Mein ist das Leid - Exordium: Michaels Antlitz

Das Forum von Ruvaels Schar. Hier findet ihr Charbögen, Besprechungen und die Spielrunde der Schar.
Kuniel
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Re: Mein ist das Leid - Exordium: Michaels Antlitz

Beitrag von Kuniel » 30.09.2014 - 15:42

Ruvael ging auf und ab vor der Menschenmenge an seiner Position, ungeduldig und angespannt wie ein Gefangener. Er blickte immer wieder kurz in den Himmel darauf wartend, dass etwas passieren würde. Aber außer der zunehmenden Dunkelheit passierte nichts. Die Sonne würde bald verschwunden sein. Und daraufhin würde er immer wieder zu der Menschenmenge blicken, Monachen und Beginen patroullierten in ihren Reihen. Sie waren angespannt und mit jedem Schritt, den er tat wurde die Anspannung größer. Diese Leute erwarteten nicht, dass etwas passieren würde, sie wollten, dass etwas passierte. Nur ein Zeichen, um der Ungewissheit ein Ende zu bereiten und die Furcht, welche formlos in der Luft hing, einen Namen zu geben.

Ruvael blickte in den Himmel, nach Akarael suchend, aber er war nicht in der Nähe. Eine Begine trat an ihn mit einem Lumpen trockenem Brot und einem Becher mit Wasser heran, kleine ehrfürchtige Schritte machend und ihr Kopf war gesenkt als wollte sie gleich auf die Knie fallen. "Nein.", sagte Ruvael nur knapp und abfällig, ihr mit einer Handbewegung andeutend, dass sie gehen sollte. Er hatte keine Zeit für solchen Unsinn. Wieder in den Himmel blickend sah er, dass die Sonne bald gänzlich verschwinden würde. Wenn etwas passieren würde, dann würde es sehr bald passieren müssen.

*Es ist Zeit.*, sendete Ruvael knapp und ging zurück zu der Stelle, wo Nathaniel stand. *Die Sonne wird bald gänzlich verschwinden sein.*

"Jetzt kommt der schwierige Teil der Mission.", sagte er zu Nathaniel leise, sodass keiner in deren Menschen mithören konnte, "Wenn sie auf uns zurennen, müssen wir ihnen klar machen, dass dies hier eine Sackgasse ist. Fürs Erste sollte dein Flammenschwert reichen, um sie davon abzuhalten die Mauer hochzuklettern oder zu versuchen das Tor einzurennen. Alles beide dumme Ideen, aber wenn es das ist oder von der Menge zertrampelt zu werden..." Ruvael hielt inne und blickte ernst in den Himmel, wo die Sonne beinahe von der Dunkelheit verschlungen wurden war. "Wenn dein Flammenschwert nicht mehr einschüchternd genug sein sollte, müssen wir drastischere Maßnahmen ergreifen. Einige von ihnen sind bewaffnet, also werden wir immer die Mauer in unserem Rücken lassen, damit sie uns nicht umzingeln können." Seine Stimme war ungewöhnlich ruhig und hatte einen gewissen pragmatischen Unterton, als würde der Gedanke, die Leute vor ihm töten zu müssen ihn nicht weiter stören oder beunruhigen.

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Alessiel
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Re: Mein ist das Leid - Exordium: Michaels Antlitz

Beitrag von Alessiel » 01.10.2014 - 15:45

Nathaniels Körper war angespannt fast jeder Muskel in seinem Körper verspannte sich.
Seine haselnussbraunen Augen die mittlerweile schwarz wirkten schweiften bedrohlich und lauernd über die Menge von Menschen.
Immer mal wieder blickte er kurz hoch um festzustellen das die Sonne fast verschwunden war.
Fester wurde der Griff um das Flammenschwert so das seine Knöchel schon fast weiß hervortraten.
Er hörte Schritte die näher kamen, ein Rhythmus mischte sich in seinen Verstand, ein immer wieder kehrender Rhythmus.
`Eins, zwei, eins, zwei...`
Doch dann verschwand er, war weg und der Todesengel blickte für einen Moment verwirrt zur Begine. Sie war es also gewesen. Tonlos seufzend schüttelte der Rotschopf den Kopf und ließ sein Blick wieder finster über die Menge schweifen.
Noch einmal würde er sich nicht ablenken lassen.

Ganz leicht zuckte Nathaniel zusammen als er die Stimme seines Scharführers im Geiste hörte. Er wollte sich doch nicht mehr ablenken lassen.
Die fast schwarzen Augen blickten kurz zur Seite, zum vernarbten Engel der sich wieder zu ihm gesellte.
Er nickte bei Ruvaels Worten kaum merklich. Er war der Gabrielit und war für den Schutz verantwortlich, das taten Engel seines Ordens und das wurde von ihm erwartet.

Doch dann runzelte der Rotschopf mit der Stirn. Nur einen Augenblick lang.
Der Gabrielit hoffte das es niemals so weit kommen würde, ungern würde er die Menschen vor sich töten.
`Was würde wohl Flurbiel denken wenn er so etwas tat?`
Fraß sich ein kleiner verräterischer Gedanke durch seinen Verstand. Was sollte das nun wieder? War doch egal was der Urielit davon denken würde...
Die dunklen Augen waren wieder auf die Menge vor sich geheftet, drohend verkörperte Nathaniel den Todesengel der er sein sollte. Ruvaels Stimme hatte einen seltsamen Unterton gehabt, als würde ihm das ganze nichts ausmachen. Weshalb machte sich Nathaniel solche Gedanken um seinen Michaeliten? Schon wieder, wohlgemerkt. Der Streiter bewegte ganz leicht seine Schultern ein wenig, dabei raschelten die beige weißen Flügel leise.
*Verstanden.*
Sandte der Gabrielit seinem Scharführer ernst.

Josiel
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Re: Mein ist das Leid - Exordium: Michaels Antlitz

Beitrag von Josiel » 05.10.2014 - 15:58

Ein kleiner Teil von Luniel hatte befürchtet, dass Ruvael sich weigern würde, aber er hatte darauf gebaut, dass dieser vor der "Gefahr", die er in der Menschenmenge sah, Einigkeit in der Schar demonstrieren würde. Seine Rechnung war aufgegangen - zumindest fast. Ruvaels Korona hatte mehr mit einem Blitz als mit dem Strahlenkranz der Sonne über ihnen gemein. Irritiert blinzelte er und bemühte sich dann, sich deine Gedanken nicht anmerken zu lassen. Innerlich jedoch seufzte er, als er den Worten des Michaeliten lauschte. Oje...
dachte er. Soviel zum Thema "Einigkeit demonstrieren"... Nun ja, wieder was gelernt.
Mit ausdrucksloser Mine hörte er Ruvael zu Ende an. Ob er selbst wieder etwas sagen sollte? Besser nicht... Vielleicht war den ängstlichen Menschen noch nicht aufgefallen, dass seine und Ruvaels Erklärung für die Sonnenfinsternis sich nicht deckten, aber wenn er jetzt erneut auf seinen Standpunkt beharrte, würden es garantiert einige bemerken - und feststellen, dass es recht unglaubwürdig klang, wenn sich selbst Engel widersprachen. Nein, er würde die Klappe halten, oder zumindest keine Ansprache mehr halten. Was nicht hieß, dass er schon aufgeben würde.
Entschlossen hüpfte er von seinem Stein herunter und trat auf eine Frau zu, die ängstlich die Hände gefaltet hatte.
"Sieh hin", lächelte er sie an. "Siehst du die Strahlen? Präg sie dir ein. Wenn du einmal das Gefühl hast, von Gott verlassenen zu sein, wenn du glaubst, dass du am Ende bist und nichts mehr tun kannst - dann erinnere dich daran. An diese Strahlen. Denn Gott ist immer da, auch für dich. Auch jetzt." Er nickte ihr zu, wandte sich an den Mann neben ihr. "Manchmal erkennt man die wahre Natur der Dinge erst, wenn man sie selbst nicht mehr sieht. Auch jetzt: Normalerweise sehen wir die Sonne nur als helle Scheibe. Nützlich, zuweilen auch ganz hübsch, aber ihre wahre Majestät sieht man erst jetzt, ihren Strahlenkranz, die Flammen, die sie umgeben wie das Schwert Gabriels. So wie viele sich erst in der dunkelsten Stunde an Gott wenden. Aber Gott ist immer da, so wie auch die Sonne immer da ist. Im Alltag, als helles, stetes Licht, und in Finsternis, als Hoffnung, als Versprechen."
Wieder und wieder sprach er auf Menschen ein, lächelte sie an, versuchte, ihnen Mut zu machen. Wie gerne hätte er ihnen erklärt, wie die Sonnenfinsternis zustande kam! Aber er hatte Angst, sich damit selbst den Wind aus den Segeln zu nehmen. Viele hätten seine Erklärung wohl nicht verstanden und ihm nicht geglaubt. Dabei war es so spannend. Wenn alles sich wieder beruhigt hätte, würde er sich hinsetzten und versuchen, den nächsten Zeitpunkt für die Sonnenfinsternis zu errechnen. Und den Ort! Fast hätte er aufgelacht, als ihm auffiel, dass die Menschen in ihrer Angst genau an den Punkt gekommen waren, wo ihre Befürchtungen am ehesten in Erfüllung gingen - wären sie weiter nach Norden geflohen, hätten sie von der Sonnenfinsternis kaum etwas mitbekommen. Andererseits hatte Gott sie vielleicht genau deswegen hierhergeschickt, denn es war ja wirklich ein Wunder. Ob Er ihnen tatsächlich zeigen wollte, dass Er immer da war, konnte Luniel natürlich nicht sagen, aber er fand, dass es Sinn machte.
Auf diese Weise vertrieb er sich die Zeit, bis von der Sonnenscheibe kaum noch etwas zu sehen war. Die Korona war umwerfend und Luniel blieb immer wieder mit staunendem Gesicht stehen, blickte die Menschen um ihn mit leuchtenden Augen an.
"Ist es nicht wunderschön?", flüsterte er ehrfürchtig.

Turgon
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Re: Mein ist das Leid - Exordium: Michaels Antlitz

Beitrag von Turgon » 06.10.2014 - 20:46

Nachdem Flurbiel ein paar kleine Runden über den Menge gedreht hatte, entspannte er sich ein wenig. Jetzt, da die Menschenmenge unter ihm lag und er sich nicht mehr bedrängt fühlte, konnte er wieder frei aufatmen. Von hier oben sah die Menge auch gar nicht mehr so bedrohlich aus. Er konnte auch keine Gefahrenherde erkennen, es waren bisher wirklich einfach nur viele Menschen auf einem Haufen.

Er sah sich nach Yscariel um und flog an ihre Seite. Die Finsternis war nun so weit fortgeschritten, dass es merklich dunkler wurde.
"Hoffentlich bleibt's so ruhig!" schrie er der Raphaelitin durch den Wind zu, in der Hoffnung, sie würde zumindest erahnen können, was er sagte. Er drehte weiter Runden über der Menge, peinlich darauf bedacht, sich nicht zu weit von Ruvael zu entfernen und damit außerhalb der Reichweite der Seele zu gelangen.

Die Sonne wrde immer weniger. Fasziniert verlangsamte Flurbiel seine Flügelschläge, wenn er auf die Sonne zuflog, und beschleunigte wieder, wenn sie in seinem Rücken war. Die Mahnung Ruvaels über die Seele registrierte er kaum, so war er mit der Beobachtung des Naturschauspiels gefesselt.
Kurz blickte er zu seinen anderen Schargeschwistern nach unten auf den Boden, dann lächelte er selig zu Yscariel und wies unnötigerweise mit der Hand auf die in diesem Augenblick nur noch ganz schmale Sonnensichel. Die Heilerin würde wohl gänzlich ohne Probleme dem ganzen selbst folgen können.

Dann schließlich gab es ein kurzes Aufblitzen des letzten sichtbaren Restes der Sonne, und es wurde gänzlich dunkel. Dort, wo sich die Sonnenscheibe befunden hatte, war nun eine Art schwarzes Loch, umgeben von einem Strahlenkranz. Flurbiel hielt den Atem an und schwebte unwillkürlich auf der Stelle, die Augen kaum davon abwenden könnend.

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Yscariel
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Re: Mein ist das Leid - Exordium: Michaels Antlitz

Beitrag von Yscariel » 06.10.2014 - 21:44

.. eine Leere an Mitgefühl, schloss sie schließlich den Gedanken für sich ab, während sie vor dem dunklen Himmel ihre weißen Bänder zog und unter ihr Ruvaels Korona aufleuchtete.
Es war beinahe eine Karikatur der üblichen Anwendung, fast schmerzhaft intensiv, beinahe als würde er dem Gegenüber entgegenschleudern, was eigentlich als Zeichen seiner Erhabenheit ausersehen war.
Mitgefühl setzt Gefühl voraus, dachte sie, während sie Luniel, winzig von ihrer Position aus, dabei beobachtete wie er das Gespräch aufnahm.

Flurbiels Worte drangen durch den stürmenden Wind zu ihr durch, nicht vollständig, eher wie bloße Tuchfetzen. Sie setzte zusammen, verstand und nickte, bevor er zu einer erneuten schnellen Bahn herabsank.
Sie lächelte in sich hinein. Weder wollte, noch wäre sie in der Lage gewesen seine Geschwindigkeit aufzunehmen, aber bald kreuzten sich ihre Pfade erneut - zumindest soweit dass ihr Blick seiner Hand folgen konnte als er glücklich zum Himmel deutete.
Sie gab sich dem Bild hin, ein, zwei Flügelschläge lang und voller Ehrfurcht - ein kurzer Augenblick den sie sich für sich selbst und ihre gemeinsame Bewunderung herausnahm.
Sie verharrte dabei in Flurbiels Nähe.

Schließlich aber drückte sie Pflicht wie ein Gewicht hinab: Sie schloss für einen Augenblick die Augen und ließ sich zur Menge, zu ihren Aufgaben zurücksinken.

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Terael
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Re: Mein ist das Leid - Exordium: Michaels Antlitz

Beitrag von Terael » 06.10.2014 - 22:33

Ruvaels Sorge war zu großen Teilen unbegründet. Jetzt, wo es fast dunkel war, flohen tatsächlich einige in Panik, aber nur solche, die keine Schar in unmittelbarer Nähe hatten, die sie beruhigen konnten, und nicht zwingend zur Mauer, sondern auf dem kürzesten Weg aus der Menge. Alle von ihnen flohen in die Arme von Templern und Raphaeliten oder deren Diener, die sie beruhigten, so gut sie konnten - wenn nicht, hatten die Templer auch ihre Möglichkeiten und führten sie ab.
Zur Mauer hin führte ohnehin kaum ein Weg an einem Engel vorbei.

Die meisten Menschen aber waren in der Tat sehr ruhig. Sie hatten Angst - gerade die Kinder - aber abgesehen davon, daß es immer dunkler wurde passierte tatsächlich nichts - kein Surren von Flügeln oder Hufgetrappel, daß von einem Angriff zeugte, kein Erdbeben und keine Flut, die den Untergang verkündeten.
Vor der Dunkelheit war nur noch ein heller Funken von der Sonne übrig. Und während von Westen, dem Meer her, ein dunkler Schatten über die Wolken unaufhaltsam auf die Stadt zuraste, schneller, als es irgendein Wesen auf Erden vermochte, wurde es plötzlich stiller.

Zuerst verstummten die Tiere. Dann verstummte der Wind. Dann verstummten die Menschen. Und am Schluss, kein Laut war mehr zu hören, verstummte das Licht.
Aber es wurde nicht ganz Dunkel. Zwar sah es so aus, wie finstere Nacht, die Sterne waren am Himmel erschienen, aber dort, wo die Sonne gerade noch war, erschien ein Strahlenkranz.
Michael ließ sein Antlitz auf die Menschen scheinen.

Viele der Michaeliten antworteten.
Einige Menschen durchbrachen die Stille mit einem kurzen Schrei der Angst, einige vielen zum Gebet auf die Knie, aber die Meisten von ihnen starrten nur fassungslos, fasziniert und erführchtig in den Himmel.

"Angst habe ich trotzdem", antwortete die Frau Luniel und zitterte am ganzen Körper.

Kuniel
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Re: Mein ist das Leid - Exordium: Michaels Antlitz

Beitrag von Kuniel » 06.10.2014 - 23:02

Mit einem ruhigen Gesichtsausdruck musterte Ruvael die Menschenmassen, aber was er fühlte war alles andere als Ruhe. Anpannung ließ ihn starr an der Stelle verweilen, nicht mehr wagend sich zu bewegen, denn für normale Bewegungen fehlte ihm die Balance. Wenn, dann würde er explodieren, den Menschen entgegenstürmen, die ihm panisch entgegenrennen würden. Er würde sein Schwert ziehen, schnell und gnadenlos, seine recht Hand war nie weit von dem Griff seines Schwertes gewichen und dann würde er kämpfen, brutal und rücksichtslos.

Er wartete und wartete - aber nichts passierte. Im nächsten Moment wurde der Platz von einem Licht am Himmel erhellt, welches die Menschen sofort in verschiedene religiöse Gesten der Ehrfurcht fallen ließ. Ruvael blickte jedoch nicht nach oben. Stattdessen seufzte er kopfschüttelnd als seine Körperhaltung wieder gelassener wurde. Die Anspannung in seinem Inneren war jedoch nicht verschwunden, seit dem Tod seiner ersten Schar war sie eigentlich nie wirklich verschwunden.

Zumindest hatte er noch den Trainingskampf mit seinem Gabrieliten, dachte Ruvael. Bei dem Gedanken wandte er sich zu Nathaniel und sagte trocken: "Ich hoffe das wird nicht zur Gewohnheit. Wir können nicht jedes mal diese Show abziehen, wenn ihnen etwas an deren Welt nicht passt. Niemand sollte bestochen werden müssen, um an Gott glauben zu können."

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Alessiel
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Re: Mein ist das Leid - Exordium: Michaels Antlitz

Beitrag von Alessiel » 07.10.2014 - 18:27

Dann wurde es finster und der Gabrielit konnte nicht anders und blickte kurz in den Himmel.
Wahrlich was für ein Anblick.
Doch ehe er an dem besonderen Strahlenkranz hängen blieb, richtete sich seine Aufmerksamkeit wieder auf die Menge.
Sein Puls beschleunigte sich und die Muskeln waren noch immer völlig angespannt. Nathaniel bereitete sich auf das schlimmste vor. Angst konnte viele Wege gehen.

Doch erstaunlicherweise geschah nichts der gleichen. Keine Menge die in Panik auf die Mauer zu gerannt kam. Irgendwo weiter hinten weiter weg da gerieten ein paar in Panik doch tatsächlich blieb es relativ friedlich.
Viele warfen sich auf die Knie und beteten zum Herrn. Ein klein wenig ließ seine Anspannung los, doch noch immer war der Rotschopf wachsam. Es war noch nicht durchgestanden.
Beim umherschweifen viel sein Blick auf Ruvael, der Gabrielit runzelte die Stirn und spürte schon wieder dieses seltsame eigenartige Gefühl dem er keine Beachtung schenken wollte doch es war da.
Wie als hätte der Scharführer die Gedanken des Gabrieliten erraten kam er wieder auf ihn zu.
Die haselnussbraunen Augen musterten den vernarbten Engel. Dann zog er eine Augenbraue hoch und schnaubte leise.
„Es sind Menschen die lassen sich immer wieder etwas neues einfallen.“ Flüsterte er seinem Scharführer zu.

Turgon
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Re: Mein ist das Leid - Exordium: Michaels Antlitz

Beitrag von Turgon » 08.10.2014 - 20:01

Die Schreie der Menge erinnerten FLurbiel wieder an seine Aufgaben. Schuldbewusst wandte er seinen Blick nach unten. Seinen geschärften Sinnen machte die Dunkelheit nicht viel aus. Schnell ließ er sich zu Yscariel hinabfallen, diese hatte ihre Pflicht, auf die Menschen achtzugeben, nicht vernachlässigt wie er.

Aufatmend stellte er fest, dass die Menge weitgehend ruhig geblieben war. Luniel war ins Gespräch mit ein paar Menschen vertieft, um Ruvael und Nathaniel war immer noch etwas Platz. Die beiden schienen kurz ein paar Worte zu wechseln.

Flurbiel blickte sich nochmals um. Keine Veränderung der Lage.
*Es ist alles in Ordnung, scheint's.*, sandte er an die Schar, *Gibt es etwas zu tun?*

Kuniel
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Re: Mein ist das Leid - Exordium: Michaels Antlitz

Beitrag von Kuniel » 08.10.2014 - 23:32

"Solange es keine Probleme macht, ist es mir egal, WAS sie sich einfallen lassen...", erwiderte Ruvael und hielt inne. In den Himmel blickend suchte er nach Flurbiel, welcher gerade etwas zu ihm sagte.

*Ordnung sieht anders aus.*, sagte Ruvael, während er seinen Blick auf die Menge vor ihm richtete. Er fokussierte seine Gedanken auf Akarael und sendete dann: *Die Menge scheint sich beruhigt zu haben, Akarael. Was steht als nächstes auf dem Tagesplan?*

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Re: Mein ist das Leid - Exordium: Michaels Antlitz

Beitrag von Terael » 13.10.2014 - 19:59

Die Finsternis dauerte nur Minuten. Als sie dann aufhörte, gab es zuerst einen hellen Blitz, der die Augen blendete, bevor es schnell wieder heller wurde - Aus der Mengel war Erstaunen und Freude zu hören.

*Eigentlich sollte schon ein Urielitin unterwegs sein, die für deine Schar hat*, antwortete der Michaelit vom Himmel. *Aber sie ist manchmal etwas... eigensinnig. Bis dahin helft den Templern, einen organisierten Abzug zu organisieren* Diese Worte schienen an Ruvaels schar persönlich gerichtet zu sein.
*Auf der Latinischen Insel gab es etwas Tumult. Die Scharen an den Südlichen und östlichen Toren seien Abflugbereit, falls wir unterstützung brauchen*

~~~

Über den Wolken war der Blick viel schöner als unter den Wolken. Eigentlich sollte Feroel ja wieder Botengänge machen, und eigentlich hatte sie nichts dagegen, aber dieser Anblick ließ sie verweilen. Sie glitt nach Osten, und als sie in die Wolken tauchte, viel ihr ein, daß man beim Fliegen, auch ab und zu mit den Flügeln schlagen musste - aber die Sonne hatte sie das vergessen lassen.

Als das Licht zurückkehrte seufzte sie und machte sich daran, ihre Botenflüge anzugehen. Sie schaute in ihren Köcher, wo die Schriftrollen waren auf kleine Zettel, auf denen die Positionen eingezeichnet waren. Eine davon war beinah unter ihr. Sie zog die Flügel an den Körper und fiel gen Boden. Durch die Wolken hindurch, nur ein wenig mit ihrem Körper auf diese Schar zulenkend, öffnete sie ihre Schwingen gerade so spät, daß sie leichtfüßig auf dem Boden ankam.

Diesen Urieliten kannte sie. Unbeschwert kam sie auf die Engel zu und holte einen der zusammengerollten und mit dem Siegel der Michaeliten versehenen Brief heraus. "Ruvaels Schar?" fragte sie sicherheitshalber noch einmal nach. "Ist für euch" Sie streckte den Brief gleich dem Ramieliten entgegen, der Michaelit würde eh nichts damit anfangen können.

Kuniel
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Re: Mein ist das Leid - Exordium: Michaels Antlitz

Beitrag von Kuniel » 13.10.2014 - 22:00

Ruvael hielt abwartend inne als Akarael antwortete. Als er die Templer erwähnte und dass sie deren Abzug unterstützen sollten, stutzte er. Sollten sie nicht erst einmal dafür sorgen, die Leute zurück in ihre Heimat auf dem Lande zu führen, bevor sie überhaupt anfangen können die Templer zu entfernen? Aber bevor er diesen Gedanken beenden konnte, hörte er von den Unruhen auf der Lateinischen Insel. Noch während Akarael seinen letzten Satz zu Ende brachte, sendete Ruvael energisch: *Yscariel, Flurbiel und ich werden uns um den Abzug der Templer kümmern. Luniel und Nathaniel, ihr haltet die Menge im Zaun und empfangt den-*

Ruvael hielt abrupt inne als er in der Ferne die Urielitin näher kommen sah. Als sie landete und fragte, ob dies Ruvaels Schar war, sagte er nur abfällig: "Du bist spät." Als sie Luniel das Dokument reichte, war Ruvael bereits dabei sich in die Luft zu schwingen. Währenddessen sendete er zu Luniel: *Was hat der Brief zu sagen, Luniel?*

Sich in die Luft erhebend, sagte er laut zu Flurbiel und Yscariel: "Wir werden zu den Templern fliegen und sehen, was sie brauchen. Ansonsten kehren wir wieder zurück, um als Schar bereit zu sein, uns weiterer Probleme anzunehmen!"

Turgon
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Re: Mein ist das Leid - Exordium: Michaels Antlitz

Beitrag von Turgon » 14.10.2014 - 20:33

Flurbiel zog weiter zusammen mit Yscariel Kreise am Himmel. Interessiert verfolgte er dann, wie eine Urielitin hoch über ihnen zu der Menge hinabglitt und auf Ruvael, Luniel und Nathaniel am Boden zuhielt. Sie landete und übergab eine Schriftrolle an Luniel.

Flurbiel fragte sich, was das wohl zu bedeuten hatte. Da erreichte in Ruvaels Anweisung. Er sah sich nach den Templern um, die am Tor standen und dort schwer mit der Menge zu tun hatten -- nicht weil ein Tumult ausgebrochen wäre, sondern einfach aufgrund der großen Anzahl der Menschen.
Er nickte Ruvael und Yscariel zu, dann steuerte er die Templer an.

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