Kapitel 1: Der Sturm

Das Forum von Auriel Schar. Hier findet ihr Charbögen, Besprechungen und die Spielrunde der Schar.
Carian
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Carian » 22.01.2014 - 22:39

Andariel sah den Sarieliten verwirrt an. "An uns? Ist es so ungewöhnlich, mit seinen Geschwistern zu reisen?" Ihre Stimme war sanft und nachdenklich. War er schon so lange unter den Menschen, dass er vergessen hatte wie das war mit anderen Engeln? Allein den Gedanken daran fand die schlanke Raphaelitin erschreckend. Sie konnte und wollte sich nicht vorstellen, wie es sein musste, sein eigenes Ich nicht nur vor den Menschen sondern auch vor den eigenen Geschwistern verbergen zu müssen.

Dem Sarieliten blieb keine Zeit zum Antworten, denn plötzlich klang Auriels lautes "Nein!" über das Lager. Sofort wandte sich Andariel in seine Richtung, sah ihn taumeln und mit Bariel zusammen stoßen. *Auriel* rief sie in ihren Gedanken und ließ Sekearel stehen. Mit Unterstützung einiger kräftiger Flügelschlägen eilte sie zu den beiden am Boden sitzenden Engeln. Sie blieb neben ihrem Michaeliten stehen, die Flügel leicht ausgebreitet und funkelte die Menschen, vor allem Gustav, der ihnen noch am nächsten stand. Sie wusste nicht genau, was passiert war, dazu war sie zu sehr in das Gespräch mit Sekearel vertieft gewesen, doch wenn einer der Menschen Auriel etwas angetan hatte, würde er es mit ihr zu tun bekommen. Erst als sie sich vergewissert hatte, dass keine Gefahr drohte, ging sie neben ihrem Michaeliten in die Hocke und berührte ihn ganz sachte am Arm. "Alles in Ordnung? Was ist passiert?" fragte sie leise, voller Sorge und ein wenig atemlos.

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Kasima
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Kasima » 22.01.2014 - 23:30

Gustav wollte sich gerade abwenden, beruhigt dass Auriel ihn für sein unüberlegtes Handeln nicht zurecht gewiesen hatte, als etwas geschah, womit er nicht gerechnet hatte. Auch wenn ihm für einen Augenblick dieser ferne, erschrockene und leidende Blick aufgefallen war, doch hatte er geglaubt es wäre nur Einbildung gewesen. Erschrocken blickte er zu Auriel der mit seinem Ramieliten zusammen gestürtzt war, doch bevor irgendetwas tun konnte, kam auch schon die Raphaelitin angerauscht und blickte ihn böse an. Klar, sie dachte, er hätte Auriel auf irgendeineweise Angegriffen, obwohl eigentlich genau das Gegenteil der Fall gewesen war. Er hatte sich bedankt, bedankt für die Hilfe die sie von den Sendboten bekamen.
Verteidigend und entschuldigend hob er seine Hände und zeigte seine Handflächen den Engeln.
"Es tut mir leid, ich wollte keine schlechten Erinnerungen hervorrufen", sprach er und beobachtete wie sich die erhabenen Geschwister um ihren Scharführer kümmerten. Es war das einzige, was ihn in den Sinn kam, nach dem Blick zu urteilen, welcher doch keine Einbildung gewesen war.
Gustav blieb stehen und wartete ab, ob die Engel noch etwas von ihm wollten. Sicher war sicher.

Auch die anderen Menschen hatten sich umgewandt und blickten teils erschrocken teils besorgt zu dem umgestürtzten Engel. Selbst die Peccati warfen einen Blick aus ihrem Wagen. Doch wies Peter sie alle dazu an, weiter ihren Aufgaben nachzugehen, anstatt auf den Engel zu starren. Mit lauter Menschen die einen anblickten konnte man sich sicher nicht wieder beruhigen.

Mareike brauchte noch einen Stups von Dominik ehe sie sich regte. Ihr Blick war nahezu panisch, das sie fürchtete Opfer der Wut der Engel zu werden, dass sie alle Opfer der Wut werden würden. Hilfesuchend blickte sie zu der Urielitin. Würden sie jetzt eine Strafe des Herrn zu spüren bekommen? Dominik versuchte Mareike zu beruhigen und versicherte ihr, dass ihnen nichts passieren würde.

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Terael
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Terael » 23.01.2014 - 19:50

"Klar ist...", sagte Sekearel, doch dann passierte etwas und Andariel war weg. So konzentriert war er auf den geflügelten Engel gewesen, daß er nicht mitbekommen hatte, was sich da anbahnte.

Er drehte sich um, sah Bariel und Auriel am Boden liegen. Er konnte die Aufregung hören, vor allem die von seinem Michaeliten, doch er wusste nicht, wie es dazu gekommen war. Wäre es Cressariel gewesen, der da mit dem Ramieliten am Boden lag, wäre es schon einfacher gewesen... Doch nichts deutete auf eine Gefahr hin, auch wenn einige Menschen wohl anders dachten.
Langsam, ruhig und aufmerksam ging er auf die Engel zu. Er nickte Gustav zu, daß er sich nicht allzu viele Sorgen machte, und obwohl er sicher genauer wusste, wie es dazu gekommen war, sagte er nichts, sondern stellte sich in etwas Abstand neben die Engel.

Er sah nicht beunruhigt aus, sondern sah die Drei Engel eher teilnahmslos an. Trotzdem ging es in seinem Kopf herum, was wohl Auriel hatte, ob es etwas mit der Unsicherheit zu tun hatte, die er schon in der Mensa gezeigt hatte, wovor er wohl Angst hatte und ob es vor oder hinter ihm lag. Er konnte sich dennoch keinen rechten Reim darauf machen.
Er könnte sie beruhigen, Menschen wie Engel, aber er zögerte noch. Vielleicht war es Unsicherheit gegenüber seinen Geschwistern, aber vielleicht war es auch ein Stück Neugier.

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Magnetklaue
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Magnetklaue » 26.01.2014 - 20:27

Mirariel tapste unsicher neben ihrem Scharbruder her und wich manchmal unnötigerweise vor Menschen aus die ihnen entgegen kamen oder einfach nur dastanden. Als sie spürte wie angetan Cressariel von der Idee von flugtraining war richtete sie sich spontan etwas weiter auf und sah ihn erstaunt an.
Die Geschichte die er zum Besten gab interessierte sie. Solche Manöver waren ihr nicht unbekannt, auch wenn sie sie seltener benutzte, da es beim Schießen eher hinderlich war verrückte Flugmanöver durchzuführen. Sie betrachtete die Flügel ihres Bruders um einzuschätzen wie gut er solche Flugmanöver würde machen können.

"Ich kann es probieren", sagte sie schließlich und stutzte als ihr die vor die Nase gehaltene Schüssel mit dem klebrigen Zeug auffiel. Achja, da war ja etwas gewesen, weswegen sie eigentlich hierher mitgekommen war. Höflich nahm sie ein wenig von dem Essen und steckte es sich in den Mund. Sehr süß, befand sie und kaute ein wenig darauf herum. Nicht ganz ihr Geschmack. Aber sie aß die paar geplatzen Körnchen auf, die sie genommen hatte und wischte sich dann die Hand an ihrem Rock ab.
"Ich mag Karotten lieber", sagte sie dann nachdenklich, nur um kurz darauf zusammen zu zucken und schuldbewusst einen Blick nach rechts und links zu werfen.

Plötzlich gab es Unruhe, Mirariel hörte die Stimme ihres Michaeliten und reflexartig sprangen ihre Flügel auf und ihr ganzer Körper spannte sich, bereit sich schnell in die Luft zu katapultieren, sollte es nötig sein.

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Steff
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Steff » 27.01.2014 - 21:58

Mirariel wirkte etwas erstaunt über seinen plötzlichen Freudenausbruch, doch sie sagte zu es zumindest einmal zu versuchen. ´Ha!´ Dadurch beflügelt grinste der Streiter noch breiter, schien er schließlich nicht nur seine kleine Schwester überzeugt sondern auch eine Lehrerin in ihr gefunden zu haben. Zumindest jemanden der ihn unterrichteten wollte. Ob sie es gerne tun würde würde sich vermutlich noch herausstellen. Aber innerlich versprach er der zierlichen Urielitin, dass er sich auch benehmen würde.

"Wirklich?", kam es mit einem etwas ungläubigen Lächeln zurück, hatte Cressariel doch fast angenommen, dass seine schüchterne Schwester größeren Gefallen an der süßen Speise finden würde. Aber gut, ´Jedem das seine.´
Mit einem Mal zuckte der braunhaarige Engel zusammen und breitete die fein gefächerten Flügel in Panik aus. Cressariel suchte den Grund für den plötzlichen Aufruhr, welcher ihm nach nur einer Sekunde ins Auge sprang. Auriel lag auf dem Boden. Besser gesagt lag er auf Bariel, welchen er unter sich begraben hatte.

Sofort landete die Schüssel mit dem zuckrigem Weiß wieder auf dem Tisch. Der Streiter bewegte sich bevor er es realisiert hatte und eilte wie Andariel seinem Michaeliten entgegen, der sich langsam von dem Wissenbewahrer herunter zog. Im Vorbeirennen streifte er Mirariel aus Versehen mit seinem rechten Flügel, den er viel zu spät wieder an seinen Körper heran zog. Es würde ihm später Leid tun, seine Schwester gerade einfach so stehn gelassen zu haben aber in diesem Moment hatte ihn der Schreck weitaus mehr im Griff als sein Verstand. Auriel hatte sich mit einem Aufschrei inzwischen wieder hochgezogen und kniete nun aufrecht vor Bariel, welcher sich ihm gleich vom Boden aufrappelte. Was war hier passiert?

Während er auf die beiden Engel zusteuerte kam auch schon Andariel bei dem blonden Scharesführer an und baute sich vor den umstehenden Menschen auf. Hatte etwa jemand Auriel geschubst? Cressariel sah ab hier nur noch Rot, denn er glaubte den Schuldigen in der Menge zu erkennen. Einer der Männer wurde von der Raphaelitin wütend ins Visier genommen. Der, der es getan hatte. Dass seine braunäugige Schwester von dem mutmaßlichen Täter abließ realisierte der in Flammen gesetzte Gabrielit nicht mehr, denn sein Ziel hatte er schon fest ins Auge gefasst. Er fetze an seinen Geschwistern vorbei, geradewegs auf den ahnungslosen Mann zu und packte diesen kurzerhand am Kragen. "Du kleine Ratte! Wie kannst du es wagen!?"
Niemand schubste seinen Freund und kam ungeschoren davon.

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Alessiel
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Alessiel » 28.01.2014 - 11:59

Der Michaelit hatte sein Gesicht in den Händen vergraben, spürte den tiefen Schmerz in seiner Brust und war den Tränen nahe.
Wieso spürte er diese Sehnsucht, warum lastete sie plötzlich so schwer auf seinem Herzen?
Wahrscheinlich hätte sich der goldene Engel ganz zurückgezogen, wenn er nicht eine vertraute Stimme gehört hätte die ihn wachrüttelte.
Vorsichtig nahm der Blondschopf seine Hände vom Gesicht und zwei unsichere Augenpaare sahen dem Ramieliten seiner Schar ins Gesicht.
Wie als würde er aus einem bösen Traum erwachen, blinzelte er und versuchte Bariel weiter in seinen Fokus zu nehmen. Auriel wollte etwas sagen doch die Worte blieben ihm im Hals stecken. Das grün gold starrte den Wissensbewahrer einfach nur an, der Blick wirkte weit weg auch wenn er jetzt wieder klarer wurde.
Er realisierte das Bariel ihn mit Sorge anblickte. Sorge....
Wegen ihm? Plötzlich sickerte die Erkenntnis was geschehen war in ihm durch. Was hatte er getan?

Ein zweiter Engel seiner Schar kam hinzu ebenso vertraut, er blickte in ihre braunen Augen und war ebenfalls dankbar das sie da war.
Ihre Berührung beruhigte die Panik in ihm die aufsteigen wollte. Was war passiert? Was hatte er getan?
"Ja....geht wieder."
Sprach der Michaelit leise und hörte plötzlich eine andere Stimme, sie klang kräftig und...
Seine Augen wurden groß. Cressariel!
Auriel versuchte aufzustehen und einen Schritt zurückzugehen, er wankte etwas doch er stand. Entsetzt sah er zu seinem Gabrielit der Gustav am Kragen gepackt hatte. "Nein! Cressariel, alles ist gut...er hat nichts getan! Lass ihn los!"
Eine feste Stimme klang anders, sie zitterte und dem Michaeliten wurde plötzlich übel. Er wirkte auf einmal so erschöpft und blass im Gesicht.

Dem goldenen Engel schwindelte es, Blut rauschte durch seine Ohren und er spürte wie weich seine Knie geworden waren, mit einem leisen ächzen sackte er zurück auf die Knie.
Irgendetwas raubte ihm gerade die Kraft. Was war nur los? Er verstand nicht....
"Lass ihn los, bitte." Kam es über seine zitternden Lippen, warum fühlte sich der goldene Engel plötzlich so schwach?
Sein Blick wanderte von Bariel zu Andariel hin und her. "Es tut mir leid...ich wollte euch keine Sorgen machen."
Wie schwach er doch wirken musste, seine Ordensbrüder hätten ihn dafür ausgelacht und verachtet.
So schwach...

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Kasima
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Kasima » 29.01.2014 - 18:55

Gustav zog die Luft scharf ein und blickte erschrocken den Todesengel vor sich an, der ihm fest am Kragen hielt.
Ganz still blieb der Mann stehen, Furcht in den Augen und sagte nichts. Was sollte er auch sagen? Kein Wort eines Menschen konnte die Worte oder Gedanken eines Gesandten Gottes widerlegen. Er hatte nichts schlimmes getan, oder nichts mit schlimmer Absicht, selbst nichts gedacht, das wusste der Herr. Zitternd ging der Atem von dem Karawanenanführer.

Ein kurzer erschrockener Schrei gelte über den Platz. Es war doch keine Überreaktion, wie von Dominik versichtert. Die Wut der Engel würde über sie kommen. Mareike war sich nicht mal bewusst gewesen, als sie zitternd mit den Händen am Mund regungslos stehen blieb. Sie konnte nichts anderes war wie fest gefroren. Wie eine Maus, die dem Tode sicher vor einer Katze stand. Dies und die harschen Worte des Gabrieliten hatten die anderen alarmiert, welche auch erschrocken zum Todesengel und ihren Anführer blickten. Deutlich spürte man die Spannung in der Luft. Würde es ein Mensch wagen den Anführer so anzumachen, hätte dieser sicher keine Freude gehabt. Wie die Gesandten Auriel beschützen würden, würden die Templer es auch für Gustav tun. Doch einen Engel?
Hin und her gerissen zwischen ihrem Anführer zu Hilfe zu eilen und der Erfurcht vor dem Herrn und der Engel, blieben alle stehen und starrten angespannt in Richtung des Streiters und Gustav.
Nur Magdalena schien sich schnell von dem Schreck zu erholen und wandte sich an Mareike, um sie aus der Starre zu holen.Tränen standen schon in den Augen des jungen Mädchens. Sanft berührte die Frau, das Mädchen.
"He alles ist gut. Gustav wird nichts passieren und uns auch nicht", versicherte sie und blickte nur in Richtung des Mädchens.
"Aber sieh doch ...", versuchte Mareike anzusetzen, doch Magdalena lies sie nicht ausreden. "Gustav würde niemals einem Engel etwas antun wollen. Ich kenne ihn lange genug um das zu wissen und einen unschuldigen werden sie nicht richten!", sprach Magdalena ernst dazwischen, "außerdem war Sekearel mehrere Tage als Küchenjunge unter uns und wie du siehst, sind wir alle noch wohlauf"
Mareike wusste nicht mehr was sie sagen sollte und vergoss ein zwei Tränen der Angst blickte sich hilfesuchend um, nach jemandem der der gleichen Meinung war wie sie, doch auch Dominik, der sich abwenden konnte, schien Magdalena zuzustimmen. "Die Engel sind gut", meinte er in tiefem Glauben und rang mit einem Lächeln.
"Nun sei ein braves Mädchen und bring dem Scharführer eine Tasse Tee, wenn es einem Menschen hilft, warum dann nicht auch einem Engel"
Magdalena wandte sich ab und nahm eine saubere Tasse, füllte sie mit heißem Wasser und einem Beutel Tee, um diese Mareike in die Hände zu drücken.
"Warum ich? Warum nicht Dominik, der macht es...", wieder lies Magdalena sie nicht ausreden.
"Geh!" Auch winkte sie die angebotene Hilfe von Dominik ab. Das Mädchen musste lernen, dass nicht alles so schlecht ausging wie in ihren Vorstellungen.
Mareike schluckte zitternd und betrachte die Tasse und das Wasser, dass sich kräuselte. Mit unsicheren Schritten, wandte sie sich zu der Gruppe der Engel und blieb mit reichlichem Abstand stehen.
"Ich... ich hab.. eine Tasse heißen Tee für Auriel...", sprach sie mit zitternde Stimme, bereit zu zur Flucht und blickte die Engel ängstlich an.

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Terael
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Terael » 29.01.2014 - 21:53

Als der Todesengel auf den Templer losging, eilte auch Sekearel dorthin los. Er glaubte nicht, daß Gustav dem Michaeliten etwas Böses gewollt hatte, aber er konnte sich irren. Trotzdem wollte er den Gabrieliten hindern, einen Fehler zu machen.
Eigentlich wollte er sich vor Gustav stellen, doch er kam zu spät dafür. Würde Cressariel sein Schwert gegen den Mann erheben, würde er sicher nicht viel machen können, aber er würde es zumindest versuchen. Doch bevor er es stattdessen mit Worten beruhigen konnte, stellte Auriel die Situation klar.

So richtig helfen tat das allerdings nicht. Nicht den Menschen, die teils panische Angst hatten, auch wenn Einige von ihnen es gut verbergen konnten. Und auch die Engel waren in heller Aufregung, außer vielleicht Bariel, der eher verwirrt wirkte.
Bei Sekearel war es eine Weile her, daß er die angenehmen Worte Gottes sinnvoll einsetzen konnte, doch nun war es wohl an der Zeit. Während Magdalena ihre Gehilfin zu beruhigen versuchte, nickte der Flügellose dem Cressariel zu, entfernte sich einige Schritte von ihm und schloss die Augen.

Ein unglaublich tiefer Ton erklang, von dem man nicht genau hätte sagen können, woher er eigentlich kam. Er klang wie eine tiefe, beruhigende Meditation, die langsam lauter wurde, und je mehr der Sarielit die Resonanzen der Leute um ihn herum aufnahm, desto mehr Untertöne schienen hinzuzukommen. Es wurde lauter und lauter, und bald spürte man den Klang auch, wie eine zarte Vibration am Bauch und dann am ganzen Körper, beruhigend und kraftvoll*

Nach einer Weile verklang der Ton in einem Echo und Sekearel atmete tief durch. "Es ist alles in Ordnung", sagte er mit seiner klaren, sarielitischen Stimme, "bereitet euch auf die Weiterreise vor"


das 17. arkanum: die inspiration
Aufrechte Bedeutung: Kreativität
Zuversicht, Selbstwertgefühl, Talent, Anleitung, Ausdrucksstärke, Innovation, Einfallsreichtum, Ausstrahlung, Manifestation, Charisma, Anziehungskraft, Instinkt, Vollendung, Inneres Gleichgewicht, Spontaneität, Lebendigkeit, Natur, Hoffnung, Erkenntnis, Bedeutung

*Da Capo

Turgon
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Turgon » 29.01.2014 - 23:01

Bariel war stumm geblieben, als Andariel eintraf.
Erst auf das aggressive Eingreifen Cressariels hin zeigte er eine Reaktion. Er richtete sich halb auf, Cressariel missbilligend anblickend. Sah der denn nicht, dass er damit alles eher schlimmer machte? Der Templer, mit dem Auriel kurz zuvor gesprochen hatte, hatte, soweit Bariel es beobachten konnte, nichts getan, was eine solche Reaktion rechtfertigte. *Nein, ich glaube nicht, ...*

Weiter kam er nicht, denn Auriel versuchte, den Gabrieliten mit zittriger Stimme zurückzuhalten, was Auriels vorherige Worte, es ginge wieder, ad absurdum führte. Leicht entsetzt wandte er seinen Blick wieder auf Auriel, der nun völlig neben sich wirkte. Kaum noch etwas erinnerte jetzt an den Michaeliten, den Bariel in den letzten Wochen kennengelernt hatte. Mit tiefen Falten auf der Stirn schaute er Andariel fragend an. Sie kannte Auriel schon länger, vielleicht wusste sie, was nun zu tun war, sie war ja schließlich auch die Raphaelitin.
Da hörte er von hinten eine verängstigte Stimme von einer der Magd aus dem Tross. Sie meinte es sicher gut, doch ein Einmischen der Menschen - das konnte nun wirklich niemand gebrauchen.

Er wollte sie schon zurechtweisen, da erfasste ihn ein seltsames, aber irgendwie angenehmes Gefühl. Es schien von seinem Bauch auszugehen und sich von dort auf seinen ganzen Körper auszubreiten. Eine tiefe Ruhe machte sich in ihm breit, sein Gesicht entspannte sich. Zuversicht überkam ihn, dass alles nun schnell vorüber sein würde, wie ein böser Traum, aus dem man aufschreckt, und ein paar Minuten später schon darüber lachen kann.
Erst jetzt merkte Bariel, dass dieses Gefühl von einem tiefen, wohligen Ton hervorgerufen wurde, dessen Ursprung ihm aber verborgen blieb. Als der Ton nach einiger Zeit verklungen war, fühlte Bariel ein gewisses Bedauern darüber. Doch da hörte er Sekearels beruhigende Stimme, alles wäre in Ordnung. Zögerlich nickte er dazu. Sie hatten sich alle wohl viel zu sehr aufgeregt.

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Steff
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Steff » 01.02.2014 - 16:44

Angst spiegelte sich in diesen vor Schreck geweiteten Augen wieder. Der größere Mann sah auf ihn hinunter ohne ein Wort über die Lippen zu bringen. Keine Erklärung, keine Rechtfertigung, keine Entschuldigung. Was bildete sich dieser dreiste Mensch nur ein?

Der laute Schrei einer Frau durchdrag seinen Kopf, ließ sofort den Reflex aufleben sich nach dessen Quelle umzusehen, nach einer potenziellen Gefahr. Doch der Fokus blieb fest auf verängstigten Menschen vor ihm. Den Feind nie aus den Augen lassen. Schon gar nicht wenn sie sich genau gegenüber standen. Der Streiter hielt den Karawanenführer nicht für einen Versuchten, nicht für eine in Menschenhaut gehüllte Monströität des Herrn der Fliegen - denn dann wäre Auriel sicher schlimmeres widerfahren als geschubst zu werden - aber für ihn stellte dieser Mann noch eine uneinschätzbare Bedrohung dar.

Die von ihm verschreckten Zuschauer kreuzten weder Cressariels Blicke noch Gedanken. Er nahm nur Furcht in den bestürzten Stimmen um sie herum wahr, nicht mehr als ein Wirbel an angst-getränkten Worten denen er kein Gehör schenkte.

Plötzlich streifte der wankende Michaelit den äußeren Rand seiner Augenwinkel, begleitet von dem inzwischen vertrauten Klang der Seele seines Ramiliten, welcher allerdings sofort verstummte sowie Auriel sich aufgerafft hatte um selbst zu sprechen. Im zitternden Ton befahl ihm sein Freund den unschuldigen Raphaelsländer, den er in die Zange genommen hatte loszulassen. Unschuldig. War er das? Hin und her gerissen zwischen präsenter Wut, eingedrilltem Misstrauen und aufflammender Sorge um seinen Michaeliten hielt der Gabrielit inne ohne seinen Griff zu lockern. Trotzig fixierten die braunen Augen die ihres Zieles. Tat er ihm unrecht?
Mit raschelnden Flügeln fiel Auriel zurück auf seine Knie, welche ihm keinen Halt mehr bieten konnten. Jetzt hätte der Streiter Gustav fast losgelassen, so geschockt war er über den schlechten Zustand seines Freundes. Was genau war mit ihm passiert? Hatte ihm dieser Mensch doch etwas angetan?

Ehe er sich versah erfüllte ein eigenartiges Summen die Luft und durchdrang Mark und Bein. Der tiefe Singsang war so plötzlich über ihn hinein gebrochen, dass der Gabrielit zuerst verwirrt den Kopf schüttelte als wolle er ein lästiges Insekt vertreiben. Er hätte in diesem Moment nicht einmal sagen können von wo genau es her kam, so weitläufig streuten sich die vibrierenden Wellen aus Klängen. Doch wo auch immer es her kam, es erfüllte seinen Kopf, seinen Bauch, seinen Körper und entzog ihm auf diese Weise sanft den gottgewollten Zorn.

Sekearel, welcher nicht allzu fern von ihm stand, gab sich als Quelle der beruhigenden Klänge zu erkennen, doch so recht konnte Cressariel noch nicht erfassen was gerade geschehen war. Aber dem würde er später nachgehen können, denn was jetzt am meisten zählte war Auriel. Mit einem letzten, ernsten Blick auf Gustav wurde der Stoff endlich aus seinen Fingern entlassen und der Streiter ging neben seinem Freund auf die Knie. Bariel, Andariel und eine verschüchtert wirkende Frau umgaben ihn bereits, alle besorgt um den inzwischen kreidebleichen Engel. Was war nur mit ihm los? "Auriel. Alles in Ordnung mit dir?"

Carian
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Carian » 02.02.2014 - 14:42

Immer noch verwirrt ließ Andarial ihren Michaeliten gewähren als er aufstand und den Gabrieliten zurück zu halten versuchte. Was war hier los? In ihrem Geist schwirrte alles durcheinander. Auriels Schwäche, ihre eigene heftige Reaktion auf den vermeintlichen Angreifer, Cressariel, der deswegen auf Gustav losging, und keiner wusste so genau, was eigentlich los war. Erst als ihr Scharführer wieder in die Knie ging, kam etwas Bewegung in die schlanke Heilerin. Es schmerzte sie, ihn so verletzlich zu sehen und sie hätte in dem Moment alles gegeben, dass es ihm wieder besser ging. Doch waren ihr die ganzen Menschen um sie herum nur allzu sehr bewusst, so dass sie lediglich seine Hand in die ihre nahm. Ich bin da. Ich bin bei dir. Du bist nicht allein. Andariel war so konzentriert auf Auriel, dass sie den tiefen beruhigenden Ton gar nicht mitbekam. Sie entspannte sich einfach, lächelte den Michaeliten voller Wärme an. Alles in Ordnung. Wir sind bei dir.

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Alessiel
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Alessiel » 02.02.2014 - 16:42

Spielte das noch eine Rolle ob sie ihn ausgelacht hätten? Dieser Schmerz der sich tief wie ein giftiger Stachel in sein Herz gebohrt hatte war weit schlimmer als jeglicher Spott seiner Ordensgeschwister.
Die Gewissheit das er etwas verloren hatte und es für ihn unerreichbar fern blieb war weit schlimmer als jede unfreundliche Bemerkung der goldenen Engel in Roma Aeterna.
Aber noch viel grausamer war die Erkenntnis das er nicht wusste was ihm fehlte, was er verloren hatte. So musste sich jemand fühlen der an Gedächtnisverlust litt und trotzdem immer im Hinterkopf hatte das ihm etwas wichtiges fehlte das er einst im Leben besaß.

Wieder war Auriel zusehr in dem Gefühl gefangen, er spürte die Blicke seiner Schar und auch der Menschen, aber er wollte nicht auftauchen, sich der Verantwortung nicht stellen denn wenn er jetzt mit dem weitermachen würde was er bisher getan hatte dann würde doch die Möglichkeit bestehen das verloren geglaubte dann für immer verlieren würde. Denn der Michaelit spürte das sich dieses Gefühl nicht auf ihn als Engel Michaels bezog. Es war schwer zu erklären Auriel fand einfach keine Antwort darauf.

Plötzlich spürte er eine bekannte und vertraute Wärme, fast schon meinte er das es sich dabei um die handeln musste die er verloren geglaubt hatte.
Der Blondschopf sah auf, blickte in diese vertrauten braunen Augen, die ihn voller Wärme ansahen, ihm ein Gefühl von Sicherheit gaben.
"Andariel..." Flüsternd kam der Name seiner Raphaelitin über die Lippen des goldenen Engels.
In dem gequählten Blick schimmerte plötzlich Erkenntnis durch, die Wärme stammte von ihrer Hand, ganz sachte drückte er diese, wurde ruhiger, spürte eine bekannte Wärme in sich aufsteigen, die er jedes Mal wenn er Andariel in die schönen braunen Augen sah spürte.
Ganz in der Ferne hörte der Michaelit etwas, er konnte nicht genau sagen was aber es trug dazu bei das er sich weiter entspannte. Doch war sich Auriel sicher das es eher die Anwesenheit seiner Raphaelitin war die in ihm diese innere Ruhe und Wärme auslöste.

Plötzlich gesellte sich noch jemand zu ihm es war sein Gabrielit Cressariel. Das grün gold seiner Augen riss sich von dem warmen Blick seiner Heilerin los und blickte dem Rotschopf ins Gesicht. Was er dort lesen konnte war Sorge, Sorge um ihn.
"Tut mir leid." Kam es leise aus dem Mund des Blondschopfes. "So sollte kein Anführer reagieren."
Er drückte noch einmal die Hand der Raphaelitin und ließ sie dann schweren Herzens los.
Der Blick wandte sich seinem Ramielitin zu auch ihn sah er entschudligend an, tief atmete er ein und wieder aus. "Was für ein Chaos." Ein leichtes Lächeln erhellte sein Gesicht und sah noch einmal jedem seiner drei Engel ins Gesicht.

Aber da war noch jemand anwesend. Ein Mensch!
Der Michaelit erhob sich wieder, diesmal wirkte er entschlossener, nicht mehr so missmutig und schwach.
Ein verschüchtertes Mädchen stand dort mit einer Tasse in der Hand. Gott was war nur geschehen? Was hatte er alles angestellt?
Die Blicke der Menschen lagen auf ihm und das Herz in seiner Brust begann laut vor Aufregung zu pochen. Auriel musste etwas sagen, nur was?
"Verzeiht...ich war wohl gerade nicht ich selbst." Lächelnd blickte er über die Menge und sah dann zu Gustav. "Tut mir leid..." Der Michaelit zuckte entschudligend mit den Schultern er wusste nicht was weiter zusagen war. Ihm fehlten die Worte.

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Kasima
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Kasima » 05.02.2014 - 17:58

Der Gabrielit lies ihn nicht los, stattdessen konnte Gustav den Zorn in den Augen des Engels sehen, immer noch hielt ihn die Furcht und selbst als der Michaelit, der ganz schwach auf den Beinen wirkte, seine Unschuld beteuerte, gab der Engel vor ihm den Templer nicht frei. In Gedanken dachte er an seine Familie, an seine Tochter und war schon dabei sich davon zu verabschieden ihnen jemals wieder in die Gesichter schauen zu können. Als ein durchdringender Ton die Luft um sie herum erfüllte und komischerweise entspannend wirkte. Auch lockerten sich die Hände des Streiters, was den gottgläubigen Mann wieder mit etwas Hoffnung erfüllte. Auch den anderen half es sich zu entspannen, auch wenn immer noch meisten von ihnen auf den wütenden Streiter achteten. Selbst Mareike wurde nicht mehr ganz so stark von der Angst gebändigt, dennoch war sie ratlos was sie jetzt tun sollte und blickte auf den von Engeln umgebenen Scharführer.
Dann ebte der Ton auch wieder ab und es wurde ruhiger. Die Stille kam einem gleich viel intensiver vor, als noch einen Moment zuvor, dann erhob dich die vom Herrn gesegnete Stimme nochmals und wies sie an ihren Aufgaben weiter nachzugehen. Nur zögernd gehorchten sie anfangs, doch als Gustav wieder frei war, entspannten sich die Templer und konnten ihren Aufgaben nachgehen, während Gustav immer noch leicht zitternd sich an den Tisch lehnte und tief durchatmete. Lilia und Damian, vergewisserten sich erst nach dem Zustand ihres Anführers, bevor auch sie wieder von Gustav angewiesen an die Arbeit gingen.
Doch dann erhob sich der goldene Engel nochmals und die Menschen konnten nicht anders, als mit etwas Sorge sich nach dem eigentlich doch netten Engel zu vergewissern.
Mareike spürte den Blick auf sich und senkte sofort beschämt ihre Augen, eine Gänsehaut legte sich auf ihren gesamten Körper und sie brachte erneut kein Wort heraus, stattdessen antwortete Gustav, der sich wieder etwas erholt hatte, den Worten des Michaeliten.

"Es muss euch nicht leid tun, ganz im Gegenteil mir tut es leid. Ich hatte nicht bedacht, dass ich mit meinem Handeln an schlechte Erinnerungen erinnern könnte", entschuldigend senkte der Mann den Blick und hob ihn kurz darauf wieder, "erholt euch so lange ihr wollt, wir machen uns schon mal bereit weiter zu ziehen"
Er war sich sicher gewesen, der Schock den er in den Augen des Engels gesehen hatte, konnten doch nur von schlechten Erinnerungen des Krieges stammen, oder nicht? Engel wurden doch sicher auch von dem Geschehenen berührt, zumindestens bestätigten das auch großenteils seine Erfahrungen.

Mareike fand nun endlich wieder den Mut das Wort zu ergreifen.
"Ich.. ich hab Tee für euch, falls ihr wollt...", sagte sie nochmals und richtete den Blick auf das Kinn des Engels.

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