Shiroel, vom Himmel der Urieliten (2. Schar)

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Shiroel, vom Himmel der Urieliten (2. Schar)

Beitrag von |Shiroel| » 01.06.2002 - 16:49

Die Abschlussprüfung
Das Unglück


Die ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages brechen sich in den Kirchenfenstern hoch über Montsalvage, dem Himmel der Urieliten. Die Engel des Orden der Bewahrer der Wege spüren, dass ein wunderschöner Frühlingstag hoch über den Wolken anbricht.
Ein Tag, der bei einer kleinen Gruppe von Engel mit gemischten Gefühlen sehnsüchtig erwartet wurde.
Es ist der Tag der Abschlussprüfung.
Der Tag, an dem die jungen Engel zeigen können ob sie würdig sind die Engelsweihe in Roma AEterna zu empfangen.

Hoch oben über der Flugplattform schwebend hat sich die diesjährige Abschlussklasse versammelt. Vor der im Halbkreis schwebenden kleinen Gruppe fliegt Zeroiel, der Hauptausbilder und Harel, sein Gehilfe. Gerade zeigt Zeroiel auf einen der höchsten Türme des Himmels der Urieliten hinter sich. Schräg links und rechts hinter dem Turm kann man zwei weitere schwebende Engel erkennen, die in ungefähr 200m Abstand zum Turm ihre Position halten.
„Auf der anderen Seite des Turms der Nordwinde befindet sich in einem Erker eine Handtellergroße Zielscheibe“, eröffnet gerade Zeroiel den jungen Engeln.
Dann nickt er Harel zu, der daraufhin mit der Geschwindigkeit gleich einem schnell galoppierenden Pferdes auf den linken Engel zufliegt.
„Ihr werdet mit der gleichen Geschwindigkeit wie Harel zuerst den linken Engel umkreisen, dann die Zielscheibe ausmachen und ohne das Tempo zu verlangsamen versuchen es mit euren 5 Pfeile zu treffen. Dann kehrt ihr auf der anderen Seite am rechten Engel vorbei wieder hierher zurück. Bestanden haben diejenigen die Prüfung, denen es gelingt im schnellen Vorbeiflug mit 3 von 5 Pfeile die Zielscheibe zu treffen.“
Kaum hat Zeroiel die Prozedur erklärt taucht auch wieder Harel bei der Gruppe auf. Lächelnd meint er zu den jungen Engeln, „4 Pfeile ins Schwarze. Mal sehen wer von euch jungen Hüpfer das Toppen kann!“
„Ihr habt nur einen Flug und nur eine Chance. Das ist mehr als die Traumsaat euch zugestehen würde“, schließt Zeroiel und der erste Engel wird auf seinen finalen Flug losgeschickt.

Dann ist Shiroel dran. Er folgt exakt der Flugbahn Harel und versucht zu erahnen wo die Zielscheibe sich befinden könnte. Als er den ersten Engel umrundet, muß Shiroel erschreckt feststellen das er sein Ziel nicht ausmachen kann. Während er so weiter fliegt, wird er immer nervöser. „Wo zur Traumsaat noch mal befindet sich diese Zielscheibe“ Doch dann sieht Shiroel etwas in den Augenwinkeln aufblitzen. Von der linken Seite kommend nicht direkt einsehbar steht versteckt ungefähr 10 Meter über ihm in einem kleinen Erker die Zielscheibe. Sofort läßt er sich zur Seite kippen und entläßt den ersten Pfeil von der Sehne seines Langbogen in Richtung Zielscheibe. Noch bevor dieser sein Ziel trifft, spannt Shiroel erneut seinen Bogen, um den zweiten Pfeil auf seine Reise zu schicken.
Doch dann passiert das Unglück. Wohl durch die brachiale Gewalt des ersten Pfeils löst sich die Zielscheibe aus der Verankerung und fällt im rasenden Flug der 150m tiefer liegenden Flugplattform entgegen. Nun ungehindert fliegt der fast 1,50m lange Pfeil durch das Fenster in den kleinen Raum dahinter, um dort nutzlos am Mauerwerk zu zerschellen.
Doch das kümmert Shiroel nicht weiter und er läßt sich sofort wie ein Stein, der plötzlich gemerkt hat das die Schwerkraft an ihm zieht, mit den Füssen voraus senkrecht nach unten fallen. Während er so fällt, schließt Shiroel die Augen und versucht, wie in so vielen Unterrichtstunden davor geübt, seinen ruhenden Pol zu finden, um eins mit sich selbst, dem Bogen und der wild hin und her schlingernden Zielscheibe zu werden. Dann öffnet er wieder die strahlendgrünen Augen und zielt entschlossen auf die wild hin und her schlingernde Zielscheibe. Da! Das Schwarze taucht wieder auf und ein weiterer Pfeil trifft 100m über den Boden. Doch durch den neuen Aufprall zur Seite gerissen, will die Scheibe einfach nicht mehr ihren schon zweimal getroffenen schwarzen Punkt dem jungen Urieliten zeigen. 70m. 60m. 50m. Langsam wird es eng, schießt es Shiroel durch den Kopf. Keinen Herzschlag später zieht der vorletzte Pfeil seine Bahn durch die Luft und streift die Scheibe an der äußeren Kante. Kein Treffer, doch das war auch nicht beabsichtigt. 40m. Durch den neuen Impuls angetrieben dreht sich die Scheibe in eine neue Richtung. 30m. Quälend langsam wendet sie Shiroel ihre Frontseite und damit den schwarzen Punkt wieder zu. 25m. Der letzt Pfeil und damit die letzte Chance sich zu beweisen. Routiniert legt Shiroel den Pfeil auf die Sehe und spannt den Bogen. 10m. Der Pfeil verläßt mit den gesamten Hoffnungen, Entbehrungen und einem Stoßgebet Shiroel die Sehne. Gleich einem Kinnhacken wird die Scheibe hochgehoben als der letzte Pfeil genau ins Schwarze trifft, nur um kurze Zeit später auf dem harten Stein der Flugplattform zu zerschellen. Doch Shiroel kriegt davon nichts mehr mit. Schon breitet er seine Schwingen aus, kippt sich zur Seite und geht in einen steilen Gleitflug über. Während er versucht der zermalmenden Wirkung der Schwerkraft zu entgehen und von der bei dieser Geschwindigkeit steinharten Luft nicht auseinander gerissen zu werden, schießt er in Kopfhöhe über die auf der Flugplattform versammelten Monarchen, Beginen und Engel hinweg. Kurz vor den größeren Aufbauten am Rand der Flugplattform schafft Shiroel es seinen Flug wieder in kontrollierte Bahnen zu lenken und gewinnt schnell wieder an Höhe. In einem ausladenden Bogen übergehend fliegt er zu seiner Ausbildungskasse zurück.

Dort angekommen wird er von einem zweigeteilten Lager empfangen. Die anderen Engel seines Jahrganges werfen Shiroel bewundernde Worte zu, während zwei ernst dreinblickende Ausbilder dem ganzen schnell ein Ende setzen. Sichtlich wütend hält Zeroiel Shiroel eine Strafpredigt.
„Was hast du dir dabei gedacht? Du hast die gesamte Sicherheit des Himmels und der sich auf der Flugplattform gerade Aufhaltenden gefährdet. Was würdest du dem ehrenwerten Abt erwidern, wenn eine Begine oder ein Monarch von einem deiner Pfeile getötet worden wäre? Du wirst nachher in meiner Zelle vorbeischauen und deine Strafe empfangen.“
Sichtlich freundlicher fährt er aber fort.
„Aber trotz allem bestanden. Du wirst nach Roma AEterna zu deiner Engelsweihe fliegen.“

Der Tag des Abfluges kurz bevor sich die jungen Engel in die Lüfte erheben um nach Roma AEterna zu fliegen. Etwas abseits verabschiedet sich ein Lehrer von seinem besten Schüler.
„Hoffentlich hat der Michaelit deiner zukünftigen Schar mehr Erfolg dabei dich zu zügeln. Mir ist es anscheinend nicht gelungen.“
Das stellt sich ein fast väterliches Lächeln auf dem Gesicht Zeroiel ein.
„Shiroel. Möge der Herr immer über deinen Flug wachen!“



Der Urielit Shiroel

Shiroel ist der besten Schüler seine Jahrganges. Er liebt das Fliegen, beherrscht den für seine Körpergröße eigentlich viel zu große Langbogen vortrefflich und findet sich fast schon traumwandlerisch über und unter den Wolken auf dem Boden in der Welt zu recht. Shiroel vereint viele an den Urieliten gern gesehene Vorzüge in sich, wenn da nicht ein klitzekleines Problem bestehen würde. Bei allem was er tut, zeigt Shiroel immer eine erhöhte, fast schon selbstmörderische Risikobereitschaft, die aber keineswegs unkontrolliert ist. Shiroel lebt einfach in Extremsituationen auf und kann seine Kräfte ganz gut einschätzen. Das er dabei aber andere gefährden könnte, kommt ihm dagegen nicht in den Sinn. So mußte er schön öfters, anstatt gelobt zu werden, im Himmel Strafarbeiten erledigen.
Aussehen: Shiroel hat fein geschnittene Züge und fast schon zart zu bezeichnende Hände. Er könnte als junges Mädchen durchgehen, wenn nicht erstens die angelitische Dogmatiken sowieso von vornherein jegliches Geschlecht der Engel verneinen und er nicht mit seinen 1,40m überraschend groß für einen 8 Jährigen Jungen wäre. Auffallend an ihm sind seine türkis-grünen Augen, die sich blau verfärben wenn er wütend wird. Er trägt die für Engel typischen weißen Gewänder und hat seine langen Haare zu einem strengen Zopf nach hinten gebunden. Neben dem Langbogen der Urieliten benutzt Shiroel ein Kurzschwert, um die Traumsaat zu dem Herrn der Fliegen zurück zu schicken.
Wesen: In Shiroel treffen zwei ganz unterschiedliche Wesen aufeinander. Einerseits ist er der liebe Junge von Nebenan, mit dem man sich gerne beim Spiel im Hof vergnügt oder lachend auf der Wiese liegend, die verschiedensten Tiere und Traumsaatkreaturen in den Wolkenformationen sieht. Auf der anderen Seite zieht er sich urplötzlich einfach zurück und will nur in Ruhe gelassen werden. Dann kann er auch sehr schnell richtig böse werden, wenn andere darauf keine Rücksicht nehmen wollen und ihn weiter bedrängen.

Cay
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Beitrag von Cay » 01.06.2002 - 17:21

Schoene Einleitung :-)

Aber hier noch ein paar Fragen:
1. Ich denke ich liege richtig wenn ich davon ausgehe, dass du bisher nur die Zeichnungen des Signums hast.
2. Mit welchen Maechten bist du gesegnet?

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Beitrag von |Shiroel| » 01.06.2002 - 17:44

Shiroel, Urielit im Arkana-System

Den Körper des junge Urieliten überzieht erst die feine Zeichnung des Signums.

Seine Vorzüge sind: exzellenter Fernkämpfer, exzellenter Flieger, Athletisch
Seine Schwächen sind: Risikofreudig, Launenhaft
Mächte: Die Kraft des Boten, Die Wege des Herrn und Wasser aus dem Stein

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Beitrag von Cay » 01.06.2002 - 18:26

Danke!

Jetzt fehlt uns nurnoch ein Ramielit und wir koennen beginnen :-)

Camael
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Beitrag von Camael » 01.06.2002 - 19:08

Ave Frater! Laetus sum, te conhabere!

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Beitrag von |Shiroel| » 01.06.2002 - 22:02

Verzeiht ehrenwerter Gabrielit, doch im Gegensatz zu den Engeln verstehe ich leider kein Latein. :(

Amael
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Beitrag von Amael » 01.06.2002 - 22:27

Er sagte: "Ich grüße Dich, Bruder! Ich bin froh, daß Du dabei bist."

Probo.*

---

*Frei: Dem kann ich mich nur anschließen. :D

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Beitrag von |Shiroel| » 01.06.2002 - 22:46

"Auch ich freue mich darauf mit meiner neuen Schar durch die Wolken zu fliegen, mit anderen Engeln gegen die Traumsaat zu kämpfen und das Licht Gottes den Versuchten und Ketzern zu bringen - oder einem Pfeil durch Herz. Deswegen auch gleich meine ersten Gehvesuche in Latein: Probo!"

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Beitrag von Amael » 02.06.2002 - 11:48

Risikobereit, hm... 8O

Volare atque sagittare oportet Angelibus Urielis...*

...solange noch genügend von Dir übrigbleit, das ich zusammenflicken kann! :D

-------------
*Das Fliegen und auch das Schießen geziemen sich für die Engel des Uriel

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Beitrag von |Shiroel| » 02.06.2002 - 11:56

"Nichts für ungut Amael. Doch ich ziehe es trotz aller Risikofreudigkeit vor nicht gleich in tausend Stücke zerissen zu werden. Sollte dann aber doch eines Tages die Traumsaat obsiegen :( , lege ich vertrauensvoll meine zerschlagenen Flügel in deine heilenden Hände. Ich bin froh eine Raphaelitin in der Nähe zu wissen!" :)

(Noch weis ich ja nichts von deinen ersten, verunglückten Gehversuchen in den Wegen der Heilung der körperlichen Gebrechen. Klingt doch irgendwie geschwollen. :D )

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Beitrag von Zadkiel » 02.06.2002 - 12:27

Auch ich heisse dich willkommen, Urielit.
Deine Fähigkeiten werden unter meiner Führung Tod und Verderben unter die Saat des bösen Traumes bringen. Wir werden die Speerspitze der Himmlischen Heerscharen sein und das Gezücht des Herrn der Fliegen der Annihilation anheim geben!

ps: seh ich das richtig, das ein 1,40m grosser Engel 1,50m lange Pfeile verschiesst, wie geht denn das? :?

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Beitrag von Amael » 02.06.2002 - 13:12

.. mit 'nem Bogen vielleicht...? :D

*merkt, daß sie einen brutalen Kalauer gelandet hat und schämt sich gleich ganz doll dafür* :oops:

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Beitrag von |Shiroel| » 02.06.2002 - 15:59

Das sind relative 1,5m für 1,4m große Engel. *Versuch sich aus der selbstgelegten Schlinge zu reden* :D

Ahh, da habt ihr mich ganz kalt erwischt. Ist mir bis jetzt noch garnicht aufgefallen. Ich habe mich da total verschätzt. Bei genauerer Betrachtung ist er natürlich nur 1m lang. Sorry!

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