Die Begegnung vor dem Sturm

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Kasima
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Kasima » 18.06.2016 - 13:12

Beathanel blickte leicht irritiert den fremden Ramieliten an, als dieser so frei heraus versuchte Kasiael zu erklären, warum der Michaelit gerade nicht geheilt werden wollte. Doch der goldene wusste auch warum es Kasiael tat. Er konnte formlich schon ihre Worte hören, bevor sie jedoch zu Wort kam ergriff der Michaelit lächelnd das Wort.
"Ist schon gut. Ithuriel war dein Name richtig? Ein Engel sollte fliegen können und wir sollten bereit sein, was auch immer kommen möge", ahnte er die Worte seiner Raphaelitin vorraus, während er ihre heilende Mächte in sich spürte. War es für den Ramieliten so offentsichtlich, dass er sich nicht durchsetzten konnte? Kurz wusste er nicht, ob er sich über die dargebotene Hilfe freuen oder ärgern sollte, doch entschied er sich für ersteres. Es gab kein Grund wieder in schlechte Laune zu verfalllen. Ihm fiel jedoch auch die angespannte Haltung seines Gabrieliten auf.
*Ich denke nicht, dass er böse Hintergedanken hatte. Dem Ramieliten ist für Gabrieliten oftmals typisches Verhalten aufgefallen. Ihr sondiert immer die größte Gefahr aus einer Gruppe heraus, ob bewusst oder unbewusst.*, versuchte er seinen Gabrieliten gnädig zu stimmen*, *der Ramielit scheint gerne seine Gedanken zu äußern*

Kasiael bejahte die Worte ihres Michaeliten und lächelte weiter fröhlich. "Genau, und ich heile ja nur den Flügel." Kurze Zeit später war der Flügel wieder voll einsatzfähig und Kasiael löste ihre Hand. Zu dem Vorschlag, dass zwei Scharen mit einander trainieren konnten, sagte sie erstmal nichts. Sie konnte sich nicht vorstellen, wie Varkiel es sich genau vorstellte, doch war sie neugierig.

Beathanel stimmte indes auch den Worten Rumaels zu.
"Ja, unterschätzt zu werden birgt große Vorteile in sich, egal um was es sich handelt. Ich habe nichts dagegen, wenn unsere Scharen miteinander trainieren. Es gibt ohnehin nicht viel nützliches zu tun. Wahrscheinlich sind deswegen auch so viele auf die Idee gekommen. Ihr könnt ja eure Michaelitin fragen, was sie davon hält" Ihr Name war ihm nicht bekannt vorgekommen, aber soviel wie in Roma los war, konnte man auch nicht alle kennen. Neugierig war auch er keine Frage und Ablenkung war immer willkommen.
--
*nur an Varkiel

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Alessiel
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Alessiel » 20.06.2016 - 18:16

Für einen Gabrielit war Rumael gar nicht mal so dumm. Was nicht heißen sollte das er alle über einen Kamm scherte. Aber die Erfahrung hatte ihm gezeigt das sie oft nicht mitdachten.
Ganz anders war da Rumael und wieder einmal war er froh einen Gabrielit wie Rumael in der Schar zu haben. Das machte doch einiges leichter.

Ganz anders schien ihm dieser fremde Gabrielit zu sein, er wirkte so finster und was war das da im Blick? Misstrauen? Nun das hatte Ithuriel nicht erreichen wollen. Aber vielleicht täuschte sich der Ramielit auch, konnte ja sein das Varkiel anders war als er in diesem Moment vorzugeben versuchte. Rumael hatte ganz klar seine Aufmerksamkeit und so ließ er die beiden das alles auch unter sich ausmachen. Viel eher zog daher der Michaelit sein Interesse auf sich. Noch einmal bestätigte er seine Gedanken das ein Scharführer sehr viel über seine Schar verriet.
Seine grünen Augen sahen ihm ins Gesicht, er stellte fest das der goldene Engel wohl etwas irritiert von seinen Worten sein musste. Hatte er sich denn so unklar ausgedrückt? Oder war er es nicht gewohnt von einem Ramielit freundlich behandelt zu werden?
Innerlich musste der kastanienbraunhaarige darüber schmunzeln, denn nicht jeder seines Ordens war so freundlich und aufgeschlossen wie er es war. Ithuriel mochte diese ganzen Machtkämpfe nicht die Michaelit und Ramielit oft miteinander austrugen, es war einfach nicht logisch für ihn, denn es war doch einfacher und viel klarer wenn man mit dem Scharführer zusammenarbeitete anstatt dagegen. Er glaubte zu wissen das ihre Michaelitin für dieses denken sehr dankbar war.

Nun war es an Ithuriel den Scriptura tragenden Michaelit irritiert anzusehen doch daraus wurde ein verblüffter Gesichtsausdruck. Irgendwie gefielen ihm die Denkweisen von Beathanel, Arroganz war keine zusehen und das machte den rotblonden Engel um so sympathischer. Für einen Moment wurde sein Lächeln sanfter als er den Scharführer von Kasiael ansah. Es gefiel ihm einfach einen weiteren Engel Michaels zu treffen der ebenso wie die Scharführerin ihrer Schar mit seinen Engeln zusammenarbeitete und sich nicht über sie stellte.
Ihm fiel auf das er zu starren begann und blickte schnell wieder weg, etwas verlegen strich er sich das lange Haar hinter das Ohr und sah dann zu Rumael und Varkiel.
„Nun ich werde zwar von Rumael unterrichtet und bin auch wirklich sehr dankbar dafür aber ich denke es wäre mal interessant zwei Gabrieliten trainieren zu sehen, dabei können wir uns sicher einiges abschauen und lernen.“
Seine Stimme war freundlich und auch seine ganze Haltung wirkte offen, keinesfalls falsch. Die grünen Augen sahen zu Rumael und wartete darauf was er von seinem Vorschlag halten würde, drücken wollte sich der Ramielit sicher nicht aber es wäre sicher sehr interessant gewesen zusehen wie zwei Gabrieliten miteinander trainierten.

Turgon
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Turgon » 21.06.2016 - 21:52

Rumael nickte zu Varkiels Ausführungen. „Neue Ideen fordern einen und halten die Aufmerksamkeit hoch. Das kann im Fall des Falles entscheidend sein. Wir sollten uns mal austauschen, theoretisch und praktisch.“ Er zwinkerte Varkiel zu, blickte dann zu Bheatanel. „Ich werde Merkavael Bescheid geben und nachfragen“, was er dann sogleich tat. Merkavael hatte nichts dagegen, sie würde aber im Augenblick noch nicht dazukommen.

„Merkavael sagt, nur zu! Sie wird aber nicht gleich mit dabei sein“, verkündete Rumael an die anderen.
Bei Ithuriels Vorschlag schmunzelte er. „Du willst doch nur, dass wir uns die blauen Flecke holen, während du das ganze analysierst und dann sagst, was wir falsch gemacht haben, oder?“, zog er den Ramieliten ein wenig auf, „Oder du willst Kasiael von ihren Schnitzereien abhalten.“

„Was hältst du davon?, wandte er sich dann wieder an Varkiel, „Ithuriel muss dann aber auch mal mitmachen, so wie ihr anderen auch!“ Rumael machte eine ausladende Handbewegung, die seine Aussage unterstreichen sollte.

Kuniel
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Kuniel » 22.06.2016 - 21:26

Als der andere Ramielit, Ithuriel war sein Name, davon sprach, dass er von Rumael unterrichtet wurde, schaute ihn Varkiel an. Nicht in der oberflächlichen Weise von zuvor, sondern wachsam und geduldig. Er verschleierte nicht, was er tat. Er achtete Höflichkeit und Loyalität. Der Rest war relativ.

Und dann war da natürlich Waffenkunst.

Varkiel schaute wieder zu Rumael. „Irgendwelche Regeln oder Einschränkungen für den Kampf?“ Er wirkte ruhig, aber keineswegs gelassen. Seine Augen wanderten über Rumaels Körper als wären sie eine Sonate, deren Noten er lernte zu spielten. Aber wo Musik Schönheit suchte, so suchte Varkiel nur Schmerzen.

Jedoch verblieb Varkiel kühl in seiner Stimmung. Es war klar zu sehen, dass er keinen Gefallen fand an der gegenwärtigen Situation. Er hatte nichts dagegen, gegen wen auch immer zu kämpfen. Aber die Art, wie diese Sache zu einem Schauspiel langsam verklärt wurde, gefiel ihm nicht.

Turgon
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Turgon » 23.06.2016 - 21:06

Rumael beobachtete Varkiel, während dieser Ithuriel musterte. Offenbar fand er den Ramieliten interessant, weil dieser mit Waffen trainierte. Es war sozusagen ein gabrielitischer Reflex. Unwillkürlich musste man eine erste Einschätzung eines jeden Gegenübers vornehmen.
Varkiel wirkte reserviert, als er auf Rumael antwortete. Er hatte anscheinend kein großes Interesse daran.
„Das übliche“, ging Rumael auf die Frage ein, „Keine voll durchgeführten Angriffe, keine voll durchgezogenen Hiebe. Wir könnten auch Übungsschwerter verwenden.“ Übungswaffen waren ein gutes Stück schwerer und unhandlicher als „richtige“ Waffen und erforderten deswegen ein höheres Maß an Präzision und Aufmerksamkeit, um noch schnell genug zu sein. „Wir müssen das aber auch nicht jetzt machen, wir können das auch später machen. Sagen wir nach der Invasion um acht?“ Ein Grinsen zeigte sich auf seinem Gesicht.

Kuniel
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Kuniel » 23.06.2016 - 22:14

Varkiel musterte Rumael. Er war größer als er, vielleicht ein wenig zu groß sogar. Was vieles über seinen vermutlichen Kampfstil sagte. Und er war ein Gabrielit - was den Rest erklärte.

Gerade wollte er etwas sagen als Rumael grinsend etwas Witziges sagte. Varkiels Augen verengten sich in einer Geste des Misstrauens. Dies war nicht die Zeit für Theater. Mit jedem Moment begann es mehr wie ein Duell auszusehen. Die Sticheleien, das Bestehen auf Zuschauer und die Einschränkungen auf ihre Waffenwahl. Dieser Rumael forderte ihn heraus.

Das geklärt, verblieb nur noch eine Frage: "Für was wirst du kämpfen?"

Während er sich leicht streckte und für den Kampf aufwärmte, hatte er diese Frage an Rumael gestellt. Normalerweise begann man Duelle nicht leichtherzig. War es Stolz? Er wusste, warum er kämpfte. Sein Herzschlag beschleunigte sich bereits in freudiger Erwartung als würde er bald einen alten Freund wieder sehen. Er hasste das Gefühl: Gewalt war weder geschmackvoll noch elegant. Und doch fühlte er immer eine gewisse Sehnsucht für die Einfachheit und Direktheit von primitiver Stärke. Solange er höheren Idealen wie Ehre und Gerechtigkeit diente jedoch, sollte dies reichen, sagte er sich immer. Das war es, wofür er kämpfte.

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Kasima
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Kasima » 24.06.2016 - 21:58

Beathanel bemerkte dass er nun seinerseits den Ramieliten irritiert hatte und er begann zu grinsen. Die fremde Scharführerin schien nichts dagegen zu haben zusammen zu trainieren, das waren gute Nachrichten. Am Rande bekam er mit wie Varkiel innerlich dem Kampf hinfieberte und er unruhiger wurde auch wenn es äußerlich nicht sichtbar war. Sollte er die Gabrieliten unter sich ausmachen lassen, oder sich einmischen und Situation ein wenig entschärfen.
"Ich bin für Übungswaffen", schaltete sich der Michaelit dann doch wieder lächelnd ein, "Jeder gegen jeden. Ihr beide könnt gern den Anfang machen. Ich steige dann ein." Es war sicherlich eine Herausforderung gleich gegen zwei Gabrieliten anzutreten, doch reizte es auch den Michaeliten sich zu erproben.

Turgon
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Turgon » 27.06.2016 - 21:44

Rumaels Grinsen verschwand, als er Varkiels Reaktion sah. Er wirkte viel zu verbissen für Rumaels Geschmack, er wusste nicht, ob das gut ausgehen würde.
„Es ist nur ein Übungskampf. Da kämpfe ich aus Spaß und um vielleicht etwas zu lernen, nicht für irgendetwas“, beschwichtigte Rumael.

Beathanel, der Michaelit, schaltete sich ein.
„Zu dritt kämpfen, ja, warum nicht?“, pflichtete er ihm bei, „Das gibt interessante Optionen.“
Er blickte zu Ithuriel. „Willst du auch einsteigen? Aber ich glaube, das wird unfair für uns andere.“ Er grinste wieder und zwinkerte dem Ramieliten zu.

Kuniel
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Kuniel » 27.06.2016 - 22:09

Varkiel wirkte überrumpelt von der Situation. Erst sagte Rumael ihm, dass es für ihn lediglich ein Übungskampf war und dann setzte Beathanel ein Gespräch in Gang, welches den Ramieliten und ihn Teil des Übungskampfes machten.

Er musste wohl anerkennen, dass er die Situation missverstanden hatte. Er seufzte hörbar und schaute beschämt zu Boden. Das ist genau, warum ich Kämpfe bevorzuge, dachte er. Ein Feind, ein Gegner, ein Ziel: Die Welt war so viel einfacher, wenn es etwas gab, wogegen man kämpfen musste. Seinen Blick hebend, entschuldigte er sich in einem ehrlichen Ton: "Ich entschuldige mich für mein Verhalten, Rumael. I-Ich habe die Situation... missverstanden. Es tut mir Leid."

Zu Bheatanel und Ithuriel schauend, erklärte er ernst: "Ich denke, wir Gabrieliten sollten uns erstmal alleine bereitschlagen, welche Sorte von Übung angebracht ist. Ich kenne deine Schwächen, Bheatanel und Rumael kennt sicherlich deine, Ithuriel." Er schaute zu Rumael. "Was denkst du, Bruder?"

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Alessiel
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Alessiel » 30.06.2016 - 14:33

„Mitmachen? Oder sich schlagen lassen?“ Grinste der Ramielit scherzend und sah Rumael dabei an.
Doch dann hatte er die Aufmerksamkeit von Varkiel. `Sieh mal einer an, kaum geht es ums kämpfen da bin ich interessant.`

Ithuriel beobachtete die beiden Gabrieliten und stellte schnell fest das Varkiel sehr verbissen war, Rumael jedoch versuchte da ruhiger zu agieren und innerlich war er ihm dankbar, sonst hätte es an ihm gelegen seiner Michaelitin zu erzählen warum der große Gabrielit so verwundet war obwohl die Schlacht noch nicht begonnen hatte.
Die Schlacht...
Ithuriel sah dem ganzen mit gemischten Gefühlen entgegen, eigentlich fand er diesen Krieg völlig unnütz, eine Verschwendung von wertvollen Ressourcen und was noch schlimmer war, eine Verschwendung von so vielen guten Engeln und Templern. Eigentlich hätte man sie wo anders einsetzen sollen nicht dort auf dieser fremden Insel.

Rumael sprach ihn an und holte ihn so aus seinen Gedanken, die grünen Augen blickten zum Gabrielit und er begann leicht zu grinsen. „Na kämpft ihr mal, sonst habt ihr ja keine Chance wenn ich mitmache.“ Er zwinkerte seinem Scharbruder zu und gesellte sich ein wenig mehr zu Kasiael. „Ich bleibe bei Kasiael und sehe euch erst mal zu.“

Der Ramielit war jedoch überrascht das sich Varkiel zu entschuldigen begann. Dazu gehörte viel Stärke vor allem bei den Gabrieliten die diesen Wortschatz ja nicht wirklich gut kannten oder gelernt hatten.

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Kasima
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Kasima » 01.07.2016 - 22:41

Zufrieden beobachtete Beathanel wie sich Varkiel entschuldigte. Auch wenn er sich manchmal in seine Gedanken verrannte und falsche Schlüsse zog, so war er doch ein guter Vertreter seines Ordens und der goldene Engel froh, dass er Teil der Schar war.
"So ein etwas freierer Trainingskampf hätte auch was für sich. Immerhin willst du doch sicher eine Revanche", etwas freches blitzte in den Augen des grinsenden Michaeliten auf. Ithuriel wollte sich erstmal aus dem Kampf heraushalten und auch er wurde angelächelt.
"Ja jemand der die Bewegungen vorausahnen kann ist wirklich schwer zu besiegen"

Kasiael hatte das Gespräch still beobachtet und wackelte nur gemütlich mit ihren Flügeln. Auch sie wusste nicht so recht, ob sie an dem Kampf teilhaben wollte oder nicht. Immerhin waren zwei Engel Gabriels daran beteiligt und die Raphaeliten hatte einen großen Respekt vor diesen.
So lächelte Ithuriel zu und nickte.
"Klingt gut, wir werden euch beobachten, vielleicht können wir ja was abschauen" Die Raphaelitin begann ihre Holzspäne aufzuräumen und auch das Messer und den angefangenen Adler zu verstauen. Nebenher Schnitzen würde nicht funktionieren, wenn sie den Kampf verfolgen wollte.

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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Kuniel » 03.07.2016 - 21:38

Wieder wirkte Varkiel verwirrt von den Reaktionen von Bheatanel und Ithuriel. Es schien so als wollten sie wirklich ein Duell zwischen den zwei Gabrieliten sehen. Aber nun nachdem er wusste, dass Rumael soetwas nicht wollte, erzürnte ihn solches Verhalten mehr als es ihn beruhigte. Kämpfe waren eine Sache von Leben und Tod. Besonders Duelle. Er hatte genug von jenen bestritten, um dies zu wissen. Natürlich lag dies zum Teil daran, weil er jene herbeisehnte. Er mochte die Anspannungen und Gedankenspiele eines Kampfes. Im selben Maße bestand er auf Reinheit. Er wollte diese Kunst nicht zu einer Spielerei oder Aufführung verkommen lassen.

Bevor Rumael antworten konnte, schüttelte er den Kopf und wandte sich von jenem ab. "Ein Übungskampf ist in Ordnung.", sagte er schroff, "Und um Vertrauen zu gewährleisten, würde ich meine ursprüngliche Taktik zeigen wollen. Danach werden ich und Rumael uns auf eine Übung einigen."

In einer theatralischen Geste entledigte er sich seines Flammenschwertes und legte es bedächtig auf den Boden. Stattdessen zog er sein Kurzschwert, dass an einem zweiten Gürtel darunter seinen Platz gefunden hatte.

Sogleich nahm er ein wenig Abstand von den Engeln und mit einem konzentrierten Blick hob er die Klinge. Beinahe tänzelnd umkreiste er einen Punkt und sein Kurzschwert beinahe gelassen in der Hand haltend tat er relativ wenig, um irgendwelche Manöver auszuführen. Aber mit jeder Umrundung wurden die Angriffe schneller und präziser, während er leichtfüßig immer darauf vorbereitet zu sein schien, auszuweichen oder Abstand zu suchen. Für jeden, der etwas vom Kampf verstand wurde jedoch klar, dass jener Stil auf ungewöhnliche Weise nicht darauf abzielte den Gegner zu töten. Stattdessen schien der Stil aus dem Zufügen von recht blutigen Schnitten zu bestehen. Genauso wie dies ein Duell in die Länge ziehen würde, würde dies die Niederlage des Gegners zu einer unbeschreiblich schmerzhaften Angelegenheit machen.

Varkiel hielt inne. "Ich habe den Stil erlebt als ich die Herausforderung eines Duellisten im Raphaelland angenommen hatte. Er wollte die Ehre seines ketzerischen Herren verteidigen. Bheatanel war dabei gewesen." Varkiel schaute etwas schüchtern weg. "Meine Schar hätten mich beinahe aus dem Duellring gezerrt, weil ich am Verbluten war. Aber ich habe den Kampf gewendet." Er zuckte gleichgültig mit den Schultern und schaute in die Menge der versammelten Menge. "Er war ein arroganter Bastard gewesen. Also habe ich gewartet bis er mich zu Boden gerissen hatte und zu seinem letzten Schlag ausgeholt hatte. Ich war auch waffenlos zu dem Zeitpunkt gewesen..." Er begann etwas energischer zu wirken als er die nächsten Worte sagte. Seine Augen schienen lebendiger als er sich an jene Momente zu erinnern schien. "Aber natürlich musste sein letzter Schlag triumphal wirken. Er holte also zu diesem weiten Schlag aus... und ich habe seinen Kopf und sein Genick mit beiden Händen ergriffen und letzteres mit einer Bewegung gebrochen." Er hatte die Bewegung mit seinen Händen imitiert während seiner letzten Worte.

"Aber ein wichtiger Teil jenes Kampfstils scheint die Beleidigung und Provokation des Gegners zu sein - aber mein raphaelsländischer Dialekt ist nicht so gut. Ich kann nur erahnen, was für Beleidigungen jener Ketzer mir an den Kopf geworfen hatte. Ich kann mir vorstellen, dass eine verbale Provokation eine gute Kombination mit einem Duellstil wäre, der auf Zeit spielt. Aber...", fügte er hinzu, während er zu Rumael schielte, "... natürlich kenne ich Rumael nicht gut genug, um jenen Teil jenes Stils anwenden zu können."

Die Engel anlächelnd, sagte er versöhnlich: "Ich bin mir sicher, Rumael hat ähnliche Geschichten." Varkiel schaute zu Rumael für eine Bestätigung.

Turgon
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Turgon » 04.07.2016 - 23:38

Rumael blickte zu Varkiel, als dieser sprach und vorschlug, sie beide, die Gabrieliten, sollten sich zuerst des Übungskampfs annehmen, und wollte gerade antworten, als Ithuriel das für ihn übernahm. Rumael nickte dazu, er hatte nichts dagegen, zuerst alleine mit Varkiel zu kämpfen, wenn die anderen damit einverstanden waren. Auch Kasiael wollte zunächst nur beobachten.

Varkiel wiederum führte eine seiner Kampftaktiken vor und erklärte sie, hob auch gleich auf Schwachstellen ab. Als Varkiel auf die verbalen Beleidigungen zu sprechen kam, die wohl dazu gehörten, lächelte Rumael. Viele Menschen, die dieses anwendeten, schienen kaum zu bedenken, dass der Gegner diese Worte auch verstehen mussten, um überhaupt eine Wirkung zeigen zu können. Es war schon einige Male vorgekommen, dass Rumael Gegnern gegenüber gestanden hatte, deren Sprache er nicht kannte. Trotzdem hatten sie eben jenes probiert. Nur zu oft war es ihre letzte Fehleinschätzung gewesen …
Doch selbst wenn Rumael die Beledigungen verstand, glaubte er, immun gegen eine solche Taktik zu sein. „Ein Gabrielit konzentriert sich immer genau auf die Aufgabe, die vor ihm liegt, und erledigt sie mit absoluter Präzision“, dozierte er, „Alles andere spielt keine Rolle für ihn, und sollte derweilen der Himmel über ihm einstürzen.“ Seit ihrer frühesten Postulantenzeit war ihnen dies eingebläut worden, und Rumael hatte es zutiefst verinnerlicht.

Er nickte zu Varkiels Frage nach den Geschichten, obwohl sein Gedächtnis gerade wie leergeblasen war. Die meisten Duelle, die er gefochten hatte, waren sehr schnell vorbei gewesen und eigneten sich nicht sonderlich, eine Geschichte darüber zu erzählen.
„Hm“, machte er dann, „Ich habe dabei nicht selbst gekämpft, aber einmal etwas interessantes beobachtet. Unsere Schar war ein paar Tage bei einem Schrottbaron, was wir dort sollten, weiß ich nicht mehr, Ithuriel kann vielleicht dazu was sagen. Auf alle Fälle ließ uns der Baron einem Gerichtskampf beiwohnen. Ein Verurteilter musste gegen den Champion des Schrottbarons antreten. Dieser Champion hatte einen unglaublichen Ruf innerhalb des Gebiets. Man erzählte sich ständig Geschichten über ihn, wie er in schier aussischtsloser Lage immer noch sich und seine Kameraden retten konnte und bisher alle Duelle als strahlender Sieger verlassen hatte. Dem Verurteilten schlotterten die Knie, er machte einige zaghafte Angriffe, die jeder Anfänger mühelos pariert hätte. So war es dann auch kein Wunder, dass der Champion fast gar nichts tun musste als einmal sein Schwert zu erheben, und schon lag der Verurteilte im Dreck und hatte verloren.“
Rumael machte eine kurze Pause und räusperte sich. „Das Interessante an der Geschichte ist, dass ich zufällig beide zuvor jeweils unabhängig in anderen Kämpfen gesehen hatte. Der Champion war gut, zweifellos, aber nicht so gut, wie einem die Legende weismachen wollte. Er hat es zum Beispiel öfter versäumt, seine Seite zu schützen, wenn er einen bestimmten Angriff machte und seine Reichweite nicht ganz ausreichte. Der andere jedoch, der später Verurteilte, war deutlich besser. Achtete auf seine Deckung, war ruhig und besonnen, ging keine unnötigen Risiken ein und wartete auf seine Chance.“ Rumael machte wieder eine kurze Pause.
„Eigentlich hätte er gar nicht verlieren dürfen. Jeder unvoreingenommene Beobachter hätte auf ihn, den Verurteilten, als Sieger gesetzt. Wieso hat er trotzdem verloren?“ Mittlerweile ging RUmael so in seiner Erzählung auf, dass er sie mit Gesten seiner Hand unterstützte. „Weil er die Legende geglaubt hat! Er hat sich sozusagen selbst besiegt, indem er sich nicht auf seine eigenen Stärken besonnen hatte, sondern so von den Erzählungen über seinen Gegner beeinflusst war, dass er den Kampf schon vor Beginn aufgegeben hatte. Ja …“ Rumael überließ es jedem der Anwesenden selbst, sich die Moral zu der Geschichte zu denken.

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