[Herz aus Eis] Akt I : Die Fährte des Wolfs

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Nadyniel
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Beitrag von Nadyniel » 19.08.2006 - 16:23

Lächelnd nickte Nadyniel dem Raphaeliten zu. Dann sprach sie an die ganze Schar gewandt, "Nun Geschwister, wenn ihr keine Fragen mehr hab, dann ist es wohl an der Zeit zum Kloster auf zu brechen, es sei denn ihr bevorzugt es erst noch eine Weile hier zu ruhen."

Anayael
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Beitrag von Anayael » 21.08.2006 - 17:47

Anyael klatschte in die Hände und tapste ein wenig auf der Stelle im Schnee herum. "Okay, dann können wir doch zum Kloster, oder nicht? da können wir uns ja auch ausruhen! Also los!"
Schnell griff sie in ihren Beutel und zog ein Stück Schokolade hervor, welches sie sich gleich in den Mund schob.
Kalt..., dachte sie nur kurz und musterte dann die Schargeschwister, ob sie wohl mal wieder stundenlang diskutieren wollten was sie als nächstes tun wollten?
Die Gabrielitin verdrehte die Augen und breitete die Flügel aus, erhob sich dann in die Luft, wo sie kleine Kreise flog und versuchte dabei einige der Schneeflocken aufzufangen.
Abwartend winkte sie den Schargeschwistern zu.

Niz
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Beitrag von Niz » 21.08.2006 - 20:49

Auch Syrael sprang von ihrem Platz auf. Sie freute sich, dass es endlich weiterging. Das Dasitzen und Ausruhen war nach dem Flug zwar auch nicht schlecht, aber von ihr aus konnte es jederzeit losgehen.
Sie beobachtete Anayael, wie sie abermals ein Stückchen Schokolade aß, und fragte sich, ob wie wohl ein Stück haben könnte, falls sie fragte.
Dann ging sie auf den Platz neben dem Pavillon, um etwas mehr Platz zum Starten zu haben.
Allerdings flog sie noch nicht los, sondern wartete auf den Befehl der Michaelitin.
"Hoffentlich können wir uns da ausruhen," murmelte sie mehr zu sich selbst. Das war auf mögliche Probleme bezogen.

Noctuel
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Beitrag von Noctuel » 23.08.2006 - 18:19

"Nein, Stimme des Einen, ich glaube der Fragen sind vorerst genügend gestellt worden."
Auch Noctuel erhob, sich, rückte seine Tasche zurecht und neigte vor der Soror verabschiedend den Kopf. Er hoffte insgeheim, sie nicht allzu bald wiedersehen zu müssen - denn das würde in seinem Fall wohl immer gleich bedeuten, dass es um Kranke oder gar im Sterben liegende Menschen ging.
Gemessenen Schrittes trat der Raphaelit unter dem Pavillon hervor und blickte erst zu seinen Geschwistern, die noch am Boden verblieben waren, dann in den Himmel, wo ein schwarzberockter Schemen wartend seine Kreise zog..
'Anayael... also wirklich. Dein Tatedrang in Ehren, aber dein Ungestüm lässt uns wie Idioten ohne einen Funken Höflichkeit in der Hülle vor den Sterblichen dastehen... was soll's, jetzt ist es ohnehin zu spät. Gut dass ich keine Goldlocke bin... . Verrückt... alle verrückt in diesem Haufen.'

Nadyniel
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Beitrag von Nadyniel » 24.08.2006 - 09:14

Nadyniel lächelte über die Energie Anayaels, wandt sich dann ein letztes mal Mater Agatha zu und verabschiedete sich von dieser mit einem freundlichen Nicken. "Zum Kloster, Geschwister!", gab die Michaelitin das endgültige Signal zum Aufbruch und erhob sich sodann selbst in die Lüfte
Gefahr scheint uns ja keine zu erwarten... die Dorfbewohner hätten wohl zumindest ansatzweise etwas bemerken müssen, wenn etwas Gravierendes nicht in Ordnung gewesen wäre... überlegte sie. Auch machte sie sich Gedanken wegen der Seele der Schar. Sie mussten schnell herausfinden, was damit nicht stimmte oder was diese auf so negative Weise beeinflusste. Wenn wir in Ruhe in einer Cella sitzen und uns etwas ausgeruht haben werde ich wohl Zireael um eine Verbindung nach Prag oder wenn möglich nach Roma AEterna bemühen müssen, sofern wir keine Ursachen und noch besser, eine Lösung gefunden haben...

Zireael
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Beitrag von Zireael » 24.08.2006 - 19:31

Wortlos erhob sich Zireael. Sie warf Mater Agatha einen flüchtigen Blick zu, sprach aber kein Wort.
'Bitte, nicht schon wieder fliegen...' Sie sah auf zum Kloster, das von einem Schleier weißen Schnees verdeckt wurde, und seufzte innerlich. 'Ruhig bleiben und die Fassung bewahren...' Sie schritt langsam auf die freie Fläche zu, von der aus auch die anderen starteten - oder bereits gestartet waren. Sie hätte noch viele Fragen an Mater Agatha gehabt, doch sie war im Augenblick zu stolz, um einfach über die Unterbrechung hinweg zu gehen. 'Was auch immer uns erwartet, wir können es nicht ändern. Möglicherweise hätten wir uns vorbereiten können, aber das habe nicht ich zu bestimmen.' Sie kniff die Augen zusammen und starrte hoch zu den anderen, die sich bereits in der Luft befanden.
Eine verirrte Schneeflocke fiel ihr ins rechte Auge und die Ramielitin kniff beide Augen aus Reflex zu.
Am liebsten hätte sie diese gar nicht mehr aufgemacht, sondern sich auf der Stelle hingelegt.
'Du musst durchhalten. Niemand darf's bemerken.' Sie griff mit einer Hand in ihre Gürteltasche und berührte kurz das Notizbuch, in das sie schon lange nichts mehr geschrieben hatte. 'Wer weiß, vielleicht wird sich das bald ähndern.. Na gut, dann mal los.'
Sie öffnete ruckartig die Augen, breitete ihre Schwingen aus und stieß sich vom Boden ab.
'Und was, wenn alles schief geht?'
Dieser Gedanke ließ sie so abrupt straucheln, dass sie beinahe vergaß mit den Flügeln zu schlagen und in der Luft taumelte. Der Boden stürzte ihr entgegen und sie riss die Arme hoch, so dass sie mit diesen zuerst auf dem mit kleinen Steinchen gespickten Boden auftraf, was ihren peinlichen Auftritt jedoch nicht milderte, so dass sie einfach die Augen zukniff, um alles um sich herum auszusperren.

Noctuel
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Beitrag von Noctuel » 27.08.2006 - 21:08

Der Raphaelit hatte gerade den nötigen Schwung holen wollen, um sich hinter den anderen in die Luft zu erheben, damit sie endlich an ihr Ziel kommen würden, doch kam es nicht dazu. Ein Geräusch das entsteht, wenn ein etwa menschengroßer Körper eher unfreiwillig mit dem Boden kollidiert, ließ Noctuel je innehalten und sich umdrehen.
Überrascht hob sich die linke Braue des Heilers, als er sich auch schon in Bewegung setzte und bald neben Zireael zum Stehen kam, beziehungsweise in die Hocke ging.
"Schwester, was ist passiert?" fragte die warme Stimme Noctuels sehr ruhig, während die Hände des Raphaeliten nach einem Arm der Wortbewahrerin griffen und er sie aus dem Dreck zu ziehen begann.

Aus Gewohnheit versuchte Zireael, ihren Arm loszureißen, zuckte aber unfreiwillig zusammen, als sie einen leichten Stich spürte. Sie war wohl unglücklicher aufgekommen, als gedacht.
"Es ist nichts!", zischte sie, schärfer als gewollt, und versuchte, sich aufzurappeln, obwohl sie am liebsten im Boden versunken wäre angesichts der erlittenen Schmach. Sie wollte weg; ganz, ganz weit weg von hier!

"Schwester... warte bitte." Noctuels Stimme klang sanft - überraschend sanft im Vergleich zu dem festen Griff, mit dem er Zireael am Boden hielt. "Du wirst jetzt bitte ganz ruhig bleiben, ich untersuche dich und tue meine mir von Gott und Raphael auferlegte Arbeit. Das, wofür ich da bin, wofür ich geschaffen wurde... und du wirst mich doch sicher nicht gerade in meiner Seinsberechtigung unterbrechen wollen, Schwester, oder?"
Während der Raphaelit weiterhin ruhig, aber eindringlich auf seine Scharschwester einredete, berührten die Fingerspitzen der freien Hand ihre Stirn und Noctuel schloss konzentriert die Augen. Er brauchte nicht lange um herauszufinden, dass der Ramielitin nichts fehlte - abgesehen von körperlicher Kraft.
'Großartig - anscheinend wieder einer von diesen Engeln der sich nicht eingestehen will, dass seine fleischliche Hülle irgendwann eine Pause braucht. Aber das haben wir gleich...' dachte Noctuel, als sein Geist sich ausreichend in Zireael umgesehen hatte und er zur nächsten Aufgabe übergehen konnte. Etwas mehr der tiefschwarzen Tätowierfarbe floss nun aus den Fingerspitzen des weißen Engels und legte sich wie ein Film auf die Stellen der Haut, wo er Zireael berührte, ehe die Farbe komplett in die Ramielitin hineinsickerte. Je mehr Schwarz von den Fingern des Raphaeliten strömte, desto besser und kräftiger fühlte sich die Wissensbewahrerin, bis es ihr irgendwann wieder gänzlich gut ging, der weiße Engel die Augen öffnete und das Kind Jeremiels losließ.
"Ich habe deinen Körper gestärkt... etwa für die Dauer des Fluges wirst du dich in Topform fühlen. Danach wird das Hochgefühl vergehen und du wirst du dich umgehend zum Meditieren zurückziehen, damit dein Körper sich erholen kann - treib keinen Raubbau mit der momentanen Heimat für deinen Geist und deine Seele, Zireael. Wir reden später noch einmal darüber. In Ruhe. Allein. Wenn mehr Zeit dazu sein wird." Der ernste Ton in Noctuels halbwegs flüsternder Stimme sowie der harte Glanz in seinen blauen Augen ließen keinen Zweifel daran, wie ernst dem Heiler seine Worte waren - absolut alle. Damit stand der Raphaelit dann endgültig auf, drehte sich um und ließ Zireael behutsam los und machte sich, als die Ramielitin auf ihren Beinen stand daran, den anderen zu folgen.


Trotzig schwieg Zireael, bis Noctuel fertig gesprochen und sich abgewandt hatte und sagte in hartem Tonfall: "Danke, Noctuel, aber du verschwendest deine Kräfte." Sie sprach sehr leise, doch sie war sich sicher, dass der Engel Raphaels sie gehört hatte.
Dann setzte sie zum Start an, wobei sie Noctuel nachblickte... Nun würde sie dem Raphaeliten aus dem Weg gehen müssen, was sie bedauerte, doch es ging nicht anders. Niemand durfte ihre Schwäche herausfinden, absolut niemand. Sie musste sich nur wieder daran gewöhnen, ihre Müdigkeit zu kontrollieren..!
Ihr habt doch alle keine Ahnung. Ich kann nicht anders, ich kann's nicht. Wozu hat der Herr mir die Kathedrale gegeben, wenn ich sie nicht nutze...?
Sie wusste sehr wohl, dass Noctuel nicht Unrecht hatte, aber sie war zu stur, um sich das einzugestehen, da der Zwiespalt in ihr immer größer wurde. Sie hoffte nur, dass sie in der kommenden Nacht zu müde sein würde, um in die Kathedrale umzurutschen...
Zireael biss sich auf die Unterlippe. Sicher, körperlich fühlte sie sich nun gut, aber seelisch nagte es an ihr, dass sie auf Noctuels Hilfe angewiesen gewesen war. Das hätte einfach nicht passieren dürfen. Und sie war sich sicher, dass ihr Scharbruder seine Drohung wahr machen würde...
Sie schlug mit den Flügen und erhob sich vom Boden.

Niz
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Beitrag von Niz » 27.08.2006 - 23:06

Syrael stieß sich etwa im selben Moment wie Zireael vom Boden ab, wodurch sie die Bruchlandung nur teilweise mitbekam. Die Behandlung verfolgte sie aber mit.
Sie machte sich Vorwürfe, eventuell zu schnell und zu weit geflogen zu sein. Sie hätten mehr Pausen machen müssen, sie hätte mehr auf die Schar achten müssen, auf die schwächeren Flieger.
Als sie noch in der Ausbildung war, hatte sie fast nur andere Urieliten um sich, sie war es einfach nicht gewohnt, noch viel zu unerfahren.
'Ich habe versagt. Bereits auf dem Hinflug.'
Sie schaute die anderen Scharmitglieder an. Bei der Gabrielitin konnte von Erschöpfung keine Rede sein - aber auch bei den anderen beiden konnte sie keine ernsthaften Zeichen dafür ausmachen. 'Ich bin eindeutig zu unerfahren. Warum man mir wohl bereits einer Schar zugewiesen hat? Vermutlich damit sich das ändert. Lernen durch Erfahrung - aber auf Kosten anderer?'
Damit blickte sie wieder die Ramielitin an, welche sich inzwischen in die Luft erhoben hat.
"Geht es?" fragte sie sorgenvoll, "auf dem Rückweg werden wir mehr Pausen einlegen."

Zireael
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Beitrag von Zireael » 27.08.2006 - 23:11

Zireael sah kurz zu Syrael und brachte ein etwas misslungenes Lächeln zu stande: "Nein, das wird nicht nötig sein."

Nadyniel
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Beitrag von Nadyniel » 28.08.2006 - 08:55

Die Michaelitin hatte das Geschehen aus der Luft betrachtet. Sie überblickte die Situation unter ihr und dachte sich ihren Teil. Zireael war ein schwer kalkulierbares Risiko. Nadyniel störte weniger das schlechte Bild, das die Ramielitin nun auf die Schar und somit alle Engel und die Kirche warf, sondern viel mehr die Tatsache, dass sie zu stur, eitel oder egoistisch war um den Mund auf zu machen und bescheid zu geben. Aber bevor sie diese Sache mit Zireael klären konnte, musste Nadyniel mit Noctuel reden und sich über den Zustand der Ramielitin erkundigen.

Niz
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Beitrag von Niz » 28.08.2006 - 09:01

Syrael nickte bedächtig. 'Wir werden trotzdem öfter rasten. Wir werden es dann ja auch nicht mehr so eilig haben.'
Dann flog sie Richtung Kloster, während sie stetig die Landschaft beobachtete und nach Auffälligkeiten suchte.

Anayael
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Beitrag von Anayael » 28.08.2006 - 12:56

Erschrocken starrte die Gabrielitin Zireal hinterher und landete nur einen Augenblick später als Noctuel in der Nähe der alten Freundin.
Kurz öffnete sie den Mund wie um etwas zu sagen, schloss ihn jedoch gleich wieder und trat zurück, um den Raphaeliten seine Arbeit tun zu lassen.
Was kannst du schon sagen um sie aufzubauen.. ob ich sie mal fragen sollte was mit ihr los ist? Sicher nicht jetzt...Helfen kann ich ihr ohnehin nicht...
Wieder schwang sie sich in die Luft, sichtlich in Gedanken versunken. Angestrengt versuchte sie die Ramielitin nicht zu auffällig anzustarren und sich zu überlegen wie sie ihre alte Freundin am besten darauf ansprechen konnte.

Zireael
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Beitrag von Zireael » 29.08.2006 - 22:11

Während dse Fluges warf Zireael immer wieder verstohlene Blicke zu den anderen Engeln. Dem Blick Anayaels begegnete sie mit einem zornigen Blitzen in ihren grünen Augen, und hoffte, die Gabrielitin verstehe die Warnung.
'Nein, du wirst mich nicht mit mit Fragen bedrängen, du nicht. Und am besten auch alle anderen nicht.'
Eiskalter Wind peitschte ihr ins Gesicht und ließ ihre langen Haare wild und ungebändigt durcheinanderwirbeln. Zireael fröstelte einige Male angesichts der Kälte, war sich aber nicht sicher, ob das Frösteln nicht von einer inneren Kälte verursacht wurde.
'Sie werden alle bei mir aufmarschieren und Fragen stellen. Gut, Ana weiß bescheid... Oder hat sie es etwa vergessen..? Ich hoffe.. Sie lässt mich nicht allein.' Und plötzlcih hatte sie Angst, lähmende Angst, dass alles so werden würde, wie früher...
'Nein...' Zireael wollte den Kopf schütteln, konnte es aber nicht und biss sich auf die Unterlippe. 'Bitte nicht.. Ich will nicht, dass Nadyniel mir Fragen stellt.' Ebenso plötzlich begriff sie, dass von der Michaelitin die meiste Gefahr ausging. Noctuel mochte sie noch aus dem Weg gehen können, Syrael war noch zu jung um sich zu trauen, sie zu bedrängen - Anayael war ein Kapitel für sich. Doch Nadyniel war ein Engel Michaels, und diese kannten kein Pardon...
Sie wünschte, dass dieser Flug möglichst schnell vergehen möge, um sich in die Mediatation flüchten zu können - 'Nicht weiter, auf keinen Fall weiter.. Sie würden es bemerken.'

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