[Narmaciels Schar] - Prolog: Die Zusammenkunft

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Mahaliel
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Beitrag von Mahaliel » 01.11.2006 - 17:52

Der Engel Uriels und der Gabriels verschwanden offenbar ohne auf ihre Umgebung zu achten und ausgelassen lachend den Gang entlang. Mahaliel sah ihnen emotionslos nach.
'Ich hoffe, sie sind ernsthafter, wenn es daran geht, unsere Pflichten zu erfüllen.'
Mahaliel war gerade um die Ecke gebogen und hatte sich der Cella nähern wollen, als die Tür aufgegangen und die beiden Engel herausgetreten waren. Sofort hatte der Engel Ramiels inne gehalten und hatte sich wohl weit genug im Schatten des Korridors befunden, als dass die beiden Engel sie in ihrem Spiel nicht beachtet hatten.
Vermutlich war also der Rest der Schar bereits in der Cella und Mahaliel kam als letzte an. Sie zuckte nicht einmal mit den Schultern, sondern setzte ihr Vorhaben in die Tat um und näherte sich ohne besondere Eile der Cella. Leise, kaum wahrnehmbar vernahm sie im Raum hinter der hölzernen Tür Stimmen. So griff Mahaliel ohne viel Federlesens nach der Klinke und drückte die Tür auf.
Ein leichter Luftzug begrüßte sie und sie sah gerade noch den Zipfel eines weißen Kriegsrockes auf den Balkon heraushuschen. Mahaliel ließ ihren Blick rundum durch den Raum wandern, sah einige der am Boden liegenden Habseligkeiten der anderen Scharmitglieder und zählte lediglich drei Meditationshocker, woraus sie schloss, dass sich die anderen zwei draußen auf dem Balkon befinden mussten, zu dem die Flügel weit auf standen. Sie schloss die Tür, steuerte die Ecke rechts von sich an und ließ ihre eigene Tasche auf den Boden gleiten. Anschließend schnallte sie sich die Schwertlanze ab und lehnte diese an die Wand. Dabei lauschte sie aufmerksam den Worten, die der seichte Wind zu ihr hereintrug.
'Interessant..'

Kayael
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Beitrag von Kayael » 01.11.2006 - 20:25

"Naja, möglich, aber du bist auch nicht schlecht, Bruder" gab der Todesengel grinsend und augenzwinkernd zurück.
Das Spiel hatte Spaß gemacht, auch wenn es - zumindest für Kayael - nicht nur ein Spiel gewesen war. Sie hatte Sekuriel beobachtet und versucht sich seine Bewegungen sowie seine Reaktionsweisen einzuprägen. Und was sie gesehen hatte stelle die Gabrielitin für den Augenblick zufrieden.
'Er verfügt in großen Maße über die wachen Sinne, die seinen Orden auszeichnen und über ein gutes Gedächtnis, sonst hätte er eben die verwinkelte Abzweigung verpasst. Außerdem bewegt er sich schnell und scheint flexibel zu sein - hoffentlich ist er heute durchschnittlich fit, dann brauche ich mier nicht auch noch um ihn allzu große Sorgen zu machen.'
Die Streiterin strich eine Strähne ihres lockigen Haars zurück, trat nach dem Urieliten in die Mensa und sah sich um. Heute am späten Morgen herrschte hier immer noch einige Betriebsamkeit: Viele der Sitzgelegenheiten waren besetzt und vor der Ausgabe hatte sich eine mittlerweile fünf Personen starke Schlange gebildet, die alle auf etwas zu warten schienen. Kayael schnupperte kurz - wurde das gerade etwas frisch gebacken? Sekuriel würde es ihr sicherlich sagen können.
"Mal sehen wie gut du im Balancieren bist, wenn wir gleich das Frühstück zurückbringen... komm, wir beeilen uns."

Lory
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Beitrag von Lory » 07.11.2006 - 11:55

"Ja, kann ich dir gleich zeigen. Danke, das ist lieb von dir." sagte Narmaciel und grinste jetzt zum ersten Mal von einem Ohr zum anderen. Ein Schatten am Rand ihres Sichtfeldes ließ ihren Blick hinüberhuschen. War da was gewesen?
"Wenn es dir nichts ausmacht, würde ich das gerne unter uns behalten. Ausserdem möchte ich den anderen keinen grund geben, warum sie lauschen sollten, und damit dem Herrn missfallen könnten."

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Magnetklaue
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Beitrag von Magnetklaue » 07.11.2006 - 12:13

Simikavariel rieb sich über die Nase und stutzte. War da ein Geräusch gewesen? Die Tür vielleicht?
Auch Narmaciel schien kurz zur Cella hinüberzublicken und die Worte die sie daraufhin sprach liessen vermuten das auch sie etwas gesehen hatte oder zumindest gesehen zu haben glaubte.

"Ja, natürlich, das ist ein...ein...Arztgeheimnis," brachte sie nach kurzem Überlegen das Wort heraus, das der Ramielit ihrer längst vergangenen Schar immer gebraucht hatte wenn sie mit ihrem Michaelit über die Krankheiten von Dorfbewohnern gesprochen hatte. Natürlich war es immer nur scherzhalber gewesen, Liliel wusste natürlich das Simikavariel ihren damaligen Scharführer über alles aufklären musste.
Aber jetzt gerade hörte sich das Wort richtig wichtig an und die kleine Raphaelitin streckte das Kreuz etwas durch um größer und erfahrener zu wirken.

Mahaliel
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Beitrag von Mahaliel » 07.11.2006 - 18:26

'Findige kleine Engel, sie haben mich bemerkt.' Natürlich wusste Mahaliel, dass sie nicht explizit sie bemerkt hatten, doch letztlich lief es auf das selbe hinaus.
Sie hatte an ihren Stimmen erkannt, dass die beiden Engel auf dem Balkon jünger sein mussten als sie selbst. Außerdem musste die Michaelitin ihrer neuen Schar ein Geheimnis haben, das sie nur der noch jüngeren Raphaelitin mitzuteilen gewillt war... Nun, ein Geheimnis würde das auch bleiben. Mahaliel musste sich schließlich erst noch zusammenreimen, was genau mit der Michaelitin nicht stimmte..
Ihre Gesichtszüge verfinsterten sich für einen flüchtigen Augenblick, als ihr die Worte der Michaelitin nun in den Ohren nachhallten. Wer hier dem Herrn missfiel würde sich erst noch zeigen.. Doch sie wusste, sie würde darüber intensiver nachdenken, wenn sich ihr die Gelegenheit bot. Mahaliel ließ sich nicht nachsagen, dem Willen des Herrn zuwider zu handeln..
Leichten Schrittes begab Mahaliel sich zur Balkontür, wobei ihre Füßen kein Geräusch auf dem nackten Steinboden verursachten, sondern nur ihre Federn und ihr Kriegsrock leise, kaum vernehmbar im Takt ihrer Schritte und des Windes raschelten.
Sie blieb im Türramen stehen, die rechte Hand leicht an eine der Flügel der Tür gelegt und nahm das Bild, das sich ihr bot schnell in sich auf. Balkon. Michaelitin. Raphaelitin. Beide jünger als Mahaliel. Zwei Hocker. Ein Luftzug ließ Mahaliels dunkle Haare ein wenig flattern, bevor er wieder abebbte und diese sich auf ihren angestammten Platz legten und ihr wie ein seidiger Wasserfall den Rücken hinabfielen.
Mahaliel nahm einen tiefen Atemzug der klaren Luft, ohne ihren Blick von den beiden Engeln abzuwenden und wartete geduldig auf deren Reaktion. Wie ein flüchtiges Funkeln blitzte in ihrem Kopf der Gedanke auf, die Michaelitin mit Namen anzusprechen, um zu zeigen, dass sie ihrer Schar zugeteilt war, unterließ es aber - wäre sie sonst hier?

Samuriel
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Beitrag von Samuriel » 08.11.2006 - 15:40

Sekuriel zwinkerte der Gabrielitin zu. Seine Nase hob sich etwas, und sog prüfend die Luft ein. Er erkannte den sehr starken Geruch eines süßen Gebäcks, das frisch aus dem Ofen kam und nun wohlriechende Düfte in dem Raum verteilte...

"Und mal sehen wie viel du tragen kannst? Es gibt Gebäck, und wenn wir auf dem Rückweg nicht trödeln können wir es noch warm auf den Tisch stellen!"

Zusammen reiten sie sich in die Schlange ein, und warteten höflich bis an der Reihe waren. Dann schnappten sie sich zwei Tabletts, und ließen sie, natürlich unter anderem mit dem frischen Gebäck, aber auch mit verschiedenen Früchten, Obst, Reis etwas Fleisch und Käse beladen.
Wenig später hielt jeder der beiden Engel ein üppig gefülltes Tablett in den Armen, während sie, nun deutlich langsamer als zuvor wieder auf ihre Cella zusteuerten. Sicher schoben die beiden Engel die Tabletts vor sich die Gänge entlang, und schafften alle Treppen ohne sich ein fatales Stolpern zu erlauben!

"Also ich finde uns gut, oder nicht? Was meinst du ob die anderen schon fertig sind? Wenn wir Glück haben ist ja unser Ramielit mittlerweile auch schon angekommen...Ich dachte ja schon, das ich als letzter hier eintrödel. Ich war nämlich bis gestern Abend noch in Mont Salvage! Irgendjemand hat mir einfach nicht Bescheid gesagt das ich hierhin verlegt wurde, und ich musste die ganze Nacht fliegen um jetzt hier zu sein!"

Kayael
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Beitrag von Kayael » 08.11.2006 - 21:01

Kayael grinste Sekuriel über den Rand einer hohen Schale hinweg an. "Das hier erinnert mich gerade stark an ein paar Gleichgewichtsübungen, die ich noch heute morgen wiederholt machen durfte; ich denke wir halten uns ganz ordentlich."
Langsam schob sich die Unterlippe der Gabrielitin vor, ehe sie begann nachdenklich auf ebendieser herumzukauen.
"Wer weiß, Bruder, wer weiß? Ich bin vor allem gespannt wie unser zuletzt eintreffendes Geschwister von den Wissensbewahrern gestrickt ist. Hoffentlich funktioniert die zusammenarbeit innerhalb dieser Schar reibungslos..."
Kayael schwieg nach diesen Worten, sodass die beiden Gottesboten ihren Weg zunächst in Stille zurücklegten. In ihren großen blaugrünen Augen standen viele Überlegungen geschrieben, von denen sie jedoch nur die wenigsten laut ausgesprochen hätte. Sie wollte niemanden unnötig beunruhigen.
'Dann hat unsere Michaelitin vielleicht bald keine Gründe mehr dazu, nervös sein zu müssen... oder unsicher oder was auch immer sie ist. auf jeden Fall werde ich auf die anderen aufpassen müssen...'
Als der Urielit von seinem Flug hierher zu berichten begann hob sich die rechte Augenbraue der Streiterin. sie hatte ja schon einiges von den Wegbewahrern gehört und gesehen.... und doch erfüllte es sie immer wieder auf's Neue mit tiefem Respekt, dass diese Burschen dermaßen zäh und ausdauernd sein konnten.

Lory
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Beitrag von Lory » 09.11.2006 - 13:05

Sie hatte sic also doch nicht verhört.
Jetzt, als sie die Ramielitin sah, wurde ihr ganz schlecht.
Sie war auch schon älter, und sie sah aus, als wäre ihr das Wort "Humor" nur aus Büchern bekannt.
"Sei Gegrüßt, Mahaliel von den Ramieliten." sagte Narmaciel sehr betont und langsam, weil sie sich anstrengte um vor der Ramielitin nicht zu stottern.
"Wir waren gerade dabei, die Hocker hier nach draußen zu bringen, weil der Urielit und die Gabrielitin gerade das Frühstück holen, und wir hier draussen frühstücken wollten. Vielleicht magst du uns schnell helfen?" fragte Narmaciel, und unterdrückte ein Zucken, als ihr Magen zusammenkrampfte.

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Magnetklaue
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Beitrag von Magnetklaue » 12.11.2006 - 09:00

Simikavariel musterte die angekommene Ramielitin kritisch. Wieso konnte sie nichts sagen? War sie vielleicht stumm? Aber das war abwegig, stumme Engel gab es nicht. Also war sie wohl einfach nur unhöflich. Immernoch mit leicht aufgeplusterten Federn verschränkte die Raphaelitin ihre Hände vor dem Bauch und presste die Lippen aufeinander.

"Ich bin Simikavariel," quetschte sie dann schliesslich doch noch hervor. Die große und kühl wirkende Ramielitin behagte ihr nicht. Immerhin wussten Ramielten ja soviel, was also wenn sie auch wusste das Simikavariel böse Dinge getan hatte. Und es gar Narmaciel verriet oder Kayael, den beiden Engeln die bis jetzt schon so ein klein wenig Vertrauen genossen und nett waren.
Besorgt sah die Kleine zu ihrer Michaelitin und seufzte leise. Was konnte sie schon ändern, es sollte so kommen wie Gott es bestimmt hatte

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