Ein Ende und ein Anfang.

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Magnetklaue
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Ein Ende und ein Anfang.

Beitrag von Magnetklaue » 27.08.2011 - 23:43

Die Dämmerung senkte sich herab und Philiel stand in seiner geräumigen Cella und sah mit auf dem Rücken verschränkten Händen zum Fenster hinaus. Der große Engel hatte ein eher schmal geschnittenes Gesicht mit ausgeprägten Wangenknochen und dunklen und freundlichen blaugrünen Augen. Das weiße Haar war raphaelitentypisch frisiert, in einem akkuraten, gebunden Knoten und mit Zierstäben verziert. Seine Haut war etwas dunkler als bei den meisten anderen Raphaeliten, dennoch nicht wirklich gebräunt. Philiel hatte in letzter Zeit nicht viel Zeit draußen verbracht. Er war Mentor und Lehrer der jungen Postulanten oder der Engel, die nach ihrer Sigil- oder Scripturaweihe ihre neuen Mächte kennenlernen mussten.
Philiel trug einen sehr hübschen Kriegsrock mit silbernen Stickereien, aber ansonsten nichts. Keine Armstulpen, keine weiteren Votivbänder außer dem, das seinen Haarknoten band und keine Waffen oder Taschen.

Der Raphaelit besaß durchaus diese ganzen Dinge, doch heute Abend würde er eine raphaelitische Schwester zu ihrer Weihe geleiten. Wozu brauchte er es da also? Philiel hatte sich dem Anlass entsprechend hergerichtet. Er war ein Engel Raphaels und darauf sollte das Hauptaugenmerk liegen. Nur diesem Grundprinzip der Heilenden Hand. Ob Prüfer oder normaler Curer, das war in dieser Situation nicht wichtig oder wieviele Auszeichnungen man schon erhalten hatte. Das alles sollte hinter einem zurückbleiben.
Nicht das Philiel ein Prüfer gewesen wäre. Er konnte sich durchaus mit der Waffe verteidigen und zögerte in Extremsituationen auch nicht seine Mächte einzusetzen. aber mit den Ideen dieser Fraktion hatte er sich nie anfreunden können. Er stand ein wenig außerhalb der widerstreitenden Fraktionen und war damit sehr zufrieden.

Philiel war groß, mit schneeweißen Flügeln und schlankem Körperbau. Als das Licht noch eine Nuance dunkler wurde wandte er sich schließlich um und verließ seine Cella. Sein Weg führte ihn zu den Bereichen des Himmels, in dem die Scharen untergebracht waren, allerdings ließ er sich Zeit. Philiel eilte nicht, ging gemessen durch die Gänge und dachte über seine eigene Weihe vor langer Zeit nach und über jene, die er nun schon begleitet hatte. Natürlich hörte sein Weg im Raum der Meditation auf, doch bis dahin war es an ihm den jüngeren Engel vorzubereiten und anzuleiten.
Manche vertrugen ihre Weihe sehr gut, waren schon am nächsten Morgen fit und voller Tatendrang, andere litten noch und waren abgekämpft. Und wieder andere waren regelrecht verstört, wenn er sie wieder einsammelte oder kamen erst ein paar Tage danach wieder zur Besinnung. Der alte Raphaelit fragte sich jetzt schon wie die ihm noch unbekannte Schwester reagieren würde.

Als er endlich an der ihm angegebenen Cella ankam atmete er noch einmal tief durch. Dann klopfte er langsam und deutlich an und öffnete die Tür. Sein Blick fiel auf eine Schar des älteren Semesters mit einem erstaunlich kleinen Engel zwischen sich. Den kleinen Engel kannte er.
Kasiael, das Unglücksengelchen, wie die raphaelitischen Lehrer sie gerne unter sich genannt hatten. Es gab niemanden der soviel Chaos stiften konnte ohne es eigentlich zu wollen. Wenn es eine Gefahrenquelle bei einem chemischen Versuch gab, würe Kasiael sie mitnehmen. Wenn es eine Möglichkeit gab sich zu verletzen würde Kasiael diejenige sein, die man behutsam verarzten musste. Der Geist des kleinen Engels war noch immer sehr kindlich und das war mit ein Grund, warum Philiel sich ihr sehr gern angenommen hatte. Er hatte das Bedürfnis den kleinen Engel zu schützen. Ein sinnloses Unterfangen, wenn man bedachte das sie nicht ewig in seiner Umgebung bleiben konnte.

"Salve und guten Abend Geschwister. Mein Name ist Philiel und ich bin hier um eure Scharschwester Yukiel abzuholen", sagte er und neigte grüßend den Kopf. Seine Augen musterten jeden der anwesenden Engel einmal kurz, blieben dann aber an dem Michaeliten hängen. Er war derjenige, der für seine Schar verantwortlich war.

Nathanael musterte den fremden Engel kritisch. Philiel war größer als er, aber kleiner als Nezumiel. Wie er es hasste, wenn andere Engel größer waren als er. Doch dafür konnte der Raphaelit nichts, also stand er auf und neigte ebenfalls den Kopf.
"Salve Philiel", er machte eine Handbewegung in Richtung seiner Raphaelitin und nickte.
"Dann gebe ich meine Schwester in deine Obhut."
Er sah Yukiel noch einmal an.
"Viel Erfolg."

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Alessiel
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Re: Ein Ende und ein Anfang.

Beitrag von Alessiel » 28.08.2011 - 12:54

Yukiel hatte versucht zu meditieren aber es gelang ihr nicht wirklich.
Ihre Gedanken waren immer wieder abgeschweift und auch die Angst war wieder präsenter geworden.
Irgendwann hatten ihre Hände angefangen zu zittern, ab da hatte sie wieder die Augen geöffnet und mit einem seufzen auf ihre Hände gesehen.
Warum hatte sie nur solche Angst?
Auf die Sigil Weihe hatte sich die Raphaelitin regelrecht gefreut, hatte sie herbei gefiebert.
Doch die Scriptura Weihe machte ihr, wenn sie wirklich ehrlich darüber nachdachte Angst.
Es war keine Aufregung so wie es sich Yukiel eingeredet hatte, es war Angst.
Immer mal wieder hatte die Raphaelitin zu ihrem Urieliten gesehen und ihm einen etwas ängstlichen Blick geschenkt.

Als es klopfte zuckte Yukiel regelrecht zusammen und ihr Herz schlug schneller in der Brust.
Sie atmete tief durch und blickte zur Tür.
Als Philiel eintrat verspannte sich ihre Muskulatur und nun wusste die Raphaelitin das es kein zurück mehr geben würde.
Am liebsten wäre sie weggelaufen oder hätte sich irgendwo versteckt.
Doch die Raphaelitin rang sich zu einem Lächeln durch und nickte ihrem Ordensbruder zu.
Sie stand auf und blickte ihren Michaeliten in die Augen.
Ihr Lächeln erstarb wieder für einen kurzen Moment und in ihren Augen war nur noch Angst zu sehen.
Yukiel wandte den Blick zu Boden und nickte nur stumm.
Aber noch einmal hob die hübsche Raphaelitin den Kopf um ihren Nezumiel anzusehen.
Ihre Augen sahen ihn hilfesuchend an, doch dann schloss sie die Augen und atmete tief durch.
Als die Heilerin sie wieder geöffnet hatte blickte sie lächelnd zu ihrem Ordensbruder.
„Salve Philiel, ich bin bereit.“

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Magnetklaue
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Re: Ein Ende und ein Anfang.

Beitrag von Magnetklaue » 28.08.2011 - 14:42

Nezumiel hatte die Blicke der Raphelitin bemerkt und es schmerzte ihn regelrecht, das er nicht einfach zu ihr gehen konnte um sie zu umarmen und ein wenig festzuhalten. Zumindest bis ihre Angst etwas verklungen war.

Immer wieder, wenn sie ihn ansah, fing er ihren Blick ein und versuchte ihn für einen Moment festzuhalten. Hab keine Angst...
Dann war der Augenblick gekommen. Der für Yukiel bestimmte Mentor trat ein und grüßte die Schar höflich. Nezumiel seufzte und seine Federn sträubten sich ein wenig. Was konnte er nur tun? Gab es irgendetwas?
Yukiel erhob sich und warf ihm einen letzten, regelrecht hilfesuchenden Blick zu und der Urielit war aufgestanden, bevor er noch weiter darüber nachgedacht hatte. Er konnte diese Angst am Rande der Panik in den Augen seines Engels nicht ertragen.
Ohne auf Nathanael oder Philiel zu achten trat er vor und holte derweil etwas aus seinem Gürtelbeutel mit Steinchen, Federn, Perlen und allerlei anderem Klimperkram. Der Urielit trat dicht an Yukiel heran, nahm ihre Hand in seine, drehte sie so das die Handfläche nach oben zeigte und legte einen seltsam aussehenden und viel zu leichten grünlichen Stein hinein.
"Für dich. Es...bringt Glück", sagte er. Er wollte eigentlich etwas anderes sagen, nämlich das es sie beschützen sollte, aber das konnte er nicht tun in Gegenwart der anderen Engel.

Der Stein war seltsam flach, sehr leicht und schien fast ein wenig durchlässig. Er war grün, aber das Grün schien unter einem milchigen Schimmer verborgen. Neben der schönen Farbe fühlte er sich auch angenehm samtig an und war leicht gebogen und so groß, das er in die Kuhle der Handfläche eines ausgewachsenen Engels passte.
Seine Finger, die unter Yukiels Hand nicht zu sehen waren streichelten die Raphaelitin mit den Spitzen und dann liess er sie los und trat ein wenig zurück. Der Blick des Urieliten wanderte zu Philiel und er nickte langsam, dann trat er wieder etwas zurück.

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Kasima
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Re: Ein Ende und ein Anfang.

Beitrag von Kasima » 28.08.2011 - 19:15

Kasiael war kurz wieder aus der Cella gehuscht und hatte neues Holz besorgt. Sie wollte neue Anhänger schnitzen für die anderen der Schar. Yukiel und Nezumiel hatten ihre schon beim Mittagessen bekommen. Immer wenn sie daran dachte spürte sie die unbändige Freude. Yukiel trug ihr Anhänger zur Weihe. Am liebsten würde sie wieder ein Freudentänzchen vollführen, doch hielt sie sich zurück.
Während sie durch die Gänge gegangen war strahlte sie über das ganze Gesicht und sang ein fröhliches Lied. In der Cella hätte sie am liebsten weitergesungen, doch Yukiel sollte ja meditieren, deswegen summte sie nur leise. Sie setzte sich fröhlich in eine Ecke und fing an zu schnitzen. Nuriel und später auch Nathanael gesellten sich zu ihr und sie erklärte fröhlich auf ihre kindliche Art was der Wanderhändler ihr erklärt hatte.

Diesmal würde sie die Maus für Nuriel schnitzen. Wieder stellte sie sich die Maus in Gedanken vor und schnitzte diese Form in das Holz. Kasiael fand die Idee ziemlich lustig und immer wenn sie kurz zu Nuriel gesehen hatte, hätte sie fast losgelacht, doch sie verriet noch nicht was es werden würde und für wen der Anhänger war. Sie ging in ihrer Arbeit voll auf und bemerkte nichts von der Angst ihrer lieben Schwester. Dann klopfte es an der Tür und ein Engel trat ein. Der Engel der Yukiel zur Weihe abholen sollte. Kasiael legte ihre Sachen beiseite und hatte kurz zu Yukiel geschaut. Diese war total verängstigt. Kasiael wunderte sich. War eine Weihe denn nicht was schönes. Immerhin schenkte Gott einem neue Mächte und man konnte noch besser den Menschen auf der Welt helfen. Dann schaute sie zu dem Engel der eingetreten war. Es war Philiel. Kasiael strahlte ihn an. Sie hatte ihn schon eine Weile nicht mehr gesehen und freute sich richtig, dass sie ihn wiedersah.
"Salve Philiel"
Irgendwie hatte sie nicht damit gerechnet ihn hier wiederzusehen, auch wenn sie gewusst hatte, dass er oft Engel zur Weihe begleitet hatte und so freute sie sich um so mehr. Um Yukiel musste sich Kasiael dann keine Sorgen machen, denn er würde sich gut um sie kümmern, genauso gut, wie er sich oft um den kleinen Engel selbst gekümmert hatte. Kasiael schaute wieder zu Yukiel. Nezumiel war zu ihr gegangen und hatte ihr was geschenkt. Kasiael freute sich. Es war immer toll wenn man etwas geschenkt bekam von Engeln die man gerne mochte und es würde bestimmt Yukiel helfen. Kasiael stand auf und ging auch vor zu Yukiel. Nocheinmal nickte sie Philiel freudig zu, bevor sie Yukiel mit einem Handzeichen zeigte, dass sie sich etwas runterneigen sollte, was sie auch tat.

"Du brauchst keine Angst haben, Philiel ist ganz lieb und passt auf dich auf", flüsterte sie leise in ihr Ohr und hoffte, dass es ihrer Schwester helfen würde.
Zuletzt geändert von Kasima am 28.08.2011 - 21:03, insgesamt 1-mal geändert.

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Alessiel
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Re: Ein Ende und ein Anfang.

Beitrag von Alessiel » 28.08.2011 - 19:44

Nezumiel trat an Yukiel heran und sie blickte ihn etwas verwundert an.
Als er ihre Hand nahm kribbelte es in ihrem Bauch und ein wohliger Schauer durchlief sie.
Die Raphaelitin schaute auf ihre Hand und als sie den grünen Stein sah, wurden ihre Augen größer.
„Fü..für mich?“ Ihre Stimme war mehr ein Hauchen aber es klang glücklich.
Yukiel hob wieder ihren Blick und schenkte Nezumiel ein sanftes Lächeln, das strahlen war in ihre Augen zurück gekehrt.
„Ich danke dir. Ich werde gut darauf aufpassen.“ Die Heilerin war sehr gerührt und in ihrem Herz wurde es wieder warm.
Sie wollte ihm so viel mehr sagen aber das ging nicht.
Ein letzter Blick in seine Augen und dann wandte sie sich dem großen Raphaeliten zu, doch vorher trat Kasiael noch an sie heran.
Überrascht blickte die Sigil Trägerin ihre kleine Schwester an. Beugte sich dann aber artig herunter und bei den Worten des jungen Engels musste Yukiel leise lachen.
„Ist er das? Dann brauche ich ja keine Angst haben.“ Sie zwinkerte Kasiael zu und wandte sich dann mit einem strahlenden Lächeln an Philiel.
„Nun können wir aber.“
Die sanften grün blauen Augen des Heilers nahmen ihr etwas an Anspannung.
Der Stein lag fest in ihrer Hand und noch immer konnte sie die Berührungen ihres Urieliten auf ihrer Haut spüren.

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Magnetklaue
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Re: Ein Ende und ein Anfang.

Beitrag von Magnetklaue » 28.08.2011 - 20:53

Philiel hatte der kleinen Kasiael freundlich zugenickt und beobachtete dann Yukiel und den Urieliten. Als der Wegebewahrer ihn ansah hoben sich Philiels Augenbrauen um eine Nuance. Der Raphaelit spürte das da mehr in der Luft lag. Das mochte daran liegen das er besonders einfühlsam war, eher jedoch an der Tatsache das er solcherlei Gefühle kannte.
Arme Wesen.
Er lächelte dann in die Runde und verneigte sich leicht.
"Ich werde auf eure Schwester achtgeben, soweit es in meiner Macht steht", damit sah er wieder zu Yukiel, "komm Schwester."

Er führte seine Ordensschwester hinaus und schloss die Tür hinter ihr, dann bedeutete er ihr ihm zu folgen, beziehungsweise neben ihm herzulaufen.
Sie wandten sich nach links und begannen ihren Weg.
"Geht es dir gut, Yukiel?" erkundigte der schlanke Raphaelit sich nach einer Weile in einem sehr ruhigen, sanften ton.

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Alessiel
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Re: Ein Ende und ein Anfang.

Beitrag von Alessiel » 28.08.2011 - 21:16

Yukiel war neben Philiel hergelaufen und hatte den Blick nachdenklich auf den Boden gerichtet.
Nun war sie allein, allein auf sich gestellt, nicht mehr die schützende Anwesenheit ihrer Schar.
Kein Urielit der ihr Nähe und Wärme schenken konnte.
Ihre Finger strichen über den glatten Stein und sie atmete tief ein und aus.
Die Angst wurde erneut präsenter und schlich sich wieder in ihren Verstand.
Warum hatte sie solche Angst? Es war die Weihe. Yukiel benahm sich kindisch, ihr würde doch nichts passieren.
Doch trotzdem blieb die Angst und wurde sogar noch stärker.
Ihre Hände zitterten und wieder konnte die Raphaelitin dieses Schwindelgefühl spüren das ihren Körper überfiel.
Auch das rauschen kehrte in ihre Ohren zurück, sie konnte regelrecht mitanhören wie das Blut durch ihre Ohren rauschte.

Die Stimme des Heilers ließ sie etwas zusammen zucken als wäre sie bei irgendetwas ertappt worden.
Schnell zuckte ihr Kopf nach oben und sie sah ihm in die Augen.
Die schnelle hastige Bewegung trieb ihr die schwärze vor Augen und ihre Hand griff nach etwas wo sie sich festhalten konnte um nicht zu stürzen.
Yukiel klammerte sich an Philiels Arm fest und taumelte mit ihrem Körper gegen den des Raphaeliten.
„Ich..entschuldige..“ Hauchte die Heilerin.
Die Erschöpfung hatte ihren Körper gepackt und hielt ihn unbarmherzig fest.

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Re: Ein Ende und ein Anfang.

Beitrag von Magnetklaue » 28.08.2011 - 21:24

Philiel reagierte mit erstaunlicher Schnelligkeit.
Seine andere Hand schnellte vor und stützte die Sigilträgerin behutsam, er löste den Arm aus ihrem Griff und legte ihn ihr um die Schultern. So hielt er sie einen Augenblick und ließ ein wenig seiner Macht in ihren Körper fließen. Sie würde Kraft brauchen und augenscheinlich war sie sehr verängstigt.
"Das macht nichts, Schwester. Atme ruhig und gleichmäßig, wie ich. Spürst du wie ich atme? Passe dich an. So ist gut."
Er lächelte ein wenig und seine grünen Augen umgaben kleine leichte Lachfältchen.

Schon des öfteren hatte er leichte Schwächeanfälle vor einer Weihe erlebt. Manchmal hatte der zu weihende Engel einfach keine Kraft weil etwas vorgefallen war, manchmal war er nur zu aufgeregt oder ängstlich. In Yukiels Fall schien es beides zu sein und er gab sich Mühe ihren Kreislauf wieder zu stabilisieren.

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Re: Ein Ende und ein Anfang.

Beitrag von Alessiel » 28.08.2011 - 21:52

Als Yukiel seine Stimme hörte, die so sanft war ließ sie sich etwas mehr gegen den Körper des Raphaeliten sacken.
Sie atmete tief ein und wieder aus, versuchte sich zu beruhigen doch sie ließ ihn nicht sofort wieder los, genoss noch diese Körpernähe zu ihm.
Die Sigil Trägerin klammerte sich noch etwas mehr an ihm fest, er war für sie gerade der rettende Anker im weiten wilden Meer.
Jemand der sie hielt und nicht losließ der ihr wärme schenkte.
Sie hatte Angst große Angst, auch wenn Yukiel wusste das die Angst unbegründet war, doch sie war da.
„Ich...“ Der Körper der Sigil Trägerin zitterte und Yukiel musste mit den Tränen kämpfen.
`Nein du wirst jetzt nicht vor einem fremden Engel weinen.`
Yukiel hob ihren Blick und sah in die sanften Augen des Heilers.
„Ich...habe Angst...“ Hauchte sie und in ihrem Blick lag Verzweiflung.

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Re: Ein Ende und ein Anfang.

Beitrag von Magnetklaue » 28.08.2011 - 22:04

Philiel sah seine Ordensschwester prüfend an und wiegte dann den Kopf.
"Wovor hast du Angst, Schwester? Vor der Weihe? Davor musst du dich nicht fürchten. Oder fürchtest du dich vor etwas anderem?"
Immer noch ließ er seine Kräfte in ihren Körper fließen, doch nun unterbrach er diesen Fluß. Vor den kommenden Ereignissen sollte nicht zuviel fremde Energie im Körper der Schwester sein. Dennoch stützte er sie weiter. Mit der Hand die nicht um ihren Rücken lag und seine Macht hatte wirke lassen, berührte er kurz ihre Wange und sah sie weiter fragend an.

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Re: Ein Ende und ein Anfang.

Beitrag von Kasima » 28.08.2011 - 22:17

Einen Augenblick blickte der kleine Engel noch zu der geschlossenen Tür. Jetzt würde sie Yukiel wohl eine Weile nicht sehen... Leider war sie zu langsam gewesen und Philiel und Yukiel waren schon aus der Tür getreten, sonst wäre Kasiael mitgegangen und hätte Yukiel nocheinmal umarmt. Aber sie würde ja zurückkommen und dann würde sie ganz fest umarmt werden, natürlich nur wenn Nathanael nicht dabei war, und Philiel würde ja auch auf ihre Freundin gut aufpassen.
Kurz streckte sie sich und ging dann wieder zu ihrem Platz, um weiterzuschnitzen. Auf dem Rückweg bekam Nezumiel noch ein fröhliches Lächeln geschenkt. Ihm würde sie wohl auch noch erzählen das Philiel ein guter Engel war, denn er machte sich bestimmt sorgen um Yukiel.
Sie freute sich schon darauf Yukiel bald wiederzusehen und konnte es gar nicht abwarten.

Mit der Maus würde sie bald fertig sein. Man konnte schon erkennen was es werden würde. Wahrscheinlich würde Nuriel auch erraten, dass dieser Anhänger für sie war, aber das machte Kasiael nichts aus. Sie würde ihn sowieso bald der Gabrielitin geben.

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Re: Ein Ende und ein Anfang.

Beitrag von Alessiel » 28.08.2011 - 22:21

Sie konnte fühlen wie etwas mehr Kraft ihren Körper durchflutete und ihr Kreislauf sich langsam wieder stabilisierte.
Seine Hand an ihrer Wange tat ihr mehr als gut, jemand hielt und stützte sie.
Yukiel kannte diesen fremden Raphaeliten nicht wirklich und doch hatte sie plötzlich das Verlangen ihm alles zu erzählen was sie belastete.
`Närrin! Erzähl es doch gleich jedem Fremden den du siehst!`

Die Raphaelitin blickte Philiel nur in die Augen und in ihr war dieser Drang groß sich einfach Luft zu machen und alles zu erzählen was sie belastete.
Doch das ging nicht, ihre Gedanken waren Ketzerhaft und bloße Blasphemie.
„Ja die Weihe fürchte ich...kindisch nicht wahr? Dabei habe ich die Sigil Weihe doch hinter mir und ich weiß doch das mir keine Gefahr droht...aber...“
Die Heilerin versuchte sich anfangs an ein Lächeln doch das erstarb wieder und sie neigte den Blick. Doch hielt sich Yukiel noch immer an dem Körper des Raphaeliten fest.
Die Raphaelitin überlegte wie sie es in Worte fassen sollte das ihr so sehr Angst machte.
„Ich...habe schlecht geträumt...habe Alpträume des öfteren...“ Verließen die Worte flüsternd ihren Mund.

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Re: Ein Ende und ein Anfang.

Beitrag von Magnetklaue » 28.08.2011 - 22:30

"Hmm...", war alles was der größere Engel für den Moment von sich gab.
Er sah Yukiel weiterhin an, mit aller Aufmerksamkeit die er hatte und seine Augen waren sanft und freundlich. Weder misstrauisch, noch vorwurfsvoll, noch sonstwie ärgerlich über die Verzögerung.
Sie war noch nicht ganz ehrlich mit ihm, das spürte er. Doch je nachdem was sie belastete war das auch nicht weiter verwunderlich. Immerhin war er ihr unbekannt und sie hatten bei weitem nicht die Zeit für wirklich ausgiebige, klärende Gespräche.
Dennoch war es besser sich jetzt etwas Zeit zu nehmen, zumindest bis sich die jüngere Raphaelitin wieder gefangen hatte. Er würde sie sprechen lassen, wenn sie sich noch weiter Luft machen wollte.

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