[3] - Der letzte Kampf

Das Forum von Auriel Schar. Hier findet ihr Charbögen, Besprechungen und die Spielrunde der Schar.
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Magnetklaue
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[3] - Der letzte Kampf

Beitrag von Magnetklaue » 23.12.2012 - 23:23

Er wusste das sie da waren. Er spürte sie förmlich, ihre Unwissenheit. Sie waren er und waren es doch nicht, sie wussten nichts von Leben, Sterben, von Verrat.
Als er die Tür endlich hörte, lächelte er auf das herunter, was er in den Händen gehalten hatte. Später. Später oder auch nie.

Auriel war eingetreten und in respektvollem Abstand stehengeblieben. In dem Moment als er zur Ruhe gekommen war, bewegte sich der Schatten leicht, schien zur Seite zu blicken.
"Antworten, ja?" sagte er leise. Seine Hand schloss sich um den metallenen Gegenstand am Rand des Tisches, zog ihn zu sich. Dann ging das Licht an und er wandte sich um.

Der Schar gegenüber stand ein junger Mann, schlank, fast schon dürr. Sein graues Haar war schulterlang, wirr und ungepflegt, von grauen Bändern aus der Stirn gehalten. Große ebenfalls graue Schwingen ragten über ihm auf und die Zeichnungen in seinem Gesicht waren heller als bei jedem anderen Engel. Die Waffe in seiner Hand war lang und hatte eine seltsame Klinge an ihrem Ende, die leise, vibrierende Geräusche von sich gab. Gekleidet war er in einheitlich dunkelgraue Kleidung, keine Engelkriegsröcke oder dergleichen.
"Was für Antworten schweben dir wohl vor?" sagte er und die Klingen am Kopf des Stabes sprangen auseinander.

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Alessiel
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Re: [3] - Der letzte Kampf

Beitrag von Alessiel » 24.12.2012 - 00:00

Mit jedem Herzschlag kam er der Gestalt näher, es kam ihm vor als wären die paar kleinen Schritte die er dem Schatten immer näher kam unendlich lang.
Dann blieb der Michaelit stehen und sein Herz schlug schneller gegen seine Brust fast schmerzhaft.
Egal was passieren würde er würde seine Schar beschützen komme was wolle.

Auriel blieb in respektvollen Abstand stehen und breitete ein Stück weit seine Hände aus um zu demonstrieren das er die Gestalt nicht angreifen würde.
Er wollte erst nur reden und dann würden sie weitersehen.
Der Schatten bewegte sich plötzlich, sofort klingelten alle Arlamglocken in dem goldenen Engel.
Doch der drahtige Michaelit blieb ruhig, versuchte es auch wenn in seinen Augen so etwas wie leichte Unsicherheit stand.
Er musste mit allem rechnen, überall und im Verborgenen konnte die Gefahr lauern.
Der Schatten oder besser gesagt die Gestalt sprach, sofort verspürte der Michaelit eine unangenehme Gänsehaut die sich über seinen Rücken ausgebreitet hatte.
Irgendetwas passierte und plötzlich ging das Licht an.

Auriel blinzelte für einen Moment denn das Licht kam so plötzlich, doch als sich seine Augen nach wenigen Sekunden an die Helligkeit gewöhnt hatten erstarrte der Michaelit.
Die Gesichtszüge entgleisten ihm, das Blut rauschte durch seine Ohren und ließ ihn für einen Moment nach vorn taumeln. Aber irgendwie schaffte Auriel es das Gleichgewicht zu behalten wenn auch schwankend.
Alles schien sich zu drehen und wirkte so unreal das was er gelernt hatte, alles was er in der Ausbildung gehört und wie ein Schwamm aufgesaugt hatte schoss ihm durch den Kopf.
Fast wie ein Schutzmechanismus der sich über seinen verwirrten und angeschlagenen Geist legte.

Das konnte nicht wahr sein! So etwas gab es nicht!
Doch war er real und Auriel musste fast mit seiner Ohnmacht kämpfen als ihm schmerzlich bewusst wurde wie real dieser alte Engel vor seinen Augen war.
"Wie?...Wie ist das möglich?...Wie kannst du?...Nein..."
Kamen die zitternden Worte aus dem Mund des weißblonden Engels, Unglauben, Entsetzen und auch Mitgefühl waren in den hellgrünen Augen des Michaeliten zusehen. Die sich langsam mit Tränen füllten.

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Terael
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Re: [3] - Der letzte Kampf

Beitrag von Terael » 24.12.2012 - 00:51

Es war nur ein Schatten dieser Gestalt zu sehen, aber für den Urieliten war das für den Moment völlig ausreichend. Er hatte sowohl den Bogen, als auch den Pfeil fest in der Hand, bereit, irgendetwas zu tun.
Aber der Stimme nach war er es. Es war die gleiche, die sie oben schon gehört haben, das war unüberhörbar. Und gerade als diese Gestalt nach etwas griff, wurde Terael sehr nervös.

Doch dann ging das Licht an und zeigte ihn in seiner vollen Größe.
Und seine Schwingen.

Terael traute seinen Augen nicht. Ein Engel? Er erstarrte. Ein Engel würde so etwas doch nicht tun! Er würde doch nicht seine eigenen Leute, seine Brüder und Schwestern so zurichten, sie fast töten!

Doch plötzlich schoss ihm eine Erinnerung durch den Kopf. Auf einem Dach in einem Dorf irgendwo im Raphaelsland. Es war der Tag, als seine Michaelitin Alyssiel seinen Gabrieliten Mirael angegriffen hatte. Nicht aus Boshaftigkeit, sondern weil sie einmal erlebte, wie sich ein Engel gegen ihre Schar richtete. Wie ihr damaliger Gabrielit die eigene Schar meuchelte. Und diese Erinnerung hatte sie an diesem Tag eingeholt.
Offensichtlich ging es also doch. Offensichtlich lag es im Bereich des Möglichen, war es Teil von Gottes Plan. Oder des Planes einer Anderen, bösen Macht.
Wenn er es also war, der Vamiel so zugerichtet hatte, dann war er auch ein Feind. Oder hatte eine verdammt gute Erklärung dafür.

Terael kam wieder zurück in die Gegenwart, zusammen mit der Wut, die er hatte. Er durchbohrte diesen Fremden mit seinem Blick. Er könnte ihn erschießen, noch bevor er nahe genug kam, ihn mit seiner Waffe zu treffen.
Nur stand Auriel in der Schusslinie. Und Auriel war entsetzt. Genauso entsetzt, wie er wütend war.
Aber so konnte er nichts ausrichten.

*Sigjael, kommt leise runter*, sandte er mit wütender Stimme, in der Hoffnung, es würde dort oben auch ankommen.
Er spannte seinen Bogen und richtete ihn auf den Kopf des Unbekannten.


Die Begine
Umgekehrte Bedeutung: Irrtum
Irrglaube, Oberflächlichkeit, Einbildung

Carian
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Re: [3] - Der letzte Kampf

Beitrag von Carian » 24.12.2012 - 16:32

Andariel hatte sich die ganze Zeit zurück gehalten. Bei Auriel und den anderen konnte sie im Moment nichts tun, außer eben möglichst nicht im Weg zu sein. Also zog sie ihre Flügel möglichst eng an den Körper, achtete auf ihre Umgebung und auf Sigjael, der sie beschützen sollte. Bei dem Gedanken musste sie flüchtig lächeln. Ein bisschen komisch war es schon, dass sie immer beschützt werden musste. Auf der anderen Seite hatte sie eine tiefsitzende Abneigung gegen das Kämpfen und wollte auf gar keinen Fall lernen, selbst eine Waffe zu führen.

Neugierig strengte sie ihre Ohren an und versuchte, etwas von den Worten zu verstehen, die unten gewechselt wurden. Fragend sah sie den Streiter an, ob er mehr verstehen konnte, als sie die Aufforderung Teraels in ihrem Geist hörte. Sie wartete auf den stillen Gabrieliten, um ihm dann so leise sie konnte, die Treppe hinunter zu folgen. Was die anderen dort nur gefunden hatten?

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Kasima
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Re: [3] - Der letzte Kampf

Beitrag von Kasima » 25.12.2012 - 00:05

Auriel trat durch die geöffnete Tür und näherte sich langsam dem dunklen Schatten. Es war zu dunkel mehr zu erkennen, außer das dort tatsächlich jemand stand. Wieder kontrollierte er mit einem Blick das Befinden der Raphaelitin, doch schien alles gut und von hinten keine Gefahr zu vorzudringen.
Er hörte die Stimme seines Michaeliten und wandte sich nach vorne. Er folgte etwas näher die Treppe hinab, als das Licht anging. Sofort wurde der Griff um sein Schwert fester und er blickte sich um. Keine der veränderten Menschen traten in das Sichtfeld, doch stimmte etwas nicht. Eine Gänsehaut zog sich über die Haut des Gabrieliten und als er nach vorne blickte, sah er auch den Grund für dieses Gefühl.
Kein Ketzter stand an der Stelle des Schattens, sondern... Sondern ein Bruder?!
Unwillkürlich senkte er sein Schwert und Verwirrung breitete sich in seinem Kopf aus.
Hatte er die ganzen Menschen und Brüder so verunstaltet?
Allein schon für den Gedanken sollte man sich selbst dafür schelten, doch eine andere Möglichkeit gab es nicht.
Seine Augen beobachteten den unbekannten befemdlichen Bruder. Es waren keine Signien der Kirche an ihm zu sehen, nicht mal einen Kriegsrock trug er.
Was sollten sie jetzt machen? Mit sowas hatte keiner gerechnet. Sie hatten alle einen einfachen Ketzer erwartet, aber einen Bruder?
Einer der das gleiche auf dieser Welt erleben musste, wie sie es taten? Der ebenfalls für das Wohl der Menschen kämpfen sollte?! Mit seinen Taten schaffte er nur Tod, nur willenlose Kreaturen die unter übermenschlichen Qualen am Leben blieben.
Er hörte Tereals Stimme in seinen Gedanken und hörte die Wut heraus, erst das zog ihn wieder aus den Gedanken und lies ihn bemerken, wie die fremde Waffe des Engels sich öffnete.
*Auriel gib Acht!*, versuchte er seinen Scharführer so eindringlich wie möglich zu warnen und der Griff um sein Schwert wurde wieder fester, auch wenn er seine Waffe immer noch gesenkt hatte.
Wie absurd der Gedanke war, dass sie hier kämpfen mussten, doch sein Instinkt schrie förmlich nach Gefahr.
Was hatte diesen Engel zu solchen Taten bewegt? Vielleicht war es ein Missverständnis, doch sprach alles eher dagegen als dafür...
*Andariel bleib in meiner Nähe...*, sandte er noch und blickte weiter zu dem Engel in grau, ein Engel wie sie es waren und doch ganz anders....

Carian
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Re: [3] - Der letzte Kampf

Beitrag von Carian » 25.12.2012 - 08:58

Andariel folgte Sigjael nach unten und lief fast in ihn hinein als er plötzlich anhielt. Neugierig sah sie an ihm vorbei und was sie sah, ließ ihr den Atem stocken. Ein anderer Engel? Einer, der offensichtlich schon sehr lange auf Erden weilte? Wie konnte das sein? Sie trat einen Schritt zur Seite, um besser sehen zu können, besser zu verstehen.
Leise formten ihre Lippen das Wort, die eine Fage, die ihre Gedanken komplett beherrschte. "Warum?"

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Samuel
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Re: [3] - Der letzte Kampf

Beitrag von Samuel » 04.01.2013 - 18:48

Miriel hatte sich bereits hinter Auriel in den Raum geschoben und war zur Seite gewichen, bevor das Licht anging. Durch die himmlische Macht, die ihr erlaubte, in der Dunkelheit zu sehen, war sie für das rasch aufleuchtende Licht empfindlich und bedeckte reflexartig die Augen mit der freien linken Hand. Sie wich vorsichtig noch einen Schritt weiter beiseite und öffnete dann die Augen wieder, als sie die Wirkung der Macht beendet hatte.

Das Schwert, das sie bis jetzt kampfbereit vor sich gehalten hatte, ließ sie nun nach unten sacken. "Bruder.", sagte sie tonlos. Dann hellte sich, blind für die derzeitige Situation, ihre Miene auf; "Bruder!", wiederholte sie nun erfreut. "Wir hatten deinen Orden für vernichtet gehalten - zumindest die Himmlischen deines Ordens."

Sie wurde ihres Michaeliten Reaktion gewahr und stockte. Dann wurde ihr auch der kaum unterdrückte Zorn in der Botschaft Teraels bewusst."Versteht ihr nicht?" sagte sie. "Er ist ein Engel wie wir! Was wir für Ketzerei gehalten hatten, ist das Werk eines Boten des Herrn!"

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Kasima
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Re: [3] - Der letzte Kampf

Beitrag von Kasima » 07.01.2013 - 01:01

Sigjael erstarrte und blickte Miriel verständnislos an.
Ihre Reaktion passte überhaupt nicht zu dieser Stimmung, die hier herrschte.
War es nicht umso schlimmer, dass anscheinend ein Bote Gottes dafür verantwortlich war?
Und von welchem Orden sprach sie überhaupt?
Sein Blick wechselte kurz zu Andariel.
Für sie mussten die Worte noch viel schlimmer klingen, denn sie hatte viel ihrer Kraft aufgewendet die angerichteten Schäden zu minimieren.
Wie konnte man auf die Idee kommen, dass das noch Gottes Will gewesen sein könnte? dass dieser Bruder noch für den Herrn handelte? falls er es gewesen war?
Er trat näher zu Terael und hielt sich bereit.
Jede Bewegung des fremden Engels verfolgte er, falls dieser seine Waffe zum Einsatz bringen würde, musste er um alles in der Welt eingreifen.
Es durfte nicht passieren...

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Magnetklaue
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Re: [3] - Der letzte Kampf

Beitrag von Magnetklaue » 07.01.2013 - 17:37

"Nein?" fragte der alte Engel und legte den Kopf schief, lächelte belustigt und legte ihn dann ein wenig zurück. Die Lanze in seiner Hand vibrierte und summte. Auf Miriels Worte hin wandte er ihr leicht den Kopf zu, grinste nun beinahe.
"Oh, aber ich bin hier, nicht war Engel Michaels? Und deine kleine Freundin hier begreift schneller als ich gedacht hätte."

Die riesigen Flügel raschelten, als der Engel sein Gewicht ein wenig verlagerte.
"Ich habe eine Mission. Ich werde die wahren Feinde vernichten, die die meinen Orden zerstört haben. Vielleicht könntet ihr dabei sogar hilfreich sein, nicht wahr?"

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Alessiel
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Re: [3] - Der letzte Kampf

Beitrag von Alessiel » 07.01.2013 - 18:08

Worte hallten durch seinen Kopf doch erfasste er den Sinn dahinter nicht.
Die Stimmen kamen ihm bekannt vor es musste seine Schar sein.
Doch hatte er nur Aufmerksamkeit für den einen Engel der vor ihm stand, völlig übersät von fremden Tätowierungen die er nicht kannte.
Innerlich wusste Auriel wen er hier vor sich hatte, ein Engel des gefallenen Ordens doch sein Verstand wollte sich schützen verdrängte diesen Absurden Gedanken das es sich hierbei um einen Engel Raguels handeln könnte.

Auriel blickte tiefer, stellte sich auf eine emotionale Ebene um das zu tun was er am besten konnte, für andere da zu sein.
Tiefes Mitgefühl lag in seinem Blick. "Wie...wie ist das möglich?" Flüsterte der Michaelit.
"Ihr..ihr seit doch alle...gefallen." Kam es leise über seine Lippen.

Miriels Worte hallten in seinem Verstand nach.
Es war keine Ketzerei weil es ein Engel getan hatte?
Was...wie...warum?
Er musste wieder klar denken, er war ein Michaelit! Musste sich auf etwas fokussieren, versuchen einen Gedanken festzuhalten, seine Schar schützen!
Aber dieser Engel tat ihm so unendlich leid...

Auriel schluckte und ging einen kleinen Schritt auf ihn zu.
"Niemand...niemand tut ihm etwas!" Kam der Befehl aus Auriels Mund, zwar zitterte seine Stimme immer noch doch ein Befehl war ein Befehl egal wie unsicher seine Stimme gerade war.
"Mission?.. Nennst du das etwa was du getan hast eine Mission? Eine...Gott gewollte Mission?"
Auriels Stimme war nicht agressiv oder verärgert, sie war sanft, mitfühlend und unglaublich traurig das ein Engel ein einziger Engel so weit in seiner Bitterkeit in seiner Rache ging und anderen Engeln so etwas antat.
"Vamiel ist blind, wird wohl nie wieder sehen können...dein Bruder...dein himmlischer Bruder...du hast ihm das angetan. Fühlst du keine Reue?"
Fragte der goldene Engel immer noch mit sanfter Stimme. Das konnte nicht sein das ein Engel einem anderen Engel so etwas bewusst ohne Reue antat...das durfte nicht sein...

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Re: [3] - Der letzte Kampf

Beitrag von Carian » 07.01.2013 - 20:03

Andariel fuhr herum und starrte Miriel fassungslos an. Ihre ganze kleine Gestalt begann zu zittern, bis die Raphaelitin bebte vor Wut, die Hände zu Fäusten geballt. Wie konnte man das, was diesem Urieliten und diesen armen Menschen angetan worden war, nur das Werk eines Engels nennen?
"Es ist mir völlig egal, ob er ein Engel Raguels ist", zischte sie. "Du hast nicht gesehen, in welchem Zustand Vamiel sich befunden hat, als er es bis zu uns geschafft hat. Das war nicht Gottes Wille." Sie wandte sich wieder dem fremden Engel zu und begann sich ihm zu nähern. Dabei hörte sie Auriels Worte, die wie von weit her zu ihr durchdrangen. Was sollte diese Nachsicht? Sie schüttelte den Kopf und machte einen weiteren Schritt auf den so viel älteren Engel zu.
"Welche Mission? Die Gaben zu missbrauchen, die der Herr dir verliehen hat, indem du Seine Schöpfung pervertierst? Welchen Feind, wenn deine Kreaturen so blind sind, dass sie in ihrem Schmerz alles angreifen, sogar deine Geschwister, die Boten des Herrn?" Ihre Stimme klang schrill und Tränen traten ihr in die Augen, ließen ihre Sicht verschwimmen. Zornig wischte Andariel sie mit Handrücken beiseite. "Warum? Warum hast du das getan?"

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Re: [3] - Der letzte Kampf

Beitrag von Terael » 07.01.2013 - 21:09

Terael wollte diesem Fremden irgendetwas gegen den Kopf knallen, irgendetwas, in dem es um seinen Ordensbruder ging oder die, die einst wohl Menschen gewesen waren, die er gegen diese Schar in den Kampf geschickt hatte.
Aber irgendjemand hat die Frage schon gestellt. Und die Frage, ob es seine Mission war, oder die der Engel.

Vielleicht war der Wegbewahrer aber auch nur paranoid. Vielleicht hat das, was dieser Engel tut, wirklich einen Sinn. Aber warum hat er sie dann angegriffen? Warum droht er ihnen dann? Warum ist er dann... so alt?
Das entsprach nicht den Regeln, die man ihm gelehrt hat. Nicht annähernd, und auch dann nicht, wenn man einige Sachen etwas zurechtbiegt. Offensichtlich hat er irgendwann etwas ziemlich durcheinandergebracht.

Auriel versuchte offensichtlich, dem fremden Engel mit Mitgefühl zu begegnen. Hat er nicht gemerkt, daß seine Waffe irgendetwas tut? Daß er in Gefahr ist?
Und solange der Urielit sich bedroht fühlte, blieb seine Waffe auf diesen Engel gerichtet.

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Samuel
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Re: [3] - Der letzte Kampf

Beitrag von Samuel » 08.01.2013 - 12:41

Miriel trat einen Schritt in die Richtung des Ragueliten, blickte aber zu den anderen ihrer Schar. Zuvor noch auf dem Sprung, um ihre in Gift getränkte Klinge gegen den vermeintlichen Feind einzusetzen, befürchtete sie nun, ihren Bruder gegen die Schar verteidigen zu müssen. Sie hatte weder die Kreaturen, noch den zugerichteten Vamiel gesehen und hatte - wenn überhaupt - nur knappe Beschreibungen erhalten. Von der Blindheit erfuhr sie erst jetzt.
Unsicher blickte sie zwischen dem Ragueliten und Auriel hin und her. Zumindest hatte der Michaelit den anderen inne halten geboten. "Vielleicht hat er ihm nur helfen wollen?", riet sie. Dann bat Miriel den älteren Engel: "Bruder, sag uns doch deinen Namen und erzähl' uns von deiner Mission."

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