Erntemond: Das 1. Buch - Genesis

Das Archiv aller abgebrochener Gruppen
Alvael
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Beitrag von Alvael » 27.11.2005 - 08:15

"Nun, werter Ab. Kardinal Pelo wollte, dass ich bei Euch bleibe und melde, was es an Vorfällen gab. Und wenn ich mir dieses Ding ansehe, dann kann ich gut glauben, dass man Kardinal Pelos Worte nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte." gab Alvael zurück. So viele Worte hatte sie lange nicht gesagt, bis auf ihren Bericht bei Pelo.
"Ich bleibe bei Euch!"

'Im Wald diese Spuren zu verfolgen sollte für die Templer kein Problem sein. Dem Engel können wir nicht mehr helfen. Und die Täter haben das bereits vor mehr als 24 Stunden gemacht. Wenn sie wollten sind sie längst über alle Berge. Das heißt, dass ich nicht mehr tun kann als ein Templer. Hier im Wald nützen mir Flügel und ein Langbogen auch wenig.' dachte Alvael. Natürlich war das logisch, aber nicht das was sie tun wollte.

Hier lag irgendwo ein abgeschlachteter Engel.
Irgendwo hier waren Ketzer, denen sie mit Freuden ihre eigenen Eingeweide herausgeschnitten hätte.
Sie wollte nicht bei Nihad bleiben, aber Pelo hatte sich echte Sorgen gemacht. Jemand der Engel tötete und so aufhing, konnte auch einen Anschlag auf Nihad verüben. Und das bedeutete für sie, dass sie noch mehr acht geben musste.
Die Ketzer, die das getan hatten, kannten keinen Respekt vor der Kirche, vor Engeln und fürchteten keine Strafen. Solche Leute, die mit einer an Perversion grenzenden Kunstfertigkeit arbeiteten um soetwas herzustellen waren unberechenbar.

Angeekelt schraube Alvael ihre Wasserflasche auf und trank einen Schluck um den Geschmack loszuwerden, der schon die ganze Zeit auf ihrer Zunge war.

Ja, es war Krieg. Das wusste sie. Es war immer schon Krieg gewesen. Traumsaat war ein furchtbarer Gegner. Aber viel schlimmer waren Menschen.
Gott hatte seine Kinder wahrlich heftigst bestraft, denn ihre größten Feinde, waren sie sich selbst.
Traumsaat war grässlich und immer skruppellos. Aber Alvael hatte in ihr immer nur ein Tier gesehen, das Beute machte und raubte. Fressen wollte und tötete, wie es der Instinkt befahl. Fehlgeleiteter Instinkt vielleicht, aber nichtsdestotrotz hatte sie so gut wie nie echte Inteligenz hinter dem Tun der Kreaturen gefühlt.

Nur Menschen konnten derartig widerwärtig sein.
Die schlimmste Szenen, die sie erblickt hatte in ihren Tagen als Engel, die die sie am meisten geschockt hatten waren nicht die gewesen in denen Traumsaat getötet hatte, obwohl sie nachts manchmal hochschrecke und an ihre toten Kameraden denken musste.

Marviel, Lunael, Tikiel, Chamuel...

Die schlimmsten Szenen, an die sie sich erinnerte waren die gewesen, in denen Menschen einander das Schlimmste zugefügt hatten...

Der Grund warum sie sie insgeheim so verachtete.
'Nein, das darfst du nicht... es ist deine Aufgabe sie zu schützen- IHN zu schützen.' dachte sie dann. In ihren Augen war Nihad ein schmieriger, widerwärtiger Ab, er wirkte nicht wie ein Beispiel auf seine Untergebenen, sondern wie eine Abschreckung.
Wenigstens SIE wollte deswegen ein gutes Beispiel sein.

Alvael räusperte sich.
"Ich vertraue darauf ihr Templer, dass es euch gelingt herauszufinden, wer das hier getan hat, so dass man ihn seiner mehr als gerechten Strafe zuführen kann - " die Urielitin trat auf die drei Männer zu, die bereits erste Anstalten gemacht hatten, um hier "alles zu verbrennen" und sah ihnen in die Augen. " - möge Uriel über euch wachen!"

Raphael
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Beitrag von Raphael » 28.11.2005 - 04:06

Die angesprochenen Templer senkten demütig den Blick, eine Streiterin in der vorderen Reihe sank gar auf die Knie, ungeachtet des Gedärms, in das sie sich fallen ließ.
"Für Uriel und Gabriel." initiierte Parzival mit einem lauten Grunzen, eine Gelegenheit, die Nihat nutzte, die Szenerie zu verlassen.
"Uriel! Gabriel!" wiederholte der Chor der Armatur militärisch.

"Roger, Ketrin, Elex, für euch hab ich 'ne besondere Aufgabe." wandte Parzival sich an seine Männer und Frauen. Alvael konnte sehen, wie der rothaarige Templer den Kopf wandte und seine Glubschaugen beinahe aus den Höhlen fielen. Die Urielitin hatte mitbekommen, dass man den jungen Templer Roger nannte. Er war aufgefallen, weil er das Vexilium der Armatura, eine prächtige Standarte auf dem ein in Flammen stehender Tonkrug prangte, getragen hatte, eine Aufgabe, bei der man offensichtlich wenig falsch machen konnte. Nun hielt ein anderer Gotteskrieger das Heiligtum der Templerfamilie hoch über die Köpfe seiner Mitstreiter.

"Die Pause ist vorbei!" schnauzte Nihat von außerhalb des Tannenkreises.

"Bewegung, Parzival. So ein lahmarschiger Haufen!"

Tatsächlich setzten sich die Templer bis auf dreie der ihren in Bewegung, die an Ort und Stelle verharrten, während sich die Reihen um sie herum lichteten. Roger, Elex und Ketrin, die Namen derer, die auserkoren waren, zu verrichten, was Alvael am liebsten selbst in die Hand genommen hätte. Ketrin, Roger und Elex. Sie waren es, die Rückbestände der grauenerregenden Ketzertat vernichten und den Spuren folgen sollten. Ketrin. Vielleicht würde sie diejenige sein, die den abtrünnigen Spinner finden und ihn richten würden. Elex. Vielleicht würde er Rache nehmen für den Engel, der, wie Alvael meinte, hier sein Leben gelassen hatte.
Die Urielitin prägte sich die Gesichter der Gotteskrieger ein.
"Wir seh'n uns heute Abend." nuschelte Roger, der Rotschopf noch hinter dem neuen Standartenträger her während die beiden anderen sich schon mit in die Seiten gestemmten Händen über Verbrennungstechniken berieten.

"Willst du hier Wurzeln schlagen, Engel?"
Der Abt würgte ein unnatürliches Lachen aus seiner Kehle, aber es klang ebenso kalt und schlangenhaft wie jede seiner Worte.

"Komm.
Wir sind bald in Dillenburg."

Alvael folgte.

Michael
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Beitrag von Michael » 13.10.2006 - 11:32

Spiel abgebrochen!
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