Kapitel 01: Spuren der Vergangenheit

Das Forum von Keranels Schar. Hier findet ihr Charbögen, Besprechungen und die Spielrunde der Schar.
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Terael
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Re: Kapitel 01: Spuren der Vergangenheit

Beitrag von Terael » 27.07.2015 - 19:09

Als Kernael zurückschreckte, zuckte die Raphaelitin zusammen, hat hätte er ihr einen elektrischen Schlag verpasst.
Einen Moment atmete sie schwer, beruhigte sich aber schnell wieder - das hatte sie wohl genauso überrascht wie den Michaeliten.

*Entschuldige, ich...*, setzte sie an; Aber Keranel kam ihr zuvor - mit etwas, was sie durcheinanderbrachte.
Traumsaat? War sie so daneben, daß sie das nicht mitbekommen hatte?

*Ich wollte das gerade tun. Entschuldige, ich hatte vergessen...* Die Angst sprach immernoch aus ihr, sie hörte sich ganz anders an, nicht mehr so wütend und aufmüpfig wie sonst, im Gegenteil, ganz klein, unterwürfig und wertlos.
Aber wenn Traumsaat hier war, dann brauchte sie ihre Kräfte sicher noch - Es war sicher eh zu spät, sich rauszureden, sie hatte bereits versagt, ganz öffentlich.

Mit dem Wasser wusch sie sich schnell das Blut von den Armen und Händen, was aber nicht dagegen half, daß ihre Kleidung völlig blutig war. Einen anderen Kriegsrock hatte sie dabei, aber der brachte ihr jetzt auch nicht viel.
*Komm her, ich heile dich...*, bat sie den Michaeliten, der gerade mit Meredith zu tun hatte, *Ich würde dich gern um was bitten, auch wenn das sicher sehr komisch klingen wird*

Turgon
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Re: Kapitel 01: Spuren der Vergangenheit

Beitrag von Turgon » 29.07.2015 - 10:29

Rumael blickte Josiel angespannt hinterher und verzog das Gesicht, als Josiel die abartigen Kreaturen beschrieb, die draußen zu sehen waren. Er überlegte, wie sie die Eigenarten der verschiedenen Untiere zu ihrem Vorteil nutzen konnten, sollte es zum Kampf kommen.
Er bemerkte, wie hinter ihm Keranel erstickt aufschrie. Irritiert warf er einen Blick in die Kirche zurück, doch er konnte keine unmittelbare Gefahr erkennen. Jesaniel und Shezariel waren bei dem Michaeliten, der ins Stolpern geraten zu sein schien, aber sich nun mit der Hilfe des Ramieliten wieder gefangen hatte.. Die Situation schien nicht weiter schlimm zu sein, so konzentrierte Rumael sich wieder nach draußen.

Ein kalter Schauer jagte ihm den Rücken herunter, als Josiel den kopflosen Mann erwähnte. Hatten sie diesen nicht unten zurückgelassen? Wie konnte er jetzt dort oben sein? Und die weiteren Meldungen Josiels trugen ebenfalls nicht gerade zu seiner Beruhigung bei.
*Wir sollten hier weg. So schnell wie möglich.* sandte er deshalb an die anderen.

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Alessiel
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Re: Kapitel 01: Spuren der Vergangenheit

Beitrag von Alessiel » 30.07.2015 - 13:37

Diese Frau würde ihn früher oder später noch um den Verstand bringen. Diese Halbwahrheiten...wie er sie hasste.
In seinem Verstand war er kurz davor seinem Gabrieliten den Befehl zu geben dieser Ketzerin die Kehle durchzuschneiden.
Seine Augen bohrten sich regelrecht durch Merediths Gestalt hindurch, er kam gefährlich nahe, nur wenige Zentimeter von ihrem Gesicht entfernt, die Hand auf dem Schwertknauf.
„Wenn du mir jetzt nicht sofort sagst was du weißt dann war es das für dich. Ich habe keine Lust mehr auf deine Spielchen. Es geht hier um Leben und Tod falls es dir noch nicht bewusst geworden ist. Um die Leben meiner Schar und die werde ich nicht einfach so aufs Spiel setzen.“
Seine Stimme war leise, dennoch schneidend wie ein Messer, seine Gestalt bedrohlich und einschüchternd.

Jesaniel meldete sich in seinem Geiste und er trat wieder einen Schritt zurück. „Du kannst dir überlegen ob du mit uns zusammenarbeiten willst oder es lassen, dann lasse ich dich hier zurück und mir ist es egal was mit dir geschieht.“
Er wandte sich seiner Heilerin zu, der harte Ausdruck in seinen Augen verschwand.
*Heile nur die Lähmung, du brauchst deine Kräfte noch.*
Seine Stimme klang zwar nicht so scheidend wie bei Meredith, aber bestimmend, er wollte immerhin nicht das Jesaniel sich unnötig verausgabte.
Wieder perlte ein Schweißtropfen von seiner Stirn über die Nasenspitze, er sandte immer noch alles an seine Schar weiter was Josiel ihnen mitteilte.
Keranel spürte die Erschöpfung die langsam aber sicher von seinem Körper Besitz ergriff. Dieses ganze hin und her, das ruhig bleiben, die vielen Eindrücke, was Geschehen war und das handeln verlangten viel von dem alten Engel ab.

Jesaniels folgende Worte ließen ihn wieder aufsehen, blickte ihr ins Gesicht und er nickte leicht.
*Nur zu, frag mich.*
Sandte er sanfter werdend in ihren Geist, doch plötzlich ruckte sein Kopf Richtung Kirchentor. Josiels Worte sandte er sofort weiter.
Das pochen hinter seinen Schläfen wurde schlimmer und er fragte sich wie lange er noch durchhalten würde?
*Du machst das gut Josiel, ich bin stolz auf dich. Diese Information ist sehr wichtig. Lass dich nicht von der Umgebung ablenken, komm sofort her wenn für dich Gefahr droht. Erzähl mir alles was du siehst, riechst und anderweitig wahrnehmen kannst.*

Er wandte sich wieder Meredith zu, erklärte ihr im eisigen Tonfall was Josiel draußen wahrnahm, was sie sah.
„Was hat das zu bedeuten. Sprich.“ Wieder war seine Stimme scharf wie ein Messer.
Keranel hatte keine Lust mehr auf dieses verdammte Spiel, wo ihm niemand etwas sagen konnte, mit diesem ganzen schwammigen Aussagen konnte der alte Michaelit nichts anfangen.
*Ja Rumael du hast recht, das sollten wir aber vielleicht ist es gerade jetzt dort draußen noch gefährlicher geworden. Und wenn diese verfluchte Hexe nicht langsam mal sagt was nun wirklich Sache ist dann schwöre ich bei Gott....*
Sandte er nur seinem Gabrielit zu und die Stimme klang alles andere als freundlich, doch der Streiter konnte heraushören das es nicht wegen ihm war sondern wegen der Ketzerin.
Der goldene war sich sicher, sie wusste mehr als sie ihnen gesagt hatte.

Kuniel
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Re: Kapitel 01: Spuren der Vergangenheit

Beitrag von Kuniel » 30.07.2015 - 21:59

Rumael, Keranel, Jesaniel, Shezariel:

Von Wut gezeichnet, erwiderte Meredith ebenso schneidend auf Keranels Anschuldigungen und Fragen: „Was ich weiß?!“ Sie erhob ihre Hände in Protest und wandte sich von Keranel leise zu sich murmelnd: „Es sind doch eindeutig eure sogenannten Ragueliten, die wissen, was hier los ist…“

Aber als Keranel nach einem Moment wieder mit ihr redete und beschrieb, was Josiel erlebte, wurde ihr Gesicht nachdenklich: „Davon hatte sie geredet… die Frau mit den goldenen Augen…“ Euphorisch und hektisch ging sie auf und ab in der Kirche und blieb dann vor Keranel stehen als wäre sie zu einem Entschluss gekommen.

„Ihr scheint auf jeden Fall nicht über diese Sache Bescheid zu wissen, also könnt ihr nicht dafür verantwortlich gemacht werden.“, begann sie Keranel anblickend, obwohl sie dies eher lautes Denken war als eine Bemerkung, welche für den Michaeliten gedacht war. „Vor fünfzig Jahren ist eine Delegation von Angeliten zu meinem Druidenzirkel in Shadowshire gekommen mit einem Angebot. Ein einfacher Tauschhandel. Sie wollten zwei vorsintflutliche Artefakte von uns und dafür würden sie uns zwei aus deren Besitz geben. Eines der Artefakte, das sie haben wollten, war der Idee-Virus, an sich nur dafür gedacht Informationen, schnell unter der Bevölkerung zu verbreiten. Jemand würde z.B. beiläufig den Tod irgendeines Dukes erwähnen, aber dank des Ideen-Virus würde man sofort Zugang zu allen relevanten Informationen über den Vorfall haben. Aber was die „Seuche“ verursacht hat, ist nicht der Ideen-Virus selbst, sondern die Idee, welche sie verbreitet. Und diese Frau mit den goldenen Augen baut eine Maschine damit. Ich weiß es, weil sie vor fünfzig Jahren bei dem Austausch dabei gewesen war… und irgendwie hat sie mir und den anderen Druiden unsere Erinnerungen ihrer Präsenz genommen. Und es gibt nur eine Sorte von Angelit, der dies tun könnte und das wärt ihr Engel.“

Sie seufzte und wandte sich von Keranel ab. „Und was Josiel widerfährt… Ich hätte alleine runtergehen sollen. Versteht ihr?! Es ist… Es ist als hätten wir alle Pandoras Box geöffnet, indem wir gesehen haben, was dort unten passiert! … Nein, warte, versteht ihr überhaupt die Referenz… Uhm, es ist als hätten wir etwas gesehen, was wir nicht hätten sehen sollen und nun werden wir nie wieder die Welt auf dieselbe Weise wahrnehmen!“ Sie pausierte kurz. „Ich habe eine Ahnung, was die Maschine sein soll, aber ihr Zweck… Als könnte ich dieses ganze Gefasel mit dem Herrn der Fliegen verstehen! Entropie ist ein Naturgesetz und kein Monster, das man einfach erschlagen kann!“ Meredith redete zwar noch laut, aber sie schien Keranel immer weniger Beachtung zu schenken mit jedem weiteren Wort.

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Terael
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Re: Kapitel 01: Spuren der Vergangenheit

Beitrag von Terael » 04.08.2015 - 22:49

*Ich... ähm*, es klang, als würde sie sich um Kopf und Kragen reden. Meredith stand da und sagte irgendwas; Es interessierte sie nicht. Falls es Sinn hatte, hätte sie ihn wohl eh nicht verstanden.
Aber sie wartete, bis sie fertig war, blickte zu Boden, beschämt, als hätte sie einen Massenmord begangen und ängstlich; Vielleicht wegen der Konsequenzen?
Als Meredith fertig war, fasste sie sich, nahm allen Mut zu sammen.
*Egal, ich werd eh dafür geläutert...* Sie klang besser, zielstrebig, aber auch entschuldigend *Es dauert zu lange, dir zu erklären, was mit mir los ist. Aber die einzige Sache, von der ich weiss, daß es das beendet ist Schmerz*
Vorsichtig traute sie sich, ihrem Michaeliten anzusehen; Es war nicht viel übrig von der Jesaniel, die Keranel kennengelernt hatte. *Wenn ich weiter so mache, wie gerade, kann ich euch nicht helfen. Stattdessen würd ich dich einfach bitten, mir eine reinzuhauen, das tut auch weh und spart Kräfte*

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Alessiel
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Re: Kapitel 01: Spuren der Vergangenheit

Beitrag von Alessiel » 05.08.2015 - 13:18

Meredith hatte ihr Schicksal durch ihr Verhalten besiegelt. Keranel hatte keine Lust und Kraft mehr gegen diese Frau anzureden.
Sie war wahnsinnig ganz eindeutig wenn sie der Gefahr die sie bedrohte ins Gesicht spuckte.
Er wollte nur noch seine Schar heile hier heraus bringen. Sie wollte ohnehin bleiben, auch wenn sie anscheinend sehr wichtig war, doch merkte man deutlich das sie nicht dazu bereit war mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Ein leises helles Geräusch erklang als der Michaelit sein Schwert aus der Waffenscheide zog.
„Du hast recht ich verstehe es nicht, hast du dir auch schon mal darüber Gedanken gemacht das man uns nicht alles sagt? Das wir auch so oft nur die Spielfiguren auf einem Spielbrett sind? Nein natürlich nicht, wie auch?“
Der Michaelit schüttelte nur genervt und auch enttäuscht den Kopf. Er war sich völlig sicher was er da gerade eben gesagt hatte.

„Doch das was ich verstehe ist das ich meine Schar jetzt von hier wegbringe, ob du nun mitkommst oder nicht. Du bist wichtig das wurde mir gesagt aber so wichtig das ich das Leben meiner Engel aufs Spiel setze bist du für mich nicht.“
Keranel wandte sich um und sah zu Shezariel wollte ihm gerade etwas mitteilen da sandte Jesaniel ihre Worte in den Geist des goldenen.
`Was?`
War sie jetzt völlig verwirrt? Was verlangte sie da von ihm?
Der dunkelblonde Engel blinzelte verwirrt. Was war denn heute los?
Er seufzte leise und fuhr sich mit der heilen Hand die das Schwert hielt über die Stirn, sie war von Schweiß bedeckt und ihm fehlte bald jegliche Kraft wenn es so weiter ging.
Ganz klar, der Herr der Fliegen hatte seine Hände hier im Spiel.
*Niemand wird hier geläutert Jesaniel und nein ich werde dich nicht schlagen, so etwas tun Engel einfach nicht. Du kannst mir nachher alles erklären aber jetzt müssen wir unsere Aufmerksamkeit ganz der Gefahr draußen widmen.*
„Falls du dich entscheiden solltest hier zu bleiben Meredith, dann werde ich wiederkommen und nach dir sehen.“
Seine Augen suchten die Gestalt der Ketzerin bevor er sich ganz Shezariel zuwandte. „Wir bleiben bei deinem Plan mit der Ablenkung.“
Nickte er dem schwarzhaarigen Engel zu.
*Josiel? Ist die Traumssat noch da? Es kann sein dass das gleiche gerade geschieht wie unten, aber keine Angst wir schaffen das.*
Sandte er die Worte an seine ganze Schar. Seine Stimme klang voller Entschlossenheit und Mut, er wusste nicht woher er die Kraft nahm aber sie war da.

Turgon
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Re: Kapitel 01: Spuren der Vergangenheit

Beitrag von Turgon » 07.08.2015 - 08:50

Auf Keranels Antwort nickte Rumael nur und ließ ein unzufriedenes Knurren über die Seele hören. Er konzentrierte sich weiter auf die Geschehnisse draußen und bekam die Streiterei zwischen Keranel und der Frau nur als Hintergrundrauschen mit.
Doch das Ziehen eines Schwertes erregte seine Aufmerksamkeit. Er zuckte zusammen und fuhr herum, sein eigenes Langschwert zum Zuschlagen bereit erhoben. Keranel hatte sein Schwert gezogen. Meredith hatte den Bogen wohl überspannt. Doch der Michaelit schien sie nicht angreifen zu wollen. Rumael bekam noch mit, wie die Britin von Druidenzirkeln von vor 50 Jahren redete, bei denen sie dabei war. Seine Stirn zog sich in Falten, und sein Gesicht bekam einen harten Ausdruck.

Er ließ das Schwert sinken und ging in schnellen Schritten zu Keranel. Demonstrativ wandte er der Britin seinen Rücken zu. Seine Stimme klang gepresst, nur mühsam kontrolliert, als er zu sprechen anhob.
„Was geben wir uns mit diesem … diesem Wesen“, er deutete kurz mit dem Daumen auf Meredith hinter ihm, „noch länger ab? Sperren wir sie doch zu ihrer Freundin, da nach unten, und stellen sicher, dass keiner da mehr rauskommt.“
Ohne eine Antwort abzuwarten drehte er sich um und ging wieder an das Portal, noch immer sichtlich wütend.

Karte: Das Fegefeuer - Wiedergeburt

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Terael
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Re: Kapitel 01: Spuren der Vergangenheit

Beitrag von Terael » 10.08.2015 - 21:20

*Ich glaub, du verstehst es nicht*, klang es ein wenig wie eine Resignation von der Raphaelitin. Vorsichtig streckte sie dem Michaeliten ihre Hand entgegen - noch eine panische Flucht von ihm wollte sie vermeiden.
Keranel ließ sie gewähren. Ihre Tinte drang in seinen Körper ein und machte das wieder rückgängig, was sie ihm vorhin angetan hatte - vollständig.

*Ich bin dir so keine Hilfe. Wenn ich nichts dagegen tue, dann wird es nur noch schlimmer... Und das ist gefährlich. Für euch. Du hast es ja sicher bemerkt*
Sie ließ den Michaeliten wieder los und trat ein paar Schritte zurück, schaute beschämt und ängstlich zu Boden. *So kann ich meine Aufgabe nicht erfüllen, Keranel. Lieber füge ich mir die Schmerzen selbst zu, aber dann kann ich euch nicht mehr heilen... Nur verteidigen*
Ihre Augen suchten auf dem Boden vorher verzweifelt nach den Worten die den Michaeliten überzeugen könnten. *Meine Bitte war ernst gemeint... Du hast gesagt, du würdest alles für deine Schar tun... und ob dus glaubst oder nicht, das würde ich auch, nur...
ich kann nicht*
Noch eine Träne war zu sehen, die langsam ihrer Wange herunterkullerte, *Ich brauche deine Hilfe, Keranel, auch wenns etwas ist, was dir nicht gefällt. Ich wiederhole es gerne nochmal laut, daß niemand denkt, du würdest was falsches tun... Aber bitte hau mir einfach eine runter, daß ich wieder machen kann, wozu ich da bin*

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Alessiel
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Re: Kapitel 01: Spuren der Vergangenheit

Beitrag von Alessiel » 13.08.2015 - 01:20

Keranel konnte seinen Gabrieliten verstehen auch ihm ging so langsam die Geduld aus.
Dennoch durften sie nicht übereilt handeln sonst konnte das ihr aller Tod bedeuten.
Ein weiteres Mal strich sich der Michaelit über die verschwitze Stirn, immer noch mit dem Schwert in der Hand.
Er war so unendlich müde...

Die Erschöpfung begann noch stärker an seinem Körper zu zerren als er Jesaiels Worte hörte.
Verstand sie ihn denn nicht? Konnte sie es sich denn nicht vorstellen das er sie nicht so einfach schlagen konnte?
Für was für ein Monster hielt sie ihn denn?

Die bunten Augen des goldenen blickten zu ihr als die Heilerin ihm anbot ihn zu heilen. Er willigte erst zögerlich ein doch dann wurde das nicken stärker.
Als sie ihn heilte kam es dem alten Engel so vor als könne er für einen Bruchteil der Sekunde einfach durchatmen.
Ein trügerisches Gefühl das ihm vorgaukelte neue Kraft schöpfen zu können.
Doch dann waren da wieder ihre Worte, er spürte zwar das wieder Leben in sein Arm zurückkehrte aber das pochen hinter seinen Schläfen wurde dafür noch stärker.
Wusste sie denn einfach nicht was sie da verlangte? Man schlug keinen Engel verdammt!

`Reiß dich zusammen.`
Für einen kurzen Moment erlaubte er sich die Augen zu schließen und einmal tief durchzuatmen.
Sogar seine Wunde war geheilt wie er feststellte als er wieder aufsah.
`Jetzt reicht es.`
*Ich sagte doch du sollst nur die Lähmung heilen.*
In seiner Stimme schwang eine strenge härte mit. Vergeudung von wichtigen Ressourcen die sie wahrscheinlich dringend benötigen würden.

Aber ihre anderen Worte trafen ihn regelrecht ins Herz. Wie konnte sie von solch einer barbarischen Bitte auf Hilfe kommen? Das hatte in seinen Augen, seinem Verstand nichts mit Hilfe zu tun. Anderen Engeln Leid und Schmerzzufügen?

Keranel konnte sie draußen hören, die Diener des Herrn der Fliegen, meinte es zu tun oder vielleicht war es auch nur sein Verstand der ihm einen Streich nachdem anderen spielte.
Verdammt nochmal es musste etwas passieren! Er musste handeln und zwar mit der nötigen Strenge die in solch einer Situation angebracht war.
Sein Blick wurde kühl, stechend und streng, wandte sich der Heilerin zu.
*Reicht eine Ohrfeige?*


*Karte: Tyrannei*

Kuniel
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Re: Kapitel 01: Spuren der Vergangenheit

Beitrag von Kuniel » 18.08.2015 - 21:20

Josiel:

Die Flammen breiteten sich aus und die Traumsaatkreaturen entfernten sich von Josiel als sie andere Häuser begannen in Brand zu setzen und zu fressen, die Nacht mit deren absurden Geräuschen füllend. Gurgeln, feuchtes Husten und raues Bellen kreierten einen Kakophonie unmenschlichen Schnatterns in der sternenlosen Nacht, die nach Asche und Rauch roch.

Aber die seltsamen Gerüche und die unnatürliche Präsenz des kopflosen Mannes verschwand in jenem Moment als Josiel ihren Blick abwandte, um die Traumsaat zu beobachten. Die seltsame Präsenz wurde aber durch das schleimige Kriechen der Traumsaat ersetzt, welche langsam aber sicher in die Richtung von Josiels Gebäude kroch.

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Re: Kapitel 01: Spuren der Vergangenheit

Beitrag von Alessiel » 20.08.2015 - 22:32

Der stechende Blick wandte sich ab und blickte wieder zum Tor der Kirche als Josiel ihn in seinem Geist erreichte und sandte es sofort an seine Schar weiter. Sie mussten hier raus, es ging nicht anders.
Keranel atmete tief durch und gab Josiel ein Befehl, darauf das sie sich bereit halten sollte.

Er kam dem Tor näher und blickte von Shezariel zu Rumael.
*Haltet euch alle bereit.*
Er packte sein Schwert in der Hand noch fester und erstarrte als ihm Josiel mitteilte das die Traumsaat immer näher kam.
*Du musst da weg, Josiel. Es wird Zeit für die Ablenkung.*
Ihm war gar nicht wohl bei der Sache das er die junge Urielitin der Gefahr überlassen würde, doch wusste der goldene das ihm nichts anderes übrig blieb.
`Sie ist eine Urielitin, sie schafft das, sie ist schnell genug.`
Wie ein Mantra sagte sich der Michaelit es im Geiste immer wieder auf. Dann wandte er sich wieder an seine Schar.

*Rumael du gehst vor, dann Shezariel, Jesaniel und das Schlusslicht bilde ich.*
Er biss sich auf die Unterlippe, eine Schweißperle tropfte seine Nasenspitze hinab, er wartete den richtigen Moment ab und als dieser gekommen war, gab der goldene Befehl.
*Josiel jetzt!*


*Karte: Pflicht*

Josiel
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Re: Kapitel 01: Spuren der Vergangenheit

Beitrag von Josiel » 24.08.2015 - 10:02

Josiel wollte gerade vor der Traumsaat in Deckung gehen, als Keranels Befehl, sich bereit zu machen, sie erreichte. So blieb sie still liegen, bereit, sich jederzeit vom Dach fallen zu lassen und loszufliegen, nachdem sie ein knappes *Verstanden!* zurückgeschickt hatte. Die kriechende Kreatur war fast an ihrem Haus angekommen, als sie grünes Licht bekam. Sofort sprang sie auf und zog hoch, die Schwingen weit ausgebreitet und mit gut hörbarem Flügelschlag. Um sicherzugehen, dass sie wirklich bemerkt und verfolgt werden würde, legte sie einen Pfeil auf die Sehne und schoss auf die Traumsaat, welche ihr am nächsten war - und welche so am ehesten die Chance gehabt hätte, sie einzuholen.
Dann flog sie im Bogen um die Kirche herum - so dass die Tür auf der ihr abgewandten Seite lag und die anderen Engel ungesehen herausfliegen konnten, wenn die Traumsaat sie verfolgte - und ging dann zwischen den Häusern in Deckung. Sie achtete darauf, dass die Traumsaat sie nie komplett verlor, versuchte aber gleichzeitig, außerhalb deren Reichweite zu bleiben. Nötigstenfalls würde sie in der Wolkendecke verschwinden, aber da sie dort weniger Überblick hatte und Wendigkeit weniger von Vorteil war als Ausdauer, würde das Plan B bleiben.

Kuniel
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Re: Kapitel 01: Spuren der Vergangenheit

Beitrag von Kuniel » 24.08.2015 - 21:06

Josiel:

Die schneckenartige Kreatur kletterte an der Seite von Josiels Gebäude hoch, eine Spur von Schleim hinterlassend, welche sofort Feuer fing. Aber das Signal von Keranel erhaltend, Josiel sprang auf und erhob sich in die Luft. Keine der Traumsaatkreaturen rührte sich, zu vertieft in deren Hunger nach Flammen, Zerstörung und simpler Nahrung, aber Josiel zielte auf die nächstliegende Kreatur, welche die schwerfällige Bestie war, die einen Schwarm kleinerer Kreaturen als Aasgeier für die verbrannten Überreste sandte, die als Nahrung diente. Sogleich schrie diese Kreatur in einem schrillen Ton auf als der Pfeil in sie dring, ein Schrei, welcher wohl mehrere Kilometer entfernt noch zu hören gewesen war aufgrund von deren ohrenbetäubender Lautstärke. Alle Traumsaatkreaturen hielten inne.

Josiel raste durch die Luft und an der Kirche vorbei, einen Zug von verschiedenen Traumsaatkreaturen hinter sich herziehend. Es brauchte ihr gesamtes Geschick und Flugkünste, um den Traumsaatkreaturen fern zu bleiben. Aber eine der Traumsaatkreaturen, welche sie zuvor nicht gesehen hatte, welche die Form einer länglichen Schlange mit einem chitin-artigen Panzer und mehreren Flügeln wand sich gewandt durch die Luft und holte sie langsam ein, beginnend Feuer nach ihr zu spuckend, dessen Hitze bereits die Spitzen ihrer Flügel sengte.

Ihrem Plan B folgend, gewann sie an Höhe und flog in die Wolken, hoffend, ihre Verfolger dort zu verlieren. Geschwand flog sie durch die Wolken ihre Manöver und durchbrach die Wolkendecke nach oben nach einigen Momenten, die Abwesenheit der Flammen in ihrem Rücken bemerkend, sowohl die Abwesenheit der unmenschlichen Geräusche der Traumsaat, welche sie verfolgt hatte.

Für einige Momente herrschte Stille, nur die Kälte des Himmels sie umgebend und das Licht des Mondes, das zusammen mit den nun nicht mehr verborgenen Sternen sie in deren Zwielicht tauchten. Aber dann sprang die schlängliche Traumsaatkreatur aus der Wolkendecke und feuerspeiend raste sie auf Josiel zu, aber immer noch mehrere hundert Meter entfernt. Keine der anderen Traumsaatkreaturen waren in Sicht.

Keranel, Jesaniel, Rumael, Shezariel:

Keranel gab die Befehle, die Hoffnung von Sicherheit in seiner Stimme hallend und vor allem war er davon überzeugt das Richtige zu tun, das was er tun sollte. Schnell formierten sich die Engel in der Formation und beim ersten Schrei der Traumsaat brachen sie durch die Türen der Kirche und erhoben sich in die Luft, so schnell wie möglich Abstand zwischen ihnen und der Traumsaat zu gewinnen, welche auf Josiel fixiert war.

Jesaniel, Rumael und Shezariel flogen nur für einen kurzen Moment als ein Tentakel sich um Keranels rechtes Bein schloss. Jene Traumsaatkreatur, welche mithilfe mehrerer Tentakel dessen Beute ergriff und allgemein schwerfällig war, war immer noch im Dorf verblieben und eine der Tentakel hatte instinktiv nach den Engeln gegriffen, welche aus der Kirche geflohen waren. Am Ende des Tentakels klappte ein kleines, scharfes Gebiss in einer schnappenden Bewegung und kleine Funken sprangen aus dessen Maul hervor.

Allein, die Tentakel-Kreatur und die schnecken-artige Traumsaat waren in der Nähe der Engel-Gruppe verblieben, wobei letztere langsam in die Richtung der Engel kroch, während der schwerfällige Oberleib mit der Unterseite, welche ein großes krallenbewährtes Maul war, sich langsam Keranel zu wand.

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