Epilog - Strafe und Buße

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Kasima
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Re: Epilog - Strafe und Buße

Beitrag von Kasima » 11.07.2012 - 09:34

Alyssiel hielt stumm weiter Wache, doch schaute sie immer wieder nach den beiden Engeln auf der Wiese. Auch sie fragte sich, was Mirael so aufgewühlt hatte.
*Und wie läuft es?*, fragte sie Terael und blickte wieder in die Ferne,
*Wenn ihr wollt könnt ihr Wache halten, ich würde dann rein gehen*, sandte sie dieses Mal an beide und wartete eine Antwort ab.

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Alessiel
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Re: Epilog - Strafe und Buße

Beitrag von Alessiel » 11.07.2012 - 11:58

Mirael hörte die Stimme seiner Michaelitin und seufzte leise.
Immer noch war er nicht gut auf sie zusprechen.
Fragend sah der Gabrielit zu Terael.
"Wollen wir Nachtwache halten? Was meinst du?"

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Terael
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Re: Epilog - Strafe und Buße

Beitrag von Terael » 11.07.2012 - 12:05

"Jaaaa!", sagte Terael und klang nur mäßig begeistert, "nichts ist schöner als eine Nachtwache in einem Reisbauerndorf irgendwo in der letzten Ecke des Raphaelslandes"
Er zuckte mit den Schultern. "Es hätte aber den Vorteil, daß Alyssiel uns nicht stören würde", stellte er fest, "auch wenn ich mittlerweile ganz gut mit ihr klar komme"
Er schaute über seine Schulter zur Michaelitin hinauf, die da immer noch auf dem Dach war.
*Ganz gut eigentlich*, sandte er ihr zurück und drehte sich wieder um.
Wenn sie meditieren ging, hätten sie Gelegenheit, sich noch ein wenig zu unterhalten.

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Magnetklaue
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Re: Epilog - Strafe und Buße

Beitrag von Magnetklaue » 31.07.2012 - 10:57

Der Regen setzte wieder ein und als der Morgen anbrach, waren die Wege verschlammt und kaum passierbar für Wagen oder Pferde. Doch so war der Winter, stürmisch und noch verregneter als der Sommer und die Menschen beschwerten sich nicht.
Ihre Welt war erschüttert, eine Strafe verkündet, das waren Dinge um die man sich sorgen musste, nicht den natürlichen Verlauf der Jahreszeiten. Wer würde die Führungsrolle übernehmen? Würde man sie noch weiter strafen? Einige Dorfbewohner empfanden Hass für den verschiedenen Großbauern, andere Mitleid.

Doch egal wie man es nun betrachtete, die Engel waren gekommen und hatten gerichtet. Und nun flogen sie wieder fort, zogen von dannen und ließen sie alle mit der Bürde zurück irgendwie Holz zu beschaffen und zu transportieren.
Melly stand unter einem Apfelbaum auf der Ponywiese, als die Engel fortflogen und sah ihnen hinterher. Mirael hatte Wort gehalten und sich um eine friedliche Klärung bemüht. Das hatte ihr Herz erfreut und sie lächelte betrübt. Er hatte auch versprochen wiederzukommen, eines Tages. Vielleicht würde er also auch dieses Versprechen halten. Es war unwahrscheinlich, aber eine schöne Vorstellung. Also würde sie warten, auch wenn es vergeblich war.

Das Grau des Tages senkte sich über die Engel als sie zurück zur Terra Nova strebten. Was dort geschehen würde und ob die anderen Engel ihre Michaelitin verraten würden, zu ihrem eigenen Besten, das war noch nicht entschieden. Es würde sich zeigen.
-----
Mirael blinzelte den leichten Regen aus seinen Augen und seufzte tief und schwer.
Eigentlich war doch alles zu ihrer Zufriedenheit verlaufen.
Es hatte zwar einen Toten gegeben aber das war immerhin besser als mehrere.
Natürlich saß immer noch der Schreck tief, da dieser Tote das verlassen dieser Welt selbst gewählt hatte.
Der Gabrielit hatte immer wieder darüber nachgedacht wie viel Angst dieser Mann gehabt haben musste, wie viel Angst er vor den Sendboten des Herrn Angst gehabt haben musste, das er soweit bereit war zu gehen.

Der Streiter schüttelte den Kopf leicht und spürte die nassen Tropfen in seinem Gesicht die langsam hinunter perlten.
Aber wenn man den Selbstmord des Dorfvorstehers außer Betracht ließ dann hatte es irgendwo doch ein gutes Ende gegeben. Schließlich fanden keine Unschuldigen den Tod oder wurden verurteilt.
Warum also fühlte sich Mirael so seltsam?
So als würde ein großes Gewicht auf seinem Herzen liegen und es langsam zerdrücken.
Wieso fühlte er diese gewaltige Traurigkeit in sich die sich durch seinen gesamten zu fressen schien?
Und wieso hatte der Gabrielit nur noch diesen einen Gedanken.
`Melly...`
Was war mit ihm los? Was war dort in diesem Dorf mit ihm passiert?
Wieso spürte Mirael diesen Schmerz der nicht einzuordnen war und viel tiefer ging, viel tiefer als jede Wunde die er jemals in seinem Leben gehabt hatte.

Ein einzelner Blick nur, nur einmal sehen ob sie dort stand.
Er musste noch einmal nach ihr sehen, anders würde er vor Sehnsucht nach ihr vergehen.
Ja Sehnsucht war es was sein Herz erfüllte so viel konnte Mirael erkennen.
Er warf einen kurzen Blick über die Schulter, sein Herz machte einen schnelleren Schlag.
Dort stand sie und blickte ihm und seiner Schar hinterher, erneut fühlte Mirael den Schmerz in sich, er war schlimmer als alles andere was er je gefühlt hatte.
Doch aus irgendeinem Grund hob der Streiter seine Hand und gab ihr einen Abschiedsgruß.
Der Regen wurde etwas stärker und nun perlten die Tropfen seine Wangen hinunter, erst in dem Moment wo er wieder wegsah registrierte der Streiter das der Regen salzig schmeckte...

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