Kapitel 1: Der Sturm

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Turgon
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Turgon » 05.02.2014 - 21:58

Erleichtert nahm Bariel zur Kenntnis, dass Auriel langsam wieder zu sich kam. Er zog nun seine Flügel wieder ein, die er zunächst bewusst, später aber unwillkürlich verkrampft zur Abschirmung neugieriger Blicke etwas ausgebreitet hatte.
Auf Auriels Worte hin erwiderte er vorsichtig dessen Lächeln, und versuchte, ihn ein wenig zu beschwichtigen.
"Jetzt haben wir's ja hinter uns, das Chaos."

Auriel entschuldigte sich dann noch bei dem Templeranführer, was Bariel als unnötig empfand. Schließlich hatte Auriel nichts getan, für was er sich entschuldigen müsste, schon gar nicht bei einem Menschen.
In der folgenden etwas seltsamen Stille war wieder die Stimme der Magd zu hören. Bariel runzelte die Stirn, sagte aber noch nichts.

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Terael
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Terael » 06.02.2014 - 23:13

Sekearel stand nun da und betrachtete die vier Engel und sah irgendwie etwas verloren aus.
Den Menschen um ihn herum waren wieder ruhiger und begannen, sich ihren Aufgaben zuzuwenden. Drei Engel standen um Auriel herum und halfen ihm und es schien dem Sarieliten eher hinderlich zu sein, der vierte zu werden.

Sein Blick viel auf Gustav, der am Tisch lehnte und sich von seinem Schock erholte. Er war - anders als Karl - niemand, der einem Menschen Mut zusprechen würde, es gab in seiner Welt auch kaum Grund dazu, sondern meistens zum Gegenteil. Aber er konnte nichts wirklich schlechtes an diesem Mann finden und in gewisser Weise war ihm Unrecht wiederfahren - Sofern man bei der Tat eines Engels davon sprechen konnte.
Trotzdem wusste er gar nicht so wirklich, wie man etwas macht... Und irgendwie hatte er etwas Angst, jetzt wieder etwas falsches zu sagen und wie bei den anderen Engel in ein Fettnäpfchen zu treten. Bei jemanden wie Gustav war es normalerweise völlig zweitrangig, ob es falsch rüberkam, aber gerade fühlte es sich irgendwie wichtig an.

Noch etwas unentschlossen stapfte er zu ihm herüber und stellte sich neben ihn. Einen Moment sagte er nichts, und auch den Moment danach nichts, wohl auch deswegen, weil ihm nicht das richtige einfliel. Anstatt dessen legte er ihm einfach kurz die Hand auf die Schulter und ging danach zu dem Wagen, in dem er einige Tage zuvor noch gearbeitet hatte.

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Steff
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Steff » 08.02.2014 - 10:50

Es tat ihm... leid? Was um alles in der Welt ging hier vor sich? Cressariel blieb für einen Moment einfach nur starr sitzen, selbst als sich sein Freund bereits wieder erhoben hatte. Was meinte er damit es tat ihm leid? Hatte er denn sich selbst umgeschubst und Bariel gleich mit sich genommen? Während der Streiter ebenfalls wieder auf die Beine kam entschuldigte sich sein Michaelit ein zweites Mal, genauso wie der Mensch, den er noch vor einer Minute in der Mangel gehabt hatte. Böse Erinnerung. Was hatte das wieder mit allem zu tun?

"Was zum Teufel redet ihr da?" Verwirrt pendelten seine Augen von dem zitternden Gustav zurück zu Auriel, an dessen Gesicht sie letztendlich hängen blieben. "Warum entschuldigst du dich? Und was hat das alles damit zu tun, dass ein Anführer nicht so reagieren sollte?" Der Streiter verstand die Welt nicht mehr. Was war hier passiert und warum benahm sich Auriel als hätte er einen Fehler begangen? Einen Fehler als Anführer, wie er sagte. Hatte er den Verstand verloren? "Du hast nichts falsches gemacht, also entschuldige dich auch nicht!" Wieder begann so etwas wie Wut ein seinem Bauch zu brodeln, aber dieses Mal keine die sich auf den Menschen richtete, welcher nun umringt von seinen Leuten an einem Tisch Halt suchte, sondern gegen die Art wie sich Auriel selbst beutelte. Cressariel wusste nicht genau was hier vorgefallen war aber sein Freund sollte sich nicht zum Schuldigen machen, geschweige denn diesen Vorfall zu seiner eigenen Schwäche erklären. Das war nicht richtig.

Unbeabsichtigt fixierte er auch kurz die Frau die nun näher an Auriel herangetreten war, eine dampfende Tasse Tee in ihren Händen. Cressariel war sich in diesem Moment auch nicht bewusst dass er inzwischen wieder leicht ungehaltene Züge angenommen hatte, zwar nur ein leichter Anflug von Aggression, aber vermutlich dennoch genug um dem Irrtum zu verfallen, dass er wütend auf irgendjemanden war.

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Alessiel
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Alessiel » 10.02.2014 - 13:47

Bariels beschwichtigende Worte verfehlten seine Wirkung nicht. Das Lächeln des Michaeliten wurde für einen Moment stärker, nickte ihm zu ehe er sich den anderen Anwesenden zu wandte.

Schlechte Erinnerungen....
Wenn es die gewesen wären hätte der Michaelit mit umgehen können. Oft holten ihn die schrecklichen Geschehnisse von damals wieder ein, aber mit der Zeit hatte der goldene Engel gelernt damit umzugehen.
Gelernt die Schatten der Vergangenheit anzunehmen, ein Teil von sich werden zu lassen, aber sich nicht von ihnen beherrschen zu lassen.
Doch das Gefühl von eben war etwas ganz anderes, er wusste noch immer nicht was es war, doch wollte Auriel seine Engel und die Menschen hier nicht noch weiter verunsichern, also nickte er auf Gustavs Worte.
"Ja...die Schatten der Vergangenheit holen irgendwann jeden ein, egal ob Engel oder Mensch."

Der Kopf des Blondschopfes ruckte in Cressariels Richtung, die grün goldenen Augen auf seinen Streiter gerichtet.
Ganz kurz zuckte der Michaelit unter den Worten des wütenden Engels zusammen. Fast wie eine leichte Ohrfeige die ihn wieder zur Besinnung bringen sollte.
Er unterbrach seinen Gabrieliten nicht, ließ ihn reden und als er geendet hatte nickte der Michaelit, erst nur leicht doch dann wurde das nicken stärker. Ein Lächeln erschien auf dem Gesicht des Blondschopfes, ein Lächeln das echt und gefestigter wirkte. Cressariel hatte recht wenn Auriel es richtig bedachte konnte er wirklich nichts dafür, das Gefühl und auch die Bilder hatten ihn plötzlich gepackt und nicht mehr losgelassen.
Er hatte also eigentlich nichts falsches getan.
*Beruhige dich mein Freund, du hast recht, ich habe nichts falsches getan.*
Sandte er sanft und beruhigend in den Geist des Gabrieliten, wollte ihn wieder sanfter stimmen.
Das Lächeln wurde noch eine Nuance stärker und plötzlich war wieder das alte Lebenslustige Funkeln in den Augen des goldenen Engels zusehen.

Auriel räusperte sich und ließ seine Augen über die Engel und Menschen schweifen. Dann verharrte der Blick wieder auf Gustav.
"Eine Pause wird nicht nötig sein, trotzdem vielen Dank. Bariel mein Ramielit und ich werden zusammen mit dir die Route besprechen. Und danach werden wir aufbrechen."
Die freundlichen Augen des Scharführers wandten sich seiner Urielitin zu. "Mirariel ich brauche deine Augen und Ohren, begib dich bitte in die Luft und halte nach möglichen Feinden ausschau. Wenn du dich aus dem Radius der Seele der Schar entfernst ist das nicht schlimm, wichtig ist das du nachsiehst ob wir mit Gefahr rechnen müssen."
Dann wandte er sich seinem Gabrielit noch einmal zu. "Cressariel du begleitest sie, falls etwas sein sollte stehst du ihr bei." Kurz begann er noch ein wenig freundlicher zu Lächeln. "Daran habe ich auch keine Zweifel."
Auriel wusste das sein stolzer Streiter einen großen Beschützerinstinkt hatte, er würde einen guten Geleitschutz abgeben und außerdem konnte der Rotschopf so auch ein wenig seiner aufgestauten Energie freienlauf lassen. Fliegen beruhigte.

Sein Blick kehrte wieder zu Bariel zurück. "Besprich mit Gustav schon einmal die Lage, ich komme gleich dazu."
Der goldene Engel wirkte viel gefasster, seine Körperhaltung viel Selbstbewusster als noch zuvor.

Aus dem Augenwinkel nahm er erst jetzt das Mädchen richtig wahr was dort stand und ihm eine Tasse Tee anbot.
Kurz stutzte der Michaelit, doch dann legte sich wieder ein ehrliches sanftes Lächeln auf seine Gesichtszüge. Vorsichtig, ruhig und friedvoll kam er auf die schüchterne Mareike zu. Nahm behutsam die Tasse Tee aus der Hand und nickte lächelnd. "Danke, den kann ich jetzt gut gebrauchen." Seine Worte waren sanft und einfühlsam, wusste Auriel doch wie schreckhaft und ängstlich das gute Mädchen war.

Dann wandte er sich wieder ab, um Mareike nicht noch mehr zu verschrecken und entfernte sich nur ein paar Schritte weiter von dem Mädchen.
*Andariel, würdest du mal nachsehen. Irgendetwas stimmt mit mir nicht, ich fühle mich seltsam.*
Sandte er nur in den Geist seiner Raphaelitin, von außen war nichts von seiner ernsten Stimmung zusehen. Von außen zeigte sich der Michaelit ganz wie ein Scharführer.
*So etwas...gabe ich noch niemals zuvor gefühlt und mein Körper fühlt sich so...erschöpft an.*
Niemand außer seiner Heilerin bekam etws von den Worten oder seiner leichten Angst mit. Es war besser wenn es nur Andariel wusste was gerade in ihm vorging, er hatte ja gesehen was für ein Chaos er angerichtet hatte durch seinen plötzlichen Ausfall.
*Ich möchte nur...sichergehen.*

Turgon
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Turgon » 11.02.2014 - 23:44

Bariel war froh, Auriel wieder langsam zu alter Stärke finden zu sehen. Er nickte dem Michaeliten und Gustav zu.
Der Auftrag, den Auriel ihm erteilt hatte, kam für Bariel ein wenig überraschend, er hatte sich bis jetzt noch nicht mit ihrer genauen Reiseroute befasst. Er wusste, sie mussten über die Alpen, und wo sie ungefähr waren, wusste er auch. Doch von hier aus waren noch mehrere Pässe zur Überschreitung möglich - wahrscheinlich war auch genau das der Grund für die Besprechung der Route. Welcher davon am besten geeignet wäre, daran hatte Bariel noch keinen Gedanken verschwendet.

Er wandte sich an Gustav, und begab sich mit ihm zusammen ein wenig weg von der kleinen Ansammlung, die sich rund um das Geschehen gebildet hatte.
"Was hast du schon geplant, welcher Weg ist für die Wägen deiner Meinung nach geeignet?" fragte er den Templeranführer, sobald sie ein wenig Ruhe hatten. Er hoffte, während dessen Antwort ein wenig in seiner Kathedrale stöbern zu können, über die Streckenführung der Pässe und das zu erwartende Wetter.

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Steff
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Steff » 16.02.2014 - 10:26

Auriel lächelte, warm, ungezwungen, fast so als wäre nie etwas gewesen. Doch für Cressariel war das Ganze noch nicht zu Ende. Obwohl die Worte seines Freundes aufzeigten, dass dieser seine Botschaft verstanden hatte, war die Überzeugung darin einfach nicht zu dem Rotschopf durchgedrungen. Hatte Auriel wirklich begriffen, warum der Streiter gerade so laut geworden war? Und auch wenn er es verstanden hatte, würde er es wirklich ernst nehmen oder den selben Fehler wieder und wieder begehen? Still und mit leicht zusammengezogenen Augenbrauen blickte er seinem Freund ins Gesicht. Hätte er vielleicht mehr sagen sollen, andere, bessere Worte finden sollen? Vielleicht lag die Schuld auch bei ihm. `Nein, nein, nein!´, fuhr es sich der Grauflügel an, denn was ihn so wütend und unzufrieden machte war nicht die Schuld, die er gerade versuchte irgendjemandem in die Schuhe zu schieben, sondern der Fakt das Auriel so mit sich selbst umging. Was auch immer gerade hier passiert war, es tat Cressariel weh seinen Michaleiten so zu sehen. Selbst wenn er jetzt lächelte und versuchte die Ereignisse in den Hintergrund zu drängen. Es war nicht richtig. Und der Streiter konnte noch nicht einmal jemandem einen Schlag ins Gesicht verpassen um die Lage zu bessern.

Mit einem Räuspern verteilte Auriel ihre Aufgaben um die Reise fort zu setzen. Sein Gabrielit, welcher nun grübelnd zu Boden stierte hörte dem Ganzen nur halb zu, bis sein Name schließlich fiel. Auch hier konnte er seinem Freund nur mit einer Mischung aus Sorge, Zweifel und Ärger begegnen. Doch obwohl es ihm nicht passte, wie dieser Vorfall - der für ihn immer noch ein Mysterium mit sieben Sigeln darstellte - geendet hatte, nahm er den Auftrag ohne Gegenworte an.

Während Auriel seinen Stand festigte und sorgsam den Tee von dem schüchternen Mädchen entgegen nahm, suchten Cressariel bereits den Blick seiner kleinen Schwester. Sie hatte sich ein wenig von dem Trubel fern gehalten, hatte sie doch schon der laute Schrei von Auriel in Panik versetzt. "Mirariel." Der Streiter kam langsam auf sie zu, die Arme verschränkt, die Stirn noch voller Sorgenfalten. "Los, lass uns gehn." Er nickte gen Himmel, der langsam immer mehr durch das Licht der aufsteigenden Morgensonne geflutet wurde.

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Kasima
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Kasima » 16.02.2014 - 16:27

Während die anderen folgsam ihren Aufgaben nachgingen und langsam wieder entspannten, blieb Gustav noch am Tisch stehen und erholte sich von dem Schock. Die Arbeit mit Engeln schien immer mit ein wenig Adrenalin verbunden zu sein, auf jeden Fall wurde kein Tag langweilig, an denen man mit de Gesandten des Herrn arbeiten durfte. Der Sarielit kam auf den Karawanenleiter zu und erst schien er etwas sagen zu wollen, doch stand er einfach nur da. Gustav nahm sich selbst sein Glas und trank einen Schluck Wasser, als er die Hand des Engels auf seinen Schultern spürte. Lächelnd und auf eine stumme Weise dankend nickte er dem Engel zu. Wenn die Zeichnungen nicht wären, die er jetzt wieder offen trug, war es gar nicht so schwer gewesen Sekearel für einen jungen Mann zu halten, manchmal war es schwerer doch meistens, war es ihm recht einfach gefallen das Geheimnis hinter Karl zu bewahren. Immerhin war es seine Aufgabe gewesen und es freute den Mann, dass auch der Engel hinter Karl nichts gegen ihn zu haben schien. Man merkte, dass der Engel anders als den Menschen, den er gespielt hatte war. Dann wandte sich Auriel nochmals an alle.
"Wie du befiehlst", antwortete Gustav und neigte kurz seinen Kopf. Er hoffte für den goldenen Engel, dass ihn nicht nochmals Bilder der Vergangenheit quälen würden.
Dann wandte er sich mit Bariel etwas ab und gemeinsam schauten sie auf die Karte, die Gustav ausgebreitet hatte.
"Wir haben heute morgen nochmals die Wege kontrolliert, doch alle sehen in Ordnung aus. Die letzten Male bei denen wir Glück mit dem Wetter hatten, haben wir hier den steileren und kürzeren Weg genommen, der an dem Dorf hier vorbei geht. Es wird anstrengender für die Tiere, doch sind wir dann auch ein gutes Stück schneller und in dem nächsten Kloster können sie sich erholen"
Er deutete auf einen Weg der teilweise einen Berg erklomm,um hinter diesem wieder in das Tal zu senken. "Wenn das Wetter nicht gut aussieht, nehmen wir den Weg um den Berg herum, der direkt durch das Dorf geht. Ein Stück weiter ist dann unser nächstes Kloster an dem wir halten werden, um Sachen abzugeben. Bis jetzt sehe ich keinen Grund, den kürzeren Weg nicht zu nehmen"

Mareikes Blick huschte nervös zu dem wütenden Gabrieliten der sich mit harschen Worten an seinen Scharführer richtetete. Den Mut den sie gefasst hatte ihre Stimme zu erheben, verflüchtigte sich wie Rauch in der Luft, dennoch blieb sie nervös stehen und lies die Streiter des Herrn nicht aus den Augen, dann wandte sich der goldene Engel ihr zu, doch mit gegen ihrer Vermutung sanften und ruhigen Worten. Still reichte das Mädchen dem Engel die Tasse. Ein kurzes Lächeln huschte über das Gesicht des Mädchens und sie nickte bevor sie sich abwand und endlich abstand zu den ehrfürchtigen Engeln bekommen konnte.
"Na, war doch nicht so schlimm" kommentierte Magdalena und reichte ihr ein paar getrocknete Kleider, die wieder verladen werden mussten.

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Magnetklaue
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Magnetklaue » 23.02.2014 - 00:54

Völlig überfordert und erstarrt war Mirariel geblieben wo sie war. Es war kein Angriff und es schien keinerlei Art feindlicher Handlung zu sein. Sie wusste nicht was sie tun sollte. Hin- und hergerissen zwischen dem Bedürfnis zur Flucht und der Sorge das es sich doch um einen Kampf handeln könnte bei dem sie gebraucht wurde wich sie nur ein paar Schritte zurück und betrachtete mit weit aufgerissenen Augen und hektischem Atem die Szene.

Auriel schien sich zu fangen, was aber die Urielitin nicht beruhigte und als sie aufgefordert wurde sich in die Luft zu begeben brauchte es erst einmal Cressariels Aufforderung um sie endlich wieder in Bewegung zu versetzen. Mit solchen Gefühlsausbrüchen wusste sie nicht umzugehen.
Sie betrachtete kurz den Gabrieliten und nickte dann. Schnell hatte sie sich in die Luft befördert und wartete bis ihr Bruder aufgeschlossen hatte. Dann begann sie wieder Ellipsen zu fliegen, um Ausschau zu halten und zeitgleich nicht zu weit vom Kurs der Karawane abzukommen.

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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Carian » 23.02.2014 - 15:32

Für einen Moment schlich sich ein besorgter Ausdruck in Andariels Gesicht als ihr Scharführer sie bat nachzusehen, ob mit ihm alles in Ordnung sei. Wie es ihre Art war, legte sie nur leicht die Fingerspitzen auf seinen Arm und schickte ihren Geist in seinen Körper, ließ sich von dem vertrauten Herzschlag hineinziehen. Zügig und routiniert prüfte sie den Michaeliten, doch außer dem abflauenden Adrenalin und einigen Anzeichen für einen leichten Schockzustand fand sie nichts Ungewöhnliches.
Mit einem Lächeln zog sich die Raphaelitin zurück und sah Auriel an. "Cressariel hat übrigens recht", kommentierte sie leise. "Du hast keinen Fehler gemacht." Sie zögerte kurz während sie nach den richtigen Worten suchte. "Manchmal passiert etwas, für das niemand die Schuld trägt und das auch niemand hätte verhindern können. Dann ist nur noch wichtig, wie man damit umgeht." Sie zog die Brauen zusammen, unzufrieden mit sich selbst, weil es ihr so schwer fiel, manches in Worte zu fassen, nur um dann mit einem Seufzen aufzugeben. "Vielleicht lassen uns die Geister der Vergangenheit manchmal nur deswegen nicht los, weil wir sie nicht aufgeben wollen."

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Alessiel
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Alessiel » 25.02.2014 - 13:18

Auriel sah seinem Gabrieliten noch einen kurzen Moment nach. Er hatte ihn verstanden, wusste auf was sein Streiter hinaus wollte.
Er trank einen Schluck des Tees und fühlte die Wärme die sich dabei in seinem Körper auszubreiten schien, leise seufzte er und nippte noch einmal von dem wohltuenden Getränk.
Seine Augen fixierten Andariel sofort als sie näher kam und ihre Hand auflegte.
Er konnte den Blick einfach nicht von ihr nehmen, dann sah sie auf und ihr Lächeln war so ansteckend das auch er lächelte.
Bei ihren Worten wurde es sogar noch ein klein wenig stärker, sanfter und wärmer.
Doch ihre Worte stimmten ihn nachdenklich, hielten ihn fest und ließen ihn nicht mehr los.

Für einen Augenblick sah es so aus als wolle er ihr etwas sagen, sah sich noch einmal um und blieb dann stumm.
Die Hand des Michaeliten packte die Tasse in den Händen fester.
*Es war keine schlechte Erinnerung, keine die mir das Grauen von damals gezeigt hat, sondern....*
Auriel stoppte in den Worten die nur für seine Heilerin bestimmt waren.
Er dachte kurz nach wie er das alles was er gefühlt hatte in Worte kleiden sollte.
*Es ist schwer zu beschreiben Andariel, aber böse war das Gefühl nicht das mich so festgehalten hat, es war eher....vertraut....fast wie...Heimweh*
Auriel zuckte leicht mit den Schultern und sah für einen Moment ratlos in ihr hübsches Gesicht. *Da war plötzlich so vieles auf einmal. Ich kann es nicht erklären aber...es waren keine schlechten Erinnerungen.*
Die grün goldenen Augen des Scharführers sahen in die Richtung von Gustav und Bariel.
*Es hatte begonnen als Gustav mir seine Hand auf die Schulter gelegt hat,...ich kann noch nicht einmal beschreiben was mich so erschreckt hat, ich weiß nur das es tiefer ging,....*
Der Blick kehrte wieder zur Raphaelitin zurück.
*Als würde es dort draußen etwas wichtiges geben das ich vergessen habe.* Er schüttelte leicht mit dem Kopf und lächelte ein wenig. *Klingt seltsam aber ich kann es anders auch nicht in Worte fassen. Vielleicht werde ich langsam alt.*
Das Lächeln wurde stärker, war der letzte Satz doch nicht wirklich ernst gemeint. Doch er wollte die verfangene Situation gerade ein wenig auflockern, denn das was da eben passiert war konnte der Michaelit einfach nicht beschreiben, auch wenn er es wollte.

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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Turgon » 26.02.2014 - 21:57

Bariel lauschte den Ausführungen Gustavs aufmerksam. Die Karte der Umgebung hatte er in seinem Kopf bereit, sie war ein wenig genauer als die Papierkarte, die Gustav vor ihnen beiden ausgebreitet hatte. Der steile Weg, den der Templer vorgeschlagen hatte, war potentiell in einem schlechteren Zustand als der einfache Weg, bedingt durch Felsstürze und Auswaschungen durch Regen, besonders jetzt, da die Zerstörungen durch den Winter vielleicht noch nicht behoben waren.
Er nickte, als Gustav geendet hatte. "Du hast recht", meinte Bariel zu ihm, "je schneller wir sind, ein desto geringeres Ziel bilden wir als Gruppe. Wir sollten den Weg jedoch vorher in Augenschein nehmen, bevor wir mit den Wagen dort hinauffahren, nur um sicher zu gehen."

Er fragte bei Auriel an. *Der zeitlich günstigste Weg ist einer, von dem wir noch nicht sicher sind, ob er für uns passierbar ist. Vielleicht könnte jemand kurz nachschauen, ob er nicht weggeschwemmt oder durch einen Felssturz blockiert ist? Wir würden uns dadurch einen ziemlichen Umweg um den Gebirgsstock herum ersparen.*

Wieder an Gustav gewandt fragte er interessiert:
"Du bist diesen Weg schon öfter gereist? Sind wir deiner Erfahrung nach im Zeitplan?"
Er hatte zwar schon eine Abschätzung im Kopf gemacht, wollte aber erfahren, inwiewit Gustav diese bestätigen konnte.

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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Terael » 28.02.2014 - 16:40

Sekearel hatte sich auf den Kutscherplatz gesetzt. Nur Andariel und Auriel waren noch da und unterhielten sich wohl ohne Worte.
Was der Michaelit für ein Problem hatte, wusste er nicht. Wären sie zu zweit, wäre er sicher hingegangen, aber all die Zeit schien es so, als würde er der Raphaelitin am meisten Vertrauen - da wollte er sich nicht einmischen, denn immerhin schaffte er es ja immer wieder, Vertrauen auf die Probe zu stellen.
Stattdessen blieb er sitzen und kramte aus dem Wagen hinter sich eine Tomate vor, die er mit einem Messer teilte und aß. Für ihn gab es ja sonst gerade nichts zu tun.

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Steff
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Re: Kapitel 1: Der Sturm

Beitrag von Steff » 11.03.2014 - 18:11

Etwas zwiegespalten blickte er dem kleinen Engel hinterher, der sich mit wenigen kraftvollen Flügelschlägen die frische Morgenluft erhoben hatte. Auch sie schien diese Lage hier mit einem schlechten Gefühl zu verlassen, ob sie allerdings von den selben Gründen bewegt wurde wie er wusste der Rotschopf nicht zu deuten. Machte sie sich auch Sorgen um Auriel? Zumindest Cressariel kam von dem Schock den ihm das Geschehene eingejagt hatte noch nicht ganz lossagen. Physisch schien sein Freund nicht verletzt worden zu sein, zumindest hatte er keine Anzeichen dafür wahrnehmen können, keine Wunden, keine Blessuren, kein Blut. Aber egal was es gewesen war, die Gefahr schien gebannt - jedenfalls gab sie sich die größte Mühe so zu erscheinen - und der potenzielle Täter hatte sich letztendlich als Unschuldslamm herausgestellt. Dennoch. Dennoch würde sich Cressariel nicht entschuldigen. Nicht bei Gustav, den er zu unrecht angefallen hatte, nicht bei den anderen Menschen, die er mit seinem Handeln geängstigt hatte und auch nicht bei Auriel, den er vor fast der gesamten Karavanengemeinschaft angefahren hatte. Das hatte sich jetzt schon in seinem Dickschädel festzementiert.

Mitten im Laufen ließ er seine Gedanken, in welchen er sich immer noch versuchte zu rechtfertigen los und gab mit einem Sprung die Führung ganz an seine grauen Schwingen ab. Nicht lange stieg er empor bis er zu der leichtfüßigen Urielitin aufgeschlossen hatte, die bereits dort oben auf ihn wartete. Artig folgte der Gabrielit ihren Bahnen, sog mit ein paar kräftigen Zügen Luft in seine Lunge. Er musste damit aufhören sich in das gerade geschehene hinein zu steigern. Sich im Nachhinein darüber zu ärgern würde ihn schließlich nicht weiterbringen, geschweige denn die Wut in seiner Brust auflösen. Im Gegenteil. Fahrig traktierte er sein Gesicht mit den rauen Händen und beschleunigte seine Flügelschläge.

Während er immer schneller wurde um neben seine kleine Schwester zu gelangen, suchte er kurz den Boden nach irgendwelchen Auffälligkeiten ab, denn auch wenn sein Kopf gerade mit allem anderen gefüllt war als mit Traumsaatjagd, so dürfte er doch diese dauerhaft präsente Gefahr nicht aus den Augen lassen. Schließlich setzte er schlingernd zum Überholen des jungen Engels an, stoppte aber bei der Hälfte um so etwas wie Blickkontakt mit ihr herstellen zu können. Flugkunststücke zu üben kam vorerst nicht in Frage, da die Karavane bald weiterziehen würde und somit auf die wachsamen Augen der Boten zählte. Der Streiter könnte sich natürlich alleine beschäftigen, aber...

"Hey!" Mit seinen Händen versuchte er Mirariel klar zu machen ein wenig langsamer zu werden. "Wettrennen?" Selbst jetzt musste Cressariel noch recht laut sein um gegen den Wind anzukommen. Er wusste zwar, dass er in einem Rennen keine Chance gegen die flinke Urielitn hatte, aber ums Gewinnen ging es ihm hier auch schließlich nicht.

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