Jolan - Rumtreiber

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Jolan
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Jolan - Rumtreiber

Beitrag von Jolan » 15.06.2007 - 13:30

Jolan

Geschlecht: m
Größe: 160cm
Gewicht: ca 55kg
Augenfarbe: braun
Haarfarbe: braun
Alter: 15


Charakter:
Jolan ist das Kind einer Farbigen und eines Britonen und hatte noch zwei ältere Brüder. Seine Eltern und Brüder wurden während der Einnahme Britanniens von Engeln getötet, als sie sich vehement wiedersetzten ihren Hof zu räumen und sich gar mit allen Waffen verteidigten und natürlich weil sie einer Rebellengruppe Unterschlupft gewährt hatten.
Einzig Jolan wurde bei dem Angriff verschont, da der damals noch etwas schmächtige 14 Jährige den Engeln zu jung vorkam.

Mittlerweile hat Jolan allerdings schon wieder ein paar Zentimeter zugelegt und lange wird er nicht mehr als Knabe durchgehen.
Jolan ist durch das Erlebnis noch immer tief betroffen - jedoch nicht nur durch den Tod seiner Familie, sondern vielmehr auch von der gewaltigen Macht der Engel, denen er so nahe gekommen ist, wie wengie Sterbliche.
(Ein Gabrielit hatte ihn schon am Kragen gepackt und war im Begriff ihn zu töten)

Auch die anschließende Gefangenschaft in einem "Umerziehungslager" hat seine Spuren hinterlassen. Jolan ist sich mittlerweile zumindest sicher, dass die alten Götter die Brotonen verlassen haben. Was er von dem neuen Gott halten soll weiß er noch nicht genau, aber die gewaltigen Engel haben es ihm angetan.
Hin und hergerissen zwischen heimlicher aber auch eingeschüchterter Bewunderung und einer Wut, von der er nicht genau weiß an wen er sie richten soll, treibt sich Jolan seit seiner Flucht in Wales herum.



Fertigkeiten: (Vorzüge/Schwächen:)
  • akrobatisch
  • kann klettern wie ein Eichhörnchen :D
  • flinke Finger
  • weiß wie man sich durchschlägt
  • auffällige Hautfarbe
  • jugendliche Unerfahrenheit (lügen, Leute einschätzen, verhandeln, Diplomatie hat er nie gelernt)
Sprachen:
  • Britonisch + waliser Dialekt

Waffen und Ausrüstung:

Waffen:
ein Messer

Manna (Geld):
ein paar Euro (geklaut)

Ausrüstung:
Jolan hat buchstäblich nur was er am Leibe trägt


Zusätze:

Ängste:
wieder eingesperrt werden

Ziele/Träume:
noh einmal Engel treffen
ein richtiges Zuhause finden.

Dinge die der Charakter gern hat:
gutes Essen
die seltsamen Träume, die er neuerdings hat.
Mädchen nachgucken :D

Dinge die der Charakter hasst:
Rüben, Eintopf, Regenwetter, enge Räume

Chargeschichte:
wie Jolan es schaffte aus dem Lager auszubrechen.. folgt

Gansekiel
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Beitrag von Gansekiel » 19.06.2007 - 07:02

The Hills have eyes...

.. und sehen dich.
Niemand bemerkt es, aber wenn man nur früh genug aufsteht, weiß man, dass sie einen ansehen.
Das Kleine Volk lebt in den Hügeln und sie sind es, die uns beobachten.



Zuerst war es ein Spiel gewesen, denn auf dem Hof gab es niemand in seinem Alter. Vater, seine Onkel, seine Brüder, seine Cousins. Mutter, zwei Cousinen und die Tanten - sie waren alle viel älter und sie arbeiteten alle die ganze Zeit.

Mit 3 war er hinten im Hof zum spielen gelassen worden, dann mit 4 auch auf die Wiese der Pferde, dann am Waldrand. Mit 5 war er über den Bach hinter der Pferdekoppel über einen langen Ast eines Baumes am Ufer geklettert um den Wald zu erforschen, wenn die Eltern arbeiteten.

Großmutter hatte vor den Geistern des Waldes gewarnt. Aber sie war gestorben als er 6 geworden war.
Jolan fürchtete sich vor den Geistern. Doch das Spiel konnte man nicht ohne sie spielen.
Die Geister - so hieß es - sollte man nicht stören - dafür kämen sie nicht zu den Häusern.

Jolan sah die Geister fast nie. Sie waren schneller fort, als er ihnen folgen konnte, aber er spürte, dass sie ihn beobachteten, so als hätten die Hügel Augen.


sideways to the sun..

Das Spiel konnte er seltener spielen, seit er mitarbeiten musste.

Seine Tante hatte ihn erwischt, einmal, als sie früh morgens aufgestanden war.
"Die Dru werden es merken" hatte sie gesagt. Aber die Dru hatten sich nie beschwert.
Ihre heiligen Haine waren weit weg. Und ihm war es egal, was seine Tante gesagt hatte.

Seine Tante war jetzt tot. Wie die Anderen.
Jolan erinnerte sich, wie das Blut gerochen hatte, als die Engel gekommen waren um sie alle zu töten.

Sein heimlicher Wunsch, sie mögen kommen und die Rebellen gefangen nehmen - damit auf dem Hof wieder alles wie früher würde - hatte nicht lange gewährt. Nie hätte er seinen Eltern zugetraut so engagiert gemeinsame Sache mit den "Freiheitskämpfern" zu machen.

Der Geruch des Blutes war es, der ihn verfolgte. Nicht die Bilder.


Im Lager hatte er Religionsunterricht bekommen. Von einer Begine, die leidlich britonisch sprach, aber um so inbrünstiger mit ihnen sang und betete. Dort hatte er auch die Engel wieder gesehen.
Den Gabrieliten hatte er wiedererkannt. Er war es gewesen, der Jolan erwischt hatte.

Als die Engel und Templer gekommen waren, als die Rebellen und seine Familie gegen sie gekämpft hatten, war Jolan der Einzige gewesen, der einfach fortgelaufen war.
Jolan kannte das Spiel: man musste schneller sein. Er hatte beim ersten Anblick der Geflügelten gewusst, dass ein Kampf aussichtslos sein würde.
Seine Familie hatte sich trotzig gestellt.

Der Gabrielit hatte zwei seiner Cousins nieder gestreckt und den Anführer der Rebellen mit der Feuerwaffe, noch ehe der Kampf richtig entbrannt war.


Am Waldrand hatte ihn der Gabrielit eingeholt. Jolan erinnerte sich an das Rauschen der gewaltigen Flügel, daran wie er sich instinktiv hatte fallen lassen, das heiß brennende Schwert war über ihn hinweg gezischt.
Er war in den Bach gekugelt, aufgesprungen und der Gabrielit hatte nicht gezögert und war ebenfalls hinein gesprungen.

Selbst ein überirdisches Wesen konnte im Schlick und auf den glatten Steinen des Baches ausrutschen. Platschend und ineinander verschlungen hatten sie im Wasser gerungen.

Jolan erinnerte sich an die tätowierten Hände, die sich wie Schraubstöcke um seinen Hals gelegt hatten. Er erinnerte sich an die Augen.
Der Michaelit hatte ihn letztendlich gerettet. Jolan hatte die Worte nicht verstanden, die der goldene Engel gesprochen hatte, aber er lebte noch.


Der Gabrielit hatte ihn wiedererkannt. Jolan hatte ihm zugelächelt. Und seltsamerweise hatte der Andere ebenfalls gelächelt.


Jolan vermisste seine Familie nicht. Er schämte sich dafür, denn die anderen Kinder weinten oft nach ihren Eltern und selbst die liebevolle Begine mit den vielen Liedern konnte sie nicht richtig trösten.

Jolan vermisste den Hof, und das Spiel.
Die Begine ließ sie aber nicht aus den Augen.
Sie behauptete er wäre einfältig.
Verrückt.
Jolan sprach sonst nie, antwortete nie auf Fragen, aber er sang besonders laut ihre Lieder und betete besonders inbrünstig die Gebete, die er rasch auswendig konnte.

Er mochte die Lieder, auch wenn er die Texte kaum verstand.
Die Anderen hielten ihn für verrückt.
Aber sie verstanden das Spiel nicht.

Es gab neue Regeln. Aber die Alten galten immer noch.
Jolan redete wenig und hörte viel zu, er nickte zu allem und bemühte sich besonders bekehrt zu erscheinen.
Er wirkte brav und gewann damit Freiheiten.
Niemand fragte, wenn er im Lager umher streifte, obwohl für die Kinder bereits Schlafenszeit war oder sie eigentlich noch gar nicht zum Morgengebet geholt worden waren.
Niemand fragte vor allem dann, wenn er emsig einen vollen Eimer schleppte, oder irgendetwas anderes. Er konnte das ganze Lager erforschen, solange er nur für irgendjemand ein paar Handlangerdienste erledigte.

Und als er sich freiwillig meldete eine weitere Latrine am Lagerrand auszuheben - neben der Anderen - war das Spiel perfekt.

Niemand wollte ihn stören. Bei der Latrine roch es.
Jolan arbeitete fleißig. So fleißig, dass ihn niemand richtig bewachte.

Dann grub er einen Fuchsbau an.
Er tarnte das freigelegte Loch mit ein paar Erdklumpen und musste am nächsten Tag sehr früh aufstehen.

Er schlich sich aus dem Schlafsaal und kletterte vom Gang aus aus der Dachluke des zweistöckigen aber roh zusammen gezimmerten Schlafgebäudes der Kinder aufs Dach. Ein beherzter Sprung und er konnte sich in den Ästen des nächsten Baumes festhalten, von dem er in den anderen Teil des Lagers hinunterklettern konnte.

Mit einem Eimer und einer Schaufel, die er vor dem Küchengebäude fand, machte er sich auf zu den Latrinen. Niemand hielt ihn auf.


Der Fuchsbau endete unter einem alten Baum zwischen dem inneren und dem äußeren Zaun.
Jolan kroch dort verdreckt und zerkratzt aus dem engen Tunnel, durch den er gerade noch gepasst hatte.
Zweimal hatte er mit den Händen das lockere Erdreich erweitern müssen um durchzukommen. Wäre es eingestürzt, so hätte er wohl Pech gehabt.

Jolan erkletterte die alte Eiche noch ehe die Sonne richtig aufgegangen war und nutzte ihre weit ausladenden Äste auf denen er weit hinaus balancierte als Fluchtweg.

Fast brach er sich den Hals bei dem Versuch den nächsten Baum hinter dem äußeren Zaun zu erreichen. Er musste dazu richtig weit springen und wusste nicht wo er landen würde. Verkratzt und zerschrammt erreichte er den Boden.

Und dann musste er nur rasch genug laufen für einen richtigen Vorsprung.
Im Wald würden sie ihn nie finden!


Gegen Mittag erlaubte er sich eine erste Pause und trank Wasser aus einem kleinen Bach.
Er wusch sich nicht. Die Erde tarnte gut. Er rieb sich nur noch mehr Schlamm auf den Körper. Sein Hemd war völlig zerrissen und seine Schuhe hatte er zurückgelassen. Mit ihnen konnte er nicht klettern.

Die Kratzer und Schnitte würden verheilen. Es gab Himbeeren und genug Wasser. das Spiel hatte er gewonnen.
Und er spürte wieder, wie er beobachtet wurde.

Leise summte er eine Weise vor sich hin, die seine Großmutter ihm beigebracht hatte, als er sich hinter dem Bach wieder ins Dickicht schlug.


We`re the mystery of the lake
when the water's still.
We`re the laughter in the twilight,
You can hear behind the hill.
We'll stay around to watch you laugh,
Destroy yourselves for fun.
But you won't see us,
we've grown sideways to the sun.

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