Manum de tabula - Der Sonne entgegen (I. Akt - Intime)

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Carael
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Beitrag von Carael » 26.05.2005 - 15:36

Caraels Augen verengten sich zornig, als sie dem Michaeliten hinterhersah.
'Aufgeblasener Schnösel! Sollen die Seevögel dich ho-' erschrocken brach sie den Gedanken ab.
'Vater...vergib mir die ketzerischen Gedanken über jenen der ist wie Gott... Uriel, gib mir die Kraft, ihm...weiter zur Seite zu stehen, so gut ich kann... Amen...'
Sie wusste, dass das gebet keineswegs gut war, aber besser klappte es nunmal gerade nicht.

Enttäuscht blickte sie auf den Rücken des Gabrieliten, der Ramielitin und des Raphaeliten. Alle ließen sie sich treten, wie dumme Hunde. Resignierend schüttelte sie den Kopf, als sich plötzlich die Ramielitin neben sie setzte.

"Oh..." sie hob den Blick, und ihre Laune hob sich genauso schlagartig, als sie das strahlende Lächeln des Wissenden Engels sah.
"Nein, aber ich danke dir für deine Hilfsbereitschaft... Ich bin nur ein wenig erschöpft... Weisst du, ich bin ja nicht gerade die grösste, und die kleine hier ist auch nicht gerade die leichteste... Aber immerhin, wir haben es geschafft... Auch wenn ich den, der der kleinen das alles angetan hat gerne erwürgen würde..." den Nachsatz murmelte sie nur.

Während sie mit Fanyael sprach, hatte sich Siriel genähert, und Carael lockerte den Griff, um dem Raphaeliten zu ermöglichen, die Hände aufzulegen. Die kleine zuckte ein wenig, als sie die fremden Hände spürte, weinte leise weiter, tat aber sonst nichts. Als er mit Raphaels Gaben auf die Suche durch ihren Körper ging, fand er einige Blessuren, Kratzer, Schürfwunden, eigentlich nichts ernstes, doch als er in ihrem Brustkorb angelangt, fand er dort eine angebrochene, und eine gebrochene Rippe.
Als er Carael ernst ansah, nahm sie die Arme noch ein wenig mehr von dem Kind auf ihrem Schoß, und ließ den Heiler seine Aufgabe vollbringen.
So dauerte es auch nicht lange, bis sich das leichte Rasseln aus ihrem Atem stahl, und sie wieder kräftig und tief Luft holen konnte.

Dankbar sah Carael zu Siriel auf. "Danke..."

Sie streichelte mit den Händen über den Rücken des Kindes, es weinte noch immer, jedoch hatte das tiefe Schluchzen nachgelassen, und auch sonst war es ruhiger geworden.
Lächelnd strich sie der kleinen eine Haarsträhne aus dem Gesicht und versuchte ihren Blick zu fangen.
"Hallo du... Ich bin Carael, das da" sie zeigte auf die Ramielitin "ist Fanyael... und wer bist du?"

Für einen Kurzen Moment sah das Mädchen Carael in die Augen. Angst und Panik sprachen aus seinem Blick, die sich noch steigerten, als Carael seinen Blick eingefangen hatte. Unter heftigem Zittern krümmte sich das Mädchen zusammen und zog sich noch fester an Carael heran.

Carael legte die Arme wieder ein wenig fester um das Kind, und drückte es an sich. Herr Gott, was musste dieses Kind für eine Angst haben. "sscht... Ganz ruhig, hier tut dir niemand was... Guck mal, wir haben alle so Lustige Linien überall, daran kannst du sehen, dass wir ganz lieb sind!"
Sie zeigte ihr ihren linken Arm und fuhr mit einem Finger der anderen ein paar von den Linien nach. "Siehst du?"

Vorsichtig sah das Mädchen Caraels Arm an, folgte ihren Bewegungen. Zaghaft löste es eine seiner Hände von ihrem Rücken, rieb sich damit über die Augen und streckte zaghaft die Hand aus, um mit einem tränennassen Finger selbst die Linien nachzufahren...

Die Urielitin kicherte. "Das kitzelt! Bist du auch kitzelig?" Vorsichtig versuchte die Urielitin an der Seite des Mädchens zu kitzeln. "Naaa?" grinste sie, und sah die Kleine Grinsend an.

Beinahe flog der Arm des Mädchens, so schnell zog sie ihn zurück, um sich sofort wieder damit fest zu klammern. Doch für einen kleinen Moment konnte man meinen, unter dem andauernden Weinen so etwas wie ein Ja zu hören, gleichzeitig deutete ihr Kopf ein Nicken an.

'Hups' verlegen grinste die Urielitin. "Aber warum weinst du denn? Guck doch, hier tut dir niemand was..." Sie nickte hinüber zu Fanyael, der Ramielitin mit dem Unerschütterlichen Lächeln, und strich dem Kind über den Kopf. "Du hast bestimmt Hunger oder? Ich glaube, ich habe hier in meinem Beutel noch Nüsse und getrocknetes Obst..." Sie kramte umständlich, und zog dann eine Hand voll Nüsse aus der Tasche, um sie der kleinen hinzuhalten.*

Es dauerte einige Momente, bis die Kleine realisierte, was da vor ihrer Nase war. Darauf zu reagieren dauerte dafür wesentlich weniger lange. Mit dem Atmen setzte auch das Weinen für einige Momente aus, die die Kleine brauchte, um mit dem Kopf nach vorne zu schießen und einen großen Mund voll zu schnappen. Fast schon misstrauisch sah sie Carael an, während sie langsam zu Kauen begann.

Carael lächelte, nahm sich selber eine der Nüsse und schob sie sich in den Mund, dann nahm sie die Hand der kleinen und gab ihr die Nüsse hinein. "Da nimm, wenn du aufgegessen hast, kannst du noch mehr haben... Vielleicht hat nachher noch jemand für dich einen Apfel oder sowas..." 'Mein Gott...das arme Kind...'

Langsam wurden die Augen des Mädchens groß, wandelte sich das Mistrauen in ihrem Blick in blanken Unglauben. Es dauerte nicht besonders lange, bis die Nüsse in ihrem Mund zerkleinert und geschluckt, die aus ihrer Hand hinterher geschoben waren.

Carael lachte. "Pass bloß auf, dass du dich nicht verschluckst... Da, nimm" sie drückte dem Mädchen ihren Beutel in die Hand, darin waren noch mehr Nüsse, und sogar ein bisschen Trockenobst. "Magst du mir jetzt vielleicht erzählen, was passiert ist?"

Dem Mädchen schienen fast die Augen aus dem Kopf zu fallen, als es die Tasche bekam. Mehrmals sprang sein Blick zwischen Caraels Gesicht und der Tasche hin und her, um schließlich auf der Tasche kleben zu bleiben. Wie ein Schatz wurde sie untersucht, um dann beinahe unsichtbar unter der löchrigen Tunika zu verschwinden.
Langsam bewegte sich der Blick der Kleinen wieder auf Caraels Gesicht, um dann auf deren Frage hin beinah sofort wieder in Richtung Boden zu verschwinden. Ein leises "Ich..." wurde sofort wieder von lautem Schluchzen abgelöst, gleichzeitig begann schlagartig das Zittern wieder...

"Ssscht...ganz ruhig, du brauchst keine Angst mehr zu haben... Wir wollen dir helfen... Wenn du uns sagst, was dir so eine Angst gemacht hat, dann gehen wir da hin, und machen, dass es aufhört..."

Langsam, ganz langsam wurde das Schluchzen wieder schwächer, bis die Kleine schließlich noch einmal anfing: "Ich bin in den Wald gerannt, als sie gekommen sind..."

Carael legte den Arm wieder um sie. "Wer ist gekommen?"

Vorsichtig sah sich das Mädchen um, zeigte schließlich auf Nemoniel: "Ganz viele... und ganz viele Käfer, die die fressen..."

Caraels Gesicht zeigt kurz Erschrecken, dann wurde lächelte sie wieder, diesmal allerdings ein wenig gequält. "So Engel wie Der Gabrielit da? Nemoniel heißt der. Das war sehr klug von dir, dass du in den Wald gelaufen bist... Aber die Gabrieliten haben die Käfer bestimmt alle kaputt gemacht... Warte mal kurz... ich muss mal eben mit dem blonden Engel sprechen, der vorhin auch hier war... Aber solange kannst du mir ja schonmal sagen, wie du nun heisst?“

Ein vielsagender Blick ging über ihre Schargeschwister, bevor sie sich schließlich an Tyriael wandte – der hoffentlich noch in Reichweite war.
*< Tyriael, hörst du mich? Hör zu, das Mädchen redet... sie sagt, da wo sie herkommt, waren viele Gabrieliten, und Traumsaat, die „die Gabrieliten frisst“... Sie ist vor dem Kampf geflohen... Ich dachte mir, das solltest du wissen, damit wir sie weiter befragen können wenn du dabei bist...*>

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Beitrag von Puxe » 27.05.2005 - 07:20

Er hatte Caraels Versuche das Kind zu beruhigen, bisher keine Beachtung geschenkt und seine Aufmerksamkeit auf mögliche Angreifer gerichtet. Doch als die Rede auf den Kampf kam, zuckte Nemoniel zusammen. Es machte ihn rasend zu wissen, dass einige seiner Ordensbrüder den Tod gefunden hatten und er ihnen nicht beistehen konnte. "Keine Sorge, diesem Abschaum wird es nie gelingen mehrere GABRIELITEN zu besiegen!", sagte er mit etwas schriller Stimme in die Runde. Dennoch begann er mit gehetztem Blick seine Umgebung zu durchsuchen, was seinen Worten ein wenig ihr Gewicht nahm. Auch seine Ohren waren gespitzt wie noch nie, doch er konnte einfach keinen Kampfeslärm ausmachen... Er hoffte, dass Tyriael keine Zeit verlieren möge und alsbald zurückkehren würde. In der Zwischenzeit würde er sich wohl auf einen möglichen Angriff vorbereiten müssen. Er machte sich trotzdem nichts vor, falls es der Traumsaat tatsächlich gelingen sollte, seine Ordensbrüder zu überwältigen, würden sie die Klippe nicht lange halten können...

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Beitrag von Fanyael » 08.06.2005 - 17:45

Fanyael hörte mit erschrecken die Worte des kleinen Mädchens. Unbewusst schrieb sie die Geschichte des Mädchens auf und als sie dies entdeckte packte sie ihre Schreibutensilien weg. Das Schreiben war jetzt nicht so wichtig, sie mussen nun zusammen überlegen, wie es weiter geht.

Doch könnten sie das überhaupt ohne Streit?
Sie mussten es schaffen, das kleine Mädchen hatte gerade Vertrauen zu ihnen gefasst und würde das Vertrauen schnell wieder verlieren, wenn sie mitbekam, wie die Engel teilweise miteinander umgingen.

Fanyael blickte Carael fragend an. Sie wusste nicht, was sie nun tun sollte. Sie kramte in ihrer Tasche rum und holte einen kleinen Beutel mit Trockenobst heraus und reichte es schweigend Carael. Irgendetwas musste sie doch tun können.

Langsam stand sie auf und ging einige Schritte umher. Wieso fühlte sie sich bloß so hilflos und so unnütz? Wie konnte sie den anderen Engeln, die schhon so viel mehr als sie erlebt hatten helfen? Sie wusste es nicht und begann langsam an sich zu zweifeln.

Dann blickte sie wieder auf das ängstliche kleine Mädchen, dass sich völlig ausgehungert über das Essen hermachte. Was wird bloß aus ihr, wo sie doch jetzt ganz alleine ist?

All diese Fragen schossen Fanyael durch den Kopf und sie nahm sich vor, auf all diese Fragen eine Antwort und eine Lösung zu finden, damit sich ihre Selbstzweifel endlich legten.

Mit einem erleichterten Seufzer atmete sie aus und beobachte das Mädchen weiter, diesmal mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

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Beitrag von Carael » 20.06.2005 - 20:46

*<Tyriael?? TYRIAEL?!>*
Carael fühlte plötzlich eine große Leere in ihrem Kopf.
*< Tyriael? Nemoniel?! >*
Angestrengt dachte die Urielitin die gedanken zu den anderen, doch sie kamen immer zu ihr zurück.

Wieso funktionierte das nicht? Besorgt blickte sie zu dem Gabrieliten.
„Nemoniel, warum kann ich Tyriael nicht erreichen?! Oder euch? Wieso geht das nicht? Was ist hier los?“
Deutlich war die Panik in ihrer Stimme jetzt herauszuhören, die kleine Bewahrerin der Wege war schlichtweg mit der Situation überfordert.
Beruhigende Worte flüsternd – ob für das Kind oder sich selber war ihr selber wohl nicht ganz klar – wiegte sie das Mädchen in den Armen, und versuchte ihre hektische Atmung zu beruhigen.
’Nemoniel wird das schon richten, er wird wissen was zu tun ist, Nemoniel wird das schon richten...’

Etwas ruhiger blickte sie jetzt auf das Kind herab, das sie mit großen Augen ansah und noch immer an den trockenen Früchten herumkaute, die Fanyael ihr gesteckt hatte.

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Beitrag von Fanyael » 24.06.2005 - 19:18

Fanyael blickte zu Carael.
Hatte sie das gerade richtig verstanden? Sie erreichte die anderen nicht mehr. Was hatte das zu bedeuten? War Tyriael etwas passiert?

Sie blickte zu dem Kind, das immer noch an den Früchten rumknabberte. Dann schweifte ihr Blick zu dem Gabrieliten.ö "Nemoniel was hat das alles zu bedeuten?" fragte sie und ihre Unsicherheit war in ihrer Stimme deutlich zu hören.

Sie blickte, auf eine Antwort wartend, den Gabrieliten an.
Was war bloß geschehen?

Raphael
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Beitrag von Raphael » 08.08.2005 - 19:12

Spiel abgebrochen
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