Eliskas Lied - Kapitel 01

Das Forum von Beathanels Schar. Hier findet ihr Charbögen, Besprechungen und die Spielrunde der Schar.
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Magnetklaue
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Eliskas Lied - Kapitel 01

Beitrag von Magnetklaue » 07.11.2016 - 17:19

Der Abend im Kloster von Annín ging seinen üblichen Weg. Die Abendmesse war zu Ende gegangen und die meisten der ansässigen ramielitischen und raphaelitischen Monachen und Beginen genossen ihre abendliche Freizeit. Nur einige waren für die Nachtschichten in den Laboren eingeteilt, um die Entwicklung verschiedenster Experimente zu beaufsichtigen. Das Kloster wurde von einer alten Em namens Amélie geführt, die dem raphaelitischen Orden angehörte, aber seit mehr als dreißig Jahren in Ramielsland lebte und die verschiedenste gemeinsamen Forschungsprojekte beider Orden betreute.

Die Schar war seit bald einem Monat hier, hatte ein paar kleinere Scharmützel mit Traumsaat aufgelöst und die Umgebung gesäubert, als auch in umliegenden Dörfern etwas "göttliche Präsenz" gezeigt, wie die Em sich auszudrücken pflegte.
Für heute jedoch, war alles Tagewerk getan und auch die Engel konnten sich den Rest ihres Abends einteilen.

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Kasima
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Re: Eliskas Lied - Kapitel 01

Beitrag von Kasima » 11.12.2016 - 23:51

Während die Kirche nach der Abendmesse sich rasch wieder leerte, verblieb der goldene Engel still weiter auf seinem Platz hatte den Kopf zu einem stillen Gebet geneigt und dankte dem Herrn für den erfolgreichen Tag. Erst heute hatten sie wieder Traumsaat in der Gegend aufgespürt und beseitigt. Beathanel spürte wie ihr Zusammenspiel mit der Zeit immer besser geworden war und sie sich langsam aufeinander eingespielt hatten. Sogar die Spannungen zwischen Rygiel und Nathaniel hatten sich gelegt, stellte der Michaelit mit Stolz fest. Es zeugte von Teamfähigkeit beider Seiten, dass sie ihre Differenzen auf ihre Art klären konnten. Ebenso war beruhigend für den Michaeliten, dass es noch keine größeren Zwischenfälle gab, keine schweren Verletzungen ihrerseits. Dennoch spürte der Michaelit immer noch, wie nervös er nach solch Begegnungen war. Er musste wieder stärker werden, wieder auf die Höhe seiner Fähigkeiten kommen, dass sich Vergangenes niemals wiederholen möge. In den letzten Wochen hatte er einiges an Ausdauer zurückgewonnen, doch war er noch nicht bei seinem voll Potenzial angelangt.
*Es steht euch frei zu gehen. Ich werde noch ein wenig hier bleiben*, hatte er seiner Schar zum Ende der Messe erklärt, *Danach würde ich mich freuen mit jemanden das abendliche Training zu teilen.*
Lächelnd hatte er den Kopf gehoben und seine Schar angegrinst, ehe er sich wieder auf sein Gebet konzentrierte.
Im stillen bewegten sich seine Lippen, wiederholten Worte in einem immerwährenden Singsang, währedn seine Gedanken auschweifen konnten und Gottes Wille ersuchten. Er genoss diese Art des Betens, denn so konnte er wirklich vollkommen zur Ruhe kommen und den Frieden finden, den er oftmals brauchte. Nachdem er sich ruhig und klar fühlte öffnete er die Augen und stand auf, um mit neuer Kraft in Richtung der Trainingsräume zu gehen.

Gansekiel
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Re: Eliskas Lied - Kapitel 01

Beitrag von Gansekiel » 12.12.2016 - 07:18

Gansekiel hockte neben dem Michaelit und hatte seine eigene Form des Gebetes gewählt- zumindest sah es so aus, als würde er beten. Natürlich war Beathanel klar, dass Gansekiel wahrscheinlich schon wieder ganz wo anders war, aber immerhin hatten sich alle Aussagen die der Ramielit bezüglich der Traumsaaten der Gegend getroffen hatte, immer als zutreffend erwiesen und da war es ihm nachzusehen, wenn er in seiner Kathedrale war. Gansekiel hörte aber natürlich alles was über die Seele der Schar kam.
*ich bin dabei* mehr konnte man nicht erwarten. Allerdings - und das wusste Beathanel mittlerweile - war die Zusage nur gültig wenn er zur gegebenen Zeit den Ramieliten anstupste damit er aus seinem Gebet auch wieder zurückkam, sonst konnte es passieren, dass Gansekiel da sitzen blieb bis ihn jemand suchen kam, und dann peinlich berührt beteuerte, dass er ja hatte kommen wollen, aber irgendwie nicht gemerkt hatte wann es denn soweit war.

Das passierte relativ häufig dass man ihn animieren musste weil er sonst irgendwo herumstand und an die Wand guckte.Dabei freute er sich immer sehr, wenn Flurbiel kam und ihn vielleicht mitnahm auf einen Flug, oder jemand ihm sagte er solle mittrainieren oder mit in ein Labor kommen. Etwas neues zu lernen schien ihm den Tag immer zu versüßen.

Turgon
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Re: Eliskas Lied - Kapitel 01

Beitrag von Turgon » 12.12.2016 - 23:41

Flurbiel entspannte sich während der Abendmesse und ließ seinen Gedanken freien Lauf. Die Tage im Kloster waren bisher zwar ereignisreich gewesen, aber es hatte sich trotzdem eine Art Routine bei ihnen eingeschliffen. Hier ein kleines Traumsaatnest bekämpfen, dort einem der Dorfvorsteher zur Seite stehen, woanders wieder eine Streit um Nichtigkeiten schlichten … eigentlich war es gar nicht so schlecht. Nach den Erlebnissen in den Scharen zuvor war Flurbiel mit dieser hier sehr zufrieden. Es gab kaum Reibereien zwischen den Engeln, der Michaelit kümmerte sich um die Schar, die Aufgaben gingen leicht von der Hand. Flurbiel hoffte während er betete, dass dies noch so eine Zeit bleiben würde.

Nach der Messe sprach Beathanel kurz über die Seele zu ihnen, gab ihnen freie Erlaubnis. Gansekiel würde mit dem Michaeliten trainieren. Flurbiel hatte anderes vor. *Ich gehe mal in die Wälder. Ich bleibe in Reichweite*, sandte er.
Doch als allererstes suchte er die Küche des Klosters auf, um seine Vorräte an Äpfel aufzufrischen. Dort kannte man ihn und seine Wünsche schon, so dass er sich bald darauf auf den Weg machen konnte. Er hatte schon ein paar schöne Plätze gefunden, doch dieseml steuerte er ein in einer grünen Senke liegendes Wäldchen an, durch das er noch nicht gestreift war. Es lag etwas abseits des Klosters und der Straße, hier würde sich kaum jemand aufhalten außer den Waldbewohnern selbst. Flurbiel landete auf einer freien Fläche nicht weit des Waldrandes, atmete die frische, nach Tannennadeln und Erde duftende Luft, griff sich einen Apfel, biss herzhaft hinein und machte sich schließlich auf in den Wald, auf der Suche nach für ihn neuen Entdeckungen.

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Alessiel
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Re: Eliskas Lied - Kapitel 01

Beitrag von Alessiel » 13.12.2016 - 22:18

Nathaniel war einer der ersten gewesen die die Andacht verlassen hatten. Er wollte so schnell wie möglich fort von hier.
Eigentlich hatte der Gabrielit überhaupt nicht zur Messe gewollt, aber ohne es zugeben zu wollen hatte er Beathanel eine Freude machen wollen und war mitgekommen.
Nun das musste man ja jetzt nicht an die große Glocke hängen.
Draußen schwang er sich in die Luft und setzte sich auf eines der Dächer, so konnte der Streiter alles überblicken und war ein wenig erleichterter. Auf Beathanels Antwort im Geiste ging er nicht darauf ein, immerhin war es ja kein Befehl.
Er griff an die Seite in eine seiner Taschen und holte einen kleinen Beutel heraus der voller Nüsse war. Die hatte Nathaniel aus der Küche stibitzt und würde jetzt ein paar davon essen.
Nathaniel erkannte einen Engel der Richtung Wald flog, es war sein bester Freund Flurbiel und es zuckte für einen kurzen Moment in seinem Körper. Wollte ihm folgen doch ließ es dann sein, sicher wollte der Urielit nach so vielen Leuten seine Ruhe haben. Seufzend sah er ihm nach, das konnte er verstehen.
Auch wenn sein Beschützerinstinkt ihn dazu drängen wollte hinterher zu fliegen. Nathaniel war hin und hergerissen, biss sich auf die Unterlippe und dachte nach.

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Kasima
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Re: Eliskas Lied - Kapitel 01

Beitrag von Kasima » 17.12.2016 - 23:57

Tatsächlich war Beathanel sehr erfreut darüber, dass sie vollständig an dieser Messe teilgenommen hatten. Es war ein stummes Zeichen der Anteilnahme an dieser Welt und gleichzeitig eine Rückkehr zu Gott, auftanken auf das was kommen möge, das war zumindestens das was der Michaelit selbst glaubte. Für den Gabrieliten schien es etwas anderes zu sein, dieser schien sich in Messen regelrecht unwohl zu fühlen und wenn er mitkam verließ der fluchtartig die Räume. Der aufmerksame Engel vermutete, dass es an der großen Anzahl der Menschen lag die den Gabrieliten verunsicherten, er schien großes Misstrauen ihnen gegenüber zu hegen.
*>Gansekiel, lass uns dann aufbrechen. Ich bin soweit*, meldete sich der goldene Engel bei seinem Ramieliten, als er aufgestanden war und ging die Bänke entlang um zur Tür zu treten, wandte sich dann nochmals um, wartete bis der andere Engel herangeteten war.
*In Ordnung, melde dich, wenn du was interessantes oder schönes entdeckt hast, vielleicht komme ich dann nach*, meinte er gut gelaunt zu seinem Urieliten. Auch er hatte seinen jüngeren Engel Uriels begleitet auf den Ausflügen und hatte interessiert seinen Ausführungen über die Natur gelauscht, auch wenn er sich nicht alles behalten konnte. Es war eine weitere Tätigkeit, die den Michaeliten etwas entspannen konnten und war dankabar, dass Flurbiel seine Erfahrungen gerne zu teilen schien.
"Gibts irgendwas neues über die Umgebung?", fragte er ebenso interessiert seinen Ramieliten.

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Re: Eliskas Lied - Kapitel 01

Beitrag von Gansekiel » 18.12.2016 - 08:04

Gansekiel schreckte auf, weil zuerst der Michaelit im Kopf sprach und dann nochmal, aber laut. Das verwirrte ihn wirklich- was hatte der jetzt grade gesagt? Irgendwas mit der Umgebung und Neuigkeiten?
Der Ramielit stand auf und richtete sein ganzes Klimbim an sich gerade, weil sie Kriegsrock rutschte. Wieso rutschte der nur immer? Die Anderen waren ja auch ziemlich dünn (Na gut die hatten meistens trotzdem mehr Muskeln). An Gansekiel schlabberte immer alles herum.

"Meine Hasta hab ich auf der Cella gelassen" erklärte er erst einmal "Und Neugigkeiten.. also ich weiß welche Kinder geboren wurden in den nahen Dörfern, falls du das meinst. Oder wer da Dorfvorsteher ist, oder ob es im Kloster Neuzugänge gibt." fragte er, diese Dinge bekam er mit, wenn er im Haus war und bei den täglichen Gesprächen zuhörte oder fragte. (denke ich mal)
Die Geburtenanzahl konnte er auch noch abgleichen mit der Anzahl an Frauen im gebährfähigen Alter und ansonsten wusste er auch nicht mehr.
"Also wenn du ganz neue Neuigkeiten willst- ich glaube die neusten Neuigkeiten haben wir selber, weil wir uns ja die letzten Wochen sehr gut um alles gekümmert haben. Traumsaatsichtungen, Traumsaaterlegungen, solche Dinge die sollten bei dir auf dem neuesten Stand sein" grinste er dann. "ich hab noch nichts neues gehört. Ich kann die Em fragen gehen wenn du willst. Oder willst du was über die Forschung wissen, die sind grade dabei eine Arznei zu untersuchen für die man Pilze braucht. Das ist höchst interessant..." Gansekiel hielt inne, weil er ja gar nicht wusste, ob der Michaelit das hören wollte.

Er lächelte entschuldigend. Ob der Michaelit Listen hören wollte? Eher nicht wahrscheinlich. Es gab Listen über geschlagenes Brennholz im Jahresmittel. Oder Beutereizerzehnt. Niederschlagsverteilungen in diesem Monat. Hm, er glaubte nicht, dass der Michaelit diese Art von Informationen wollte. Die Gesteinszusammensetzung im Untergrund war sicher auch keine "Neuigkeit". Die nächste Diadochenstadt war vielleicht interessanter, leider fehlten die Informationen in diese Richtung in der Kathedrale, da war aber ziemlich lange alles ruhig gewesen. Also waren Begegnungen von Templern mit Diadochentruppen vor 2 Jahren keine Neuigkeit und betrafen ja auch nicht die nähere Umgebung.
Der Ramielit wischte die ganzen Informationsfluten aus seinem Kopf. Das kam davon wenn man nur nach dem Namen einer Gegend in der Kathedrale suchte, dann wurde man von Informationen erschlagen. Gansekiel rannte lieber los um seine Hasta zu holen und stand dann mit dem sperrigen Ding wieder bei seinem Michaeliten.
Bild
so stelle ich mir die immer vor.. hat schon Blümchen angesetzt

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Re: Eliskas Lied - Kapitel 01

Beitrag von Kasima » 19.12.2016 - 22:52

"Nein nein, keine Hektik", winkte Beathanel lachend ab, "Ich war nur neugierig. Was hat es denn mit dieser Forschung auf sich?"
Der Michaelit schlug gemütlich den Weg in Richtung Cella ein. Eile hatten sie zu dieser Zeit keine. Es war friedlich in diesem Kloster, was der Engel mehr als begrüßte, jedoch schien sein Ramielit es eilig zu haben, denn dieser eilte voraus und kam mit seiner Waffe zurück.
"Na dann auf zum Übungsplatz", sprach der goldene Engel erfreut und kehrte um, um in die eigentliche Richtung zu laufen. Dort angekommen, bewaffnete er sich erstmal mit einem der Übungsschwerter. "Wollen wir erstmal die Grundübungen durchgehen?", fragte er gen Gansekiel.

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Re: Eliskas Lied - Kapitel 01

Beitrag von Gansekiel » 22.12.2016 - 11:27

Gansekiel stand ein wenig gedankenverloren am Platz, nachdem er sich extra die Haare eng zusammengebunden hatte. Es nieselte leicht und die Sicht war nur halbwegs gut. Der Sand klebrig und die Sonne stand noch recht tief. Seine Kathedrale tat seltsame Dinge, wie etwa ausrechnen aus welchen Winkeln heraus er die beste Sicht hatte, am wenigsten geblendet wurde, wo der Sand am besten Halt bot und wo die Kuhlen waren die einem zum Stolpern bringen konnten. Dann überzog sich der Kampfplatz mit einem seltsamen Gittermuster wo all diese Stellen angemerkt wurden und da sein Gegner bekannt war wusste er bereits aus welchem Winkel der Michaelit wann seine Deckung vernachlässigte und natürlich auch wie stark dieser sein konnte wenn er die Hasta im richtigen Winkel traf. Da prellte er ihm diese leicht aus der Hand.

Gansekiel fasste sie ein wenig weiter hinten, wegen der Balance und dem längeren Hebel ignorierte geflissentlich alle Hinweise die seine Kathedrale ihm geben wollte wegen der Sonne und den Kuhlen, und dem Blendfaktor des 2. Küchenfensters von Links in das die Sonne in 2 Minuten scheinen würde- mit einer 57 % Wahrschenlichkeit weil die Wolken aufrissen.
"äh ja.. Grundübungen klingt gut. " stammelte er. "mein linker Arm wird immer so schnell schwer."
Jetz musste er nur noch dafür sorgen, dass seine AUGEN drauf achteten wann wo der Michaelit eine Schulter leicht bewegte oder ein Bein leicht ausstellte, dann konnte er wenigstens sehen wo die Angriffe herkamen und ausweichen. Kontern wäre natürlich die Königsdisziplin.
Er trennte erst mal die Verbindungen zum Himmel- damit er 5 Minuten Ruhe hatte. Es wurde erschreckend still in seinem Kopf.
Gansekiels Augen blitzten vor Vergnügen und Bethanel hatte das Gefühl jetzt wirklich die absolut ungeteilte Aufmerksamkeit des Ramieliten zu haben der ihn mit einem analytischen Blick musterte. Da würde er sich anstrengen müssen um Gansekiel reinzulegen, aber noch gab es ja nur Trockenübungen.

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Re: Eliskas Lied - Kapitel 01

Beitrag von Kasima » 26.12.2016 - 23:09

Ebenso stand dem Michaeliten das Vergnügen in den Augen, die Vorfreude darüber das drum herum fürs erste vergessen zu können und sich nur auf diese Übung zu konzentrieren. Keine Entscheidungen, die getroffen werden mussten, keine Kampfespläne, die geschmiedet werden mussten, es zählte nur der Moment.
Beathanel griff das Schwert fest in seine Hände. "Dann mal los", sprach er und schritt mit einem einfach Angriff von oben nach vorne. Auch wenn sein Ramielit mehr als fähig war, wollte Beathanel trotzdem langsam beginnen. Sich nach dem realen Kampf am morgen, erst wieder auf die Grundübungen konzentrieren.

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Re: Eliskas Lied - Kapitel 01

Beitrag von Gansekiel » 27.12.2016 - 07:00

Gansekiel hatte noch gar nicht damit gerechnet, der Michaelit vergeudete da echt keine Zeit. Er reagierte irgendwie auf die bewegung- und wich aus.
Blöd!
Er wollte doch kontern, aber meistens wich er ja nur aus.
'Du musst besser aufpassen' hallte ihm die Stimme des Ausbilders durch den Kopf- eines Ausbilders den er schon bestimmt 8 Jahre (7 Jahre 3 Monate und 212 Tage) nicht mehr gesehen hatte.
Er war damals so ein winziger Hosenschisser gewesen. Wusste der Himmel wieso, aber er war auf alle Fälle der Kleinste und jüngste gewesen.
Gansekiel versuchte sich zu konzentrieren und seine Reflexe nicht mit lästigem Nachsinnen zu blockieren.
Zu Trockenübungen gehörte außerdem, dass man sich ja abwechselnd angriff.
Nicht zu kompliziert natürlich- also wagte er einen schnellen Schlag von vorne, die Hasta in einem schönen Bogen geführt. Aussehen konnte der Ramielit gut bei sowas, aber ihm fehlte immer noch die Kraft dahinter. Man sah wie die Muskeln- von denen er ohnehin erschreckend wenig in den sehnigen Armen hatte, sich wie Stahlseile zogen, aber die Schläge des Ramieliten konnten sich bei weitem nicht mit den Gabrieliten messen.

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Re: Eliskas Lied - Kapitel 01

Beitrag von Kasima » 05.01.2017 - 15:14

Beathanel wehrte den Schlag mit gewohnter Routine ab, entspannte sich sichtlich und man konnte die Ruhe in dem Michaeliten spüren und gleich folgte der nächste Schlag, schneller und etwas stärker als zuvor. Es war gut, dass sein Ramielit sich etwas im Kämpfen trainierte, so war er doch nicht ganz so schutzlos, sollte es zu einem Angriff kommen.

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Yscariel
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Re: Eliskas Lied - Kapitel 01

Beitrag von Yscariel » 08.01.2017 - 22:48

Sie verließ die Kirche, kaum das die letzte Silbe des Gesangs erklang.

Man war selten so sehr mit sich allein wie in der Zeit, die dem Gebet gewidmet war. Yscariel hatte vor einiger Zeit in Schrecken festgestellt, dass sie nicht mehr bat im Gebet sondern forderte. Vielleicht einen Sinn dafür forderte, was sie getan hatte. Etwas, das dem Unrecht Recht geben würde in einer Dimension die hoffentlich größer war als sie selbst.
Ihre Schritte waren entgegen dem Gewicht das sie belastete leicht, zeichneten sich kaum auf dem getrampelten Erdreich ab. Sie blinzelte leicht gegen die untergehende Sonne, in gleißendem Weiß und Rosa und Orange wo sich die Strahlen an ihr brachen. Hielt sich zum hundertsten mal davon ab zu fragen, ob sie behilflich sein konnte, in den Laboren. Sie kannte die Anzeichen einer Sucht zu gut um sie nicht auch bei sich selbst zu erkennen und dem Drang zur Forschung, dem Drang zum Antrieb anderer nicht nachgeben zu wollen. Diese Facette wollte sie in Raphaelsland hinter sich gelassen haben, diesen Ort hier nicht damit besudeln als wäre ihr Ehrgeiz selbst eine Seuche die unter den kalten Nachtlichtern der Forschungsstationen gedieh.
Im Vergleich mit der Bedrohung die sie für sich selbst darstellte war der Alltag hier friedlich. Nicht völlig frei von Herausforderungen, aber gerade genug um sich abzulenken. Die Schar freundlich genug um ihnen der Forschung willen nicht abtrünnig zu werden. Es war seltsam nur aus dieser einen Hälfte zu bestehen, die ihre Freunde kannten. An guten Tagen konnte sie glauben, es gäbe gar keine andere.
Der Staub des Bodens beschmutzte die Tresse ihrer Gewandung. Yscariel rümpfte leicht das Näschen, als ihr Weiß an Reinheit verlor, erhob sich in die Luft.
Beathanels Ruf nahm sie zur Kenntnis, ebenso die Antworten.

Doch geschah nichts weiter, zunächst. Bis sie etwas später, wortlos und wieder makellos hell am Rande des Übungsplatzes landete.

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