[1] - Ein seltsamer Zufall...

Das Forum von Alyssiels Schar. Hier findet ihr Charbögen, Besprechungen und die Spielrunde der Schar.
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Terael
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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Terael » 24.08.2011 - 16:12

Als Alyssiel ihm seinen Auftrag übermittelte, runzelte der Urielit die Stirn und kratzte sich an der Schläfe. Würde die Michelitin sich jetzt umdrehen und seinen Gesichtsausdruck sehen, würde er sicher Ärger bekommen; Aber der einzige, der ihn jetzt sehen konnte, war der Gabrielit, und der sah auch nicht gerade zufrieden aus, als er auf ihn zu kam.

"Klar, was sollten wir auch sonst anderes tun?", entgegnete der junge Urielit leise. "ich bin mir ja manchmal echt nicht sicher, ob es ein Fluch oder ein Segen ist, scharfe Sinne zu haben oder kämpfen zu können.", fügte er hinzu, eigentlich nur für sich selbst, aber immer noch so laut, daß Mirael es hören konnte, die Hände verteidigend in die Höhe haltend, als wolle er jenen Fluch abwehren.
Er lies resignierend den Kopf sinken. Bei dieser Gelegenheit merkte et, daß nicht nur er selbst von den kürzlichen Ereignissen sehr mitgenommen war, sondern auch seine Sauberkeit und die seiner Kleidung: Der Staub und Dreck vom Einstürzen des Daches und der Ruß des brennenden Dorfes hatte sich hartnäckig an seine Beine und seinen Kriegsrock geheftet - und damit war er nicht der Einzige.

Terael seufzte.
"Tu uns doch einen Gefallen,", sagte er zu Mirael, immer noch recht leise, "und halte Ausschau nach einer Gelegenheit zum Waschen... Eine Dusche wäre jetzt nicht schlecht. Außerdem meckert Alyssiel sonst wieder rum, und davon habe ich heute eigentlich schon genug."

Der Urielit sah in das Dorf hinein und suchte nach einem Gebäude, das hoch genug war, um sich einen Überblick zu verschaffen. Eine Kirche hatte dieser Ort nicht, und sich richtig von den anderen Häusern abheben konnte sich auch keines; Deshalb suchte er sich eines aus, was etwas höher war als die Anderen und relativ zentral und an der Dorfstraße lag. Wenn er auf dieses Dach fliegen würde, könnte er zumindest der Hauptstraße entlang und in drei Richtungen relativ weit sehen.

"Ich verschaffe mir wohl erstmal einen Überblick", informiert er den Gabrieliten, drehte sich um und flog vom Dorf weg.
Er wollte versuchen, mehr oder weniger unbemerkt auf dieses Dach zu gelangen, um die Bewohner nicht noch mehr zu verunsichern; Immerhin bekam man in diesem Teil Europas nur sehr selten himmlische Boten zu Gesicht. So flog er tief und möglichst leise über die paar Dächer und landete recht sanft, wenn auch etwas zu schnell.
Dort angekommen, brauchte er nicht lange, um sich einen Überblick zu verschaffen. Danach gereichte es ihm zur Erfüllung seines Auftrag, sich auf den Dachgiebel zu hocken und vor allem die Menschen auf dem Feld zu beobachten; Die alte Frau würde zwei Engeln ja sicherlich keine Probleme bereiten. Und so hatte der Urielit kurz Zeit, etwas zu Ruhe zu kommen.

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Froiel » 24.08.2011 - 17:43

Mederiel faltete langsam seine Flügel zusammen. Es war nicht seine Aufgabe mit den menschen zu sprechen und so überließ er dies auch gern Alyssiel. Erst als diese ihn ansprach hob er leicht den Blick und schaute einen Moment zwischen Michaelitin und der alten Frau hin und her, seufzte innerlich einmal schwer und nickte nur leicht. Mehr für sich als das er die Frage von Simoniel damit direkt beantworten wollte, dann ging er neben Simoniel zu dem Menschenkind.

"Salve."

Sagte er freundlich bemüht und lächelte sie an.

"Wir haben einen langen Tag hinter uns und würden gern erfragen, ob diese Gemeinschaft einen Vorsteher hat."

Begann er dann freundlich zu sprechen, wobei er die alte Frau genau iM Auge behielt und nach Auffälligkeiten schaute. Nur aus dem Augenwinkel blickte er zum Rest seiner Schar und wie sie sich verteilten.

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Magnetklaue
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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Magnetklaue » 24.08.2011 - 19:37

"Guten Tag, guten Tag...einen Vorsteher?"
Die alte Frau lehnte sich auf ihren Stock und ihr Blick huschte von Mederiel zu Simoniel. Sie räusperte sich ein wenig. Ihre Stimme klang recht tief, aber krächzend und mit dem Griff ihres Stocks wies sie auf eines der größeren Häuuer mit drei Stockwerken.
"Der Großbauer spricht normalerweise für uns, wenn ihr das meint. Und er hat bestimmt für Himmlische einen Platz zum Ausruhen."
Sie wirkte sehr nervös, doch es war nicht zu erkennen ob aus einem anderen Grund als dem, das sie mit zwei Engeln sprach. Ihr weißes langes Haar, war zu einem festen Zopf geflochten und in einem Kranz an ihrem Kopf befestigt.

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Alessiel » 25.08.2011 - 14:34

Mirael blickte den Urieliten für einen kurzen Moment an.
Er wusste nicht so recht was er darauf antworten sollte, auch wenn der Urielit es leise und eigentlich für sich selber sagte, verspürte der Gabrielit doch innerlich auf Teraels Frage zu antworten.
`Aber was würde es bringen? Ich finde ja sowieso nicht die richtigen Worte...und wie sollte ich überhaupt...`
Auch der Todesengel seufzte, aber tonlos.
Er hätte nicht gedacht das der Verlust seiner Stimme ihn doch mal so mitnehmen würde.
„Hmhm.“ Brummelte der Gabrielit dann leise und antwortete so auf Teraels Frage.

Die Stimme des Urieliten erklang noch einmal und Mirael blickte wieder zu dem Signums Engel.
Ja da hatte der Urielit recht einenDusche wäre jetzt wirklich nett gewesen.
„Ich habe mal gehört wie ein Templer gesagt hatte,...spucke in die Luft und stell dich darunter...als jemand sagte er würde sich gern waschen.“
Mirael zuckte mit den Schultern.
„Menschen...“

Der Gabrielit blickte dem Urieliten noch ein klein wenig nach und runzelte verwirrt die Stirn.
`Hab ich das gerade wirklich gesagt?...`
Kopfschüttelnd ging Mirael seiner Wege und hielt im Dorf nach einigen Waschmöglichkeiten Ausschau.
Er hätte gern ein wenig mehr mit Terael geredet aber das ging nicht,..und wenn kam ja sowieso nur irgendwie Mist heraus.
Dabei war ihm der kleine Signums Engel sehr wichtig, nicht nur weil er ein Urielit war und Mirael Urieliten sehr mochte.
Irgendwas anderes war da noch.
Noch einmal zuckte der Gabrielit die Schultern und behielt bei seinem Rundgang die Augen und Ohren offen.

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Froiel » 26.08.2011 - 07:14

"Ein Großbauer."

Langsam nickte Mederiel zu der Antwort, schaute kurz einmal zu seinem Scharbruder. Lächelte dann aber wieder die ältere Dame an, freundlich. Zögerlich wirkend, trat er einen halben Schritt auf sie zu.

"Ihr müsst euch nicht vor uns fürchten. Wir freuen uns immer den menschen zu helfen. So es jemand kranken oder verleten im Dorf gibt, gebt mir bescheid und ich werde versuchen sein Leid zu linden."

Er versuchte aufmunternd und bestärkend auf die Frau zu wirken. Überließ es seinem Bruder ihre Reaktionen genau abzuschätzen.

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Terael
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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Terael » 28.08.2011 - 15:51

Simoniel entspannte sich etwas, als er eben den Raphaeliten herlief. Er hatte jetzt den Eindruck, daß die Gefahr erst einmal vorüber war und sehnte sich nach etwas Ruhe für sich und seine Schar.
Und immerhin hatte er den Auftrag, etwas zu tun, bei dem er der Schar wirklich weiterhelfen konnte. Der Ramielit spürte, wie die Enttäuschung darüber, seinen Geschwistern im Kampf nicht richtig beistehen zu können langsam schwächer wurde und durch den Ehrgeiz ersetzt wurde, wenigstens hier und jetzt, in der Kommunikation mit den Bewohnern dieses Dorfes, beste Arbeit leisten zu können.
Gleichzeitig, ganz langsam, zeichnete sich ein Lächeln auf dem Gesicht des Wortbewahrers ab, während er auf die alte Dame zu ging.

Er öffnete den Mund bereits, um die Frau zu begrüßen, als es Mederiel war, der das Wort ergriff. Für einen Moment schaute Simoniel den heilenden Engel sowohl überrascht als auch etwas ertappt an, besann sich aber schnell, lächelnd zu der Alten zu schauen.
Ihm entging dabei nicht, wie sie nervös von Einem zum Anderen schaute; Doch besonders ungewöhnlich fand er das nicht, reagierten die Menschen in solchen abgelegenen Gebieten doch oft so, wenn sie die seltene Gelegenheit haben, die Streiter des Herren vor sich zu haben.

Die Blicke der Engel trafen sich kurz, als die Frau geantwortet hatte und er folgte mit dem Blick dem Gehstock zu dem großen Haus.
Und wieder war es Mederiel, der sprach; Der Wortbewahrer wunderte sich, das der Prüfer das tat und fragte sich, wie viel Anstrengung es ihm kostete, nicht kühl und berechnend zu sein, wie Simoniel ihn kennen gelernt hatte, sondern bestärkend und Menschen gegenüber so hilfsbereit.
Eigentlich brauchte der Ramielit gar nichts mehr zu tun, immerhin wussten die Beiden jetzt, an wen sie sich wenden mussten.
Dennoch ließ er es sich nicht nehmen, die Frau zu segnen, so wie er es gelernt hatte. Sprach einen kurzen Segen auf Latein. "Möge der Herr dich und deine Familie segnen."

*Es gibt einen Großbauern in diesem Dorf, der üblicherweise für die Anderen spricht*, berichtete er kurz und knapp an Alyssiel, *Wenn er nicht auf dem Feld ist, wird er in dem dreistöckigen Gebäude sein*

---------------------

Terael atmete tief durch und lies seine Flügelarme hängen, um sich etwas zu entspannen und lies seinen Blick streifen.
Das Dorf, in dem sie sich befanden, war nicht wirklich groß, es hatte nur ein Dutzend Häuser: Im Norden des Dorfes lag ein ziemlich großer Hof mit Stall, Scheune, Schuppen und einem geräumigen Hof, an dem eine Straße in das Dorf hinein führte.
Die restlichen Häuser waren um den Dorfplatz angeordnet. Der Urielit selbst war auf dem Dach eines größeren Gebäudes, das eine Art Versammlungshaus zu sein schien.
Wie auch in dem anderen Dorf, daß sie am vorherigen Tag besucht hatten, waren die Häuser zum Großteil aus Holz, nur die unteren Geschosse waren aus Stein.
Die Bauern schienen meist von dem Anbau von Reis zu leben, zumindest konnten die Augen des Urielit auf den Feldern nichts anderes entdecken, und auch auf seinem Rundflug vorhin hatte er auf den Feldern kaum etwas anderes gesehen. Außer den Obstbäumen, den drei Pferden und ein paar Rindern, die auf dem großem Grundstück zu finden waren, hatten nur wenige Häuser einen kleinen Garten, in dem Gemüse angebaut wurde.
Hinter einem kleinerem Feld im Osten war ein kleiner Wald zu finden, ansonsten war absolut nichts außergewöhnliches an diesem kleinen Dorf - Das hatte Terael aber auch nicht vermutet.

Er gab seiner Michaelitin über die Seele der Schar einen groben Überblick über die Geografie des Dorfes, während er sie dabei beobachtete, wie sie zu den Bauern lief, die auf den Feldern arbeiteten.
Diese hatten die Scharführerin natürlich bereits bemerkt, und tuschelten nervös in einem Grüppchen miteinander, bevor einer von ihnen aus der Gruppe heraustrat und ein Stück auf die Michaelitin zu kam.
Dem Urielit trieb es ein Lächeln auf das Gesicht, als er sah, wie unsicher die Menschen in dieser abgelegenen Gegend gegenüber den Gesandten Gottes waren. Ob sie vorher jemals einen Engel aus der Nähe gesehen haben?

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Kasima
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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Kasima » 28.08.2011 - 20:36

Stumm nahm sie die Worte ihres Ramieliten und die Informationen des Urieliten zur Kenntnis und trat näher zu der Gruppe. Diese hatte sie bereits bemerkt. Die vier Menschen fingen unsicher an zu tuscheln, bevor einer aus der Gruppe zu Alyssiel trat. Im angemessenen Abstand blieb Alyssiel stehen und wandte sich an diesen. Es brachte nichts wenn man die Dorfbewohner ohne guten Grund noch mehr verängstigte. Es würde die Sache eher behindern. So setzte die geschulte Michaelitin ein freundliches Lächeln auf.

"Salve Ich bin Alyssiel, ist unter euch derjenige der für dieses Dorf spricht?"

Sie nahm sich vor ersteinmal mit nur mit dem Vorsteher über die Schüsse zu reden, um nicht noch mehr Aufsehen zu erregen.

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Magnetklaue
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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Magnetklaue » 28.08.2011 - 21:01

Die Alte versuchte sich an einem Lächeln und nickte langsam.
"Ja, ja das werden wir tun. Sicher gibt es da etwas...ich weiß es jetzt nicht, ich werde vergesslich. Ach, das Alter."
Ihr nervöses Lachen war rauchig und ein wenig kratzig. Mit langsamen Bewegungen drehte sie sich ein wenig und deutete nun auf das größte Haus.
"Ja, ja...unser Vorsteher. Da oben, nicht? Aber das sagte ich schon. Soll ich euch hinbringen?" erkundigte sie sich bei den beiden Engeln.

Die Menschengruppe bei Alyssiel wirkte ebenfalls nervös. Derjenige der sich ihr stellte war eher von den anderen vorgeschoben worden und matschiges Reiswasser schwappte um seine Beine.
"Nein, nein...äh, der ist in seinem Haus. Ja? Da oben ist er, das große Haus da."
Er deutete auf das dreistöckige Gebäude das ein klein wenig erhöhter lag als der Rest. Der Mann war jung, vielleicht um die zwanzig Jahre alt, aber schon jetzt wirkte er vom Wetter mitgenommen.
"Er baut keinen Reis mehr an, hat seine Felder weiter an uns verpachtet. Konzentriert sich auf Viehzucht und baut etwas Obst an. Ja, so ist das."
Der Mann drehte einen runden Strohhut in den Fingern und rieb sich über die Stirn.

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Kasima » 28.08.2011 - 21:48

"Danke für die Informationen" Eneut lächelte sie den verängstigen Mann ermutigend an und wandte sich nach einem kurzen Segen ab in Richtung Haus. Als sie sich sicher war dass der Mann ihr Gesicht nicht mehr sehen konnte lies sie die Fassade, die nur Mittel zum Zweck gewesen war, fallen und wandte sich wieder an die Schar.

*Der Großbauer ist in seinem Haus, Simoniel du begleitest mich. Die anderen können sich ausruhen, aber haltet euch bereit*


Zügig ging sie zu der Tür und wartete auf ihren Ramieliten. Wenn der Großbauer genauso ängstlich war wie die anderen Dorfbewohner, wäre es nicht klug mit fünf Engeln dazustehen, so lies sie die anderen weiter ihre Dinge tun.

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Terael » 28.08.2011 - 22:26

Terael sah zu, wie Alyssiel mit den Bauern sprach. Er konnte von hier oben genau erkennen, wie erleichtert diese waren, als der Engel sich von ihnen abwandte - und wie sich ein ähnlicher Wandel von Gesichtsausdrücken auch bei Alyssiel zeigte.
Darüber musste er lächeln - Alle kommen sie aus dem Himmel, und doch sind sie Grundverschieden - er nahm sich vor, darüber nachzudenken, warum Gott die Engel so erschaffen hatte, daß es zwischen den einzelnen Orden zu Spannungen kam. Vielleicht ist es auch das, was die Engel auf die Konflikte in dieser Welt vorbereitet.
Schade, daß er sich an sein Dasein im Himmel, in der Nähe von Gott und den Erzengeln, nicht erinnern konnte. Würde es auch dort zu Meinungsverschiedenheiten und Streitereien kommen? Würde es Engel geben, die sich nicht leiden können? Immerhin ist es das Paradies...

Der Urielit besann sich und dreht sich in die andere Richtung, um den Weg der anderen Engel besser sehen zu können. Simoniel war, genau so wie Alyssiel, schon auf dem Weg zum Haus, nur etwas weiter hinten. Mirael schien sich noch immer "umzusehen" und Mederiel war noch in der Nähe der alten Dame.

*Soll ich auf das Dach des Hauses fliegen, um euch im Notfall zu unterstützen?*, fragte der Urielit Alyssiel und stand auf, schon allein deswegen, weil ein anderes Haus einen Teil der Sicht versperrte. Während er die beiden Engel beobachtete, blickte er auch in regelmäßigen Abständen zu den Bauern auf dem Feld. Er hielt sie nicht für gefährlich, aber von eine Gruppe ängstlicher Menschen geht immer etwas Gefahr aus.

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*Ich höre und gehorche*, meldete er der Scharführerin und lief auf das Haus zu er streckte seine Brust etwas nach vorne, so daß er nicht ganz so klein aussah,
abgesehen davon, daß er damit die körperliche Müdigkeit sehr gut verstecken konnte. Als der Wortbewahrer dann bei seiner Scharführerin angekommen war, war sein Gesicht er neutral - Noch wusste er ja nicht, wie der Mensch auf die Engel reagieren würde.
Er sah Alyssiel an. "Willst du mit Ihnen reden, oder soll ich?", fragte er, denn gerade schon hatte Mederiel das übernommen. Dabei wollte er sich selbst und den anderen Beweisen, das er auch etwas konnte. Oft Gelegenheit hatte er dazu bisher noch nicht bekommen. Beim Fliegen kann er nicht so lang, wie er das wollte. Kämpfen erst recht nicht. Als er es versucht hatte, den Anderen zu helfen, wurde er verletzt und verlor seinen Dolch. Ob die Traumsaat, auf die er es abgesehen hatte, dabei überhaupt verletzt wurde, war fraglich. (Das er den anderen sagte, wie man die Traumsaat besiegen, überging er in diesem Moment). Sein Selbstwertgefühl war im Laufe des Tages weit gesunken, und er hoffte, jetzt einmal die Gelegenheit zu bekommen, diese Entwicklung aufzuhalten.

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Kasima » 28.08.2011 - 23:49

*Mach das* sandte sie als Antwort an Terael.
Alyssiel überlegte kurz über die Frage Simoniels. Eigentlich hatte sie selber reden wollen, aber so konnte sie die Fähigkeiten des Ramieliten noch besser kennen lernen. So gab sie den Part an ihn weiter, jedoch würde sie sofort eingreifen, wenn ihr etwas nicht gefiel.
Entschlossen klopfte Alyssiel an der Tür, bevor sie diese öffnete und Simoniel eintreten lies, um gleich darauf zu folgen.

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Alessiel » 29.08.2011 - 12:37

Er zog Blicke auf sich und sie starrten ihnen nach.
So war es immer und so würde es auch immer sein.
Wenn er jemanden ins Gesicht sah wendete dieser jemand sich sofort ab und tat so als würde er seinen Beschäftigungen nachgehen.
Manchmal war sich Mirael nicht ganz sicher ob es daran lag das er ein Todesengel war oder das er diese hässlichen Narben trug.
Der Gabrielit seufzte leise und beachtete die Blicke nicht mehr, sie hatten ja sowieso nur alle Angst vor ihm.
Natürlich hatten sie das schließlich war er ein Todesengel und dazu auch noch vernarbt.
Seine Gedankengänge wurden unterbrochen, irgendetwas war plötzlich anders, er spürte so ein seltsames Gefühl.
Mirael blieb stehen und blickte sich um.
So als würde er verfolgt werden.
Doch niemand war zu sehen, jedenfalls niemand der ihn verfolgte.
Der Todesengel zuckte die Schultern und ging weiter, doch noch immer hatte er das Gefühl verfolgt zu werden.
Nach ein paar Schritten wurde das Gefühl wieder intensiver und Mirael blieb wieder stehen.
Vorsichtig legte sich seine Hand auf das Flammenschwert, er drehte sich langsam mit grimmiger Miene um.
Tatsächlich der Gabrielit wurde verfolgt, er hatte sich doch nicht geirrt.
Zwei grüne Augen blickte ihn gierig an oder besser gesagt bettelnd.
Die Gesichtszüge des Todesengels glätteten sich wieder und nun musste er Lächeln.
„Na du?“
Er ging in die Hocke und streckte eine Hand nach seinem Verfolger aus.
Sein Verfolger war eine grau gemusterte Katze und war ihm gefolgt nun begutachtete sie den Engel und miaute leise.
Mirael ließ etwas die Flügel sacken damit er nicht ganz so bedrohlich aussah.
„Na komm her.“ Flüsterte er leise und auf seinem Gesicht war so etwas wie ein sanftes Lächeln zu sehen.
Die Katze kam nach kurzer Zeit auf ihn zugelaufen und ließ sich streicheln.
Lächelnd strich er über das seidige Fell der Katze, war dabei aber ganz vorsichtig um ihr nicht wehzutun.
Tiere waren einfach erstaunlich sie kannten keine Vorurteile oder mieden jemanden nur weil er nicht perfekt war. Für die war es egal, Hauptsache man war freundlich zu ihnen und behandelte sie gut, wie derjenige dabei aussah war ihnen egal.

Die Katze schnurrte und ließ sich die Streicheileinheiten gefallen.
Mit einem leisen lachen nahm er den pelzigen Freund auf seinen Arm, vorsichtig und ganz behutsam.
„Willst du das denn?“ Fragte er die Katze leise.
Das Tier kuschelte sich in seine Arme und schnurrte weiter.
Er stand wieder auf und gab dem Tier jederzeit die Möglichkeit sich wieder befreien zu können. Er wollte nichts tun was das Tier nicht mochte.
Mirael wusste von seinem damaligen Urieliten das Katzen sehr eigensinnig waren und auch sehr stur sein konnten.
„Eigensinnig und stur wie Alyssiel seit ihr Katzen, hm?“ Flüsterte er dem Tier zu und lächelte noch immer sanft.
Es war so beruhigend das Tier im Arm zu halten und kurz musste er sich an seinen Falken zurück erinnern, sein bester und treuester Freund.
Die Katze blickte plötzlich auf und Mirael folgte dem Blick.
Ein kleines Mädchen stand nicht weit vor ihm und sah ihn aus ihren großen kindlichen Augen an.
„Ist das deine?“ Fragte der Gabrielit und seine Stimme klang sogar recht klar.
Das braun haarige Mädchen blickte ihn weiter stumm an nickte dann aber.
Er strich noch einmal über das seidig weiche Fell der Katze und ließ sie dann wieder herunter.
Die Katze blickte für einen Moment noch zu Mirael, geheimnisvoll sahen ihn die Augen an und dann lief sie plötzlich zum Mädchen und miaute.
Das Mädchen packte sich die Katze sogar recht grob und rannte mit ihr zu einem Haus.
Mirael sah ihr nach und konnte noch dabei zusehen wie eine Frau dem Mädchen die Tür aufhielt und sie sofort hinter sich zu zog als sie drinnen war.
Beim zuknallen der Tür fragte sich der Gabrielit was er getan hatte.
`Ich war doch nett oder?....Eigentlich schon.`
Mirael machte sich seufzend wieder auf dem Weg eine geeignete Waschstelle zu finden.
`Ich muss den Umgang mit Menschen erst noch wirklich lernen....Menschen sind aber auch so kompliziert.`
Er grübelte noch ein wenig über die seltsamen Geschöpfe nach und wurde dann schließlich fündig.
Ein Brunnen stand in der Dorfplatzmitte und Mirael ging sofort darauf zu.
* Alyssiel? Ich hab eine geeignete Waschmöglichkeit gefunden...Naja der Dorfbrunnen halt. Kannst es ja an Terael weiter geben....ach und sag haben die Menschen auch so heftig Angst vor dir?*

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Terael » 29.08.2011 - 18:51

Simoniel nickte seiner Michaelitin zu, und der Ausdruck seines kleinen Triumpfes trat erst in sein Gesicht, als er an ihr vorbei gegangen war - er hatte nicht damit gerechnet, daß sie ihm den Vortritt gewährte. War das ein Zugeständnis? Oder ein Test? Dinge, über die nachzudenken noch ein wenig aufgeschoben werden musste.
Die Sonne stand fast genau hinter ihnen, und der fensterlose Flur, den der Ramielit jetzt betrat, war so dunkel, daß sich seine Augen erst an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnen mussten. Um das zu beschleunigen, kniff er die Augen etwas zusammen; Daß sein Gesicht jetzt bedrohlich wirkte hätte er nicht gedacht, aber die junge Frau, die jetzt durch eine Tür direkt vor ihm den Gang betrat, erschreckte sich so sehr über den Anblick der beiden Gottesboten, daß sie den leeren Eimer, den sie in den Händen trug, fallen lies.
Jetzt konnte Simoniel die Frau auch richtig sehen; Er schätzte sie sehr jung, obwohl sie eines jener Gesichter hatte, bei denen man nicht genau weiß, ob sie gerade erst erwachsen geworden ist oder diese Zeit schon ein halbes dutzend Jahre zurücklag. Ihre Kleidung war für die Arbeit zu dieser Jahreszeit zweckmäßig, und an dem Stroh, daß an ihren Füßen war, erkannte er, daß sie wohl gerade in den Ställen gearbeitet hatte.
Ihre braunen Augen sahen die Engel einen kurzen Augenblick lang an, während sich eine rote Farbe in ihrem Gesicht breit machte und ihre Hände ganz leicht anfingen zu zittern. Man sah ihr an, daß sie nicht wusste, wie sie gegenüber den Boten Gottes reagieren soll und wie nervös sie war. In diesem Moment kam dem Engel ein Gedanke.
So gleich tat sie einen Schritt auf den Wortbewahrer zu und streckte ihren Arm aus, um den Eimer, der ihm vor die Füsse gerollt war, aufzuheben, doch Simoniel kam ihr zuvor und hielt ihr lächelnd den Eimer entgegen.

"Entschuldigt bitte, junge Frau", sagte er mit sanfter, vertrauenswürdiger Stimme, "es war nicht unsere Absicht, euch zu erschrecken"
Die Magd hatte den Kopf gesenkt und vermied es, den Engeln in das Gesicht zu schauen, sie hob nur kurz den Kopf, als sie den Eimer wieder entgegennahm und zeigte kurz ein ängstliches Lächeln, auch wenn es mehr ein Zucken ihrer Mundwinkel war.
Simoniel wartete etwas, um ihr die Gelegenheit zu geben, etwas zu sagen, merkte aber bald, daß das erst einmal nicht geschehen würde. Gleichzeitig dachte er sich, daß es jetzt nicht viel bringen würde, groß auszuschweifen oder sich vorzustellen und entschied sich, gleich zu sagen, was sie hier wollten.

"Wir möchten mit dem Herrn dieses Hofes sprechen", sagte er mit freundlichem Ausdruck, "Wir haben heute einiges hinter uns und wollten gern einen Platz, an dem wir etwas zur Ruhe kommen können. Würdet ihr ihn zu uns holen?"
Die junge Frau blieb einen Moment lang regungslos stehen, und der Ramielit hatte das Gefühl, daß die Nervosität, die er vorher schon bemerkt hatte, ehr noch etwas zunahm. Erst als er den Kopf etwas zu Seite lehnte, reagierte sie.
"Ja, Herr, aber natürlich", kam es mehr als Flüstern aus ihrem Mund, sie nickte schnell und verschwand dann durch eine der Türen des Flurs.

Simoniel trat einen Schritt zur Seite, damit seine Michaelitin den ganzen Flur einsehen konnte, drehte sich leicht zu ihr und zog die Augenbrauen nach oben, als er sie ansah. Er hatte diesen Gedanken wieder im Kopf.
*Ich bin es ja gewohnt, daß die Menschen in ländlichen Gegenden recht heftig auf uns reagieren*, sagte er stumm zu Alyssiel und schaute wieder in den Gang hinein, *aber so nervös, wie ich die beiden Menschen sah, denen ich hier begegnet bin, war selten jemand.*

Die Zeit verging. Nach vielleicht vier oder fünf Minuten wurde der schmächtige Engel ungeduldig und tippte nervös mit seinen Füssen auf dem Boden herum, während er verunsichert zu Alyssiel schaute - Er war es nicht gewohnt, daß Menschen die Engel warten ließen.

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Der Urielit nickte, als die Scharführerin seinen Vorschlag bestätigte. Da er sich dachte, daß die meisten Menschen in diesem Dorf jetzt mittlerweile wissen müssten, daß die Gottesboten im Dorf sind, machte er sich nicht die Mühe, darauf zu achten, möglichst nicht gesehen zu werden. Er stand auf, machte einen schnellen Schritt nach vorn und stieß sich vom Dach ab. Während er auf das große Haus zuflog, bemerkte er zu seiner Freude die Katze im Arm des Todesengel, wie er sie streichelte und wie ein kleines Mädchen aus einem der Häuser auf die beiden zu ging. Sicherlich hatte auch er später die Gelegenheit, ein wenig Zeit mit den Tieren zu verbringen; Gerade weil der heutige Tag sehr anstrengend war, würde ihm dieses bestimmte Gefühl, daß er in der Gegenwart von Tieren hatte, sehr gut tun.
Aber für den Moment hatte er noch zu tun. Auch wenn der Urielit nicht glaubte, daß es in diesem Dorf große Probleme geben würde, hatte Alyssiel, trotz ihres scharfen Tons mit einem Recht: Man müsste auf Feinde gefasst sind. Und Anzeichen gab es in dieser Gegend dafür nicht wenige.
Bald landete Terael auf dem Dach des Bauernhofs und hockte sich so an den Rand, daß er den Eingang, den seine beiden Schargeschwister eben betreten hatten, sehen konnte. Von hier konnte er Simoniel reden hören, und auch ein paar Federspitzen von Alyssiels Flügeln lugten manchmal aus der Tür hervor.
Er atmete wieder tief durch und erlaubte es seinen Gedanken, ein wenig abzuschweifen, obwohl er wusste, daß seine Michaelitin Aufmerksamkeit von ihm forderte. Aber hier oben wiegte er sich in Sicherheit.

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