Draguel, Gabrielit der 3. Schar

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Draguel
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Draguel, Gabrielit der 3. Schar

Beitrag von Draguel » 10.06.2002 - 18:05

Name: Draguel
Orden: Gabrielit
Geschlecht: männlich
Größe: 1,61 m
Gewicht: 67 kg
Augenfarbe: braun
Haarfarbe: rot gefärbt
Alter: 9

Mächte:

Signum:
- Davids Flinkheit
- Goliaths Kraft
- Samsons Haar


Vorzüge:
- Muskulös
- Ausdauernd
- Zäh
- Relativ unempfindlich gegenüber Schmerzen
- Stets gelassen

Schwächen:
- Recht langsam
- Stur
- Kann Gefahr schwer einschätzen
- Miese Menschenkenntnis
- Glücksspiele

Sprachen:
- Latein, Common (Nürnberger Dialekt)
_____________________________________

Story kommt nachher, noch irgendwelche Wünsche?

Erzählerin
Verena
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Beitrag von Erzählerin » 10.06.2002 - 18:20

Eine kleine Geschichte hast Du ja schon versprochen, also: Was bleibt denn da noch zu wünschen übrig? :D

Draguel
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Beitrag von Draguel » 10.06.2002 - 19:40

Was wird er sagen? Ist er zufrieden? Ich hoffe es, ich kann es nur hoffen.
Draguel trat in das Zimmer von Ab Grandel ein.
"Sie haben mich rufen lassen werter Ab?"
Der Ab sah von einigen Unterlagen auf. "Oh, Draguel, ja ich ließ dich rufen. Wie ich sehe bist du unversehrt wieder im Kloster angekommen."
Draguel unterbrach den Ab, "Fast mein Herr, aber die Verletzungen sind nicht der Rede wert."
Der Ab sprach ein wenig ungeduldig weiter. "Oh, mal wieder ein wenig draufgängerisch gewesen was? Was war es diesmal? NUR Ein paar Dämonen, NUR ein paar Ketzer mit vorsintflutlichen Waffen?"
Draguel schämte sich sichtlich als er sagte: "Nur ein paar Dämonen werter Ab, es waren bloß vier Verderberlibellen..."
Der Ab wirkte fast ein wenig amüsiert als er Draguels Geständnis hörte.
"Das ist so typisch für dich Draguel, hast du niemals Angst davor dass du dich übernehmen könntest, der Herr hat dich nicht geschaffen um als Einzelgänger einen unbesungenen Tod zu sterben während du dich auf einer Botenmission befindest."
"Ab Grandel", warf Draguel ein, "Ich sah es als meine Pflicht an die Welt von diesen Dämonen zu befreien, sie befanden sich zwar noch weit abgeschieden in der Wildnis, doch sie hätten jederzeit über eine Siedlung herfallen können! ...Außerdem WAREN es bloß VIER Dämonen, und die Wunde an Oberschenkel war wahrlich nicht der Rede wert, sie ist längst versorgt werter Ab."
Der Ab winkte ab uns sagte freundlich: "Lass es gut sein Draguel, dies sollten keine Vorwürfe werden, ich wollte dich nur um den Brief biiten den du abholen solltest."
Draguel holte eine kleine Schriftrolle aus seinem schwarzen Rock hervor und legte sie vor den Ab auf den Tisch.
"Bitte knie nieder Draguel.", sprach Ab Grandel.
Grandel erhob sich und trat vor Draguel, dann sprach er feierlich die Worte Tapferer Bote, Tapferer Krieger in Latein und übergab dem knieenden Engel ein mit diesen Worten beschriebenen Votivband.
Draguel erhob sich, bedankte sich herzlich und machte sich auf in sein Gemach.
Ein Votivband, das erste das ich seit der Weihe erhielt, ein wahrhaftiges Votivband...
Ich denke ich werde es in meine Stirnbänder einflechten."

Erzählerin
Verena
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Beitrag von Erzählerin » 10.06.2002 - 23:18

Ab Grandel blickte dem Gabrieliten nach, bis der langhaarige Monach, der ebenfalls in seiner Kammer geweilt hatte, die schwere Eichentür hinter Draguel geschlossen hatte. Vor den Rücken des Engels schob sich von zahllosen Rissen zerfurchtes Holz, das die strahlende, gesichtslose Gestalt des Erzengels Jeremiel in wahrhaft restaurationsreifen Farben trug. Der Ab seufzte tief, während sich seine fröhlich-gönnerhafte Fassade verflüchtigte und einem ernsten, besorgten Gesichtsausdruck wich.

"Fra Nikodemus, wenn wir nun fortfahren könnten?" forderte der Mittvierziger, dessen gemächlicher Lebenswandel allmählich seine Spuren am Körpergewicht des Ab zu hinterlassen begann, den graugewandeten Monachen auf.

"Gewiß, verehrter Ab." Der im Vergleich zu Grandel geradezu jugendliche Monach erhob sich und entfaltete erneut die Schriftrolle in seinen Händen, die er selbst mit seiner sauberen, geübten Handschrift beschrieben hatte. "Birnthon klagt über Viehsterben, und in Netzstall sieht es nicht anders aus. Bisher hatte Siedlungen neun menschliche Todesfälle zu beklagen; 5 an der Krankheit; 2 an Dämonen verschieden; 2 in den Wäldern verloren. Netzstall zählt..."

Ab Grendel fuhr sich über das schweißige Gesicht und seufzte erneut. Sein ergrauendes braunes Haar fiel in feuchten Strähnen bis auf seine Schultern, und seine schlichte Kutte hatte unter den Achseln bereits charakteristische Flecken gebildet. Ja, es war heiß... eine Tatsache, die dem gesundheitlichen Wohl der Gemeinden unter seiner Obhut nicht half. Und die Traumsaat... sie schien sich in dieser Hitze auszubreiten wie der Tod, der seine wenigen kleinen Gemeinden hier am Rande Nürnbergs zu befallen drohte, zu beuteln, zu ertränken in stinkenden Wogen aus Fieber. Systematisch schienen sie das Kloster St. Katharina abschneiden zu wollen....

Er brach das Siegel auf der Botschaft, die der Gabrielit ihm gerade überbracht hatte - es trug das Zeichen des Gabrielisordens - und las. Es gefiel ihm nicht. Die kleine Gesandschaft aus Raphaelismonachen und -diakonen, die ihm die Informationen überbracht hatte, aus denen Fra Nikodemus gerade las, war nicht zu ihrem Ordenshaus zurückgekehrt. Verschollen. Auf der Strecke zwischen seinem Kloster und den sicheren Mauern Nürnbergs.

Die Bittschrift, die er vor einigen Wochen einer reisenden Begine der Urieliten, einer ausgezeichneten Reiterin, anvertraut hatte, hatte tatsächlich Wirkung in Nürnberg gezeigt: sie hatten ihm Draguel geschickt. Ein wahres Geschenk des Himmels; Fackelschein in der Dämmerung. Seine Hilfe, so sehr er sie schätzte, reichte jetzt nicht mehr aus... eine zweite Bittschrift, die verzweifelte Bitte um eine Schar, hatte in den Händen zweier Monachen die Mauern dieses Ramielitenklosters verlassen... nur der Herr selbst wußte, ob sie jemals angekommen war, bevor die Monster ihren Kreis enger ziehen konnten....

Vier... Vier Dämonen auf einmal, in diesen Wäldern... Verderberlibellen... Der Gedanke trieb noch tiefere Sorgenfalten auf die schweißbedeckte Stirn des Angeliten.

Vor den Mauern St. Katharinas brannte die Sonne unerbittlich auf die einst saftigen Wiesen nieder, drückte sie nieder, langsam, ganz langsam....

***

Die Sonne zeichnete ein Quadrat gleißenden Lichts auf den Boden der sonst dämmrige Kammer des Gabrieliten, der mit seinem neuen Votivband in der Hand gerade sein kleines Reich innerhalb dieser Mauern betrat. Auch hierher hatte die Hitze unaufhaltsam ihren Weg gefunden, doch war es hier nicht annähernd so schlimm wie im Freien.

Draußen, am Fuße des Türmchens, in dem sich Draguels Zimmer befand, konnte er die Stimme von Jorim, dem Decanus St. Katharinas hören. Draguel horchte auf: Jorim schien tatsächlich jemanden auszubilden... dabei hatte in den letzten Wochen der glutheißen Sommersonne kaum ein Reisender dieses Kloster betreten, und neue Templer durften in den umliegenden Dörfern nicht ausgehoben werden. Nürnberg benötigte die Nahrung zu dringend, die die Dörfler um St. Katharina produzierten.

Dann vernahm der Gabrielit eine zweite Stimme, die zögerlich Protest äußerte... Fra Filus? Einen Ramielismonachen??? Welcher Schrecken bedrohte dieses Kloster, daß man zu solchen Maßnahmen greifen mußte? Ein Grund zur Sorge keimte in dem Gabrieliten auf, der bis dahin noch damit beschäftigt gewesen war, sich riesig über sein neues Votivband zu freuen...
Zuletzt geändert von Erzählerin am 11.06.2002 - 07:20, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Draguel » 11.06.2002 - 02:03

Draguel trat ans Fenster seines Gemaches und schute hinaus, tatsächlich sah er dort unten diese beiden überhaupt nicht zusammenpassenden Menschen trainieren.
Er sprang aus dem Fenster und ließ sich zur Seite fallen damit er die beiden nicht durch den Wind umstieß den seine Schwingen verursachen würden.
Sie hassen es wenn ich einfach das Fenster benutze...
Er flog einen kleinen Bogen und landete denn atwas plump neben Jorim und Filus.
"Guten Tag Jorim, guten Tag Filus.
Erlaubt mir euch beim Training zuzusehen."

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Beitrag von Erzählerin » 11.06.2002 - 08:16

Auf seinem Anflug in Richtung des offenen Klosterhofs (neben der Klausur und dem kleinen Garten einer der nicht überdachten Abschnitte St. Katharinas) konnte Granduel außer dem blau gewandeten Filus und dem hochgewachsenen Jorim noch ein gutes Dutzend anderer Monachen ausmachen, sowie drei der fünfzehn Ramielitentempler, die unter Jorims Oberbefehl hier stationiert waren. Die Templer trugen mehrere stumpfe Schwerter in große Tücher eingeschlagen bei sich - wohl die Übungswaffen. Der Ausdruck auf den Gesichtern der Monachen lag irgendwo zwischen Verblüffung und regelrechtem Ärger. Eine der Personen, die direkt im Bereich "regelrechter Ärger" einzuordnen war, war Fra Balduin: Der oberste Chronist des Klosters hatte die Arme vor der schmächtigen Brust verschränkt und starrte Jorim, der ihn gerade absichtlich zu ignorieren schien, mit wütend funkelnden Augen an.

Filus' rotes und schweißglänzendes Gesicht zeigte trotz des ihn grüßenden Engels noch alle Anzeichen von verwirrter Bestürzung. Der übergewichtige Monach deutete mit seinem kahlen Schädel eine Verbeugung an, wandte sich aber mit gestreßt glänzenden Augen gleich wieder Jorim zu. In der Hand des Monachen befand sich noch immer der Gegenstand, um den sich alles hier zu drehen schien: Das Übungsschwert.

"Ihr werdet lernen, wie man eine Waffe gebraucht. Und wir werden gleich heute damit anfangen," donnerte der blonde Hüne. Der muskulöse Templer trug sein langes Haar in einem Zopf, den er heute in einem groben Kreis an seinem Hinterkopf festgesteckt hatte, um seinen Nacken freizulegen und einer möglichen, aber unwahrscheinlichen Kühlung durch den Wind auszusetzen. Sein mit mehreren bunten Stoffbändern umwickelter Oberkörper war durch die Ritzen seiner dunklen Rüstung aus Eisen- und Holzteilen deutlich zu sehen, und der Ramielistempler trug einen blauen Kriegsrock, der in dicken Stoffbahnen um seine Beine bis auf seine nackten Füße fiel.

Filus drehte das Schwert wie einen unidentifizierbaren Fremdkörper in seinen wurstfingrigen Händen. Jorim bedachte den landenden Engel mit einem langen, aufrichtig ehrfurchtsvollen Blick. "Natürlich darfst du zusehen, Draguel."

"Verschwende deine Zeit nicht, Engel." Die kratzige, provozierend süffisante Stimme des obersten Chronisten ließ Jorim mit in Zornesfalten gelegter Stirn herumfahren. "Es wird hier kein Training zu sehen geben. Keiner der hier anwesenden Monachen wird eine Waffe anrühren, nur weil unser Decanus in seiner grenzenlosen Unfähigkeit seinen Dienst nicht zu erfüllen weiß."

Jorim und Fra Balduin starrten einander haßerfüllt in die Augen, während Filus so aussah, als würde er am liebsten das Schwert fallen lassen und davonlaufen.

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Beitrag von Draguel » 11.06.2002 - 11:59

"Ich zweifle nicht an ihrer Weisheit Fra Filus, doch bin ich sicher dass Jorim diese Maßnahme nicht grundlos ergriffen hat."
Draguel tran an Filus heran und sah ihm in die Augen, seine Schwingen überragten Filus deutlich wenngleich der Engel selbst kleiner war.
"Eine Waffe führen zu können ist ein Geschenk Gottes, ein Krieger zu sein, ein Teil vom Schwertarm des Herren, ist erfüllend, es birgt mehr Glücksgefühl als ihr euch vorstellen könnt. Sagen sie Filus, haben sie jemals einen Dämonen erschlagen?"
Während der Grabielit sprach wurde seine Stimme immer aufgeregter, er klang nun beinahe wie ein kleiner Junge der seinen Freunden Geschichten erzählte.
Er trat einen Schritt zurück und sprach: "Jorim, lasst mich das übernehmen, ich werde Fra Filus lehren das Schwert zu führen.
Zuallererst möchte ich nur einige Dinge demonstrieren, wartet einen Moment."
Draguel entfernte sich ein wenig und erhob sich in die Lüfte, einen Moment später kehrte er zurück, bei sich trug er sein Heiligtum, sein Flammenschwert.
Er ließ dessen Flammen auflodern nd dann begann er zu tanzen...

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Beitrag von Erzählerin » 11.06.2002 - 12:50

Fra Filus stand mit offenem Mund da und verfolgte beeindruckt die geschickten Bewegungen des Gabrieliten, der den Versammelten gerade eine Probe seines exzellenten Könnens vorführte. Jorims Mund stand nicht offen, doch das schmale Lächeln auf dem Gesicht des Decanus zeugte ebenfalls von großer Bewunderung. Es schien den Templer für kurze Zeit von Fra Balduin abzulenken, der mit finsterem Blick dem Geschehen folgte.

Als Draguel mit seinem Schwerttanz geendet hatte, erntete er Beifallsbekundungen: rhythmische, weithin hallende Schläge auf die harten Brustplatten der Templer sowie "Bravo" oder "Exzellent" aus den Reihen der Monachen, deren Beifallsbekundungen aber um einiges zögerlicher klangen als die der Templer: Fra Balduin und einige andere Monachen verharrten einfach reglos.

Der schwitzende Filus blickte gehetzt von Draguel zu Jorim zu Balduin, als suche er nach einem starken Ast, an dem er sich aus diesem Schlamassel heraushangeln konnte. Und er fand ihn tatsächlich.

Die schlanke, nahezu magere Gestalt in blauer Kutte, die zu dem fettleibigen Filus einen Kontrast wie Tag und Nacht bildete, trat vor und nahm Filus das Schwert aus der Hand. Fra Balduin stellte sich gegenüber von Jorim auf, sah ihm mit höhnischem Blick in die Augen und ließ das Schwert mit einer Bewegung in den Staub fallen, die abfälliger nicht hätte sein können.

"Ich gehe doch richtig in der Annahme, daß diese Anordnung nicht von der Adresse des Ab kommt, nicht war, Jorim?" Der Decanus schwieg. "Das hatte ich mir gedacht. Niemals wäre der Ab auf die Idee gekommen, eine solche Anmaßung zu begehen... eine Anmaßung, die die geweihten Monachen dieses Ordens von ihrer gottgewollten Arbeit abhält, Jorim. Von der gewissenhaften und treuen Pflege allen Wissens mit Hilfe des gefährlichen Instrumentes, das man nur uns zugeteilt hat: dem Lesen und Schreiben. Verstehst du das, Jorim? Gottgewollt. Vorgeschrieben vom Pontifex Maximus. Damit wir uns nicht mit deinem Handwerk... belasten müssen."

Der Chronist blickte verächtlich, wie auf ein totes Insekt, auf das Schwert auf dem Boden. "Du willst, daß wir für uns selbst kämpfen, weil es hier gefährlich wird? Nun, das kann nur bedeuten, daß du dich und deine Truppe für unfähig hältst... ob dich das weiterhin zum Decanus qualifiziert?" Er lächelte dem vor unterdrückter Wut zitternden Jorim überheblich ins Gesicht. "Also belästige deine eigenen Leute mit diesen Dingen. Die Monachen Ramiels haben Dinge zu tun, deren Wichtigkeit ein Kleingeist wie der deine nicht zu fassen vermag."

Er lachte leise und krächzend, während er sich umwandte und über den Platz zurück in den Schatten des Klosters schritt. Fra Filus seufzte erleichtert und setzte dem Chronisten stolpernd und mit wogenden Gewändern hinterher. Auch die anderen Monachen wandten sich mit sorgenvollen Blicken auf die Templer und den Gabrieliten ab und schritten über den Platz in Richtung der Schreibstuben.

Jorim riß einem der Templer die Übungsschwerter aus der Hand und hämmerte das Bündel mit der Kraft überschäumender Wut auf den Boden, begleitet von einem wilden Kampfschrei. Während der aufgewirbelte Staub sich langsam legte, atmete der Ramielitentempler tief und mit zusammengebissenen Zähnen ein und aus, um sich zu zügeln. Draguel konnte die zahllosen Schimpfwörter, die gerade hinter der Stirn des Templers wogten, geradezu in seinen Augen sehen. "Ach Draguel..." sagte der Decanus langsam, seufzend, und schloß die Augen, noch immer schwer atmend.

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Beitrag von Draguel » 11.06.2002 - 22:39

"Große Gefahren Jorim, brauchen große Krieger.
Vielleicht ist es besser so, vielleicht wären sie bloß sinnlose Opfer die uns nicht wirklich helfen können."
Draguel legte dem Decanus freundschaftlich die Hand auf die Schulter.
"Immerhin ... meine Vorstellung war gut.
Immerhin, es sind bloß Dämonen Jorim, kein Problem dass sich nicht bewältigen ließe."
Der Gabrielit stützte sich demonstrativ auf sein Flammenschwert.

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Beitrag von Erzählerin » 12.06.2002 - 12:30

Jorim wandte sich zu Draguel und öffnete seine braunen Augen, in denen auch jetzt noch unterdrückte Wut funkelte.

"Hilflose Opfer... genau das wollen sie sein," murmelte Jorim in seinen Bart. Er befahl den Templern mit einer Handbewegung, die Schwerter vom Boden aufzulesen und sie zurück in das Gebäude der Templer zu bringen. "Bloß Dämonen... Dein Wort in Gottes Ohr, Draguel."

Während die drei anderen Templer in strammem Laufschritt und mit klappernden Rüstungen den Klosterhof verließen, richtete Jorim erneut das Wort an den Gabrieliten. "Draguel, ich möchte dich um etwas bitten. Solltest du auf deinen Flügen eine Gesandtschaft Gabrielistempler auf dem Weg hierher ausmachen können - ganz gleich, wie weit entfernt sie sind - sage mir Bescheid. Seid zwei Wochen schon wurde ihre Hilfe angefordert, in einer Nachricht nach Nürnberg... der Herr möge geben, daß sie überhaupt dort angekommen ist."

Der nun wieder ernste und bestimmte Blick des Decanus musterte den Boten des Herrn wohlwollend. Zum Abschied legte er seine rechte Hand sanft auf die hölzerne Platte über seinem Herzen, auf dem auch das Zeichen der Angelitischen Kirche prangte. Dann folgte er seinen Untergebenen in den Schatten der Klostergebäude.

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