Der Stille Tod: Prolog

Das Forum von Keranels Schar. Hier findet ihr Charbögen, Besprechungen und die Spielrunde der Schar.
Kuniel
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Der Stille Tod: Prolog

Beitrag von Kuniel » 24.04.2014 - 15:51

08.01.2657

Es würde ein Sturm kommen. Zumindest hatte man diesen Eindruck im Himmel von Prag dieser Tage. Von den Hafenanlagen am Fuße des Himmels bis hoch oben in den Cellae, wo die Engel weilten, wirkte die Luft wie aufgeladen. Unruhig und angespannt gingen alle ihren Pflichten nach, folgten den Pfaden, den ihnen der Alltag im Himmel ebnete. Doch immer wieder würde man dieselbe Geschichte hören, immer gesprochen in dem Ton der Ehrfurcht, den man für wirklich bedeutende Ereignisse bereithielt: Die Terra Nova war an der Britischen Küste gelandet. Und obwohl Prag weit von den Britischen Inseln entfernt war oder gerade deswegen, hielt sich niemand zurück zu spekulieren, was auf den Britischen Inseln passierte und was dies für die Zukunft der Angelitischen Kirche bedeuten würde.

Als Keranel’s Schar auf der Landeplattform ankam, bat sich ihnen ein Bild von Hektik und Tumult als mehrere Scharen ankamen und andere die Landeplattform verließen, während ramielitische Monachen verzweifelt versuchten die jeweiligen Scharen auf einer Liste zu erfassen, die ankamen und jene von der Liste zu streichen, die sie verließen. Auf der Landeplattform trat ein übermüdet wirkender Monach an die Schar und fragte nur kurz nach den Namen der Engeln. Deutlich auf seine Liste konzentrierte nickte er abwesend als jeder seinen Namen nannte. Für einen Moment stutzte er, aber blickte dann hoch, sein Blick abgelenkt von einer anderen ankommenden Schar. In knappen Worten beschrieb der Monach die Richtungen zu deren zugewiesener Cella. Nachdem er geendet hatte, wandte er seine Aufmerksamkeit sofort der anderen Schar zu, ohne Keranel’s eines weiteren Blickes zu würdigen.

Kurz nachdem die Schar in ihrer Cella angekommen waren, öffnete sich die Tür und hindurch trat ein hochgewachsener kräftiger Mann. Die einfachen grauen Roben und sein schüchterner Blick ließen es so aussehen als versuche er mit den Wänden des Himmels zu verschmelzen, um nicht aufzufallen. Unpassend zu der Atmosphäre im Himmel, ließ er träge seinen Blick durch die Cella wandern, als müsste er die Präsenz der kompletten Schar erst prüfen, bevor er sie begrüßen konnte. „Ich grüße euch und heiße euch im Himmel von Prag willkommen…“ In jenem Moment wanderte sein Blick zu dem Ramieliten. „Shezariel.“ Nach einer Pause blickte er zu dem Gabrieliten. „Rumael.“ Pause. „Jesaniel.“ Pause. "Josiel" Pause. „Keranel.“ Er räusperte sich und setzte dann in demselben langsamen, ruhigen Ton fort. „Ich bin Prior Alexis. Ab Arbogast konnte leider nicht hier sein, aber er lässt euch wissen, dass er eure Schar extra für diese Mission ausgesucht hat und vollstes Vertrauen darin hat, dass ihr der immensen Bedeutung eurer Aufgaben gerecht werdet und Gottes Willen vollführen werdet.“ Für einen Moment pausierend als hätte er eine Rezitation beendet, wandte sich Alexis dann wieder an Keranel mit einem nervösen Blick als hätte man ihn bei einer Straftat ertappt. In einem entschuldigenden Ton fragte er schließlich: „Ich weiß, dies ist das erste Mal, dass ihr als Schar zusammen seid. Gibt es irgendetwas, dass ihr braucht oder über das ihr reden möchtet?“

Turgon
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Re: Der Stille Tod: Prolog

Beitrag von Turgon » 25.04.2014 - 09:23

Wieder daheim.
Oder zumindest an einem Ort, der Rumael vertraut war, den er fast schon in- und auswendig kannte, mitsamt seinen Sonnen- und Schattenseiten. Als die Schar Richtung ihrer zugewiesenen Cella ging, zog er vollkommen automatisch Flügel und Kopf an den Stellen ein, an denen er wegen seiner Größe sonst hängengeblieben wäre.
Er wusste nicht, wie oft er diesen Weg von der Plattform zu den Cellae schon gegangen war, doch diesmal war das erste Mal seit Jahren, dass er den Weg wieder bewusst wahrnahm. Die Bögen und Portale, die sie passierten, die Gänge, denen sie folgten.

In ihrer Cella angekommen hatte die Schar noch überhaupt keine Zeit gehabt, sich zu besprechen oder nach der Reise frisch zu machen, als schon der Prior zu ihnen kam. Er begrüßte als allererstes den Ramieliten, erst zum Schluss den Michaeliten.
Rumael musste unwillkürlich grinsen. Die typische ramielitische Arroganz. Fast hatte er sie schon vermisst die letzte Zeit über. Allerdings, so wie der Prior sich anhörte, würde die Schar in diesen Genuss wohl nicht lange kommen und bald wieder unterwegs sein.

Wie sollen wir Fragen stellen können, wenn wir nicht wissen, was Sache ist, Prior!, dachte er, sprach es aber nicht laut aus.
Er wartete darauf, was der Michaelit sagen würde.

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Terael
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Re: Der Stille Tod: Prolog

Beitrag von Terael » 25.04.2014 - 10:03

Von allen Himmeln war Jesaniel der Ramielitsche der am wenigsten Liebe. Das lag nicht mal am Himmel, sondern eigentlich an der Stadt drumherum. Aber was wusste sie schon?
Zumindest schien einiges auf den Flugplattformen los zu sein, was ihr nicht ganz einleuchtete, so weit weg von den wichtigen Auseinandersetzungen. Trotzdem war ihr das egal, denn sie suchte eigentlich nur nach einer Dusche.

Der Monach, der sie so herzlich empfing, schien irgendwie etwas überfordert zu sein, aber so viel, wie hier los war, war das vielleicht kaum verwunderlich.
Aber so sehr sie den Erzengel Ramiel auch schätzte: Spätestens, als der Prior anfing zu reden, konnte sie sich der Vermutung nicht verwehren, Ramiel hätte das, was er seinen Engeln an Weisheit und Intelligenz gegeben hatte, seinen menschlichen Dienern entnommen.
Sie war gerade dabei gewesen, ihr Sachen irgendwo hinzulegen, als er herinkam und sie begrüßte. Jesaniel drehte sich zu ihm um, musterte ihn kurz, zog dann die Augenbrauen nach oben und wandte sich mit ihrem Blick zu ihrem Michaeliten.
*Meinst du, es geht, oder soll ich ihn mal untersuchen?*, fragte sie spottend und wandte sich dann ihrer Tasche zu - Sollten die Anderen das klären, es sah so aus, als würde das eine Weile dauern.

Josiel
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Re: Der Stille Tod: Prolog

Beitrag von Josiel » 25.04.2014 - 12:44

Als Josiel erfahren hatte, dass sie erneut einer Schar zugeteilt werden sollte, hatte sie das gleichzeitig mit Hoffnung und Furcht erfüllt. Als sie ihre neuen Schargeschwister dann kennengelernt hatte, war sie aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen. Nicht nur, dass drei Skriptura-Engel dabei waren - drei! - nein, einer davon überragte sie sogar fast um ihre eigene Körperlänge. Dass das ausgerechnet der Gabrielit der Schar war, ein Orden, von dem sie in der Vergangenheit in erster Linie Launenhaftigkeit mitbekommen hatte, hatte den kleinen Engel nur noch mehr eingeschüchtert.
So hatte sie sich in den vergangenen zwei Wochen sehr in sich zurückgezogen, um ersteinmal abzuwarten, wie sich die anderen verhielten, und hatte in erster Linie das getan, was man ihr sagte.
Nichtsdestotrotz betrachtete sie den Himmel und die ihn umgebende Stadt aus Booten und Flößen neugierig, als sie näherflogen. Auch Shezariel beobachtete sie aus dem Augenwinkel. Freute er sich, nach Hause zu kommen? Oder war es ihm egal, wie ihm auch alles andere gleichgültig zu sein schien?
Erst als sie auf einer der Plattformen gelandet waren und den Himmel selbst betraten, konzentrierte sich Josiel wieder auf sich selbst. Sorgsam zog sie die Flügel an, um nicht an den Wänden anzustoßen. Zwar würde sie sich damit nicht verletzen, aber sie wusste, dass sich ihr Unwohlsein steigerte, wenn sie die Wände spürte. Solange sie die Flügel eng an den Körper legte, konnte sie sich zumindest einreden, dass theoretisch genug Platz war, um die Schwingen auszustrecken...
In der Cella ging sie zielstrebig auf eines der Fenster zu und hielt die Nase nach draußen, als auch schon die Tür aufging und ein Mann hereinkam, der sich als Prior Alexis vorstellte. Josiel runzelte unwillkürlich die Stirn. Sollte er nicht den Michaeliten zuerst begrüßen?

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Alessiel
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Re: Der Stille Tod: Prolog

Beitrag von Alessiel » 25.04.2014 - 19:46

Leichtfüßig und elegant landete der goldene Engel auf der Plattform, spürte den kühlen Stein unter seinen Füßen.
Die bunten Augen des alten Michaeliten wanderten über die Unruhen die sich dort abspielten, nahm die ganze Hektik und Eile wahr.
Ganz leicht wölbte sich eine Augenbraue nach oben. Die einzige Reaktion die in seiner ernsten Mimik zu lesen war.
Die strahlenden Augen fokussierten das gesuchte Ziel. Einen Engellenker.
Als hätte dieser seinen durchdringenden Blick gespürt kam er auf die Schar zu.
Mit ruhiger klarer Stimme nannte der dunkelblonde Engel seinen Namen, lauschte dabei den verschiedenen Stimmen seiner Engel.

Als sie in knappen Worten beschrieben bekamen wo sich ihre Cella befand und sich der Monach eher von einer desinteressierten Seite zeigte runzelte Keranel leicht die Stirn und schürzte dabei ein wenig die Lippen.
Doch er beließ es auch dabei und würdigte dem Menschen keiner weiteren Beachtung. Innerlich seufzend wurde ihm jetzt bewusst das er sich im Himmel der Ramieliten befand. Nicht gerade der Himmel wo er zur Zeit sein wollte, doch ein Befehl der Kirche war ein Befehl den er ausführte, also blieb ihm nichts anderes übrig als sich in Geduld zu üben.
Gegen die Engel des Ordens hatte der dunkelblonde Engel nichts, ganz im Gegenteil waren es doch Brüder und Schwestern mit denen man gut zusammenarbeiten konnte. Jedenfalls nach seinen Erfahrungen. Es war wesentlich einfacher mit ihnen zusammenzuarbeiten und nicht gegen sie.

Mit hocherhobenen Haupt, festen selbstbewussten Gang schritt der goldene Engel durch die Flure entlang und führte seine Schar zu ihrer Cella.
Nun war es an ihm etwas zu sagen. Musternd schweiften seine bunten Augen über seine Engel.
Zwei Wochen kannten sie sich nun schon doch noch immer fühlte sich alles so fremd an.
Neue Engel, neue Gesichter, neue Emotionen. Es gab noch so vieles was er kennenlernen musste.
Wieder eine Schar die er führen sollte was Keranel auch mit besten Gewissen tun würde.
Der Michaelit befeuchtete seine vollen Lippen um etwas sagen zu wollen, doch ehe seine Worte den Mund verlassen konnten störte jemand seinen Handlungsplan.

Seine Augen die einen hellblauen Ton angenommen hatten worin sich langsam ein sanftes grün mischte blickten zur Tür.
Keranel hatte noch nicht Platz genommen, stand hinter seinem Meditationshocker.

Der goldene Engel zog eine feingeschwungene Augenbraue nach oben und musterte den Eindringling.
Er ließ sich nicht von der Arroganz des Priors aus der Ruhe bringen. Immerhin war seine Signumszeit schon lange vorbei und er hatte an Erfahrung gewonnen, der dunkelblonde Sendbote wusste sich in Geduld zu üben.
Wenn er die Nacht doch nur besser meditiert hätte.

Keranel lauschte den Worten des Priors. Er begann mit der Stirn zu runzeln und strich sich für einen Moment nachdenklich mit seinem Zeigefinger und Daumen über das Kinn.
Beobachtete das Verhalten des Mannes, machte sich ein paar geistige Notizen dabei.
Die mentalen Worte seiner Raphaelitin bedachte er mit keinem Kommentar sondern konzentrierte sich auf den Prior. Er war ein Michaelit der seiner Schar die Freiheiten gab die sie benötigten, sie nicht einengte oder mit über Fürsorge erstickte.
Keranel war kein Engel mit einem Kontrollzwang. Auch wenn er des öfteren unnahbar wirkte interessierte er sich sehr für seine Schar, immerhin machte sie ihn aus. Ein Michaelit war nichts ohne seine Schar.

Aber würde sich die Heilerin solche Worte vor allem in solch einem Ton in der Öffentlichkeit erlauben, so würde er ein kleines Machtwort sprechen müssen.

Die letzten Worte des Priors veranlassten ihn dazu etwas irritiert seine Augenbrauen hochzuziehen.
„Guter Mann wie sollen wir wissen ob wir etwas benötigen wenn wir nicht genau erfahren wie unserer Auftrag lautet.“
Der Michaelit vollführte eine Handgeste die dem Mann zeigte das er weiter reden sollte.
„Nur weiter. Klärt uns auf.“

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Re: Der Stille Tod: Prolog

Beitrag von Kuniel » 25.04.2014 - 21:08

Sichtlich erleichtert nahm der Prior die Worte Keranels auf. Zufrieden lächelnd, dass es sonst keine Probleme gab, sagte er: "Das ist gut zu hören." Ernst werdend räusperte er sich und setzte monoton fort, um der Schar deren Mission zu erklären: "Eure Mission wird euch nach Skandinavien im Norden führen, Oslo, um genau zu sein. Dies ist das derzeitige Zentrum der ramielitischen Infrastruktur in Skandinavien."

Innehaltend griff er sich an die Hüfte, feststellend, dass dort keine Taschen waren, griff seine linke Hand nach einem kurzen Moment der Überlegung in seinen rechten Ärmel und holte ein präzise gefaltetes Blatt Papier hervor. Nervös von jener Zuschaustellung des Vergessens entfaltete er das Blatt Papier schnell und im Licht war deutlich zu erkennen, dass darauf ein Text geschrieben wurden war. Sich wieder räuspernd begann Alexis, den Text auf dem Blatt Papier musternd: "Der ehrenwerte Ordinator hat uns vor einigen Tagen von einem Problem in Kenntnis gesetzt." Aufblickend musterte er die Schar ernst: "Ein Problem in dem skandinavischen Gebiet, um genau zu sein. Es ist am besten, wenn euer Ramielit, ich meine also Shezariel, den Bericht selbst lest." Alexis war dabei Shezariel das Blatt Papier zu reichen als er inne hielt und wie von einer äußeren Kraft gezwungen wirkte sein Blick gefangen als er pflichtbewusst rezitierte: "Dies ist bis jetzt das einzige Dokument jenes Berichts. Daher würde man das Dokument als 'Unikat' klassifizieren. Wie mit allen Unikaten bedeutet dies, dass es im Himmel Jeremiels aufbewahrt werden muss." Freundlich lächelnd fügte er entschuldigend hinzu: "Aber ein Engel Jeremiels kann natürlich eine Kopie erstellen in meiner Anwesenheit." Sich an Shezariel wendend fragte er: "Habt ihr Tinte und Papier dabei, Shezariel?"

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Re: Der Stille Tod: Prolog

Beitrag von Magnetklaue » 28.04.2014 - 20:52

Großartig. Ein Rundflug für zwei Wochen, nur um dann wieder in den Prager Himmel zurückzukehren. Wirklich sinnvoll. Der Orden der Ramieliten würde noch vor die Hunde gehen, wenn sie sich weiterhin mit solchen Lappalien beschäftigen würden wie zu versuchen eine Schar "möglichst sozial dicht" zusammenzuführen. Shezariel rümpfte die Nase unmerklich, als er an die junge Begine dachte, die ihm erklärt hatte warum er denn nun eigentlich einen solch sinnlosen Flug unternehmen sollte um eine Schar zu treffen, wenn besagte Schar sowieso nach Prag kommen würde.

Die junge Frau hatte vor Aufregung gerötete Wangen gehabt, als sie ihm ihren glorreichen Plan mitteilte und nur diese kindliche Begeisterung hatte sie vor den schneidenden Kommentaren des Ramieliten bewahrt. Jetzt stand er also wieder hier, von wo er vor etwas mehr als zwei Wochen aufgebrochen war und musterte den vor ihnen stehenden Prior.
Seit wann kam der Prior persönlich in eine Cella? Dieser Orden ging unbestreitbar vor die Hunde...
Der Ramielit zog eine Augenbraue hoch und schnaubte.
"Natürlich habe ich das", entgegnete er leicht genervt und pflückte das Papier kurzerhand aus der Hand des Priors. "Eine Kopie anzufertigen werde ich mir schon noch zutrauen."

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Re: Der Stille Tod: Prolog

Beitrag von Alessiel » 29.04.2014 - 00:48

Skandinavien.
Das Wort hinterließ bei ihm einen bitteren Nachgeschmack. Hoch oben im Norden, ein hartes Land und raue Leute.
Es gab viele Gerüchte und Erzählungen um dieses geheimnisvolle und bedrohliche Land.
Traumsaat.
Es gab dort jede Menge Traumsaat und...Ketzer.
Die bunten Augen des Michaeliten wanderten über seine Schar, äußerlich war nicht festzustellen was er dachte oder fühlte.
Seine Miene blieb ernst.

Doch innerlich hatte er ein wenig Sorge um seine Engel. Es passierte nicht selten das dort oben eine ganze Schar den Häschern des Herrn der Fliegen zum Opfer fielen.
Doch Befehl war Befehl, Keranel wollte in seinem jetzigen Zustand die Mission nicht ausschlagen. Ein Engel des Herrn hörte und gehorchte.
Nachdenklich schienen seine besonderen Augen an den Prior vorbei zusehen als würde er durch die Wand hindurchsehen als dieser mit seinem Ramielit sprach.
Er hatte zwei jüngere Engel dabei, einer dieser Geschwister trug sogar die Signum. War das nicht ein wenig zu jung für solch ein hartes Land? Die strahlenden Augen blickten die junge Urielitin an. So jung und so viel Hoffnung....

Doch als der schwarzhaarige Wissensbewahrer von seiner so „guten Laune“ Gebrauch machte sah der Michaelit wieder zum Engel und Prior.
Für einen ganz kurzen Moment zuckte ganz leicht der Mundwinkel des goldenen Engels und innerlich musste er über Shezariel grinsen.
Keranel war sich nicht sicher was der mürrische Scriptura Träger von ihm hielt, fast glaubte er das er gar nichts von ihm hielt doch amüsierte ihn manchmal sein Wesen. Auch wenn der wissende Engel von Außen sehr kalt und unberührbar wirkte musste er zugeben das ihn der schwarzhaarige Bruder auf eine seltsame Art und Weise faszinierte.
Vielleicht lag es daran das Keranel eigentlich sehr viel von den wissenden Engeln hielt, denn immerhin hatte er eine sehr lange Freundschaft zu einem von ihnen gepflegt.

Tief in seinem inneren spürte der dunkelblonde Sendbote einen heißen Stich, es tat weh an diese vergangene Freundschaft zu denken...

Keranel musterte das Papier in Shezariels Händen und strich sich dabei eine dunkelblonde Strähne aus dem Gesicht, geduldig wartete er ab um was für eine Mission es hier ging.

Kuniel
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Re: Der Stille Tod: Prolog

Beitrag von Kuniel » 29.04.2014 - 16:21

Der Blick des Priors wandte sich etwas betreten zur Seite als ihm das Blatt leicht genervt aus der Hand gepflückt wurde. Sich erklärend wandte er sich an den Michaeliten, welcher näher an den Ramieliten getreten war, den Blick des genervt wirkenden Shezariel offensichtlich vermeidend: "Natürlich ist jene Unikat-Regel normalerweise für seltene Relikte und andere wertvolle Dokumente gedacht, aber der Himmel von Prag dieser Tage..." Er schüttelte den Kopf als hätte ihn der Himmel von Prag persönlich enttäuscht."Dieser unnütze Aufruhr verursacht mehr Schaden als alles andere. Umso wichtiger ist es, die Regeln einzuhalten aber. Ich hoffe ihr könnt dies verstehen."

Shezariel währenddessen hatte den Text überflogen und begann den Text abzuschreiben als die Tür zur Cella aufgerissen wurde. Schwer keuchend stand eine Begine an der Tür, die etwas überrascht die Präsenz des Priors im Raum bemerkte. Strähnen ihres schwarzen lockigen Haars klebten an ihrer Stirn, die sie sich mit leicht zitternden Fingern aus dem Gesicht strich als sie ihren Atem wiederfand. Die Hilfe des Priors ablehnend sagte sie knapp: „Der Ab will die Schar sehen, Prior Alexis.“ Sie schluckte als würde sie versuchen die Luft zurückzuholen, die sie gerade verbraucht hatte diese Worte zu sagen.
Verwirrt und überrascht gleichermaßen von der Nachricht blickte der Prior etwas unschlüssig zwischen der Begine und der Schar hin und her. Einen Entschluss fassend räusperte er sich und sagte zu Keranel: „Dann werde ich euch zu dem Ab bringen.“ Es war dem Prior deutlich anzumerken wie unangenehm ihm die ganze Situation war, aber er äußerte sein Unbehagen in keinster Weise. Stattdessen trat er an die Begine und bat sie sich auszuruhen, ihre Eile lobend, obwohl es deutlich zu erkennen war, dass ihm ihre Verausgabung deutlich missfiel. Sicherstellend, dass die Begine in der Lage war den Weg zu ihrem Zimmer im Himmelsdorf zu finden, ging er zu Shezariel und nahm zögerlich den Brief wieder zurück. „Es tut mir Leid. Ihr könnt die Kopie später fertig stellen.“

Mit schnellen Schritten geleitete der Prior durch ein scheinbares Labyrinth aus Treppen und Gängen, die unentwegt nach oben führten. Zuerst begegnete die Schar mehreren Monachen und Engeln, aber nach einer gewissen Zeit nahm deren Zahl ab und mit jeder weiteren Stufe, die die Schar weiter nach oben brachte, wurde das Brummen in der Luft lauter. In den Cellae war es so weit im Hintergrund, dass man es nur hören konnte, wenn man sich darauf konzentrierte, aber nun war es laut genug, um mit Geräuschen wie denen der Schritte der Schar in Konkurrenz zu treten. Für Josiel und Shezariel war es aber mehr als ein Brummen, für sie war jenes Brummen nur wie ein Vorhang, der einen chaotischen Rhythmus an verschiedenen Pieptönen verbarg.

Der Prior, scheinbar taub, was das Brummen anging, erklärte währenddessen der Schar: „Leider muss ich euch über die Treppen zu dem Ab führen. Ab Arbogast mag es nicht, wenn Engel alleine die obersten Gefilde des Himmels durchschreiten.“ Einige Treppenaufgänge später und die Anstrengungen des vielen Treppensteigens waren ihm deutlich anzusehen, obwohl es auch deutlich war, dass er derartige Anstrengungen mehr als gewohnt war. Aber was auch erkennbar war, dass er zunehmend nervöse zu werden schien und ohne Anlass erklärte er warnend: „Und… redet nur, wenn der Ab euch angesprochen hat. Ab Arbogast ist aber sicherlich gut gelaunt und will deshalb euch persönlich Erfolg für eure Mission wünschen.“ Alexis lächelte versöhnlich bei diesen Worten, aber seine Augen vermieden unsicher den Blickkontakt mit den Engeln der Schar als wollte er genauso sehr sich selbst mit den Worten versichern wie er die Schar versichern wollte.

Bald wurden die Treppenaufgänge schmaler, waren aber noch breit genug für einen Engel. Mit langsameren Schritten als zu Beginn führte der Prior sie den Treppenaufgang einen Korridor entlang bis sie vor einer breiten Holztür hielten. Es war klar zu hören, dass mehrere Personen in dem Raum dahinter waren. Bei jenem Geräusch blieb Alexis abrupt stehen und wandte sich an die Schar: „Halt. Bevor wir hereingehen… Wisst ihr von den Geschehnissen in Skandinavien? Audienzen mit dem Ab können etwas…“ Und bei diesen Worten blickte Alexis zur Tür, seine Augen gleichzeitig furchtvoll und beschämt, während er offensichtlich an vergangene Audienzen mit dem Ab sich erinnerte. „… problematisch sein, wenn man nicht vorbereitet ist. Besonders wenn andere bei der Audienz dabei sind. Ihr solltet euch klar darüber sein, was eure Mission ist und was in Skandinavien los ist.“

Turgon
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Re: Der Stille Tod: Prolog

Beitrag von Turgon » 29.04.2014 - 20:35

Es sollte also in den hohen Norden gehen? Die Schar von Rumael war dort schon einmal im Einsatz gewesen. Er hatte keine so guten Erinnerungen daran. Es gab dort kaum angelitische Stützpunkte, ständig musste man vor Feinden auf der Hut sein.
Ithuriel, der Ramielit der Schar, hatte davon erzählt, dass dies dort nicht immer so gewesen war, doch seit dem Untergang des Himmels der Ragueliten hätte sich der Große Feind hier immer mehr festsetzen können. Rumael hatte aber gefallen, dass es dort die meiste Zeit über hell war, doch Ithuriel hatte auch hier gemeint, das wäre nicht immer so, es gäbe dafür auch Zeiten, in denen es ständig dunkel wäre.

Rumael wunderte sich, dass sich Shezariel so lange mit dem Abschreiben des Papiers aufhielt. Ithuriel hatte so etwas nur kurz angesehen, und konnte dann trotzdem den Inhalt genau genug wiedergeben. Aber wahrscheinlich hatte er damit gegen diverse Regularien des Himmels zu Prag verstoßen, zuzutrauen wäre es ihm sicher gewesen.
Shezariel schien jedenfalls ziemlich genervt von den Malarbeiten.

Dann platzte eine Begine herein, und der Prior führte sie Hals über Kopf zum Ab.
Rumael wurde etwas mulmig zumute. Bei Ab Arbogast hatte er immer das Gefühl, der Ab könne tief in sein innerstes sehen -- und das, was er dort sah, fände seine tiefe Missbilligung.
Deswegen war er schon froh gewesen, dass der Prior sie empfangen hatte. Normalerweise bedeutete dies, dass der Ab die Mission als zu unwichtig empfand, um sich damit selbst abzugeben. Doch jetzt, ein Treffen mit Prior und Ab gleichzeitig? Was sollte das für eine Mission werden?
Da begann Shezariel den anderen den Inhalt des Briefes zu erzählen, was Rumael seinen Gedankengang unterbrechen ließ.

Als sie oben angekommen waren, schien ihm der Prior ziemlich durch den Wind. Er erwartete, dass sie über die Mission Bescheid wussten? Bis jetzt hatte er doch nur erzählt, dass es nach Oslo gehen sollte? Und das, was Shezariel ihnen über die Seele mitgeteilt hatte, erschien ihm etwas diffus. Sollten sie die Raphaeliten bei ihrer Arbeit beschützen? Sollten sie Ermittlungen anstellen? Sollten sie etwas ausfindig machen? Rumael verdrehte die Augen.
"Werter Prior, was ist denn die Mission überhaupt?" platzte es jetzt aus ihm heraus. Rumael war etwas überrascht über sich selbst. Normalerweise hatte er sich mehr unter Kontrolle. Er zog seine Stirn in Falten und blickte recht grimmig drein, um den Worten damit wenigstens Nachdruck zu verleihen.
Zuletzt geändert von Turgon am 01.05.2014 - 12:08, insgesamt 1-mal geändert.

Josiel
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Re: Der Stille Tod: Prolog

Beitrag von Josiel » 30.04.2014 - 22:55

Skandinavien? Das versprach, interessant zu werden. Bisher hatte es Josiel noch nicht dorthin verschlagen, auch wenn sie von älteren Engeln gehört hatte, dass es dort gefährlich war. Andererseits konnten Traumsaat und Ketzer so gut wie überall lauern, oder nicht?
Die Kleine spürte den Blick ihres Michaeliten auf sich und sah kurz zu ihm herüber. Ernst und ein wenig fragend erwiderte sie seinen Blick, bis Shezariel das Dokument, das der Prior ihm hinhielt, an sich nahm und die Aufmerksamkeit der beiden Engel auf sich zog - nur um kurz darauf unterbrochen zu werden, als eine Begine den Raum betrat und sie alle zum Ab beorderte.
Der Weg nach oben wurde von Stockwerk zu Stockwerk beschwerlicher für den zierlichen Engel. Zu Fuß war sie nur unterwegs, wenn es sich wirklich nicht vermeiden ließ, und die Gänge wurden zunehmend enger. Josiel zwang sich, ruhig zu atmen und legte erneut die Flügel enger. Warum mussten sie laufen? Sie waren Engel! Sie waren doch zum Fliegen gebaut!
Bald mischte sich zu ihrem Unwohlsein noch ein merkwürdiges Brummen, dass sich, je weiter sie nach oben kamen, zu verschiedenen Pieptönen ausdifferenzierte. Starr blickte sie auf die Schwingen von Rumael vor ihr - wenn er hier durchpasste, dann tat sie das auch. Und hier würde sie nichts angreifen, es war nicht schlimm, wenn sie unbeweglich war, dies war ein Himmel... Gebetsmühlenartig wiederholte sie dieses Mantra, bis sie endlich vor dem Zimmer des Ab angekommen waren.
Der Prior schien regelrecht Angst von dem Ab zu haben. Unsicher beschloss Josiel, sich an Keranel zu halten. Der Ab würde schon nicht eine Urielitin nach irgendetwas fragen, oder? Trotzdem war sie dankbar, als der riesige Gabrielit den Prior fragte, was sie denn nun eigentlich machen sollten - auch nach Shezariels Vorlesen des Briefes war ihr nicht ganz klar, was ihre Aufgabe sein würde.

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Re: Der Stille Tod: Prolog

Beitrag von Terael » 01.05.2014 - 10:52

Abschreiben? Jesaniel verdrehte die Augen, lehnte sich etwas zurück und sah abwechselnd den Prior und Shezariel an.
Ernsthaft? Ihr blick wanderte zu ihrem Michaeliten, in der Hoffnung, er würde diese Farce irgendwie unterbinden oder zumindest abkürzen, aber er tat nichts dergleichen - warum fühlte sie sich eigentlich innerlich so traurig, als sie ihn ansah?
Sie wandte sich ab und wollte gerade etwas dazu sagen, als eine Begine hereinkam und irgendetwas vom Ab erzählte und sie so von ihrem Plan abhielt.
Zumindest hatte sie jetzt die Hoffnung, daß es voranging.

Der Weg zu Fuß war mühsehlig, aber sie trotte der Schar hinterher. Zumindest solange, bis sie endlich erfuhr, worum es eigentlich ging.
Einen Moment blieb sie stehen und überlegte.
Eine Seuche. Na hoffentlich wissen Sie da oben, was unter diesen Begriff fällt.
"Wieviele Menschen sind denn betroffen?", fragte sie frei heraus, "wieviele Raphaeliten sind dort und Templer?"
Die Antworten waren eher ernüchternd. Mit ein paar hundert Templern konnte man etwas anfangen, mit zehn Raphaeliten... Für eine ausgewachsene Seuche ist das nicht ganz so viel. Die Handvoll Diener Raphaels brachten wohl weniger was. Aber genaueres wusste man nicht.
Meine Güte, dachte sie, wenn es die Ramieliten schon nicht wissen
"Und es ist bisher noch niemand auf die Idee gekommen, mal einen Ramieliten anfragen zu lassen, was da eigentlich genau los ist? Ob sie Medikamente brauchen oder so?", platzte es patzig aus ihr heraus.

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Re: Der Stille Tod: Prolog

Beitrag von Alessiel » 01.05.2014 - 11:47

Keranel war ein wenig näher an seinen schwarzhaarigen Bruder herangetreten und fixierte den Prior als dieser seine Worte an den goldenen Engel richtete.
Der Michaelit zog eine feingeschwungene Augenbraue hoch und nickte nur ganz leicht.
Doch war ihm das Verhalten des Mannes nicht entgangen.
„Es ist wichtig die Ordnung aufrecht zu erhalten.“ Kam es leise über seine vollen Lippen und die Augen durchbohrten den Prior dabei sehr streng, denn eine wirkliche Ordnung war das hier gerade nicht.

Gerade als er seine Frage stellen wollte wurde die Tür aufgerissen und eine schwarzhaarige Begine die völlig außer Atem war kam herein gestolpert.
Der Michaelit wandte sich sofort der Frau zu und sah sie überrascht an. Bei diesem hereinstürmen musste etwas passiert sein. Doch als sie völlig außer Atem zu sprechen begann wurde sie von Keranel mit einem missbilligen Blick gestraft. Das war alles? Ab Arbogast wollte sie sehen und dafür machte man so einen Wirbel?
Natürlich war es eine große Ehre vom Ab eines Himmels empfangen zu werden, doch nicht einmal in seinem Heimathimmel verhielt man sich so.
Der goldene Engel verschränkte die Arme vor der Brust und rollte genervt mit den Augen. Was für ein Kaspertheater.

Sie machten sich auf den Weg und nebenbei informierte Shezariel die Schar über das was in dem Brief stand, der goldene Engel sandte die Worte an seine anderen drei Engel weiter.
Es sollte jeder in seiner Schar erfahren was dort drinnen stand, immerhin ging es sie alle etwas an.
Ebenso wie Shezariel blieb auch der Michaelit äußerlich unberührt von dem Inhalt, doch er zeigte ein wenig mehr Regung als der blasse Engel.
Keranels Miene wurde nachdenklich, er schürzte leicht die Lippen, die besonderen Augen sahen nach vorn, in Gedanken versunken versuchte er herauszufinden was nun genau ihre Mission war.
*Danke Bruder.*
Kam es ruhig über die Seele der Schar.
Innerlich sammelte der goldene Engel ein paar Fragen zusammen die er dem Prior stellen konnte.
Aber es fehlte immer noch der genaue Auftrag der Mission, ein Brief war ja schön und gut aber Keranel wollte Informationen und nicht so etwas halbes.

Seine Raphaelitin setzte dazu an Fragen zu stellen. Was gut war anders hatte er es auch nicht erwartet. Seuchen und Krankheiten waren nun mal das Spezialgebiet der Raphaeliten. Was ihn beunruhigte war jedoch dieser so genannte „Scherz“ wie es im Brief hieß. Natürlich war nicht mit Seuchen zu spaßen, sie sollten einen beunruhigen aber die Positionen der Leichen konnten auf etwas hindeuten das weniger ein Scherz sein konnte. Keranel hatte im Laufe seiner Jahre ein paar Erfahrungen darin sammeln müssen. Keine erfreulichen.

Der Prior führte sie durch verschiedene Gänge und Flure immer weiter höher bis sie zu einer Treppe kamen die sehr schmal war und bei der Erklärung des Mannes wurde Keranels Miene ärgerlicher. Sie die Engel des Herrn sollten tatsächlich laufen und der Ab sah es nicht gerne wenn Engel die oberen Gefilde allein betraten?
Was war denn das nun wieder? Der Michaelit knirschte leise mit den Zähnen, man sah ihm seinen Ärger an.
Doch es blieb ihm keine Möglichkeit er musste gehorchen und seine Schar auch.
Die bunten Augen blickten zu seinem Streiter, hoffentlich war ihm das alles hier nicht zu eng, bei seiner Größe.
Keranel schämte sich nicht einen Engel in der Schar zu haben der so sehr aus der Reihe stach, er war keiner von den Michaeliten die Zwanghaft perfekt sein mussten. Tatsächlich war er recht pragmatisch veranlagt, auch wenn eine gewisse Etikette eingehalten werden musste.
Vielleicht hatten sie ihm deshalb die Engel gegeben die ein wenig aus der Schar herausstachen, denn er war ein Scharführer der über das alles hinwegsah und nur Taten zählten.
Tatsächlich sah er einen großen Nutzen bei einem Angriff in dem riesigen Streiter. Auch zu kleine Engel konnten sehr nützlich sein.

Beim Ab vor der großen Tür angekommen musste sich Keranel wirklich in Geduld üben, die zogen hier alle eine Show ab das ging langsam wirklich an die Grenzen der Entwürdigung. Waren sie sich dem allen eigentlich im klaren?
Seine eindringlichen Augen fixierten den Prior und musterten ihn wieder ein wenig nachdenklich.
Wenn man den Mann so sah konnte man fast denken Ab Arbogast war einer dieser gefährlichen Untiere aus den Geschichten seines damaligen Ramieliten. Mit Klauen, Reißzähnen und einem sehr gruseligen Verhalten.
Langsam wurde es Keranel wirklich zu bunt, man sah dem goldenen Engel an das er ganz und gar nicht Zufrieden mit der Situation war, musterte er den Mann doch sehr ärgerlich.
Sein Gabrielit plötzlich sprach das aus was ihm selbst durch den Kopf ging. Er war Rumael keinesfalls böse, denn es war gut wenn eine Schar mitdachte immerhin waren sie eine Einheit.
„Ich muss meinem Gabrieliten recht geben, wie sollen wir die richtigen Fragen stellen wenn wir nichts genaues Wissen. Könntet ihr uns „bitte“ einmal aufklären? Ihr wollt euch vor Ab Arbogast doch nicht die Blöße geben uns nicht ausreichend informiert zu haben. Ich muss schon sagen ich bin nicht sehr zufrieden.“
Seine Augen wurden zu leichten Schlitzen und der Ton in seiner Stimme verriet das er ganz und gar nicht erfreut über die jetzige Situation war. „ Erst lasst ihr meinen Ramieliten ein Schriftstück anfertigen dann nehmt ihr es ihm wieder weg und plötzlich wird ein Aufruhr gemacht als würde der Himmel angegriffen werden, dann stellt ihr uns vor dieser Tür ab und sagt das wir doch den Mund zu halten haben und nur reden dürfen wenn wir angesprochen werden. Aber erwartet dann das wir plötzlich alles über den hohen Norden oder den Auftrag wissen.“ Keranel reckte das Kinn ein wenig vor und schnaubte leise. „Wenn keine Informationen vorhanden sind dann können wir auch schlecht wissen was unser Auftrag ist. Es geht um eine Seuche so viel ist klar aber, es fehlt noch viel mehr.“
Der Michaelit war wütend, er hatte die Nacht schlecht meditiert und nun auch noch so ein Verhalten. Er war nicht laut doch seine Stimme und auch Körperhaltung verrieten das er nicht sehr positiv von dem ganzen hier angetan war.
„ Zuverlässige Informationen sind wichtig für das gelingen einer guten Mission.Wenn ich eure Aussage richtig deute erwartet Ab Arbogast bereits das wir Eingeweiht sind. Wir sind Engel des Herrn Prior Alexis keine Kinder die man blauäugig in etwas hineinlaufen lässt.“

*Shezariel ich möchte das du beim Ab an meiner Seite bist. Wir werden das Gespräch zusammen führen.*
Kam es ruhiger über die Seele der Schar, denn seine Engel konnten am aller wenigsten dafür und sein Ramielit tat ihm innerlich wirklich leid das er so einen Sauhaufen seinen Heimtathimmel nannte.
*Wenn ihr anderen Fragen beim Ab habt, dann stellt sie erst über die Seele der Schar, ich werde sie dann fragen. Ich denke das gibt weniger Verwirrung. Falls ihr Fragen an den Prior habt stellt sie ruhig.*

Das seine Raphaelitin patzig reagierte störte ihn nicht denn immerhin hatte sie allen Grund dazu.



*Karte: Gefangenschaft: Freiheitsentzug, Konflikt, Katastrophe, Störung, Aufruhr*

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