[Vicus Vermus] Akt I : Reine Routine

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Lory
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[Vicus Vermus] Akt I : Reine Routine

Beitrag von Lory » 29.05.2006 - 20:33

’Vater vergib ihnen.
Denn sie wissen nicht was sie tun...

~*~*~

„Mein Junge...Hör mir gut zu...“ leise war die Stimme des alten Mannes, ein Röcheln, das im dröhnenden Prasseln des Regens beinahe Unterging, verschluckt vom Donner.
Der Junge, der bisher am Tisch am anderen Ende des Dunklen Zimmers gesessen hatte, unerreicht vom Kerzenschein der kleinen Flamme auf de Nachtschrank, stand auf und trat ans Bett. Er war jung, vielleicht 12 Jahre alt.
Der alte ergriff die Hand des Jungen, und seine fahlen Augen begannen zu glänzen.
„Du darfst niemals, niemals, verstehst du mich? Niemals nach Magotty gehen. Sie sind dem Bösen anheim gefallen...allesamt.“ Er wurde von seinem eigenen, schleimige Husten unterbrochen.
„Hör mir gut zu, es gibt Dinge auf dieser Welt... Dinge, die älter sind als Gott. Dinge, die älter sind als wir Menschen. Böse Dinge.
Es ist wie eine Krankheit... Die Stadt ist eine Brutstätte des Bösen, und jeder der ihr zu nahe kommt geht entweder zu Grunde oder wird selbst ein Opfer des Bösen. Hörst du mich Rocco? Du darfst... nicht....“ Die Stimme des Alten erstarb, und seine Hand krampfte sich um de Arm des Jungen, der erschrocken zurückwich, wodurch die Hand des Alten kraftlos auf das Bettlaken fiel.

Sein Herz klopfte wie wild. „Großvater?“ Er trat wieder an das Bett heran. „Großvater?!“ Er schüttelte energisch de Arm des Alten. „Großvater!!“
„Komm mein Junge.“ Eine Hand legte sich sanft auf die Schulter des Kindes, welches erschrocken aufblickte. „Pater Miquel!“
Mit sanfter Gewalt bugsierte der Mann in der schweren Kutte den Jungen aus dem Zimmer, hinaus in den Regen, während zwei Männer das Haus betraten und die Leiche des Mannes in ein Tuch wickelten, von unsichtbaren Augen beobachtet.






Heute bin ich 121 Jahre alt. Und ich bin hier um euch eine Geschichte zu erzählen.
Meine Geschichte.
Ich habe Entscheidungen getroffen, die ich sehr bedauere.
Und obwohl ich weiß dass ich Dinge getan habe, die wieder gut zu machen ich niemals in der Lage sein werde, so will ich doch versuchen mein Wissen weiterzugeben. Aufdass der Herr mir meine Sünden vergibt und mich durch das reinigende Feuer erlöst.
All dies ereignete sich vor sehr langer Zeit.
Aber was rede ich.

Seht selbst....
Zuletzt geändert von Lory am 09.06.2006 - 16:44, insgesamt 1-mal geändert.

Mantiel
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Beitrag von Mantiel » 30.05.2006 - 20:23

Es regnete. Ein einsamer Engel flog durch die tiefhängenden Wolken und kämpfte gegen den böhigen Wind. Das Wetter passte zu Mantiels Stimmung, wütend und aufpeitschend. Sein sonst so gleichmütiges, kindliches Gesicht war verkniffen und immer wieder schnellte der junge Engel ruckartig nach vorne, so als wollte er wütend vorwärts preschen.

Fast drei Monate hatte er Botenflüge erledigt und war immer ohne Probleme und zügig ans Ziel gekommen. Warum teilte man ihn jetzt einer neuen Schar zu? Hatte er etwas falsch gemacht? Noch einmal unter der Knute eines autoritären Michaeliten machte sein Freiheitsdrang nicht mit.

Still und eindringlich betete der Urielit zu Gott und den Erzengeln und bat diese, ihn einen Michaeliten zuzuteilen, der ihn wenigstens ab und zu fliegen lies und ihn nicht fast an den Meditationshocker fesselte, wenn die Schar mal keinen Auftrag hatten.

Wütend flog er ein paat Loopings, drehte sich in der Luft und legte seine Flügel an.
Wie ein Raubvogel raste er gen Erde und der Flugwind brachte seine, zu Schlitzen zusammengekniffenen Augen zum tränen.
Kurz vor den ersten Baumkronen stellte er ruckartig die Flügel gegen den Wind und spürte seine Flugmuskeln gegen den Fall ankämpfen.
Für einen kurzen Moment schwebte er frei in der Luft und sog den Geruch des Regens und er Welt unter ihn ein.
'Gottes Schöpfung ist einzigartig.' überlegte er ruhig und ohne richtigen Zusammenhang.

Kurz blickte er sich um, sah in der Ferne schon den Himmel seines Ordens. Vielleicht hatte er noch Zeit sich in den Gärten zu entspannen? Er war ja immerhin recht schnell angekommen und es bestannt ja die Hoffnung und Möglichkeit, dass der Michaelit noch nicht angekommen war.

Besser gelaunt und sogar mit einem leichten Lächeln landete er elegant auf der grossen Flugplatform und sprach den am nächsten stehenden Engelslenker an. "Ich bin Mantiel und wurde Gloriels Schar zugeteilt."
Der Monach nickte, murmelte ein "Folgt mir, Engel des Herrn." und trottete voraus.
'Hoffentlich ist Gloriel noch nicht da. ' dachte der Urielit und betrat den trockenen Boden seines Heimathimmels.
Zuletzt geändert von Mantiel am 31.05.2006 - 08:09, insgesamt 2-mal geändert.

Lacrimael
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Beitrag von Lacrimael » 30.05.2006 - 21:09

Etwas weiter hinter dem Urieliten kämpfte sich eine Ramielitin durch den Regen.
Sie war noch sehr jung und diese Strecke noch nie geflogen. In der Hand hielt sie eine Karte und um ihre Hüfte hing ein Beutel mit ihren sonstigen Habseligkeiten.

Beeil dich Lacrimael. Wieso musstest du auch so viel Zeit damit vertrödeln dem Regen zu lauschen!
Wies sie sich selbst innerlich scharf zurecht.
Als es zu regnen begann hatte sie nämlich Rast gemacht, dem Regen gelauscht und gehofft, das es bald aufhörte.
Allerdings war sie eh schon spät drann und musste unterwegs immer wieder Pausen machen, um die Karte zu studieren, sodass sie nun in großer Eile war.

Das war äußerst ungewöhnlich für die, eigentlich immer überpünktliche, Ramilitin, sodass sie sich noch mehr zur Eile an antrieb.

Dann jedoch sah sie den Himmel vor sich und seufzte erleichtert.
Endlich geschafft! Ich bin mal gespannt, wie meine Schar sein wird...
Sie war bisher noch nicht so oft, genauer gesagt noch nie, Mitglied einer Schar gewesen, sondern hatte immer nur im Himmel von Prag gelebt und gelernt.
Sie war sehr aufgeregt, konzentriere sich nun jedoch eher auf die Landung.
Nachdem sie sicher stand und ihre Flügel angelegt hatte, schaute sie sich um, ob hier jemand war, an den sie sich wenden konnte. Nebenbei verstaute sie die Karte, sie hatte gute Dienste geleistet.

Bin ich eigentlich rechtzeitig hier?

Gloriel
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Beitrag von Gloriel » 30.05.2006 - 21:23

Währenddessen öffneten sich in einem anderen Teil des Himmels zu Mont Salvage in einer düster wirkenden Cella ruckartig und in scharfem Kontrast zu den schwarzen Wolken die strahlend blauen Augen Gloriels.

Sein Körper machte beim Erwachen aus der Meditation nicht die geringste Bewegung, kein Hinübergleiten aus dem Reich der Träume in das der Wachenden war zu bemerken. Gloriel blickte sich langsam um und sah - immer noch in seiner Meditationshaltung verharrend - aus dem großen, gläsernen Fenster der Cella. Er hasste diesen sturmumtosten Berg, die dunklen Gewitterwolken, die ständig zuckenden Blitze und vor allem den andauernden Regen, der hier nie zu enden schien. Gloriel musste sich selbst eingestehen, dass er sich zum Himmel der Michaeliten zurücksehnte.
Er war erst vor kurzem in Urielsland eingetroffen, doch dieses düstere Land, in dem die Menschen am Tage schlafen und ihr Tagwerk in der Nacht verrichteten, war ihm schon jetzt zuwider.

Roma Aeterna dagegen war das Licht. Seine Cella dort war stets von Sonne durchflutet und der gigantische Himmel der Michaeliten leuchtete von außen in einem sanften Goldton. Doch im Moment war Roma Aeterna nichts weiter als eine Erinnerung. Gloriel war hier und hatte eine Aufgabe zu verrichten. Bald würde seine neue Schar eintreffen und es würde an ihm legen, von Anfang an ein Muster an Glaubenskraft und Vertrauen für sie zu sein.

Doch Gloriel hatte geträumt. Er hatte mit diesen dreckigen, ärmlichen Kindern im Matsch gespielt. Schon wieder. Und schon wieder fiel es ihm schwer zu glauben, was seine Beichtväter ihm erzählt hatten: Dass er vom Himmelreich selbst träumte, wo er mit den anderen Engeln bald wieder in kindlicher Leichtigkeit spielen werde.
Sein Glaube jedoch war unerschütterlich - so redete er es sich zumindest ein. Und diese Gedanken über seine Träume waren nichts als ein Zeichen der Sünde der Welt, die bereits auf ihn abzufärben schien. Wie konnte er es wagen, an den Worten eines Dieners des Herrn zu zweifeln?
Er scholt sich im Geiste selbst dafür, stand auf und benetzte sein Gesicht mit etwas Wasser, das man ihm in einer silbernen Schale bereitgestellt hatte. Es war angenehm kühl und ließ ihn fühlen, dass er nun wieder wach und bereit war, sich allen Bürden zu stellen, die der Herr ihm auferlegte.

Dann begann er sich zu reinigen, um seiner sicher bals eintreffenden Schar einen ersten Eindruck zu bieten, der eines Michaeliten würdig war.

Theklael
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Beitrag von Theklael » 30.05.2006 - 22:57

Theklael war sicher nicht allzu erfreut darüber, nach Urielsland beordert geworden zu sein. Er vermißte die Berge um den Himmel von Gratianopel und die direkte Nähe zu seinem Erzengel, der sich für ihn im klaren blauen Himmel, der bei seinem Abflug von Gratianopel so weit erschienen war, und in den kristallinen Bergseen der Alpen Raphaelslands offenbarte.

Er war überpünktlich in Mont Salvage eingetroffen, was ihn trotz des düsteren Regenwetters versöhnlich stimmte. Er richtete sich zu seiner vollen Größe auf, was nicht allzuviel bedeuten mochte, wirkte er doch selbst für einen Engel des Herrn sehr klein. Er war stolz darauf, seinen Waffenrock wieder vollkommen weiß und sauber bekommen zu haben und steckte sein strahlend weißes Haar zu einem perfekten Knoten zusammen. Perfekt, das Treffen mit seiner neuen Schar konnte beginnen.

Alsbald klopfte es und eine Uriels-Begine geleitete ihn zur Cella seines zukünftigen Michaeliten.

Kentariel
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Beitrag von Kentariel » 31.05.2006 - 05:45

Kentariel war schon eine ganze Weile hier im Himmel. Er hatte einen seltsamen Kauz seiner eigenen Ordensfraktion zum Himmel begleitet und in den unteren Stockwerken abgeliefert - und während der Mensch - Ian - anderes zu tun hatte, hatte man ihm erklärt, dass er sich hier einer Schar anschließen solle.

Seine Cella hatte er schon gefunden und darin dreimal übernachtet. Und nach seinem nächtlichen Streifzug war heute Morgen glatt sein Michaelit darin gesessen und hatte meditiert.

Kentariel hatte bisher einfach keine Lust gehabt ihn sich schon anzusehen und war ohne einen Laut wieder verschwunden um irgendwo anders die Vormittagsstunden zu verbringen.

Dunkle Ecken zum meditieren gab es tagsüber genug und Kentariel hatte sich längst daran gewöhnt nachts aufzustehen. Nachts waren irgendwie Alle gleich.

Sein Michaelit sah nach was aus. Das war mal eine erfreuliche Sache.
Endlich ein erfahrener Anführer!
Der hier trug den vielsagenden Namen Gloriel und hey, vielleicht konnte man mit dem was anfangen?
Kentariel war fast so weit sich auf die Schar zu freuen. Aber erst mal wollte er die Anderen sehen.

Während Kentariel in einer der vielen Nischen im Gang vor seiner Cella herumstand und sich schon zum dritten Mal fragte, ob er den Michaeliten jetzt stören konnte, übernahm die Entscheidung jemand anderers:
Eine Begine - wahrscheinlich eine der Engelslenkerinnen, die die Engel auf der Flugplattform begrüßten und dorthin brachten, wo sie hin wollten - führte einen winzigen Raphaeliten zur Cella.
Kenatriel schmunzelte: so ein kleiner Knirps! Der war ja beinahe niedlich! Ach was, er WAR niedlich! Sah aus wie frisch geweiht!

Kentariel schloss einfach frech auf - die Begine hatte ihn natürlich längst bemerkt. Er hatte auch nicht versucht besonders leise zu sein.
Er nickte ihr nur stumm zu, ignorierte, dass sie sein vernarbtes Geischt und die fehlenden Haare einen Augenblick zu lange musterte und stellte sich dreist hinter den kleinen Raphaeliten, der wohl auf ein "Herrein" des Michaeliten wartete.

Mantiel
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Beitrag von Mantiel » 31.05.2006 - 08:39

Mantiel hatte sich auf halber Strecke den Rest des Weges erklären lassen und war nun auf sich allein gestellt. 'Wär ja noch schöner wenn ich mich in meinem Heimathimmel führen lasse.' Dachte der Urielit amüsiert.

Die letzte T-Kreuzung vor der angegebenen Cella blieb er stehen und lauschte. 'Hm... drei Personen... zwei davon Engel. Ob einer davon der Michaelit ist?'
Vorsichtig blickte er um die Ecke und erkannte, neben einer Begine, einen großgewachsenen und vernarbten Gabrieliten ohne Haare. Der zweite Engel wurde vom Gebrieliten zu sehr verdeckt um seine Ordenszugehörigkeit zweifelsfrei zu erkennen, doch Mantiel tippte auf einen Raphaeliten.

Beide Engel standen vor der Cella die auch ihn beherbergen sollte.
Neugierig musterte der Urielit den Engel Gabriels. 'Sieht kampfstark aus. Älter als ich. Naja,' er atmete tief durch 'schlimmer als mit Terroel kann es nicht werden.' trat auf den Gang und ging Richtung Cella.

Gloriel
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Beitrag von Gloriel » 31.05.2006 - 09:32

Eine Begine kündete Gloriel die Ankunft dreier Engel an. Freundlich bat er sie, sie hineinzugeleiten und daraufhin oben an der Flugplattform nach dem Rest seiner Schar Ausschau zu halten.

Gloriel rückte sein Gewand zurecht, trat in die Mitte des Raums und erwartete seine Schar. Wie die Güte Gottes selbst wirkte er mit seinen friedlich zusammengefalteten Flügeln, seinem ehrlichen, freundlichen Lächeln und seinem goldenen Haar, das leicht länger ausfiel als bei seinem Orden üblich und mit kleinen geflochtenen Zöpfen durchsetzt war.

Beim als erstes Hereintretenden handelte es sich offenbar um Kentariel, einen der zwei zukünftigen Gabrieliten seiner Schar.
Das Äußere des Gabrieliten war bereits von Narben gezeichnet, denn wo andere Engel die Anzahl ihrer Votivbänder für ihre Kampferfahrung sprechen ließen, gab es innerhalb des Ordens Gabriels einige Engel, die der Ansicht waren, ihre Narben sprechen eine deutlichere Sprache. Gloriel akzeptierte es, dass sie auf diese Weise zeigten, dass sie treue Diener des Herrn sind. Trotzdem hoffte er, dass sie beim bevorstehenden Auftrag nicht zuviel Kontakt zu gläubigen Menschen haben würden, denn sie verwirrte das Äußere eines solchen Engels schnell. Gloriel nahm sich bereits vor, in einem solchen Fall mit seinen michaelitischen Mächten die Aufmerksamkeit der Gläubigen auf sich selbst zu lenken, dann würden sie über die Herrlichkeit Gottes staunen und den vernarbten Engel schnell vergessen.

Der als nächstes eintretende Engel war der Urielit Mantiel. Gloriel hatte das Gefühl, dass der Blick des Engels ihn kritisch musterte. 'Er wirkt sehr misstrauisch. Ich hoffe, ich kann Vertrauen zu ihm aufbauen.'

Zuletzt trat ein sehr junger und kleiner Raphaelit in den Raum, Theklael. 'Er wird seinen Weg noch finden, auch wenn er noch lang und schwer werden wird.' Zwar hätte Gloriel sich angesichts des Auftrags gewünscht, einen erfahreneren Heiler in der Schar zu haben, doch zweifelte er nicht daran, dass auch Theklael von großer Hilfe sein würde.

"Theklael, fürchtet euch nicht, tretet ein und seid mir willkommen." machte Gloriel dem jüngsten der Engel, der Gloriel noch etwas zögerlich schien, Mut. "Und auch ihr, Kentariel und Mantiel, seid gegrüßt im Namen des Herrn." Er wartete kurz und begann dann, sich vorzustellen. Einen Moment überlegte er, ob er seine charismatische Stimme einsetzen sollte, doch das wäre den anderen womöglich unangebracht und manipulierend erschienen, also verzichtete er darauf.
"Wie ihr sicher wißt, ist mein Name Gloriel. Ich werde diese Schar von nun an anführen. Unser Auftrag ist mir bereits bekannt und ich werde ihn euch darlegen, sobald die beiden restlichen Mitglieder der Schar eingetroffen sind. Ich bitte euch also noch um ein wenig Geduld. Für jetzt seid euch gewiß, dass der Herr diese Schar nach seinem Wunsch zusammengefügt hat und jeder seinen Platz in ihr hat, so wie es der Wille des Herrn ist. Da wir wohl noch ein wenig Zeit haben, berichtet mir doch, wie war euer Flug hierher und was hat man euch über unsere Aufgabe erzählt?"
Zuletzt geändert von Gloriel am 31.05.2006 - 12:37, insgesamt 2-mal geändert.

Theklael
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Beitrag von Theklael » 31.05.2006 - 09:58

Theklael stand zwischen Kentariel und Mantiel und bildete einen unbeschreiblichen Kontrast zu den beiden erfahrenen Streitern des Herrn. Vor allem zu Kentariel, vor dem er sich erst erschrocken hatte und sich dann mit einem leichten Zittern in der Stimme tapfer vorgestellt hatte:

"Salve, Engel des Herrn. Mein irdischer Name ist Theklael und ich werde in Gloriels Schar die Heilende Hand sein."

Nun, in der Cella seines Michaeliten hatte er alle seine Sinne weit geöffnet und musterte seine neuen Scharmitglieder aufmerksam, vermied allerdings sie offen anzustarren. Was würde ihre Aufgabe sein? Und wo blieb der Rest der Schar?

Lacrimael
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Beitrag von Lacrimael » 31.05.2006 - 14:44

Lacrimael seufzte tief. Gerade war eine Novize zu ihr getreten und hatte sie begrüßt. Jetzt führte der Junge sie zu ihrer Cella und berichtete ihr dabei, dass der Michaelit sie alle zu sehen wünschte.
Die Cella war schlicht eingerichtet, doch das störte nicht, schnell legte sie ihr Bündel ab und holte sich schnell ein zweites Ordensgewand hervor...ein trockenes Gewand.
Ohne weiter auf den Jungen zu achten zog sie sich die nasse Robe aus.
Der Junge verschwand daraufhin sofort auf den Gang und Lacrimael stellte fest, das sie es wohl mal wieder verbockt hatte.
Du bist echt unfähig. Kommst zu spät, verschreckst Novizen, hast...nein, zum Glück nicht, die hälfte vergessen.
Schnell zog sie sich um, ihr Haar war zwar immer noch nass, doch sie strich es nur hinter die Ohren. Schon war wieder der ganze Rücken ihres Kleides durchnässt, aber egal, es war schon trockener aus vorher.
Und schon wieder Zeit verloren...Wieso bist du nur so eitel.
Ein erneutes Seufzen, allerdings wollte sie einen guten Eindruck auf ihre erste Schar machen.

Jetzt trat sie zu dem Jungen und bat ihn, sie zur Cella des Michaeliten zu führen. Das würde wohl etwas dauern und Lacrimael hing währenddessen ihren Gedanken nach.
Wie sie wohl sein werden? Hoffentlich ist noch ein anderer junger Engel da. Ich will nicht der einzige Neuling sein. Und bitte lass sie mich in Ruhe lassen. Ich habe keine Lust auf neugierige Fragen...

Anael
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Beitrag von Anael » 31.05.2006 - 17:28

Der vorherige Tag war.. immerhin einigermaßen erfolgreich gewesen. Sie war lange ohne Pause geflogen und hatte sich Gedanken gemacht, wie ihre neue Schar wohl sein würde. Doch irgendwann waren auch ihre Lräfte erschöpft und sie hatte gerastet, hatte sich einen Unterstand gesucht und dann versucht zu meditieren. Natürlich hatte sie sich vorgenommen früh aufzustehen und so pünktlich wie möglich anzukommen.
Doch dann waren da wieder diese Träume gewesen, diese sanfte Frau, die ihr so ähnlich sah. War es da verwerflich, dass sie nicht aufwachen wollte?
Als sie dann an diesem Morgen mit einiger Verspätung aufgewacht war, hatte sie mit sich gerungen. Wenn sie sich sehr beeilt hätte, wäre sie vielleicht sogar noch pünktlich gewesen. Doch sie hatte sich entschieden, sich etwas mehr Zeit zu nehmen und so ausgeruhter anzukommen.
Ein wenig Geduld wird ihnen schon nicht schaden...

Also flog sie gemächlich, ohne sich sonderlich zu eilen und traf so mit einiger Verspätung, an welcher der strömende Regen sicher nicht unschuldig war, in Mont Salvage an.
Sie war bis auf die Knochen durchnässt als sie auf der Flugplattform landete und schüttelte ersteinmal ihre Flügel aus, bevor sie sich missmutig umschaute.
Ich fühle mich so fehl am Platz....
Nach ein paar kurzen Momenten trat sie ins Innere des Himmels und ließ sich von einer Begine den Weg in die Cella erklären.
Während sie sich also auf den Weg dorthin machte versuchte sie sich ein klein wenig herzurichten, vor allem jedoch ihre Tücher um den Unterarmen zog sie solange zurecht bis sie einigermaßen zufrieden war.
Auch ihre Haare zupfte sie kurz zurecht, dann sah sie die Cella bereits.
Anael holte tief Luft und bewegte sich dann mit großen Schritten auf die Cella zu.

Kentariel
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Beitrag von Kentariel » 31.05.2006 - 18:15

"Ich bin vor drei Tagen zu Fuß mit einem Haufen dreckiger Templer hier angekommen. Gleiches Mistwetter wie heute! Zu mir haben sie gesagt, ich soll mich bei Gloriel melden. Mehr nicht."
Es klang ein wenig wie: "Als ob sie uns Anderen auch sagen würden um was es geht? das sagen sie doch eh immer nur den Michaeliten", aber Kentariel verkniff es sich das laut auszuprechen.

"Mein Name ist Kentariel!" fügte er hinzu. Und damit hatte er wohl die meisten Worte am Stück geredet, die man überhaupt von ihm zu hören bekommen konnte.

Er grinste zu Theklael hinunter, der ihn vorhin so freundlich begrüßt hatte.
Eine verflucht NETTE Begrüßung von einem Raphaeliten. Meistens waren die als erstes beleidigt, wenn sie ihn sahen, weil sie dachten, dass er wohl keine Raphaeliten leiden konnte, so wie er aussah. Mit dem Knirps konnte er also vielleicht zurechtkommen.

Kentariel sah wieder auf und Gloriel ins Gesicht.

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Beitrag von Mantiel » 31.05.2006 - 20:32

Mantiel musterte den Michaeliten stumm von Kopf bis Fuß. Er wich etwas von der Perfektion ab und das wirkte etwas positiver auf den grimmigen Urieliten. 'Nicht genug um ihn zu mögen... aber er ist kein Optimus...schon mal ein Vorteil.'
Nachdem Theklael und Kentariel den Michaeliten begrüsst hatten, meldete sich Mantiel zu Wort.

In millitärischer Manier, ganz wie Terroel es ihm tausendmal eingehämmert hatte, schlug er mit der Faust gegen den Schulterpanzer und stand stramm. Kurz und knapp nannte er die wichtigsten Punkte. "Ich bin Mantiel, Urielit. Ich wurde herbeordert um Gloriels Schar zu unterstützen."
'Mal sehen ob dieser Blondschopf auch so ein Freund kurzer Informationen ist... und ob er die Spitze zu deuten weiss.'
Zuletzt geändert von Mantiel am 01.06.2006 - 20:13, insgesamt 1-mal geändert.

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