Kapitel 02: Der Horizont im Zwielicht

Das Forum von Keranels Schar. Hier findet ihr Charbögen, Besprechungen und die Spielrunde der Schar.
Josiel
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Re: Kapitel 02: Der Horizont im Zwielicht

Beitrag von Josiel » 10.06.2016 - 07:04

Josiel atmete auf, als Keranel wieder mehr er selbst wurde. Als er zu ihr blickte, schenkte sie ihm ein feines Lächeln und streckte den Flügel aus, wie um ihn zu berühren - nur die Geste, keine tatsächliche Berührung.
Sie folgte ihm zu den Gestalten, die Samael waren. Dieser unterbrach sein Gespräch mit Shezariel um sich Keranel zuzuwenden. Ungeduld stieg in dem kleinen Engel auf und sie sah ihn lange abwägend an.
"Wenn wir so wenig Zeit haben - warum führst du uns dann durch die Dunkelheit? Wenn wir nicht verstehen, was auf dem Spiel steht, warum sagst du es uns dann nicht? Du bist wie Meredith - glücklich, anderen zu erklären, dass sie unwissend sind, aber selbst nicht in der Lage, zu erklären. Du machst tausend Andeutungen und sagst dabei nichts..."
Ihre Stimme war rauh und leise, sie sprach so selten. Aber dieses ewige Gerede um den heißen Brei herum ging ihr auf den Zeiger. Sie hatte das Gefühl, dass Meredith und Samael ununterbrochen redeten und hatte dennoch immer noch keine Ahnung, was grnau sie hier taten. Wie sollte sie wissen, wonach sie die Augen offen halten sollte, wenn sie keine kohärenten Informationen bekam?

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Alessiel
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Re: Kapitel 02: Der Horizont im Zwielicht

Beitrag von Alessiel » 10.06.2016 - 11:23

Keranel hob eine Augenbraue bei Samaels Gerede. „Ich habe nie gesagt das ich möchte das jemand für mich ist oder nicht. Niemand ist für uns Samael wir stehen alleine aber daran haben wir uns schon gewöhnt.“
Plötzlich war es die Stimme seiner Urielitin die erklang und der Michaelit sah zu ihr. Bewunderte ihren Mut und war mehr als stolz auf seine kleine Schwester. Er sah wieder nach von zu Samael und nickte. „Ich kann meiner Urielitin nur recht geben, wenn die Zeit drängt dann sollten Antworten nicht warten. Aber ich denke es ist jetzt besser wenn wir gehen.“
Der Michaelit streckte seinen Geist nach Josiel aus. *Sehr gut gesprochen Josiel, ich bin sehr stolz auf dich.*Seine Stimme war freundlich und sanft.
Keranel lobte nicht oft aber er fand hier war ein Lob angebracht. "Samael pass auf Jesaniel auf so lange wir weg sind." Seine Augen wurden plötzlich leicht zu Schlitzen und seine Stimme Messerscharf. "Wenn ihr nämlich etwas geschehen sollte dann finde ich dich und es ist mir dann egal ob du ein Erzengel bist oder nicht."

*Wir sollten los, nehmt das Verbandszeug, verteilt es auf die anderen.* Sandte er an alle Engel.

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Re: Kapitel 02: Der Horizont im Zwielicht

Beitrag von Kuniel » 12.06.2016 - 21:47

Samael suchte Shariels Blick als Josiel redete. Es war kein Blick, der von Wut oder Abscheu sprach. Entschlossenheit war in den Augen zu finden, vielleicht sogar eine gewisse Art von Glaube. Shariel nickte Samael grimmig zu, jenen geheimnisvollen Austausch zwischen den beiden beendend. In dem Moment als Keranel zu reden begann, wandte Samael seine Aufmerksamkeit ihm wieder zu.

"Nicht alle Geheimnisse sind Werkzeuge der Bestrafung, Keranel.", erwiderte Samael ernst als Keranel seine Drohung beendet hatte, "Manche Geheimnisse sind solche aus einem guten Grund." Das Mädchen schaute zu Jesaniels schlafender Figur. "Ich schwöre, dass ich über sie wachen werde und sie vor jeglichem Unheil bewahren werde bis ihr zurückkehrt."

In Reaktion auf Keranels Aufruf zum Aufbruch, sagte Shariel, versuchend Keranel davon abzuhalten, zu lange mit Samael sich zu unterhalten: *Komm. Wir könnten einen langen Weg vor uns haben, Keranel.*

Nachdem alle sich in der Schar vorbereitet hatten, begann Shariel die Barrikaden vom Eingangstor zu entfernen. Nachdem dies geschehen war, öffnete er das alte Tor der zerfallenen Kirche und wurde sofort von einer kreischenden Windböe begrüßt. Sie war kreischend im sprichwörtlichen Sinne, da das übliche Geräusch von wild umherwirbelnden Sandkörnern durch das chor-artige Geschrei von Menschen ersetzt wurden schien. Aber von einem Moment auf den nächsten kam der vertraute Klang eines entsetzlichen Sandsturms zurück.

Es war nicht mehr als ein Vorgeschmack gewesen dessen, was sich im skandinavischen Brandland tagtäglich abspielte.

Shariel schaute zu den anderen Engeln, die ihn begleiten würden und fragte ernst: "Bereit?!"

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Re: Kapitel 02: Der Horizont im Zwielicht

Beitrag von Alessiel » 12.06.2016 - 22:34

Keranel hatte es gesehen, hatte den Austausch der beiden mitbekommen, er war ein guter Beobachter und als Anführer musste der Michaelit auf so vieles achten. Aber er sagte dazu nichts, etwas war mit Shariel das war ihm bewusst doch bevor er nicht genau wusste was es war sollte der goldene das Thema erst einmal vermeiden. Oder besser gesagt vielleicht irgendwann vorsichtig fragen.

Der Michaelit nickte und durchbohrte Samael weiterhin mit seinem Blick. „Gut, das genügt mir vorerst.“ Es war eine Zusage, trotzdem aber fühlte er sich nicht gut ein Engel aus seiner Schar einfach zurückzulassen, doch sie mussten weiter und Jesaniel hätte sie alle nur aufgehalten.
Shariels Stimme erklang in seinem Kopf und er atmete tief durch, versuchte nicht wieder daran zu denken das er ihm an die Kehle gegangen war, wandte seine bunten Augen dann ab und sah zu seinem alten Freund, nickte ihm zu.

Als sie die medizinischen Sachen verteilt hatten entfernte Shariel die Barrikade und ein Windzug wirbelte durch Keranels dunkelblonde Haar. Seine Augen waren aufmerksam, der Ausdruck eines Anführers lag in ihnen. Seine Haltung aufrecht und als Shariel sie fragte wandte sich der Michaelit zu den anderen Engeln um. Er sah in ihnen Vertrauen, Vertrauen darauf das Keranel egal was er und wie er entschied sie ihm folgen würden. Vielleicht wären sie ihm auch durch das Fegefeuer gefolgt hätte er es verlangt. Aber nicht weil sie ihm einfach nur blind folgten sondern weil sie ihm vertrauten. Ein warmes Gefühl erfasste ihn als ihm das bewusst wurde. Seine Schar vertraute auf ihn und es war ein Licht für ihn in dieser trostlosen Welt. Keranel nickte ihnen zu, wandte sich dann ab und sein Blick kehrte erneut zu Shariel zurück. „Bereit.“ Nickte der Michaelit ernst.

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Re: Kapitel 02: Der Horizont im Zwielicht

Beitrag von Kuniel » 15.06.2016 - 17:37

Die zerfallene Kirche verlassend, führte Shariel die Gruppe durch die Aschewüste. Sicher waren seine Schritte und wie einem fernen Leuchtturm folgend, wanderte er einem Horizont entgegen, der nichts außer dem Schein feuriger Verdammnis anzubieten schien.

Die Luft wurde mit jedem Schritt schwerer und die vom Wind getriebenen Körner von grauem Sand und Asche fühlten sich wie glühend-heiße Nadeln auf der Haut an. Es war eine Gegend, die das Leben an sich zu verachten schien.

Shariel und die Gruppe näherten sich einem hohen Hügel von grauem Sand und sogleich begann Shariel jenen zu erklettern. Auf dessen Spitze angekommen fiel er sofort auf seinen Bauch und deutete der Gruppe an ihm gleich zu tun.

*Wir sind da.*, sagte er. Sein Ton war neutral, aber Keranel konnte erkennen, dass er angespannt war.

Auf der Spitze angekommen, konnte die Gruppe sehen, was Shariel gesehen hatte. Eine enorme Stadt aus Stein und Stahl erhob sich vor ihnen. Aber es war eine Geisterstadt. Nur die leblose Hülle einer Kultur, die längst unter dem grauen Sand begraben wurden war.

Zerbrochene Türme aus Stahl und Stein erhoben sich aus dem Sand. Hunderte von Türmen in verschiedener Größe, aber alle gleichfalls zerstört, bildeten ein makabres Schachbrett von skurrilen Figuren. Die Engel konnten nicht das Ende des Schachbrettes sehen, aber fünfzig solche Türme standen vor ihnen in Zerfall und hinter ihnen fanden sich nur weitere Reihen von ähnlichen Türmen.

Es war klar von dem Sandhügel zu sehen, dass auf einem der steinernen Ruinen ein Engel saß. Der Engel hatte einen grauen Kriegsrock und eine Lanze wie man es von einem Ragueliten erwarten würde. Er schien älter als selbst der typische Scriptura-Engel und etliche Narben bedeckten ihn. Seine Augen wanderten wachsam über die Umgebung vor ihm.

Er hatte die Gruppe noch nicht bemerkt.

Shariel wandte sich zu Keranel und sagte leise: „Was jetzt? Schleichen wir uns an ihm vorbei? Der Raguelit scheint kampferfahren zu sein.“

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Re: Kapitel 02: Der Horizont im Zwielicht

Beitrag von Alessiel » 23.06.2016 - 19:02

Keranel lief und hielt nicht an, folgte Shariel und versuchte seine negativen Gedanken für sich zu behalten. Über Samael oder was auch immer dieses goldäugige Mädchen war konnte er später nachdenken. Jetzt erst einmal war es wichtig das seine Engel heile ankommen würden. Der Sand war heiß und die kleinen Körner waren wie Nadeln auf seiner Haut doch das störte den Michaelit nicht ganz im Gegenteil er begrüßte den Schmerz zeigte er ihm doch das er nicht träumte, das er am Leben war. Das diese Realität gerade die richtige war, oder auch die falsche aber das er sich genau in dieser hier befand.

Zuvor aber hatte der Michaelit Shezariel einen Manariegel in die Hand gedrückt, unauffällig natürlich, denn er hatte immerhin gesehen wie erschöpft der Ramielit von seinen Recherchen in der Kathedrale gewesen war. Keranel hatte ihn nicht angesehen, nur unauffällig einen Manariegel in die Hand gedrückt der Shezariel mit der nötigen Energie versorgen sollte. Ihm war klar das es dem schwarzhaarigen nicht gefiel aber er war der Scharführer und achtete auf seine Schar. Von Shezariel gab es einen schnippischen Kommentar dazu aber Keranel nahm es dem Ramielit nicht übel, er konnte mit so etwas umgehen. Nur kurz blickten sich seine bunten Augen nach ihm um, ein leichtes Lächeln lag auf dem Gesicht des goldenen dann hatte er sich wieder abgewandt um sich für die große Reise mental zu wappnen.

Keranel ließ sich ebenfalls auf den Bauch fallen und gab seiner Schar das Zeichen es ihm nachzutun. Er spürte den heißen Aschesand auf seiner nackten Haut aber viel zu abgelenkt war der Michaelit von dem was seine Augen ihm zeigten. Die verlassene Stadt, die Gebäude und plötzlich sah er ihn. Im ersten Moment konnte Keranel nicht anders als mit leicht offenen Mund zu staunen. Ein Raguelit, ganz klar war das hier ein Raguelit `Wie...?`. Shariel hatte ihm damals einiges über den Orden verraten, in der Vergangenheit wo der goldene noch neugieriger auf die Welt gewesen war. Er klappte den Mund wieder zu und fasste sich, denn einen völlig perplexen Michaelit der nicht mehr zum denken fähig war konnten sie nicht gebrauchen. Nachdenklich sah er auf die Gestalt des alten Engels und lauschte Shariels Worten.
War der Raguelit feindselig oder konnte man mit ihm reden? Es hieß sie gehörten zum gefallenen Orden aber konnte das auch stimmen? Mittlerweile glaubte er kaum noch was ihm die Kirche sagte und wenn er es recht bedachte rutschte das Wissen um die zwei verlorenen Orden immer weiter in die Vergessenheit, ganz klar die Kirche wollte es so.
*Rumael, bleib erst hier mit der Schar, ich will erst sehen ob wir er es hier mit einem Feind zu tun haben oder jemand der uns zuhört. Versteckt euch erst einmal und dann wenn er auf mich losgehen sollte benötigte ich deine Hilfe aber erst einmal lass mich einfach mit ihm reden. Du musst die Schar schützen wer weiß ob nicht noch etwas aus dem Hinterhalt kommt.*
Sandte er an seinen Gabrieliten aber schickte es über die ganze Seele der Schar. Doch bei einem bestimmten Engel erlaubte er sich die nächsten Gedanken nur mit ihm zu teilen.
*Shezariel wenn mir etwas geschehen sollte denk an unsere Abmachung bring die Schar hier so weit weg wie möglich.* Kurz verharrte er, da war noch etwas anderes was er dem blassen Engel sagen wollte aber ließ es dann bleiben.
„Bleib bei den anderen, Shariel.“ Kam es leise über seine trockenen Lippen und dann schlich er so weit weg von der Schar wie es ging und kam den Sandhügel hinunter. Direkt auf den Ragueliten zu und zeigte ihm falls er ihn ansehen sollte die erhobenen Hände das er ihn nicht angreifen würde.

Turgon
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Re: Kapitel 02: Der Horizont im Zwielicht

Beitrag von Turgon » 23.06.2016 - 20:33

Rumael hielt sich während ihrer Wanderung im hinteren Bereich der Gruppe auf, so dass er die Schar und Shariel stets im Blick hatte und gleichzeitig nach hinten sichern konnte. Stoisch stapfte er der Führung Shariels hinterher, die Umgebung nur insoweit registrierend, ob sie eine Gefahr darstellen konnte.
Als sie bei der Geisterstadt angekommen waren, kroch Rumael zusammen mit den anderen den Hügel nach oben uns spähte über den Rand. In den Ruinen konnten sich tausende verstecken, stellte er mit Missmut fest.
Sehen konnten sie nur ein Lebewesen, einen Ragueliten, einen sehr alten noch dazu! Misstrauisch beobachtete Rumael den fremden Engel.

*Ist gut, ich werde hier am Hügel bleiben und die ganze Sache beobachten*, antwortete er auf Keranel, *Ihr bleibt möglichst weiter hinten*, wandte er sich an die anderen.
Rumael blieb liegen und folgte Keranel mit den Augen, als dieser zu dem Ragueliten schritt. Er hatte die Hand am Schwert, um möglichst wenig Zeit zu verlieren im Fall des Falles.

Kuniel
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Re: Kapitel 02: Der Horizont im Zwielicht

Beitrag von Kuniel » 23.06.2016 - 21:26

Shariel lag im Sand neben Keranel und hörte seinen Befehlen zu. Es war klar zu sehen, dass er protestieren wollte, aber er sagte nichts. Was wenn er sterben würde?, dachte Shariel finster. Aber gleichzeitig wusste er, dass von ihnen, Keranel am besten ausgerüstet sein würde, mit dieser Situation umzugehen. Und ohne ihn, wäre diese gesamte Expedition verdammt.

Er wich Keranels Blick aus als die Worte ihn erreichten, welche nur für ihn gedacht waren. *Vergiss nicht, Keranel. Du bist ein Michaelit. Er wird erwarten, dass du eine Schar in der Nähe angriffbereit hast.*, erwiderte er knapp. Als Keranel seine letzten Worte direkt sagte, nickte er nur stumm.

Shariel bewegte sich nicht trotz Rumaels Worte und genau wie er folgte sein Blick Keranels Gang zu dem Ragueliten. Angespannt und stur beobachtete er, was als nächstes passieren würde.

Der wandernde Blick des Ragueliten hielt inne und fokussierte auf Keranel. Bei genauerem Hinsehen konnte Keranel sehen, dass er ähnlich Ingvar und den Templern in Oslo auch einen geschorenen Kopf hatte. Er wirkte asketisch durch seinen dünnen von Muskeln geprägten Körperbau und dem intensiven, freudlosen Blick, der Keranel empfing als er näher kam. Die Narben wirkten wie ein Versprechen von Gewalt in dem Moment.

"Keinen Schritt weiter, Sohn Michaels!", sagte der Raguelit mit Autorität in der Stimme, seine Lanze aufrecht wie eine Torwache haltend.

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Re: Kapitel 02: Der Horizont im Zwielicht

Beitrag von Alessiel » 23.06.2016 - 22:55

Keranel hatte Shariel zugenickt, natürlich das war logisch damit rechnete er auch fest aber er wollte nicht das seine Schar verletzt wurde. Lieber war es ihm wenn er etwas abbekam aber nicht seine Engel.
Wieder war er dankbar das sein Gabrielit gehorchte und ebenso taktisch dachte. Rumael war ein guter Engel und Freund, er war ein weiteres mal dankbar das man es gut mit ihm gemeint hatte und diesen großen Gabrielit in seine Schar beordert hatte.


Die Hände zu einer nicht aggressiven Geste erhoben kam er langsam auf den Ragueliten zu und noch immer musste sein Verstand es verarbeiten das es sich hier um einen Engel Raguels handelte.
Ihre beider Blicke trafen sich, Keranel sah nicht weg jedoch wirkte der Ausdruck in seinen bunten Augen auch nicht bedrohlich.
Der Raguelit sprach und Keranel gehorchte, blieb stehen nickte ihm zu, dennoch war ganz klar Mut in den Augen zusehen. Die Waffe in der Hand des alten Engels war ihm bewusst aber trotzdem fürchtete er sie nicht.
Das was der Michaelit hier tat war vielleicht glatter Selbstmord, aber er musste es tun, vielleicht würde man ja mit dem Engel reden können.
„Ich habe keine feindlichen Absichten. Ich will nur reden.“ Kam es ruhig und fokussiert von dem goldenen.

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Re: Kapitel 02: Der Horizont im Zwielicht

Beitrag von Kuniel » 24.06.2016 - 16:04

Der Raguelit schien ein wenig überrumpelt als Keranel bereitwillig die Arme hob und betonte, keine feindlichen Absichten zu haben. Nicht nur war die Präsenz jenes Michaeliten unerwartet, sondern auch sein Angebot zum Reden war mehr als überraschend. Er war auf Feinde oder andere Ragueliten vorbereitet gewesen. Dinge, welche der Situation Klarheit verschafft hätten. Aber dies war anders...

Aber in dem Moment erinnerte er sich an seine Pflicht. Er sollte Wache halten. Er beschützte den Erzengel, seinen Vater. Die Lanze fester ergreifend, sagte er aggressiv als Keranel nur noch weniger als hundert Meter vom Raguelit entfernt war: "Halt! Entledige dich deiner Waffen zuerst! Dann können wir reden!" Die Art wie der Raguelit seine Lanze hielt jedoch machte klar, dass er dagegen nicht vorhatte, in dieses Treffen waffenlos zu gehen.

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das 3. arkanum: roma aeterna
Umgekehrte Bedeutung: Verfall
Unfruchtbarkeit, Armut, Untätigkeit, Störung, Zerstörung

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Re: Kapitel 02: Der Horizont im Zwielicht

Beitrag von Alessiel » 24.06.2016 - 18:13

Keranel registrierte das der andere Engel mit solch einer Reaktion nicht gerechnet hatte. Gut, dann fühlte er noch etwas, war nicht leer oder wurde gesteuert von jemand anderen. Der Michaelit sah ihm weiterhin in die Augen, zeigte keine Schwäche.
Auch als der Raguelit ihm sagte das er die Waffen ablegen sollte blieb sein Gesichtsausdruck gleich. Keranel hatte so etwas erwartet, es war ein schlauer Schachzug des fremden Engels, denn auch er hätte so reagiert.

Der goldene nickte nur und nahm dann ganz langsam seine Hände herunter so das der Raguelit verfolgen konnte was er tat. Die Finger legten sich auf die Schnalle seines Waffengurtes, dann öffneten sie den Gurt und der Michaelit warf das Schwert das in der Waffenscheide steckte auf den sandigen Ascheboden.
Der goldene wusste das es keine gute Idee war seine Waffen abzulegen, aber er musste es tun wenn er mit dem Ragueliten reden wollte.
Erneut griffen seine Hände an die Seite und banden den Dolch ab den er noch trug, auch dieser gesellte sich zum Schwert.
Die Augen waren dabei die ganze Zeit auf den Ragueliten gerichtet.
„Ich sagte ja, ich habe keine feindlichen Absichten.“ Kam es wieder ruhig über seine Lippen.

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Re: Kapitel 02: Der Horizont im Zwielicht

Beitrag von Kuniel » 24.06.2016 - 19:23

Abermals war der Raguelit überrascht als der Michaelit tatsächlich sich seiner Waffen entledigte. Immerhin war es eine nicht ganz höfliche Forderung gewesen. Dementsprechend flog der Raguelit zum Fuße der steinernen Ruine. Seine Lanze war immer noch in seiner Hand, angriffsbereit.

"Du kannst herantreten, Michaelit!", erklärte der Raguelit laut, den Michaeliten dazu anhaltend, seine Waffen zurück im Sand zu lassen, während er zu ihm ging.

Als Keranel näher trat, sagte der Raguelit übetrieben höflich: "Mein Name ist Rafael vom Orden Raguels. Dieses Land ist Raguel, meinem Vater, zugesprochen." Es war klar, dass dieser Engel Skandinavien nicht als neues Ramielsland ansah wie es das Konsortium der Angelitischen Kirche verordnet hatte. "Ich kann dich und deine Schar nicht passieren lassen daher. Mein Vater hat Zugang für jeden außerhalb des Ordens verboten." Er betonte die Erwähnung der Schar, dabei mürrisch in die Umgebung zeigend. Er wusste nicht, wo die Schar Keranels war, aber er war sich sicher, dass sie irgendwo da draußen war.

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Shariel verfolgte die Handlungen Keranels und schockiert stockte sein Atem als Keranel seine Waffen fallen ließ. Sofort wandte er sich zu Rumael an seiner Seite. "Was machen wir, wenn der Raguelit ihn... angreifen sollte?" Er wollte gar nicht daran denkten, was passieren würde, wenn der Raguelit ihn töten würde. "Wir könnten einen Hinterhalt vorbereiten, während Keranel mit ihm redet, nicht wahr?", fragte Shariel und sein sehnsüchtiger Blick wanderte von Engel zu Engel. Es war klar, dass er um das Überleben Keranels fürchtete.

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Re: Kapitel 02: Der Horizont im Zwielicht

Beitrag von Alessiel » 24.06.2016 - 20:17

Ein weiteres Mal hatte er den Raguelit überrascht. Anscheinend hatte er nicht damit gerechnet das Keranel seine Waffen fallen lassen würde. Gut, das war gut ein Schritt vor dem anderen.
Der Michaelit sah dem anderen Engel dabei zu wie er zum anderen Ende des Fußes flog, blickte den Flügeln für einen kurzen Moment zu und sah dem Engel wieder ins Gesicht.

Keranel folgte der Aufforderung und trat heran. In einem respektvollen Abstand blieb der Michaelit stehen.
Er sah nicht einmal mehr zu den Waffen die im Sand lagen. Ihm war klar das er diese erst einmal nicht aufheben durfte.
Der Raguelit stellte sich vor und der goldene nickte. „Ich bin Keranel.“ Ohne zu erwähnen das er von den Michaeliten war, darauf bestanden immerhin immer die meisten seiner Ordensbrüder aber Keranel war das ganze egal, man sah das er ein Michaelit war.
Die Worte des anderen Engels ließen ihn misstrauisch werden, doch es war kein Misstrauen in seinem Gesicht zuerkennen. Raguel sein Vater...
„Aber ist denn nicht Gott dein Vater? Der Schöpfer aller Engel?“ Fragte er ruhig und ein wenig verwirrt, man konnte sehen das er keine bösen Absichten hatte. Das er sich nicht über ihn stellte oder arrogant wirkte, nichts falsches lag in dem Blick der bunten Augen.

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