[1] - Ein seltsamer Zufall...

Das Forum von Alyssiels Schar. Hier findet ihr Charbögen, Besprechungen und die Spielrunde der Schar.
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Magnetklaue
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[1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Magnetklaue » 23.03.2011 - 12:55

Tief hängende Wolken zogen über den Himmel. Brest lag still am gegenüberliegenden Ufer und wartete auf den schweren Regenguss der sich ankündigte. Noch war der Herbstwind zu frisch und stürmisch und jagte die Wolken über den Hafen dahin ohne ihnen Zeit zu lassen sich entleeren zu können.
Ein paar Engel kreisten um die hohen Aufbauten der Terra Nova, hier und da hockten geflügelte Gestalten auf Vorsprügen, Plattformen oder einfach auf den Geländern. Es waren noch nicht viele der himmlischen Boten hier anwesend, da der Bau des Schiffes noch nicht abgeschlossen war. Vielmehr war nur eine minimale Engelsbesetzung schon an Bord, die in der umliegenden Gegend für Ruhe und Ordnung sorgten. Die Menge an herumeilenden Monachen, Beginen und Templern war schon wesentlich höher. Fleißig wurde gebaut, verräumt, trainiert und organisiert, denn immerhin sollte das riesige Schiff bald seiner heiligen Aufgabe nachkommen und den Glauben zu den Ketzern tragen.

Das Wetter hatte sich in den letzten Tagen stetig verschlechtert und in dem heutigen Sturm waren die Bauarbeiten auf ein Minimum beschränkt. Trotzdem hörte man hier und dort ein Hämmern durch die Gänge hallen.

Alyssiel war zu Fra Bartolemi beordert worden, einem zerknirscht wirkenden ramielitischen Verwalter. Ihre Schar war in der Cella zurückgeblieben, einem relativ engen Raum ohne Fenster im linken Teil des Schiffes. Ihnen blieb momentan nichts übrig als zu warten welche Nachrichten ihre Scharführerin von dem Monachen mitbrachte und vielleicht Vermutungen darüber anzustellen.

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Froiel » 29.03.2011 - 15:05

Mederiel saß auf einem der Meditationshocker. Er hatten den Holzschemel so positioniert, dass er sowohl den Raum, als auch die Tür im Blick behalten konnte. Äußerlich ruhig, das Gesicht sehr entspannt und zufrieden wirkend, die Hände auf dem Schoß locker ineinander gelegt, brodelte es in seinem Inneren vor sich hin.
Die Anweisungen der Michaelitin waren klar und deutlich gewesen, sie sollten hier warten. Doch die leise Stimme im Inneren wurde jetzt wieder lauter, sie riet einfach einmal dagegen zu verstoßen, ohne einen bestimmten Sinn, nur um zu zeigen das es ging. Mederiel achtet nicht weiter auf den kleinen Geist.
Er mochte es nicht so tatenlos herum zu sitzen, besonders, da er niemanden hatte, den er als neues Beobachtungsobjekt hätte wählen können. So zwang er sich zu einer äußerlichen absoluten Ruhe und sah es als Pflicht und Bürde für kommende Ereignisse an.
Die zwei Schwerter an seiner Seite gaben ihm ein schwaches Gefühl von Sicherheit und Kontinuität, auch wenn die Welt sich derzeit viel zu schnell zu verändern schien. Erst die neue Schar und jetzt dieser so fremdartig wirkende Ort. Mederiel war sich nicht sicher was er insgesamt von all dem halten sollte.
Doch jetzt nahm er das wieder auf, was er hier wohl als einziges tun konnte, außer direkt ein Gespräch zu beginnen, die Scharmitglieder zu beobachten und immer einen Blick mehr auf den kleinen Ramieliten zu haben. Ohne darauf zu achten, pustete er sich eine Strähne aus dem Gesicht und wartete mit den anderen weiter.
"Was haltet ihr von dem Schiff?" Fragte er dann aber doch unvermittelt die drei anwesenden Engel. Als wäre die Warterei dann doch zuviel für ihm gewesen. Innerlich hatte ihn dieser Gedanke schon einige Zeit getragen, doch er sprach ihn erst jetzt aus.

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Alessiel
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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Alessiel » 30.03.2011 - 13:33

Still war es in der kleinen Cellae.
Mirael saß mit dem Rücken zur Wand und hing seinen Gedanken nach.
Für einen Augenblick genoss er die Stille, diese war ein ständiger Begleiter von ihm geworden.
Aber Stille bedeutete auch das die Gedanken um so stärker kreisen konnten.

Der Gabrielit starrte geradeaus zur Richtung der Tür.
Nun war er also hier auf der Terra Nova mit einer neuen Schar.
Immernoch wusste Mirael nicht was er von dem ganzen halten sollte.
Mit seinem Zeigefinger strich der Todesengel über die weiche Narbe auf seinem Hals.

Was sollte er von der Schar halten?
Nun anscheinend war niemand wirklich abgeschreckt von ihm, teilweise suchten sogar der Urielit und der Ramielit seine Nähe.

Mirael sah zu dem Urieliten.
Er hoffte das es ihm gut ging, schließlich war das hier ein enger Raum ohne Fenster.
Der Gabrielit wusste das Urieliten oft klaustophobisch in engen Räumen wurden.

`Wirst das schon überstehen kleiner.` Dachte der Todesengel im stillen.
Terael war der jüngste in der Schar und irgendwie hatte der Gabrielit bei dem jungen Urieliten so etwas wie einen Beschützerinstinkt entwickelt.

Dann wanderte sein Blick zu dem Ramieliten der Schar.
Simoniel war zwar nicht so jung wie Terael aber er wirkte zu kleine und irgendwie schmächtig. Auch auf ihn hatte der Gabrielit immer ein Auge.
`Schüchterne Engel sind mir die liebsten die fragen nicht so viel nach.`

Plötzlich erklang die Stimme des Raphaeliten.
Sofort hatte dieser Miraels Aufmerksamkeit.
Der Gabrielit war immer noch ein wenig skeptisch.
So ganz hatte er sich noch nicht an den Anblick der zwei Kurzschwerter gewöhnt.
`Naja jedenfalls nervt der nicht wie die meisten Raphaeliten und will unbedingt meine Stimmbänder heilen. Solche Raphaeliten gehen mir gewaltig auf den Keks.` Ging ihm der Gedanke durch den Kopf.

Mirael sah dem Raphaeliten in die Augen.
Der Gabrielit räusperte sich, so wie er es immer tat wenn er versuchen wollte zu sprechen.
"Groß...und hier zu eng...draußen zu viele Engel."
Erklang Miraels heisere Stimme, dabei zuckte er mit den Schultern.

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Simoniel » 30.03.2011 - 14:40

Simoniel hatte sich in eine der Ecken der kleinen Cellae hingehockt und eine kleine, schon fast zur Gänze abgebrannte Talgkerze entzündet.
Das tanzende Licht der kleinen Flamme warf faszinierende Schattenspiele an die Wände, die Aufgrund der großen Schwingen der Engel zum Teil schon
fast bedrohlich wirkten.

Genau so wie die anderen hatte er sich der allgemeinen Stille hingegeben und da momentan nichts anderes als Warten angesagt war, hatte er sein kleines
Büchlein hervor geholt und kritzelte nun mit einer Feder im Schein der Kerze vor sich hin. Der Ramielit hatte es sich seit längerer Zeit zur Angewohnheit gemacht in
solchen Momenten seine Gedanken aufzuschreiben. Manch ein anderer seines Ordens hätte ihn vermutlich dafür ausgelacht, daß er Tagebuch führte, immerhin gehörte er zum Orden des wissenden Erzengels und konnte sich alles merken, was er wollte. Aber Simoniel hatte für sich entdeckt, daß er seine Gedanken einfach klarer ordnen und besser fühlen konnte, wenn er sie zu Papier brachte. Wirklich erklären konnte er dies nicht, es war einfach so.

Und so kritzelte er vor sich hin. Zuerst schrieb er einige Eckdaten der Terra Nova auf: Größe, Länge, Breite, mögliche Besatzung, Dauer der Bauarbeiten, erwartete Geschwindigkeit in Knoten und so weiter. Als er sich dann warm geschrieben hatte begann er damit, seine Gedanken zu der neuen Schar aufzuschreiben:

"Hab mich immer noch nicht ganz eingelebt. Die Schar ist ganz anders, als meine alte es gewesen ist. Allerdings verstehe ich mich mal wieder sehr gut mit unserem Todesengel. Er strahlt eine angenehme Ruhe aus. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, auch eine leichte Traurigkeit bei ihm wahr genommen zu haben. Ganz ähnlich wie es immer bei Amiel gewesen ist. Ob das typisch für diesen Orden sein kann? Andere Gabrieliten habe ich bisher immer nur oberflächlich kennen gelernt, ich frage mich, ob sie, wenn sie mit ihren Scharen allein sind, dann auch solch eine melanchonische Ausstrahlung zulassen?
Terael scheint auch sehr nett zu sein. Er ist im Gegenzug zu Mariachel ganz anders. Mariachel war ein sehr aufgedrehter, lebensfroher Urielit und auch eine kleine Quasselstrippe. Terael ist viel, viel ruhiger. Zwischen Mederiel und Cassandriel entdecke ich ebenfalls einige Paraellen. Auch unsere alte Raphaelitin hatte diese ausgeprägte innere Ruhe, fast so als befände sie sich in ständiger Meditation. Allerdings war ihr Sanftmut echt, bei Mederiel habe ich das Gefühl, daß er nur aufgesetzt ist und sich etwas kaltes dahinter befindet. Seine beiden Schwerter unterstreichen dieses Gefühl noch.
Was Alyssiel betrifft .... "


Mederiel's Worte rissen Simoniel aus seinen Gedanken und er sah fast erschrocken zu dem Raphaeliten auf. Mirael gab als erster eine Antwort und Simoniel nickte zustimmend. "Ja, hier ist es wirklich nicht bequem. Aber meines Wissens nach gibt es auch viel geräumigere Unterkünfte für die Engel. Ich vermute wir werden dort später untergebracht werden oder wir bekommen einen Platz auf Deck zugewiesen, dann wären wir sogar unter dem freien Himmel. Aber das Schiff an sich ist doch fantastisch, findet ihr nicht auch?", fragte Simoniel seine Schargeschwister und begann aufgeregt mit Händen und Armen zu gestikulieren: "Es ist einfach immer wieder erstaunlich zu welchen Leistungen unsere heilige Mutter Kirche imstande ist und was wahrhaft Gläubige alles bewerkstelligen können. Niemals zuvor hat es ein derart großes und majestätisches Schiff gegeben und es ist absolut unsinkbar, habt ihr das gewußt?"

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Froiel » 30.03.2011 - 16:16

Als der Gabrielit sich räusperte, blickte Mederiel zu ihm, blinzelte nur einmal und erwiderte den Blick des anderen Engel, mit der typischen leichten Ruhe eines Raphaeliten. Er war oft stolz auf sich, dass er diese Fassade, diesen Zustand noch immer so leicht herbeirufen konnte und wie ruhig dadurch auch seine Umgebung werden konnte. Besonders den Menschen schien dies immer zu gefallen, Lächeln und helfen.
Noch immer war sich der Sigilengel nicht sicher was die Menschen für einen Platz in Gottes Plan hatten. Manchmal war es wirklich interessant ihnen zuzuschauen, aber oft brachten sie auch nur Ärger mit sich. Sie waren oft so... unvernünftig.
Er nickte leicht, zustimmend, zu den Worten von Mirael. Schaute dann aber aufmerksam zu seinem kleinen Schützling, als Simoniel mit sprechen begann. Die flackernde Kerze unterstrich seine Bewegungen und Gestiken noch mehr und ließ seltsame Schatten auf der Wand tanzen. Mederiel empfand die Art des Wortbewahrers als durchaus angenehm. Nicht so introvertiert oder arrogant wie viele andere seines Ordens. So schüttelt der heilende Engel langsam den Kopf, runzelt dabei leicht die Stirn. „Unsinkbar?“ Es klingt fast zweifelnd.
„Ich hoffe wir können diesem...“ Er umfasste die Kabine mit einer kleinen Geste des rechten Arms. „Ort trotzdem bald entgehen. Mir missfällt es hier herumzusitzen. Aber ja, das Schiff ist... gewaltig... beeindruckend und doch irgendwie nun fremdartig.“ Stimmte er dann mit leichtem Nicken dem kleineren Engel zu. Pustete sich wieder eine zurück gefallen Strähne aus dem Gesicht.

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Terael » 30.03.2011 - 16:34

Terael hatte sich gleich neben dir Tür gesetzt. Zwar wäre er lieber an der gegenüberliegenden Wand gesessen, aber in der kleinen Cella waren diese Plätze schon besetzt gewesen.

Er schaute auf den Boden und seine Augen sprangen schnell von der einen zur anderen Seite, fast so, als würde er träumen, nur daß sie geöffnet waren. Tonlos sprach er Dinge vor sich hin, doch was es war, das er sprach, wusste nur er selbst.
Nach einiger Zeit dann schaute er auf und ohne die anderen Engel in der Cella anzuschauen, betrachtete er sie aus den Augenwinkeln, aber jeder schien mit sich selbst beschäftigt zu sein. Die Kerze, die Simoniel angezündet hatte, fing kurz seine Aufmerksamkeit und er hohlte tief Luft, wohl um diesen Moment ein wenig zu genießen.

Trotzdem - er hasste es zu warten. Es kribbelte ihn in den Fingern, irgendetwas zu tun, und sei es nur, daß er Leute beobachten sollte. Er dachte an Pferde. Er war gespannt darauf, mit welcher Kunde Alyssiel wiederkommen würde und was ihr Auftrag war - Wenn es überhaupt einen gab, denn Engel scheint es hier schon einige zu geben. Insgeheim hoffte er schon, etwas mehr tun zu können, als nur irgendwo auf einem Vorsprung zu sitzen und in die Gegend zu schauen. Aber alles was er jetzt tun konnte, ist abzuwarten auf die Dinge, die da kommen.

Terael seufzte. Er schaute zu seiner Ausrüstung, in der Verzweiflung, irgendetwas zu tun zu haben und nahm sich einen Pfeil aus dem Köcher. Er tastete sich langsam von außen zur Mitte, bis er den Schwerpunkt gefunden hatte und begann dann, den Pfeil zwischen den Fingern kreisen zu lassen.
Als die anderen dann sprachen blieb er still. Was konnte er schon sagen? "Eng ist es hier" etwa? Nein, das würde sicher nicht gut ankommen.

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Alessiel » 31.03.2011 - 17:02

`Unsinkbar?...`
Seltsame Vorstellung als könnte ein Schiff unsinkbar sein.
Nun gut die Terra Nova war anders als alle anderen Schiffe die er jeh gesehen hatte.

Mirael schüttelte den Kopf.
Gewusst hatte er es nicht.

Mirael hörte den beiden Engeln zu.
In dieses Gespräch wollte er sich nicht einmischen.
Wie denn auch?

Sein Blick wanderte wieder zu dem jüngsten in der Schar.
Er sah Teraels Ungeduld und Anspannung.
Das war nun ja auch wirklich kein Ort für einen Urieliten.
Als der kleine Urielit sich mit dem Pfeil etwas ablenken wollte kam Mirael eine Idee.

Der Gabrielit kramte in seiner Tasche und holte seinen Zeichenblock mit allen möglichen Tierzeichnungen hervor.
`Vieleicht lenkt es ihn ja von der jetzigen Situation ab.`
Dachte der Gabrielit, denn mehr konnte er nicht für den jungen Urieliten tun.

Mirael stand auf und ging die paar Schritte auf Terael zu.
Hielt ihm dann den Zeichenblock hin.
"Willst du dich ein wenig ablenken?"
Flüsterte der Gabrielit und ein leichtes Lächeln lag auf seinen Lippen.

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Terael » 31.03.2011 - 21:49

Die fliessenden Bewegungen seiner Finger beruhigten und beschäftigten Terael für den Moment. Mit diesem Pfeil zu spielen fing seine Aufmerksamkeit für eine Weile ein und als er Mirael aufstehen sah, dachte er sich zuerst nichts dabei. Aber es schien Terael zu sein, weswegen der Gabrielit aufgestanden war; Das realisierend, hielt er inne, legte den Pfeil in seinen Schoß und blickte gerade soweit auf, daß er Miraels Gesicht in den Augenwinkeln sehen konnte.

Ein Zeichenblock? Terael war etwas verwirrt: Was genau sollte er denn damit machen?

Ihn ansehen? Das würde ihn eine Weile beschäftigen, natürlich. Aber so wie Terael sich Bilder ansah wirkte das auf andere immer, als würde er sie nur überfliegen und er wollte dem Gabrieliten auch nicht das Gefühl geben, diese Geste nicht zu schätzen, denn er war offensichtlich einer der wenigen, die bereit sind, sich mit ihm zu beschäftigen. Oder war das nur ein Ausdruck davon, daß der junge Urielit Schutz bedarf, weil er erst und als einziger das Signum hat?

Etwas hinein zeichnen? Terael konnte nicht einmal wirklich gut zeichnen, immer nur gerade so gut, daß andere gut erkennen konnten, was sich sein Gedächtnis gemerkt hatte. Aber vielleicht würde Mirael sich auch freuen, wenn er etwas zu diesen Werken beitragen konnte. Aber vielleicht wäre er auch böse deswegen.

Terael schaute den Zeichenblock einige Sekunden unschlüssig an. Wie sollte er denn jetzt reagieren? Während er nach einer diplomatischen Antwort rang, nahm er den Block entgegen, während er mit der anderen Hand den Pfeil auf seinem Schoß wieder in den Köcher zurück beförderte und lächelte ein wenig.

"Danke"

Er schaute sich den Block, so wie er ihn jetzt vor sich hatte, genau an und bemerkte, daß einige Seiten abgegriffen waren, anscheinend dort, wo der Gabrielit bisher etwas hineingezeichnet hatte, andere wiederum sahen noch ganz frisch aus und waren wohl leer. Außerdem sah er, daß die Farbe, die teilweise an den abgegriffenen Seiten am Rand zu sehen war, schwarz und sandig aussah, woraus er schloß, das Mirael mit Kohlestiften zeichnete. Einer Antwort auf seine innere Frage war er deswegen noch nicht näher.

"Wenn du möchtest, daß ich etwas beitrage, musst du mir noch einen Stift geben" war das diplomatischste, was ihm einfiel.

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Alessiel
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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Alessiel » 01.04.2011 - 00:53

Mirael beobachtete den Urieliten dabei und musste schmunzeln.
Er mochte den jungen Urieliten irgendwie, der Gabrielit wusste nicht was es war, aber mit ihm kam er gut klar.
Und anscheinend ruhte das auf Gegenseitigkeit.

`Zeichnen?...öhhhh..warum nicht?...`
Der Todesengel nickte und begab sich wieder zu seiner Tasche.
Er holte eine kleine Schachtel mit Kohlestiften heraus.

Diese überreichte er Terael mit einem leichten Lächeln.
"Mal so viel du willst."
Flüsterte der Gabrielit mit einem zwinkern.
Es tat gut mal nicht auf Abweisung zu stoßen oft genug hatte er das erlebt.
`Wieviele doch immer nach dem Äußeren gehen.`

Mit diesem Gedanken begab sich Mirael wieder auf seinen Platz und streckte sich ein wenig.
"Keine Lust mehr zu warten...ich roste hier noch ein."
Grummelte der Gabrielit vor sich hin.

`Ich hasse es untätig rum zusitzen das bringt einen nur zum grübeln....`

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Genoveva » 01.04.2011 - 20:18

Alyssiel öffnete die Tür, der junge Mann der sie hergebracht hatte machte vorher noch schnell einen schritt zur seite. Er war es anscheinend nicht gewöhnt das Engel soetwas konnten. Sie beachtete ihn garnicht und betrat denn doch etwas großzügerigenraum als der ihnen als Schar zugedacht worden war. Ihr mißbilligender Blick blieb alleine für denn Fra aufgespart. Unter denn strahlend blonden Haaren befanden sich scharfe Augen und diese sahen einen Mann der mehr in sich sah als da war.

"Ihr wolltet mit mir sprechen," meinte sie kühl, und stellte die Hasta vor sich, mit beiden Händen umschlungen.

Der Mann wirkte nicht eingeschüchtert, eher im gegenteil durch ihre art gereizt, er erhob sich hinter seinen vollgestopften schreibtisch und sah sie mit einen Blick an denn sie kannte. Abschätzend, berechnend, sie setzte eine lächeln auf, nicht mit mir mein lieber unbedeutender Mensch.

"Ja, ihr habt nicht viel zeit für diesen Auftrag," begann er.
Sie lächelte immernoch kühl wie ein Eisblock, "dann sagt es mir kurz und bündig was die heilige Kirche von uns wünscht, denn ihr sprecht ja wohl in ihren Namen."

Der Fra stützte sich mit seinen beiden Händen auf der Platte des schreibtisches auf und lief rot an, anscheinend versuchte er sich zu zügeln, "das tue ich Engel Michaels, das tue ich."
Was für eine Klarstellung, dachte sie für sich und schwieg erstmal.

"Gut, also eine unserer Spährerinen eine junge Urielitin namens Ederael hat auf einen Botenflug weit westlich von hier ein verlassen scheinendes Pontondorf entdeckt. Sie sagte es wären an Flugzet etwa anderhalbtage für nichturieleiten."

"Aha, und warum sollte ein verlassenes Dorf eine solche Bedrohung für euch sein?" fragte sie mit einen sarkastischen unteron denn auch der Fra nicht überhören konnte.
"WEIL ihr dorthin fliegen werdet," der Fra rammte seine Faust auf die Tischplatte und zuckte nur kurz zusammen für denn empfundenen schmerz.
"IHR und eure Schar werdet herausfinden ob das Dorf wirklich verlassen ist, wenn es das ist müssen wir es als Holzvorrat verwenden."

Alyssaels lächeln erstarb, "wir sollen also nicht herausfinden was dort passiert ist? Sondern ob die Bewohner noch leben könnten udn stören könnten um denn mangel anbaumaterial auszugleichen? Ist das euer ERnst?"

"WAS ERDREISTET IHR EUCH!" kam ihm zischend über die Lippen.
Sie kannte das, bei einen Menschen hätte er gebrüllt.

"Eine frage noch, sollen wir das Dorf räumen für euch? Ich meine sie könnten stöhrend auf eure interessen wirken, und ihr habt starke interessen sonst würdet ihr keine Schar dahinschicken, " meinte sie sachlich und erwartete eine klare antwort.

Sie wollte klare anweisungen, nicht so schwammige, helft dem Dorf, und hitnerher war man der dumme weil man dem dorf geholfen hatte und sich ein paar Ketzer darunter befanden hatten. Oder es lag ufällig in der nähe eines sehr ergiebigen Gebietes mit Materieal aus altvorderer zeit. Sie kannte diese spielchen zur genüge, jetzt wollte sie eine klare antwort.

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Terael » 02.04.2011 - 22:53

Terael nahm die Stifte entgegen und betrachtete die Schachtel eine Weile, bevor er sie zur Seite legte. Bis er mit zeichnen anfing, würde es noch eine kurze Weile dauern, denn zuerst wollte er sich die Bilder genau anschauen, die Mirael bereits gezeichnet hatte.

Dabei wollte er natürlich nicht, daß es so aussah, als würde er die Bilder überfliegen, denn den Eindruck machte es oft, wenn er sich etwas ansah. Vorsichtig - um nichts kaputt zu machen - schlug er die erste Seite auf: Die Zeichnung, die sich darauf befand, hatte er in wenigen Sekunden nicht nur in vielen Details erfasst - er hatte es sich auch gemerkt; Damit er nicht gleich weiterblätterte, sah er sich das Bild ein wenig länger an, bemerkte die Stellen, an denen Mirael mehr oder weniger aufgedrückt hatte, etwas korrigiert oder verwischt hatte und an manchen Stellen sogar, wo er mit dünnen Strichen das Bild skizziert hatte.

Auf jene Art und Weise sah Terael sich auch die nächsten Bilder an, gar nicht genau realisierend, daß er dabei immer schneller wurde, bis er zuletzt nur noch einige Sekunden auf das Bild schaute; An einigen Stellen rutschte ihm ein kurzes Lächeln raus, an anderen hob er die Augenbrauen und drehte hier und da das Bild ein wenig, um eine andere Perspektive zu bekommen.

Zuletzt kam er auf einer leeren Seite an, und das bedeutete wohl, daß er jetzt etwas hinein zeichnen sollte. Es dauerte eine Weile, bis er wusste, was: Es durfte nicht zu kompliziert sein, denn so gut konnte er gar nicht zeichnen, und es musste etwas sein, das man leicht erkennt, wenn man nur mit einer Farbe zeichnen konnte. Als er dann etwas gefunden hatte, schloss er die Augen, um ein genaues Bild davon zu bekommen, bevor er sich einen Kohlestift nahm und anfing zu zeichnen.

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Magnetklaue » 04.04.2011 - 15:25

"Räumen?" erwiderte der ältere Mann und musterte die Michaelitin kühl.
"Ich wiederhole mich gerne noch einmal für euch, Engel Michaels. Ederael hat ein verlassen treibendes Pontondorf entdeckt. Ihr und eure Schar werdet dorthinfliegen, es ausfindig machen und überprüfen ob es verlassen ist, warum es verlassen wurde wenn dem so ist und es gesetz den Fall hierher bringen. Wen ihr dafür rekrutiert überlasse ich euch.
Sollte sich noch jemand an "Bord" befinden, findet ihr heraus warum sie steuerlos treiben und werdet ihnen jegliche Hilfe zukommen lassen, derer Engel des Einen fähig sind. Wenn es Überlebende gibt und diese nicht weiter auf See leben wollen, werdet ihr die Häuser ebenfalls hierherbringen. Natürlich ist es euch überlassen möglichen Überlebenden die Vorzüge eines Lebens an Land schmackhaft zu machen."

Mit den Händen auf dem Rücken kam er hinter seinem Schreibtisch hervor.
"Wir können jegliches Baumaterial gebrauchen. Ich weiß nicht ob es eurer heiligen Aufmerksamkeit entgangen ist, aber wir befinden uns hier auf einem sehr großen Schiff. Einem sehr großen Kriegsschiff. Und im Krieg fallen Schäden an, die wieder behoben werden müssen. Und Holzvorräte sind immer knapp."
Missmutig maß er Alyssiel mit seinen grauen Augen und schnaubte einmal beinahe resigniert. Dann wandte er sich wieder um und setzte sich schwungvoll auf seinen Stuhl. Mit aufgestützten Ellenbogen, das Kinn auf den gefalteten Händen plaziert lehnte er sich vor. Das ramielitische Siegel um seinen Hals schwang hin und her ob der Bewegung.
"Ihr habt euren Auftrag Alyssiel. Wenn ihr eine nähere Ortsbeschreibung wollt unterhaltet euch mit Ederael. Ich für meinen Teil habe dem nichts mehr hinzuzufügen."

Damit nahm er seine Feder wieder auf und betrachtete das Dokument vor sich, mit dem er bei Alyssiels Ankunft schon beschäftigt gewesen war.

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Genoveva » 04.04.2011 - 16:55

Nun gut, dachte sie für sich und verließ denn raum ohne weiteren kommentar.
Wir werden so bald als möglcih aufbrechen. Macht euch bereit, wir müssen Treibholz kontrollieren.

Alyssiel griff sich denn nächsten bediestenen der Kirche und hielt ihm mit kraftvollen Griff fest, "wer weiß hier bescheid wo welcher Engel des Herrn ist?" fragte sie kühl.

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