Spondalia: Dorf der Tränen

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Lynx
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Beitrag von Lynx » 04.04.2005 - 14:03

Aus der Luft gesehen glich das Dorf Siebenwind einem Schlachtfeld. Alles war zerstört worden. Nur der kleine Hügel mit dem Haus darin war verschont geblieben. Ein einzelnes Blatt Pergament, das bis vor kurzem noch hinter dem Hügelhaus im leichten Wind getanzt hatte wurde nun von den herabfallenden Regentropfen zu Boden gedrückt.
Das Grollen des Donners rückte immer näher. Entweder machten sich die Engel bald auf den Weg nach Süden, wo Ganuel ein Kloster auf der Karte gesehen hatte (nicht weit von Siebenwind), oder sie kamen in dem verbliebenen Hügelhaus unter. Nur würde das Gewitter ihnen sicher bald die Entscheidung abnehmen, wenn nicht bald eine gefällt wurde.

Samuriel
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Beitrag von Samuriel » 04.04.2005 - 20:50

*Hier wird bald ein ziemlicher Gewittersturm auftauchen. Wir könnten es noch in ein Kloster nicht weit von hier schaffen, oder uns hier irgendwo verkriechen. Doch viel Zeit haben wir nicht mehr.*

Ganuels Stimme war trotz des nähernden Sturmes ruhig und gelassen. Er selbst traute sich durchaus zu auch durch einen solchen Sturm noch gut fliegen zu können, doch er war sich sicher das konnten nicht alle aus seiner Schar von sich behaupten.
Wie lange sie wohl noch brauchten? Geduldig wartete der Urielit auf eine Antwort...

Akashiel
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Beitrag von Akashiel » 05.04.2005 - 01:57

Akashiel hatte indes seine gesamte Umwelt verdrängt und konzentrierte sich nur auf die Häuser vor ihm. Fast schon mechanisch lief der Prozess ab: Anschleichen, Tür leise aufstoßen und noch während des Betretens die gesamte Umgebung sondieren. Ein um´s andere Mal verfuhr der Gabrielit mit dieser Prozedur. Das abwechslungsreichste dabei waren höchstens die Unterschiedlichen Bauarten und Einrichtungen der Häuser, also eigentlich sterbenslangweilig, wenn man sich nicht gerade dafür interessiert wie die Leute hier ein mal gehaust haben ... und das reizte den jungen Gabrieliten nun im Moment wirklich nicht.
Auch das letzte Haus war durchstöbert und der Todesengel lies seine Umwelt wieder klar werden.
Ach ja, da war ja noch Mirael. Kein einziges Wort hatte er zu ihr gesprochen, nicht ein mal Blickkontakt gehabt. Nun, da ihm bewusst wurde, dass er ja eigentlich eine Begleitung hatte, stotterte er etwas verlegen: "Öhm, ich habe nichts gesehen. Du etwa?"
So ganz unhöflich wollte er doch nicht wirken ... in Gedanken wandt er sich jedoch schon an Alluriel: *"Die Häuser sind leer. Nichts zu sehen."*

Dublin
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Beitrag von Dublin » 06.04.2005 - 10:56

Mirael tappste durch die verkokelten Häuser und den Schlamm. Ihre Augen waren geweitet vor lauter Eifer und Verwunderung.

Sie wuselte mal hier hin - mal da hin ohne erkennbares Ziel. Durchstöberte die Überreste einer Hütte, fand Überreste eines Stalls mit den rauchenden Überresten zweier Tiere die sich darin befanden hatten.

Ihre Kekse waren in diesem Moment nicht mehr von Belang für die kleine Heilerin. Sie war auf Suche nach Verletzten und wurde von Haus zu Haus, von Baracke zu Baracke immer niedergeschlagener. Anscheinend hatte niemand der Einwohner übberlebt.

Mit traurigem Gesicht ging sie hinüber zu Akashiel. "Nein... auch nix..." Ihre Augen sprachen Bände über die Niedergeschlagenheit und die Traurigkeit die von der kleinen Raphaelitin ausgingen. Sie wollte doch unbedingt den Leuten hier helfen und zeigen was sie konnte.

Sie senkte unwillkürlich den Blick und fing an zu beten... "Heilende Hand des Herren, Raphael. Gib diesen armen unschuldigen Seelen ihren Frieden und leite sie in das ewige Reich des allmächtigen Herren.."

Nach dem Gebet wandte auch sie sich an Alluriel *"Ich habe ebenfalls nichts gefunden..."*

Alluriel
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Beitrag von Alluriel » 10.04.2005 - 14:50

Halb erleichtert, halb beunruhigt hörte Alluriel den Bericht von Akashiel und Mirael.
Auch Ganuel hatte ihr Bericht erstattet. Die Schar funktionierte bisher zuverlässig. Das drohende Gewitter machte ihr Sorgen. Ungern wollte sie Schutz in einer der Brandruinen suchen, aber wie weit war das Kloster weg. Dort könnten sie den Sturm abwarten und dann zurückkehren. Mit einem skeptischen Blick bedachte Alluriel den kleinen Hügel. Dort war eine Tür eingelassen, aber bisher hatten sie diese Behausung noch nicht untersucht. Vielleicht brauchte dort jemand ihre Hilfe.
Sie seufzte. Sie ließ den Blick zurück zu ihrer Schar gleiten und bemerkte deren erwartungsvolle Blicke.
*Wir werden uns erst noch die Tür in diesem Hügel vornehmen. Vielleicht ist da noch jemand der Hilfe benötigt. Ganuel, du bleibst vorerst in der Luft. Wenn das Gewitter zu nah kommt, lande vor dem Hügel und halte uns den Rücken frei.*
Ein Windstoß bauschte ihren weißen Kriegsrock auf und wehte ein paar Stähnen in ihr Gesicht.
*Besser wir beeilen uns!*
Zügig ging sie auf das absonderliche Haus zu.
*Akashiel zuerst, dann ich, dann Mirael, dann Decariel.*

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Beitrag von Akashiel » 10.04.2005 - 23:05

Der kleine Gabrielit nickte und begann sich der Tür zu nähern. Er streckte von der Seite seine linke Hand aus um die Tür zu öffnen, in der Rechten fest seine Seele umklammert.
Als er der Meinung war alle anderen wären auf ihren Posten, drückte er die Tür auf, glitt in den Raum und lies umgehend seinen Blick schweifen um das Innere des Hauses zu untersuchen.

Dublin
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Beitrag von Dublin » 11.04.2005 - 13:44

Mirael war mit ihrer Aufregung was diesen Ort hier betraf nahezu am emotionalen Höhepunkt.

Aufgeregt tappste sie hin und her, lugte vorsichtig in alle möglichen Richtungen und wagte es nicht auch nur einen Ton von sich zu geben.

Sie knubbelte gedankenverloren an ihrem Rock herum und blickte Decariel nervös an. Ihr Atem ging schnell und sie bereitete sich darauf vor hier schnell Hilfe zu leisten - falls sich ein Überlebender hierher gerettet haben sollte...

Decariel
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Beitrag von Decariel » 11.04.2005 - 16:29

Decariel fühlte sich mehr als unwohl zwischen all diesen Trümmern, deren vekohlte Überreste eine allzudeutliche Sprache der Verwüstung sprachen. Wer oder was brannte ein ganzes Dorf nieder? Und noch viel wichtiger - wo waren seine ganzen Bewohner abgeblieben? Sollten sie etwa alle in ihren Häusern... Decariel brach den Gedanken ab, er war zu grausam für den jungen Hüter des Wortes.
Dankbar nahm er den letzten Platz in ihrer kleinen Prozession in das Haus hinein an. Es war schon schlimm genug gewesen die anderen Häuser zu durchsuchen und er war froh gewesen keine Leichen gefunden zu haben. Aber was würde sie jetzt erwarten in einem Haus in dem das Feuer noch nicht alle Spuren vernichtet hatte? Würden sie Überlebende finden die hier Schutz gesucht hatten? Er hoffte es inständig und schickte ein kurzes, verzweifeltes Gebet zu seinem Herrn. 'Bitte lass uns dort Überlebende finden, bitte lass sie nicht alle tot sein!'
Er fing den Blick der kleinen Raphaelitin auf und konnte sie gut verstehen. Selbst er war nervös und ihm würde nicht die Aufgabe zufallen die Verletzten zu heilen oder gar den Tod der Menschen festzustellen. Plötzlich wurde ihm bewusst wie verkniffen und sorgenvoll sein Blick sein musste. Er versuchte Mirael ein aufmunterndes Lächeln zuzuwerfen, das war das Mindeste was er in diesem Moment für sie tun konnte. Auch wenn er sich nicht ganz sicher war ob er tatsächlich ein Lächeln hinbekommen hatte, denn alles in ihm sträubte sich dagegen in dieser verwüsteten Umgebung zu Lachen.
Als Akashiel die Tür öffnete atmete er tief durch und nahm allen Mut zusammen. Dann folgte er seinen Geschwistern in das innere der Behausung.

Samuriel
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Beitrag von Samuriel » 11.04.2005 - 22:12

Plötzlich hatte Ganuel einen Erfolg zu verzeichnen. Tief unter ihm so er auf einmal ein einzelnes Blatt Pergrament, das gerade vom Wind durch die Luft geschleudert wurde. Es wurde schon von einigen Tropfen Regen getroffen, sodass es schnell wieder zu Boden viel.

*Ich habe etwas entdeckt, ich bringe es euch!*

Er schickte nur diesen kurzen Hinweis in Gedanken zu Alluriel, dann legte er die Flügel an und schoss sofort auf das Blatt Papier zu. Es konnte zwar nur ein leeres und nutzloses Blatt sein, doch genausogut könnte es von großer Bedeutung sein.
Genau vor dem Blatt bremste Ganuel ab, und landete ellegant. Aus der Bewegung ging er in die Hocke, schnappte sich das Blatt und stieß sich Flügelschlagend wieder vom Boden ab.
Schnell flatterte er zu seinen Schargeschwistern, die sich gerade daran machten alle zusammen eine Hütte zu untersuchen. Er suchte noch vorsichtshalber aufmerksam die Gegend ab, und als er nichts neues sehen konnte landete er neben ihnen und wandte sich sofort an Decariel.

"Schau, ich habe dieses Pergrament herumfliegen sehen. Vielleicht ist es nützlich, ich habe es jedenfalls einmal für dich eingesammelt."

Ganuel nickte freundlich, und hielt dem Ramieliten lächelnd das Blatt Papier entgegen.

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Beitrag von Lynx » 12.04.2005 - 09:04

Als die Engel das Hügelhaus betraten empfing sie sanfte Dunkelheit. Durch die beiden kleinen Fenster fiel kaum etwas von dem nun auch draußen schwindenden Licht herein. Doch die wenigen Schemen, die in der Schwärze zu erkennen waren ließen auf ein heilloses Chaos schließen.

Decariel
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Beitrag von Decariel » 13.04.2005 - 19:30

Decariel spähte vorsichtig über Miraels Schulter in das innere des Hauses. Viel konnte er nicht sehen, dazu war es zu dunkel. Doch schon von hier aus konnte er sehen, das dort Chaos herrschte. Er nahm grade allen Mut zusammen und wollte das Haus betreten als er Ganuel auf sich zukommen sah. Sollte der Urielit nicht von oben auf sie aufpassen? Und was hielt er da in der Hand? War das ein Schriftstück?

Seine Fragen wurden prompt beantwortet, als hätte Ganuel sie ihm angesehen. Er erwiederte das nicken freundlich und widmete sich sofort dem Blatt. Er überflog es zuerst und las es dann noch mal genau durch. Woran hatte Raban doch gleich geforscht? Waren es nicht Vögel? Seltsam. Naja vielleicht war es ihm zu langweilig geworden nur die Vögel zu beobachten...

Decariel wandte sich an Alluriel, benutzte aber die Seele der Schar. Wer auch immer für all das hier verantwortlich ist, könnte doch noch hier sein. Seid so leise wie möglich. Ihre Warnung noch sehr präsent und veranlasste Decariel dazu sich kurz etwas hektisch in alle Richtungen umzusehen.
Wer auch immer dieses Schriftstück verfasst hat scheint das Wetter erforscht zu haben. Die Wetterlage und der Niederschlag wurden über einen gewissen Zeitraum aufgeschrieben. Ich denke dass es uns keine im Moment brauchbaren Informationen gibt, deswegen werde ich es besser zu einem anderen Zeitpunkt genauer betrachten wenn du damit einverstanden bist.
Er sah Alluriel fragend an, erwartete aber eigentlich keinen Wiederspruch. Im Moment war es wichtiger nach Überlebenden zu suchen. Und vielleicht nach anderen Schriftstücken, die sich in dem nicht verbrannten Haus befinden konnten.

Samuriel
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Beitrag von Samuriel » 13.04.2005 - 21:29

Ganuel nickte noch einmal bestätigend. Dann als der Ramielit das Schriftstück gelesen hatte und sich an Alluriel wandte, schlug er wieder mit den Flügeln und schwang sich in die Luft.

Mit neu angefachter Energie machte er sich daran die Schar und die Umgebung zu überwachen.

Decariel
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Beitrag von Decariel » 15.04.2005 - 11:28

Als Ganuel sich wieder in die Luft erhoben hatte, warf Decariel noch ein paar schnelle Blicke in die Umgebung. Ihm war gerade aufgefallen, das der Letzte in der Reihe zu sein auch hieß, der Erste zu sein den noch hier verweilende Feinde zu greifen bekamen. Diese unangenehme Erkenntnis ließ ihn schwer schlucken, doch er versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Schließlich wollte er nicht als Feigling dastehen.

Er hatte zwar eigentlich beschlossen das Dokument erst später genauer zu untersuchen, doch irgendetwas hatte ihn stutzig gemacht. Also holte er es wieder aus seinem Beutel und begann es sich noch einmal etwas genauer anzusehen. Schon nach wenigen Augenblicken hatte er gefunden was er suchte.
"Das macht doch gar keinen Sinn! Das kann gar nicht sein..." murmelte er leise vor sich hin.
Er trat aus der Tür ins Freie und sah nach oben, überprüfte tatsächlich ob es trotz des mittlerweile stetig fallenden Regen sein konnte das die Sonne schien. Doch er sah nur was man vermuten konnte, grauen Himmel aus dem dicke Regentropfen auf die Erde fielen. Und beunruhigend nah die schwarzen Gewitterwolken, die stetig auf sie zukamen.

Es kostete ihn ein wenig Überwindung sich noch einmal an die Michaelitin zu wenden, immerhin gestand er ein dass er sich eben möglicherweise geirrt haben konnte. Aber sie hatte ja noch nicht geantwortet, er konnte es also so aussehen lassen als wollte er nur etwas hinzufügen.
Etwas an diesem Dokument ist allerdings seltsam. Es scheint keinen Sinn zu ergeben. Es steht zum Beispiel darin, dass bei Sonnenschein, im Vergleich zu den anderen Daten, am meisten Niederschlag fiel. Während bei Regen am wenigsten Niederschlag fiel.
Einen Moment starrte er noch irritiert auf das Blatt, dann wandte er sich Alluriel zu. In seinem Blick lag ein Ausdruck von verzweifeltem nachdenken. Was hatte das zu bedeuten? Seine Einschätzung, dass das Dokument unwichtig war wollte er noch nicht zurückziehen, aber irgendetwas ließ ihn nicht aufhören über die bedeutung dieser Tabelle nachzugrübeln.

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