum.

Auf die nächste Frage des Gabrieliten hin sah sie allerdings wieder auf und schüttelte dann den Kopf.
"Nein, heute kann ich nichts mehr tun. Aber morgen natürlich, da muss noch einmal nachgesehen werden ob die Behandlungen angeschlagen haben und Verletzungen sauber geblieben sind."
Sie seufzte und senkte die Flügel etwas, um sich bewusst zu entspannen.

Re: Belladonna

Verfasst: 28.07.2013 - 13:51
von Alessiel
Samuel nickte langsam und blickte dann auf sein Flammenschwert, es war immer noch dreckig von dem ganzen Traumsaatblut, eigentlich sollte er es schon längst gesäubert haben doch die Umstände hatten ihm dazu keine Zeit gegeben.

Jetzt waren sie mehr oder weniger in Sicherheit doch wollte der Streiter seine Waffe noch vor Sajaels Augen säubern. Dem Anblick von Blut und dem Gestank des schwarzen Blutes wollte er sie nicht aussetzen.
„Ich muss mein Schwert säubern, wenn du möchtest mein Stern gehe ich dafür nach draußen.“
Seine sanftmütigen Augen kehrten wieder zu ihr zurück, mit einem sehr sanften Lächeln suchte er dabei Blickkontakt.