[1] - Auf Abwegen

Das Forum von Auriel Schar. Hier findet ihr Charbögen, Besprechungen und die Spielrunde der Schar.
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Magnetklaue
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[1] - Auf Abwegen

Beitrag von Magnetklaue » 26.02.2012 - 16:10

Dunkelheit, Schatten und Gestein. Seine Welt seit so vielen Jahren war zerstört worden, er selbst vertrieben und seine Kinder vernichtet. Was blieb einem Verstoßenem, wenn er keinen Ort mehr hatte, wenn die Welt ihn selbst jagte?
Ein leises metallenes Geräusch erklang, als sich die in graue Roben gehüllte Gestalt leicht bewegte. Ihr Blick wanderte über den Dschungel, zumindest schien es so, wenn sich der durch eine Kapuze verborgene Kopf leicht bewegte.
Es gab noch andere Orte im Stein, gute Orte, Orte seiner alten Verbündeten, seiner Heimat. Niemand wusste von ihm, wusste dass es noch einen gab der überlebt hatte. Jahre in Einsamkeit hatten ihn verändert, hatten seinen Geist verändert.

Die Gestalt in Grau atmete durch und wandte sich dem Berghang zu, setzte sich in Bewegung und wie von Zauberhand öffnete sich ein Loch im Hang, um ihn einzulassen.
Sie würden ihn nicht aufhalten, er würde es schaffen. Er würde nicht mehr einsam sein.
-------
Sanftes Morgenlicht lag über dem Kloster in Urielsland und tauchte die grünen Berghänge und den Morgennebel in warme Farben.
Die Hitze des Tages würde erst später unerträglich werden und ein paar letzte Menschen waren noch auf den Beinen, um den Sonnenaufgang zu bewundern, ein seltenes Phänomen. Das Kloster war ein Zusammenschluss aus Raphaeliten und Urieliten, geführt von einem urielitischen Ab und gleichsam Raststätte, wie Forschungsgebäude für die urielitischen Lehren hinsichtlich der Verbesserung von Saatgut oder auch Erblinien gewisser Nutztierrassen.

Die Schar die hier stationiert war, war vor allem zum Schutz der vielen Menschen vor Ort, die den Bergpass herunterkamen und hier Rast machten. Es gab nur eine kleine Amatur Templer, jedoch einige Probleme mit Traumsaat und hin und wieder Ärger mit marodierenden Ketzern. Dieses Diebesgesindel war sicher nicht sehr bedrohlich, doch das urielitische Verfahren mit all denen, die dem Orden als Ketzer galten war hart und unnachgiebig.
Die bislang gestellten Menschen waren keine organisierten Ketzergruppen gewesen, sondern Menschen aus den Städten, die sich in den Bergen in alten Ruinen bereichern wollten um die gefundenen Artefakte oder Schriften daheim wieder zu verkaufen. Das allein reichte dem Ab schon, sie zur Jagd freizugeben.

Dennoch waren die letzten Tage ruhig gewesen. Noch dazu war das Wetter erstaunlich gut gewesen und hatte die Laune der Menschen gehoben, wenn sie des Nächtens die Sterne sehen konnten und morgens der Sonne dabei zusehen, wie sie über den Bergspitzen aufging.
Im Licht der Sonne zeichnete sich jedoch plötzlich ein Schatten ab, der tief über dem Wald auf das Kloster zukam und dabei eine seltsame Schieflage aufwies.

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Alessiel
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Re: [1] - Auf Abwegen

Beitrag von Alessiel » 27.02.2012 - 23:08

Unsanft ging er zu Boden und verbiss sich einen Schmerzenslaut.
Durch seinen Ellbogen pochte ein heißer Schmerz der sich durch seinen ganzen Arm zog.
Auriel war mit dem Gesicht im Dreck gelandet, Erde knirschte zwischen seinen Zähnen.
Das Übungsschwert hatte er nicht losgelassen, er hielt es eisern in seinem Griff.
Erste Lektion lasse niemals dein Schwert fallen.

Schmutz klebte im Gesicht und in den weißblonden Haaren des goldenen Engels, doch das war ihm egal, gutes Aussehen nütze nichts im Kampf.
Schnell versuchte er wieder auf die Beine zu kommen und ignorierte verbissen den Schmerz in seinem Schwertarm.
Als Auriel wieder stand blickten seine grün goldenen Augen den Gabrieliten an der ihm gegenüber stand.
Sein Blick war entschlossen so schnell würde er nicht aufgeben.
„Weiter.“ Seine Stimme klang entschlossen auch wenn ihm Auriel ein leises schmerzvolles auf zischen nicht unterdrücken konnte, als er sein Schwert wieder hob um dem nächsten wuchtigen Schlag des Streiters stand halten zu können.
Seine Muskeln spannten sich und seine Augen verfolgten jede kleinste Körperbewegung des Gegenübers.

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Kasima
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Re: [1] - Auf Abwegen

Beitrag von Kasima » 27.02.2012 - 23:50

Sigjael wartete kampfbereit auf seinen Michaeliten. Seine Augen musterten seinen Scharführer genau, während dieser sich aufrappelte. Er wirkte verkrampft und hatte sichtlich Schmerzen. Als Auriel ihn aufforderte weiter zu machen, hob er eine Augenbraue und kurz überlegte er, ob es wirklich eine kluge Idee war weiter zu kämpfen. Natürlich könnte Auriel noch etwas erreichen in diesem Übungskampf, doch würde es die Verletzung verschlimmern.
Es sollten aber auch die anderen Orden lernen mit Schmerz umzugehen, wobei es der Michaelit wohl am wenigsten brauchte. Er konnte sich durchbeisen und war ein guter Kämpfer.
"Pause", lies er bestimmt vernehmen und senkte sein Schwert. Dies hatte er schon öfters getan, wenn sein Michaelit zu verbissen wurde. Sigjael hatte schon gemerkt, dass der Scharführer sich auch im Kampf ziemlich von seinen Gefühlen leiten lies, was nicht immer zum Vorteil war. Manche Situationen brauchten einen kühlen Kopf.
Der Gabrielit ging zum Schwertständer und stellte das Übngsschwert hinein, immer noch aufmerksam was sein Michaelit tat. Sollte er dennoch angreifen wollen, würde der Streiter es wissen zu stoppen.

Carian
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Re: [1] - Auf Abwegen

Beitrag von Carian » 28.02.2012 - 09:04

Nur noch ein kleines bisschen...
Konzentriert zogen sich Andariels Augenbrauen zusammen. Erneut kontrollierte sie den pH-Wert der leise vor sich hin köchelnden Lösung. Mit einem zufriedenen Nicken löschte sie die Brennerflamme unter dem Kolben und ließ den Inhalt ein wenig abkühlen. Dann goss sie die Flüssigkeit in eine große flache Schale und stellte diese in den Trockenschrank. Nachdem sie das Granulat überprüft hatte, das die Feuchtigkeit aufnehmen würde, räumte die junge Raphaelitin ihren Arbeitsplatz auf und verließ das Labor.

Draußen angekommen hob die junge Raphaelitin leicht das Gesicht, sog die noch frische Luft ein und genoß die Sonnenstrahlen auf ihrer Haut. Mit einem Lächeln breitete sie die weißen Schwingen aus und begab sich mit kräftigen Flügelschlägen zu den Stallungen. Eine der Kühe war schon lange über der Zeit und sie war gebeten worden nachzusehen, ob mit dem Kalb alles in Ordnung war.

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Terael
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Re: [1] - Auf Abwegen

Beitrag von Terael » 28.02.2012 - 09:07

Terael hatte bereits geholfen den Stall auszumisten - Eine gute Beschäftigung, gerade, weil die Tiere dort sehr zutraulich waren und sich recht schnell an den Engel gewöhnt hatten, ja sogar gerne zu ihm kamen - Vielleicht lag das aber auch an dem Sigil, daß, nichtmal eine Woche alt, für die Augen des Urieliten noch recht ungewohnt war.
Als er Kampfgeräusche von draußen hörte, unterbrach er seine Arbeit - war etwas? Er sah Sigjael und Auriel trainieren, also war nichts schlimmes vorgefallen. Er nickte und entschied, auch etwas zu trainieren. Heute war es aber nicht das Fliegen oder Schießen, was er üben wollte. Das Sigil hatte einige Mächte für ihn, die er immer noch gar nicht beherrschte.

Während das Eine etwas war, wozu er wohl Urieliten brauchte, war das Andere etwas, was er selbst herausfinden konnte. Er ließ sich in der Nähe des Waffenständers nieder und konzentrierte sich - So schwer konnte es ja nicht sein, aber der Erfolg war bis her fast immer ausgeblieben. Die Augen geöffnet, auf die Hände schauend, konzentrierte er sich.

"Weiter", hörte er dann und fühlte sich motiviert. "Pause", hörte er dann, eines der wenigen Worte, die der Gabrielit wirklich sprach, und seine Motivation ließ schlagartig nach. Seine Augen suchten die beiden Engel. Pause also. Er stand auf und sah auf seine Hände. So schwer konnte das doch nicht sein, dachte er und schaute enttäuscht.

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Alessiel
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Re: [1] - Auf Abwegen

Beitrag von Alessiel » 28.02.2012 - 13:50

Pause?
Auriel zog eine Augenbraue hoch und blickte seinen Gabrieliten mit einem verwirrten Blick an.
Doch der ging schon zum Ständer der für die Übungsschwerter vorgesehen war und legte das Schwert ab.
Der Michaelit begab sich wieder in normale Haltung und zog eine schmollende Schnute.
`Menno.`

Doch dann folgte er dem Streiter und legte ebenfalls sein Übungsschwert ab.
Dabei durchzog wieder ein heißer Schmerz seinen ganzen Arm, er biss sich auf die Unterlippe und wartete bis er etwas abgeklungen war.
Auriels Blick streifte den Gabrieliten und ein freches grinsen erhellte sein Gesicht.
"Jetzt kannst du sagen du hast deinen Michaeliten in den Dreck geworfen. Bekommst du dafür ein Votivaband bei euch im Orden?"
Scherzte er und kicherte leise.

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Kasima
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Re: [1] - Auf Abwegen

Beitrag von Kasima » 28.02.2012 - 14:14

Der Gabrielit ging zu seinen Sachen und seinem Flammenschwert und zückte seine Flasche Wasser aus dem Beutel. Die Erfrischung tat gut.
Während er trank, sprach wieder sein Michaelit zu ihm. Seine dunklen Augen musterten diesen. Kurz rollte er mit den Augen, aber auch auf seinem Gesicht konnte man ein Schmunzeln sehen. Er schüttelte den Kopf, was als Antwort galt und auch der Tatsache, dass der Michaelit auf eine solche Idee kam. Er streckte seine Michaelit die Trinkflasche entgegen. Er nickte Richtung Kloster, als Frage ob sie nicht zurück zur Cella gehen wollten.
Zuletzt geändert von Kasima am 02.03.2012 - 22:39, insgesamt 1-mal geändert.

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Alessiel
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Re: [1] - Auf Abwegen

Beitrag von Alessiel » 28.02.2012 - 14:34

Als der Michaelit sah das der Mundwinkel des Gabrieliten leicht zuckte, freute er sich das er dem stillen Streiter des Herrn ein Schmunzeln abringen konnte.
Ihm wurde die Wasserflasche gereicht, Auriel wollte mit einem Lächeln sie dankend entgegen nehmen doch da pulsierte wieder der heiße Schmerz durch seinen rechten Arm.
Diesmal konnte er sich ein aufzischen nicht verbeißen, sofort ließ der Michaelit den Arm wieder sinken, resigniert blickte er den Gabrieliten an, er wusste was jetzt kommen würde.

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Terael
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Re: [1] - Auf Abwegen

Beitrag von Terael » 28.02.2012 - 17:02

Terael sah sich den Michaeliten an. Er schien etwas Probleme mit seinem Arm zu haben. Jetzt wäre der Zeitpunkt, seine kleinen Sticheleien einmal zurückzugeben.
"Na, 'ne Runde Armdrücken?", fragte er, fast ohne Emotion und setzte sich wieder hin. Sollten die Anderen Pause machen, er hatte ja noch Zeit, ein wenig zu üben. Wenn es etwas zu tun gäbe, würde sich Auriel schon melden.

Nebenbei, wo war eigentlich der Rest der Schar? Egal. Er atmete tief durch und versuchte es erneut.

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Alessiel
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Re: [1] - Auf Abwegen

Beitrag von Alessiel » 28.02.2012 - 17:20

Er hörte die Stimme seines Urieliten und wandte sich ihm um.
"Immer." Grinste der goldene Engel und freute sich das der Wegbewahrer anscheinend ebenfalls Humor empfand auch wenn es etwas tonlos rüber kam.
Schon allein das er wohl den Mut aufgebracht hatte, so einen kleinen Scherz zu wagen.
Auriel wollte den Arm ausstrecken aber zog ihn sofort wieder zurück und gab ein leises aufzischen von sich.

Der goldene Engel sah Terael mit einem leicht resignierten Gesichtsausdruck an.
"Ich hab wohl eine Verabredung mit meiner Raphaelitin was?"
Ein Schmunzeln lag auf dem Gesicht des frechen Engels.
Zuletzt geändert von Alessiel am 20.04.2012 - 00:40, insgesamt 1-mal geändert.

Carian
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Re: [1] - Auf Abwegen

Beitrag von Carian » 28.02.2012 - 18:33

Natürlich war es übertrieben, sich für die kurze Strecke in die Luft zu erheben, aber Andariel wollte einfach auch ihre Muskeln lockern, die nach dem langen Stehen im Labor etwas verkrampft waren. Außerdem flog sie gerne und der heutige Morgen bot sich geradezu an für eine kleine Runde. Also drehte sie eine Schleife über dem Kloster, um dann zwischen Übungsplatz und Stallgebäuden zu landen.

Die Raphaelitin verzog unwillkürlich das Gesicht, als sie Auriel, Sigjael und Terael am Rand des Übungsplatzes stehen sah. Natürlich verstand sie es und war froh darüber, dass die anderen so wehrhaft waren. Doch es ging ihr gegen den Strich, dass es überhaupt nötig war, dass Engel - und Menschen - in den Kampf ziehen mussten. Sie seufzte. Nur leider kann ich es nicht ändern... Und solange sie nur trainierten...

Mit einem Grinsen hob sie eine Hand. "Ich hoffe, Ihr produziert nicht allzu viel Arbeit für mich," kommentierte Andariel anstelle einer Begrüßung. Sie nickte in Richtung Stallgebäude. "Da wartet nämlich auch noch ein Patient."

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Kasima
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Re: [1] - Auf Abwegen

Beitrag von Kasima » 28.02.2012 - 18:39

Als Auriel nocheinmal vor Schmerz zischte und die Flasche mit seinem rechten Arm nicht annehmen konnte, zog Sigjael noch einmal eine Augenbraue nach oben. Sein Blick schien zu sagen und so wolltest du weiterkämpfen?. Dann rief Terael etwas entgegen, Sigjael hatte noch gar nicht gemerkt, dass dieser auch da war.
Armdrücken?
Er nickte dem urielitschen Bruder zum Gruße zu und schüttelte bei seinem Scherz nur den Kopf.
Da waren wohl schon zwei Spaßvögel in seiner Schar, aber eigentlich war es ja ganz lustig.
Als der Michaelit sein Besuch bei der Raphaelitin ankündigte, nickte er ernst.
Noch einmal musterte er den Arm des michaelitischen Bruders, doch fehlte es ihm an dem Wissen bei sowas zu helfen, also lies er lieber die Finger davon.
Vielleicht konnte ja die Raphaelitin ihm etwas darüber erklären.
Solches Wissen konnte man sicherlich auch gegen Feinde verwenden.
Wieder bot der Streiter seine Wasserflasche an.

Da kam auch schon die Raphaelitin wie gerufen. Auch ihr nickte sie grüßend zu und als sie das verletzen ansprach deutete er nur auf den Arm seines Michaeliten.

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Alessiel
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Re: [1] - Auf Abwegen

Beitrag von Alessiel » 28.02.2012 - 19:13

`Die schickt der Himmel.`
Der Michaelit war etwas baff, er hatte doch nicht über die Seele der Schar gesprochen oder?
Bei den Worten der Heilerin wurde er leicht rot und wirkte beschämt, er wollte ihr doch nicht mehr arbeit als nötig bereiten.
Fast wollte Auriel es schon belassen doch da deutete der Gabrielit auf seinen Arm.
`Petze.`
"Also naja vielleicht hab ich dir etwas Arbeit gemacht. Der Schwertarm schmerzt wenn ich ihn strecke."
Gab der goldene Engel beschämt von sich und strich sich mit der linken Hand die vom Dreck schmutzig gewordenen Haare aus der Stirn.
Zuletzt geändert von Alessiel am 20.04.2012 - 00:46, insgesamt 1-mal geändert.

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