Die Begegnung vor dem Sturm

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Kasima
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Kasima » 09.07.2016 - 09:18

Beathanel bemerkte, dass er mit seinen Worten Varkiel mehr irritiert hatte als alles andere und nickte nur still auf die Worte seines gabrielitischen Bruders, musterte seine Kampfbewegungen. Er erinnerte sich an den Kampf den sein Bruder schilderte. Es war nach seinem Geschmack viel zu knapp gewesen und nur mit Mühe hatte er sich zurückhalten können. Es hätte das Ehrgefühl seines Gabrieliten gestört und dieses war vielen allzu heilig. Risikoreich war es gewesen das Spiel des Gegners mitzuspielen und in der letzten Möglichkeit zuzuschlagen.

Auch interessiert lauschte er der Geschichte Rumaels. Es war eine ähnliche unter dem Gesichtspunkt, dass Gefühle eine große Rolle im Kampf spielen konnten. Er bewegte wieder sein Schwert in einer kreisenden Bewegung und betrachtete es kurz, ehe er ebenfalls die Worte an die Gruppe richtete.

"Das waren gute Lektionen. Gefühle spielen eine große Rolle in einem Kampf, deswegen ist es wichtig sich selbst unter Kontrolle zu halten. Sich nicht der Panik oder der Wut hinzugeben und den Kampf selbst aus den Augen zu verlieren. Jemand der schon vor dem Kampf aufgegeben hat, hat es viel schwerer siegreich hervorzugehen, als jemand der Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten hat." Er hatte das an eigener Haut miterleben müssen, was Hoffnungslosigkeit anstellen konnte. Seine Schar war damals daran zerbrochen, immer noch klebte ihr Blut an seinen Händen. Sein Blick verdüsterte sich und er griff das Schwert fester. Niemals mehr würde er seine Schar so im Stich lassen. Er erinnerte sich an die Worte seines Ordensbruders. Es gab immer einen Weg, man musste ihn nur finden. Mit einem einfachen doch sehr präzisen Schlag seines Schwertes, tötete er imaginären Dämon, der sich ihm bemächtigen wollte. Er würde jetzt nicht wieder der Vergangenheit nachtrauern. Es lag eine Schlacht vor ihnen.

"Was mir noch einfällt ist, dass es manchmal wirkungsvoller ist einfacherere Techniken, die man sicher beherrschte anzuwenden, anstatt sich komplizierten Bewegungsabläufen zu widmen. Man bemerkt recht schnell, wenn jemand unsicher in seinen Bewegungen ist", dann sah er wieder auf seine Brüder. Neugierig, was sie noch erzählen würden.

Kasiael hörte still zu, beobachtete ihre Brüder genau und blickte auch auf ihr Schwert. Noch nie hatte sie bewusst ein Leben genommen. Sie hatte verletzt, Schmerzen zugefügt, aber der letzte Schlag war immer einem anderen gewesen. Sie hoffte auch, dass es niemals vorkommen würde.
"Ich frage mich, welche Waffen sie wohl haben werden. Sie haben ja keine Scheu technische Geräte zu benutzen..." Kasiael schauderte.

Kuniel
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Kuniel » 12.07.2016 - 22:24

Aufmerksam und still hörte Varkiel Rumaels Erzählung zu. Aber er war zu einer etwas anderen Schlussfolgerung am Ende gekommen. Dies war keine Geschichte über die Fehlschläge eines besseren Duellisten. Wäre er tatsächlich der bessere Duellist gewesen, hätte er gewonnen. Die Lektion war, dass man in ein Duell mehr Waffen als nur eine Klinge bringen konnte. Was wenn sie die Familie des Verurteilten gefangen genommen hätten: Sollte er sich auch einfach auf seine eigene Stärke besinnen in dem Falle? Er hasste es, aber er musste zugeben, dass kämpferische Qualitäten nicht alles waren, was in einem Duell zählten.

Bheatanel fügte hinzu, dass einfachere Techniken besser sein würden. Etwas skeptisch musterte er Bheatanel. Sein Blick machte mindestens seinem Michaelit deutlich, dass der Ausgang von deren Übung genau im Widerspruch zu dem stand. Der Sprung in die Luft war... extravagant gewesen, um es nett auszudrücken, dachte Varkiel, aber vielleicht hatte Bheatanel bereits seine Lektion gelernt.

Als Kasiael ihre besorgte Stimme der Runde hinzufügte, lächelte Varkiel amüsiert. In Rumaels Richtung nickend, sagte er humorvoll: "Ist dir bewusst, dass Rumael gerade erst von genau diesem Problem geredet hatte? Pessimismus ist eine selbst-erfüllende Prophezeiung in einem anstrengenden Kampf. Disziplin und gute Taktiken sind es, welche einen Kampf entscheiden werden. Strategie ist auch wichtig - aber dafür sind andere zuständig." Er zeigte auf Bheatanel. "Vorsintflutliche Waffen sind Werkzeuge und nicht mehr. Vielleicht haben diese Ketzer die eine oder andere Schar auf ihrer Insel gehabt, aber sie haben noch nie gegen eine ganze Armee von Templern und Engeln kämpfen müssen. Du denkst, die vorsintflutlichen Waffen werden ein Problem für uns werden? Ich bin mir sicher, dass da draußen irgendein Ketzer sich in die Hosen macht bei dem Gedanken gegen eine Armee von Engeln zu kämpfen." Varkiel lächelte hoffnungsvoll und schaute zum Horizont. "Wenn überhaupt, wird dies der beste faire Kampf, den wir seit langem haben konnten."

Turgon
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Turgon » 13.07.2016 - 21:25

Rumael nickte und ergänzte Bheatanels Ausführungen. „Besser ein hundertmal geübtes einfaches Manöver ausführen als ein nur ungenügend beherrschtes kompliziertes. Es eröffnet sonst für den Gegner zu viele Möglichkeiten. Aber um auch die komplizierten Manöver zu können, dafür üben wir ja!“ Rumael grinste.
Kasiael sprach von der Ketzertechnik, mit der sie auf alle Fälle empfengen werden würden. Varkiel antwortete, und Rumael nickte zustimmend. Er hätte etwas von den gespenstischen Waffen erzählen können, von denen man in Gerüchten hörte, dass sie sogar Scharen in großer Höhe vom Himmel pflücken konnten, doch er wollte nicht zu viel Angst verbreiten. Varkiel hatte recht, Respekt vor dem Feind und seinen Möglichkeiten war gut, Angst und Gerüchte jedoch ein schlechter Ratgeber. Die notwendigen Dinge würden alle noch früh genug erfahren.

In einem Punkt widersprach er Varkiel zum Schluss. Rumael wiegte bedächtig seinen Kopf und meinte, „Fair wird der Kampf nicht werden. Dazu ist er zu groß und zu viel hängt davon ab. Ich jedenfalls werde jeden Vorteil benutzen, den ich bekommen kann.“
Er grinste schief.

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Alessiel
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Alessiel » 13.07.2016 - 21:35

Ithuriel gesellte sich zu Kasiael und sah dann zu den anderen Engeln und lauschte Varkiels Geschichte, studierte die Bewegungen und machte sich innerlich einige Notizen, auch über den Engel.
Als Rumael dann an der Reihe war und zu erzählen begann entspannte sich seine angespannte Miene und er begann unweigerlich zu Lächeln. Der Ramielit dachte es oft aber hier zeigte sich wieder wie froh er war den großen Engel in der Schar zu wissen.
Dann legten sich die grünen Augen auf Beathanel, er studierte auch ihn und hörte den Worten des Michaeliten zu. Ganz klar war zusehen das er nicht nur Reden schwang sondern auch wusste wovon er sprach.
Doch dann hörte er Kasiael und sah sie an. Der Krieg...allein bei dem Gedanke begann er zu frösteln. Dieser ganze Krieg war eigentlich für Ithuriel eine völlig irrationale Geschichte, logisch nicht nachzuvollziehen. Es war überall mehr Hilfe nötig als in Britannien dessen Gefilde sie noch nicht einmal richtig kannten. Er hatte so gut es ging und so viel ihm die knappe Zeit erlaubt hatte versucht zu informieren aber viel war es nicht gewesen und es tat ihm leid das er seiner Schar keine größere Hilfe sein konnte.
Varkiel begann plötzlich zu lachen und die Worte ließen Ithuriel die Stirn runzeln, das war ebenfalls unlogisch. Niemals aber auch niemals sollte man seinen Feind unterschätzen.
„Hochmut kommt vor dem Fall.“ Kam es über seine Lippen und er mustere den Gabrielit dabei.

Kuniel
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Kuniel » 13.07.2016 - 22:17

Varkiel hörte Rumaels Bemerkung zu und hörte auch Ithuriels Worte. In die Runde schauend, erklärte er energisch: "Ihr missversteht. Fairness ist kein Ausdruck von Optimismus. Weder Sieg noch Niederlage sind gewiss! Leben und Tod sind in der Balance! Das Schicksal dieser Invasion steht auf Messers Schneide! Und wurden wir nicht genau für Momente wie diese trainiert? Wir beschützen die Kirche, indem wir in Momente wie diese schreiten und nicht zögern. Natürlich, was die Strategie angeht..." Er schielte zu Bheatanel. "... ist die Sache ein wenig anders. Ich würde ungern in eine sinnlose Schlacht fliegen oder in einen Hinterhalt geraten." Zu Bheatanel tretend, schlug er ihm freundschaftlich auf die Schulter. "Aber ich vertraue Bheatanel hier. Komm schon, Bheatanel: Sag ihnen, was der große Plan ist!"

Während er die letzten Worte sagte, sandte er gleichzeitig zu Bheatanel: *Ich habe dich nie über die Strategie unserer Expedition ausgefragt, weil ich dir vertraue. Ich weiß, was mein Teil in der Schlacht ist und ich habe vor meinen Teil zu erfüllen. Aber Kasiael und diese anderen Engel sind besorgt... vielleicht etwas zu besorgt für meinen Geschmack. Moral ist wichtig für so eine Schlacht. Wenn die Ketzer irgendeine arkane Gerätschaft ins Feld führen, sollte kein Engel in Panik verfallen.*

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Kasima
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Kasima » 14.07.2016 - 22:35

Beathanel lächelte seinen Gabrieliten an, denn er wusste genau, was dieser Blick bedeutete. Er wusste, dass er sich während dem Übungskampf nicht wirklich an seine eigene Regel gehalten hatte und das sein Niedergang besiegelt hatte. Doch waren es doch gerade die Übungskämpfe, in denen man sich austesten sollte und neue Techniken erlernen, denn es waren die einzigen, die nicht auf Leben und Tod stattfanden. Als er Kasiaels besorgte Stimme hörte wurde er etwas ernster. Es war ein Thema mit dem man sich beschäftigen musste, vor allem er selbst. Wissen um die Maschinen, die sie verwendet würden, war gold wert.

Aber Varkiel hatte recht. Sie hatten gerade eine Lektion darin bekommen, dass man nie die Hoffnung schon vorher verlieren sollte. Man musste sich seiner Fähigkeiten bewusst bleiben und jede Möglichkeit suchen erfolgreich aus der Sache herauszugehen. Die anderen beiden reagierten ebenfalls mit Sorge, auch wenn Rumael noch ein Lächeln auf dem Gesicht hatte. Man konnte spüren, dass die Stimmung etwas abgesackt war. Umso schöner war es wie sein Gabrielit sich bemühte die Moral hochzuhalten und Mut zuzusprechen. Er meinte es gut.

Der goldene Engel reflektierte die Geste und tätschelte seinem Gabrieliten ebenfalls die Schulter. Sein Lächeln wurde sogar noch etwas stärker als die Worte über die Seele nur ihn erreichten.
*Ich danke dir für dein Vertrauen und ja das ist mir auch aufgefallen. Dann werde ich mal eine Rede schwingen.*
Natürlich hatte ihn die plötzliche Aufforderung seine Pläne beziehungsweiße die Schlachtpläne darzulegen etwas überrumpelt, da er selbst mit sich dahingehend noch nicht im Reinen war, doch gehörte es zum Michaelitendasein dazu schnell auf solche Situationen zu reagieren.
"Zunächst müssen wir auf die Informationen unserer Urielitischen Geschwister warten. Es werden Trupps aus ihnen vorgeschickt und erkunden die Lage um die Andockstelle. Erspähen die Stützpunkte unseres Feindes. Dann wird unsereins Planen, welche Sützpunkte wie am besten angegriffen werden und demnach kleinere Truppen von uns entsendet, diese Pläne auszuführen, bevor die Hauptstreitmacht angreifen wird. Während all diesen Stufen ist unser hauptsächliches Ziel Informationen zu bekommen. Wie kämpft der Feind, welche Waffen verwendet er. Das zweite Hauptziel ist natürlich ein Standbein auf dem Land aufzubaun und die Anlegestelle zu sichern. Wirklich erobern kommt erst mit der Hauptstreitmacht. Doch all diese Makropläne beiseite. Varkiel hat recht. Unsere Feinde sind Menschen. Menschen die zwar verbotene Waffen verwenden, deren Gerüchte klarzustellen gilt. Jedoch sind es immer noch bloß Menschen. Sie sind nicht fähig zu fliegen und sich schnell durch die Luft zu bewegen. Ebenso sind sie nicht fähig mit stählerner Haut durch die Feinde zu wüten", Beathanels Augen schweiften über die beiden Gabrieliten und nickte ihnen respektvoll zu, "oder unerkannt und unsichtbar durch die Reihen der Feinde zu bewegen. Sie werden niemals Wunden auf fast schon magische Weise heilen können, oder ihr Wissen so gut abrufen und sogar die Bewegungen des Feindes vorausahnen können. Respekt gegenüber ihren unbekannten Möglichkeiten ist gut und auf jedenfall wichtig, doch dürfen wir niemals vergessen, wie Varkiel schon sagte, dass wir Engel des Herrn sind. Dass wir Die Waffe gegen das Übel auf dieser Welt darstellen und solange unsereins zusammenhält und wir unsere gemeinsamen Fähigkeiten bündeln, kann unser Feind nur vor unserer Macht erzittern. Ich würde unsereins niemals zum Feind haben wollen", endete er seine Worte. Er hatte viel Gefühl in sie hinein gelegt und seine ganze Körperhaltung strahlte diese Sicherheit aus. Dieses Mal würde er nicht vor dem letzten Atemzug den Mut verlieren und somit die Niederlage besiegel. Er würde immer sein bestes geben und versuchen die Hoffnung in seiner Schar hochzuhalten. Sogar ihn selbst beruhigten die Worte die er sprach, denn es war auch die Wahrheit. Sie waren die Streiter des Herrn und sicherlich am besten gerüstet.
"Wir werden achtgeben müssen, auf diese Waffen und erstmal vorsichtig agieren und je mehr Wissen zusammengetragen wurde, desto leichter wird es fallen, die richtigen Engscheindungen zu treffen"

Turgon
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Turgon » 18.07.2016 - 22:21

Auf die Aufforderung Varkiels hin blickte RUmael zu Bheatanel, interessiert, was dieser zu den Plänen wusste, die sie hier erwarteten.
Er nickte zu den Plänen, die Bheatanel verkündete, sie hörten sich vernünftig an, wenn es Rumael auch mulmig war, an die ersten Einsätzer zu denken, die wohl unter vollständig intaktem Abwehrfeuer ausgeführt werden mussten.
Doch Bheatanel hatte auch aufmunternde Worte für sie, und Rumael kam nicht umhin, im dabei wiederum weitgehend zuzustimmen.
„Ja, und ich denke, unsere Ramieliten werden dabei eine größere Rolle spielen als üblich“, merkte er an, als Bheatanel geendet hatte. Er zwinkerte Ithuriel wieder zu.
„Sie werden am besten die Mittel und Wege kennen, wie wir uns da durchsetzen können.“

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Alessiel
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Alessiel » 20.07.2016 - 13:27

Ithuriels Miene wurde weicher und er sah überrascht zu dem anderen Gabrielit. Vielleicht war er mit seinem Urteil zu schnell gewesen.
Ein Lächeln legte sich auf sein Gesicht und er musterte Varkiel noch einmal.
„Vielleicht war ich zu vorschnell mit meinem Urteil.“ Meinte er entschuldigend und sah dann zu Beathanel der zu reden begann. Er beobachtete ihn und war ganz fasziniert von den Worten. Der Plan klang gut doch sein Mund öffnete sich ein wenig erstaunt als der Michaelit weiter sprach. Der Ramielit blinzelte und klappte den Mund wieder zu als ihm auffiel das er ihm offen stand. Wahrlich ein echter Michaelit, der Rotschopf würde es sicher weit bringen.
„Wow...“ Meinte er nur und lächelte freundlich. „Ich bin sprachlos und das kommt nicht oft vor.“ Das Lächeln wurde stärker und dann nickte er ihm anerkennend zu.

Ithuriel wandte sich Rumael zu und plusterte sich etwas gespielt auf. „Bitte, ohne uns seid ihr echt aufgeschmissen.“
Er zwinkerte seinem Scharbruder ebenfalls zu und grinste um zu zeigen das er nur scherzte. Dann wandte er sich leise an Kasiael und lächelte sanft. „Dein Michaelit scheint etwas besonderes zu sein. Solche Michaeliten sind selten.“

Kuniel
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Kuniel » 23.07.2016 - 07:43

Varkiel hörte kaum Beathanels Erklärung zu. Er hätte es besser wissen sollen. Seine Ansichten hatten noch nie viel Anklang gefunden - selbst unter Gabrieliten. Er war nicht Teil jener, welche einen Kampf herbeisehnten, komme was wolle. Aber er war auch nicht einer jener, welche Kämpfe verabscheuten oder fürchteten. Er sah es allein als einen Test seiner Fähigkeiten an. Ein Test, der in seiner Ausbildung begonnen hatte und sich nun fortsetzte. Was er wollte, war einen Sinn in dem Chaos zu finden, das viele Schlachten und Kämpfe charakterisiert. Und ihm ging es nicht um Strategie oder Taktik. Es war etwas primitiveres, etwas wie einen Instinkt, eine Wahrheit, die irgendwo am Rande seines Unterbewusstseins begraben lag.

Aber er wusste, dass er so gut wie alleine war in dieser Einstellung. Beathanel tolerierte ihn und er respektierte ihn für dessen Talente. Man könnte es eine Freundschaft nennen.

Nach Beathanels Rede lächelte er höflich wie Rumael von der Wichtigkeit von Ramieliten redete und wie Ithuriel leise etwas Kasiael sagte. Das ist gut so, dachte er sich. Dieses ganze Gerede... Es war nicht sein Ding.

______________________________________________________

Talibel hatte nun schon seit Stunden Fliegen trainiert. Nicht das es ihm viel geholfen hatte, seiner Meinung nach. Er hatte einfach kein Talent für diese Dinge.

Erschöpft und schweißgebadet landete er ohne an ein weiteres Wort an die Urielitin in der Nähe der anderen Engel. Holprig in der Nähe der Gruppe zum Stehen kommend, stützte er seine Hände auf seine Knie als er laut schnaufte. Sein stiller Blick wanderte von einem Engel zum nächsten.

Talibel war jung, hatte gerade erst seine Sigil-Tätowierung erhalten. Sein langes, schwarzes Haar klebte an seiner schweißnassen Haut und dies zusammen mit seinem runden Gesicht und seiner gedrungenen Statur ließen ihn nicht sehr einschüchternd wirken. Aber selbst erschöpft wie er war, wirkten seine Augen wach und mit einer gewissen Neugier musterte er die Engel in der Gruppe, welche nicht zu seiner Schar gehörten.

Außer Atem sagte er nur zu der Gruppe: "Talibel, Ramielit." Nach einem Moment schaute er schuldbewusst auf seinen blauen Kriegsrock. "... Aber das wisst ihr ja bereits...", fügte er kleinlaut hinzu.

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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Kasima » 31.07.2016 - 13:36

Kasiael hörte still die Worte ihres Scharführers an und spürte wie es ihr innerlich wieder leichter wurde. Beathanel hatte schon immer ein Talent mit Worten zu überzeugen, auch wenn er nicht wirklich autoritär rüber kam, konnte er meist mit Argumenten überzeugen. Sollten jedoch Argumente auf taube Ohren stoßen, war es für ihn sicherlich nicht leicht. Es war schön zu sehen, dass seine Worte allen geholfen hatten. Ihre Augen begangen förmlich zu leuchten als sie die Worte des ramielitischen Bruders hörte.
"Ich mag ihn auch", meinte sie leise zurück.

Beathanel lächelte weiter still vor sich hin und begann zu lachen, als der Ramielit angab, dass er sprachlos war nach den Worten des goldenen.
"Danke, danke. Ich fühl mich sehr geehrt für dieses Lob.", antwortete er ihm und auch seine Augen leuchteten leicht. Es tat gut Lob für sein Handeln zu erfahren. Der rotblonde Engel zwinkerte dem Ramieliten zu und schmunzelte, als die zwei fremden Engeln sich gegenseitig neckten. Auch sie wirkten wie ein eingespieltes Team.
Dann trat Talibel sichtlich erschöpft zu und beide Engel wandten sich dem Neuankömmling zu.
"Hallo Talibel, das sind Ithuriel und Rumael aus Merkavaels Schar", stellte der Michaelit beide fremden Engel vor, "und Talibel gehört zu mir" Dabei klang er auch etwas stolz. Auch wenn Talibel jung war, war er doch mehr als kompetent und er konnte gut mit ihm arbeiten. "Ruh dich etwas aus", meinte Beathanel zu ihm, "Ilmatarel ist noch in der Luft, was?"

Kasiael lächelte ihn ebenso an und reichte ihm sofort eine Wasserflasche. "Trink was", meinte sie freundlich. Sicherlich war Talibel nach diesen Anstrengungen durstig.

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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Alessiel » 18.08.2016 - 11:39

Der Ramielit erwiderte das Zwinkern und kratzte sich dann ein wenig verlegen an der Wange, so laut hatte er das gar nicht denken wollen.

Ithuriels Lächeln wurde stärker und er nickte auf Kasiaels Worten. „Das denke ich mir.“ Doch dann landete ein junger Ramielit bei ihnen und Ithuriel sah sofort zu ihm. Der sah ja aus als hätte er ein Gewaltflug hinter sich.
Er zog seine Augenbrauen hoch aber lächelte dann wieder. Ramieliten trauten für gewöhnlich keinen anderen Ramieliten aber Ithuriel war da ein wenig anders, er sah das die Zusammenarbeit mehr brachte als das Gegeneinander ausspielen.
Er sah zu Kasiael die sofort hilfsbereit an seiner Seite war und dann wieder zu seinem Ordensbruder.
„Ja trink erst einmal etwas.“

Als sie alle von Beathanel vorgestellt wurden nickte er freundlich. „Freut mich dich kennenzulernen Talibel.“

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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Turgon » 29.08.2016 - 21:31

Rumael grinste und nickte auf Ithuriels Aufplustern. „Wer außer dir …“
In diesem Moment kam gerade ein anderer Ramielit angefolgen, sichtlich erschöpft. War er auf einer Mission gewesen? Unwahrscheinlich, dann wäre er nicht direkt hier gelandet. Aber warum hatte er sich dann so verausgabt?

Beathanel stellte ihn als den RAmieliten der Schar vor. Er grinste und nickte leicht, als Beathanel seinen Namen nannte, und schloss sich dann Ithuriel an.
„Wir waren gerade dabei, uns die Köpfe der Generäle zu zerbrechen“, meinte er an Talibel gewandt, „Aber du scheinst handfesteres im Sinn zu haben?“

Kuniel
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Re: Die Begegnung vor dem Sturm

Beitrag von Kuniel » 26.09.2016 - 23:27

Talibel riss die Wasserflasche aus Kasiaels Hand und begann giergig zu trinken. Nach mehreren, ununterbrochenen Schlucken reichte er die Wasserflasche leer zurück. Schwer atmend, aber mit deutlich mehr Lebhaftigkeit wandte sich sein Blick Rumael zu als jener ihn über das derzeitige Thema der Diskussion unterrichtete. Alles andere zuvor hatte er mit einem knappen Nicken beantwortet (auch den Teil, dass Ilmatarel noch in der Luft war).

Generäle, dachte er verwundert. Er schielte zu Varkiel, welcher höflich lächelte, aber seine wahren Gedanken zu verstecken schien. Er wusste, was Varkiel dachte. Immerhin war er ein Individualist - oder Egoist. Es kam wahrscheinlich darauf an, ob er anwesend war oder nicht. Worin er sich sicher war, bestand in der Unsicherheit solcher Kommentare gegenüber Varkiel. Er hasste Wahrheiten, besonders unangenehme, dachte Talibel. Disziplin ist nicht alles und Varkiel war ein Paradebeispiel dafür.

"Varkiel hatte mir einst gesagt...", erwiderte Talibel vorsichtig und immer noch leicht außer Atem, " 'Wir sollten nicht in der Hoffnung kämpfen, eine Schlacht zu gewinnen. Stattdessen sollten wir in der Hoffnung kämpfen, einen Krieg gewinnen zu können.' "

Verwundert nickte Varkiel Talibel respektvoll zu. Talibel erwiderte die Geste kurzzeitig und wandte sich Rumael zu: "Wir sind Soldaten. Pflichten sind alles was wir haben." Sich Rumael und den anderen wieder zuwendend, setzte Talible fort: "Es sind... Manche Entscheidungen sind jenseits unseres Einflusses. Wir sind die Beschützer der Menschheit - und nicht mehr oder weniger."

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