Kapitel 1: Der Sturm

Das Forum von Auriel Schar. Hier findet ihr Charbögen, Besprechungen und die Spielrunde der Schar.
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Kasima
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Kasima » 09.12.2013 - 21:16

Nach einigen Minuten tauchten die restlichen der Gruppe auf dem vorangehenden Weg auf. Sie sahen alle ziemlich zuversichtlich aus und redeten locker über dies und jenes.
Wenn es weiter so gut vorangging, würden sie bald die nächste Etappe erreicht haben. Bevor Gustav, Peter und Markus jedoch dem Frühstücksmal teilnehmen konnten kamen ihnen Auriel entgegen.
"Salve Auriel", grüßte Gustav gleich und lächelte den Engel vor sich an. Sie hatten eine gute Schar als Hilfe bekommen, dem war sicher der Karawanenführer sicher.
"Die Wege sehen gut aus, heute sollten wieder ein gutes Stück vorankommen", meinte er weite.
"Gibt es etwas?"
Auch Markus und Peter grüßten den Engel und blieben abwartend stehen.
Dominik nahm noch eine zweite Hand voll und knabberte genüsslich an dem fremdartigen süßen Zeug und bedankte sich gleich nochmals bei dem Engel.
Mareike belies es bei der einen Hand und beobachtete die anderen aus ihrem scheuen Blick. Auch die Urielitin schien sich wieder näher an die Gruppe zu gesellen.
Mareike warf ihr ein scheues Lächeln zu. Sie wusste es selbst nicht so genau, aber irgendwie fühlte sie sich dem Engel am zugehörigsten.
Damian und Lilia beendeten ihren Kampf, beide schnaufend gesellten sie sich zum Frühstückstisch und nahmen sich je ein Brötchen. Damians Augen blitzten noch immer frech und Lilia benahm sich beleidigt und funkelte ihren Kampfpartner immer wieder an. Dem Blick von Sekearel wich sie aus. Immer noch schien die Scham etwas an ihr zu haften.

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Alessiel
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Alessiel » 11.12.2013 - 01:38

Auriel kam den Menschen mit einem freundlichen Lächeln entgegen und nickte ihnen zu.
"Salve."
Er lauschte den Worten des Anführers und nickte noch einmal. "Das klingt sehr gut."
Bei der Frage nickte der Michaelit erneut, lächelte dabei immer noch. "Ich wollte mit dir noch über die weitere Route sprechen. Wir können das gern beim Frühstück machen."
Für einen Moment wandten sich seine grünen Augen von den Menschen ab und sahen hoch in den Himmel. Er würde Mirariel heute wieder in die Luft schicken und Cressariel am besten auch, dieser schien sich wohl schon zu langweilen.
Der Blick kehrte wieder zu Gustav und den Männern zurück. "Wollen wir uns doch erstmal stärken oder?"

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Kasima
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Kasima » 09.01.2014 - 19:41

"In Ordnung, aber du hast Recht stärken wir uns erstmal", meinte Gustav und ging gemeinsam mit den anderen beiden Richtung Tisch, an dem die Brote die Dominik und Mareike vorbereitet hatten ausgelegt waren, während Mareike weiter die Engel beobachtete und scheinbar in ihren Gedanken versunken träumte, hatte Dominik sich ein paar Brote genommen, um diese den schweigsamen und verschlossen Piccati zu bringen. Damian und Lilia beendeten recht schnell ihr Mal, während Lilia immer noch etwas zu schmollen schien und den urielitschen Templer ignorierte, so schien sich Damian weiter darüber zu amüsieren. Er probierte auch etwas von dem Puffmais und genoss den fremden wohligen Geschmack. Die stolze Gabrielstemplerin begann das Geschirr, das nicht mehr benutzt wurde zu sammeln und lies Wasser in eine Spüle. Auf Reisen kam man von solchen Aufgaben eben nicht umher, außer man hieß wohl Felix, denn dieser saß gemütlich auf den Treppenstufen und spielte mit einem Dolch.
"Bevor du dich schneidest, solltest du dich lieber nützlich machen und die Pferde startklar machen. Taro muss noch gestriegelt werden", meine Magdalena streng und hielt einen Eimer für Wasser dem jungen Templer entgegen, der gerade mit Striegelbürsten befüllt war.
Dieser musterte kurz, gab jedoch seufzend nach, nahm den Eimer und stapfte zu dem Bereich den sie für die Pferde eingegrenzt hatten. Der Sarielit war mit der Raphaelitin gerade dort, kurz nickte Felix ihnen beiden zu, bevor er sich an die Arbeit machte.
Magdalena ging derweil zu Lilia, übernahm das Spülen und wies sie an die Sachen abzutrocknen. "Es wäre wirklich hilfreich, wenn alle Templer sich herablassen würden mitzuhelfen", lies sie ihren angestauten Unmut kurz Luft, lächelte jedoch darauf gleich wieder.
"Ich kann auch helfen", meinte Mareike sofort. Sie hatte es gehört und fühlte gleich etwas Schuld in ihrem Inneren.
"Du warst damit auch nicht gemeint", meinte die gute Frau sofort und lächelte.
"Da ist noch ein Lappen, kannst beim abtrocknen helfen"
"Gustav", meinte sie als sie den Leiter sah, "in ca einer Stunde können wir weiter ziehen, aber frühstück erstmal richtig"
Der Leiter der Reisegruppe lies nicht lange auf sich warten und nahm sich gleich ein Brötchen. Auch Peter und Markus nahmen sich jeder eines. Jedoch ging Peter gleich weiter Richtung Pferde.
"Gibt es etwas bestimmtes was du wissen willst?", fragte Gustav den Michaeliten.

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Alessiel
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Alessiel » 10.01.2014 - 15:51

Der Michaelit begleitete Gustav jedoch nahm er sich keines der Brötchen, denn immerhin hatte seine gute Seele Andariel schon dafür gesorgt das er etwas aß.
Der goldene Engel ließ dem Mann genug Zeit erst einmal sein Frühstück zu sich zu nehmen, dabei ließ er seine grün goldenen Augen über das Lager schweifen und blickte lächelnd zu Mareike die wahrscheinlich wieder mit dem Kopf in den Wolken war.
Diese Erkenntnis brachte Auriel zum Schmunzeln, sie war sehr schüchtern aber besaß ein gutes Herz, sein Blick fiel auf Dominik der so viel Energie und Lebenslust ausstrahlte. Vielleicht würde er sie irgendwann mit seiner aufgeweckten Art anstecken. Wer wusste das schon?

Auriels Blick wanderte weiter über seine Engel und die Templer und plötzlich erschienen ihm Bilder vor seinem geistigen Auge. Erinnerungen.
Der goldene Engel sah ein Lager das viel riesiger war als das hier, viele Templer die sich für eine Schlacht rüsteten und er war mitten in ihnen.
Auriel war es der sie in diese Schlacht führen würde, die Hälfte davon in den sicheren Tod. Doch sie würden ihm folgen, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.
Sie waren sogar dankbar unter dem Befehl eines Engel Michaels in die Schlacht ziehen zu dürfen. Ihre Augen waren voller Hoffnung, voller Entschlossenheit und er würde sie enttäuschen....

Der Michaelit schüttelte energisch den Kopf und rieb sich über das Gesicht versuchte die schlechten Erinnerungen zu vertreiben sie weit weg zu scheuchen.
Sein Blick der etwas glasig und weit entfernt gewirkt hatte legte sich auf Gustav, dieser hatte den goldenen Engel gerade etwas gefragt.
"Äh..nein ich wollte einfach nur die Route mit dir besprechen."
Der goldene Engel lächelte leicht und atmete tief ein und wieder aus. "Immerhin muss meine Schar wissen was sie erwartet. Meine Urielitin werde ich wieder in die Luft schicken und meinen Gabrieliten abwechselnd auf den Boden und dann in die Luft."
Erklärte der Michaelit sein Vorgehen, was ihm dazu verhalf wieder ins Hier und Jetzt einzutauchen.


*Karte: Verfall*

Carian
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Carian » 12.01.2014 - 21:56

Andariel grinste den Sarieliten fröhlich an. "Da hast du völlig recht." Sie war nicht zu nahe an das Pferd heran gegangen. Auch wenn sich das Tier inzwischen an die Engel gewöhnt hatte, wusste sie es nicht so recht einzuschätzen und wollte es nicht scheu machen. Das Grinsen verblasste ein wenig, auch wenn das Lächeln in den braunen Augen blieb. "Findest du, dass sich ihr Verhalten verändert hat?" fragte sie schließlich und deutete mit Blick und Kinn in Richtung der Templer. Innerlich verdrehte sie die Augen. Das war überhaupt nicht so rausgekommen, wie sie sich das vorgestellt hatte. "Dir gegenüber, meine ich." Schrecklich unbeholfen, irgendwie, aber sie war doch neugierig und wollte doch, dass der flügellose Engel sich wohl fühlte.

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Terael
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Terael » 12.01.2014 - 22:18

"Klar", antwortete er gleich und musterte die Raphaelitin kurz. Sie schien unsicher, aber es deutete nichts darauf hin, warum.
"Kann ich auch verstehen. Als wir ins Kloster kamen, dachten sie, ich bin in der Hierarchie ganz unten... also..." Das klang etwas komisch, zugegeben. Aber Sekearel störte sich nicht daran. "Sofern es eine gab. Sie dachten, wenn was passiert, dann müssten sie mich beschützen. Sie dachten nur einmal darüber nach, was sie zu mir gesagt haben, wenn es falsch war, dann wars egal. Und plötzlich haben sie gemerkt, daß das ganze Gegenteil der Fall war"
Er folgte Lilia einen Moment mit den Augen, denn sie war es, die sich dabei wohl am wenigsten wohl fühlte. "Jetzt haben sie Angst, daß sie was falsch gemacht haben und sind vorsichtig. Aber das ist nicht so schlimm"

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Magnetklaue
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Magnetklaue » 15.01.2014 - 10:50

Mirariel schwieg zu der Frage ert einmal und trottete leicht schicksalsergeben in Richtung Menschen- und Engelansammlung. Wollte sie Kreise ziehen, wie der Gabrielit es nannte? Eigentlich war ihr das wesentlich angenehmer als sich nun hier zwischen die Leute zu quetschen. Aber sie hatte versprochen zu probieren und sie würde es tun.
"Ja, natürlich", antwortete sie schließlich kurz vor dem Ziel und warf Cressariel einen kurzen Blick zu.
"Wir könnten Flugmanöver üben", schlug sie dann unsicher vor und lehnte sich gefühlt weit aus dem Fenster. Wenn ihr etwas Spaß machte, dann Fliegen und Schießen und das anderen zu zeigen war die angenehmste Art mit ihnen zu verkehren. Außerdem würde sie dann wissen was sie sagen sollte.

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Steff
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Steff » 19.01.2014 - 11:41

Cressariel fing die Zusage mit einem Lächeln auf. Genau darauf hatte er gehofft. Der nächste Satz, der ihn direkt in eifrige Vorfreude stürzte, ließ das Grinsen nur noch breiter werden. ´Du kannst Gedanken lesen, kleine Schwester.´ "Gerne!"

Schon immer hatte er es geliebt vogelfrei über den grenzenlosen Himmel zu gleiten, aber wild durch die brausenden Windböen zu fetzen, ein Flugmanöver gewagter als das andere, das reizte den nach Abwechslung lechzenden Engel. Wenn er es doch nur so gut können würde wie Mirariel und ihre Ordensbrüder.
Inzwischen würde seine stille Schwester wahrscheinlich festgestellt haben, dass er zwar kein schlechter aber auch kein sonderlich begabter Flieger war. Zumindest im Vergleich zu einigen Urieliten die das Element des Himmels besser zu bänden wussten als manche Fische das Wasser. Vielleicht würde er mit Mirariel ein kleines Stückchen näher an diese genialen Flugakrobaten heran kommen.

"Weißt du was ich schon immer richtig können wollte?" Er hob die Linke und symbolisierte so einen Engel in der Luft. "Sich aus dem freien Fall-" Die Hand wurde von Oben herab nach vorne gekippt, so als würde ein Mensch einen Kopfsprung ins kalte Nass machen. "-abzufangen, und das kurz bevor man den Boden erreicht!" Fluchs riss sich die Versinnbildlichung eines geflügelten Boten aus ihrem Sturzflug und erhob sie wieder in die Höhe.
"Oh, oder sich flink um seinen Gegner herumzuschrauben! " Eine Schraube mit der Hand zu vollführen war natürlich alles andere als möglich, aber in Angriff genommen wurde es trotzdem. "So dass er gar nicht weiß wie ihm geschieht!" Da war er wieder, der Kämpfer, der am liebsten jetzt sofort auf Schlachtfeld gestürmt wäre um seiner Bestimmung als Streiter Gabriels nachzugehen. "Ich schwöre, ich habe schon einmal einen Urieliten nahe Genora gesehen, der genau das gemacht hat."

Währenddessen er weiter redete griff er nach der Schüssel, die nach all den neugierigen Testessern nur noch ein, zwei Hand voll der süßen Speise enthielt. Der gestekulierende Streiter bot dem kleinen Engel die vom Zucker klebrige Schale an, ohne seinem vor Tatendrang überquellenden Mundwerk Einhalt zu gebieten. "Das war selbst für die Spiegelaugen der Traumsaat zu schnell." Er musste kichern als er an den Anblick zurückdachte. Er war damals noch sehr jung gewesen, war für einen Moment einfach nur mit offenem Mund dagestanden, bevor er sich wachgerüttelt hatte um seinem Bruder zu Hilfe zu eilen. Nicht das es nötig gewesen wäre.
"Kannst du mir das beibringen?"
Man konnte ganz klar merken wie der Streiter langsam in Schwärmerei verfiel. Und wer konnte es ihm auch übel nehmen, so schnell wie sich die eleganten Urielsschwingen durch den Wind bewegen konnten.

Carian
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Carian » 19.01.2014 - 21:14

"Und du?" fragte Andariel weiter. Dass er so bereitwillig antwortete, gab ihr etwas mehr Sicherheit, so dass sie einfach weiter Fragen stellte. "Wie ist das für dich, dich nicht mehr verkleiden zu müssen?" Sie konnte sich so gar nicht vorstellen wie es sein musste, unerkannt unter den Menschen zu wandeln. Aber das würde sie auch gar nicht wollen, wozu auch.

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Terael
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Terael » 19.01.2014 - 22:39

"Ich?"
Jetzt war es an dem Sarieliten, unbeholfen zu sein. "Mhhh", machte er und schaute zu den Menschen und den Engeln um sie herum.
"Ich hab mich noch nie damit angefreundet, mich zu verkleiden", drugste er herum. Eigentlich wollte er das Thema vermeiden.
Er atmete tief ein. "Es ist angenehm", stellte er fest, "man selbst zu sein. Es ist ein bisschen anders als sonst, aber das liegt..." Er schaute Andariel kurz verwundert an. Verwundert über sich selbst. "das liegt an euch, schätze ich"

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Kasima
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Kasima » 21.01.2014 - 18:00

Auch Markus ging darin über sich für den Aufbruch bereit zu machen. Während Gustav bei dem Michaeliten blieb. Er blickte ihn an und für einen Moment schien es dem Mann als würden schwere Lasten auf den Schultern dieses Engels lasten. Ihre Körper sahen so jung aus, so kindlich, doch ihre Seelen waren viel älter, sicher älter, als Gustav sich vorstellen konnte. Er biss in sein Brötchen und lies ebenfalls für einen Moment den Blick über das Lager schweifen, alles war bis auf die vielen Krankheitsfälle mehr als zufrieden stellend verlaufen, jedoch waren die Berge tückisch das wusste Gustav. Doch sein Geist beschäftigte sich gerade mehr mit dem Engel der an seiner Seite stand. Gustav hatte nicht das erste mal mit einem Engel zu tun gehabt und auch nicht das erste Mal ein Geheimnis bewahren müssen. Doch war es bei jedem Engel eine andere Sache, ob man seinem Mitgefühl Ausdruck verlieh.
Lächelnd nickte er auf die Worte des Engels und legte kurz das Brötchen auf die Seite.
"Ich bin froh, dass ich deine Schar und dich an meiner Seite Wissen darf. Vielen Dank für eure Hilfe. Man kann sich keinen besseren Schutz vorstellen als die Gesandten unseres geliebten Herrn", sprach er dankbar und drückte aus einem Impuls heraus die Schulter des Michaeliten, zog die Hand jedoch wieder zurück als ihm wieder bewusst wurde mit wem er sprach. Er beugte kurz entschuldigend den Kopf, jedoch änderte sich seine Aufrichtige Miene nicht. Dann nahm er den nächsten Bissen von seinem Brot.
"Ich geh kurz in den Wagen und hole die Karte, dann kann ich es dir richtig zeigen", meinte und wandte sich Richtung Wagen.

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Alessiel
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Alessiel » 22.01.2014 - 03:00

Gänsehaut legte sich auf seinem Körper als die starke beschützende Hand des Mannes sich auf seine Schulter legte.
Es war ein seltsames Gefühl, wirkte es doch so vertraut und doch so fremd. Der Michaelit zuckte nicht zurück, er war niemand der Berührungen scheute, denn oft genug hatte er einen seiner Engel beruhigend eine Hand auf die Schulter gelegt. Immer mal wieder geschah es das sie seine Geste kopierten aber von einem erwachsenen Menschen,...das war selten.
Dazu dieser mitfühlende ja fast....Auriel kam nicht ganz dahinter was der Blick aussagen sollte denn es lag nicht nur Mitgefühl in den Augen des Mannes.

Die grün goldenen Augen starrten den großen Mann nur einfach an, solch eine Geste hatte er einfach nicht erwartet war nicht darauf vorbereitet gewesen.
Gustav neigte den Kopf, war sich nicht ganz bewusst gewesen was er da getan hatte. Doch das nahm der goldene Engel gar nicht richtig wahr, wie durch einen vernebelten Schleier sah er die Welt um sich herum.
Fern drang Gustavs Stimme zu ihm durch, Auriel nickte nur langsam. Ein Gefühl kam in ihm hoch das er schon sehr lange nicht mehr gefühlt hatte, etwas das er nicht ganz benennen konnte das ihm aber plötzlich sehr vertraut vorkam, genau wie die Geste des Karawanenführers.

Das vertraute aber dennoch nicht definierte Gefühl wurde immer stärker, ließ ihn nicht mehr los und legte sich wie eine eiserne Kette kalt um sein Herz. Ohne es wirklich zu wollen perlte ihm eine Träne über die Wange.
Was war nur los? Was sollte das ganze? Was war mit ihm los?
Der Michaelit rieb sich über das Auge und wischte damit die Träne weg die gerade über sein Kinn laufen wollte.
Auf einmal tauchte vor seinem geistigen Auge ein Bild auf, lange blieb es nicht doch es reichte um dem goldenen Engel völlig aus dem Konzept zu bringen, hastig wie von eine Hornisse gestochen sprang er auf die Beine.
Lief eilig ein paar Schritte zurück, taumelte leicht und rempelte in seiner Panik Bariel seinen Ramieliten an, Auriel kam aus dem Gleichgewicht und stieß unsanft gegen den Wissensbewahrer so das beide Engel auf den Boden fielen.
Panik breitete sich in seinem inneren aus, er musste weg von hier und zwar sofort!

Erst das Gefühl weicher Federn die seine Haut streiften holten ihn ins Hier und Jetzt zurück.
Verwirrt blinzelnd schaute er auf die Gestalt des Ramieliten den er fast unter sich begraben hatte, sein Herz schlug vor Panik schneller und die Augen waren geweitet.
"Nein!"
Schnell richtete sich der goldene Engel auf so das er halbwegs eine sitzende Position eingenommen hatte und blickte Bariel für einen Moment hilflos an.
"Ver...verzeih mir...ich..."
Auriel wischte sich über das Gesicht, versuchte die Bilder in seinem inneren zu vertreiben dennoch auch wenn das Abbild eines Mannes der ihm eine Hand auf die Schulter gelegt hatte und mit einem...väterlichen Lächeln, auf ihn herbsah verwischte, so bohrten sich die Gefühle die ihn heimsuchten tief in sein Herz.
Dieser Mann das war nicht Gustav gewesen, er besaß ein anderes Äußeres, nur wer? Daran konnte sich der goldene Engel nicht erinnern. Er vergrub sein Gesicht in den Händen und versuchte gegen diese Gefühle anzukämpfen. Ein Zittern ging durch seine weißen Schwingen die sanft in der Sonne golden schimmerten.
Plötzlich wie aus dem Nichts wusste der aufgewühlte Engel was dieses andere Gefühl war das ihn gefangen hielt. Auch wenn er es nie für möglich gehalten hätte doch es war eindeutig eine Sehnsucht, eine Sehnsucht nach Hause. Heimweh.
Auch wenn Auriel spürte das es kein Heimweh nach dem Himmel der Michaeliten oder dem Himmel allgemein war. Es war anders, als gäbe es einen Ort den er längst vergessen hatte und das stimmte ihn traurig.
Einen Ort den er Zuhause nannte, der so voller Wärme und Liebe war, doch vergessen, nicht auffindbar, für immer verloren.


*Karte: Herr der Fliegen*

Turgon
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Turgon » 22.01.2014 - 21:28

Bariel war, nachdem er immmer wieder von Sekearels Kreation gekostet hatte, ein wenig ziellos im Lager hin und her gewandert. Eigentlich hatte er den Sarieliten näher zu diesem Mais befragen wollen, doch dieser war in ein Gespräch mit Andariel vertieft. Er wollte die beiden nicht stören, seine Fragen konnten warten.
Cressariel war nicht in der Nähe, das wiederum war Bariel ganz recht. Er nahm sich noch etwas von dem aufgepoppten Mais und der Nougatcreme, dann wollte er wieder zu dem Stein außerhalb des Lagers und sich in die Sonne legen.

Das Lager war mit emsiger Betriebsamkeit gefüllt. Ein Teil der Templer saß schwatzend beim Frühstück, andere versorgten die Tiere oder verpackten Ausrüstung in Kisten und verluden diese auf die Wagen. Anscheinend sollte bald aufgebrochen werden.
Bariel sah in einiger Entfernung Auriel mit Gustav, dem Anführer der Templer, reden. Wahrscheinlich unterhielten sie sich über die Tagesroute. Er änderte seine Pläne und steuerte die beiden an. Er wollte gleich die neuesten Planungen für den nächsten Abschnitt erfahren.

Da bemerkte er, wie Auriel plötzlich erschreckt auffuhr und zurücktaumelte. Überrascht lief Bariel näher zu ihm hin, doch der Michaelit bemerkte ihn nicht und rempelte ihn an. Darauf waren anscheinend beide Engel nicht vorbereitet, Auriel verlor das Gleichgewicht und riss beim Fallen Bariel mit um.
Verdattert landete er auf dem Boden. Ein paar Federn stoben. Er blickte zu Auriel, und glaubte, eine tiefe Panik zu erkennen.
"Nein!" rief der Michaelit, um sich kurz darauf aufzurichten und bei Bariel zu entschuldigen. Der setzte sich nun auch auf und blickte Auriel besorgt an. Was er mit dem Nein gemeint haben könnte, blieb für Bariel schleierhaft.
Bis jetzt hatte der Michaelit stets einen besonnenen und freundlichen Eindruck gemacht, er hatte immer die Kontrolle über die Situation behalten. Umso erschütternder für Bariel war es, ihn in diesem Zustand zu sehen. Er wirkte verletzlich und hilflos. So sollte man keinen Michaeliten zu sehen bekommen.

Bariel ging auf die Knie und breitete seine Flügel etwas aus, so dass Auriel vor den Blicken der anderen etwas abgeschirmt war.
"Was ist?" fragte er besorgt. "Hier ist alles in Ordnung." fügte er an, um ihn wieder ein wenig zu beruhigen. Er wusste im Augenblick nicht, wie er Auriel helfen könnte, er hatte ja auch keine Ahnung, was mit dem Michaeliten los war, und so sah er ihn nur mit Sorgenfalten im Gesicht an.

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