Chephreniels und Amandiels Inplay

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Chephreniel
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Beitrag von Chephreniel » 15.02.2008 - 11:11

"Was sie tun, weiß ich nicht", erklärte Che immer noch verwirrt. "Aber da drin ist unser Kardinal mit einem kleinen Mädchen und wenn du mich fragst, dann wäre das Mädchen lieber woanders. Ich hab allerdings auch nur seinen Rücken gesehen und ich konnte nicht verstehen - weiß Gott oder Ramiel was er mit seinen Händen macht und was sie sagen. Jedenfalls ist das Mädchen nicht freiwillig da. Darf er das? Auch wenn er Kardinal ist? Einfach ein Kind irgendwo einsperren und weiß-Gott-was tun?" Che war ehrlich verunsichert.

Amandiel
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Beitrag von Amandiel » 15.02.2008 - 11:20

Sidriel hatte dem Bericht mit gerunzelter Stirn gelauscht. In ihrem Kopf arbeitete es.
"Das muss ich selbst sehen.", erwiederte sie knapp. Jeglicher Spaß an der Sache war ihr vergangen. "Warte."
Sie huschte in die Kapelle, schnappte sich einen der Stühle, trug ihn zu der Türe, stellte ihn leise ab und stieg vorsichtig darauf.
Erst konnte sie nicht viel erkennen - außer dem Rücken des Kardinals - doch dann gelang es dem Kind, von dem Chephreniel gesprochen hatte, anscheinend sich loszureißen, rannte auf die Tür zu - an dieser Stelle verschwand das Mädchen aus Sidriels Blickfeld, doch sie hörte, wie es mit seinen kleinen Fäusten gegen die verschlossene Türe hämmerte.
Sidriel hörte den Kardinal barsch irgendetwas sagen und dann wieder Schritte. Rasch zog sie sich vom Fenster zurück.
"Sag mal - hatte das Kind vorher auch bloß ein Hemdchen an?!", zischte sie zu Chephreniel herunter.

Chephreniel
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Beitrag von Chephreniel » 15.02.2008 - 11:24

"Ähm..." Che versuchte, ihre verwirrten und verknoteten Gedankenstränge zu lösen. "Doch, natürlich! Niemand würde ein Kind einfach so rumlaufen lassen... was ist das? Schlägt sie gegen die Tür?" Sie starrte Sidriel ungläubig an. "Hier stimmt was nicht! Wir müssen ihr doch helfen, oder?"

Amandiel
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Beitrag von Amandiel » 15.02.2008 - 11:29

"Ja, und das werden wir auch - aber jetzt hauen wir ersteinmal ab!"
Hastig stellte Sidriel den Stuhl zurück und schlich zur Treppe - dort begann sie zu rennen.
"Das ist definitiv nicht in Ordnung!", teilte sie der verwirrten Chephreniel im Laufen mit. "Ich weiß auch nicht genau, was das soll, aber ... er macht ihr auf jeden Fall Angst oder tut ihr weh oder was weiß ich! Aber er ist Kardinal ... wir brauchen jemand ... einen anderen Kardinal am besten ... der ihn stoppen kann! Und damit schaffen wir ihn uns auch vom Hals! Es ist völlig egal, ob er Amandiel nun was will oder nicht - wir schalten ihn einfach aus! Aber das muss Amandiel... Ich schick ihn dir raus!"

Chephreniel
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Beitrag von Chephreniel » 16.02.2008 - 16:27

"Können wir nicht selber...?" Che schnappte nach Luft. Sidriel - oder vielmehr Amandiel hatte längere Beine als sie und rannte wie von Traumsaat gehetzt.
Aber sie sah ein, dass es dem Kardinal vermutlich mehr als nur ein wenig seltsam vorkommen würde, wenn ihn ausgerechnet sie beide dazu aufforderten die Türe zu öffnen und das Mädchen rauszulassen. Außerdem war er glatt wie eine Schlange und würde sich vermutlich ebenso schnell aus der ganzen Sache herauswinden, wie er ihnen einen Strick daraus drehte. Sidriel hatte recht - es war besser, einen Unbeteiligten dazuzuziehen und zwar vorzugsweise einen, der sich nicht so leicht von einem Kardinal einschüchtern oder einwickeln ließ.
Ein anderer Kardinal. Und wie der Zufall es wollte, kannten sie einen, der mehr als nur philosophische Differenzen mit Kyril hatte.
Allerdings nicht persönlich und Che hatte nur eine sehr vage Vorstellung von seinem möglichen Aufenthaltsort.
Vermutlich ist er schon zu Bett gegangen...
"Amandiel, wo würdest du einen Kardinal um diese Zeit suchen?!"

Amandiel
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Beitrag von Amandiel » 16.02.2008 - 18:22

Amandiel kam schlitternd kurz vor der Wand zum Stehen. Er wirbelte herum. Einen Moment lang starrte der Chephreniel konfus an, doch dann erwiederte er erstaunlich klar, wenn auch mit einem gehetzten Ausdruck in den Augen: "Wir gehen zu Igor. Vielleicht ist er noch in seinem Arbeitszimmer."
Er orientierte sich rasch und setzte sich wieder in Bewegung.
"Wenn nicht..." Er schnappte nach Luft und presste sich die Hand gegen die Seite. "Wir finden jemanden, ganz egal... Nicht zu fassen... Ein Kind!"
Er rannte noch schneller.

Chephreniel
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Beitrag von Chephreniel » 16.02.2008 - 19:11

"Woher weißt du wo sein-", begann Che, entschied aber dann, dass sie eine bessere Verwendung für ihre Atemluft hatte und stürmte hinterher, in der Hoffnung, dass er nicht nur kopflos irgendwohin rannte, sondern tatsächlich eine Ahnung hatte.
Es war vermutlich nicht ganz unauffällig, wie sie hier durch die Gänge rannten, aber bisher hatte sie noch niemand aufgehalten um nachzufragen und Che war zusehr mit ihren Beinen und Lungen beschäftigt, um auf mögliche Beobachter zu achten. So lange sie niemanden umrannte, war alles gut.

Es stellte sich bald heraus, dass Amandiel tatsächlich wusste, wo er hinrannte. Allerdings schlief der Kardinal wie Che es erwartet hatte offenbar bereits und sie fanden lediglich einen hinter einem Berg von Schriftstücken fast verborgenen Monachen vor, der angestrengt die Augen zusammenkniff und reichlich verdutzt aussah, als sie hereinplatzten.
"Salve", japste Che. "Wo ist der Kardinal?! Es ist dringend!"
Der Monach wirkte ein wenig überfordert. "Er... er ist zu Bett gegangen", erklärte er unsicher.
"Dann bring uns bitte zu seiner Cella!", erwiderte Che und es klang barsch genug für einen Befehl. Höflichkeit war ohnehin nicht Ches Stärke und vor allem dann nicht, wenn sie verwirrt war und es eilig hatte.
Der Monach sah nun mindestens ebenso irritiert aus, wie sie sich fühlte, leistete aber keinen Widerstand und wagte offenbar auch nicht zu fragen.
Ramiel meinte es gut mit ihnen...

Amandiel
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Beitrag von Amandiel » 16.02.2008 - 21:20

Der Monach schielte fragend zu Amandiel herüber, doch der machte nur eine schroffe Geste und drängte: "Dem ist nichts hinzuzufügen. Wir müssen Kardinal Igor sprechen - und zwar sofort."
Der junge Mann kam offensichtlich zu dem Schluss, dass man das Handeln der Engel nicht in Frage stellte und erhob sich hastig - einige Papiere segelten zu Boden, doch unter Amandiels flackernden Blick nahm der Monach sich nicht die Zeit sie aufzuheben und eilte stattdessen zur Tür.
"Folgt mir, Himmlische."
Schnellen Schrittes ging er voran, doch Amandiel ging es immer noch nicht schnell genug und so trieb er den Mann - der, als die beiden Engel hereingeplatzt waren, gerade dabei gewesen war wegzudösen... - mit einem "Rasch!" an.
Schließlich erreichten sie reichlich außer Atem ihr Ziel.
"Bitte." Der Monach deutete auf eine Türe und trat einen Schritt zur Seite. offenbar gedachte er seine Hände in Unschuld zu waschen, sollten die beiden Engel den Kardinal tatsächlich aus dem Schlaf reißen.
Amandiel hielt sich nicht mit ihm auf - er trat vor, klopfte energisch und trat ein.

Chephreniel
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Beitrag von Chephreniel » 17.02.2008 - 10:13

Chephreniel hatte noch nie einen schlaftrunkenen Kardinal gesehen, aber unter anderen Umständen hätte sie sich vermutlich ein Grinsen verkneifen müssen.
Die Haarpracht des Kardinals stand noch verwegener in alle Richtung als gewöhnlich und seinen Gesichtsausdruck als konfus zu beschreiben, wäre eine glatte Untertreibung gewesen. Er mochte ein alter Mann sein und vieles gesehen haben, aber zwei Engel, die seine Cella stürmten, hatten bis jetzt offenbar noch nicht dazu gehört.
"Salve. Es tut uns leid, dass wir einfach so hereinplatzen, mitten in der Nacht, aber es ist sehr wichtig." Che redete sehr schnell, kaum noch verständlich und von Seiten des Kardinals kam zuerst einmal nur etwas, was dumpf nach "Hm?" klang.
Er blinzelte und versuchte offenbar, irgendeine Erklärung für die Anwesenheit und das Verhalten der beiden Engel zu finden.
"Es ist so", fuhr Che in gleichem Tempo fort, "Amandiel und ich kamen gerade an den Gästecellas für die Würdenträger vorbei und hörten Geräusche" - genaugenommen Stimmen, der Rest kam erst später - "und weil sie uns so seltsam vorkamen, sahen wir nach, ob alles in Ordnung ist." - was es nicht war - "Wir entdeckten, dass eine der Türen abgeschlossen war und dass sich in dem Raum dahinter Euer Amtskollege Kyril und ein Mädchen befanden. Weil das Mädchen mit den Fäusten gegen die Tür schlug, kam uns der dringende Verdacht, dass etwas nicht stimmt, und dass sie nicht ganz freiwillig da ist."
Na bitte, wenn das nicht diplomatisch formuliert ist. Hoffentlich versteht er, was gemeint ist!

Amandiel
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Beitrag von Amandiel » 17.02.2008 - 10:33

Igor, der noch nicht ganz aus dem Bett war, starrte Chephreniel einen Moment lang fassungslos an, dann sprang er auf, als habe ihn etwas gebissen; fuhr in seinen Morgenmantel, fegte dabei eine Tasse kalten Kamilletees, die auf seinem Nachttisch gestanden hatte, herunter (der Tee durchnässte seinen linken Ärmel, doch er beachtete es nicht) und hastete auf Chephreniel und Amandiel zu.
"Wo?", fragte er, ohne Zeit zu verlieren.
Amandiel hätte zu gern gewusst, was in seinem Kopf vorging. Sah er endlich seine Chance, seinen Erzrivalen in ernste Schwierigkeiten zu bringen? Oder ging es ihm in diesem Moment nur darum, einem Kind zu helfen, und zwei panischen Engeln zu folgen?
Amandiel wusste es nicht, doch er antwortete: "Folgt uns."
Und rannte voraus.
Der Kardinal bedeutete seinem Gehilfen ebenfalls mitzukommen und hastete dann neben Chephreniel her.
Hoffentlich ist er noch da. betete Amandiel stumm. Wenn er weg ist, können wir dem Mädchen nicht mehr helfen und sind selber dran. Ramiel hilf uns!

Chephreniel
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Beitrag von Chephreniel » 17.02.2008 - 10:51

Für sein Alter und dafür, dass sie ihn gerade aus dem Bett geworfen hatten, war Igor bemerkenswert gut zu Fuß. Che wusste nicht, was genau ihn antrieb, aber offenbar hatte er verstanden, warum es so dringend war - vielleicht sogar besser als sie selbst.
Es dauerte nicht lange und sie standen wieder vor der Tür. Ein dumpfer Schlag oder Aufprall - Che hoffte sehr, dass es sich dabei nicht um einen menschlichen Körper handelte, der mit irgendetwas kollidierte - und ein erstickter Schrei, der etwas zu schnell verstummte, verrieten ihnen, dass auf jeden Fall noch jemand in der Cella war. Che bangte um das Mädchen und ertappte sich bei der Hoffnung, dass es Kyril gerade die Augen auskratzte.
Igor ließ sich von dem Monachen, der sie begleitet hatte, einen großen Schlüsselbund reichen, suchte einen Moment und ging dann mit gezücktem Schlüssel auf die Türe zu. "Der müsste passen", murmelte er.
Er passte. Die Tür sprang auf und Igor hinein.
Che wollte einen Blick erhaschen und hinterherdrängen, doch der Kardinal sah sie, schüttelte vehementen denm Kopf und bedeutete dem Monachen, die Türe hinter sich zu schließen.
Che sah Amandiel an, dann hörte sie Igor drinnen etwas brüllen und der Anflug eines Lächelns glitt über ihr Gesicht.

Amandiel
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Beitrag von Amandiel » 17.02.2008 - 11:07

So standen sie nun auf dem Gang - besorgt lauschend, doch erleichtert, dass Igor sich der Sache annahm.
Leider verstand Amandiel kein Wort. Warum nur war er kein Urielit geworden?
Als Igor zu brüllen anfing, zuckte Amandiel zusammen. Was für ein Stimmorgan für so einen kleinen Mann! Er sah Chephreniel zufrieden grinsen und grinste zurück. Jetzt ging es Kyril an den Kragen - zweifellos.
Der Gebrüll hielt allerdings nicht lange an; schon streckte Igor wieder den Kopf zur Tür heraus.
"Alexej, hol mir ein paar Templer her", befahl er dem Monachen. "Und jemand, der sich um das Kind kümmern kann. Die Templer bitte zuerst."
Der junge Mann nickte eilfertig - offenbar auch froh, etwas tun zu können - und hastete davon.

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Beitrag von Chephreniel » 17.02.2008 - 11:23

Che hätte zugerne gewusst, was da drinnen vor sich ging und warum Kyril sich nicht wehrte. Andererseits - was hätte er tun können? Seinen Kollegen zusammenschlagen, die Türe aufreißen und davonlaufen? Wohl kaum. Sie hörte immer wieder seine Stimme, vielleicht versuchte er sich zu rechtfertigen oder gegen Igors Gebrüll anzukommen, aber viel Erfolg schien er damit nicht zu haben.

Als die Templer eintrafen, sah Che Kyril endlich, denn er kam aus der Cella. Sein Gesicht war kalkweiß und Che gönnte ihm den Schrecken oder was immer es war, von Herzen.
Er sah sie allerdings auch, ebenso wie Amandiel und sein Blick ließ Che schaudern - einen Moment lang, bis ihr einfiel, dass er keinem von ihnen noch etwas anhaben konnte.
Die beiden Templer nahmen mit steinernen Gesichtern rechts und links von Kyril Aufstellung an und "eskortierten" ihn relativ diskret den Gang hinunter. Igor wollte offenbar nicht zu viel Aufsehen erregen und da Kyril die Reste seiner Würde zusammenkratzte und hocherhobenen Hauptes zwischen den beiden Männern schritt, würde es womöglich sogar gelingen.

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