Das Schwarze Herz - Praeludium Anastasiel - Sajael

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Anastasiel
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Das Schwarze Herz - Praeludium Anastasiel - Sajael

Beitrag von Anastasiel » 04.05.2005 - 21:47

Mit langsamen Flügelschlägen schob sich Anastasiel über den Himmel. Uriels Macht war mit ihren Augen und sie prägte sich jedes noch so kleine Detail der Landschaft ein. Alle 2 Kilometer mussten sie einen Zwischenstop einlegen, damit Anastasiel die neue Umgebung wenigstens grob Skizzieren konnte. Bei einem weiteren Zwischenstop, und nachdem sie das Pergament wieder zusammengerollt und verstaut hatte blickte sie hinüber u der Raphaelitin. "Beim nächsten Stop kommen wir wohl zu einem Dorf... Da kannst du vielleicht auch was tun."

Sajael hob den Kopf als sie angesprochen wurde und schaute ihre momentane Gefährtin aus traurigen, braunen Augen an. Ein leichtes Heben der Mundwinkel zeigte ihre Zustimmung und sie nickte einmal. So langsam war sie sich wirklich nutzlos vorgekommen, zumal es schon etwas her war das sie ein Dorf durchquert hatten.
Auch eine längere Pause vom ständigen Fliegen und etwas Ablenkung würden ihr gut tun und ihre Gedanken vielleicht wieder etwas aufheitern. Noch einmal sah sie auf und entschied sich für eine leise Antwort. "Ja, vielleicht.“

"Gut, dann komm. Es ist eine halbe Stunde bis dorthin." Anastasiel schnaubte. Diese trocknen südlichen gebiete waren so staubig, und wirkten mit ihren trocknen Büschen und Sträuchern immer ein wenig tot. Mit einem kraftvollen Schlag ihrer mächtigen Schwingen hob Anastasiel in die Luft ab, und flog langsam weiter in Richtung des Dorfes, langsam deshalb, da Sajael garantiert nicht mithalten konnte, wenn Anastasiel zur vollen Geschwindigkeit ansetzte. So flog sie gemütlich, auch wenn es sie ein wenig nervte, aber immerhin hatte sie so genügend Zeit sich alles einzuprägen.*

Einen Moment lang sah die Raphaelitin Anastasiel nur hinterher, bevor auch sie ihre Flügel ausbreitete und mit wesentlich mehr Anlauf in die Lüfte aufstieg. Sie wusste noch nicht was sie von dieser momentanen Aufgabe halten sollte. Menschen zu helfen war gut und es machte ihr Freude, doch das sie mit der Urielitin zusammen war ängstigte sie beinahe. Das war fast so als wäre sie wieder in einer Schar und eine Schar konnte man verlieren. Sajael wollte nicht mehr verlieren.
Eine halbe Stunde hatte die Ältere gesagt, dachte Sajael und lenkte ihre Gedanken hartnäckig zurück auf die bevorstehende Aufgabe zu Heilen. Dankbar für das langsamere Tempo folgte sie Anastasiel und hielt die Augen offen um das Dorf möglichst früh zu erspähen.

Eine Weile verging, in der sie schweigend hintereinander herflogen. Bald aber konnten Anastasiels feine und geübte Augen in der Ferne das Dorf erspähen, und sie flog langsam ein wenig tiefer.

Sajael sah die Ansammlung von Häusern etwas später, da sie ja wesentlich schlechtere Sinne hatte und wurde auch nur darauf aufmerksam weil die Urielitin in einen leichten Sinkflug überging. Sofort nachdem sie den Grund dafür erkannt hatte ließ auch Sajael sich sinken und steuerte ziemlich zielstrebig eine freie Fläche am Dorfrand an. Spektakuläre Auftritte lagen ihr nicht und sie zog es vor lieber außerhalb des Dorfes zu landen als mitten auf dem Dorfplatz. Sie warf Anastasiel einen Blick zu und deutete auf den von ihr erkorenen Landeplatz. Sie selber würde dort landen, überließ es aber der Urielitin ob sie mit landen oder noch in der Luft verweilen wollte.

Anastasiel bemerkte Sajaels Bewegung aus dem Augenwinkel und nickte. Dann bremste sie ihren Flug ein wenig mehr, um der Raphaelitin den Vortritt zu lassen. Sie selber flog noch eine große Runde über dem Dorf, bevor sie kurz nach Sajael und einige Meter neben ihr landete.*

Mit kritischen Blicken musterte die Raphaelitin die vor ihr liegenden Häuser. Anastasiel zog noch eine Runde über dem Dorf und Sajael streckte die Flügel einmal und faltete sie nach einem kurzen Ausschütteln locker auf dem Rücken. Prüfend rückte sie sich die Tasche zurecht und wartete dann bis ihre Schwester vom wegefindenden Orden ebenfalls gelandet war. Wohl oder übel musste sie nun die Worte an sie richten. "Ich werde den Pater oder die Mater dieses Dorfes aufsuchen und mich nach eventuellen Krankheitsfällen erkundigen...wenn du möchtest kannst du mich begleiten, wenn nicht werde ich dich nicht zwingen," sagte sie freundlich und neigte den Kopf zu einem halben Nicken.

"Geh nur... Ich muss die letzte Strecke noch auf der Karte eintragen... Wir treffen uns dann später wieder hier..."

Sajael nickte noch einmal und wanderte langsam in das, während der Mittagshitze ruhig daliegende Dorf. Es war nicht allzu groß und sehr schnell war sie an der kleinen Kirche angekommen. Nur ein kleines Kind hatte die Raphaelitin bemerkt und sie ehrfürchtig aus dem Schatten eines Hauseingangs beobachtet. Sajael sah es an und lächelte. Kurz erhellte sich ihr gesamtes Gesicht, doch sie konnte jetzt nicht verweilen.
Leise betrat sie die schlichte, aber saubere Kapelle und sah eine ältere Frau die vor dem Altar kniete und augenscheinlich betete. Langsam trat Sajael näher und räusperte sich kurz. "Sei gegrüßt, bist du die Mater dieses Dorfes?" fragte sie rundheraus.

Die Mater sah erschrocken auf - und neigte das Haupt erneut. "Sei Gegrüßt, Engel des Herrn, Bringer des Lichts... Ja, ich bin Mater Agnes... Wie kann ich dir dienlich sein?

Als Sajael fort war, machte Anastasiel sich langsamen Schrittes auf den Weg auf den großen Dorfplatz. Sajael hätte wohl gestaunt wenn sie sie so gesehen hätte. Denn Anastasiel lächelte jedes Mal wenn ein Mensch, besonders ein Kind in ihr Blickfeld trat.

"Mater Agnes," wiederholte Sajael mit einem Lächeln, das jedoch ihre Augen nicht erreichte. "Ich bin hier um mich um eventuelle schwere Erkrankungen oder Verletzungen zu kümmern. Gibt es irgendwelche Fälle in diesem Dorf?"
Die Raphaelitin war um einen freundlichen Ton bemüht, doch das sie ihre Stimme nicht mehr so oft benutzte war zu hören. Sie klang sehr leise und zurückhaltend.

"Hmmm..." Die Mater überlegte einen Moment. "Hm, ja, wir haben eine Frau, die wohl bald ihr Kind gebären wird, und unterstarken Schmerzen und Blutungen leidet... Und einen Alten Mann, mit einer schweren Entzündung am Bein... Wenn du dir das einmal ansehen würdest, Angelus Raphaelis?"

Anastasiel stand mitten auf dem Dorfplatz neben dem Brunnen und lachte aus vollem Hals. Mittlerweile war sie umringt von kleinen Kindern, und hörte sich lächelnd ihre Bitten und Gebete, und ihre kleinen Geschichtchen an.

Sajael nickte knapp und sah kurz zur Tür, dann wieder zu der Frau. "Würde es dir etwas ausmachen mich hinzuführen? Es wäre besser denke ich, wenn du dabei wärst, sonst werden die Menschen nur erschrecken wenn ich plötzlich in der Tür stehe," sagte sie mild und trat einen Schritt zur Seite um Mater Agnes vorbeizulassen, wenn sie sie führen wollte.

Die Mater nickte eifrig, und erhob sich langsam mit einem recht lauten Knacksen ihrer alten Knochen. Dann ging sie doch recht eiligen Schrittes aus der Kirche hinaus, auf den Platz, und führte die Raphaelitin, nach einem mütterlich-gütigen Blick auf die Kindertraube um die lachende Urielitin, zu einem haus am Rande des Dorfes. Leise trat sie ein. "Sonja... Dir wird bald geholfen werden..." Dann trat sie bei Seite um Platz für Sajael zu machen.

Sajael sah ihre urielitische Schwester und die Kinder und auch sie musste wieder lächeln. Kinder waren etwas herrliches, befand sie stumm für sich. An dem Haus angekommen trat die Raphaelitin ein und musste sich ein wenig ducken um mit ihren Flügeln nicht am Türrahmen anzuecken.
Auf einem Lager fand sie die schwangere Frau vor und kniete sich sofort daneben. "Sonja, sei mir gegrüßt, ich bin Sajael vom Orden des Raphael und ich bin hier um dir zu helfen. Bleib einfach ruhig liegen, ich kümmere mich um dich." Sie redete sanft auf die gequält wirkende Frau ein und strich ihr vorsichtig über den Arm. Schon jetzt ließ sie ihre Mächte arbeiten und linderte die Schmerzen, dann wandte sie sich dem Bauch zu. Es dauerte eine ganze Zeit, die völlig still verstrich bevor Sajael ihre Hände wieder sinken ließ und zu Agnes hinübersah. "Jetzt sollte alles gut gehen," sagte sie schlicht und sah noch einmal zu Sonja, der werdenden Mutter. "Ruh dich aus und stehe vor morgen nicht auf, ja?" Wie selbstverständlich wechselte sie zwischen Latein und Common hin und her.

Die junge Frau nickte schweißgebadet und ihr Mann stand auf und ging in den hinteren Teil der Hütte. Als er zurückkam trug er einen kleinen Beutel und reckte ihn Sajael entgegen. "Bitte... nehmen...für Dankeschön!" mühte er sich in Latein ab, um dem Engel besondere Ehrerbietung zu erbringen. "Wir dir danken für Hilfe... Nie vergessen du sollst sein!" sagte er weiter, und verneigte sich demütig.
Agnes lächelte.

Sajael nickte und nahm den Beutel der ihr gereicht wurde an. Eigentlich wollte sie keine "Bezahlung", doch ihr war klar das der Mann ihr seine Dankbarkeit bezeugen wollte und deshalb nahm sie das Geschenk an. "Ich danke dir," sagte sie und neigte den Kopf. Dann wandte sie sich wieder an Agnes. "Wenn ich jetzt noch den 2ten Patienten sehen dürfte?" sagte sie freundlich und zeigte wieder ihr halbes Lächeln.

Agnes nickte eifrig. "Natürlich...folge mir."
Agnes führte die Raphaelitin wieder aus dem haus heraus und auf die andere Seite dos Dorfes, wo ein alter Mann auf einer Bank saß. Er sah schlecht aus, war blass, und über seinem Bein flogen Fliegen. Ein durchnässtes Leinentuch bedeckte wohl eine Wunde, es war von Blut und Eiter ekelhaft verfärbt. Das Fleisch des Beines war dunkelrot und die Adern traten Dunkel hervor. "Das ist Sebastien... Beim Bau einer der Hütten fiel einer der Stützbalken auf sein Bein... wir haben unser Bestes getan, aber ich fürchte, die Wunde hat sich entzündet..."

"Hm," machte Sajael und kümmerte sich sofort um die Wunde. Mit ihrem Wasserschlauch spülte sie Blut und Eiter fort und reinigte die Wunde erst, bevor sie sich daran machte zu heilen. Langsam schloss sich die Haut unter ihren Händen und nahm wieder eine rosige, gesunde Farbe an. Nur im Zentrum der ehemaligen Wunde wirkte sie noch etwas gerötet und gereizt. Nachdem sie fertig war sah sie zu Sebastien hoch und nickte freundlich. "Sei das nächste Mal vorsichtiger," mahnte sie sanft und erhob sich wieder. "Ich danke dir für deine Zeit Agnes und ich hoffe ich habe euch helfen können," sagte sie.

Agnes nickte und verneigte sich. "Hab vielen dank, Engel des Herrn... Dein Besuch war ein Segen für unser Dorf... Wir danken dir vielmals..." sie schien kurz zu überlegen. "Hier in der Nähe gibt es ein Kloster... vielleicht wollt ihr da ja hin... Dort ist es komfortabler als hier, und der Ab dort, Ab Dimitri, ist ein freundlicher Mensch... Er wird euch gut zu versorgen wissen! Das Kloster findet ihr etwa 20 Kilometer südlich von hier... Es liegt gut sichtbar auf einem Hügel und ist kaum zu übersehen!"

Sajael sah erfreut drein. Ein Kloster in der Nähe, das wäre wirklich eine gute Rastmöglichkeit auf ihrer Reise. "Danke für den Hinweis, ich denke wir werden uns dorthin begeben." Die Raphaelitin wandte sich schon ab und sah dann doch noch mal in die Augen der alten Frau. "es freut mich wenn ich euch helfen konnte. Es war mir eine Ehre," mit diesen Worten nickte sie noch einmal und ging dann langsam in Richtung des Brunnens, wo Anastasiel sich immer noch mit den Kindern beschäftigte. Mit sanfter Gewalt bugsierte sie sich durch die schnatternde Schar und wandte sich an die Urielitin. "Mater Agnes meinte in der Nähe gebe es ein Kloster wo wir rasten könnten. Ich dachte mir das das doch eine gute Idee wäre, auch um Vorräte wieder aufzustocken. Und wir sind ja auch schon lange unterwegs so unter freiem Himmel. Na ja, ich dachte es wäre eine gute Idee dort vorbeizuschauen... Sie sagt, das Kloster läge 20 Kilometer südlich von hier auf einem Hügel..." Das war so ziemlich die längste Rede die die Urielitin jemals aus dem Mund Sajaels gehört hatte.

Anastasiel sah erschrocken auf, und ihre Miene erhärtete sich. "Ja. Das ist gut, dann lass uns gleich aufbrechen." Anastasiel rupfte eine schöne kleine Feder aus ihrem Flügel und gab sie dem kleinsten Mädchen der Kinderschar, dann bahnte sie sich ihren Weg zum Dorfrand. "Und, was gab es zu tun?"

"Eine schwangere Frau hatte einige Probleme und eine entzündete Wunde wollte versorgt werden. Nichts allzu wildes." Sajael war normalerweise nicht gesprächig, doch wenn es um ihre Arbeit ging ließ sie sich schon mal zu einer näheren Erläuterung hinreißen. Nachdenklich öffnete sie das kleine Beutelchen das sie als Dank bekommen hatte und sah hinein.

Anastasiel nickte. "Aha." Ohne ein weiteres Wort erhob sich die Urielitin in die Lüfte.'Verdammt noch mal... sie hat mich gesehen...Egal.. In dem Kloster haben wir dann wohl erst mal unsere Ruhe...'
Mit energischen Schlägen brachte sie sich vorwärts, gerade langsam genug, dass Sajael mithalten konnte.

Sajael blickte erfreut drein als sie das Gebäck in dem Beutel sah und fühlte sich wirklich geehrt. Das war ein schönes Dankeschön. Vorsichtig verstaute sie das Beutelchen in ihrer Heilertasche und folgte Anastasiel dann in den Nachmittagshimmel. Mit diesem Tempo konnte sie leben und freute sich auf eine ruhige Nacht innerhalb von Klostermauern.

Michael
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Beitrag von Michael » 14.01.2007 - 21:12

Spiel abgebrochen.
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