Varcanel - Gabrielit im Nürnberger Himmel

Antworten
Varcanel
Ankhra
Ankhra
Beiträge: 86
Registriert: 13.04.2004 - 19:18
Wohnort: Göttingen
Kontaktdaten:

Varcanel - Gabrielit im Nürnberger Himmel

Beitrag von Varcanel » 19.09.2004 - 18:59

Name: Varcanel
Orden: Gabrielit
Alter: 17
Größe: 1,82 m
Gewicht: 95 kg (inklusive Flügel)
Augen: braun
Haare: dunkelbraun
Flügelfarbe: dunkelbraun


Mächte (sehr gut- gut – mittelmäßig – schlecht – gar nicht):

Signum:
- Daniels Geschenk [gut]
- Davids Flinkheit [sehr gut]
- Goliaths Kraft [gut]
- Samsons Haar [sehr gut]

Sigil:
- Golem [sehr gut]
- Gottes Rüstung [mittelmäßig]
- Kelch der Rache [gut]
- Licht des Herrn [sehr gut]

Scriptura:
- Das jüngste Gericht [gar nicht – Varcanel kämpft selbstständig]
- Opferlamm [mittelmäßig]
- Schild des Glaubens [sehr gut]
- Baum der Erkenntnis [sehr gut]



Vorzüge:
- athletisch
- herausragender Nahkämpfer (selbst für Gabrieliten)
- lautloser Angreifer
- mutig
- guter Fährtensucher


Schwächen:
- abenteuerlustig
- Ungehorsam (gegenüber Kirchenoberen)
- aufbrausend
- Alpträume
- mürrischer Einzelgänger


Sprachen:

- Latein
- Common (bruchstückhaft, iberischer Dialekt)


Waffen:

- Flammenschwert
- Schwertlanze
- Dolch


Ausrüstung:

- schwarzer Kriegsrock
- schwarzes Stirnband
- schwarze Schulterplatte aus Metall
- Waffengürtel, daran Beutel mit Waffenöl und Schleifstein


Über Varcanel:

Varcanel war selbst unter den Gabrieliten seines Jahrganges stets einer der Geschicktesten im Umgang mit Flammenschwert und jeder anderen denkbaren Waffe. Trotz dieses Talentes war er nie einer der beliebtesten Jungengel bei seinen Ausbildern. Bereits im Discilulum Secundum bereitete seine Ausbildung unerwartete Schwierigkeiten: Im Gegensatz zu seinen Mitstreitern ließ er die strengen Anweisungen nur widerwillig über sich ergehen und so kam es, dass er trotz tadelloser Leistungen mit dem Schwert diesen Ausbildungsabschnitt wiederholen musste. Spott und Herablassung seitens seiner Brüder und Schwestern waren die Folge, die er jedoch weit duldsamer ertrug als die Behandlung durch die „schwächlichen“ Monachen.
Nach diesem Misserfolg zwang er sich sein Ansehen wieder herzustellen und mit eiserner Disziplin und großer Entschlossenheit gewann er erneut die Achtung der anderen Gabrieliten durch seinen Mut bei einer Vielzahl von Ludarmati.
Sorgsam darauf bedacht sich nicht erneut den Unmut seiner Ausbilder zu zuziehen, akzeptierte er folgende Zurechtweisungen mit zusammengebissenen Zähnen und ohne weitere Zwischenfälle schloss Varcanel seine Ausbildung schließlich erfolgreich ab.
Bei der Engelsweihe in Rom hatte er dann die besondere Ehre vom Pontifex Maximus persönlich seine Weihe zu erhalten und behielt diesen Tag stets in Erinnerung und nahm dies als Zeichen des Herrn, dass er von ihm nicht vergessen worden war. Stolz über seine neuen Aufgaben in der Schar, der er zugeteilt worden war, und begierig endlich gegen die Traumsaat kämpfen zu können, diente er seiner Schar tapfer und treu, wie es sich einem Gabrieliten geziemt.
Die schlechte Behandlung durch die Monachen, die Zurechtweisungen und Züchtigungen aber waren wie durch Gottes Gnade des Vergessens aus seinem Gedächtnis entschwunden, wenn auch stets ein unerklärlicher Drang gegen die Anweisungen der Kirchenoberen zu handeln von ihm Besitz ergriff, wenn er einen direkten Befehl von einem Monachen oder Ab erhielt. Diese Tatsache, gepaart mit seinem hitzigen Gemüt, brachte ihn und seinen Michaeliten mehr als einmal in arge Bedrängnis, denn nicht selten steigerte sich der junge Gabrielit in seine Wut immer weiter hinein und zu einer Gelegenheit konnte nur durch seine gesamte Schar davon abgehalten werden auf den hochnäsigen Monach los zu gehen, der ihn absichtlich reizte.
Ansonsten aber war er ein vorbildlicher Streiter des Herrn: Er stritt tapfer und opferungsbereit für seine Mitengel, gehorchte pflichtbewusst dem Führer seiner Schar, ließ Gnade walten, wenn es möglich war und war erbarmungslos, wenn es gegen Ketzer und Traumsaat ging. Eine besondere Freundschaft verband ihn mit Siriel, der Urielitin seiner Schar. Viele Stunden lang bemühte sie sich ihm die Kunst des Schleichens und Spuren Lesens beizubringen, während er sie im Schwertkampf unterwies. Lange Gespräche, am Rande der Flugplattform des Himmels sitzend, prägten diese Freundschaft ebenso wie zusätzliche Gefechtsübungen. Durch ihre fast blinde Verständigung, auch ohne Anweisungen des Michaeliten, waren sie den meisten Gegnern im Kampf stets eine Haaresbreite voraus. So hatten sie viele Missionen lang hatten sie Erfolg, ernteten Lob und den Dank der Kirche, während Varcanel in dieser Zeit die Zweite Weihe, das Sigil, erhielt.
Die Wende kam dann schließlich schneller als erwartet: Bei einer Routinemission geriet die Schar in einen Hinterhalt der Traumsaat. Obwohl sie tapfer kämpften und viele der Dämonen unter den flammenden Hieben Varcanels fielen, war die Übermacht letztlich einfach zu groß. Hilflos musste Varcanel zusehen, wie nacheinander die anderen Engel fielen: Verbrannt, verstümmelt und blutüberströmt. Die Schreie der Sterbenden verfolgen ihn noch heute in seinen Träumen und nie wird er das Gesicht Siriels vergessen, wie sie langsam unter ihm in der Tiefe verschwindet, die stolzen weißen Flügel verbrannt vom höllischen Feuer der Traumsaatdämonen und den kindlichen Leib entstellt von blutigen Wunden.
Als einziger seiner Schar konnte er schwer verletzt entkommen, geplagt von Zweifeln und erfüllt von Wut auf diejenigen, die sie nicht vor dieser Gefahr gewarnt hatten. Die Abschlussbesprechung der Mission endete fast in einer handfesten Prügelei, ehe Varcanel sich noch einmal zusammen reißen konnte und wutentbrannt in seine Cella stürmte. Nach diesem Vorfall wurde er nicht einer neuen Schar zugeteilt, sondern aufgrund seiner Disziplinlosigkeit anderen Tätigkeiten zugeteilt, bis sein Übermut gekühlt oder seine Dienste andernorts wieder dringender benötigt würden.



In den folgenden Jahren wurde Varcanel in mehreren neuen Scharen zugeteilt. Doch, nicht zu sagen ob es an ihm lag oder einfach nur ein schlechter Scherz des Schicksals war, seine erste Schar sollte nicht die letzte sein, die ein solch blutiges Ende fand. Bald erzählte man sich im Himmel zu Nürnberg Geschichten über den Unheil bringenden Todesengel, dessen Schargeschwister fielen wie die Fliegen. Dies freilich nur hinter vorgehaltener Hand, denn ebenso kursierte das Gerücht, dass es nur wenige gab, die es im direkten Kampf mit ihm aufnehmen könnten.
Varcanel selbst scheint dies alles kalt zu lassen, meist ist er allein im Himmel unterwegs, zu neuen Scharmitgliedern knüpft er nur noch selten engere Bande und insgesamt gibt er sich recht mürrisch. Tatsächlich ist dies aber nur der äußere Schein – in seinem Inneren ist Varcanel zutiefst betrübt über diesen traurigen Umstand. Seine selbst gewählte Isolation hält er nur aufrecht, weil er noch einen toten Freund, ein weiteres Gesicht, das ihn in seinen Träumen verfolgt, kaum ertragen würde. Er hat zu viele geliebte Engel fallen sehen…
Seine Ablehnung weltlicher Autoritäten ist noch stärker geworden im selben Maße, in dem seine Erinnerung an seine Ausbildung zurückkehrte. Und nach mehreren hitzigen Gesprächen mit hohen Prälaten und Äbten ist es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit bis der unbequeme Gabrielit zurück zum Schöpfer gesandt werden wird, um dort endlich Ruhe zu finden. Bislang war es vermutlich nur seine außergewöhnliche Begabung im Kampf, die ihn davor bewahrt hat…

Antworten

Zurück zu „Gabrieliten“