Die Wege des Fleisches [Seraviniels Schar] Teil I

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Makaviel
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Beitrag von Makaviel » 17.07.2002 - 21:08

Akaiel sah plötzlich ein Bild der Gegend vor sich.
Oder eher unter sich.
Gerade so, als würde er darüberhinwegfliegen.

Farnhill lag am äußersten Landzipfel der Moskauer "Berge" dahinter kam das ausgedehnte wasserreiche Gebiet der Ostsee. Gräser und Fischerdörfer, sanfte Hügel und Rauchfeuer... leichter Fischgeruch... und Regen.

Kein Kloster weit und breit. Und außerdem waren es bis dorthin immerhin auch mindestens 3 Tagesreisen... 1300km Flug...
Sie würden sich also ihre Kräfte gut einteilen müssen. DAS schaffte nicht mal Harahel.

Vor seinem geistigen Auge erblickte er eine Kirche in der Nähe von Farnhill.
Eine gotische... sehr alte... sie wirkte beinahe vorsintflutlich.
Hohe Bögen streckten sich in den Himmel...
Felder lagen außenherum verstreut. Er hätte gerne mehr gesehen, aber er konnte nicht tiefer gehen und sich alles näher ansehen.

Mehr gab es auch nicht. Farnhill war ein Fischerdorf... soviel sah er noch, dann waren die Bilder fort.
Verwirrt kniete er auf seiner Matte.

Brunhilde war fort. Er hörte ihr Keifen gar nicht mehr.
Ihm hingen haufenweise rote Strähnen ins Gesicht und er blieb so sitzen.
Nach solchen Ausflügen in die Kathedrale fühlte er sich immer sehr seltsam. Manchmal hatte er das Gefühl, dass es dort keine Zeit gab.

Er hielt die Augen halb geschlossen und lauschte der Stille in seinem Kopf. Im Gegensatz zu den vielen Informationen über Flugrouten die teilweise über's Meer gingen war es dort ruhig und still. Er wusste nie genau woher die Informationen kamen, aber sie waren plötzlich da und jetzt sah er Karten vor sich. 500km Meeresfläche... falls sie direkt flogen.

"Das dürfte wirklich hart werden" dachte er bei sich.

tjoern
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Beitrag von tjoern » 17.07.2002 - 21:45

leise und zurückhaltend erhebt michelle das wort: "nun... ich habe kiene andere aufgabe hier im himmel, als mich um euch zu kümmern - zumindest im moment... wenn ich also irgendetwas für euch tun kann, sagt bescheid, ja? ihr findet mich dann wohl im speisesaal. oder habt ihr jetzt schon was auf dem herzen?"
sie hat eine wunderschöne, glockenhelle stimme.

Luganiel
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Beitrag von Luganiel » 18.07.2002 - 08:17

Das vorhin waren die Sätze die höchstwahrscheinlich jeder in der Schar gerne vernahm: Brunhilde würde sich in Zunkunft nur noch bei aussergewöhlichen Sachen um sie kümmern. Dennoch war sie Nahemiel gegenüber erstaunlich ruhig geblieben. Luganiel hätte eigentlich mit einem Donnerwetter gerechnet. Vielleicht war sie ja doch gar nicht so schlimm wie er dachte und sie hatte nur einen schlechten Tag gestern. Michelle hingegen schien sympathisch auf den ersten Blick, und sie wirkte leichter beeinflußbar aufgrund ihrer Schüchternheit und geringen Erfahrung. Das mochte sich unter Umständen noch bezahlt machen.
"Wo liegt denn dieses Farnhill?" fragte Luganiel Michelle. Er hoffte insgeheim dass es direkt ein Dorf in der Nähe Prags sein möge, denn noch eine weitere lange und anstrengende Reise, nein danke.

Makaviel
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Beitrag von Makaviel » 18.07.2002 - 12:11

Michelle sah etwas schüchtern in die Runde.
"Nun in Kartenkunde bin ich nicht so bewandert... aber es ist wohl in die Richtung von Moskau gelegen." sagte sie. Für Menschen waren 1300km ein schier unendliches Stück. Und zudem war die junge Frau nicht ihre Reiseleiterin sondern für ihr Wohl im Himmel zuständig.
Michelle richtete ihre Worte auch weiterhin an die Engel.
"Akaiel müsste euren Weg jedoch kennen."

Akaiel erhob sich nun also doch.
"Ich habe versucht mehr herauszufinden. Farnhill liegt Luftlinie 1300 km von hier entfernt. Gut 500 km davon gehen am Stück über das Meer. Der Ort und die Umgebung, die wir aufsuchen sollen ist hauptsächlich durch Fischerei geprägt und es gibt dort in der unmittelbaren Nähe kein Kloster, nur eine kleine Gemeinde." sagte er.

Er wusste auch nicht, wie sie 500km am Stück schaffen sollten. Ohne Pause würden das nur die geübtesten unter ihnen durchhalten.

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Beitrag von Luganiel » 18.07.2002 - 14:39

Oh nein! Auch wenn Luganiel Entfernung, schon allein wenn er nur Kilometerzahlen genannt bekam, schlecht einschätzen konnte reichte dennoch die Erwähnung der Stadt Moskau um ihm die Laune vollends zu verderben. Eine Gegend in der höchstwahrscheinlich noch keiner von ihnen bisher gewesen war. Zudem war er sich seiner Eigenschaft als schlechter Flieger sehr wohl bewusst und vor allem die Strecke über das Meer machte ihm Sorgen. Man musste sich seine Kräfte sorgfältig einteilen, denn selbstverständlich gab es über offener See keine Möglichkeit zu rasten. Hatte sein Ab bereits gewusst was für eine Aufgabe ihn hier erwartete? Hatte er ihn absichtlich dieser so weit von Zentraleuropa weg operierenden Schar zugeteilt nur damit er kein Unheil stiften konnte? Hatte er Luganiel bewusst alles verschwiegen, da sich dieser sonst nie freiwillig dafür gemeldet hätte? Nun das alles würde der Raphaelit höchstwahrscheinlich nie erfahren. Aber Wahlmöglichkeiten hatte er jetzt ohnehin keine mehr und nun hiess es das beste aus der Situation zu machen.
Fragen zu dem Auftrag fielen ihm keine mehr ein. Alles weitere würde sich vor Ort ergeben. So nickte er mit Sorgenfalten auf der Stirn Akaiel zur Kenntnisnahme seiner Informationen zu und wartete ob die anderen noch Fragen an Michelle hätten.

Nahemiel
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Beitrag von Nahemiel » 18.07.2002 - 18:03

Nahemiel sah sich um und hörte denn Ausführungen von Akaiel zu. Nachdem dieser gegendet hatte überlegte er kurz und stellt dann an ihn gewandt eine Frage. "Traumsaatvorkommen?", war alles was er hervorbrachte. Jedes andere Wort wäre unütz gewesen.

Makaviel
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Beitrag von Makaviel » 18.07.2002 - 19:29

Akaiel sah auf den kleinen Todesengel hinab.
"Er kennt keine Furcht..." dachte er. Als würde er es schon jahrelang tun - Traumsaat aufspüren und töten.

"Es gibt Berichte, dass Männer auf See verschwunden sind. Gerüchte... keine Bestätigung.... Die Traumsaat ist listig. Sie zeigt sich nicht, wenn sie nicht muss. Auch die Kreaturen des Herrn der Fliegen können sich nicht ewig verstecken." sagte er. Er wusste nicht einmal genau warum er dies sagte. Manchmal sagten die Ramieliten Dinge, von denen sie später nicht wussten wieso.

"Du denkst also, dort ist Traumsaat?"
"Lass dein Schwert weihen Bruder, du wirst es brauchen!" Akaiel schien durch Nahemiel hindurchzusehen.

Nahemiel
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Beitrag von Nahemiel » 18.07.2002 - 20:00

Nahemiels sah auf sein Schwert und dann wieder zu Akaiel. "Ich denke nicht, ich möchte nur auf alles gefasst sein." Wiederum eine sehr kurze Antwort und vielleicht sogar etwas unfreundlich und kühl. Zu viel Nähe, zu viel Gefühl ist nicht gut, nicht gut, wenn man in den Kampf zieht. Er hoffte nur, dass sie nicht auf die Traumsaat treffen würden, aber falls doch, würde er kämpfen und es wäre ihm egal ob er dabei fallen würde, schließlich war es ja auch seine Pflicht, sein leben für andere zu geben, falls es notwenig sein sollte.

Harahel
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Beitrag von Harahel » 18.07.2002 - 21:30

Harahel war sich inzwischen fast sicher, dass der Michaelit sie noch mal davonkommen lassen würde. Sie würde in Zukunft versuchen mehr nachzudenken bevor sie einfach herausplatzte. Nun ja, jedenfalls nahm sie sich das fest vor.
Akaiel wirkte zeitweise ziemlich weggetreten - eine weitere "Ramielitenkrankheit" die es zu ergründen galt. Irgendwie sah es entspannend aus was er machte – fast als ob er schläft.

Gut dass Brunhilde gegangen war, denn irgendwie war sie Harahel kein bisschen sympathisch erschienen. Die Begine hatte sie vorhin schon mit so einem komischen Blick bedacht...
Michelle war viel netter, wenn auch vielleicht noch ein wenig zu schüchtern.
Da sie nichts brauchte, sich aber nicht noch einmal über den Michaeliten hinwegsetzen wollte schwieg sie über die von ihr gestellten Frage und schüttelte nur leicht den Kopf.

Farnhill war ihr kein Begriff - im Gegensatz zu Moskau. Sie erinnerte sich an ihren ersten Flug dorthin - ein völliges Desaster. Sie hatte die Nachricht zwar überliefert, doch wäre sie damals fast ins Meer gestürzt. Es war eine ihrer ersten Missionen gewesen.
Inzwischen bereitete ihr die Strecke kein Kopfzerbrechen mehr – nach einem kurzen Seitenblick auf Luganiel korrigierte sie sich selbst - jedenfalls nicht direkt. Das wird arg Riskant...besonders noch mit Traumsaat! Insgeheim rechnete sie nicht mit einer Begegnung mit den Dämonen des Herrn der Fliegen, doch ausschließen wollte Harahel sie auch nicht. Der Gabrielit sah zwar zu allem entschlossen aus - und sie selbst war ja auch nicht Unerfahren - doch behagte ihr der Gedanke nicht, mit vom Flug ausgemergelten Engeln kurz vor der Zielküste in einen Kampf verwickelt zu werden.
Harahel dachte angestrengt nach und reif sich noch einmal die Geographie dieser Gegend ins Gedächtnis. Natürlich! Aber sie würden länger brauchen als direkt...lieber spät als nie: wenn sie es als junge Urielitin kaum geschafft hatte über die böige See zu fliegen, wie sollten es dann andere Engel schaffen die nicht so viel Flugerfahrung hatten wie sie? 500km über See waren selbst für einen Urieliten ein starkes Stück - noch dazu, weil die Wetterlage ungewiss war. Modariel würde schlussendlich entscheiden.

"Es gäbe noch eine Alternative zum Direktflug." Harahel räusperte sich und blickte allen kurz in die Augen als diese ihr den Kopf zuwandten. "Wir könnten ein längeres Stück an der Küste entlang fliegen. Solange, bis die Küsten enger beieinander liegen. So müssten wir nur knapp 300km über das offene Meer fliegen. Das wäre um einiges sicherer wie mir scheint. Allerdings würde uns das ungefähr einen Tag Reisezeit kosten." presste sie noch zwischen den Lippen hervor.
Harahel knirschte mit den Zähnen – konnte sie es doch sonst immer kaum erwarten alles so schnell wie möglich zu erledigen, hatte sie sich gerade einen zusätzlichen Tag Reisezeit eingebrockt. Aber wie gesagt – sie musste nun in Scharmaßstäben denken – sie war schließlich nicht mehr alleine unterwegs.

Erwartungsvoll schaute sie zu Akaiel der bisher wohl nur die Luftlinie nach Moskau berücksichtigt, nicht jedoch die geschickteste Reiseroute gewählt hatte. Aber immerhin Beeindruckend dass er so etwas überhaupt wusste.
Meine Güte, hoffentlich hielt er sie jetzt nicht für Besserwisserisch.
Mist, sie wollte es nicht so rüberkommen lassen und konnte nur hoffen, dass er es ihr nicht krumm nahm.
Im Grunde war die Befürchtung lächerlich, doch nagte sie innerlich an ihr und schien schon nach kurzer Zeit unerträglich zu werden.
Um sich abzulenken ließ Harahel den Blick zu dem jungen Michaeliten schweifen, welcher Harahel zu ihrer Überraschung in die Augen starrte. Hatte sie schon wieder etwas falsch gemacht?

tjoern
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Beitrag von tjoern » 18.07.2002 - 22:00

"Naja... wenn ihr mich braucht, findet ihr mich auch im speisesaal..." meint michelle, immer noch sehr zurückhaltend und verschwindet leise aus dem raum. man hört fast keinen laut.

Modariel
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Beitrag von Modariel » 18.07.2002 - 22:51

Modariel dreht sich langsam zu den anderen Engeln um. Seine grossen Flügel öffenen sich bedrohlich und er spricht mit DER STIMME. "Was fällt euch ein, meine Autorität anzuzweifeln! Befolgt ihr so die Gebote des Herren?! Wir Michaeliten sind von Gott auserkoren die Engel anzuführen! Wollt ihr so werden wie die Dämonen der Traumsaat die keine Gesetze kennen?! Wagt es nie wieder meine Führung anzuzweifeln oder Gottes Zorn möge euch treffen" Die Flügel gleiten leise raschelnd wieder zurück und das Glühen der Augen lässt langsam nach.

Makaviel
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Beitrag von Makaviel » 18.07.2002 - 23:05

Jetzt war es raus.

Der Michaelit war erstaunlich ruhig geblieben. Obwohl sie alle miteinander mehr oder weniger respektlos gewesen waren.

Harahel war durch ihr Verhalten beim Ab auffällig geworden und auch Akaiel hatte sich noch nicht wieder darauf eingestellt in einer Schar zu sein. Er hatte im Grunde keine Erlaubnis dazu erhalten einfach mitten in einer "Besprechung" herumzuknieen und irgendwo Informationen auszugraben.

Vielleicht legte das der Michaelit als unhöflich aus... Akaiel kannte ihn ja nicht wirklich. Mariel hatte ihm früher immer freie Hand gelassen. "Finde heraus, was es herauszufinden gibt und berichte mir" hatte es immer nur gehießen. Die Anderen hatten gegrinst, wenn er abwesend irgendwo herumgestanden hatte aber sie hatten seine Informationen immer als nützlich empfunden... er hatte nie auf eine Aufforderung gewartet sondern hatte immer von alleine Nachforschungen begonnen.

Nun vielleicht würde sich das nun ändern.

Er senkte den Blick und schielte zu Harahel hinüber. Sie wirkte ziemlich kleinlaut.

Harahel
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Beitrag von Harahel » 18.07.2002 - 23:15

Harahel zuckte zusammen. Damit hatte sie jetzt nicht gerechnet. Reumütig senkte sie den Blick.
Na toll, jetzt sind bestimmt alle sauer auf mich, weil ICH mich danebenbenommen habe. Sicher starren sie mich alle Hasserfüllt an. Oh Vater, wie kann ich das nur überstehen?
Sie hatte gedacht sie würden alle bald alle recht gut miteinander auskommen, aber jetzt?
Scheu blickte sie kurz nach oben und lugte etwas ängstlich zur Tür - nein, abhauen war jetzt keine Lösung. Sie waren eine Schar. Außerdem - sie blickte kurz zum Michaeliten - wirkte er schon gar nicht mehr SO ehrfurchtgebietend. Sollte er nicht gerecht sein und nur sie strafen? Oder wollte er so nur die anderen Scharmitglieder gegen sie aufbringen? Hatten die anderen auch etwas strafbares getan? Wollte Modariel ihre Strafe so verschlimmern und es nicht nur bei einer Rüge belassen?
Verwirrt murmelte Harahel eine Entschuldigung, und schluckte schwer. Anschließend senkte sie den Kopf wieder und wandte sich halb zur Wand, so dass die anderen ihr Gesicht nicht sehen konnte auf dem sich Wut über die (wie sie fand) erlittene Ungerechtigkeit, hauptsächlich aber verbissene Traurigkeit spiegelten. Irgendwie hatte sie sich das alles anders vorgestellt.

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