Harahel - Urielit der 4. Schar

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Harahel
The_Waffalo
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Harahel - Urielit der 4. Schar

Beitrag von Harahel » 27.06.2002 - 10:37

>>>Beschreibung:

Über den dünnen Augenbrauen ziehen sich die dicken Linien des Signums und der Sigil von der Nasenwurzel aus immer Dünner werdend bis zu den Schläfen um von dort aus aufwärts in den dichten, schwarzen, streng zurückgebundenen Haaren zu verschwinden. Auch über die Wangen laufen die schwarzen Gotteszeichnungen, bis hinab zum Kinn.
Die dunkelbraunen, funkelnden Augen verleihen dem ohnehin strengen Gesichtsausdruck mit der konventionellen Haartracht, der spitzen Nase, den schmalen Wangenknochen und dem herausfordernden Kinn den letzten Schliff.
Mehrere Votivbänder schmücken die Unterarme und allein das grüne, mit Silberstickereien aufwendig verzierte Haarband verriet, dass der Engel hoch in der Gunst des Herrn stand.
Zählte man dann noch die 3 aufwendig gearbeiteten, grünen Urielitenbänder mit den weißen und silbernen Stickereien, das schwarze Gabrieliten Votiv und das unabläßliche weiße Band mit den goldenen Buchstaben des Pontifex Maximus, das, zugegebenermaßen, schon recht verschlissen aussah, hinzu, so ahnte man bereits, dass dieser Engel schon eine weile Dienst auf Erden leistete.
Dem sehnigen, nicht allzu kräftigen Körper, außerdem von der schweren weißen - mit grünen Borten und Stickereien ebenfalls reichverzierten - Kriegsrobe umwallt , sieht man seine Zähigkeit nicht an. 2 schwere lederne Kriegsgürtel pressen die Robe an die Hüfte und eine Kordel hält die Robe keusch über die - schon ansatzweise erkennbaren - Brüste hochgezogen.
Am Gürtel befestigt finden sich ein kleiner Mannabeutel dessen Inhalt leise klimpert, eine kleine Gürteltasche und eine zerbeulte Metallflasche mit Plastikschraubverschluss in einem Ledergeflecht die sicherlich noch aus der Zeit vor dem Veitstanz stammt und unruhig hin und her baumelt. Auf dem Rücken, ungefähr auf Hüfthöhe, ragt links und rechts der fast volle Pfeilköcher hervor.
In ihrer linken Hand hält sie den Urielitischen Langbogen dessen Sehne abgespannt und um den Schaft gewickelt ist und eine reichlich mit Gravuren und Einlegearbeiten verzierte Hasta deren Holzgriff mit hellem, knochenartigen Material ausgeschmückt ist und die Klinge in einer dicken Lederscheide eingehüllt. Diese konnte mit einem Umhängegurt an die Schulter gehängt werden um beim Bogenschießen nicht hinderlich zu sein. Durch das öffnen zweier Druckknöpfe kann man sie bei bedarf schnell herausziehen.
Der Unterarm wird von einem schlichten, metallenen Unterarmschoner umklammert, unter dem die dortigen Votivbänder hervorlugen.
In der rechten führt sie ihre Lederumhängetasche mit.
Das beeindruckendste an ihr sind aber zweifellos die Flügel. Sie waren etwas größer als sie vielleicht hätten sein sollen, doch waren sie unglaublich kräftig – selbst für Urieliten. Dicke Muskelbänder wanden sich unsichtbar unter dem dichten, strahlendweißen Federkleid welches einen leichten Kontrast zur olivbraunen Haut bildeten.


>>>Hintergrund:

Der Engel der gerade zum Abt gerufen war bekannt in Mont Salvage.
Harahel galt als eine der zuverlässigsten und schnellsten Boten der Urieliten.
Die anderen Äbte der Himmel und auch viele Klosteräbte kannten sie und schätzten ihre Dienste.
Auf der flachen Stirn glänzte Schweiß und die großen, durchdringenden Mandelaugen blickten Müde hinüber zu Ab Guillaume der hinter seinem mächtigen Schreibtisch saß. Harahel stoppte in gebührendem Abstand, straffte sich, senkte den Blick und wartete darauf mit ihrem Anliegen herauskommen zu dürfen.
Ihre Flügel raschelten leisen als die Muskulatur leise zuckte, ausgelaugt von den durchlebten Strapazen.
Doch Ab Guillaume lies sie warten. Wie fast immer...
Sie seufzte innerlich und verlagerte ihr Gewicht auf den anderen Fuß. Ihre linke Schulter brannte fürchterlich. Sie musste sich den Flügel in dem Sturm gezerrt haben....wird wohl noch eine weile schmerzen.
Ungeduldig ließ sie den Blick schweifen, ohne jedoch den Kopf zu bewegen.
Dem Abt musste doch aufgefallen sein, allein schon weil sie Waffen trug und nicht die Zeit gefunden hatte sie Abzugeben, dass sie es sehr Eilig hatte...

Das riesige Gewölbe des Audienzsaales des Abtes war mit vielen Verzierungen und Tüchern ausgeschmückt und bestimmt 20m hoch. Die eine Rückwand bestand fast ganz aus der riesigen Tür welche mit Samt ausgekleidet war. Das andere Ende bestand aus dem riesigen Buntglasfenster welches natürlich Uriel zeigte, den Erzengel ihres Ordens.
Sie war so oft hiergewesen dass alle Nervosität bereits von ihr gewichen war.

Wieso?
Ihr wurde zwar des öfteren Ungeduld vorgeworfen, doch nicht umsonst war sie eine der schnellen Botinnen der Engel. Sie beförderte Nachrichten innerhalb von Tagen durch Europa anstatt wie die Botenreiter Wochen oder Monate zu benötigen. Es war doch eine gute Eigenschaft, sonst hätte mich der Herr bestimmt nicht damit ausgestattet. Nichts geschieht gegen seinen Willen.

Mit stoischer ruhe griff Ab Guillaume zu einem leeren Pergament um es mit wohlgeformten und mit äußerster Sorgfalt gemalten Schriftzeichen auszufüllen.
Warum lässt er mich nur warten? Wenn die Nachricht nun wichtig ist die ich ihm dieses mal zu Überbringen habe? Was wenn Leben davon abhängen.
Ich kann doch nicht...
Nein, kann ich nicht!
entschied sie ohne zu zögern.

„Vater...“ setzte sie an, hielt jedoch sofort inne als der Ab einhaltgebietend die Hand hob, die Zeile beendete, die Feder beiseitelegte, aufschaute und sie freundlich anlächelte „Was hast du zu berichten Harahel?“.
Sie reckte die spitze Nase empor, öffnete ihre Tasche und reichte dem Ab einen kleinen, ungefähr 20cm langen Metallzylinder.
„Em Susat von Nürnberg sandte mich zurück um ihnen, Vater Guillaume, diesen Gegenstand zu überreichen.“
Ab Guillaume nickte nur und nahm ihn entgegen.
„Ich werde mich mit eurer Erlaubnis entfernen um Terz und Kapital nicht zu versäumen und am anschließenden Essen teilzunehmen - ich bin sehr hungrig.“
Harahel war überhaupt öfters hungrig als andere Engel. Sie hatte sich manches mal gefragt an was das wohl liegen möge, jedoch war ihr nie eine Antwort eingefallen. Der Monach Cuthbert indess freute sich immer sie beim Essen zu sehen und sie unterhielten sich oft nachdem das Mahl beendet war.
Ab Guillaume nickte „Du hast dem Herrn wiedereinmal einen großen Dienst erwiesen Harahel. Sehr bald schon kannst du ihm noch dienlicher sein. Such mich morgen nach der Laudes wieder auf, ich habe eine neue Aufgabe für dich.“
„Ich bin ein Engel des Herrn, ich bin ein Bote des Lichts. Ich höre und ich gehorche.“ Verkündete sie rückwärtsgehend und drehte sich um, nachdem das Mantra beendet war um die Kathedrale aufzusuchen und für die Menschen zu beten und zu ihrem Vater zu sprechen.
Und auch um sich innerlich zu beruhigen...

Am nächsten Tag fand sie sich wie befohlen wieder beim Ab ein. Sie trat vor und wartete bis der Ab das Gespräch welches er gerade mit einem Templer zu führen schien beendet hatte.
Sie hob den Blick erst mal dieser gegangen war und der Ab sie aufrief.
„Harahel, komm zu mir.“ Sie tat wie geheißen.
„Wie du sicherlich weißt bist du einer meiner besten Boten und hast den Ruf eines exzellenten Fliegers, selbst unter den älteren Urieliten.“
Sie errötete leicht unter diesen Komplimenten, freute sich jedoch innerlich über das Kompliment ihres verehrten Abs.
„Du hast dem Herrn sehr gute Dienste erwiesen. Doch nun werden deine Fähigkeiten anderweitig benötigt.“ Er machte eine kurze Pause. Harahel war etwas verunsichert.
„Ich werde dich einer Schar zuteilen auf dass du im Namen des Herrn mehr tun kannst als nur durch deine Botengänge Nachrichten zu verschicken. Da du mit Bogen und Schwert ebenfalls geschickt bist sehe ich nicht ein, warum ich deine Talente weiter verschwenden soll. Immerhin wirst du bald schon die Scriptura tragen. Du wirst noch heute aufbrechen um dich mit deinen neuen Gefährten zu treffen. Nach der Non wirst du zu deinen neuen Aufgabe aufbrechen.“
Die Worte des Abs trafen sie wie einen Hammerschlag. Sie liebte Mont Salvage, verstand sich gut mit den darin wohnenden Gottesdienern und der umleigenden Dorfbevölkerung. Außerdem war sie glücklich mit ihrer Aufgabe gewesen, mit wichtigen Nahcrichten durch Europa zu eilen. Vertraute der Ab ihr nicht mehr?
„Aber ich dachte ich sollte diejenigen im Fliegen Unterrichten die noch nicht so lange auf Erden wandeln. Ich bin mir sicher ich...“stieß sie entschlossen hervor bis sie vom Ab durch eine herrische Handbewegung unterbrochen wurde.
„Der Pontifex Maximus, welcher den Herrn hier Erden repräsentiert, braucht dich. Du zweifelst doch nicht etwa an seiner Weisheit?“
Sofort schalt sie sich für diesen Ketzerischen Gedanken.
Nein, sonst würde er mich nicht einer Schar zuteilen.
Gott musste etwas mit ihr vorhaben.
Erschrocken merkte sie, dass der Ab sie anstarrte.
„Ich bin ein Engel des Herrn, ich bin ein Bote des Lichts. Ich höre und ich gehorche.“ Stammelte sie hastig und entfernte sich hurtig aus den Gemächern.

[so, püh. wer das charakterblatt sehen will muss unter 4. schar übersicht suchen ;) ]

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