[2] - Der Mann in Grau

Das Forum von Auriel Schar. Hier findet ihr Charbögen, Besprechungen und die Spielrunde der Schar.
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Terael
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Re: [2] - Der Mann in Grau

Beitrag von Terael » 26.10.2012 - 19:29

Terael drehte sich erst um, als Miriel ihm zu rief. Schnell drehte er sich um und fing die Phiole auf. *Danke. Wenn es lähmt, ist bei diesen Dingern wohl der Schwertarm am besten* Er gab einen Tropen auf seine Pfeilspitze, während Sigjael noch vorne ging und ihm sein zweites Schwert anbot.
Abwechselnd sah er auf seinen Bogen und auf das Schwert. *Ja, das wäre gut. Wenn mir so ein Ding zu nah kommt, kann ich wechseln*
Sigjael lößte das Schwert und hielt es dem Urieliten hin. Er nahm es entgegen und befestigte es an seiner Hüfte.
"So ists besser", murmelte er. Jetzt mussten sie nur noch sicherstellen, nicht doch noch in eine Falle zu treten. Vorsichtig legte er seine Hand auf die Schulter des Gabrieliten, ganz so, wie man es in der Ausbildung lernt. *Weiter?*, fragte er.

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Magnetklaue
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Re: [2] - Der Mann in Grau

Beitrag von Magnetklaue » 29.10.2012 - 18:17

Die Engel gingen weiter, vorsichtiger jetzt und nach einiger Zeit erklang das seltsame Geräusch erneut, wurde höher, verstummte dann plötzlich und im selben Moment gingen die Lichter aus. Stille senkte sich über den Gang, bis auf die Geräusche, die die Engel selber machten. Atem, Federgeraschel und so weiter.

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Kasima
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Re: [2] - Der Mann in Grau

Beitrag von Kasima » 29.10.2012 - 19:49

Der Gabrielit nickte nur und wandte sich weider nach vorne, als er Teraels Handflächen an seinem Rücken spürte. Kurz suchter nochmal den Blick des jüngeren Urieliten und wandte sich nochmals nickend nach vorne.
Langsam gingen sie voran und der Streiter hatte die Flügel so weit wie möglich angezogen, dass die anderen gut an ihm vorbeisehen konnten. Das metallene Geräusch wiederholte sich, doch war sich Sigjael nicht sicher ob es näher kam, während er voran ging.
Plötzlich ging das Licht aus und sie standen im Dunkeln, wie aus Reflex entzündete er sein Flammenschwert um wieder weitere Sicht zu haben. Seine Ohren waren gespitzt und seine Augen konzentriert nach vorne gerichtet, doch konnte er keinen kommenden Gegner hören, gescheige denn sehen.
*Siehst du was?*, fragte er sicherheitshalber nach, vielleicht konnte Terael etwas sehen.

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Terael
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Re: [2] - Der Mann in Grau

Beitrag von Terael » 29.10.2012 - 20:09

Der Urielit drückte leicht gegen die Schulter Sigjaels, als Zeichen, daß sie weitergehen konnten. So ging es also weiter, als das Geräusch wieder erhallte.
Dann wurde es Dunkel. Terael griff an seinen Bogen und musste leicht grinsen, auch, wenn das wohl nicht so gut war, wie er instiktiv dachte. Vor ihm ging das Flammenschwert an und spendete einen schwachen Schein. Zu schwach, um weit sehen zu können.
Er schloss seine Augen und konzentrierte sich. Als er sie wieder öffnete, erhellte sich seine Umgebung langsam, und er achtete darauf, nicht direkt auf das Schwert des Gabrieliten zu schauen.
Zwar fehlte die Farbe, aber so konnte er wenigstens etwas sehen. Er schaute sich um, ob irgendetwas anders war. Zur Sicherheit bat er Sigjael mit einem vorsichtigen Schubs an seinen Arm, das Schwert etwas höher zu halten, damit er auch nach hinten sehen konnte.
Würden sie sich wirklich freiwillig einen Nachteil schaffen? War es diesen Wesen etwa möglich, genau das Selbe zu tun, wie er gerade jetzt? Oder waren es nur diese Ketzerdinge, die nicht so gut funktionierten?
*Sieht alles noch genau so aus*, meldete er. Zu dumm, daß nur er das beurteilen konnte. *Warten wir auf dieses Geräusch, oder gehen wir weiter?*, fragte er.
Sie könnten ja immernoch die Fackeln werfen...

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Alessiel
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Re: [2] - Der Mann in Grau

Beitrag von Alessiel » 30.10.2012 - 19:38

Einige Herzschläge weiter hörte man wieder dieses Geräusch das Auriel einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen ließ.
Er schluckte und versuchte seine Panik zu unterdrücken es war niemandem geholfen wenn der Michaelit nun durchdrehen würde, immerhin sollte er doch für Zuversicht sorgen.
Doch plötzlich wurde es dunkel, alles um ihn herum war in Finsternis getaucht.
Das Herz des Michaeliten blieb für einen Moment still stehen vor Schreck, doch dann schlug es nur um so heftiger weiter.

Auriel hörte die Stimmen seiner Schar in seinem Kopf doch realisierte sein Verstand nicht wirklich was sie besprachen, dumpf hörte er die Worte doch konzentrierte er sich nicht auf das was gesprochen wurde.
Er rang darum nicht völlig wahnsinnig zu werden, niemand würde seine Schar bekommen!
Der goldene Engel hörte seinen eigenen Atem und hörte auch das rasende Herzklopfen in seiner Brust.
Dieser Ketzer wollte seine Schar, doch niemals würde er sie bekommen nicht so lange er lebte.

Eine große Wut flackerte in dem Michaelit und ließ ihn zu einem Entschluss kommen.
Er fasste sein Schwert fester und drückte sich dann an Terael vorbei. "Mach mir platz." Grollte seine wütende Stimme als er sich an Sigjael vorbei drängte.
Auriel ging einen Schritt weiter in die Finsternis und sah sich um, die Sigil unter seiner Haut begann wieder zu kribbeln.
"Du bekommst sie nicht! Ich habe deine Spielchen langsam satt! Du hältst uns zum Narren! Uns! Die Engel des Herrn! Wenn du ein Opfer haben willst, gut dann nimm mich, aber lass meine Schar gehen! Verdammt das hier ist kein Spiel, es geht hier um Leben!"
Der Michaelit begann zu zittern und die ganze Panik und Angst in seinem inneren verwandelte sich in Wut udn Verzweiflung.
"Lass sie gehen!...Ich bitte dich..."
Kam es über seine zitternden Lippen, eine Träne perlte seine Wange hinunter. Er hatte einfach keine Kraft mehr,...er hatte genug davon die Engel zu verlieren die ihm am Herzen lagen,..der Schmerz hatte sich tief in seine Brust eingebrannt und hatte seine hässlichen Narben hinterlassen. Eine weitere würde er nicht risskieren. Es würde ein Ende haben.
"Lass es uns beenden!" Schrie Auriel in die Dunkelheit hinen. "Lass es uns beenden!"


*Die Stimme*

Carian
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Re: [2] - Der Mann in Grau

Beitrag von Carian » 31.10.2012 - 06:10

Andariel ging weiter, durch diesen fremden Gang mit seinen vielen Türen. Langsam begann sie daran zu zweifeln, ob sie auf der richtigen Etage waren. Gleichzeitig betete sie, dass es das richtige Stockwerk sein möge, denn sie fühlte sich unwohl und unsicher hier unten.

Das Licht ging aus.

Die Raphaelitin blieb stehen, Rauschen und das Pochen ihres eigenen Herzens in den Ohren, darum bemüht, nicht in Panik zu geraten. Erst nach ein paar Atemzügen begann sie, die anderen wahrzunehmen, ihren Atem, das Rascheln ihrer Flügel. Sigjaels Flammenschwert war ein beruhigender Anblick, auch wenn das Licht nicht ausreichte, um wirklich etwas sehen zu können. Aber sie wusste, dass die anderen da waren und das war ein gutes Gefühl.

Auriels Worte dagegen ließen sie frösteln. Sie hatte eine Ahnung, warum er sich so verhielt, wusste aber nicht so recht, wie sie damit umgehen sollte. *Hier wird niemand geopfert* sandte sie entschlossen. *Wir sind hier zusammen rein und wir werden hier auch alle zusammen wieder rausgehen.*

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Kasima
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Re: [2] - Der Mann in Grau

Beitrag von Kasima » 02.11.2012 - 17:36

Auriel begann sich nach vorne vorbeizudrängen. Sigjael machte ihm verwundert Platz.
Im Schein seines Schwertes sah er kurz die Verzweiflung und Wut in dessen Augen leuchten, als er mit gewaltiger Stimme begann zu reden.
Über den ganzen Körper des Gabrieliten breitete sich eine Gänsehaut aus. Er wusste, dass es die Macht war, die Auriels Worten so viel Nachdruck verliehen, dennoch konnte er nichts dagegen tun.
Was war seinem Michaeliten passiert, dass er so verzweifelt Angst hatte seine Schar zu verlieren? Eigentlich konnte es nur eine Antwort darauf geben.

Andariel versuchte Worte zur Beruhigung zu finden, doch sicher war sich Sigjael nicht ob das klappen würde.
Vorsichtig legte der Streiter eine Hand auf die Schulter seines Scharführers und drückte etwas.
*Andariel hat Recht, wir lassen dich nicht alleine. Wir bringen es gemeinsam zu Ende*, sandte er ruhig und entschlossen, auch wenn er immer noch dieses nervöse Gefühl in sich spürte, das sonst für ihn fremd war.

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Terael
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Re: [2] - Der Mann in Grau

Beitrag von Terael » 05.11.2012 - 20:18

Terael schaute seinem Michaeliten verwirrt hinterher. Was tat er denn da?
Und als er zuerst mit dieser Stimme sprach, lief es auch ihm kalt den Rücken herunter. Er drohte diesen Leuten, gut!
Aber dann folgte nur noch Unverständnis. Terael ließ den Bogen sinken und der Gang um ihn herum wurde wieder dunkel. Bitte was*?
"Na klar!", murmelte er leise vor sich hin, "die eigene Position verraten, dem Gegner die Schwächen offenbart und der Schar Mut zugesprochen. Das ist sicher ein toller Plan..."
Er konnte nur den Kopf schütteln. "Und mir was von Vertrauen beibringen wollen..."
In seinem Kopf wuchs die Wut. Nicht, daß er schon wütend war, auf dieses Ding, das sie verfolgten, aber das war etwas viel. Das hatte nicht mehr mit Auriels Geschichte zu tun, die er immer respektiert hatte, das war einfach dämlich. Dumm und gefährlich.
Er versuchte sich wieder auf seinen Gegner zu konzentrieren. Immerhin schien er ganz nah zu sein.
*Bevor hier nicht das Licht angeht und wir uns um dieses Ding gekümmert haben, was da gerade kommt, geht hier glaub ich niemand irgendwo hin*, meinte er patzig, die aufflammende Wut mochte er nicht zu verbergen.

*Karte: Herr der Fliegen*

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Alessiel
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Re: [2] - Der Mann in Grau

Beitrag von Alessiel » 05.11.2012 - 23:19

Da waren wieder die Stimmen seiner Schar und er hatte natürlich mit so einer Reaktion gerechnet nur nicht so.
Als er die Stimme seiner Raphaelitin hörte begann der Michaelit trotz der ganzen Verzweiflung und Wut die in ihm war sachte zu Lächeln.
Doch dann überfiel ihn eine gewaltige Menge an Emotionen, aber es waren nicht seine, diese Gefühle und Worte stammten von Terael.

Seine ganzen Muskeln spannten sich an, seine Zähne knirschten leise.
Auriel fühlte das die Wut gegen ihn gerichtet war.
Der weißblonde Engel drehte sich zu seiner Schar um und fixierte seinen Urielit, die sonst so freundlichen und hellen Augen des goldenen Engels waren plötzlich dunkel.
"Du weißt nichts! Rein gar nichts!"
Die Stimme des Michaeliten war immer noch kraftvoll doch begann sie wieder leicht zu zittern.
"Du weißt nicht wie es ist wenn diese kleinen goldenen Lichter plötzlich erlöschen! Du weißt es nicht! Du weißt nicht wie es ist wenn mit jedem erloschenen Licht in dir etwas stirbt! Du weißt nicht wie es ist ihre verletzen Körper zu halten und darauf zu hoffen das Gott sie dir diesmal nicht nimmt!"
Auriels Körper begann nur stärker zu zittern und immer mehr Tränen perlten seine Wangen hinunter.

"Du...du weißt nicht wie es ist sich nicht von ihnen verabschieden zu können und sie..sterben zusehen,.."
Seine Knie fühlten sich an wie Wachs und er hatte das Gefühl als würde die ganze Kraft aus seinem Körper gezogen.
Er sackte auf die Knie und man hörte ein Schluchzen das durch die Finsternis hallte, sein Schluchzen.
"Du weißt nicht wie es ist wenn...sie dir keine Zeit zum trauern lassen und dir einfach eine neue Schar zuteilen und dich immer und immer wieder aufs neue in die Schlacht schicken."
Auriels Stimme war Tränenerstickt doch er redete weiter, als musste das hinaus was ihn die ganze Zeit belastet und er immer und immer wieder hinunter zu schlucken versucht hatte.
"Die vierte Terael...ihr seid die vierte Schar..."
Der Michaelit ließ sein Schwert fallen und vergrub weinend sein Gesicht in den Händen.
Er hatte sich dagegen wehren wollen doch war es dem verzweifelten Engel nicht gelungen, diese ganzen unterdrückten Gefühle hatten ihn plötzlich ergriffen. Auriel hatte sich einfach nicht zurückhalten können, zu lange hatte er alles immer und immer wieder hinunter geschluckt.
"Ich....ich konnte nicht einmal trauern..." Kam es zitternd über seine Lippen."

Der Michaelit schämte sich für seine Gedanken, er schämte sich für den Gedanken das er doch zu gern mit den Kreaturen vorhin gestorben wäre. Dann hätte alles ein Ende,...doch da war ein Licht gewesen....und ihr Lächeln...

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Terael
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Re: [2] - Der Mann in Grau

Beitrag von Terael » 06.11.2012 - 11:02

Terael ließ ihn reden, mit einer Mischung aus Ignoranz und Vorsicht, denn sie waren immer noch nicht allein. Ob man das sehen konnte?
"Klar, weiß ich alles nicht", sagte er dann, leise, aber weniger zur beruhigung, als viel mehr mit einer stillen Wut.
"Ich weiß, wie es ist, wenn die beste Freundin stirbt, weil man selber versagt hat, oder wenn man auf einen Freund schießen muss, weil man scheiße gebaut hat, aber das ist wohl was ganz, ganz anderes. Bestimmt hat hier niemand so einen Grund durchzudrehen, so wie du, schon klar."
Er schüttelte seinen Kopf. Verstand er das nicht? Sah er nicht, was gerade um ihn herum geschah?

Terael trat näher an seinen Michaeliten heran, so daß er ihn im fahlen Licht des Flammenschwerts sehen konnte. Er packte ihn fest am Arm und zog ihn hoch. Und er war sich sicher, daß das weh tun würde. Jetzt war die stille Wut vorbei und seine Augen funkelten ihn an. "Ich verspreche dir eines, Auriel. Ich gehe nicht! Ich bleibe hier und erledige diesen Typen, und wenn ich es in meinem letzten Atemzug tue, ist mir egal, und wenn ich vorher sterbe, dann komme ich wieder und bringe es zu Ende, seis drum. Denn du hast keine Ahnung, wie es ist, wenn einem Ordensbruder, einem Urieliten, das Augenlicht genommen wird. Wie sich das anfühlt, was auch immer. Wenn du willst, dann geh. Geh trauern, irgendwo, nur nicht hier und jetzt."
Er hob Auriels Schwert auf und presste es ihm gegen die Brust. "Aber wenn du jetzt damit weiter machst, wirst du noch einen Grund mehr dafür haben. Also reiß dich gefälligst zusammen!"
Terael schaute ihn eine Weile wütend an. "Wenn nicht, dann steh mir nicht im Weg. Ich hab hier was zu erledigen."

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Kasima
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Re: [2] - Der Mann in Grau

Beitrag von Kasima » 06.11.2012 - 16:07

Teraels Wut baute sich weiter auf und er rügte Auriel für seinen Gefühlsausbruch.
Man konnte die Wut in der Seele spüren. Auriel schien Sigjaels Reaktion gar nicht bemerkt zu haben, denn er wandte sich verzweifelt um und antwortete auf Teraels Angriff.
Vor seinen Augen brach der Michaelit in Tränen zusammen und die Gefühle und Worte sprudelten aus ihm heraus.
Scharen hatte er verloren, eine nach der anderen schien er zu sagen.
Spätestens jetzt war es klar, was seinem Scharführer alles auf der Seele gelastet hatte, was er alles verschlossen hatte und es doch durch gesickert war.
Völlig verzweifelt saß der goldene Engel auf seinen Knien und zitterte am ganzen Körper, doch das machte Terael nur noch wütender.
Er zwang ihn aufzustehen und sich gefälligst zusammenzu reißen.
Irgendwie konnte er beides verstehen. Den Schmerz über den großen sich scheinbar immer wieder wiederholenden Verlust und die Wut über das sich Gehen lassen.
Tiefes Mitgefühl empfand er für seinen Scharführer und blickte zwischen diesen beiden Fronten hin und her, imme noch im Hinterkopf, dass sie jeden Moment angegriffen werden konnten.
Es klingelte wie eine Alarmglocke in seinem Kopf.
Sigjael nahm eine Fackel in seine Hand entzündete sie schnell und drückte sie fest Terael in die Hände.
"Geh an mir vorbei und schau nach vorne, du bist der einzige der sehen kann", sprach er ernst und blickte mit seinen schwarz scheinenden Augen in die des Urieliten.
Auriel konnte nicht einfach wieder zurückkehren und so tun als spüre er die Gefühle nicht.
Auch Sigjael konnte die Gefühle, die er gerade empfand, nicht leugnen.
Man konnte den Scharführer nicht so stehen lassen, doch wusste er auch nicht wirklich wie er Auriel helfen konnte.
Der Gabrielit machte Terael platz an ihm vorbeizugehen und blickte dann etwas ratlos zu Andariel.
Nur ein Blinder konnte übersehen, dass die Auriel und die Raphaelitin einen guten Draht zu einander hatten, doch entschied er sich auch etwas selbst zu tun. Nicht nur die Raphaelitin war Teil der Schar, Teil des göttlichen Gefüges, er war auch Teil davon und stand so Auriel nahe.
Er stellte sich vor seinem Scharführer und fasste diesen sanft drückend an die Schultern.
Tief blickte er in die Augen Auriels, sagte jedoch nichts, denn er fand keine Worte die das Ausdrücken konnten, was er mit Taten konnte.
Er zögerte kurz. Es war zwar seine Art sich mit Gesten auszudrücken, dennoch kostete es Überwindung. Wirkliche Freundschaft hatte der Streiter nicht oft erfahren und doch hatte Auriel ihn schon ziemlich früh Freund genannt, obwohl sie sich noch gar nicht so lange kannten.
Er zog den Michaeliten zu sich und umarmte den goldenen Engel etwas unbeholfen und drückte ihn etwas. Er konnte spüren wie der Michaelit zitterte.
"Mit tut Leid, was dir passiert ist, und du darfst trauern. Wir werden dir Zeit schaffen, ganz einfach, doch müssen wir es jetzt zuende bringen. Vamiel zu Liebe müssen wir alle zurückkehren, auch du, schliesslich wartet er auf dich und Andariel", sprach er leise mit fester Stimme, dann doch, denn nicht alles konnte man ersetzten.

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Carian
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Re: [2] - Der Mann in Grau

Beitrag von Carian » 06.11.2012 - 22:19

Erschrocken und mehr als nur ein wenig verunsichert verfolgte Andariel das Geschehen. Wie konnte es so weit kommen? Wie konnte es so weit kommen, dass sich Michaelit und Urielit regelrecht anschrien, als wären sie die Gegner und nicht der unbekannte Ketzer, in dessen Versteck sie sich gerade befanden? Hatten die beiden vergessen, wo sie gerade waren? Ihr Blick begegnete Sigjaels und mit einem Nicken nahm sie zur Kenntnis, wie er reagierte und versuchte, die Situation zu entschärfen und seinen, ihren Scharführer zu unterstützen. Sie konnte seine Reaktion nachvollziehen, denn Worte waren auch nicht gerade ihr Spezialgebiet. Handeln musste sie trotzdem.

Terael riss die Fackel aus der Hand des Gabrieliten und wandte sich ab. Er hatte genug gesagt, gesagt, was ihn wütend machte und hatte damit diesem Gefühl genüge getan.
Aber das war nicht ganz richtig. Wütend war er immer noch, nicht mehr ganz so sehr auf Auriel, eher auf dieses Ding, hinter dem sie her waren. Und ein wenig auf sich selbst.
Nun stand er da, die Fackel in der Hand, und versuchte sich zu konzentrieren. Er stand ganz vorne, jetzt war er die erste Hürde. Er konnte im Dunkeln sehen, wenn er wollte, doch das funktionierte jetzt nicht. Bei dem Versuch, sich zu konzentrieren, wurde der Griff um seinen Bogen und die improvisierte Fackel immer fester.

Nachdem sich Sigjael gerade mit Auriel beschäftigte, trat die junge Raphaelitin zuerst zu Terael. Dabei achtete sie darauf, ihren Scharführer mit ihrem Flügel zu berühren, denn sie wusste, wie sehr er von solchen kleinen Gesten zehrte.

"Terael?" fragte Andariel leise als sie sich neben den Urieliten stellte. Sie sah seine Wut, wie sehr sie ihn ablenkte und in seiner Konzentration störte. Sie suchte noch nach den Worten, die sich ihr so oft entzogen und wartete erst einmal ab, wie er reagierte.

Terael fuhr zusammen. Er drehte sich um und wollte sie packen, aber erkannte früh genug, daß sie keine Gefahr darstellte. Im Gegenteil - sie war alles andere.
Er sah zu Boden und schloss die Augen. "Ja, schon klar, ich soll mich beruhigen und so", murmelte er und lockerte den Griff um seine Ausrüstung. Seine Stimme war schon viel ruhiger. Vielleicht etwas zu ruhig. "Aber krieg das mal hin, wenn du wütend bist"

Andariel lachte leise. "Bin ich so offensichtlich?" Sie erwartete keine Antwort, denn sie wussten beide, dass es genau darum ging. Stattdessen spähte sie in die Dunkelheit. "Ich bin ohne Licht so blind wie ein Maulwurf", grummelte sie dabei vor sich hin und sah dann wieder zu Terael. "Mit Wut kommen wir hier leider nicht weiter," sagte sie sanft.

Terael nickte langsam. Er warf die Fackel ein paar Meter vor sich und sah Andariel müde an. "Ja, das mit Auriel war scheiße", tadelte er sich leise selbst und sah zu den Anderen. Was sie wohl von ihm denken? "Wütend war ich schon vorher. Auf das hier" Er zeigte in den Gang vor ihnen. "Aber mir wird vorgeworfen, ich vertraue nicht, und dann sowas?"
Die Wut kam wieder, aber Terael hütete sich, das zuzulassen. Er presste die Hand gegen die Sitrn und atmete tief durch. "Entweder wir machen es zusammen oder alleine, wir vertrauen einander oder nicht, mein Weg führt jedenfalls nach vorne."
Er schaute sich um, hockte sich hin und sammelte den Pfeil auf, den er in seiner Wut fallen gelassen hatte. Jetzt war er eher etwas verzweifelt. "Aber wenn, dann bitte richtig. Ohne solchen Blödsinn wie eben. Das braucht keiner von uns."
"Vamiel wohl am aller wenigsten...", fügte er dann leise hinzu.

"Hm, da sagst du was", pflichtete Andariel ihm bei und ließ offen, ob sie sich auf das wütend sein oder das Vermeiden weiteren Blödsinns bezog. Wahrscheinlich auf beides. "Wir können das hier nur gemeinsam schaffen." Sie warf einen Blick in Auriels Richtung und sah dann wieder zu Terael. "Keiner von uns schafft das hier allein." Sie selbst am allerwenigsten. Sie beugte sich zu Terael hinunter und sah ihn an. "Wenn du sauer auf Auriel bist, würdest du dir das bitte aufheben, bis wir hier wieder raus sind? Dann dürft ihr euch prügeln so viel ihr wollt und ich flicke euch auch wieder zusammen." Sie zwinkerte ihm zu. "Bis dahin werden Sigjael und ich euch daran erinnern, dass ihr euch bitte zusammen reißt, in Ordnung?"

Da war nur ein Anflug eine Lächelns, das sofort wieder verschwunden war. Der Urielit schaute nur zu Boden und nickte. "Werd mir Mühe geben", sagte er leise.

Andariel betrachtete noch einen Moment forschend sein Gesicht, bevor sie sehr bewusst eine Hand ausstreckte und kurz auf seine legte, die immer noch den Pfeil hielt. "Danke", sagte sie schlicht. Dann zog sie ihre Hand wieder zurück und ging zu Auriel, nahm seine Hand in die ihre.

"Wir sind bei dir", sagte sie leise. "Und wage es bloß nicht, uns wegzuschicken und ohne uns weiter zu machen. Das wird dir nämlich nicht gelingen."

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Alessiel
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Re: [2] - Der Mann in Grau

Beitrag von Alessiel » 07.11.2012 - 20:54

Auriel hörte Teraels Worte sie brannten sich schon fast in seinen Verstand.
Warum?....Wieso?...
Der Michaelit war so verzeifelt das er nicht mehr wusste was er noch denken sollte, er sah auch Terael nicht in die Augen als dieser ihn wieder auf die Beine stellte.
Sein Urielit redete auf ihn ein doch Auriel versuchte nicht hinzuhören, er wollte nichts mehr davon hören.
Wieso quälte ihn der Wegbewahrer so sehr? Was hatte er gegen ihn? Wieso nur konnte Terael ihn nicht leiden? Erst war es nur eine Vermutung gewesen die Auriel gehabt hatte doch jetzt schien sie sich zu bestätigen.

Der goldene Engel spürte plötzlich etwas kühles hartes hinter seinem Rücken. Es war die Wand, er stützte sich an der Wand ab, denn anders hätten die zitternden Muskeln seinen Körper nicht halten können.
Auriel wusste nicht was er denken sollte oder geschweige denn was er tun sollte. Er schlang die Arme um seinen Körper um sich etwas mehr halt zu geben.
Immer noch liefen ihm die Tränen wie in Bächen von den Wangen.
Was sollte er nur tun?

Auriel zuckte leicht zusammen als er Hände fühlen konnte die sich auf seine Schulter legten.
Er sah hoch und blickte in die Augen seines Gabrieliten, erwiderte den Blick. Auch wenn keine Worte gesprochen wurden wusste der Michaelit tief in seinem inneren was der Streiter ihm sagen wollte.
Dann jedoch geschah etwas mit dem der weißblonde Engel niemals gerechnet hätte. Sigjael zog ihn in eine Umarmung und im ersten Moment versteifte sich der Michaelit erst etwas denn trotz dem ganzen Chaos in seinem Kopf schlug die Indoktrination der Kirche bei ihm durch. So eine Umarmung war ein großer Körperkontakt und das war doch verboten.
Doch Auriel musste sich eingestehen das ihm diese Umarmung gerade sehr gefiel, sie tat ihm gut und gab ihm Sicherheit.
Langsam schlang auch er seine Arme um den Körper des Streiters und drückte ihn leicht.
Sigjael sprach mit ihm und Auriel lauschte der beruhigenden Stimme seines Gabrieliten. Die Worte ergaben Sinn, doch innerlich war er noch immer so beschämt und verzweifelt, das hätte niemals passieren dürfen. Er wollte doch keine Fehler mehr machen.

Plötzlich spürte der Michaelit wie ein Flügel seinen berührte, nur ganz leicht aber für Auriel war es so viel mehr, denn er wusste wem der Flügel gehörte, brauchte nicht aufzusehen, er wusste es einfach.
Für einen kurzen Moment erlaubte sich der Michaelit seinen Kopf an die Schulter des Streiters zu lehnen. Nur für einen Moment wollte er ausruhen nur für einen Moment wollte er vergessen.
Doch Auriel hob wieder seinen Kopf und ließ Sigjael los.
"Danke mein Freund." Flüsterte er mit einem sehr schwachen Lächeln das aber sehr traurig wirkte.

Dann war sie da und an seiner Seite. Doch Auriel traute sich nicht in die hübschen braunen Augen seiner Raphaelitin zusehen.
Was sollte sie nur von ihm halten? War er es überhaupt noch würdig Michaelit genannt zu werden?
Der goldene Engel spürte plötzlich ihre warme Hand und mit einem mal wurde ihm wärmer fast war es so als verdränge diese Wärme die Kälte in seinem inneren.
Diese Geste gab ihm etwas Mut und so hob Auriel seinen Kopf ein Stück.
Die Tränen liefen nur noch vereinzelt nicht mehr in Sturbächen von seinen Wangen.
Die hellgrünen Augen wagten es in ihre braunen Augen zusehen und ein weiteres mal war der Michaelit davon überzeugt das er noch nie solche sanften Augen gesehen hatte.
"Ich..." Seine Stimme war heiser von dem vielen weinen, fast als wäre seine Kehle zugeschnürt.
Er wusste einfach nicht mehr weiter, wusste nicht was zusagen war. Trotzdem drückte Auriels Hand ganz sanft die seiner Raphaelitin.

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