[1] - Ein seltsamer Zufall...

Das Forum von Alyssiels Schar. Hier findet ihr Charbögen, Besprechungen und die Spielrunde der Schar.
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Terael
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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Terael » 03.09.2011 - 16:41

Alyssiel schien sich immer weiter zu beruhigen. Gut, denn so würde diese Unterhaltung nicht von den falschen Emotionen beeinflusst werden.
Die Fragen, die ihre Michaelitin kamen schnell und waren freundlich formuliert. Dennoch vermutete Simoniel, daß sie sich während sie sprach noch Informationen von anderen einholte.

Aber es war nicht die Scharführerin, der seine Aufmerksamkeit galt. Der Mann, mit dem sie sprachen, hatte schon ganz am Anfang gelogen, und es war wahrscheinlich, daß er sie auch weiterhin belügen würde. Dennoch hatte er sich und seine Haltung jetzt etwas mehr im Griff als zu Beginn...
Die Frage, ob sie sich hier ausruhen könnten, war natürlich nur eine rhetorische; Der Ramielit glaubte nicht, daß er der Schar das verwehren würde. Und er tat auch gut daran, denn im allzu guten Licht stand er bisher nicht.

'Nun, ich habe nichts gehört', sagte der Bauer.
Unwahrscheinlich? Terael hatte ihm gegenüber nicht erwähnt, aus welcher Richtung der Schuss kam. Aber wenn Alyssiel schon fragte, war es wahrscheinlich, daß er aus der Nähe kommen müsste.
Er sah sich den Mann wieder ganz genau an*. Er hatte sich jetzt besser unter Kontrolle, und ein anderer Mensch hätte diese Worte vielleicht für wahr gehalten. Doch eine Lüge kann man nicht verstecken: Unbewusst geschahen Dinge, die man nicht vermag, zu beeinflussen. Der wissende Engel sah sie ganz deutlich, ganz wie vorhin.
*Er lügt wieder*, teilte er mit.

Nebenher spürte der Ramielit eine Wut in sich aufsteigen. Das Gefühl war nicht stark, er hatte es gut unter Kontrolle - aber dennoch: es war da.
Es war nicht seine Art, in dieser Form über andere zu urteilen, aber irgendwas störte ihn an dieser Situation: War dieser Mensch tatsächlich der Meinung, er könnte einen Engel belügen? Und dann noch einen Engel Ramiels? Entweder dieser Mensch war naiv, verzweifelt oder er hat sich nicht oft mit seinem Glauben auseinandergesetzt. Warum hatte er sie denn solange warten lassen? Musste er vielleicht noch irgendwas verstecken, etwas wegschaffen, oder schlimmeres?

Jetzt, wo er uns erlaubt, in seinem Haus zu bleiben, sollten sich die Anderen vielleicht etwas umsehen. Ich denke, er hat uns warten lassen, daß er noch etwas versteckt, oder ähnliches*, wandte er sich an Alyssiel. Er war sich sicher, sie wusste, was sie tat; Aber gleichzeitig wusste, daß sie auch noch etwas mehr beschäftigte, als dieser Bauer...

------------------------------

Terael hatte sich bereits zum Haus umgedreht, damit er nicht rückwärts laufen musste und ließ sich zurückfallen, bis er neben Mirael ging. Er hatte sich jetzt wesentlich besser im Griff, allerdings wirkte er auch etwas abwesend.
Er hatte schon mitbekommen, daß die Bewohner dieses Dorfes etwas ängstlich sind, aber er war keinem so nah gekommen, daß er das problematisch fand - aber vielleicht lief in dem Dorf etwas mehr falsch, als es für ihn zuerst den Anschein hatte?
"Ich weiss nicht... ", sagte er zu Mirael, "ich glaube nicht, daß sich ein ganzes Dorf, ohne Ausnahme, so merkwürdig benimmt... Wenn hier etwas nicht stimmt, muss es doch jemanden geben, der nicht mit da drin hängt...", sagte er nachdenklich.
Vielleicht war es an dieser Stelle ganz gut, daß Mirael ihn darauf hingewiesen hat; So würde er etwas wachsamer sein, und wusste auch, worauf er achten müsste.


* Das achte Gebot
Zuletzt geändert von Terael am 05.09.2011 - 17:32, insgesamt 1-mal geändert.

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Kasima
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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Kasima » 03.09.2011 - 17:53

*Er lügt wieder*

Sie hatte damit gerechnet, aber es nervte sie. Innerlich spürte sie, wie die Wut wieder etwas zunahm, doch lies sie sich nichts anmerken. Den nächsten Satz den Simoniel ihr gesandt hatte, leitete sie an alle weiter und fügte hinzu: * Macht das und sagt mir sofort Bescheid, wenn ihr etwas eigenartiges entdeckt, wenn ihr nichts endeckt treffen wir uns im Hof*

Einerseits mischte sich Simoniel in ihre Aufgaben ein, andererseits hatte sie bis jetzt sowieso das gleiche vorgehabt, also lies sie ihn gewähren, ihr weiter Sachen vozuschlagen.

"Gut" 'Wie weit soll ich noch dieses Spiel treiben', stellte sie sich in Gedanken.
"Der Schuss kam definitiv aus der Nähe. Weißt du etwas über Ketzer, die die Gegend unsicher machen? Euer Nachbardorf westlich von hier, gibt es dort Probleme mit Traumsaat oder Ketzer?"

'Nicht mehr lange', beantwortete sie sich selber.

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Froiel » 04.09.2011 - 11:30

Der Schöpfungsbewahrer beobachtete seine beiden Schargeschwister bei ihrem Gespräch nur am Rande, sondern behielt aufmerksam das Dorf im Auge. Das ihr Wortbewahrer eine Lüge aufdeckte, schien weder zu schockieren noch zu überraschen. Er blickte nur auch einmal fragend zu den beiden Geschwistern und nickte zustimmend, als sie sich zum Haus aufmachten.

Die Worte von Mirael ließen ihn stocken, er blinzelte irritiert wirkend, schaute den Todesengel einige Momente, mehr skeptisch als freundlich an. Doch dann nickte er langsam. „Danke.“ Wobei die Unsicherheit ob der Situation noch in der Stimme des Engels lag. Er folgt seinen beiden Geschwistern dann, hielt sich aber zurück.

Die Worte von Simoniel und Alyssiel in seinem Kopf, nahm er ohne eine Regung zur Kenntnis. Nur kurz überlegte er, ob er vielleicht auch eine Runde über das Dorf fliegen sollte, aber er entschied sich dagegen. „Vielleicht sollten wir doch noch einmal bei den Kindern ansetzen. Ihre Unschuld hält jedem lästerlichen Einfluss am längsten Stand. Außerdem verdienen sie wenn am Ehesten eine Rettung.“

Mit diesen Worten mischte er sich ruhig in die Unterhaltung zwischen Mirael und Terael ein, schaute dann von einem zum anderen. „Wir müssen ja nich alle mit Kindern sprechen, einer spricht, zwei suchen Auffälligkeiten.“ Er hielt seine Stimme weiterhin gesenkt, so dass nur Personen in seiner Nähe ihn verstehen sollten.

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Alessiel » 04.09.2011 - 20:51

Mirael legte eine grübelnde Miene auf und nickte bei Teraels Worten.
„Auf jedenfall ist hier etwas faul...irgendwas stimmt hier nicht...“
Sprach er leise und als sich Mederiel zu ihnen gesellte und ins Gespräch mit einstieg musterte der Gabrielit den Schöpfungsbewahrer ein wenig.
Immer noch fand er das der Raphaelit ein komischer Kauz war und irgendwie wurde der Streiter aus ihm nicht schlau.
Sein Blick legte sich für einen kurzem Moment auf die schwarzen Fingerspitzen des Heilers.
Wieso wollte er ihn berühren? Wahrscheinlich um die Narbe heilen zu wollen,..aber warum hatte er es dann nicht getan?
Trotz seiner Gedanken hörte Mirael seinem raphaelitischen Scharbruder aufmerksam zu.
„Die Kinder? Aber es hat hier so gut wie keine Kinder...also nicht direkt im Dorf, außer dem einen Kind das ich eben begegnet bin...aber das ist auch wieder ins Haus....“
Mirael seufzte, mal wieder versagte ihm die Stimme und der Gabrielit sah zu Boden.
Er hätte gern noch mehr gesagt, dann hieß es jetzt abwarten bis seine Stimmbänder sich wieder erholt hatten.
Als Simoniels Worte ihn erreichten musste Mirael noch einmal seufzen. Hier stimmt etwas ganz und gar nicht.

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Magnetklaue
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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Magnetklaue » 04.09.2011 - 21:37

Der Bauer sah Alyssiel an und schüttelte langsam den Kopf.
"Nein, ich wüsste nichts darüber. Allerdings kann so etwas in diesen Zeiten ja schnell über uns alle kommen. Traumsaat, Ketzer...es kann alles sein."
Er verstummte und ließ die Schultern etwas sinken, kratzte sich dann nachdenklich an seinem Hinterkopf.
"Wie kann ich euch denn behilflich sein? Möchtet ihr über Nacht bleiben, soll ich euch Räumlichkeiten herrichten? Braucht ihr Nahrung oder etwas anderes?"

Er wirkte beflissen und höflich, aber eindeutig den Umgang mit Engel nicht gewohnt.

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Terael
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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Terael » 05.09.2011 - 19:40

Während Alyssiel sprach, dachte der Ramielit nach. Es muss doch eine Möglichkeit geben, all die Ereignisse, die zweifellos miteinander zusammenhingen, erklären zu können.
Er zählte sich im Geiste auf: Zuerst war da der Schuss. Der Bauer hatte ihn gehört, so viel ist klar; Und er kam nicht aus der Scheune, wie er gesagt hatte, abgesehen davon, daß sie lange auf ihn warten mussten. Die Bewohner des Dorfes waren sehr nervös... Und der Bauer log.
'Man muss die Dinge immer aus mehreren Blickwinkeln betrachten', hatte er gelernt.
Nun gut: Den Schuss konnte man nicht anders betrachten. Er war da, da ließ sich nichts machen. Um den Aufenthaltsort des Bauern bevor er kam anders zu sehen, fehlte ihm die Information - Er hätte genau wissen müssen, wo er vorher war, um mit dieser Sache etwas anfangen zu können.
Aber das der Bauer log?
Simoniel ging davon aus, daß der Bauer log, weil er lügen wollte - So ist das ja auch meistens. Aber was, wenn er nicht anders konnte?
Angenommen, der Schuss kam also von Ketzern - und das war sehr wahrscheinlich, wer sonst sollte solche Waffen haben - Dann müssten die Ketzer ja noch in der Nähe sein. Was wäre denn wenn sie in diesem Dorf sind? Könnte es nicht sein, daß sie den Bauern bedroht haben, damit er die Schar anlog, damit sie nicht entdeckt wurden? Das würde nicht nur den Schuss erklären, sondern auch, warum die Dorfbewohner so nervös sind; Und es war in diesem Moment die beste Erklärung, die er parat hatte.
Er wollte gerade Alyssiel über seine Überlegungen berichten, als der Bauer wieder sprach. Er sah ihn an und versuchte wieder, auf die Zeichen zu achten*. Diesmal war es aber war Wahrheit.
Und wenn sie keine Probleme mit Ketzern oder Traumsaat haben, dann war seine Erklärung auch wieder hinfällig - Denn das müsste bedeuten, daß der Mann aus eigenem Antrieb log...
*Diesmal sagt er die Wahrheit. Ich war mir sicher, eine Erklärung gefunden zu haben, aber die ist damit hinfällig*, sandte er an Alyssiel.
Jetzt musste er wieder von vorne anfangen. Was für Informationen würde er benötigen, um zu verstehen, was in diesem Dorf geschah? Oder war es an der Zeit, auf direkten Konfrontationskurs zu gehen?
Zu der Wut, die Simoniel gerade eben schon gespürt hatte, kam jene, sich all die Dinge nicht erklären zu können. Er war doch der Ramielit der Schar... Würde Alyssiel denn enttäuscht sein und wieder auf ihm rumhacken?
*Ich denke, so kommen wir nicht weiter. Wir sollten ihn auf seine Lügen ansprechen...*, sandte er weiter an seine Michaelitin, *... wenn du erlaubst?*
Er sah zu ihr rüber. Sie nickte ihm zu. Jetzt war also er an der Reihe.

Er sah zu den Mann und machte eine neutrale Miene.
"Ich könnte tatsächlich bei etwas eure Hilfe gebrauchen", fing er an zu reden, gestikulierte dazu und schaute den Mann von oben bis unten genau an, "Ihr seht mir aus, wie ein gottesfürchtiger Mann, liege ich da richtig?"

"Aber natürlich Himmlischer", erklärte der Mann ernst und wandte sich dem Ramieliten zu. Dieser erkannte, daß er die Wahrheit sagte*.

"Sehr gut", entgegnete Simoniel und schaute zu Boden. Irgendwie wurde die Wut, die er spürte, immer stärker... was fällt diesem Mann ein?
"Wisst ihr, ich bin zuweilen etwas vergesslich...", fing er dann an und legte die Hand nachdenklich an die Stirn, "Es gab da ein Gebot. Das Gebot Sariels. Es müsste... ich glaube, es war das Achte. Könntet ihr es mir in Erinnerung rufen?" Sein Blick wurde etwas ernster und er ließ den Bauern nicht aus den Augen.

Verwirrt runzelte der Mann die Stirn und durchforstete sein Gedächtnis.
"Ich bin darin nicht sehr bewandert. Ist es...man...soll den namen Gottes ehren?"
Der Bauer wurde unsicher und sah zweifelnd drein. Das klang nicht ganz richtig, aber Sariel preiste ja den Herrn mit seiner Stimme, sagte man doch? Er war sich unschlüssig.

"Das Gebot Sariels heißt: Du sollst nicht lügen", antwortete der Ramielit und in seinem Gesicht und seiner Stimme war nun entgültig die Wut, die er hatte, zu erkennen. "Etwas, an das man sich auch ohne die Gebote zu kennen halten sollte. Etwas, wofür Menschen bestraft werden, verstoßen sie dagegen. Gerade dann, wenn Engel in der Nähe sind. Oder seit ihr wirklich so naiv, zu glauben, wir würden nicht erkennen, wenn ihr lügt?"
Er beobachtete den Mann und seine Reaktionen genau, ließ ihn aber keine Zeit zu Wort zu kommen.
"Ich schlage deshalb vor, ihr geht noch einmal in euch und werdet uns jede Frage noch einmal beantworten, angefangen damit, wo ihr vorher wart und warum ihr uns habt so lange warten lassen. Sagt ihr diesmal die Wahrheit, möchte ich mich bei Michaelitin für euch einsetzen, um die Strafe etwas zu mildern, die ihr zu erwarten habt."

-----------------------

Terael hob die Augenbrauen. Mit den Kindern sprechen? Wer sollte das denn von den Dreien tun? Der Gabrielit, vor dem eines von ihnen schon einmal weggerannt ist? Der Raphaelit, der sogar noch mehr Waffen bei sich trug, als Mirael? Er selbst?
Aber die beiden schienen sich einig zu sein, daß hier etwas nicht stimmte. Sicher würden Simoniel und Alyssiel aber herausfinden, was das war.
"Wenn wir uns das Haus des Großbauern ansehen sollen, finden wir vielleicht auch die Kinder des Mannes.", warf er ein und öffnete das Tor zum Hof. Er kannte diesen Hof schon aus der Luft, und von der kurzen Zeit, die er hier auf dem Dach saß. Sollte er sich jetzt einfach irgendwo umsehen? Wenn hier etwas nicht stimmt, war es vielleicht nicht klug, allein zu bleiben.
"Wollen wir uns trennen oder zusammenbleiben?", fragte er die anderen beiden und deutete an, in Richtung der Scheune gehen zu wollen.


* Das achte Gebot

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Froiel » 06.09.2011 - 10:52

"Wir sollten in jedem Fall in Sichtweite zueinander bleiben." Erwiderte Mederiel dem jüngsten Scharbruder ruhig, schaute sich dann auch in Ruhe einmal auf dem Hof um. "Ich denke, durch dein Orden und deine Alter bist du wohl am besten von darin, ein schneller Vertrauen zu Kindern aufzubauen, Terael." Innerlich stockte er kurz, vielleicht, nein, eher wahrscheinlich würde Alyssiel nicht viel von zu viel Vorgaben an andere halten und auch nicht von zu großen Aktionen. Aber ein Kind zu finden und mit diesem zu sprechen wären wohl kaum zuviel.

Er selbst stellte sich neben den Wegbewahrer seiner Schar und schaute zu ihm, lächelte sogar, wenn auch noch immer eine Spur dieser Kühle in den Augen lag. "In der Scheue kann ich mich auch umsehen." Die Worte waren in des wirklich freundlich gesprochen, dann schaute er zu Mirael. "Du hälst ein Auge auf uns beide, Bruder?" Fragte er schlicht. Als würde er nichts anderes als ein Nicken erwarten, ging Mederiel dann los, auf die Scheune zu.

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Kasima » 06.09.2011 - 18:37

Die lächelnde Fassade hob sich in dem Moment in dem Simoniel begann die Wahrheit einzufordern. Sie lauschte dem Gespräch und blieb weitgehend still. Ihr Blick war gewohnt kalte distanziert.
Ihr Körper spannte sich leicht an, sollte der Mann versuchen die Flucht zu ergreifen würde sie ihn sofort packen und dann war es vorbei mit der Gnade. Doch noch sollte der Mann wenigstens die Chance bekommen seine Worte richtigzustellen, bevor die verdiente Strafe kam.

*Dieser Mann hat noch eine Chance sich richtigzustellen, wenn er das nicht tut, übernehme ich wieder... Wie läuft es beim durchsuchen?*

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Alessiel » 07.09.2011 - 13:23

Mirael lauschte den beiden, mehr konnte er auch nicht tun.
Sein Hals kratzte und schmerzte furchtbar.
`Immer das selbe...`
Dachte der Gabrielit genervt.
Mederiel wollte sich also immer noch mit den Kindern unterhalten, aber hier gab es doch weit und breit keine.
Er zuckte mit den Schultern.
`Nun gut dann suchen wir jetzt halt Kinder...`
Der Raphaelit hatte sich neben dem Urieliten begeben und schon wieder musste Mirael stutzen.
Hatte Mederiel etwa gerade gelächelt?
`Ohh man von dem bekommt man ja echt Kopfschmerzen,...`
Dann richtete der Heiler eine Frage an den Gabrieliten und was sollte der auch anders tun?
Er nickte und blickte seinen Scharbruder noch einmal in die Augen bevor dieser dann verschwand.

Alyssiels Stimme schnitt durch seinen Geiste und Mirael seufzte tonlos.
*Bisher ist hier niemand in Sicht, auch keine Kinder die man befragen könnte...Aber hier ist sowas von was faul,...wenn schon Menschen lügen... *
Der Gabrielit hatte ein ganz ungutes Gefühl bei der Sache hier, grübelnd beobachtete der Streiter seine zwei Scharbrüder.

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Terael
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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Terael » 07.09.2011 - 18:44

Terael nickte, als der Prüfer seinen ersten Satz gesprochen hatte. Beieinander bleiben war mit Sicherheit eine gute Idee - Vor allem deshalb, weil sich Gebäude, wie sie hier auch auf dem Hof standen, für Fernkämpfer wie Urieliten nicht die beste Umgebung sind - sie bevorzugen das offene Gelände.
Doch dann musste er stutzen - er war geeignet bei jemanden Vertrauen aufzubauen? Das wäre ja einmal etwas ganz neues. Oder waren dem Raphaeliten einige Dinge noch nicht aufgefallen?
Der Wegbewahrer kratzte sich an der Schläfe - Wie auch immer, erst einmal galt es, überhaupt ein Kind zu finden, zu dem man Vertrauen aufbauen könnte.

Zusammen mit Mederiel ging der Urielit auf die Scheune zu und nutzte den Weg, einen kurzen Blick auf die Außenseite der Scheune zu nehmen - Doch die sah unscheinbar aus - eine Scheune eben. Er erwartete allerdings auch nicht unbedingt etwas ungewöhnliches, und seinen Scharbrüdern schien es ebenso zu gehen - zumindest war er sich sicher, daß sie etwas gesagt hätten, wenn ihnen etwas aufgefallen wäre.

Es war nur ein kurzes Stück bis zum Scheunentor, und er bereitete, auch wenn er nicht erwartete, daß er ihn brauchen würde, seinen Bogen vor - Sicher ist sicher. Er schaute noch kurz zu seinem Scharbruder und ging dann noch soweit vor, daß er direkt im Eingang stand. Die Sicht wurde kurz etwas verzerrt, bevor das Bild der Scheune noch schärfer wurde*, als sie es so und so schon waren. Er drehte den Kopf, um in alle Richtungen zu sehen und bemerkte dabei nicht, daß die tiefstehende Sonne durch die Bretter der Scheunenwand Licht auf ihn warf: Es war nur ein ganz dünner Lichtstrahl, der auf seine Augen fiel, aber das war schon genug, daß er seine Augen fest zusammenkneifen musste und sich von der Sonne wegdrehte.
"Verdammt", sagte er leise.


* Erleuchtete Augen
11: Der Templer
Umgekehrte Bedeutung: Verrat, Ungerechtigkeit

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Magnetklaue » 07.09.2011 - 21:35

Der Bauer wurde bleich, er schluckte in mehreren Anläufen und musste sich an der Stuhllehne neben ihm festhalten.
"Ich...ich, verzeiht ich...wollte nicht..."
Er schauderte bei der Androhung von Strafe und neigte demütig den Kopf.
"Ich wollte euch nicht mit meinen Leiden belasten Himmlische, ich...", er seufzte zittrig.
"Ich habe...Unrat in den Keller gebracht...und...deshalb habe ich euch warten lassen...das geziemt sich eigentlich nicht, aber ich musste mich...noch reinigen."
Er sah angsterfüllt auf.
"Und ja, es gab seltsame Geräusche. Sie haben...uns alle sehr erschreckt und wir, wir...wir haben beschlossen es vorerst einfach zu ignorieren und zu streichen. Wenn man sich nicht in Dinge einmischt die einen nichts angehen dann...gehen sie meistens an einem vorbei."

Seine andere Hand umklammerte nun ebenfalls die Stuhllehne und er senkte den Kopf wieder.
"Bitte, ich hatte keine bösen Absichten..."

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Froiel » 08.09.2011 - 14:12

Derweil im haus wohl eine sehr unangenehme Situation für den besitzer begann, nickte Mederiel seinem Scharbruder zu und beide betraten die Scheune. Kurz ließ sich der Schöpfungswahrer von den in der Luft tanzenden Partikeln, welche vom Sonnenlicht so schön beschienen wurden, ablenken und folgte mit den Augen dem Reigen der kleinen Strohstücke.

Erst der Fluch seines Bruders ließ ihn aufhorchen und als er nach seinen Schwertern griff, wurde ihm das Fehlen des einen schmerzlich bewusst. Nun, er hatte den preis für die eigenen Entscheidungen gezahlt. Würde es diesesmal wieder etwas kosten? Er schüttelte den gedanken fort und schaute Terael an. "Hast du etwas gesehn? Was is los?" Fragte er, wobei er sich nicht bewegte, nur die Lippen formte leise, kaum hörbar schnell die Worte.

Seine Augen waren schmal gezogen und er blickte sich aufmerksam um. Drehen musste er sich nicht, Mirael würde ihren Rücken decken. Ein fast beruhigender Gedanke.

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Re: [1] - Ein seltsamer Zufall...

Beitrag von Terael » 08.09.2011 - 17:08

Ein wenig von der Wut, die auf dem Gesicht des Wortbewahrers lag, verschwand, als er sah, wie der Bauer reagierte. Offensichtlich hatte er doch ein Einsehen - Dennoch, Vertrauen war da noch keines. Simoniel beobachtete den Mann immer noch sehr genau*, seine Reaktion, seine Art, sich an der Stuhllehne fest zu halten, sein Gesicht, seine Hände. Aber diesmal sagte er die Wahrheit.
Die Wut legte sich zu großen Teilen, das Gesicht wurde neutral und jetzt, da er es zuließ, merkte der Ramielit, wie erschöpfend diese ganze Sache war: Die Kopfschmerzen fingen an. Er kannte diese Art Druck in seinem Kopf, und wenn er nicht wollte, daß es schlimmer wurde, brauchte er eine Pause.
*Er sagt die Wahrheit*, teilte er Alyssiel mit und rieb sich an der Stirn, *... und ich brauche eine Pause. Das war sehr anstrengend*

Seinen Einsatz hatte er zumindest gebracht. Trotzdem - einige Fragen waren noch unbeantwortet... Der Bauer meinte, er müsse sich reinigen... Wovon? Sehr sauber war er ja nun auch nicht, daher mußte er das eher metaphorisch gemeint haben. Und was sollte der Unrat sein, von dem er sprach? Würde der Ramieliten das Wissen wollen?
Und nicht zuletzt wussten sie immer noch nicht, was es mit dem Schuss auf sich hatte. Oder woher die Traumsaat kam.

Simoniel öffnete den Mund, um etwas zu sagen, hielt sich aber zurück. Er hatte den 'bösen', anklagenden Teil jetzt übernommen, und es war sicher nicht schlecht, wenn Alyssiel jetzt weiter machen würde - schon allein wegen der Wirkung.


--------

Der Urielit zwinkerte ein paar mal und fing sich dann langsam wieder.
"Nein, nichts passiert", erwiederte er und rieb sich die Augen, "ich hab nur etwas ins Auge bekommen"
Es dauerte noch ein paar Sekunden, bis seine Augen wieder mehr oder weniger funktionierten.

In der Scheune selbst war unterdessen nichts besonderes zu sehen. Heu und Stroh, auf einem Haufen oder in Ballen gebunden - In einer anderen Ecke sah man vor allem Werkzeug für die Arbeit auf den Feldern. Ein Pflug stand da, Hacken, eine Sense. Und ein paar Säcke, in denen wohl Saatgut war oder Futter für die Tiere.

"Ich hab hier drin nichts ungewöhnliches gesehen.", sagte er dann, als seine Augen wieder völlig in Ordnung waren, "Wollen wir zum Stall weiter?", fragte er dann.

* Das achte Gebot *

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