[Der verlorene Bruder] - Kapitel I: Die Einladung

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Lory
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[Der verlorene Bruder] - Kapitel I: Die Einladung

Beitrag von Lory » 14.05.2006 - 12:46

Nachdem in der Nacht ein leichter Nieselregen niedergegangen war, lag jetzt ein dünner Mantel aus Tau auf der Heiligen Stadt, und die Strahlen der aufgehenden Sonne brachen sich tausendfach in den Abermillionen winzigen Wassertröpfchen.
Die Engelslenker auf den Flugplattformen waren noch nicht sehr beschäftigt nur ab und an kamen einzelne Engel an, ein Urielit der Post überbrachte oder ein anderer Engel auf der Durchreise zu einem Kloster.

Allgemein erwachte das Leben im Himmel der Michaeliten recht schlagartig.
Kaum war die Sonne am Horizont aufgetaucht, füllte sich der Himmel mit Leben.
Leben, dessen Großteil nichts davon ahnte, dass sich in einer Cella dieses Himmels eine Gruppe von Engeln sammelte, deren Erfolg über das Schicksal aller entscheiden könnte.
Ja, nicht einmal die Engel wussten davon, die Engel, die mehr oder weniger erschöpft auf den Flugplattformen landeten, mit dem Auftrag sich um Punkt 12 zu melden...

Mecael
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Beitrag von Mecael » 14.05.2006 - 13:44

Mecael war früh wieder auf den Beinen gewesen. Sehr früh, als das Dunkel der Nacht noch über der Stadt gelegen und nicht einmal das blasse, helle Band am Horizont im Osten den grauenden Morgen angekündigt hatte.
Nach wenigen, ausreichenden Stunden der Meditation hatte der goldene Engel seinen Platz auf dem Meditationshocker verlassen und war auf leisen Sohlen zu seiner neuen Ausrüstung gegangen.
Ein leises Sirren hatte die Klinge des Schwertes begleitet, als Mecael es ein Stück weit aus der Scheide gezogen hatte. Fahl hatte sich das schwache Licht der zu Füßen des Himmels liegenden Stadt auf der blanken Klinge gespiegelt, bevor der Michaelit sie zurück in die Saya steckte.
So lautlos wie möglich hatte er die Rüstung angelegt, seine Arme in das kühle, glänzende Metall der Schienen geschnürt.

Ebenso leise war er anschließend hinausgetreten in die verwaisten, stillen Gänge des Himmels und hatte den Weg zu einer der Trainingshallen eingeschlagen, die ebenso dunkel und ruhig dalagen.
Im Licht schwacher Beleuchtung hatte der Michaelit sich Zeit genommen, das Gefühl für die schöne neue Waffe zu gewinnen, seine Hände und Arme an ihr Gewicht, seinen Körper an die Bewegung mit ihr und dem neuen Rüstzeug zu gewöhnen.

Was für eine Waffe!

Der neue Morgen hatte ihn erst in seinen Bewegungen innehalten lassen. Hunger machte sich inzwischen in seinem Magen breit und die Hand fuhr durch feuchtes Haar und über die geschwitzte Stirn.
Zufrieden und mehr als bereit für den bevorstehenden Auftrag, seine neue Schar, schlug der Michaelit wieder den Weg zurück zu seiner Cella ein. Er würde sich duschen und frisch machen gehen, anschließend mit Misakoel speisen.
Und dann.. würde der neue Tag ihm schon bringen, was er für ihn hatte..

Lysiel
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Beitrag von Lysiel » 14.05.2006 - 18:54

Lysiel steuerte auf die oberste Flugplattform zu und setzte entspannt auf. Es musste jetzt schon langsam auf Mittag zugehen und die Raphaelitin schätzte das sie noch eine halbe Stunde hatte um den Weg zu finden oder zumindest jemanden zu finden der ihr den Weg weisen konnte.

Sie faltete die großen Flügel mit einem lauten Rascheln, nachdem sie sie noch einmal voll ausgestreckt hatte und sah sich um. Dann schlenderte die Raphaelitin auf den Himmel zu und suchte nach einem Monachen.
Lange suchen brauchte sie da natürlich nicht und den erstbesten Kirchendiener den sie erwischte, fragte sie auch gleich.
"Salve, ich bin Lysiel vom Orden der Raphaeliten und soll mich zur Mittagsstunde hier melden. Weisst du da vielleicht etwas genaueres?"

Ihre Frage begleitete ein fröhliches strahlendes Lächeln.

Lory
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Beitrag von Lory » 14.05.2006 - 19:18

Der junge Mann musterte Lysiel einen moment mit seinen vor Glauebn leuchtenden Augen, bevor er den Blick senkte und kurz nachdachte. "Lysiel...ja. Ähem. Meclaes Schar... Das ist eine der alten Cellae. Das ist ein wenig schwer zu finden, Engel Raphaels, aber ich erkläre dir den Weg."
Es folgte eine mehr oder weniger schwere Erklärung des Weges, die allerdings doch recht einprägsam war.

~*~*~

Misakoel öffnete die Augen leicht, als sie hörte, wie Mecael sich bewegte. Sie beobachtete, wie er die Cella verließ, und seufzte, als er fort war. dann lehnte sie sich mit dem Rücken an die Wand, und nahm sich vor, noch eine Weile weiter die Ruhe zu genießen, bevor später am tag die restliche Schar eintreffen würde.

Etwas später, als es schon hell war und Mecael schon fast wieder an der Cella angelangt war, und Misakoel am Fenster stand und ihr weißes Haar bürstete, klopfte es an die Tür.
Misakoe wandte sich um, und erwartete Mecael, jedoch traten zwei Beginen ein, die die Raphaelitin vewundert ansahen. Scheinbar hatten sie nicht damit gerechnet, nur einen Engel Raphaels anzutreffen.
"Salve, Engel Raphaels, wir bringen im Auftrag von Ab Vermonte Brindisi ein Mahl für Mecaels Schar..."
Misakoel nickte nur, und beobachtete, wie die beiden Frauen zwei eng beladene Tabletts auf dem Tisch abstellten, und sich dann wieder entfernten.
Misakoel begutachtete von ihrer Position aus das, wassie gebracht hatten.
Es war viel, und üppig. Scheinbar wurden es viele Engel, und scheinbar würde es gefährlich werden.
Sie seufzte und ließ den Blick durch die Cella schweifen. Gestern war es zu dunkel gewesen um alle Einzelheiten zu erfassen.
Der raum war groß, und wirkte hell. Zwei große Fenster gegenüber der Tür bestanden aus Glasmosaiken die die Ordenssymbole aller 8 Orden beschrieben.
Der Raum selbst war dominiert durch einen großen Kreis den 8 Meditationshocker bildeten. Jede dieser Hocker zierte ein ordenssymbol.
Ein wenig peinlich berührt stellte Misakoel fest, dass sie ausversehen die Nacht auf dem Hocker verbracht hatte, den das Symbol der Sarieliten zierte.
An der Wand rechts und links von der Tür standen jeweils zwei Holzbänke, und unter den Fenstern stand jeweils ein großer Tisch.
An einigen Stellen standen Kerzen, ebenfalls mit Odenssmbolen darauf, und auch auf dem oberen Teil der hohen Wände waren von Malern die Ordenssymbole aufgetragen worden.
Propaganda.
Schoss es Misakoel durch den Kopf, bevor sie sich wieder dem Fenster zuwandte und damit fortfuhr, ihr Haar zu bürsten.

Hurundürel
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Beitrag von Hurundürel » 14.05.2006 - 20:50

Hurunduerel landet kurz auf der Flugplattform, als erstes nannte sie ihren Namen und bat um einem Weg zu Fra Domenicus, da sie Botschaften für ihn hatte. Schnell waren die Worte gewechselt und die Urielitin machten sich auf den Weg in den Himmel. Nach weniger als einer halben Stunde hatte sie den Fra gefunden und ihm die Nachricht ihres Ordensvorstehers überbracht. Kurz auf ihre innere Uhr hörend wußte sie, dass seit dem Sonnenaufgang weniger als eine Stunde vergangen war, so entschied sie sich noch etwas zu frühstücken, bevor sie sich offiziell für die Schar anmeldete.

Ihre Schritte lenkten sie in die Mensa des Stockwerks, wo sie sich an leichter Kost bediente. Das Essen verlief ohne Störungen, da niemand den Engel, von dem im Moment die Kälte des Todes auszugehen schien zu nahe kommen wollte. Schließlich erhob sich Hurunduerel und verließ die Mensa. Ihre Schritte führten sie zu einer der Himmelsleitern und so erreichte sie schnell eine der Flugplattformen. Nach einem kurzen Gespräch mit einem der Engelslenker wußte sie, wohin sie ihre Schritte lenken mußte.

Kurz darauf öffnete die Bewahrerin der Weg die Tür, innerhalb von Sekundenbruchteilen hatte sie den Raum und seine Möglichkeiten erfasst. Sie schloss die Tür hinter sich und sah den Engel Raphaels unverwandt an: "Ich bin Hurunduerel.", war ihre knappe Vorstellung, bevor sie sich dem Platz der Urieliten zuwandte und ihre Sachen ablegte.

Keosiel
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Beitrag von Keosiel » 16.05.2006 - 22:54

Roma Æterna - wie oft war er hier schon gelandet um sich einer neuen Schar anzuschließen? Viele Morgen, viele Messen, viele Engel. Und viele von ihnen tot. Irgendwie war er nie sein Part gewesen das ultimative Opfer zu bringen, die irdische Existenz aufzugeben, und Keosiel machte sich keine großen Gedanken mehr darum - wenn es soweit war war es soweit.

Der mittlerweile vertraute Flügelschlag von Saranael war noch immer neben ihm als sie gemeinsam zur Landung ansetzten. Es war noch früh am Morgen als sie die Plattform wieder unter den Füßen hatten, denn sie hatten mindestens einen Verbündeten auf ihrem Flug von Nürnberg gehabt - den Wind.

Ruhig bemerkte der Gabrielit zu seinem Ordensbruder. "Wir sind früh da, vermutlich zu früh." Einen Augenblick lang blieb sein Blick an einer jungen Michaelitin hängen welche gerade ihre ersten Flugübungen absolvierte ehe er seinen Kopf schüttelte, ganz so als wolle er die Gedanken darin herausschleudern.

"In der Mensa bekommen wir noch etwas anständiges bevor sie uns nachher wahrscheinlich diese leichte Kost die einen nicht am Mitdenken hindern soll vorsetzen werden wenn wir mehr zum Auftrag erfahren." Damit machte er sich auf den Weg in eben jene.

Er mußte gar nicht mehr nachdenken, seine Füße fanden den Weg zur Essensausgabe ganz von selbst

Mecael
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Beitrag von Mecael » 17.05.2006 - 11:35

Zurückgekehrt von seiner ausgiebigen Morgentoilette fand Mecael die Cella belebter vor, als als er sie verlassen hatte.

„Ah! Guten Morgen!“ grüßte er die neuangekommene Urielitin freundlich und legte ein kleines Päckchen mit unbekanntem Inhalt zu seinen restlichen Sachen in der Cella. Eine Hand fuhr durch seine noch nassen Haare und ein festes, charmantes Lächeln hob seine Mundwinkel ein Stück an.
„Ich bin Mecael, Misakoel hier hast du wohl bereits kennen gelernt. Willkommen in Roma Æterna und natürlich in meiner Schar.“
Für eine Weile musterte der Michaelit die neue Scharschwester eingehend, schien sie zu studieren und konzentrierte sich auf die Präsenz ihres Geistes, bis er mit vorsichtig tastenden, mentalen Fingern eine Verbindung gefunden hatte.
Das sanfte Glühen seiner Scripturalinien ließ wieder nach und Mecael lächelte erneut zufrieden.
*Willkommen, Schwester..* wiederholte er in ihrem Geist, dann ging er, suchte sich beiläufige Beschäftigung im Schnüren diverser Gürtel um seine Hüfte, die den frischen weißen Kriegsrock fest an ihrem Platz dort hielten.

Hurundürel
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Beitrag von Hurundürel » 17.05.2006 - 15:45

Der Blick der Urielitin taxierte kurz den goldenen Engel und sie stellte sich ebenfalls vor, kurz und knapp. Hurundürel begab sich wieder in Meditationshaltung und ließ ihre Gedanken treiben. Auf einmal spürte sie eine Präsenz in ihrem Kopf, reflexartig war ihre Hand an dem verborgenem Stilett und ihre Augen blickten eisig kalt und suchend nach der Quelle, dann vernahm sie auch schon die Stimme des goldenen Engels. Es war nicht nur unhöflich die Seele der Schar so zu erschaffen, es war einfach nur würdelos. Ihre Augen ruhten in dem von Mecael und schienen ihn zu durchbohren. Tu so etwas nie wieder ohne Ankündigung, Stimme des Herrn. Die Seele der Schar ist etwas Heiliges und nichts was man mal so beiläufig beim Anziehen erschafft. Wenn sie nicht in Roma gewesen währen, sie nicht seiner Schar zugeteilt worden wäre und sie ihren Bogen in der Hand gehabt hätte, würde nun wohl ein Pfeil die Kehle und den Kopfansatz des goldenen Engels schmücken. So wandte sie ihren Blick wieder ab und entspannte sich.

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Beitrag von Lory » 17.05.2006 - 16:05

Misakoel hatte sich nur kurz umgedreht als die Urielitin die Cella betreten hatte.
„Mein Name ist Misakoel. Mecae der Michaelit müsste bald zurück sein.“ Erwiderte sie ebenso knapp auf die Vorstellung Hurundürels, bevor sie die Bürste wegsteckte, und zum Tisch mit den Speisen ging, um sich ein Glas Milch und eine Apfel zu holen, und sich damit auf eine der Bänke unter den Fenstern zu setzen.
Irgendwie war sie froh als Mecael zurückkam, dennoch durchfuhr sie ein merkwürdiges Gefühl, als sie Zeugin dieser kleinen... Meinungsverschiedenheit wurde.
Das fing ja gut an...

Lysiel
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Beitrag von Lysiel » 17.05.2006 - 18:10

Lysiel bedankte sich und machte sich mit dem ihr eigenen Elan auf den Weg und trotz der doch recht genauen Beschreibung des Monachen verlief sie sich einmal und musste noch jemanden fragen.

Doch letztendlich erreichte sie tatsächlich die ihr angegeben Cella. Sie betrachtete die Tür, zupfte noch einmal kritisch an sich herum und klopfte dann an. Die Raphaelitin wartete nicht auf ein "Herein." sondern betrat den Raum mit einem fröhlichen Lächeln und sah sich um.

Rain
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Beitrag von Rain » 17.05.2006 - 21:21

Während Mecael Scharverbände zu bilden begann, Hurundürel die verbalen Krallen an ihrem neuen Scharführer zu wetzen versuchte, Misakoel unfreiwillige Zeugin dessen war und Lysiel die Cella betrat, landete die schmale Gestalt Nariels unbeholfen auf der Flugplattform.
Die Ramielitin versuchte gar nicht erst, den langen Flug im Geiste herunterzuspielen; es war schlicht und ergreifend eine mordsmäßige Anforderung an sie gewesen, innerhalb von drei Tagen einmal die Strecke Prag-Roma zu fliegen. Ihr Körper rächte sich jetzt für die wenigen Pausen, das noch karger ausgefallene Essen und die ungewohnte Beanspruchung ihrer Flügel, Müdigkeit und Muskelkater waren also eine ganz normale Reaktion.
Trotzdem versuchte die Wissende, sich nicht noch mehr anmerken zu lassen, sah man einmal von ihrer nicht gerade elegant ausgefallenen Landung ab. Aus diesem Grund atmete Nariel auch nur einmal kurz ein und aus, zog ihre Schwingen umständlich weil ziemlich versteift an den Körper und machte sich auf halbwegs sicher gesetzten Füßen auf in das Innere des goldenen Himmels.
Es dauerte nur ein paar Minuten und nahm die Befragung einiger sterblicher diener Michaels in Anspruch, dann war die Jeremielstochter imstande, eine der Waschcellae aufzusuchen, um sich vor ihrem Antritt bei der neuen Schar noch etwas in Ordnung zu bringen. Wenigstens einen ersten guten Eindruck wollte sie machen.
Als Nariel sich jedoch der Säuberung ihrer Flügel zuwenden wollte, passierte das Unglück: Beim Versuch, die Schwingen zu spreizen durchfuhr sie ein dermaßen stechender Schmerz, dass sich die Geflügelte beinahe die Lippe blutig gebissen hätte, um unter dem Stechen ziehen und Bersten in ihrem Rücken nicht den halben Waschraum zusammenzuschreien. Die Ramielitin beließ es also dabei, sich so gut es ihr möglich war zu waschen und ihr Haar ordentlich zu kämmen, dann trat sie wieder hinaus auf den Gang.
Noch etwas zu essen hatte sie keine Ruhe. Sie war ohnehin nur noch knapp im Rahmen der ihr zugestandenen Zeit, weshalb sie sich sofort auf den Weg zu der alten Scharbehausung machte. Hoffentlich war der Raphaelit schon da... und nicht allzu schlecht gelaunt
Zumindest betete Nariel darum, als sie höflich an die Tür klopfte, vor der sie mittlerweile zum Stehen gekommen war.

Mecael
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Beitrag von Mecael » 18.05.2006 - 11:21

Mecael hob beide Augenbrauen und sah die Scharschwester mit undeutbarem Blick an, als die Verbalattacke der Urielitin in seinem Kopf erschall.

Kurz nickte er abwägend, dann antwortete er, erneut über ihre geistige Verbindung, denn dies brauchte Misakoel nicht mitzubekommen. Hier sollte niemand bloßgestellt werden:
*Schade, dass unsere Zusammenarbeit bereits mit einer Meinungsverschiedenheit beginnt. Aber ich möchte dich bitte, die Art, wie ich meine Mächte einsetze, meine Sorge sein zu lassen.
Sollte ich dich erschreckt haben, tut es mir leid, jedoch wage ich zu behaupten, dass ein wenig dem Sinn dieser Art der Kommunikation entbehrt, wenn ich mich in Zukunft vorher mit Handzeichen anmelde.*

Ein unnachgiebiges, hartes Lächeln stand auf Mecaels Zügen und sein Blick war eindringlich.

„Ich hoffe auf eine gute und fruchtbare Zusammenarbeit, Schwester Hurundürel“, ließ er sie noch in leicht überheblichem Tonfall wissen, als es an der Tür klopfte und gleich darauf der weiße Haarschopf einer Raphaelitin durch den Türspalt lugte.

„Ah, eine weitere Schwester dieser sich zusammenfindenden Schar!“ Mecaels Lächeln wurde augenblicklich weicher und freundlicher und er machte mit einladender Geste einen Schritt auf den Neuankömmling zu.
„Ich bin Mecael, dies sind Hurundürel und Misakoel. Willkommen in der Schar“, stellte er sich und die beiden anderen Schwestern vor und trat einen Schritt zur Seite, dass Lysiel Platz hatte, an ihm vorbei in den Kreis der Geschwister zu treten.

Kaum war die Tür ins Schloss gefallen beinahe, klopfte es erneut und da der Michaelit ohnehin neben der Tür gestanden hatte, griff er kurzerhand nach dem Türknauf und öffnete das hölzerne Portal.
Ein sanftes Lächeln traf die davorstehende Ramielitin: „Das geht ja Schlag auf Schlag! Komm herein, Schwester. Ich bin Mecael, das sind Misakoel, Hurundürel und...“
Ein auffordernder Blick traf die soeben eingetroffene Raphaelitin, Mecael trat beiseite, um den wissenden Engel einzulassen.

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Beitrag von Saranael » 18.05.2006 - 12:02

Wieder mit leicht hängenden Flügeln und mit leerem Blick folgte Saranael seiner Schwester. Roma - hier hatte alles irgendwann einmal begonnen, vor langer Zeit.

Das Essen tat Saranael gut, auch, wenn man davon so gut wie garnichts sah. Einen hauch höher hielt er seine Flügel, ein wenig weniger schlurfend war sein Gang, als er schließlich gleichzeitig mit Finnyael aufstand und sich auf den Weg machte. Es war kein besonderes Problem, die richtige Cella zu finden, dafür gab es genügend Monachen, die man fragen konnte. Und die auch wussten, was gemeint war, wenn die Frage nur aus zwei gemurmelten Worten bestand. Saranael blieb neben der Tür stehen, überließ alles weitere Finnyael.
Zuletzt geändert von Saranael am 15.08.2006 - 19:48, insgesamt 1-mal geändert.

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