Nichts sehen - Nephillim II [Famiriels Schar]

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Gansekiel
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Nichts sehen - Nephillim II [Famiriels Schar]

Beitrag von Gansekiel » 21.04.2009 - 07:07

Prolog

Kein Kloster, kein wirkliches Dorf, nur die wilde Natur würde die Schar erwarten.
Engel für die der Luxus des Himmels und die sanitären Anlagen gut besuchter Klöster normal waren, würde das unfreiwillige Camping eine große Herausforderung.

Seraquiel hatte nun die Gelegenheit seine wenig erprobten Mächte zu verbessern.
Doch laut ihrer langen und ausführlichen Unterredung mit dem Ab des Himmels, bot das Land, in das sie aufgebrochen waren, beste Voraussetzungen zum Überleben.

Viele Quellen, Bäche, wilde Apfelbäume, Beeren in Hülle und Fülle, sowie jede Menge kleine Seen, in denen Fische und Wasservögel zu finden waren, sollte es geben.
Verhungern musste man dort nicht. Einzig, der Landstrich war nahe am Brandland, und würde sie mit Traumsaat konfrontieren.

Seltsame Kreaturen sollte sich dort tummeln, nicht besonders gefährlich, doch zahlreich genug, dass Menschen dort nur hinzogen, wenn sie unbedingt mussten.
Abseits von richtigen Straßen, Klöstern oder Marktflecken waren Menschen dort völlig auf sich gestellt, denn was für die Engel ein Flug weniger Stunden war, war für die Menschen dort Tage entfernt.
Viele der dort lebenden Menschen sahen klein, braun und seltsam schlitzäugig aus und zogen als Nomaden durch die Landstriche, immer unterwegs, denn feste Siedlungen schien die Traumsaat anzulocken wie das Licht die Motten.

Selbst Moskau war weit fort im Norden.
Auch das nächste Kloster lag nicht wirklich dort, wo die Engel hinmussten. Aber natürlich war es ihnen gestattet es aufzusuchen.

Erfahren hatte man von alledem jedoch nicht über das Kloster, sondern über eine Rotte Beutereiter.
Diese hatte den Himmel der Ramieliten leider verlassen, noch ehe die Schar sie hätte befragen können, doch es gab ein genaues Protokoll aller Aussagen.


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Rottmeister Wassili und seine 23 Männer und Frauen haben in der besagten Gegend, die Kasach genannt wird am "Rand der bekannten Welt" unter den Nomaden ein paar Kinder mitnehmen wollen.
Jedoch waren sie nicht in der Lage Halbwüchsige zu entdecken, die es würdig gewesen wären in den Klöstern Jeremiels zu dienen.

Die meisten Menschen dort sind laut Wassilis Aussage klein, hässlich, oft unterernährt und nicht sehr gesund.
Rottmeister Wassili hat es auf die schlechte Ernährung aus zu wenig Obst und zuviel Pferdefleisch geschoben.
Ich stimme ihm hier zu.

Die Äpfel fallen dort verfaulend zu Boden und niemand mache sich die Mühe sie aufzulesen. Die Tiere würden sie fressen.
Äpfelkörbe wären zu schwer um sie beim herumziehen mitzunehmen, heißt es laut Wassili aus der nomadischen Bevölkerung.

Die Nomaden betreiben kaum Landwirtschaft, essen also nur Beeren, Pferdefleisch und Milch, Gemüse gedeihe wenig, solange man keinen Garten anlegen würde.
Die Bevölkerung fürchtet sich vor den Obsthainen wegen der Traumsaat.

Man hat die Beutereiter also fortgeschickt, es gäbe keine Kinder für sie zu holen, man wäre froh die eigenen durchzubringen.
Dafür, so berichtet der Rottmeister, wurden sie noch weiter Richtung Brandland veriwesen wo es angeblich noch eine Gruppe umherziehender Nomaden gäbe, über die "zwei leibhaftige Engel wachen".

Die Menschen dort haben noch nie zuvor welche gesehen. Zumindest nicht nach allem was ich über diesen Landstrich weiß.
Scharen wurden seit Jahrzehnten nicht dorthin entsendet. Von keinem der Himmel. Zumindest war nichts diesbezügliches in der Kathedrale zu finden.

Wassilis Bericht zu Folge ritt die Beutereitergruppe zu besagter Nomadensiedlung weiter, die sie nach 4 Wochen Suche wohl fanden.
Ein Tal an einem Namenlosen Bach, von Ostwinden gut geschützt durch seinen Nord-Süd Verlauf.
Nur sehr selten wohl durch unangenehme Gerüche aus dem Brandland betroffen, die Natur offensichtlich voll in Takt, da die Rotte dort ja lange Zeit überlebt habt.

Wichtigstes Erkennungsmerkmal der Gegend sei eine Felsformation die aus blauem Stein sein soll und recht hoch aufragt.

Es folgt eine wortwörtliche Aufzeichnung der Aussage Wassilis über die Geschehnisse.

- Aufgezeichnet von Akaiel, Himmel zu Prag 14. Julii 2643 -
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Zuletzt geändert von Gansekiel am 26.04.2009 - 07:43, insgesamt 2-mal geändert.

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30. Julli - Erhalt des Schreibens von Akaiel

Beitrag von Gansekiel » 25.04.2009 - 12:20



Wir erreichten das Tal und sahen da auch gleich Rauchschwaden wie von nem dicken Feuer.
Da sind wir hin, fanden aber ein Lager verlassen vor.
mehrere halbgare Braten von Kleintieren, zwei Feuerstellen, ein paar Zelte.
Zwei Höhlenwohnungen im Fels.
Geräumige Buden.. mit Hockern, sogar Tischen und Stühlen UND 5 Babywiegen..

[der Ab forderte auf das Wesentliche zuerst zu erzählen]

Draußen bei die Zelte
[der Ab fragte nach der Anzahl ] - mei ungefähr so 15 oder 20 - war auch alles zurückgelassen. So als hätten die gemerkt dass wir kommen, dabei stehen da am Taleingang jede Menge Bäume und wir sind Nachts hin.

Aber dann haben wir die Engelsfeder gefunden. Die hier.. [er hebt eine Feder hoch, die ich zweifelsfrei am dicken Schaft daran erkenne, dass sie zu einem Engel gehört und große Kräfte aushalten muss].. also dachten wir uns, dass Engel hier sein müssen, aber wir haben natürlich keine gesehen, auch keine Fußspuren, aber da ist alles voller Gras, da findet man sowas schwer.
Wir haben allerdings einen Pfad gefunden und sind dem gefolgt, weiter ins Tal hinein.
Und da haben wir sie dann eingeholt.

So etwa 30 Personen. Ich schwöre keiner älter als 14, wenn überhaupt. Wir dachten schon wir müssten alle mitnehmen.

Schöne Kinder, blond oder braunhaarig, hellhäutiger und groß gewachsen, ganz anders als die die dort wohnen. Keine Schlitzaugen...
[dabei ist er selber auch mindestens zu hälfte Kasache, recht klein, braun und genauso "schlitzäugig"]

[Ich fragte nach, ob sie Eltern, oder Erwachsene gesehen haben]

Nein keine, da waren nur die Kinder. Wir stellten sie natürlich zur Rede. Aber sie erzählten uns, dass sie hier wohnen, und es keine Älteren hier gebe.
Wir fragten ob hier eine Engelscharr vorbei gekommen wäre, aber die sagten, es gäbe hier keine Engelsschaar.

[der Ab will wissen wieso die Kinder weggelaufen sind]

Natürlich haben wir das auch gefragt und die meinten, dass man sie gewarnt hätte, dass wir kommen. Sie könnten keinesfalls mit in den Himmel kommen.

[ich fragte was sie dann getan haben]

Wir haben unser Lager aufgeschlagen und die Kinder natürlich dabehalten. Gewehrt haben die sich ja nicht.
Mann, die hatten sogar Babies dabei... jedenfalls haben wir dort Campiert und sind zehn Tage darauf dann los, haben deren Ausrüstung auch mitgenommen -
[der Ab fragt wieso so lange campiert wurde]

Wir mussten noch Packpferde fangen und einweisen, die Wildpferde da sind störrisch, das dauert eben.
Na und dann sind wir los und haben die mitgenommen.

Wir sind 3 Tage gut vorangekommen und als wir am vierten Tag loswollen.. sind die alle fort.
jaja, ich erzähl ja schon..

Also wir sind alle erst Mittags aufgewacht - wir haben später gemerkt, dass wir betäubt waren, vielleicht durch was im Wasser. Jedenfalls waren wir alle betäubt - bis auf zwei .. die hat man niedergeschlagen.
Wir müssen mehrere Stunden so gelegen haben...
und in der Zeit sind die abgehauen.

Die Älteren von denen haben wir ständig zusammen bewachen lassen, die können das nicht geplant und durchgeführt haben und die Jüngeren.. denen traue ich das ehrlich gesagt nicht zu, obwohl die alle recht schlau waren.

Jedenfalls haben wir sie verfolgt,... aber die Spur hat sich verloren. Wir haben nen guten Spurenleser bei uns. Der war lang in Urielsland. Aber die waren wie vom Erdboden verschluckt.

Also sind wir von dort aus ins nächste Nomadendorf - nein, das hatte keinen Namen, fragt erst gar nicht Herr - , also wir sind ins nächste Dorf das wir finden konnten, haben alles durchsucht, aber Fehlanzeige.

Wir haben noch 2 Wochen die Steppe und die Hügel abgesucht, auch das Lager von denen nochmals .. als wir da waren haben wir nur gemerkt, dass mittlerweile viele Ausrüstungsgegenstände fortgeholt worden sind, nur wir konnten absolut keine Spuren finden, von denen die sie da abgeholt haben müssen.
Und Pferde hinterlassen einfach Spuren.

[der Ab fragt wie Wassili darauf kommt, dass die Flüchtigen mit Pferden unterwegs sind]

Das müssen sie, weil wir haben ja auch Pferde und zu Pferd eine Gruppe Kinder, die zu Fuß sind, zu suchen und einzuholen ist schaffbar, nur zu Pferd könnten die uns entkommen sein.

[ich fragte nach wie denn die Kinder heißen und was er uns sonst über sie erzählen kann, außer dass sie wohlgewachsen und hellhariger waren]

Also die Ältesten behaupteten sie hießen Nihael, Josuel und ein Mädchen namens Tjanael. ich erinner mich noch an ein paar Namen Otjaniel, Taruel und Chinjurael.
Ja, die hatten alle Engelsnamen, aber keiner von denen hatte Schwingen.
Wir haben sie natürlich gefragt, wieso sie so heißen und sie meinten, ihre Eltern wären Engel.
Sie wollten aber nicht darüber reden und wir haben da nichts aus ihnen rausgebracht. Waren ja noch Kinder, auch wenn sie Ketzerische Namen haben, gewaltsam wollten wir das nicht aus ihnen rauspressen.

Sie haben aber felsenfest behauptet, es wären keine Erwachsenen da.

Und eigentlich waren die recht aufgeweckt. Also dass zumindest die Ältern gut ohne Erwachsene auskommen, das haben wir gemerkt, sehr vernünftig, besonnen und um das Wohlergehen der Jüngeren bedacht waren die.
Und gebildet,... aber ich fürchte, ein paar konnten lesen und schreiben.
Aber sie haben so getan als könnten sie es nicht.. und ich glaube sie haben sich etwas dumm gestellt. so dass wir sie für Kinder halten.. irgendwie hatten wir beinahe das Gefühl dass das vielleicht .. bitte vergebt mir, aber so wie die uns an der Nase herumgeführt haben.. können das denn Versuchte gewesen sein? Kinder leben nicht allein in der Steppe.. schon gar nicht da wo alles voll Traumsaat ist...

[der Ab wurde zornig, dass Wassili keine Spekulationen bringen soll, sondern nur berichten was vorgefallen ist]

Naja mehr is es nicht. Wir haben sie nicht gefunden, alle Nomaden befragt und die Steppe durchkämmt und dennoch.. nichts. das hab ich doch alles schon 2 Mal erzählt...

[ich werfe ein "Aber nicht MIR, redet weiter.. bitte sprecht aus was ihr denkt.. ihr dürft mir gegenüber auch gerne Spekulationen loswerden, alles was ihr sagt, wird durch jeremiels Weisheit entwirrt werden und einen Sinn finden" daraufhin redete Wassili weiter]

Das war jedenfalls mehr als gespenstisch. Unsere Wasservorräte kochen wir alle ab. Keiner von uns trinkt da aus den Bächen, weil man nie genau weiß, ob die aus dem Brandland kommen.. ein Urielit könnte das vielleicht rausfinden, aber wir waren vorsichtig. Wir haben auch sehr genau darauf geachtet Obst und Fleisch nicht herumliegen zu lassen, es gibt da Traumsaat, die sich in Nahrung versteckt und so in Wirtkörper gelangt.. Unsere Nahrungsmittel sind immer bewacht -uns alle einzuschläfern war eigentlich unmöglich.
Schon gar nicht von den Kindern.. die waren ja auch immer Unter Beobachtung - und wir haben damit gerechnet, dass doch irgendwo Erwachsene auftauchen und imemr die Augen offen gehalten.

Von den Engeln haben wir leider auch nichts gesehen. Sonst hätten wir diese um Hilfe gebeten. Die Kinder haben gesagt die Engelsfeder hätten sie schon lange. Und ihre Eltern wären ja Engel.. aber das geht doch nicht..

[ich habe Wassili gefragt, ob er die Kinder nach dem Aussehen der Engel befragt hat.]

Die wollten rein gar nichts erzählen, keine Namen, nichst. Da haben sie alle eisern geschwiegen, sogar die ganz kleinen. Wir habens probiert, einige Drei - bis Sechsjährige allein ausgefragt. Aber die haben nichts gesagt.

Wir haben dann eben überlegt, ob wir die Kinder in Schlaf legen sollen und wollten sie am nächsten Tag reisefertig machen.. und eben da sind wir selber Alle eingeschlafen. Aber.. unsere eigenen Phiolen mit der Essenz sind nicht angetastet gewesen. Also da war noch alles da. Wir haben das ja auch auf der Rückreise noch weiter benutzt um andere Kinder in die Verzückung zu bringen.

[Verzückung nennen die Beutereiter wohl den Zustand, wenn die Kinder auf ihrem Weg in Klöster oder den Himmel durch die Essenz aus besagte Phiolen in einen seligen Dämmerschlaf sinken, in dem sie keine Furcht haben, die sie sicher verspüren würden, da man sie ja von Eltern und gewohnter Umgebung fortgeholt hat.]

Mehr hatte Wassili nicht zu berichten.
Alle Aussagen des Mannes waren nach den mir von Gott und Jeremiel gegeben Mächten wahrheitsgemäß und vollständig, soweit sich der Mann erinnert.

Die Rückreise zum Himmel erforderte nach seiner Aussage ungefähr 4 Monate, so dass die Geschehnisse zum Jetzigen Zeitpunkt also im März vorgefallen sein müssen.

- Aufgezeichnet von Akaiel, Himmel zu Prag 14. Julii 2643 -
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Beitrag von Cutter » 08.05.2009 - 18:45

5. August.

Sie waren schon lange unterwegs gewesen um an dieses Ende der bekannten Welt zu fliegen. Vor ihnen gab es nur noch das Brandland und die unendliche Weite des Steppengrases.
Wozu hatte der Eine diesen Fleck Erde geschaffen, fragte sie Famiriel, als er darüber flog. Hier gab es nichts. Lediglich Vögel und Engel hatten hier etwas Abwechslung, aber da sie gerade eine Mission hatten, gewährte Famiriel seiner Schar keine Kunststückchen.

Famiriel hatte nun schon lang genug Serquiels Windschatten genutzt.
*Wie weit ist es noch zum Kloster Serquiel?* sendete der Michaelit an den Urieliten vor sich. Er wollte keine Insekten in den Mund bekommen, wenn er so danach fragen wollte, obwohl der Urielit sicherlich gute Ohren hatte.

Hier war der Hund begraben, wie es die Menschen in anderen Landstrichen so gerne sagten oder eben der Platz, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagte, auch wenn Famiriel nicht wusste, ob es solche Tiere hier wirklich gab.

Famiriel hatte schon bei der letzten Rast beschlossen, dass sie erst einmal das Kloster aufsuchen würden. Hier an diesem gottverlassenen Ort, war das wohl der einzige Anhaltspunkt, dem sie nachgehen konnten, ehe es in die Wildnis hinaus ging und sie nach der Felsformation suchen würden.
Vielleicht gab es ja Neuigkeiten im Kloster die Prag noch nicht erreicht hatten.

Seraquiel
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Beitrag von Seraquiel » 09.05.2009 - 12:26

"Wir sind fast da!" sagte Seraquiel mit fester Stimme, aber ohne zu schreien, so dass es nicht nur der Fragesteller vernehmen konnte.

Er hatte das Kloster zwar noch nie zuvor besucht, doch es hatte in Prag Kartenmaterial gegeben, das einem "Bewahrer der Wege" zuverlässige Auskunft geben konnte. Zudem hatte ihm Gott die Gabe verliehen, "Die Wege des Herren" zielsicher zu finden, wovon er heute zehrte.

Konzentriert und mit ernstem Blick starrte er immer abwechselnd zwischen markanten Geländepunkten, die ihm Anhaltspunkte auf ihren gegenwärtigen Standort lieferten, und dem vor ihnen gleich in Sicht kommen müssenden Ziel hin und her. Seine leichten, doch gleichwohl ruckartigen Kopfbewegungen glichen denen eines Habichts, dessen Blick zwischen einer leichten Beute und einer drohenden Gefahr hin und her wandert.

Dann plötzlch hörte er es! Er riß den Kopf hoch und suchte nach visuellen Anzeichen für die Quelle des Gehörten. Der Wind hatte einen Laut an sein Ohr getragen, nur ganz kurz und leise, aber er war sich sicher, dass es da war und es klang, wie ein ... Schrei!

Das Schweigen seiner Brüder und Schwestern verriet ihm, dass er der einzige gewesen war, der es gehört hatte und da der Wind nunmehr darauf zu beharren schien, auch ihn anzuschweigen, bemühte er seine himmlischen Gaben abermals und wirkte eine göttliche Macht [Erleuchtete Augen]. Blitzartig schärften sich seine ohnehin schon übermenschlichen Sinne in einem Maße, dass die Fähigkeiten jeglichen irdisch-stämmigen Lebens weit überragte. Der Wind in seinen Ohren klang nunmehr so laut wie ein die Welt verschlingender Orkan. Wie sich in Garibaldis Symphonien die Klarinetten leise in das "Haupthema" einflechteten, so waren nun auch die "Schreie" wie eine leise, aber deutlich hörbare Stimme zu hören, die das Staccato des Windes umspielte. Erst jetzt bemerkte er, das es keine Schreie waren: es war das Wiehern von Pferden ... vielen Pferden!

Nun machten auch seine erleuchteten Augen den Ursprung aus, der sich für sie aus der Entfernung scheinbar wie ein Rinnsal aus einer Pfütze ergoß: eine Reihe von gleichmäßig stark gerüsteten Reitern waren der Rinnsal und das Gelände, welches einer Pfütze glich, musste das Klostergelände sein. Die Reiterzahl war groß, auf die Entfernung schätzte er die Gruppe, die das Kloster bereits verlassen hatte, auf gut und gern zwei Dutzend Reiter. Ihre Rüstungen und die elitäre Leichtigkeit, mit der sie sich in ihnen bewegten, verrieten sie als Templer. Das Keuchen der Pferde, dass das Wiehern im ringen um Atem abgelöst hatte, verriet die Eile, mit der sie gerade aufbrachen.

"EINE GROSSE GRUPPE TEMPLER VERLÄSST GERADE IM GALOPP DAS KLOSTER!", rief Seraquiel seiner Schar zu, um sie auf den neusten Stand zu bringen und vergass dabei, dass er nicht gegen die Wind anzurufen gebraucht hätte, da nur er diesen so laut wahrnahm.

*Kannst Du eine Ursache dafür erkennen, Seraquiel?* , fragte Famiriel.

*Nein!*, antwortete dieser, *Aber ein gemütlicher Ausritt sieht anders aus!*

Famiriel nickte verständig, auch wenn der vor ihm fliegende Urielit dies nicht sehen konnte. "Dann finde den Grund heraus und berichte uns, Bruder!", sagte er schließlich.

Seraquiel nickte nun seinerseits und scherte aus der Formation aus, deren Spitze nun Famiriel übernahm. In pfeilspitzenartigem Sinkflug schoss Seraquiel in einem Abfangkurs direkt auf die Templer zu, sich ganz auf eine stabile Fluglage und seine Sinne konzentrierend.
Die Templer mussten ihn so schon aus Hunderten Metern Entfernung sehen und konnten unschwer erkennen, dass sie sein Ziel waren. Erst 50 Meter vor ihnen richtete Seraquiel seine Flügel wieder auf, in die stark abbremsend der Wind fuhr, um ihn ca. 10 Meter vor dem ersten Reiter in der Luft stehend zum Halt kommen zu lassen.

Der Reiter an der Spitze, der bereits Momente zuvor seinen Männer ein Haltesignal gegeben hatte, beäugte nun den 3 Meter über dem Boden im Wind stehenden Engel, der ihn mit den Augen fixierte.

"Ich, Seraquiel, Bewahrer der Wege aus der Schar Famiriels, erbiete Euch unsere Grüße!", sagte Seraquiel mit fester, gebieterischer Stimme und deutete das Senken seines Kopfes zur Begrüßung an, ohne die Templer dabei aus den Augen zu lassen. "

"Wir wünschen von Eurem Anführer zu erfahren, wie er heißt und in welcher Weise Ihr gerade im Begriff seid, dem Herrn zu dienen?"

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Beitrag von Atanael » 09.05.2009 - 20:01

Der Flug verlief ruhig. Viel zu ruhig für den Geschmack des Ragueliten. Nicht das er Ärger herbeigesehnt hätte aber wenigstens irgendeine Abwechslung für die Augen. Immerzu diese Eintönige Natur zu beobachten und noch dazu diese Eintönigkeit, weite Ebenen und Gras soweit das Auge reichte...
Selbst Skandinaviens Natur hatte mehr zu bieten. Doch sich darüber aufzuregen brachte nichts. Sie hatten einen Auftrag bekommen und als Engel des Herrn würden sie Gehorchen auch wenn der Hinflog noch so langweilig war.

Seit etwa einer Stunde Flug begnügte der Raguelit sich nun damit die Flügelspitzen Famiriels zu beobachten der einige Meter vor ihm flog. Doch dann trug der Wind einige Wortfetzen an sein Ohr die er aber nicht wirklich verstand. Die grbrüllten Worte von Seraquiel verstand er jedoch sehr gut und so wanderte seine Vibrolanze, die er während des Fluges unter sich in beidne Hände gerade vor gestreckt hatte damit sie ihn nicht behinderte, in seine rechte Hand.
Zwar wartete er noch auf Befehle von Famiriel bevor er seine Position in der Flugformation änderte, dennoch sah er sich schon nach Animael und Asfarel um.
Varlaciel konnte am besten auf sich aufpassen, Asfarel jedoch war keine Kämpferin und von Animael wusste er nicht ob er sich verteidigen konnte. Und nach der Meinung des Ragueliten bezog sich die Aufgabe des Bewahrenden Erzengels nicht nur auf vorsintflutliche Technik sondern auch auf seine Schargeschwister.

Lucien
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Beitrag von Lucien » 09.05.2009 - 21:45

Varlaciel war gelangweilt von dem langen Flug. Nirgends war auch nur das geringste bisschen Spannung zu entdecken. Hin und wieder wäre er fast eingeschlafen vor Langeweile. Doch als er endlich ein unverständliches Geschrei in der Ferne wahrnahm, kehrten seine Lebensgeister zurück. Er hoffte, nein, er betete geradezu auf einen Kampf. Wie groß doch die Enttäuschung war, als es sich herausstellte, dass es nur ein paar Templer waren. Naja, immerhin kam nun etwas Leben in die Sache. Seine Klingen würden noch früh genug Blut kosten, dessen war der Gabrielit sich sicher. Doch jetzt galt es erstmal herauszufinden, weswegen die Templer in einer solchen Aufregung befanden...

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Beitrag von Gansekiel » 10.05.2009 - 07:47

Der Armatura hob die Arme zum Gruß und machte das Schwingenzeichen vor der Brust, sobald er das erschrockene Pferd unter Kontrolle hatte.
Alle anderen Templer taten es ihm gleich - sie wären auf die Knie gesunken, was auf einem Pferderücken jedoch nicht möglich war. Die Tiere waren nervös wegen des riesigen Raubvogels, doch alle von ihnen schienen den Templern blind zu vertrauen. Keines stieg, nur ein paar tänzelten kurz, ehe auch sie still da standen.

Dennoch spürte Seraquiel die Aufregung über sein Auftauchen aus den Reihen der Templer. Viele hier hatten noch nie oder sehr lange keine Engel gesehen. Ehrfürchtig aufblickende Augen musterten den Urieliten.

"Armatura Sascha", stelle sich ein großer, schwarzhaariger Mann mit Zopf vor. "Wir reiten aus, denn es wurde eine größere Menge Traumsaat gesichet. Etwa 10 Kilometer. So nah hat sie sich seit Jahren nicht rangewagt.", rief er auf Latein und leider mit ein oder zwei falschen Endungen.
Allerdings hatte er auch einem so fürchterlichen Dialekt, dass man ihn kaum verstand. Aber "Traumsaat" war doch recht eingängig.

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Beitrag von Dweia » 10.05.2009 - 13:49

Asfarel war erschöpft.
Sie hatte eine bessere Kondition als manche ihrer Ordensgeschwister, aber der lange Flug zehrte an ihr.
Aber sie konnte und wollte sich nicht beklagen; der Herr hatte seine schützende Hand über sie gehalten und es sah ganz so aus als hätten sie nunmehr heil ihr Ziel erreicht. Sie flog in einer Schar, von der sie jedes einzelne Mitglied schätzte, geführt von einem Michaeliten, den sie respektierte und bewunderte. Was blieb da noch zu wünschen übrig?

Unter ihr zog die eintönige Landschaft dahin, die aus der Luft nicht sonderlich interessant wirkte. Doch der Schein, fand Asfarel, trog. Wenn man sich länger damit befasste, und die Zeit dazu hatte sie nun gehabt, bemerkte man, dass auch dieses Land eine eigenartige, schlichte Schönheit besaß.
Wann immer sie rasteten, hatte Asfarel ein paar schnelle Skizzen der heimischen Pflanzenwelt angefertigt und dabei fest gestellt, dass es doch mehr Arten gab, als gedacht.

Neugierig und auch ein wenig beunruhigt fasste die Raphaelitin die große Templergruppe ins Auge. Irgendetwas musste geschehen sein... oder würde geschehen. Sie schalt sich einen Närrin für das mulmige Gefühl, das aus ihrem Innersten heraufkroch, aber es wollte nicht ganz weichen.

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Beitrag von Seraquiel » 10.05.2009 - 15:44

Seraquiel hörte über die linguistischen Defizite des Armaturas hinweg und nickte verständig: "Das ist wahrlich eine ehrenvolle Aufgabe! Sagt mir in kurzen, knappen Worten von wie vielen Kreaturen Ihr wisst, von welcher Art und Größe sie den Berichten zufolge sind und wo man sie finden kann?"

Kaum das der Templer ihm geantwortet hatte, verabschiedete sich Seraquiel mit den Worten: "Sodann: tut Eure Pflicht und wir werden die unsrige tun! Möge der Herr mit Euch sein!"

Dann neigte er kurz seinen Kopf zum Abschied und strebte mit kräftigen Flügelschlägen zurück, seiner Schar entgegen.

*Ihr Ziel ist eine Horde Traumsaatkreaturen in ca. 10 Kilometer Entfernung!!!*, meldete er Famiriel, berichtete ihm anschließend in Kürze auf gleichem Wege alle erfahrenen Fakten und wartete auf weitere Anweisungen, während er fortfuhr im Bemühen, zur Schar aufzuschließen.

Er hoffte, dass Famiriel das Ziel der Templern anpeilen (lassen) würde, doch das war nicht die Entscheidung des Urieliten und er maßte sich nicht an, seine Wünsche vorschlaghalber kundzutun ...

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Beitrag von Lucien » 10.05.2009 - 16:03

Varlaciels Augen leuchteten auf. Na das klang doch mal interessant. Endlich etwas Ablenkung von dieser öden, frieldichen landschaft um ihn herum. Es war lange her, dass er einen richtigen Kampf gehabt hatte. Er spürte bereits das Kribbeln in seinen Fingern, die danach schrien sich um das Heft seines Schwerts zu legen. Er konnte das Traumsaatblut schon förmlich schmecken. Das Flammenschwert an seiner Seite begann bereits wärmer zu werden. Beim Namen des Einen, wie er sich danach sehnte diese höllischen Kreaturen auszulöschen. Erwartungsvoll wandte sich der Gabrielit zu Famiriel hin und blickte ihn flehend an. Varlaciel flehte, nein, betete in Gedanken darum, dass sie aufbrechen würden diese Traumsaat zu bekämpfen.

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Beitrag von Cutter » 10.05.2009 - 16:13

Die Schar hatte die Templer nun erreicht und der Goldene nickte den Templern zu.
"Wir fliegen vor." gab er in Latein an die Templer weiter. Er wollte jetzt keine Dialekttests machen. Er würde früh genug erfahren, inwiefern sich dieser Dialekt von den anderen abhob.
*Wir werden den Templern helfen! Macht euch bereit, die Kreaturen des Herrn der Fliegen zurück zu schlagen.* verkündete er über die Seele der Schar und zog mit diesem Satz sein Langschwert.
*In Formation! Asfarel, du bleibst hinten hinten. Varlaciel, zu meiner rechten, Atanael zu meiner linken. Seraquiel, du bleibst oben und wirst uns mit deinen Pfeilen helfen. Animael, traust du dir zu uns im Nahkampf beizustehen?* fragte der Michaelit nun Animael ob seiner kämpferischen Fähigkeiten.

Sonst kannte jeder seinen Platz im Kampf. Der Michaelit hätte auch an jeden Satz ein, wie immer anhängen können.
Die beiden Nahkämpfer mit Flammenschwert und Vibrolanze zur Rechten und zu Linken, die die Gegner in Schach hielten. Er als Michaelit an der Spitze des Schlachtenverbandes. Seraquiel oben, damit er den Gegner mit Pfeilen eindecken konnte und die Schar im Nahkampf vor bösen Überraschungen oder Hinterhalten warnen konnte. die Raphaeliten hinten, damit ihr nichts passiert und der Ramielit.....

Nobuel hätte gleich mit gekämpft als Flanke und ihnen die Schwachstellen der Traumsaat aufgedeckt oder hätte freiwillig Asfarel geschützt, wenn es der Fall erforderte, aber dieser erste Ernstfall mit Animael sollte nicht komplett kopflos geschehen. Famiriel musste wissen, wo er den Ramieliten einordnen konnte, ob er überhaupt im Kampf sinnvoll zu gebrauchen war.
Von Asfarel hatte er niemals so etwas verlangt, dafür waren ihre medizinischen Fähigkeiten zu wichtig, als sie im Kampf aufs Spiel zu setzen.
Bei den Ramieliten war das anders.
Sie hatten durchaus viele Qualitäten, die im Kampf sehr nützlich waren und unterstützend wirkten, nur nutzten die wenigsten Ramieliten diese. Ausserdem sah Famiriel keinen Grund, weswegen ein Ramielit im Kampf nicht helfen sollte. Niemand brauchte seine Kenntnisse zu schreiben oder sein Wissen, wenn ein Engel blutend am Boden lag. Ein Ramielit hatte die gleiche Pflicht zu kämpfen, wie jeder andere auch, der nicht zum Orden Raphaels gehörte, die nach der Schlacht gebraucht wurden.
Was für ein Typ war Animael?

Ittiel
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Beitrag von Ittiel » 10.05.2009 - 16:39

Animael war nur mäßig begeistert über die Wendung, die die Ereignisse gerade nahmen. Er war kein sonderlich begnadeter Langstreckenflieger und seit fast zwei Wochen schmerzten seine Muskeln unentwegt. Jetzt musste er auch noch kämpfen, ohne vorher Zeit zu haben, die Schwächen der Kreaturen zu recherchieren. Er wusste ja nichteinmal genau, um was es sich dabei handelte.

Das Kurzschwert, welches er trug, reichte normalerweise aus um die eigene Haut zu schützen, war jedoch bei sehr großen Traumsaatkreaturen - das wusste er- nutzlos.
*Kommt auf die Traumsaat an.* meldete er deshalb an Famiriel.
Zuletzt geändert von Ittiel am 10.05.2009 - 16:41, insgesamt 1-mal geändert.

Dweia
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Beitrag von Dweia » 10.05.2009 - 16:40

Ihr Gefühl hatte sie also nicht getrogen.
Traumsaat.
Asfarel schluckte schwer. Wenn es etwas gab, das sie eckelerregender fand als Insekten dann waren es überdimensionale, groteske Monsterinsekten, die versuchten, sie und ihre Schar aufzufressen.
Zwar vertraute sie auf die Fähigkeiten ihrer Schargeschwister und ließ sich auch im Angesicht des bevorstehenden Kampfes nichts anmerken, aber innerlich wünschte sie sich gerade weit, weit weg...
Sie schluckte abermals, dann sprach sie flüsternd ihr übliches Schutzgebet und nahm ihren Platz in der Formation ein.

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